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Periodical volume Nr. 51, 28.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage zu Nr. 300 des „Friedenauer Lokal-Anzeiger". 
Montag, den 22. Dezember 1913. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartiket nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Die Fontaneschule veranstaltete gestern in der Aula 
der 8. Gkmeindeschule (Rubensstraße) eine Weihnachtsauf- 
sllhrung, zu der sich die Angehörigen der Schülerinnen und 
Freunde der Anstalt in großer Zahl eingefunden hatten. Der 
Saal war in der Tat bis ans den letzten Platz besetzt. 
Kisten und Schränke wurden zu Sitzgelegenheiten benutzt 
und trotzdem mußten viele noch mir einem Stehplatz für- 
lieb nehmen. In der wenig »cuzcillich, noch mit ver 
alteter Gaibelcuchiuug veksehcnrn Aula war eine provisorische 
Bühne hergerichtet worden. Im ersten Teil des Abends 
wurden die Besucher erfreut durch Klavier- und Liolinoor- 
trnge, Deklamationen von Schülerinnen verschiedener Alters 
stufen und durch ein Lautenterzeil. Besonders letzteres wurde 
mit stürmischem Beifall bedacht und mußte verschiedene Zu 
gaben machen. Das Weihnachtsspiel „Lores Traum", von 
'einem zur Schule in engerer Beziehung stehenden Herrn ver 
faßt, fand ebenfalls ungeteilten reichen Beifall. Der weih 
nachtliche Inhalt des Stückes, die lieblichen Szenen er 
weckten allseitig Freude, gleicht«? man auch entzückt war 
von dem flotten Spiel der Darstellerinnen. Hoffentlich wird 
der Weihnachtsmann den letztan Wunsch des Kindes nach 
einem eigenen Gebäude für die Foiitaneschule erfüllen und 
das ihm im Traum gezeigte Schulhaus inr nächsten Jahre 
auch wirklich mitführen. 
o Der hiesige Veteranen- und Kriegcrvcrein hatte 
am Sonnabend eine Weihnachtsbescherung in den Sälen 
des Kaiser-Wilhelmgartens veranstaltet. Ein einfacher Christ 
baum erstrahlte im hellen Lichteiglanz. Auf den Tischen 
lagen die Geschenke ausgebreitet mit Tellern voll Aepfel, 
Nüsse und Honigkuchen. Die Festsäle waren bald angefüllt 
von Mitgliedern und ihren Angehörigen. Mit ihren in den 
drei Feldzügen 186-1, 1866 und 1870 71 erworbenen, auf 
der Brust blitzenden Orden und Ehrenzeichen machten die 
ehemaligen, jetzt 70—80 Jahre allen Krieger einen statt 
lichen und zugleich ehrwürdigen Eindruck. Manche von 
ihnen auch gebrechlich und krank. Rührend war oft der 
Austausch ihrer Erlebnisse auf den nördlichen Schlachtfeldern 
von Schnee und Eis, wo die Wackeren vor beinahe 50 Jahren 
oft dem Tode ins Angesicht geschaut haben. Herr Pfarrer 
Better, der einst mit jugendlicher Begeisterung des Königs 
Rock getragen hatte, nach dem Gesänge eines Weihnachts- 
licdes eine köstliche Ansprache, der die Allen mit Begeisterung 
folgten und die Gesichter der alten Krieger hell aufleuchten 
ließ, als er sie im Geist auf jene Eis- und Schneefelder 
führte, wo sie, das Gewehr schuß- und kampfbereit, im 
Sternenglanz der Weihnachtszeit vor dem Feinde lagen. 
Auch der erste Borsitzende knüpfte hieran "noch begeisterte 
Worte an die Kameraden und sprach den Friedenauer Ge 
meindeorganen sowie der Bürgerschaft, die auch in diesem 
Jahre für die bedürftigen und würdigen Veteranen in 
rührender Weise offene Herzen und freigebige Hände gezeigt 
hatten, freudigen Dank aus. Den Schluß bildete auch eine 
Bescherung des kleinen Volkes durch den Weihnachtsmann, 
der, mit mächtigem, weißen Bart, ausgerüstet mit einem 
Sack voll Spielsachen und der obligatorischen Rute, die 
Kinder zuweilen eindringlich ins Gebet »ahm, wenn das 
Weihnacküsverslein nicht recht klappen wollte. 
o Männer-Tnrnvercin. Den Reigen der diesjährigen 
Weihnachtsfeiern der einzelnen Abteilnugen eröffneten am 
Freitag Abend 6 Uhr die beiden Mädchen-Abteilungen in 
der Turnhalle der Mädchenschule in der Goßlerstraße. Die 
Leitung der beiden Abteilungen liegt seit Jahren in Händen 
der von den Schülerinnen sehr beliebten Frau E. Brücker 
(geb. Smigielskii. Die zahlreich erschienenen Zuschauer 
hatten Mühe, ein Plätzchen in der für derartige öffentliche 
Veranstaltungen wenig geeigneten Turnhalle zu ergattern. 
Zunächst führte die zweite Abteilung (Mädchen im Alter 
unter IO Jahren) Freiübungen, beschwert mit kleinen 
Hantelchen, vor. Wenn die „Kleinen" auch manchmal links 
und rechts verwechselten, so wurden die Uebungen im 
ganzen doch recht gut durchgeführt. Darauf zeigte die erste 
Abteilung (Alter IO—14 Jahre) recht schwierige Keulen 
übungen, die ebenfalls Zeugnis von langem, fleißigen Neben 
ablegten, bei dem die Geduld der Leiterin wohl manche 
Probe bestanden haben inag. Die nachfolgenden Geräte 
übungen, erst der zweiten, dann der ersten Abteilung, be 
schlossen den turnerischen Teil der Feier, worauf die eigent 
liche Weihnachtsfeier mit einem Festspiel begann. Die 
gütige Weihnachlsfee und der gestrenge Weihnachtsmann 
warben abwechselnd um die Gunst der Menschenkinder, 
erstere mit Liebe und Güte, letzterer mit unerbittlicher 
Strenge; allerliebste Puppen, Zwerge und Engel führten 
graziöse Steigen auf. Zum Schluß vereinigten sich sämtliche 
Mitspielerinnen zu einer wirkungsvollen Gruppe und es er 
tönte in feierlicher Stille das schöne Lied „O, du fröhliche", 
das bei Alt und Jung die rechte Weihnachlsstimmung aus 
löste. Reicher Beifall lohnte der Leiterin der beiden Ab 
teilungen für die gelungene Feier und ihre Mühewaltung. 
Die kleinen Turnerinnen erhielten jede eine Wcihnachrs- 
Düte. — Die Alanner-Abteilungen kommen wie all 
jährlich am 1. Weihnachtsfeiertag zu einem Frühschoppen 
zusammen und zwar diesmal im Lauterplatz-Casino inr 
obigen Vcreiuszimmer von 11 Uhr ab. Hier werden be 
sonders die auswärtigen und ehemaligen Mitglieder, die 
hier zum Besuch weilen, begrüßt. Es ist deshalb allgemeiner 
Besuch aller Turngenossen sehr erwünscht. — Die dies 
jährige gemeinsame Weihnachtsfeier der Damen- und 
Männer-Abteilungen findet am Sonntag, dem 28. Dezember, 
im Gesellschaitshaus des Westens in Schvneberg in Form 
Turner und Turnerinnen werden auf diese Veranstaltung 
besonders hingewiesen ui.d um zahlreiche Beteiligung gebeten. 
o Freie Schülervorträge auf der Treptow-Stern 
warte! Um allen Schillernden Besuch der wissenschaftlichen 
Kino-Vorträge auf der Treptow-Sternwarte zu ermöglichen, 
gibt die Direktion während der Weihnachlsferien jedem Er 
wachsenen das Recht, zu den Vorführungen ein Kind unter 
14 Jahien frei einzuführen. Es finden folgende Vorträge 
statt: Am Donnerstag, dem 25. Dezember, (l. Weih- 
nachrsfeicrtag) Nachmittags 5 Uhr: „Das bayrische Hoch 
land" und „Weihnachtsmärchen", Abends 7 Uhr: „Mit 
Schnellzug und Ozeandampfer von Berlin über Bremen 
nach Neuyork", am Freitag, dem 26. Dezember (2. Weih- 
nachlsfeiertag), Nachm. 5 Uhr: „Mit Schnellzug und Ozean- 
danipfer von Berlin über Bremen nach Neuyork", Abends 
7 Uhr: .Europäische und exotische Jagden", am Sonn 
abend, dem 27. Dezember, Illach in. 5 Uhr: „Mit Schnellzug 
und Ozeandampfer von Berlin über Bremen nach Neuyork", 
Abends 7 Uhr: „Das bayrische Hochland" und „Weih 
nachtsmärchen", am Sonntag, dem 28. Dezember, Nachm. 
5 Uhr: „Europäische und eroiische Jagden", Abends 
7 Uhr: .Mit Schnellzug und Ozeandainpfer von Berlin 
über Bremen nach Neuyork", am Mmuag, dem 29. Dezember, 
Abends 7 Uhr: „Interessante Bilder aus Italien", am 
Dienstag, dem 30. Dezember, Abends 8'/a Uhr: „Mit 
Schnellzug und Ozeandainpfer von Berlin über Bremen 
nach Neuyork". — Mit dem großen Fernrohr wird der 
Saturn und von Montag, dein 29. d. M. ab der Mond 
beobachtet. 
o Der gestohlene Festtagsbraten. Eine hiesige Fa 
milie erhielt zum Weihnachtsfcste von Verwandten eine fette 
Gans zugeschickt. Sie wurde saigsam'vor dem Küchenfenster 
aufgehängt, einmal, uni sie frstch zu halten, dann vielleicht 
auch deshalb, um der Nachbarscha t anzukünden, daß „alles 
da" ist. Um so schinerzllcher war die Ueberraschung am 
heutigen Margen, als der Martinsooa>'l von dort verschwunden 
und der Stlick abgeschnitten war. D.e Diebe müssen nächr- 
licherweise auf einen benachbarten Balkon geklettert und von 
hier aus in ulleidiiigs etwas halsbrecherischer Weise zu dem 
Weihnachtsbraten gelangt sein. 
o 'Zusanluienstosr auf der Straßenbahn. An der 
Ecke der Potsdamer- und Lützvwstraße fuhr ein Motorwagen 
der Linie 59 auf einen aus zwei Wagen bestehenden Zug 
der Linie 52 mit solcher Gewalt auf, daß nicht nur der 
Wagen beschädigt, sondern auch mehrere Fahrgäste verletzt 
wurden. Vier Pe-sonen und zwar der Schaffner Kunzen- 
hagen, eine Frau Auguste Markus, ein Herr Gustav Weiße 
und ein Kaufmann Schöge mußten sofort ärztliche Hilfe in 
Anspruch nehmen. 
ist jede Hausfrau darauf bedacht, einen wohlgelungenen, selbstgebackenen Festkuchen auf den 
Kasfeetisch zu bringen. Sie wird stets Ehre mit ihrem Kuchen einlegen, wenn sie dazu das echte 
Tr. Oetker's Backpulver „Backin" verwendet. 
Name „Backin" ist gesetzlich für Tr. Lctker's Fabrikate geschützt und darf nicht nachgemacht werden.) 
Dr. Oetker's Festkuchen. 
Zutaten: 500 g Mehl, 1 Päckchen von Dr. Oetker's 
„Vackin", 200 g Butter, 200 g Zucker, ’/s bis V« Liter Milch, 
5 Gier, das Weiße zu Schnee geschlagen, 150 g Rosinen, 150 g 
Korinthen, ein halbes Päckcheil von Dr. Oetker's Vanillin-Zucker, 
Salz nach Geschmack. 
Zubereitung: Die Butter rühre schaumig, gib Zucker, 
Vanillin-Zucker, Eigelb, Milch, Mehl, dieses mit dem Backin 
gemischt, hinzu und zuletzt die Rosinen, Korinthen, Salz und 
deil Gierschnee. Fülle die Masse in die gefettete Form und backe 
den Kuchen 1 bis 1Stunden. 
HBH 
J 
Auszug aus oau priuvloübulyc 
der Gemnnde-Bertretung 
Verhandelt Berlin-Friedenau, den l8. Dezember 1913. 
k„r Befchlußfaffung über die auf der nachfteh<n0en Tagesordnung 
bezeichneten Gegenstände war für heute eine Sitzung anberaumt worden, 
zu der die Mitglieder der Gemeinde-Vertretung, unter Angabe der zur 
Veraiung kommenden Gegenstände, sowie mit dem Hinweise darauf, daß 
die Nichtanw.,enden sich den gefaßten Beschlüssen zu unterwerfen haben, 
eingeladen worden find. 
Ei >acfunden habdn fich die nachstehend genannten Personen: 
Gemeinde-Borsteher Walger, Schöffe Traeger, Wossidlo, von Wrochem, 
Gemeinde-Berordneter Berger, Dreger, Eggert, Hinke, Franzelius,Haustein, 
Tr. Heinecker. Heise, Hahn. Kunow, Leyment, Dr. Sohmann, MatthieS, 
Olt Sachs, Schönknecht, Stöcker. Dr. Tänzlcr, Dr. Thurniann, Uhlenbrock, 
Wermke außerdem Gemeindeaurat Alt,nanu Assessor Grundmann, und 
als Protokollführer Bureaudirektor Sudan. Krank: Schöffe Lichtheim, 
Gem.-Ver. Kalkbrenner. 
Die Gemeinde-Bertretung ist, da mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder 
enwiZend iit, vejchlußfäyig. 
«ui der Tagesordnung stehen folgende Gegenstände: 
1. Mitteilungen. -- 
2. Regelung der Beitragsleistung zur d,e nach dem Vcr,,cherungsgesetz 
I. für Angestellte versicheruiigöpflichtigen Angestellten der Gemeinde. 
4. Vorlage bctr. Ergänzung des Reifekosten-Ortsstatuts. 
5. Bewilligung von Mitteln zur Beschaffung von Einrichümgsstücken 
sür das Gymnasium. 
Verstärkung der aus Voranschlag XV. 3 für die Entwasserungsan- 
6 lagen auf dem Gütergotzer Friedhof bereits bewilligten Mittel. 
7. Bewilligung der 3. Baürate für den Neubau der 111. Gemeindeschule. 
7. Beilegung des Abendmarktes. 
a) Nachtrag. — Bewilligung der Kosten zur Beschaffung von Winter- 
kleidung für die Gärtner und. Arbeiter der Garten- und Friedhofs- 
Verwaltung. 
8., 9., 10. und 11. in geheimer Sitzung. 
l. Mitteilungen. 
a Im gedruckten Auszug des letzten SitzuiigSprotokoUs muß das 
Datum „4. Dezembe- 1913" heißen. 
1.) Der koUegialijche Gemcindevorstand hat der Landkrankettkasse 
einen Vorschuß von 10 000 M. bewilligt; die Vertretung nimmt 
genehmigend Kenntnis. 
o) Die Vertretung nimmt ferner genehmigend Kenntnis von der 
Ablösung des auf Grundstücken z» Berlin-Wilmersdorf haftenden 
Hütungszinses durch Zahlung einer Abfindung von 20 M. an 
dicÄemeinde Berlin-Friedenau und verzichtet auf die Einziehung 
des noch rückständigen unerhe. lichcn Zinses, 
d) ES werden noch folgende Angelegenheiten nachträglich auf die 
Tagesordnung gefetzt: 
a) in öffentlicher Sitzung. 
I. Bewilligung von Winterkteidung für Cie Gärtner und Arbeiter der 
Garten- und Frirdhofsverwaltung. 
11. Betreffeno den Rathaus-Neubau; 
b) in geheimer Sitzung. 
I. Eine Eiscubahnfache. 
II. Eine Ruhegeldsache. 
Hl. Kündigung eines Vertrages. 
IV. Anleihesache. 
Zn Protokollvollziehern werden die Geineindeverordnetcn Huhn und 
Sachs bestimmt. 
Beschlüsse. 
2. Die Gemeindevertretung beschließt: 
I. Ten bei der Gemeinde Berlin-Friedenau 10 Jahre und länger 
beschäftigten Privatdienitverpflrchtcten, soweit und solange sie dem 
Versichcrungsgesetz für Angestellte unterliegen, wird behufs Befreiung von 
der VersicherungSpfticht zurAngestelltenvcrsicherung dieZuficherung gegeben. 
a) daß ihnen Anwartschaft a.if Ruhegeld und Hinterbliebenenrente 
aus G.meindemitteln in dem gemäß § 9 Abs. 1 des Verficherungs- 
gesetzes für Angestellte festgesetzten Mindestbctrage zusteht; 
b) daß, falls die Kündigung aus einem wichtigen Grunde — § 626 
B. G.-B. — erfolgt, dem Gekündigten ein KündigungSbcschluß 
mit Gründen zugestellt wird, und er berechtigt sein soll, inner- 
talb 2 Wochen nach Zustellung des Kündigüngsbeschlusscs den 
Kreisausschuß des Kreises. Teltow zwecks Nachprüfung des 
Kündigungsgrundes anzurufen, dessen Entscheidung endgültig ist. 
Der Rechtsweg über die Frage, ob ein wichtiger Grund zur Kündigung 
Vorgelege, hat, ist ausgeschlossen: 
c) daß. falls eine einfache Kündigung erfolgt, dem Gekündigten ein 
Rechtsanspruch nie Zahlung von Ruhegeld und Hiuterdliebencn- 
rcnte in oen, gemäß § a Avs. 1 des Versieh.rungsgesetzes für An- 
gestellte vom Bundesrat unterm 29. Juni 191:* festgesetzten 
Mindesbetrage nistcht. 
II. Hinsichtlich der bei der Gemeinde Berlin-Friedenau noch nicht 
10 Jahre beschäftigten, dem Verfichcrungsgesetz für Angestellte unter 
legenden Privatoienstverpflichteten sind die Beiträge in der gesetzlich 
vorgeschriebenen Weise fortzuentrichten, mit der Maßgabe, daß die Bei- 
träge derjenigen Angestellten, weiche S Jahre und länger bei der hiesigen 
Gemeindeverwaltung beschäftigt sind, in voller Hühe'aus die Gemeinde- 
kaffe übernommen werden. 
Tie erforderlichen Mittel werden als Verstärkung der Ziffer 17 b 
des Vvvanschlages I bewilligt. 
III. Stach Zumcklegung einer 10jährigen Beschäftigungszeit bei der 
Gemeinde und nach Znrncklegung von 120 Beilragsinonaten (10 Jahren) 
auf Grund der VersicherungSpfticht nach dem Angcstelltenversicherungs- 
gesetz, unbeschadet deS Rechts der Angestellten auf Abkürzung der Warte 
zeit gemäß z 395 a. a. O., sind dem Privatcienstverpilichteten zu II 
behufs Befreiung von dieser VersicherungSpfticht dieselben Zusicherung 
zu geben, wie den Privatdienstverplltchteten zu l unter der Bedingung, 
daß die Anwartschaft auf die Leistungen aus dem Angestellten- und 
dem FnvalideN'Versichernngsgesetz aufrecht zn erbalten, und daß diese 
Leistungen aus die von der Gemeinde aewahrten Ruhegelder und Hinter 
bliebenenbezüge in voller Höhe (ohne Rücksicht aus die Dauer und Höhe 
der gemeindescitigen Beitragszahlung) anzurechnen sind. 
IV. Die zum Zwecke der Aufrechterhaltung der Anwartschaft auf 
die Leistungen aus dem Versicherungsgesetze für Angestellte und aus der 
Reichsversichcrungsordmrng zu entrichtenden Anerkennungsgebühren und 
Beiträge sind auf die ^Gcmeindekaffe in voller Höhe zu übernehmen. 
V. Die vorstehenden Beschlüsse treten rückwirkend vom 1. Januar 
1913 in Kraft. Sie finde» auf die inzwischen ans dem Gemeindedienst 
ausgeschiedenen Privaidicnstverpsiichtcten keine Anwendung. 
Vi. In Ausführung der Ziffern t und 1 I hat die Bewilligung von 
Ruhegeld und Hinterbliebenenrente nach. Maßgabe der Vorschriften 
des Ortsstatuts vom 22. Februar 1911 betreffend die Gewährung von 
Ruhegehalt an die Gemeindebeamten zu erfolgen. 
3. Die i» dem, diesem Protokoll als Anlage beigefügten Nachtrag 
zum Ortsstatut betreffend die Gewährung von Reisekosten an die Ge- 
meindcbeamten vom 13. Mär; 1912 angegebenen Ergänzungen werden 
unter Annahme des Nachtrages genehmigt. 
Gleichzeitig wird auch dem Bauwart Linke, deffen tägliche An 
wesenheit auf dem Gülergotzcr FriedhofSgelände infolge der dort aus 
zuführenden Entwäfferungsarbciten ecforderlich ist, ein Änwesenheitsgeld 
von 1 00 M. zn den oltsstatutarischen Reisekosten bewilligt. 
4. Die Gemcindevertrctung bewilligt zur Verstärkung der Ziffer 5 
deS Voranschlages XV aus Voranschlag XV Ziffer 7 den Betrag von 
6 100 M. zur Beschaffung der erferderlichen Einrichtungsstücke für die 
durch Umbau hergestellten Räume im hiesigen Gymnasium. 
5. die durch die unerwarteten Arbeiten entstandenen Mehrkosten in 
Höhe von 1755 M. werden zur Verstärkung der bereits bewilligten 
Summe von 5500 Bl. aus Voranschlag XV, 3 (außerordentliche Ver 
waltung) bewilligt. 
6 Die dritte Rate für den VvlkSschulnenbau in Vorschlag XV 
Ziffer 1 wird um 200 0-:» M. verstärkt. 
7. Der Antrag des Gemeindevorstandes: den bisher auf dem Ge- 
meindegrundstück Rheingausir. 27-28 untergebrachten Privatmarkt dort 
aufzuheben und als öffentlichen Wochenmarkt nach der WieSbadenerstraße 
zwischen Schillerplatz und Rheingaustraße zu verlegen wurde mit 19 
gegen 11 Slimmen abgelehnt. 
Nachtrag >. Den Gärtner und Arbeitern der Garten- und Friedhofs 
verwaltung wird je ein Winterrock gewährt. Tie erforderlichen Mittel 
in Höhe von 400 M. werden als Verstärkung der Ziffern 3 und 18 des 
Voranschlages XIV bewilligt. 
Nachtrag I,‘. Der Entwurf des Rathauses ist einer sofortigen 
Prüfung dahingehend zu unterziehen, ob es möglich ist den vorhandenen 
Sitzungssaal über das bisher beschlossene Raumverhältnis auszudehnen, 
denselben mit einem mäßig großem Bühnenpodium zu versehen, 
die beiden dem Saal angegliederten Sitzungszimmer wenn möglich ge- 
räumiger zu gestalten und in anderer zweckentsprechender Lage des Hauses 
zwei cntprechend große Sitzungsräume zu schaffen. 
Der Vorlage entsprechender EntwursSkizzen wird bi; zur ordentlichen 
Gemcindevertretersitzung entgegengesehen. 
S4>lutz der öffentlichen Sitzung 9 Uhr. 
Hierauf fvlgie eine geheime Sitzung. 
B. g. u. 
gez. Walger, gez. Sachs, gez. Huhn.
        
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