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Periodical volume Nr. 295, 16.12.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

dienstverpflichteten auf die Gemeindekasse, welche 3 Jahre und länger 
bei der hiesigen Gemeinde beschäftigt sind. Die entsprechenden 
Mittel sind als Verstärkung der Ziffer 17 b des Voranschlages 1 zu 
bewilligen. 
III. Diejenigen Privatdienstverpflichtcten, welche eine zehn 
jährige Beschästigungszeit bei der Gemeinde und 120 Beitrags 
monate zurückgelegt haben, nach Ablauf dieser Zeilen ebenfalls von 
der Versicherungspflichr unter der Bedingung zu befreien, daß die 
Anwartschaft auf die Leistungen aus dem Angestellten-Versicherungs- 
Gesetz aufrecht erhalten und gemäß § 389 Abs. 2 des Gesetzes auf 
die von der Gemeinde gewährten Ruhegelder in voller Höhe ange 
rechnet werden, um zu verhüten, daß Ruhelohn und Angestellten- 
Ruhegeld zusammen eine das frühere Dlensteinkommen übersteigende 
Hohe erreichen. 
IV. Tie nach betn Angestellten-Versicherungsgesetz und nach der 
Reichsversicherungsordnung zu entrichtenden Anerkcnnungsgebühren 
(8 172 Abs. 2 des Angestelllen-Versicherungsgesetzes), und Beiträge 
(tz 1280 der Reichsversicherungsordnung) auf die Gcmeindckasse in 
voller Höhe zu übernehmen. 
V. Tie Ruhe- und die Hinterbliebenengclder zweckmäßlgcrweise 
nach den für die Gemeindearbciter bestehenden Grundsätzen vom 
5. November 1908 zu gewähren und zwar in Uebereinstimmung 
mit den betreffenden Bestimmungen des Angestellten-Verficherungs- 
Gesetzes. 
Im einzelnen bemerken wir dazu: Zu l. Es kommt hier gegen 
wärtig nur ein Angestellter in Betracht. Zu II. Von dieser Ver- 
ünstigung werden z. Zt. 20 Angestellte betroffen. Der Jahres 
etrag ihrer Beitragshälftcn betrügt 1118,40 M., mit welchen die 
Gcmeindckasse belastet würde. Zu III. Durch die Fortentrichtung 
der Beiträge bis zu 120 'ftftragsmonatcn und die dann folgende 
Zahlung der unter 4 gedachten Anerkennungsgebühren (3 M. 
jährlich) und der Beiträge (10 Wochenbeiträge — 1,60 M. jährlich) 
wird die Anwartschaft des Angestellten aus Ruhegeld sowie 
Invaliden- und Altersrente gewahrt. Die etwaigen Leistungen 
daraus würden, wie schon unter 111 erwähnt, auf die gemeinde- 
seitig gewährten Ruhegelder zur Anrechnung gelangen. Wir 
ersuchen die Gemeindevertretung, sich mit dieser Regelung einver 
standen zu erklären und folgende Beschlüsse zu fassen: 
I. Den bei der Gemeinde Berlin-Friedenau 10 Jahre und 
länger beschäftigten Prioatdienstverpflichteten soweit und solange 
sie dem Bersicherungsgesetz für Angestellte unterliegen, wird behufs 
Befreiung von der Versicherungspflicht zur Angestelltenversicherung 
die Zusicherung gegeben: a) daß ihnen Anwartschaft auf Ruhegeld 
tlnd Hinterbliebenenrente auS Gcmeindemitteln in dem gemäß 8 9 
Abs. 1 des Bersicherungsgesetzes für Angestellte festgesetzten Mindest 
betrage zusieht; 6) daß, falls die Kündigung aus einem wichtigen 
Grunde — 8 626 BGB. erfolgt — dem Gekündigten ein Kündigungs 
beschluß mit Gründen zugestellt wird, und er berechtigt sein soll, 
innerhalb 2 Wochen nach Zustellung des Kündigungsbeschlusses den 
Krcisausschuß des Kreises Teltow zwecks Nachprüfung des 
Kündigungsgrundes anzurufen, dessen Entscheidung endgültig ist; 
c) daß, falls eine einfache Kündigung erfolgt, dem Gekündigten ein 
Rechtsanspruch aus Zahlung von Ruhegehalt und Hinterbliebenen 
rente in dem gemäß 8 9 Abs. 1 des Bersicherungsgesetzes für An 
gestellte vom Bundesrat unterm 29. Juni 1912 festgesetzete Mindest 
betrage zusteht, soiern er an dem Tage, an dem die Kündigung 
erfolgt, für den Fall der Dienstunfähigkeit aus dem Kommunal- 
beaintengcsetz oder aus einem Dienstvertrag einen Anspruch auf 
Ruhegeld gehabt haben würde. 
II. Hinsichtlich der bei der Gemeinde Berlin-Friedenau noch 
nicht 10 Jahre Beschäftigte, dem Versicherungsgesetz für Angestellte 
unterliegenden Privatdienstverpflichteten sind, die Beiträge in der 
gesetzlich vorgeschriebenen Weise fortzuentrichten, mit der Äaßgabe, 
daß die Beiträge derjenigen Angestellten, welche 3 Jahre und 
länger bei der hiesigen Gemeindeverwaltung beschäftigt sind, in 
voller Höhe auf die Gemeindekasse übernommen tverd n. 
III. Nach Zurücklcgung einer 10jährigen Beschästigungszeit bei 
der Gemeinde und nach Zurücklegung von 120 Beitragsmonatcn 
(10 Jahren) auf Grund der Vcrsicherungspflicht nach dem Ange- 
steüten-Bersicherungsgesctz unbeschadet des Rechts der Angestellten 
auf Abkürzuilg der Wartezeit gemäß 8 395 a. a. O.. sind dem 
Privatdienstverpflichteten zu II behufs Befreiung von dieser Ver 
sicherungspflicht dieselben Zusicherungen zu geben, wie den Privat- 
dienstocrpflichteten zu I unter der Bedingung, daß die Anwart 
schaft aus die Leistungen aus dem Angcftelltenversicherungsgesetz 
aufrecht zu erhalten und daß diese Leistungen auf die von der Gc- 
mcitide gcwährteit Ruhegelder und Hinterbliebenenbezüge in voller 
Höhe (ohne Rücksicht auf die Dauer und Höhe der gemeindeseitigen 
BeitragsziHlung) anzurechnen sind. 
IV. Die znm Zwecke der Aufrechterhaltung der Anwartschaft 
auf die Leistungen aus dem Versicherungsgesetze für Angestellte und 
aus der Reichsecrsicherungsordnmtg zu entrichtenden Anerkennungs 
gebühren und Beiträge sind aus die Gemeindekasse in voller Höhe 
zu übernehmen. 
V. Die vorstehenden Beschlüße treten rückwirkend vom 1. 
Januar 191! ab in Kraft. Eie finden aus die inzwischen aus dem 
Gcmeindedienst ausgeschiedenen Prioatdienstoerpslichtetcn keine An 
wendung. 
VI. In Ausführung der Ziffer 1 wird den bei der Gemeinde 
Berlin-Friedenau 10 Jahre uud länger beschäftigten Ruhegehalt, 
Witwen- und Waisenrente, nach den Vorschriften' der Grundsätze 
für die Bewilligung von Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung 
für die ständigen Arbeiter und Arbeiterinnen der Gemeinde Berlin- 
Friedenau oont 5. November 1908 mit der Maßgabe gewährt, daß 
a) nicht der DurchschnittS-Jahresverdienst, sondern das von den 
Privatdienstverpflichteten zuletzt bezogene Gehalt der Berechnung 
des Ruhegehalts zugrunde zu legen und b) das Waisengcld den 
Hinterbliebenen Kindern bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zu 
gewähren. 
Schließlich bemerken wir noch hinsichtlich des in der Be 
freiungsbedingung 1a ermähnten Mindestbetrages von Ruhegeld 
und Hinterbliebenenrenten, daß diese Bedingung unbedenklich ist, 
weil sich die Mindcstbezüge nach dem tatsächlichen Dienstcinkommcn 
zur Zeit der Entscheidung über die BersichcrungSbefrciung be 
messen, während nach den vorstehend Via vorgeschlagenen" Be 
schlusse die Ruhe- und Hinterbliebeneugelder nach dem tatsächlichen 
Diensteinkommcn zur Zeit der Pensionierung berechnet werden. 
Als Nachprüfungsinstanz haben wir den Krcisausschuß des Kreises 
Teltow gewählt, indem ivir davon ausgehen, daß die Kominunal- 
aufsichtsbehörde dazu berufen und 4 durch ihre sonstigen Zuständig 
keiten dazu in der Lage ist, die Rechte und Pflichten der Kommunen 
und ihrer Angestellten zu beurteilen. Für die Anrufung der Nach- 
pcüfungsinstanz ist die für Vermaltuggsrechtsmittcl übliche zwei 
wöchige Frist vorgesehcil, damit die Entscheidung noch während 
der vierwöchigen Kündigungsfrist getroffen werden kamt. Ter 
Finanzausschuß hat dieser Regelung grundsätzlich und im ivesent- 
lichen zugestimmt. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-L riginalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Tie VerbandSvcrsammlung Eroßberlin iZtoeck- 
oerband) genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung die Durch- 
leguvg von Straßenbahnlinien durch die Bismarckstraße in 
Steglitz nach dem Handjeryplatz. Es werden die Straßen 
bahnlinien 61 uud 87 über diese Strecke geführt werden; 
während- die Linie 40 iiber Rhein- und Saarstraße nach 
dem Schönebcrger Krankenhaus geleitet wird. 
o Verlängerte Geschäftszeit. Heute und die folgenden 
Tage bis zum 23. Dezember dürfen die Geschäfte bis 
9 Uhr Abends offen bleiben. Am Weihnachtsheiligabend 
tritt jedoch wieder der 8 Uhr-Ladenschluß in Kraft. Am 
Sonntag dem 21. Dezember, dem sogen, „goldenen", ist das 
Offenhalten der Läden wieder, mit Ausschluß der Haupt- 
kirchzeit, bis 8 Uhr gestattet. 
o Der Titel Professor ist dem AbteilungSvvrsteher 
an der König! Landesanstalt für Wasserhhgicnc in Berlin? 
Dahlem, Bauinspektor Dr.-Jng. Karl Reichte verliehen 
worden. — Prof. Dr. Reichle ist lange Jahre Mitglied 
unseres Turnvereins und in der Altersableilung aktiv tätig. 
Hier hat er auch das Amt des Kneipwarts inne. 
o Vermindernng der Grundstückswerte durch die 
Schnellbahnen. Während man allgemein der Ansicht ist. 
daß die Schnellbahnen nicht allein fördernd auf die Bau 
tätigkeit. sondern auch wertsteigernd für die Grundstücke an 
den Bahnen sind, wird von sachkundiger Seite jetzt das ge 
rade Gegenteil behauptet. In dem letzten Bericht des 
Reichsarbeitsblattes heißt e8, daß es um das Baugewerbe 
in Groß-Berlin noch immer sehr schlecht stehe. Hoffnung 
auf Besserung für die nahe Zukunft erscheine aussichtslos. 
Fast scheine es, als ob die Verhältnisse eher nach einer 
Wertminderung als nach einer Wertsteigerung der Bau 
terrains in der Peripherie hindrängen. Der Kreis der für 
Bauzwecke verfügbaren Ländereien wird immer größer, je 
weiter Berlin in die Provinz hinauswächst, und der Zuzug 
von außen verteilt sich auf eine immer größer werdende Fläche. 
Bezeichnend hierfür ist der Rückgang der Wohnungspreise 
an der neuen Untergrundbahn von Wilmersdorf nach 
Dahlem. Am Breitenbachplatz kostete eine 3-Zimrner- 
wohnung vor 6 Jahren 800 M., heute 600—050 M. Die 
erivartele Wertsteigerung des an der Bahn liegenden Haus- 
besitzes ist bisher nicht eingetreten. Kenner behaupten, die 
durch den Bau von Schnellbahnen bewirkte fortschreitende 
Bebauung wirke jetzt nicht mehr wertsteigernd, sondern wert 
mindernd. 
o Weihnachts-Sonderzüge werden auf den Strecken 
der königlichen Eifenbahndirektion Stettin in großer Zahl 
verkehren. Namentlich sollen in der Zeit vom 20. Dezember 
bis 5. Januar k. I. zu verschiedenen Schnell-, Eil- und 
Personeuzügen Vorzüge gefahren werden, die in der Regel 
10 Minilten vsr den Hauptzügen verkehren. 
o Die noch lebenden Inhaber des Eisernen 
.Kreuzes und des Militär-Ehrenzeichens sollen nach einer 
Bekanntmachung der Königl. Preuß. General - Ordens 
kommission ermittelt werden. Die Mitteilungen werden bis 
znm 1. Februar 1914 an die General-Ordenskommission 
erbeten. 
o Das .Konkursverfahren über den Nachlaß des am 
29. Dezember 1911 verstorbenen, zuletzt Beckerstr. 19, wohnhaft 
gewesenen Bankbeamten Adolf Erwin ist nach erfolgter Ab 
haltung des Schlußtermins aufgehoben. 
o Allgemeiner Deutscher Sprachverein (Zweigverein 
Berlin-Charlottenburg). Im Landeshause . der Provinz 
Brandenburg sprach am letzten Mittwoch Abend Professor 
Poeschel, Rektor der Fürstenschnle zu St. Asta bei Meißen 
Uber „Luftfahrer-Deulsch". Prof. Poeschel war vor Jahren 
als Lustfahrer in die „Kommission zur Festlegung einer 
aeronautischen Terminologie" hineingewählt worden. Er 
schilderte in fesselnder und lmmigcr Weise, welche Ver 
wirrung die fremdsprachlichen Ausdrücke in der Fachsprache 
der Lustsahcer angerichtet hatten uud wie gerade die Ein 
führung deutscher Fachausdrücke als zweckmäßig, einfach und 
klärend Anerkennung fand. Diese Bestrebungen wurden be 
sonders von dem verstorbenen Oberstleutnant Moedebeck und 
dem Grafen Zeppelin lebhaft gefördert. Die halb 
lateinischen, halb griechischen Mißbildungen sind größtenteils 
verschwunden; solche Ausdrücke, die vielfach von Halb 
gebildeten geprägt wurden, und die im Auslande ebenso 
sprachlich freuid blieben wie im Jnlaude, sind durch gute 
deutsche Worte ersetzt. Ausdrücke wie Ballon (Ballone), 
starten, Tank, Motor hat man selbstverständlich erhalten, 
weil sie Bürgerrecht erworben haben und nicht entbehrt 
werden können. Der Vortrag fand den lauten Beifall der 
gut besuchten Versammlung, der Vorsitzende v. Mühlenfels 
sprach dem Redner für seine stischen, herzersteuendcn Aus 
führungen lebhaften Dank aus. Nach dem Vortrag wurden 
Verdeulschungstafeln über die Fachausdrücke der Luftfahrer 
sprache verteilt. An der Aussprache beteiligten sich u. a. 
der Vorsitzende des Gesamtoereins Wirkt. Geh. Oberbaurat 
Dr. Sarrazin, Berlin-Friedenau, uud Prof. Heutig. 
Zum Schluß sprach letzterer iwch mit großer Anerkennung 
über einen neuerlichen Erlaß des preußischen Handels 
ministers Dr. Stzdow, der den Handelskammern ans Herz 
legt. auf Vermeidung fremdsprachlicher Ausdrücke uud auf 
eine gute deutsche Ausdrucksweise im Geschäftsverkehr der 
Kaufmaniiswelt hinzuwirken. 
o Die Jünglingsabteilung des Turnvereins begeht 
inr kleinen Saal des Restaurants .Hohenzollern" zugleich 
mit der Sportabteilung am Sonnabend, dem 20. d. Mls. 
die Feier des Weihnachtsfestes. Wie in den früheren 
Jahren bringen die Mitglieder der beiden Abteilungen 
Geschenke im Mindestwerte von 0,50 M. mit, welche am 
Eingang des Saales gegen Empfang eines Loses abgegeben 
werden. Es ist auch möglich, für bestimmte Mitglieder 
besondere Geschenke zu machen, die natürlich noch neben 
den üblichen abzugeben sind. Ilm nun auch den werten 
Angehörigen der Mitglieder der beiden Abteilungen 
Gelegenheit zu geben, einen vergnügten Abend verbringen 
zu können, ist die diesjährige Weihnachtsfeier in Gestalt 
eines Uulerhaltungsabends geplant; es werden neben 
Theateraufführung, Vorträgen und allgemeiner Verlosung, 
zu welcher schon sehr hübsche Sachen vorhanden sind, auch 
ein kleines Tänzchen geboten. Der Beginn der Feier ist 
auf 9 Uhr Abends festgesetzt. Interessenten und Güimcr 
des Vereins find-hierzu bestens eingeladen. ' W. II. 
o Antoms Konservatorium der Münk, Beckerstr. 13-14 
(a, d. Fried. Brücke) bot am Sonntag Mittag frrt Saale 
der '„Hohenzolleru-Lichtspiele" wer gut besetztem Hause 
Schüler-Vorttäge der Klavier-, Diolin-, Viuloucell-, Gesangs 
und Ensemble-Klassen, welche fast ausnahmslos in Bezug 
auf Rythmus, Anschlag, Vogeuführuug,. Touüildung und 
Auffassung recht befriedigten und geeignet waren, den Ruf, 
welchen sich dieses Institut bei steigender Frequenz in ver 
hältnismäßig kurzer Zeit erworben hat, zu rechtfertigen und 
zu festigen. Das in seinem Aufbau geschickt gesteigerte 
Prograinm von 30 Piecen, prompt und sicher absolviert, 
hielt sich genau in dein Rahmen der angegebenen Zeiten 
— ein Umstand, welcher bei derartigen Veranstaltungen 
nur sympathisch berührt. IS. K 
o Dip Helden deS Bergwerks, eine ergreifende 
Episode aus dem Bergmannsleben kommt von heute ab im 
Biofontheater in der Rheinstr. 14 zur Vorführung. Dieses 
hervorragende Drama in 4 Akten lehnt sich an Vorgänge 
an, die in Frankreich passierten und vor kurzem auch die 
deutsche Presse beschäfttgten. Spannend und von Szene zu 
Szene interessanter, spielen sich die Ereignisse vor unsern 
Augen ab. Spiel und szenische Aufmachung sind erstklassig. 
Die Metallurgie des Eisens ist ein instruktiver Film und 
an den Usern des Ganges eine hübsche Naturaufnahme 
indischer Landschaflsbilder. Die Biofonrevue von Palhö freies 
bringt wieder viel Neues an Vorgängen aus aller Welt. 
Von den humoristischen Gaben nennen wir hier: „Die 
Hosen des Herrn Kandidaten", eine nette Komödie. „Eine 
Woche am Meer", sehr komisch und „Ein Mann gesucht', 
auch nicht von Pappe. Dazu kommen - allabendlich noch 
mehrere ulkige Einlagen zur Vorführung. An Abwechslung 
fehlt es also im Biofontheater nicht. Die stets gut belichteten 
Bilder kommen der Wirklichkeit sehr nahe, umsomehr als 
die dargestellten Personen und Gegenstände äußerst plastisch 
auf dem Perloorhang in Erscheinung treten. 
o Nur 3 Tage, von heute beginnend, wird die groß 
artige Filmtragödie „ . . . welche sterben, wenn sie lieben" 
in den „Hohenzollernlichtspielen", Handjerystraße 64, vor 
geführt. Die Hauptrolle spielt der Charakterdarsteller 
Friedrich Kayßler, der zum ersten Male im Film in den 
„Hohenzollemlichtspielen" auftritt.. Außerdem bringt das 
neue Programm das Drama „Der Spürsinn des Raub 
tieres", die Komödie „Max und sein gelehriger Hund", den 
humoristischen Schlager „Christtan zähmt seine Schwieger 
mutter", die prächtige Naturaufnahme „Der Tamandura" und 
das Palhö Journal. 
o Das große Herbst - Preiskegeln im Lauterplatz- 
Kastno zu Friedenau, Hauptstraße 80, welches der Kegel 
klub „Friedenau 1909", veranstaltete, hat am Sonntag, dem 
14. Dezember, sein Ende erreicht. Von Fern und Nah 
halten sich viele Kegeler an diesem friedlichen Wettkampf 
beteiligt. Die ersten Preise auf der großen Dauer-Geldbahn 
errangen 1. Preis Herr O. Strich mit 6 Kugeln 53 Holz, 
2. Preis Herr Nagel jr. mit 6 Kugeln 53 Holz, 3. Preis 
Herr G. Richter mit 6 Kugeln 53 Holz. Bahn II (Kleine 
Geldbahn), 1. Preis Herr Nagel und mit 4 Kugeln 30 
Holz. Bahn III (Wild und Geslügelbahn) 1. Preis Herr 
Strich mit 4 Kugeln 33 Holz, Bahn IV (Kleine Geldbahn) 
1. Preis Herr Strich und Thnrmrr mit 4 Kugeln 34 Holz. 
Der Klub spricht allen Kegelbrüdern für die freundliche 
Unterstützung seinen verbindlichsten Dank aus. 
o Erschosten hat sich in seiner Wohnung in der 
Fichtestraße in Steglitz der Privatier B. Geschäftliche Ver 
luste sind offenbar die Ursache zu dem traurigen Schritt 
gewesen. Der Heimgegangene war früher Restaurateur und 
zog sich dann in das Privatleben zurück. 
o Ein Einbruchsdiebstahl wurde vergangene Nacht 
in der Villa der Frau Witwe Lndemig, Stubenrauchstr. 7, 
verübt. Die Diebe einwendeten verschiedene Gebrauchs 
gegenstände und Werrsachen. Es fehlt von den Tätern 
jede Spur. 
Vercins-Ilacbncbten 
Morgen Mittwoch tagen: 
Theaterverein „Lerxes" 1873. Sitzungen jeden Mittwoch 
9V, Uhr im Vereinslokal Paul Spanholz, Steglitz, Körncrjtr. 48 e. 
Gäste als Mitglieder und Spieler sind herzlich willkommen. 
SdbBncberg - 
—o In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten 
versammlung kam es über den Bericht des Magistrats betr. 
die Frequenz der Volksschulen zu einer kurzen Besprechung. 
Der Magistrat teilte mit, daß durchschnittlich 43 Schüler in 
allen Klassen der Bolksschulen sind. Mehr als 60 sind 
nirgends vorhanden. Gegenwärtig bestehen nur noch acht 
fliegende Klassen. Stadtv Hoffmann (Soz.) findet, daß die 
Botksschuleinrichtungen sich gegen das Vorjahr verschlechtert 
haben, denn vor wenigen Monaten waren fliegende Klassen 
überhaupt nicht auszuweisen. Oberbürgermeister Dominicus 
teilt mit, daß im nächsten Jahre neue Dolksschulkassen er 
richtet werden. Die Magistratsoorlage wegen Entsendmrg 
von Arbeitslosen in die Kultnrarbeitsstätten hes Vereins für 
innere soziale Kolonisation nach Reppen, Reeskow oder denr 
Haoelländischen Luch wurde einem Ausschuß überwiesen. — 
Der Haus- und Gruudbesitzeroerein zu Schöneberg hatte er 
sucht, die Grunewaldstraße zwischen Haupt- und Goltzstraße 
zu verbreitern. Es wurde dem Petitionsausschuß empfohlen, 
der Eingabe keine Folge zu geben, jedoch soll der Magistrat 
ersucht werden, die Sache in Zukunft dauernd im Auge zu 
behalten, die einheitliche Durchführung der neuen Flucht 
linien in die Wege zu leiten, sobald sich die Verhältnisse 
auf dem Banmarkt gebessert haben werden, und zu diesem 
Zwecke eine gemischte Deputation einzusetzen. Die Ver 
sammlung stimmte dem Ausschußantrage zu. Die Vorlage, 
die 2090 M. für die Schreibstube zu streichen, wurde einem 
Ausschüsse überivieseu. 
—o Eine politische Weihnachtsfeier veranstaltet der 
Liberale Verein für Schöneberg heule, Dienslag, dem 16. 
Dezember 1913, Abends 8 3 / 4 Uhr (pünktlich) im großen 
Saale des GesellschaslShctus des Westens. Hauptstr. 30-31. 
Herr Pastor Franke hält den Vortrag über „Weihnachls- 
Hänge in Gcrhart Hanplmanns Jahrhimderlspicl". Das 
Fest wird bestehen aus einem offiziellen Teil, einem heiteren 
Teil und der Ursidelttas. 
' - —n In dem Konkursverfahren über das Vermögen des 
Kaufmanns- Richard Jänckner. Inhaber der Firmc- A. F. 
Richard Jänckvsrj- - Mürtin-Lüthe^kr. 3. ist zur Ltmayrr.ö 
der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Ein 
wendungen gegen das Schlußverzcichnis der bei der Ver 
teilung zu berücksichtigenden Forderungen — und zur Beschluß 
fassung der Gläubiger über dm nickst verwertbaren Vermögens 
stücke — sowie zur Anhörung der Gläubiger über die Er 
stattung der Auslagen und die Gewährung einer Vergütung 
an die Mitglieder des Gläubigerausschusses — der Schluß 
termin auf den 13. Januar 1914, vormittags 11 Uhr bestimmt. 
öerlin unci Vororte 
o Wilmersdorf. Der Magistrat bringt der Stadt 
verordnetenversammlung ebenscülS rtne Erhöhung der Zinsen
        
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