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Periodical volume Nr. 292, 12.12.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Instand 
(Kriedenauer 
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Ar. 292. 
ZSertin-Krtedenau, Ireitag, den 12. Aezemöer 1913. 
20. Iayrg. 
vepeleben 
Letzt« Nachrichten 
Metz. Leutnant Tiegs von der Fußartillerie in 
Diedenhofen, der vom Kriegsgericht wegen Totschlages, be 
gangen an dem Fahnenjunker Förster, zu zehn Jahren 
Zuchthaus verurteilt wurde, hat gegen das Urteil Berufung 
eingelegt. 
Rom. Ter päpstliche Haushofmeister und General 
verwalter Puccinelli hat einen Schlaganfall erlitten. Sein 
Zustand ist angeblich nicht besorgniserregend. Puccinelli ist 
bereits 75 Jahre alt. 
Paris. Auf der ostalgerischen Eisenbahn ereignete sich 
gestern bei Bort-Buira ein Zusammenstoß. Ein Personen 
zug stieß mit einem Güterzug, der aus Konstantine kam. 
infolge falscher Weichenstellung zusammen. Vier Fahrgäste 
wurden getötet, acht schwer verletzt. 
Florenz. Eine Bande von Strolchen hielt gestern 
den großen Ort Poggio a Cajano bei Florenz mehrere 
Stunden hindurch in Schrecken. Die Bande rückt mit er 
hobenem Revolver in den Ort und drang nach Verübung 
von Gewalttaten in die Lagerräume einer Konsumgenossenschaft, 
wo sie alles kurz und klein schlug. Und wie die Bande 
aufgetaucht, so verschwand sie wieder ungestört. 
Reuyork. Wie Konter-Admiral Fletcher berichtet, 
dringen bei Tampico die Rebellen langsam vor. Sie sollen 
bereits zwei Vorstädte genommen haben. Ihrem Eindringen 
in Tampico selbst stellen sich große Hindernisse in den Weg, 
da sich rings um Tampico große Sümpfe befinden, außer 
an der Eisenbahnlinie. Dort ist es denn auck zu heftigen 
Kämpfen gekommen. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Ordensverleihung. Dem Prokuristen der Turbinia 
Aktiengesellschaft in Berlin, Diplom-Ingenieur Alfred Gorgel, 
hier, wurde der Königliche Kconenordcn verliehen. 
o Der Reichsbankdiskont abermals ermäßigt. Der 
Diskont der Reichsbank ist heute von 5'/, auf 5 Proz., der 
Lombardzinsfuß für Darlehen gegen Verpfändung von 
Effekten und Waren vrn ßVg auf 6 Proz. herabgesetzt worden. 
Zuletzt war der Reichsvui kdiskont am 27. Oktober d. Js. 
von 6 auf ö l l 2 Proz ermäßigt worden. 
o Früh- und Spätverkehr auf der W-Linie. Durch 
die Errichtung des neuen Betriebsbahnhofes der Straßen 
bahn in Lichkerfelde, ist es der „Großen Berliner" möglich 
geworden, auch die Früh- und Spätwagen der ^V-Linie von 
bzw. bis Lichterfelde verkehren zu lasten. Diese Verkehrs- 
vecbesserung bringt auch unsern Einwohnern Vorteile. 
o Sonderzüge am silbernen und goldenen Sonntag. 
Auf der Wannseebahn werden am 14. und 20. Dezember, 
Sylvias Okaufkeur. 
Noma» von Lonir Iracy. 
55 (Nachdruck verboten.) 
„Wiederholen Sie es getrost! Bartels hat sicherlich 
nichts geäußert, das ich als unehrerbietig oder beleidigend 
empfinden müßte." 
„Er meinte, der verdammte Franzose habe Mister 
Pendleton herbeigerufen und auf Ihre Spur gesetzt, 
weil er verhindern wollte, daß Sie — daß Sie — Miß 
Pendleton —" 
„Daß ich sie heirate? War es das, was er meinte?" 
Ein breites Grinsen erschien auf Hasenkamps Gesicht. 
„Genau das, Herr Graf! Und mit Ihrer gnädigen Er 
laubnis : so meine ich auch. 
„Run, es mag wohl fein, daß Sie recht haben. 
Aber Sie können sich darauf verlassen, daß die Rechnung 
des Herrn Bicomte falsch war." 
„Daran haben wir nie gezweifelt — Bartels und ich. 
Wenn der Herr Graf sich eine Sache in den Kopf gesetzt 
hat, sagte ich, so wird sie auch bis zu Ende durchgeführt, 
ob sie nun vernünftig oder unvernünftig sein mag." 
Lachend schlug ihm Kurt Dietrich auf die Schulter. 
„Dank für die gute Meinung. Hasenkampl Und nun 
gehen Sie schlafen. Sie müssen ja eine tolle Fahrt hinter 
sich haben." 
„Ein Kinderspiel war es gerade nicht, Herr Graf! 
Aber ich wußte ja, daß man sie unserem Wagen getrost 
zumuten durfte. Und ich fühle keine Müdigkeit mehr, 
wenn ich hoffen darf, daß der Herr Graf mir meine ver 
schiedenen Dummheiten verziehen haben." 
„Lassen Sie sich darum keine grauen Haare wachsen. 
Keiner von uns ist sicher davor, gerade im bedeutsamsten 
Augenblick irgendeine kapitale Dummheit zu begehen, 
lind ich bin Ihnen wegen der Ihrigen schon längst nicht 
mehr böse." 
Mit beglücktem Gesicht zog sich Hasenkamp zurück, 
fester denn je entschlossen, für seinen Herrn, wenn es sein 
zwischen Berlin, Steglitz und Zehlendorf-Mitte zahlreiche 
Sonderzüge verkehren, deren erste um 10.25 und 10.45 vom 
Wannseebahnhof Berlin abgelassen werden. 
o Die Errichtung einer Beamtenschule ist bekanntlich 
von Herrn Bürgermeister Walger beim Kreise Teltow bü- 
antragt worden. Es haben bereits Verhandlungen der 
Kreisbehörden mit den einzelnen Gemeindebehörden statt 
gefunden. Rach den bisherigen Absichten soll die Beamten 
schule organisiert werden, daß sie allen Kommunal- und 
Polizeibehörden des Kreises zugute kommen kann. Der 
Kreis Teltow hat sein Interesse für diese Einrichtung insofern 
zum Ausdruck gebracht, daß er auch für das Rechnungsjahr 
1014 einen Kreisbeitrag von 500 Mk. vorgesehen hat. 
o Weihnachtseilgutverkehr. Wie die Kgl. Eisenbahn 
direktion Berlin der Berliner Handelskammer mitteilt, sind 
auch in diesen! Jahre zur glatten Abwickelung des stärkeren 
Eilgutoerkehrs auf den großen Berliner Bahnhöfen für die 
Zeit vom 10. bis 24. d. Mts. vermehrte Beförderungs 
gelegenheiten und zur Vermeidung von Umladungen direkte 
Eilgutwagen nach zahlreichen großen Plätzen eingerichtet 
worden. Die Aufliefenmg der Eilstückgüter erfolgt zweck 
mäßig auf den für die einzelnen Richtungen zuständigen 
Berliner Ausgangsbahnhöfen, weil die Uebersührung von 
einem Bahnhof zum anderen Zeitverlust verursacht. Die 
Berliner Handelskammer empfiehlt den Versendern, die Eil 
güter möglichst rechtzeitig, unter allen Umständen jedoch vor 
7 Uhr abends, anzufahren. 
o Aerzte und Krankenkasse. Am 7. Dezember 1913 
haben Geschäftsausschuß des Deutschen Aerztevereinsbundes, 
Aufsichtsrat, Beirat, Vorstand und Vertrauensmänner 
versammlung des Leipziger Aerzteverbandes in gemeinsamer 
Tagung folgenden Beschluß einstimmig gefaßt: 
„Nachdem durch den Erlaß der Preußischen Minister für Handel 
und Gewerbe, für Landwirtschaft und des Inneren vom 2. De 
zember 1913 zu den Beschlüssen von Vertretern der Bundesregierungen 
über derr § 370 der Reicbsversichernngsordnung die ärztliche Organi 
sation als „vertragsschließende Partei" ausgeschlossen werden soll, 
halten es die am 7. Dezember 1913 in Leipzig versammelten Ver 
tretungen der ärztlichen Organisation (Geschäftsausschuß des Aerzte 
vereinsbundes, Aufsichtsrat, Beirat. Vorstand und Vertrauensmänner 
des Leipziger Aerzteverbandes) für die einzig richtige Antwort, 
nunmehr in Preußen und allen Bundesstaaten, die den Preußischen 
Erlaß aufnehmen, alle örtlichen Vertragsoerhaiidlungen mit Kranken 
kaffen abzubrechen." 
o Ein Protest gegen ein neues Reichsversicherungs- 
geseh. Der Gesamtausschuß des Verbandes der Baugeschäfte 
von Groß-Berlin hat in seiner letzten Sitzung zu der an den 
Herrn Reichskanzler gerichteten Eingabe der Gemeinden Groß- 
Berlins, betreffend die Arbeitslosenversicherung, Stellung ge 
nommen. Es wurde beschlossen, dem Reichskanzler die nach 
stehende Resolution zu unterbreiten: 
„In einer Eingabe an den Herr Reichskanzler haben die Groß- 
Berliner Gemeinden darum ersucht, die reichsgesetzliche Regelung 
der Zwangsversicherung gegen die Arbeitslosigkeit, und zwar in 
erster Linie für das Baugewerbe in die Wege zu leiten. Nach den 
müßte, nicht bloß durch dick und dünn, sondern auch durch 
Feuer und Wasser zu gehen. Kurl Dietrich aber verspürte 
nicht die geringste Neigung, die unterbrochene Unterhaltung 
in, Rauchzimmer fortzusetzen. Er ließ sich Hut und Paletot 
bringen, schlenderte noch eine Weile aufs Geratewohl in 
den Straßen umher, in seinem Gehirn allerlei ebenso 
kühne wie unausführbare Pläne wälzend, und nichte endlich 
gegen Mitternacht fein Schlafzimmer auf, nicht eben sehr 
befriedigt von dem Verlauf dieses ersten Tages. 
Wahrend des ganzen nächsten Tages zwang er sich, 
an dem gleich nach seiner Rückkehr begonnenen Reise 
werk zu arbei en. Denn wenn ihm auch seine Herzens 
angelegenheit viel tausendmal wicht ger war als die 
Hoffnung auf schriftstellerische Lorbeeren, so wollte er doch 
Sylvias Antwort abwarten, ehe er in dieser Angelegenheit 
irgend etwas weiteres unternahm. Daß diese Antwort 
morgen mit der ersten Post eintreffen würde, stand als 
unerschütterliche Ueberzeugung in teurer Seele fest. Und 
die zuversichtliche Erwartung dieser großen Freude hals 
ihm glücklich über die endlos langen Stunden des taten 
losen Tages hinweg. 
Seinen alten Herrn bekam er heute nur ganz flüchtig 
zu Gesicht, und es wurden lediglich ein paar freundliche 
Worte über gleichgültige Dinge zwischen ihnen gewechselt, 
wie wenn sich durchaus nichts Besonderes ereigtiet hatte. 
In Wahrheit aber waren die Gedanken des alten Grasen 
unablässig mit der Affäre seines Sohnes beschäftigt, und 
er brachte den ganzen Tag damit zu, Erkundigungen über 
Mister Pendleton und feine Tochter einzuziehen. Das 
Resultat dieser Erkundigungen war, daß er im Laufe des 
Nachmittags feine Schwester aufsuchte und eine sehr lange 
und sehr ernsthafte Unterredung mit ihr hatte. Gleich nach 
seiner Verabschiedung setzte sich dann die Gräfin an ihren 
Schreibtisch, um einen recht sarkastisch gefärbten Brief an 
die schöne Herta zu schreiben, einen Brief, in dem es nicht 
an einigen durchsichtigen Andeutungen und Anspielungen 
auf leichtfertige Zwischenträger fehlte. Einen Wunsch, 
ihren Neffen im Verlauf der nächsten Tage bei sich zu 
sehen, hatte sie gegen den Bruder nicht geäußert, und es 
bisherigen Erfahrungen muß angenommen werden, daß die Kosten 
einer derartigen Versicherung zu' einem erheblichen Teil von den 
Arbeitgebern aufgebracht werden sollen. Wir legen auf das ent 
schiedenste dagegen Einspruch ein, daß das Daniederliegen der Bau 
gewerbes in Groß-Berlin den Anlaß bieten soll zur Einführung 
einer neuen Versicherung, gegen welche die schwersten sozialen und 
ethischen Bedenken bestehen; zumal eine allgemeine Arbeitslosigkeit 
in Deutschland durchaus bestritten werden mutz. Die mittleren 
und kleinen Baugeschäfte Groß-Berlins befinden sich infolge des 
außerordentlichen Mangels an Beschäftigung selbst in schwerster 
Notlage. Wir verweisen auch nur den Gedanken einer Versicherung, 
die wiederum nur die Arbeitnehmer schützen soll, und zu der die 
ebenso bedrängten Gewerbetreibenden Mittel aufbringen sollen, mit 
allem Nachdruck zurück. Tie Gemeindeverwaltungen machen sich 
die Lösung der Aufgabe leicht. Sie haben ihrerseits, in erster Linie 
sowohl die Pflicht als auch die Möglichkeit, die Arbeitslosigkeit 
zu mildern." 
o Friedenauer Vürgerverein. (Schluß). Herr Dr. 
Badt erwähnte zunächst, wie er schon damals, als es schien, 
daß Friedenau an der Landkrankenkasse vorübergehen würde, 
für diese Kaffe im Bürgerverein gesprochen hätte. Die 
Lrtskrankenkasse hat dann später eine ganze Reihe von Be 
stimmungen, die für die Landkrankenkaffe gelten, in ihre 
Satzungen mit aufgenommen und er habe darauf kein Hehl 
mehr daraus gemacht, daß er seine früheren Bedenken gegen 
die Zuweisung der Dienstboten an die Ortskrankenkaffe nicht 
mehr aufrecht erhalten könne. Die Landkrankenkaffe ist aber 
doch gegründet worden und schließlich werde sich die Orts 
krankenkaffe noch freuen, daß sie die Scherereien mit den 
Dienstherrschaften nicht habe. Es dürfte auch nach allge 
meinem Empfinden nicht recht sein, daß ein Berufskreis das 
Geld gibt, um für andere Berufskreise sorgen zu können. 
Er möchte dann noch betonen, daß bei der Landkranken- 
kasse die freie Arztwahl garantiert ist; darnach kann 
der Dienstherr sein Mädchen aucH durch den Hausarzt be 
handeln lassen,'ganz gleich, ob dieser in Friedenau oder in 
einem anderen Orte wohnt. Das ist ein Vorteil gegenüber 
anderen Kaffen, z. B. der Berliner, die eine beschränkte 
Arztwahl hat. Redner spricht sich dann auch gegen den 
Abonnemenlsverein aus. Durch die Schwangeren-Fürssrge 
erhofft er im Gegensatz zu anderen Anschauungen viel 
Segen. Es stehe doch fest, daß der größte Teil der Prosti 
tuierten aus Dienstboten sich zusammensetze, die auf die 
Straße geworfen wurden. Das wird künftig vermieden 
werden dadurch, daß für diese Unglücklichen gesorgt wird, 
und schließlich sind doch solche Dienstmädchen häufig brave 
Hausfrauen geworden, wenn sie nicht der Prostitution 
anheimgefallen sind. Obwohl die Aerzte nicht für büro 
kratischen Zug sind, glaube er doch nicht, daß man ganz 
ohne bürokratische Maßnahmen auskomme. Es müßte in 
einzelnen Fällen, die keine Eile erfordern doch wohl ein 
besonderes Formular für die Krankenhausbehandlung ge 
fordert werden müssen. Bezüglich des Abonnementsvereins 
erwähnt der Redner noch, daß den Dienstherrschaften, die selbst 
für ihre Dienstboten sorgen wollen, die Sache unter Um 
war Darum wohl anzunehmen, vaß ihr jiir den Moment 
nicht allzuviel au seinem Besuche gelegen war. 
Schon eine gute halbe Stunde vor der Zeit, zu der 
sich der Briefträger mit der Frühpost einzufinden pflegte, 
stand Kurt Dietrich am nächsten Morgen hinter dem Vor 
hang seinesFensters, um nach dem unisormierien Liebesboten 
auszuspähen, und kauni hatte er ihn im Seüeneingang 
des Palais verschwinden seyen, als er auch fcyon die 
elektrische Klingel in Bewegung setzte. Zu wahren Ewig- 
teitcn dehnten sich ihm die Minuten, die bis zum Er 
scheinen Berringers vergingen, und er mußte sich fast Ge 
walt antun, um ihm die Briefschaften, deren er einen ganzen 
Stoß mitbrachte, nicht aus der Hand zu reißen. Hastig 
überflog er die Ausschifften, um einen Brief nach dem 
anderen achtlos beiseite zu werfen. Und die tiefste Ent 
täuschung spiegelte sich aus seinem Gesicht, als er bis zum 
letzten gelangt war, ohne den wohlbekannten, zierlichen und 
doch so angenehm festen Lchriftzügen Sylvias zu begegnen. 
„Ist nicht doch vielleicht noch ein Brief mit der Adresse 
Westenholg gekommen?" wandte er sich an den auf weitere 
Besehle wartenden Kammerdiener. Bcrringer aber ver 
neinte auf das bestimmteste. Er hatte die Postsachen selbst 
durchgesehen, um die für den jungen Grafen bestimmten 
auszuwählen, und es hätte thut darum unbedingt auf 
fallen müssen, wenn ein Brief mit dieser ungewöhnlichen 
Adresse darunter gewesen wäre. 
„Mein Brief hat sie in Stuttgart nicht mehr erreicht," 
suchte Kurt Dietrich sich in des Herzens Stille zu trösten. 
„Er wird ihr mit ihren anderen Postsachen nachgeschickt 
werden, und ich werde spätestens morgen ihre Antwort 
in den Händen haben." 
Er entließ den alten Diener und machte sich ohne be 
sondere Neugier über die vorhin beiseite geschobenen Briefe 
her. Der zweite, der ihm unter die Finger kam, machte 
ihn stutzig. Die Handschrift war ihm unbekannt, aber die 
Briefmarke zeigte den Poststempel Stuttgart, und er hatte 
es nun plötzlich sehr eilig, ihn zu öffnen. 
(Fortsetzung folgt.)
        
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