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Periodical volume Nr. 291, 11.12.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

unberufener Seite angerichtet worden sei. Am schlimmsten hat hier 
der Abonnementsverein gewirkt, der durch Veröffentlichungen und 
Schreiben an die Dienstherrschaften und an die Aerzte die Ver- 
'virrung noch vergrößert habe. Der Laie wird angesichts dieses 
Wirrivars mit Goethe ausrufen: O glücklich, wer noch hoffen kann, 
aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen. Der Redner geht 
dann nochmals eingehend auf die einzelnen Bestimmungen des 
GeketzeS ein, insbesondere soweit sie sich auf die Landkrankenkasse 
beziehen, die für sämtliche Dienstboten in Friedenau der Ver 
sicherungsträger iit. • Die sämtlichen Dienstboten müssen un 
bedingt bei der Landkrankenkasse angemeldet werden. Nicht zur 
L mdkrankenkasse gehören alle gewerblichen Arbeiter und Gehilfen, 
ferner die Aufwärterinnen, Waschfrauen, die Stützen. Kinderfräulein 
usw., soweit sie. nicht niedere häusliche Dienste verrichten. Dienst- 
dolen, die gewerbliche Dienste, wenn auch in geringstem Umfange 
verrichten, gehören nicht in die Landkrankenkasse sondern in die 
Octskrankenkasse. Das kann nun aber nicht so weit gehen, daß, wenn 
ein Mädchen nur ausnahmsweise mal zu einem gewerblichen Dienst 
benutzt wird, bei der Ortskrankenkasse angemeldet werden muß. 
Es gehört dazu auch eine gewisse Beständigkeit in der Beschäftigung. 
Wenn ein Schlächter sein Dienstmädchen mal ausnahmsweise wegen 
Erkrankung seiner Gcwerbegehilfin zu Botengängen und dergl. be 
nutzt, so ist es noch nicht im Gewerbebetriebe beschäftigt, gehört 
also in die Landkrankenkasse. Anders ist es, wenn das Mädchen 
regelmäßig, täglich den Laden zu reinigen hat, dann müsse es bei 
d er Ortskrankenkassc angemeldet werden. Ungeklärt ist auch mach die 
Frage, ob Mädchen, die zu Hause schlafen, bei der Land- ober bei 
der Ortskrankenkasse zu melden sind. Redner bespricht dann die 
Bcfreiungsanträge und geht dabei näher auf das Schreiben ein, 
das der Abonnementsverein au seine Mitglieder und die Aerzte 
gesandt hat. Es ist durchaus falsch, daß die Befreiung schon eintritt 
bei 4500 M. Einkommen oder 6000 M. Vermögen, das wäre eine 
Verkennung der Heuligen komplizierten wirtschaftlichen Verhältnisse. 
Die Leistungsfähigkeit muß in jedem Einzelsalle genau nachgeprüft 
werden und dabei ist zu bedenken, daß die Dienstboten zu 2 3 im 
Vorstände der Kasse sitzen, denen die Unterlagen für die Befreiuugs- 
anträge nicht vorenthalten werden dürfen. Die Herrschaften ersparen 
sich nicht nur viel Scherereien, wenn sie keine Befreiungsanträge 
stellen und nicht dem Abonnementsverein, sondern der Landkranken 
kasse beitreten, sondern sie kommen auch billiger weg. Während bei dem 
Ab.-V, der jährliche Beitrag 3 M. beträgt, stellt er sich bei der Land 
krankenkasse für Dienstboten bis zu 28,80 M. Barlohn für den Monat 
auf 23,30 M. und für höheren Lohn auf 35,88 M. Falsch ist auch die 
Behauptung des Abonnementsvereins, daß bei der Landkrankenknsse 
Krankenhik.se nur für 26 Wochen gewährt werde, es wird hier 
ebenso wie bcini Ab.-V. 39 Wochen lang Krankenhilfe gewährt. 
Der Redner erwähnt noch das Krankengeld, das vom Ab.-V. ge 
währte sogen. Taschengeld und betont dann, daß die bei der Land 
krankenkasse zu erfüllenden Formalitäten einfacher wären,, als beim 
Ab.-V., da die Anmeldung zur Kasse gleichzeitig mit d'kr polizei 
lichen Anmeldung erfolgen könne; außerdem gelte die Bcstätigungs- 
karte der erfolgten Anmeldung gleichzeitig als Ausweis für den 
Arzt und sür das Krankenhaus. Es ist also keine besondere Ab 
stempelung in der Kasse bei Erkrankungen notwendig. Die Be 
hauptung, daß durch eine gütliche Vereinbarung mit den Dienst 
boten die Beiträge Zum Ab.-V. auch dem Dienstboten abgezogen 
werden können, ist ebenfalls falsch. Die Dienstherrschaft, die einen 
solchen Vertrag abschließt, macht sich strafbar, ebenso macht sie 
sich, strafbar, wenn sie bei Krankenhausbehandlung des Dienstboten 
diesem das Krankengeld des Ab.-V. vom Lohn abzieht. Dagegen 
können 2 3 der Beiträge zur Landkraukenkasse abgezogen werden 
und ebenso kann das Krankengeld der Landkrankenkasse bei 
Krankenhausbehandluug vom Lohn einbehalten werden. Der 
Vortragende glaubt, daß den Dienstherrschaften, die jetzt ihren 
Beitritt zum Abonncmentsverein auf Grund seiner Zuschriften an 
gemeldet haben, erst später ein Licht aufgehen wird, wenn sie die 
Befreiungsanträge stellen. Sie werden seines Erachtens das Recht 
haben, zu sagen, wir ziehen unsere,Anmeldung zum Abonnements 
verein zurück, iveil wir von ihm falsch unterrichtet wurden. Er 
empfehle da, es ruhig aus eine Klage ankommen zu lassen, die 
Herrschaft werde jedenfalls Recht bekommen. Ein Herr, mit dem 
er sich eingehend über den Abonncmentsverein und die Land- 
krankenkasse unterhielt, sagte ihm. als er durch ihn Aufklärung 
erhalten hatte, mit Bezug auf das Vorgehen des Abonnements 
vereins, das wäre, ja .geradezu unlauterer Wettbewerb. 
Der Vortragende empfiehlt dann noch den Abzug des ^-Beitrages 
und geht noch mit einigen Worten auf die Schwangeren-Fürsorge 
ein. Es wäre so dargestellt worden, als würden dadurch nun die 
Mädchen in erhöhtem Maße zur llnsittlichkeit und lasterhaftem 
Lebenswandel veranlaßt. _ Er glaube das nicht. Aus einer 
Statistik ergebe sich bezüglich der bisherigen Verhältnisse, daß an 
den unehelichen Geburten die Dienstmädchen ,'u 40 Prozent be 
teiligt sind und daß es sich da meistens um Jugendliche unter 
20 Jahren handelt. Die Väter gehören zu 80 Prozent den 
besseren Ständen au. Der Verfasser dieser Statistik betont, 
daß die Dienstmädchen besonders gefährdet wären. Und diese 
Gefährdung möchte er besonders betonen. Es ist nicht immer Ver 
worfenheit und moralische Verkommenheit, die die Mädchen zu 
solchem Schritte führt. Er könne sich daher nicht denken, daß sich 
nun alle Dienstmädchen in ein lasterhaftes Leben stürzen, um die 
„schönen" Dinge, die ihnen die Versicherung verheißt, zu erlangen. 
Redner bezeichnet es am Schluß seiner Ausführungen als zweifellos 
gut, daß Friedenau eine Landkrankenkasse geschaffen habe. Jin 
übrigen möge man das große Reformwerk der Reichsvcrsicherungs- 
ordnung. an dem die Besten unseres Volkes ,nitgewirkt haben, 
nicht verurteilen. Wenn man den großen Fortschritt betrachte, der 
durch dieses Gesetz aus dem Wege der sozialen Fürsorge geschaffen 
worden ist, werde man die neuen Lasten auch leichter ertragen. 
(Lebhafter Beifall.) 
Der Vorsitzende sprach Herrn Borck noch besonders den 
Dank der Versammlung für den interessanten Bericht aus. 
In der Aussprache nahm zuerst Herr Dr. Vadt das Wort. 
(Schluß folgt.) 
o Für Briefmarkensammler. Der heutige Tag bringt 
den Philatelisten eine besondere Merkwürdigkeit im Post 
stempel. Denn die Zahlen des heutigen Datums werden 
nie wieder vorkommen. Wenn man dazu noch die Postsache 
zioischcil 9 und 10 aufgibt, so erhält man die Zahlenreihe 
0 — 10, 11. 12. 13. Geht die Postsache dann noch vom 
Postamt 14 (Dresdener Straße) aus, so kommt noch eine 
ivcitere Zahl hinzu. 
o Haus- uild Grundbesitzerverein. Wir erinnern 
nochmals an die morgen, Freitag. Abend SV 2 Uhr im Restau 
rant „Kaisereiche stattfindende Versammlung. Der Stadt- 
fekrelär Beuck hält einen Vortrag über „Wehrbeitrag". 
o Fricdcnauer Lehrerverein. Am 6. Dezember hielt 
der F. L. V. seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der 
Vorsitzende, Herr Rektor Kaul, gab im Anschluß au seine 
AegrüßungSworte eine allgemeinen Rückblick über die im 
verflossenen Jahre im Verein und den Ausschiissen geleistelc 
Arbeit. Er dankte allen Beteiligten, die in selbstloser Weise 
Zeit und Kraft in den Dienst der guter Cache gestellt haben, 
und hält es für ganz selbstverständlich, daß auch in Zukunft 
die Lehrerschaft freudig sich einsetzen iverde, wenn cs gilt, 
die Interessen der Schule und des Standes zu fördern. 
Darum sei es nicht nur Pflicht des Einzelnen, seinem Be- 
rnfsvercin anzugehören, sondern auch Pflicht, ein rühriges 
und tätiges Mitglied zu sein; nur sv, wenn alle mithelfen, 
kann der Verein die hohen Ziele erreichen, die er auf seine 
Fahne geschrieben hat. „In Treue fest", das sei unsere 
Losung auch im neuen Arbcitsjahre! Nach dein nun er 
statteten Jahresbericht haben im letzten- Geschäftsjahre-..»^ 
ordentliche Sitzungen stattgefunden, an denen folgende Vor 
träge gehalten wurden: 1. Weshalb genügen die Allge 
meinen Bestimmungen vom 15. Oktober 1872 nicht mehr, 
und in welchem Sinne sind sie umzustellen? (Herr Rektor 
Jaeschke), 2. Die Vorzüge des Gesamtunterrichts. (Herr- 
Lehrer Hokemcyer), 3. Wie wird das Wohnnngsgcld bei der 
Pensionierung angerechnet? (Herr Rektor Kaul), 4. Welche 
Vorteile gemährt die Comeniusstiftung? (Herr Lehrer Lindow). 
5. Inwiefern ist die durch den Ministeralerlatz vom 1. Juli 
1001 geordnete Lehrerbildung reformbedürftig, uzid wip,ist 
sie zu gestalten? (Herr Lehrer Hokemeyer), 6. Erinnerungen 
an Italien (Herr Lehrer Blümel). 7. Der Wehrbcitrag 
(Herr Lehrer Lehmann). Die Zahl der Mitglieder ist auf 
57 gestiegen. Die Vorstandswahlen, die in der Hauptver 
sammlung vnrzunehmen sind, halten das freudige Ergebnis, 
daß der alte Vorstand einstimmig wiedergewählt wurde mit 
Ausnahme zw eier Herren, die aus Gesundheitsrücksichten eine 
Wiederwahl abgelehnt hatten, und die durch andere ersetzt 
werden mußten. Die stattliche Mitgliederzahl des jungen 
Vereins ließ es angebracht erscheinen, den Vorstand um 
zwei Mitglieder zu verstärken. Auch die Geselligkeit ist 
nicht vernachlässigt worden, ein Vergnügen im Winter, ein 
Ausflug mit Familie im Sommer, die Feier des 25 jährigen 
Amtsjubiläums eines Mitgliedes boten willkommenen Anlaß, 
sie zu pflegen. Mit dem von den Anwesenden freudig auf 
genommenen Wunsch dM Vorsitzenden, daß der Verein auch 
in Zukunft wachsen, blühen und gedeihen möge, wurde die 
Hauptversammlung geschlossen. 
o Ueber die französische Armee hielt in der Orts 
gruppe Berlin-Friedenau des Deutschen Wehroercins Oberst 
leutnant z. D. Hübner am Montag Abend bei zahlreichem 
Besuch einen eingehenden Vortrag mit Lichtbildern. Der 
Vortragende hat bei seinen jährlichen .Reisen zu den 
französischen Herbstübungen als Berichterstatter der „Leipziger 
Neuesten Nachrichten" Gelegenheit gehabt, eingehende 
Kenntnis über die französischen Truppen zu sammeln. Ans 
diesen Erfahrungen heraus gab er eine Schilderung des 
Heeres, das unserer Armee bei den in erster Linie zu 
verwendenden Truppen voraus ist. In zielbewußter Arbeit 
hat Frankreich seit dem Kriege 1870/71 versucht, sein Heer 
ans den Stand des damals übermächtigen Gegners zu heben. 
Das ist nicht nur glänzend gelungen, Frankreich ist uns 
sogar, trotz der vorgesehenen Vermehrungen, noch immer 
überlegen. Das französische Volk ist das Volk in Waffen 
geworden, das wir einst waren. Besonders im Offizierkorps 
wird nicht nur militärisch, sondern auch wissenschaftlich. sehr 
viel gearbeitet, svdaß z. B. alle Offiziere unserer deutschen 
Sprache und auch der Schriftzeichcn mächtig sind. Durch 
die Einführung der dreijährigen Dienstzeit ist zwar das 
Osfizierkorps zahlenmäßig nicht mehr ausreichend, trotzdem 
ist es uns aber noch nnt 3000 Offiziere überlegen. An 
Hand der zahlreichen, mit vielen Schwierigkeiten selbst auf 
genommenen Bilder ging der Vortragende die einzelnen 
Truppengattungen durch und ermöglichte eigene Eindrücke. 
Die Bilder zeigten alle, daß die Truppen in vorzüglichem 
Stande sind, obwohl inan alles, was Waffen tragen kann, 
einstellt. Gewarnt muß vor allen Dingen auch werden vor 
der leichtfertigen Unterschätzung der französischen Armee 
durch deutsche Reisende, die auf Grund weniger Beobachtungen 
ohne Kenntnis der Dienstvorschriften urteilen. Die Truppen 
sind vor allem von Natur aus sehr geschickt sür den Feld- 
dienst und nur für den Angriff erzogen. , .Ein auffallender 
Unterschied macht sich bei den Kavallerie-Regimentern be 
merkbar. Die im Frieden schon vorhandenen Divisionen, 
die dazu in der Mehrzahl an der deutschen Grenze stehen, 
verfügen auch im Frieden schon über zwei Batterien Feld 
artillerie und starke Kompagnien Jäger zu Rad. Außer 
dem hat jedes Regiment zwei Maschinengewehr-Sektionen. 
In diesem Jahr beobachtete noch der Vortragende auch sehr 
viel radfahrende Pioniere, die überhaupt nicht auf dm 
Listen stehen und über die nichts zu erfahren mar. In der 
Ausrüstung hat man den Tornister, vielmehr Rucksack 
erleichtert, nicht aber um die Truppen schneller zu machen, 
sondern um ihnen niehr Schanzzeug und Taschenmunitivn 
zu geben. Auch das 10. Armeekorps in Nordafrika, das 
aus den Eingeborenen gebildet wird, hat der Vortragende 
kennen gelernt. Wenn es auch nicht das Elitekorps ist, 
wofür man es bezeichnet, so ist es doch sehr kriegsgeübt, 
da ans den Uebungsplätzen stets scharf geschossen wird. 
Hierin liegt die sogen, schwarze Gefahr, nicht aber in den 
Sencgalschützcn, die Nordafrika einmal verteidigen sollen. 
Die überaus lehrreichen Darlegungen klangen in den 
Wunsch au§: Ausstellung eines starken Heeres für das 
Wohl des Vaterlandes, dann aber auch die Muttersprache 
in Ehren halten! - L.-L. 
o Der Friedenaner Parochialverein lädt zu seiner 
Weihnachtsfeier ein in der Aula des Reformrealgymiiasiums 
am Sonntag, dem 14. Dezember, Nachmittags 5 Uhr für 
die Schulen und am Montag, dem 15. Dezember, Abends 
8 Uhr für Erwachsene. Nach dem uns vorliegenden Pru 
gramm und nach dem, ivas uns von berufener Stelle über 
die Vortragsfolge verraten worden ist, werden den Festteil 
nehmern auserlesene Genüsse geboten werden. Neben einem 
Orgelvorspiel von Herrn Gesanglehrer Schölzel wird die 
Konzerlsäugerin Frl. Emma Lambeck zum Harmonium 
Weihnachtslieder singen. Daun werden wir Cellovorträge 
des Herrn Assessor Torrcin zur Klavierbegleitung hören und 
außerdem werden sich Gesang, .Cello, Harmonium und 
Klavier zu einem Ganzen vereinen und das Ave Maria 
von Bach-tziounod zum Vortrag bringen. Danach wird 
Herr Pastor Vetter die Wcihnachtsansprache hallen mtd zum 
Schluß ein lusligeS Friedenaner Weihimchtsspiek dargestellt 
werden, von dem in Friedenau durch verschiedene Schlager 
bekannten Schriststellcr Carl Georg Engel — wir erinnern 
an die in Friedenau in der Ferienkolonie bezw. im 
Parochialverein ausgeführten „Der Olymp in Nöten", „Der 
kalte Schlag" und die „Potsdamer Wachparade". — Der 
geheimnisvolle' Titel „Müller 8", die Andeutung in dem 
Titel, daß das Stückchen in Friedenau spielt, und vor allen 
die treffliche Art, in der Herr Engel cs nach den bereits 
ausgeführten Lustspielen stets verstanden hat, Herz und Sinn 
seiner .'Zuhörer und Schauspieler gleichsam zu bezaubern, 
bürgen für genußreiche Stunden für Alt und Jung. 
Numerierte Eintrittskarten zu 1 M., 75 und 50 Pfg. 
sind bei Ebers, Rheinstr. 15, Schwartz, Rheinstr. 60, 
Kossakowski, Schmargendorferstr. 35 und Ehrlich, Kaiser- 
Allee 85 zu haben. Nichtmitglieder des Parochialvereins 
zahlen um 50 bezw. 25 Ps. erhöhte Preise. 
o Ter NationalliberaleOrtSverein veranstaltet morgen. 
Freitag, den 12. d. Di. einen Vereinsabcnd im Restaurant 
zum Prinzen Handjery. Herr Oberlehrer Naegeie hält einen 
Vortrag -über: „Soziale Probleme im Lichte der Boden 
reform." ■. Sodann findet eine freie Aussprache über die 
Vorgänge in Zabern statt. Gäste, Herren und Damen sind 
willkommen. ? * ■ 
o Die Hoheiizollernlichtspiele. Handjerystraße 64, 
bringen von morgen ab einen der schönsten Filme, den 
Gaumont herausgebracht hat, zur Vorfühnrng. Er betitelt 
sich „Die Toten reden" und ist nach den Romanen von 
Pierre Sales: „Vioiane de Montmoran" und „Marquis 
de Trevence" bearbeitet. Fesselnde Bilder bringt dieser Film 
und mit Spannung folgt jeder der trcsflichen Handlung, die 
uns in ein Meer der Irrungen, Hoffnungen und Entsag 
ungen führt. Ebenfalls von eiaenem Reiz ist das Drama 
„König Gold" nach dem.Drama Sa Majeste l'Argent" 
von Taver de Montepin. An komischen Gaben bringt das 
neue Programm „John als Reiter" und „Der kleine 
Schabernack". Außerdem wird das Pathe journal das 
Neueste aus aller Welt bringen. Mithin gibt es wieder 
genußreiche Stunden im Hohenzollerntheater. 
o Vom Schliersee zum Gardasee. Im 80. Projek- 
tionsabcnd der Märkischen Gesellschaft von Freunden der 
Photographie E. V. zu Berlin-Steglitz spricht Herr Paul 
Urban aus Berlin über obiges Thema. Der Vortrag findet 
am Montag den 15. abends 8 1 /., Uhr im Festsaale des 
Gymnasiums, Hecsestr. 15, staai. Eintritt frei, Karten bei 
Georg Schwabe, Schloßstr. 02. 
o Das große Herbst - Preiskegeln im Lauterplatz- 
Kasino zu Friedenau, Hauptstraße 80, welches der Kegel 
klub „Friedenau 1009", veranstaltet, findet am Donnerstag, 
dem 11., Sonnabend, dem 13. und Sonntag, dem 14. De 
zember das Schlußkegeln statt. Prcisverteilung aller 4 
Bahnen nach Schluß des Kegclns. Bahn I (Große Tauer- 
Geldbahn) 1. Preis 500 M., 2. Preis 400 M., 3. Preis 
300 M. usw.; Bahn II (Kleine Geldbahn) 1. Preis 50 M., 
2. Preis 40 M., 8 Preis 30 Bk. usw.; Bahn 111 (Wild- 
lind Geflügelbahn. 10 Preise; Bahn IV (Kleine Geldbahn) 
1. Preis 30 M., 2. Preis 20 M. usw. Hohe Tages-, und 
Stnndenpreise. Die Führung der Kegellisten haben Militär- 
personen übernommen. Wir können nur allen Kegelfreunden 
von Fern und Nah empfehlen, sich an diesem Schluß 
kegeln zu beteUigen. Die ersten Preisträger am Sonntag, 
dem 7. Tezvember, waren auf Bahn II (Kleine Geldbahn), 
Herr Reiband und G. Richter mit 4 Kugeln 36 Holz, 
auf Bahn III (Wild und Geflügelbahn) Herr O. Strich mit 
4 Kugeln 33 Holz, auf Bahn IV (Kleine Geldbahn) Herr 
Nagel zr. mit 4 Kugeln 35 Holz. 
o Feuer. Am Mittwoch. Abend gegen 9 Uhr wurde 
die Schöneberger Feuerwehr nach dem Hause Hauptstr. 80 
Ecke Sponholzstraße gerufen. Dort war in der Eisenmaren- 
handlung ein Feuer ansgebrochcn. Beim Erscheinen der 
Wehr war die angrenzende Wohnung und das Treppenhaus 
vollständig verqualmt. Nachdem die Wehr für .Abzug des 
Rauches gesorgt hatte, gelang es ihr in kurzer Zeit, das 
Feuer zu löschen. 
o Polizeibericht. Als gefunden sind hier angemeldet 
worden: 1 Brosche, 1 Pelerine, 1 Handtasche, 1 Kindersäbel; 
zugeflogen 1 Kanarienvogel. Tie rechtmäßigen Eigentümer 
vorbenannter Gegenstände werden aufgefordert, ihre An 
sprüche binnen Jahresfrist im hiesigen Fundbüro, Feurig 
straße. 7, Zimmer 6, geltend zu machen, da sonst anderweit 
darüber verfügt werden wird. 
Tercins-Oacbrichten 
Am Freitag tagen: 
Stenographcnvcreln „Stvlze-Schrey". '/,9Uhr in der Gemeinde- 
Mädchenschule, Goßlerstraße. Diklatschreiben in verschiedenen Ab 
teilungen. 
Seboneberg 
— o Ter MUitärvereill in Berlin -Schöneüerg, über 
dessen beabsichtigte Gründung wir kürzlich berichteten, hielt 
gestern in der Schloßbrauerei hiersclbst seine Gründungs- 
Versammlung ab. Der Verein ist damit als endgültig ge 
gründet anzusehen. Vorsitzender des neuen Vereins ist der 
Telegraphen-Sekretär Koch, Schöneberg, Eisenacherstr. 45. — 
Der Verein hat nach einem interessanten Vortrag eines 
Verlrelcrs der Lebensversichernngsanstalt und Sterbekasse des 
Deutschen Kriegerbnndes beschlossen, seine sämtlichen Mit 
glieder mit einem Sterbegeld von 100 M. pro Kopf zu 
versichern. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, dem Kreis- 
verbande Schöneberg und damit dem Preußischen Landes- 
Kricgervcrbande beizutreten. — Ehemalige Soldaten, die 
noch keinem Kriegerverein angehören, sind herzlich will 
kommen. Anmeldungen unter Beifügung der Mililürpapiere 
sind an die Adresse des obengenannten Vorsitzenden zu 
richten. Wir wünschen dem .Verein eine gedeihliche Ent 
wickelung. 
ZüTd>riften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir kein; Verantwortung.) 
Gecbrter Herr Redakteur!. Gefiatzen.Sie, ans die Zuschrift vom 
j 10. st». 18, 51. St. niiterzeichiiet, ein paar Zeilen zu erwidern, was 
mir nicht gerade Vergnügen macht, aber in Anbetracht der wichtigen 
Angelegenheit unerläßlich zu sein scheint. Liebe Artikelschreibcrin! 
Der Bibelspruch „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", sollte 
Ihnen doch nicht unbekannt kein. Es kommt mir so vor, als wäre 
. 'cs weniger die Last der Beitrag« für die Dienstbotenkrankenkaffe, 
i als Ihre persönliche Stellungnahme gegenüber den Dienstboten, 
die Sie. zu Ihrem Artikel veranlaßt ha!. Allen: Anscheine nach 
haben Sie schlechte Erfahrungen mit Ihren Dienstboten gemacht, 
aber Sie sollten darum nicht alle, in einer; Tops werfen. Sie 
führen u. a. Ihr Dienst,näochen, eine) angebliche Bergmanns« 
; tochtcr, als Beispiel an. Sliejct kosten heute nach Maß, ohne 
luxuriös zu sein, 18 Md, wenn sic längere Zeit zu gebrauchen sein 
sollen; nimmt man noch einen solidrü Gürtel dazu, so kommt man 
i.znLdä«-4TchIußsrrqß.dic'Mcichstcllu»g Ihrer Dienstboten, verehrte
        
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