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Periodical volume Nr. 289, 09.12.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Friederrauer 
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Mr. 289. 
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20. Zayrg. 
vepetcken 
Cetjte HachHehten 
Brüssel. Der Erpreßzug von Brüssel nach Berviers 
ist gestern Abend bei der Durchfahrt durch den Bahnhof 
von Chenee entgleist. 30 Reisende haben Verletzungen er 
litten. Ein Passagier wurde sterbend in das Krankenhaus 
gebracht. Die Ursache des Unglücks ist unbekannt. Der 
Verkehr zwischen Belgien und Deutschland konnte gestern 
Abend nur auf einem Gleis aufrechterhalten werden. 
New Pork. Den britischen Dampfer „Quernmore" 
erreichten in der Nähe der Küste von Virginia funkentele- 
graphische Hilferufe des Küstenfahrers „Ringrade", auf dem 
am Sonntag früh an der Küste von Hatleras Feuer aus 
gebrochen war. Der „Quernmore" fand das amerikanische 
Schiff und nahm die 195 Passagiere an Bord. Es gelang 
sodann, das Feuer zu löschen, und die Passagiere wurden 
wieder auf den „Ringrade" zurückgebracht, der die Fahrt 
unter eigenem Dampf fortsetzte. 
Paris. Der Oberbuchhalter und Kassierer bei der 
Sociötö gvnörale Eugöne Gauthier, ein Mann von 46 
Jahren, der Vater zweier erwachsener Söhne und einer er 
wachsenen Tochter, hat sich in einem Hotelzimmer mit seiner 
Freundin, der jungen Frau Lucie Brown, durch Gift den 
Tod gegeben. 
Lissabon. Auf Veranlassung des Generals Jaime 
Castro sind hier zwei aufsehenerregende Verhaftungen vor 
genommen worden. Der eine der Verhafteten ist der Oberst 
Lacerda, der andere der Direktor der monarchistischen 
Zeitung „Dia". Moreira Almeida. Beide sind verdächtig, 
an den monarchistischen Unruhen am 21. Lktober dieses 
Jahres hervorragend beteiligt gewesen zu sein. 
Neuyork. Ueber Westamerika ist eine scharfe Kältewelle 
hereingebrochen. An vielen Orten herrscht furchtbarer Schnee- 
sturm. Aus allen Städten lausen Meldungen über an 
gerichtete Schäden ein. Auf den großen Seen herrscht gleich 
falls heftiger Sturm und man befürchtet neue Schiffsunfälle. 
In Chicago ist die Temperatur vom Sonntag zum Montag 
um 32 Grad Fahrenheit gesunken. 
Hokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Die Weihnachtsnähe beherrscht jetzt alle Gemüter. 
Mit Eintritt in den Ehristmonat beginnt ein poesieooller 
Hauch Jung und Alt zu umschweben. Der Advent führt 
uns in einen Kreis der Vorstellungen, den die christliche 
Phantasie so wunderbar verklärt und der im Gemütsleben 
unserer Kinder eine Rolle spielt, die der Altgewordene kaum 
noch recht zu begreifen versteht. Freudige, geheimnisvolle 
Erwartung beherrscht alle Gemüter. Dazu kommen die 
frommen Gebräuche. Der Niklas und Knecht Ruprecht geht 
um die Häuser spionieren, rüttelt auch dann und wann an 
den Fenstern. Die Großeltern, denen die Weihnachts 
gebräuche längst etwas altes geworden sind, lächeln still, 
wenn sie die Geheimnistuerei der Enkel und Enkelinnen 
merken. Die Eltern tun, als sähen sie nichts, wenn das 
holde Töchterchen, das von ihnen überrascht wird, plötzlich 
etwas verbirgt. Aber auh die sorgliche Mama, die gut 
herzige Tante usw., sie haben alle ihre Geheimnisse. Sie 
alle sind bestrebt, die fleißigen Hände zu regen in heimlicher 
Arbeit für Gatten, Vater. Bräutigam und Freundin. Die 
liebevolle Fürsorge mit hineinzustricken oder -sticken in ein 
bleibendes Andenken ist ein poetisches Vorrecht der Frauen 
hände. Aber ohne für prosaisch zu gelten, kann man wohl 
auch einen guten Rat geben: Wollt ihr etwas arbeiten, so 
sei es ein kleines Andenken, das der Beschenkte stets bei 
sich führen oder wenigstens stets vor Augen haben kann; 
oder etwas wirklich praktisch Verwendbares. Schlummer 
rollen, die bloß in der Kommode ein legendenhaftes Dasein 
fristen würden, Schlafschuhe, Käppchen oder Hosenträger, 
die nie getragen werden würden, weil die fertig gekauften 
viel billiger, schöner und praktischer sind, sollte man nie 
mals arbeiten. Auch solche Sachen nicht, welche eine große 
Anstrengung erfordern und momöglich mit einem Teile der 
Gesundheit bezahlt werden müssen. Auch vor kostbaren 
Geschenken ist zu warnen. Es verrät einen schlechten Ge 
schmack, ein Geschenk zu wählen, nur weil es „nobel" aus 
sieht. Das beste ist das. welches den geheimsten Wünschen 
des zu Beschenkenden entspricht. Es ist die Aufgabe sinniger 
Liebe, sich in der geliebten Person so zu versenken, daß 
man diese geheimen Wünsche errät. Dann gewinnt das 
Geschenk doppelt an Wert. 
o Die .Kreissteuern werden erhöht. Der Voranschlag 
des Kreises Teltow für das Jahr 1914 schließt in seinen 
Einnahmen und Ausgaben mit 16 367 586 M., gegenüber 
15 793 173 M. im Vorjahre, ab. Von besonderem Einfluß 
auch auf den Voranschlag unserer Gemeinde sind die Kreis 
steuern. die diesmal um ein geringes erhöht sind. Während 
in den letzten Jahren die Kreissteuern immer uni einige 
Prozent herabgesetzt werden konnte, werden für das nächste 
Jahr Erhöhungen von 24,5 Prozent auf 25,5 Prozent der 
Einkommensteuer, der Gewerbesteuer der Klassen 3 und 4 
und der Betriebssteuer beabsichtigt; ebenso eine Herauf 
schraubung des bisherigen Satzes von 49 Prozent auf 51 
Prozent der Gewerbesteuer der Klassen 1 und 2 und der 
Grund- und Gebäudesteuer. Zu den einzelnen Einrichtungen 
hat der Kreis einen Zuschuß von 4,5 Millionen Mark zu 
leisten, wobei noch 609 000 M. als Zuschüsse der Stadt 
Wilmersdorf mit zu berücksichtigen sind. Den größten 
Zuschuß erfordert der Teltowkanal mit 1 342 250 M. vom 
Kreise und 450 750 M. auf Grund des Auseinander- 
setzuugsvertrages von der Stadt Wilmersdorf; es folgen 
danach die Kranken- und Schwestern-Anstalten mit Zuschüssen 
von 934 255 M. vom Kreise und 122 719 M. von 
Wilmersdorf. Die Vermögens- und Schuldenverwaltung 
erfordert als Zuschuß 895 200 M. vom Kreise und 123 063 
Mark von Wilmersdorf. Der Kreisstraßen-Voranschlag sieht 
Zuschußleistungen von 711 500 M. und 112 500 M. vor. 
o Für die Post an Weihnachten und Neujahr sind 
im Ober-Postdirektionsbezirk Berlin folgende besondere An 
ordnungen getroffen worden. Am Sonntag, 21. Dezember, 
bleiben die Paket-Annahme- und Ausgabeschalter von 8 Uhr 
Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags geöffnet. Am 
25. Dezember werden die Paket-Ausgabestellen wie werk 
tags offen gehalten. Es findet auch am 25. Dezember 
sowie am Neujahrstage eine einmalige Gcldbestellung im 
Orte statt. Pakete werden nicht nur an den beiden Weih 
nachtsfeierlagen, sondern auch am Sonntag, 21. Dezember» 
bestellt. In Berlin, Berlin-Schöneberg, Berlin-Wilmersdorf 
und Charlottenburg findet die Bestellung von Paketen auch 
schon am Sonntag, 14. Dezember, statt. Sie ruht dagegen 
überall am Neujahrstage. 
o Die Tollwut in und um Berlin. Die von den 
Polizeibehörden zur Bekämpfung der Tollwut im Landes 
polizeibezirke Berlin und im Regierungsbezirke Potsdam 
angeordneten Maßnahmen sind in den Tageszeitungen mehr 
fach angegriffen worden. Dabei ist auch bezweifelt worden, 
daß in Berlin und seiner Nachbarschaft überhaupt wirkliche 
Tollwutfälle vorgekommen seien. Demgegenüber wird von 
der halbamtlichen Berliner Correspondenz folgendes bekannt 
gegeben. 
Noch Mitteilung des Professors Dr. Joseph Koch, Leiters der 
Wutschutzabteilung des König!. Instituts für Infektionskrankheiten 
„Robert Koch", sind in dem genannten Institut in der Zeit vom 
1. April 1912 bis 20. November 1913 zur Feststellung der Tollwut 
die Köpfe (Gehirne) von 58 Tieren aus Berlin und Umgebung 
untersucht worden. Dabei ist 14 mal das Vorhandensein der Toll 
wut mit Sicherheit festgestellt worden, und zwar bei 13 Hunden 
und bei 1 Katze; hiervon entfallen auf die Zeit vom 1. August bis 
15. November d. I. 5 derartige Tollwutfeststellungen (bei 4 Hunden 
und 1 Katze). Die Untersuchungen sind nicht auf den Nachweis 
der für die Tollwut charakteristischen sogen, Negrischen Körperchen 
in: Gehirn der untersuchten Tiere beschränkt worden; vielmehr sind 
regelmäßig mehrere Versuchstiere mit verdächtiger Gehirnsubstanz 
geimpft worden. Diese Versuchstiere sind in allen Fällen unter 
den typischen Erscheinungen der Tollwut erkrankt. Wenn man 
hinzunimmt, daß nicht alle amilich ermittelten Fälle von Tollwut 
einer Nachuntersuchung in dcni Institut nnterliegen, sondern haupt 
sächlich diejenigen Fälle, in denen Menschen gebissen sind oder 
Zweifel an der Diagnose bestehen, so kann vernünftigerweise nicht 
mehr bezweifelt werden, daß die Tollwut in und um Berlin leider 
in erheblicher Ausdehnung herrscht und Menschen und Tiere schwer 
gefährdet. Das geht aus folgendem hervor. In der Zeit vom 
28 September 1912 bis 28. November 1913 baden sich 69 von 
tollwutkranken oder wutverdächtigen Tieren gebissene Menschen, 
die aus Berlin und Umgebung stammen, in der Berliner Tollwut 
schutzstation gegen Tollwut schutzimpsen lassen. Bei zwei von 
diesen Personen sind Lähmungserscheinungen aufgetreten, wie sie 
für eine gewisse Form der Wut charakteristisch sind. Unter dem 
Einflüsse der Schutzimpfung sind die Lähmungen erfreulicherweise 
zurückgegangen und ist anscheinend Heilung eingetreten. Außerdem 
haben sich 104 Personen in der Tollwutschutzstalion zur Impfung 
gemeldet. Sie sind aber nicht geimpft worden, weil die Er 
mittlungen ergaben, daß die Bisse nicht von tollwutoerdächtigen 
Tieren stammten. 
o Denkschrift über den Rückgang der Geburten. 
Wie der „Berl. Börsen-Cour." hört, soll über die Er 
hebungen, die über den Rückgang der Geburten angestellt 
sind, eine eingehende Denkschrift ausgearbeitet werden, die 
dem zuständigen Ressortminister vorgelegt werden wird. 
Gegenwärtig sind noch nicht alle Berichte, die hierüber ein 
gefordert wurden», bei dem zuständigen Ressort eingegangen. 
Es wird mit Recht angenommen, daß der Geburtenrückgang 
j zum nicht geringen Teil auf den Gebrauch von vorbeugen- 
; den Mitteln zurückzuführen ist, und auf Feststellungen dieser 
Art wird besonderes Gewicht gelegt. Dementsprechend er- 
; strecken sich die Feststellungen vornehmlich auch auf den Um- 
' fang von Antikonzeptionsmitteln, worüber bereits zahlreiche 
Berichte eingegangen sind. Rundfragen über den Geburten 
rückgang sind gerichtet an Geistliche, Aerzte und Lehrer, die 
sich eingehend über ihr Urteil und ihre praktischen Er 
fahrungen zu äußern haben. Daun dürften sich die Er- 
Sylvias Lbauffeur. 
Roma» von Laut» Iracy. 
52 (Nachdruck verboten.) 
„Behandelst du mich wirklich ganz gerecht, lieber 
Papa? Wie du mir soeben selbst sagtest, hast du deine 
Informationen nicht eben aus den lautersten Quellen. 
Denn du wirst nicht verlangen, daß ich die Gräfin Herta, 
die keiner von uns beiden jemals in seinem Hause emp 
fangen würd? noch den sogenannten Vicomte de Marigny, 
einen unzweifelhaften Glücksjäzer, als solche betrachte. 
Den braven Hasenkamp lasse ich außer Betracht. Denn ich 
zweifle nicht, daß er dir die volle Wahrheit erzählt hat, 
soweit er eben dazu imstande war; aber — —" 
„Da wir gerade von ihn» reden," fiel Graf Hoiningen 
ein, „wo befindet sich dieser Mensch jetzt?" 
„Irgendwo in der Nähe von Stuttgart, w e ich ve» 
mute." 
„Da hast ihn aus dem Dienst entlassen?" 
„Nein. Warum sollte ich?" 
„Weil ich es wünsche." 
„Warum bist du heute so un vernünftig, Papa?" 
„Unvernünftig? Sehr liebenswürdig, das muß wahr 
sein. Ich tunke, wenn einer von uns d cfin Vorwurf mit 
einigem Recht gegen den anderen erheben darf, so bist 
du es gewiß nicht. Unvernünftig! Bin ich etwa im 
Lande herumkutschiert mit einer " 
„Halt I" unterbrach Kurt Dietrich mit Fefiigk-'it. „Du 
gehst zu weit. Und ich sehe, d'ß es gejährt ch fein wurde, 
diele Konoerlation in der nämlichen Tonart weiterzu 
führen. Ich bitte dich, Papa, dein Urteil und deine Mei 
nungsäußerungen aufzufchieaen, bis du Miß Pendleton 
und ihren Vater persön ich kennen gelernt haben wirft." 
„Was niemals geschehen wird. Ich will nichts mit 
diesen Leuten zu schaffen haben, und ich verweigere es auf 
das entschiedenste, sie zu seh n." 
„Damit erledigt sich für den Augenblick ohnehin jede 
weitere Auseinand rsetzunr," sagte Kurt Dietrich ruhig, 
indem er sich zugleich zum Gehet, wandte. Aber Graf 
Hoiningen dielt ihn zuruck. Daß sein Sohn in bezug auf 
unbeugsame Festigte.t des Charakters ein echter Sproß 
seiner alten Familie war, hatte er schon wiederholt zu 
erfahren Gelegenheit gehabt, und er hatte durchaus nicht 
den Wunsch, die Dinge bis zum äußersten zu treiben. 
„Was heißt das, Kurt?" sagte er in merklich milderem 
Tone. „Ich denke doch, daß wir über bie c wache reden 
können, ohne daß es desbalb zu Unfreundlichkeiten 
kommen müßte. Wenn ich aufgeregt bin. so bin ich's doch 
nur aus väterlicher Sorge uni dich. Deine ganze Zukunft 
ist es, die hier auf den, Spiel steht — ganz abgesehen 
von der Rücksicht auf die Traditionen unseres Hauses." 
„Ich verstehe das vollkommen, lieber Papa, und eben 
weil ich die Verehrungswürdigkeit deiner Beweggründe 
kenne, möchte ich alles vermeiden, was auch nur entfernt 
den Schein eines Streites zwischen dir und mir haben 
könnte." 
„Aber warum, in aller Welt, sollen wir nicht gleich 
jetzt mit der Geschichte zu Ende kommen. Deine Tante 
wird in einigen Stunden hier sein, und " 
„Uöitm du es erlaubst, werde ich meiner Tante ein 
Brieschen senden, des Inhalts, daß sie nachgerade Unheil 
genug angerichtet hätte, und das, sie sich hüten solle, bei 
ihrem heutigen Besuche noch mehr Oel ins Feuer zu 
gießen. Es müßte denn sein, daß du mir ausdrücklich 
verbie est, ihr eine solche Mitteilung zu machen." 
Der alte G af, schon hinlänglich eingeschüchtert durch 
die Hetzereien seiner redegewandten Schwester, fing allge 
mach an, sich auch vor der unerwarteten Entschlossenheit 
seines Sohnes zu fürch'en. 
„Der Kuckuck höre all dies widerwärtige Hin und 
Her!" rief er. „W s für einen Zweck soll es denn eigent- 
lich noch haben? Sagtest du mir nicht, daß du mit dieser 
verrück— mit dieser sonderbaren Automobiltour nun 
endlich nichts mehr zu schaffen hättest?" 
„Du hast mich mißuerstanden, Papa I Ich habe Miß 
Pendleton verlassen aus keinem anderen Grunde, als weil 
der Maskerade ein Ende gemacht werden mußte. Sie 
kennt mich bis jetzt nur als den Chauffeur Wesienholtz; 
aber dies Inkognito darf nicht länger aufrechterhalten wer- 
den. Die Romantik ist zu Zeilen wunderhüosch. und 
wir müssen es als ein Glück betrachten, daß sie noch nicht 
ganz aus unserer nüchternen Welt verschwunden ist. Ueber 
eine gewisse Grenze aber dürfen wir uns von unseren 
romamödKn Neigungen doch nickt hinwcglocken lassen. 
Wenn Miß Pendleton mich wiedersieht, muß sie wissen, 
daß ich nicht der Chauffeur Westenholtz. sondern der Graf 
Hoiningen bin, dessen gesellschastliche Stellung immerhin 
angesehen genug ist, um nicht von vornherein jeden Ge 
danken an eine Heirat auszuschließen." 
Der alte Herr schlug die Hände zusammen. 
„Immer dasselbe! Was du da sagst — ich soll 
wirklich glauben, daß es ganz ernsthaft gemeint ist?"
        
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