Path:
Periodical volume Nr. 282, 01.12.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Friedenauer 
Unparteiische Zeitung für kommunale und bürgerliche 
Angelegenheiten. 
Bezugspreis 
bei Abholung aus der Geschäftsstelle, 
Rheinslr. 15, 1,50 M. vierteljährlich; durch 
Boten üisHauS gebracht 1,80M., durch die 
Post bezogen 1,S2 M. einschl. Bestellgeld. 
Kefsndere 
'Jeden Mittwoch: 
OTitjblatt „Seifenblasen". 
VemTprech«r: Hwt pfaljburg 2139. 
Erscheint täglich aöends. 
Zeitung.) 
Ärgan für den §riedenauer Krtsteil von Zchöneberg und 
Kerirksverein Züdmest. 
Beilagen 
Jecken Sonntag: 
Llaller kür cleuilcbe srauen. 
Dnick und Verlag von Leo Schultz, Friedenau. 
Geschäftsstelle: KKeinstr. tg. 
Anzeigen 
iverden bis 12 Uhr mittags angenommen. 
Preis der 6gespaltenen Zeile oder deren 
Raum 30 Pf. Die Reklamezeile kostet 
75 Pf. Belagnummer 10 Pf. 
sernlprecher: Hmt pfatjbarg 2129. 
Nr. 282. 
Nerlin-Iriedenau, Wontag, den 1. Dezember 1913. 
20. Zayrg. 
vepetcken 
Letzte Hachrichten 
Stuttgart. Die Süddeutsche Zeitung will von ganz 
besonderer Seite bereits wissen, daß der durch die Zaberner 
Unruhen entstandene Konflikt zwischen den Zivil- und 
Militärbehörden in den Reichslanden zu einem umfassenden 
Personenwechsel in den nächsten Monaten führen wird. 
Das Infanterieregiment Nr. 99 soll von Zabern versetzt 
werden. Oberst v. Reuter den Abschied erhalten und 
Leutnant v. Forstner bereits in den nächsten Tagen in eine 
altdeutsche Garnison versetzt werden. Als Nachfolger des 
Statthalters, Grafen Wedel wird an erste Stelle der 
Kommandierende General des 14. Armeekorps, Freiherr 
von Hoiningen genannt Huene, genannt. Staats 
sekretär Freiherr Zorn von Bnlach soll durch einen 
jüngeren süddeutschen Minister ersetzt werden. Ten 
Kommandierenden General des 15. Ameekorps v. Deimling 
soll die Führung eines anderen, nicht im Reichslande 
liegenden Armeekorps übertragen werden. Die hauptsäch 
lichsten Personalveränderungen aber sollen — so fügt das 
Blatt sehr abeschwächt hinzu — ni cht sofort, sondern erst 
in den nächsten Monaten erfolgen. 
Christiania. Aus vielen Orten Norwegens wird 
Sturm gemeldet. In der Nähe von Bergen ertranken in 
der letzten Nacht zwei Fährleute und drei Mann von der 
Besatzung des Dampfers „Bergensfjord" beim Versuch, zum 
Dampfer hinanszurudern. 
Amsterdam. Zu dem Raubmord in der Amster 
damer Diamantenschleiferei wird noch gemeldet: Einen Vor 
arbeiter der Fabrik namens Derulier fand man um 1 Uhr 
nachts in dem Fabrikgebäude tot auf. Zwei große Geld 
schränke waren gewaltsam erbrochen!worden, und die Diebe 
halten mehrere mit Diamanten gefüllte Schachteln gestohlen. 
Tie Polizeibeamten beschlagnahmten in der Loge des Portiers 
ein Handtuch, das mit Blut besudelt war. 
Florenz. Der unter dem Verdacht eines Mordes an 
einer alten Dame verhaftete Priester heißt Vitris und ist 
ein gebürtiger Franzose. In Modena, wo der Mord sich 
ereignete, stand er im Ruf eines Quartalssäufers und 
Schürzenjägers. Jin Augenblick der Verhaftung ließ er sich 
den Ruf entschlüpfen: „Ich wette, die Modeneser Priester 
klagen mich einer Mordtat an." Diese Worte sind um so 
auffälliger, als man als Grund der Verhaftung eine Reihe 
von Betrügereien angab, die Vitris zum Schaden des Be 
nediktinerklosters verübt hatte. 
Die Jubelfeier cies 
Haus- uncl GrunäbeMzervereins. 
„Der Jüngling genießt der Gegenwart weit weniger 
als der Alte der Vergangenheit, zumal wenn solche schön 
gewesen ist", sagt K. I. Weber. Der Vergangenheit galt 
auch das Fest, das der Haus- und Grundbesitzerverein aus 
Anlaß seines 25jährigen Bestehens am letzten Sonnabend in 
der Aula unseres Reform-Realgymnasiums veranstaltete. 
Da tauchte man unter in das Reich der Erinnerungen, und 
schöpfte aus dem Born vergangener Tage. Und wahrlich, 
es sind schöne Tage gewesen, deren man sich an diesem 
Jubelfeste erinnern durste. Schön in der Hinsicht, als sie 
uns heute in dem Erfolg erkennen lassen, zu welchen frohen 
Zielen sie damals begeisterten. Ein Verein, dem es nicht 
daran liegt, in erster Linie seinen Mitgliedern Vorteile zu 
verschaffen, der darauf verzichtet, als reiner Jnteressenverein 
zu gelten, sondern der als obersten Grundsatz in seinen 
Satzungen festlegte: Die Interessen des Ortes nach jeder 
Richtung hin zu vertreten, ist der Haus- und Grundbesitzer 
verein in Friedenau. So versammelte er die Mitglieder 
nicht zur Vertretung eigener Interessen, sondern zur Mit 
arbeit an der Allgemeinheit, zu frohem Schaffen für das 
Wohl des Ortes. Und daher konnte der Verein auch an 
seinem Jubeltage mit Freuden der Vergangenheit genießen, 
konnte mit berechtigtem Stolz auf die geleistete Arbeit und 
das Erreichte blicken. „Saure Wochen — frohe Feste!" 
Nach den Zeiten reicher Arbeit auch ein frohes Fest. Für 
den Vorstand und den Festausschuß waren die Wochen, ja 
die Monate der Vorbereitung für die Feier wirklich sauer. 
Aber gern haben die Herren die große Arbeit geleistet und 
sie hatten nun das Vergnügen, auf ein schönes Fest zu 
blicken. Gegen 200 Personen (Damen und Herren) waren 
zur Jubelfeier nach der Aula unseres Reformrealgymnasiums 
gekommen. Neben den Vereinsmitgliedern mit ihren Damen 
waren der Einladung des Vorstandes und Festausschusses 
gefolgt unter andern Herr Bürgermeister Walger nebst 
Gemahlin, Herr Baurat Altmann nebst Gemahlin, Herr 
Direktor Schröder, mehrere Herren des Gemeindevorstandes 
und der Gemeindevertretung, Herr Bürodirektor Sudau, 
Herr Obergärtner Stabe, ferner der Vorsitzende des 
Bürgeroereins Herr Tr. Heinecker, der Vorsitzende des 
Vereins der Gartenfreunde Herr Rechnungsrat Richter, der 
Vorsitzende des Männer-Turnvereins Herr Geheimer Hofrat 
Fehler, der Vorsitzende der Gemeindebeamten-Vereiuigung 
Herr Obersekretär Borck und der Vorsitzende des Handel- und 
Gewerbeoereins Herr Buchdruckereibesitzer Leo Schultz. Wenn 
Aeußerlichkeiten die Stimmung der Festteilnehmer günstig 
beeinflussen können, so dürfen wir dies behaupten von der 
hübschen Dekoration des Treppenaufgangs, des Vorraums 
zur Aula und der Aula selbst, sowie von der stilvollen 
Tafeldekoration. Herr Landschafts- und Kunstgärtner Fechtner 
(in Firma Maeker Nachflg.) hat damit künstlerisches 
Empfinden und feinen Geschmack bewiesen. Schön geformte 
Gruppen aus Lorbeerbäumen, Palmen und anderen grünen 
Blattpflanzen zierten die Vorhalle und den Treppenabsatz. 
Die Bühne der Aula war gleichfalls in einen Palmen- und 
Lorbeerhain verwandelt und an den Brüstungen der Galerien 
zogen sich Girlanden entlang. Die Ehrentafel schmückten 
dunkelrote Rosen und die vier Längstafeln dunkelrote Nelken. 
Diese Farbeneinheit in der Dekoration fand allgemein An 
erkennung. Ein von Mitgliedern der Gardeschützenkapelle 
gespieltes Musikstück eröffnete das Fest. Fräulein v. Wrochem, 
die Tochter des Vereinsvorsitzenden, trug darauf den 
nachfolgenden Prolog ausdrucksvoll vor: 
25 Jahre sind dahin, seit ernste Männer, 
Voller Tatkraft und dem Schutz der eigenen Scholle dienend, 
Das Gebilde schufen, dessen Fest wir heule feiern, 
Den „Verein der Friedenauer Haus- und Grundbesitzer". 
25 Jahre — — schnell verflogen im Geschwindschritt 
Ter mit Volldampf vorwärts hastenden modernen Zeit, 
Und doch 25 Jahre mühevoller Arbeit, 
Klaren Denkens, weisen Planes und auch manchen Zörgerns, 
Nichts zu überstürzen, das nicht der Belastungsprobe 
Rnhig reiflicher Erwägung standgehalten hätte. 
25 Jahre! — Heut! — Und damalsl — Welch' ein Wechsel! 
Damals saßen jene Männer, gründend den Verein, 
Klein an Zahl im engen Raum des schlicht gebauten Hauses; 
Heut' empfangen wir im schmucken Festsaal unsere Gäste. 
Damals lag der Ort des Friedens fern vom Stadtgetriebe 
Heute sind wir — wer vermags zu leugnen? — „Grohberliner!" 
Und doch blieben wir in all' den 25 Jahren 
Friedenauer, selbstbewußter Art und eignen Strebens. 
Fiel auch Park auf Park dem Moloch „Großstadt" jäh zum O, fer, 
Blieb Die Lust am Grünen dennoch dauernd uns erhalten, 
Also, daß wir noch mit Recht uns „Gartenstadt" benennen, 
Allzeit unseren Ruf bewahrend in den fernsten Gauen. 
25 Jahre ernster Arbeit im Verein 
Fordern Rückschau auf den gleichen Zeitraum Ortsgeschichte, 
Fordern aber gleichermaßen Äusblick in die Zukunft! 
Alles fließt! Und niemand weiß, was nach uns kommen mag. 
Eins ist sicher! In der Sorge um das Wohl und Wehe 
Unseres lieben, innig »ns verwandten Friedenau 
Wird von keinem jemals sich den Vorrang nehmen lassen 
Ter Verein der Friedenauer Haus- und Grundbesitzer. 
Mit dem Aufträgen der Suppe begann nun das Fest 
essen. Die Speisenfolge lautete: 
Echte Schildkrötensuppe — Thüringer Bachforelle mit frischer 
Butter und Petersilienkartoffcln — Echter Prager Schinken in 
Burgunder mit jungen Gemüsen, Kraut und gebackenen Kartoffel 
klößchen umlegt — Parfait von Gänseleber mit gerösteten Brot- 
schnittchen — Brüsseler Poularde mit verschiedenen Salaten und 
Kompotten — Fürst-Pückler-Eis — Butter und Käse, Käse 
gebäck, Engl. Sellerie — Frisches Obst. 
Das Essen und auch die Getränke lieferte die 
Firma Bechtold & Nötling-Steglitz. Die Speisen wurden 
in tadelloser Zubereitung und auch reichlich dargereicht, sodaß 
man allgemein des Lobes voll war. Nach dem Fisch nahm 
der Vorsitzende,HerrGemeindeschöffe undChemikerv.Wrochem 
das Wort zur Begrüßungsansprache, indem er etwa folgendes 
ausführte: 
Meine hochverehrten Damen und Herren! Das heutige Fest 
kann auch als ein Fest der Gemeinde bezeichnet werden. Es ist 
deshalb mit besonderer Freude zu betrachten, daß die Gemeinde 
körperschaften diesen Saal dem 'Verein für sein Fest zur Verfügung 
gestellt haben. Ich möchte dabei gleich darauf hinweisen, daß sich 
Friedenau in der Saalsrage in arger Bedrängnis befindet. Für 
Sylvias Lkautteur. 
Koma» von Laut» Iracy. 
45 (Nachdruck verboten.) 
„In der Absicht, eine Verständigung zwischen Ihnen 
und mir unmöglich zu machen?" 
„Jawohl. Und wenn der Herr Graf geahnt hätte, daß 
ich mich über die Hintertreppe hinuatcrgeschlichen hatte, er 
wäre mir sicherlich mit dem Schürhaken oder mit etwas 
noch Schlimmerem nachgelaufen." 
„Sonderbar!" dachte Hoiningen. „Da müssen doch 
noch andere Einflüsse im Spiel sein, als die lächerliche 
Aufregung der lieben Tante. Das Benehmen des alten 
5)errn wäre sonst ja ganz und gar unerklärlich." 
Es lag nahe genug, die Quelle dieser anderen Einflüsse 
in dem Vicomte de Marigny zu suchen. Und in einer 
Aufwallung jugendlichen Tatendranges, der sich irgendwie 
Lust »rachen mußte, wandte sich Hoiningen an seinen heute 
ausnehmend schweigsamen Begleiter: 
„Bevor diese Angelegenheit zu Ende gebracht ist. 
Hasenkamp. werde ich es wahrscheinlich für nötig halten, 
einem gewissen Franzosen ein paar Knochen i»> Leibe zu 
zerbrechen." 
„Könnten es nicht zwei sein, Herr Graf? Ich möchte 
fürs Lebe» gern einen von ihnen auf meine Rechnung 
nehmen." 
Hoiningen mußte mitten in seiner zornigen Entrüstung 
lachen. 
„Run. vielleicht kann auch dazu Rat werden." meinte 
er. „Es gibt da noch einen gewissen ehemaligen Ober 
leutnant, der unter Umständen für eine kleine Zurecht 
weisung reif wäre. Und der Bursche wäre für Sie in der 
Tat bester geeignet als für mich." 
„Zeigen Sie ihn mir, Herr Graf, und bcfchl-n Sie, 
wann es geschehen soll. Bei meiner Seele, ich werde so 
lange Fußball mit ihm spielen, bis ihm für eine gute Weile 
Hören und Sehen und noch einiges andere vergangen ist." 
Hoiningen konnte die blutdürstige Unterhaltung nicht 
Hr seße», denn der Wagen hatte die Anlagen vor dein 
Horel erreicht, und von der Veranda smiinnierte etwas 
Weißes her.-or, dessen Anblick das Herz des Giafen in 
rajcyeren Schlägen pochen und ihn sogleich alles vergessen 
machte, was es außer Sylvia Pcndleton in dieser wunder 
schönen Welt etwa noch geben mochte. 
„Suchen Sie sich ein Unterkommen in dem anderen 
Gasthof des Ortes," befahl er dem Chauffeur. „Ich glaube 
nicht, daß wir den Wagen vor morgen früh brauchen 
werden. Aber Sie müsjen ihn immerhin instandsegen 
und für die Füllung des Benzinbehälters sorgen für den 
Fall, daß er dennoch schon im Laufe des heutigen Tages 
benötigt werden sollte." 
Er sprang herab, eilte zu der Veranda, und nachdem 
er die errötende Sylvia schon von weitem durch fröhliches 
Schwenken seiner Mütze begrüßt hatie, reichte er ihr das 
Paket Briefe. Zufällig lag der an Frau von Riedberg 
adressierte obenauf, und nachdem das junge Mädchen ihn 
mit einem flüchtigen Blick gestreift hatte, sagte sie be 
dauernd : 
„Der arme Vicomte! Einen wie langweiligen Abend 
vergeblichen Wartens mag er in Karlsruhe gehabt haben! 
Dieser Brief ist von ihm. Ich kenne seine Handschrift. 
In Paris erhielten Papa und ich von ihm Einladungen 
zu allerlei Veranstaltungen, bei denen er den Führer und 
Erklärer zu machen wünschte. Ach, wenn er gewußt hätte, 
wie gern ich auf seine freundlichen Bemühungen ver 
zichtet haben würde." 
Hoiningen war ihr im innersten Herzen dankbar für 
diese Hinzufügung. Wohl fürchtete er schon längst nicht 
mehr, daß eine wärmere Empfindung für den Franzosen 
in ihrer Seele lebe» und in diesem Sinne war er gewiß 
nicht mehr eifersüchtig auf den Vicomte. Aber daß Sie 
gewissermaßen ein Bedürfnis fühlte, ihn darüber zu be 
ruhigen. machte ihn sehr glücklich. Er sah, daß sie beide 
bis zu dem Punkte gelangt waren, wo eines in der Seele 
des anderen zu lesen, eines des anderen Gedanken zu er 
raten vermag, ohne daß es dazu eines jener Verftänd>gungs- 
mittel bedürfte, wie Memcheii. die sich gleichgült g sind, 
sie untereinander nötig haben. Fürwahr,. die Vjahrm-g 
Faden, den schon im nächsten Augenblick ein Hauch, ein 
Jiicfjts, irgendein belangloser Zufall zerreißen konnte. 
_ Sylvia hatte den an die Baronin adressierten Brief 
beiseite gelegt und nach einem anderen gegriffen. Schon 
der Anblick der Briefmarke und des Poststempels schienen 
sie in das lebhafteste Erstaunen zu versetzen. Hastiger, 
als es sonst ihre Gewohnheit war, riß sie den Umschlag 
herab, und dann, nachdem sie gelesen hatte, kam es wie 
ein Ausruf der Ueberrafchung, wenn nicht des Erschreckens, 
von ihren Lippen. 
„Wie sonderbar das ist! Mein Papa schreibt mir aus 
Frankfurt, wo er gestern nachmittag von Paris einge 
troffen ist. Er hatte, wie es scheint, nur gerade noch Zeit 
genug für diese fünf Zeilen. Aber sie sind allerdings in 
haltsvoll genug." 
„Wenn es nicht unbescheiden ist, zu fragen " 
. , '£P' Sie können es gern wissen. Mein Papa schreibt, 
daß Mistreß Leland abgereist sei. um sich mir in Stuttgart 
für den Rest meiner Tour anzuschließen. Ich soll ihm so- 
fort telegraphieren, ob diese Benachrichtigung in meinen 
Besitz gelangt ist." 
. Sie las das kurze Billett wieder und wieder, während 
eine verräterische Röte sich langsam über ihre Wangen 
und über ihren weißen Nacken verbreitete. Dem junaen 
Grafen aber hatte ihre Mitteilung das Herz verzweifelt 
schwer gemacht. Er ahnte nicht, wer diese Mistreß Leland 
sein mochte, aber er hatte die unumstößliche Gewißheit, 
daß ihr unvermutetes Erscheinen auf der Bildfläche für ihn 
nichts anderes bedeutete als eine grausame Vertreibung 
aus seinem Seligkeitsparadiese. Frau von Riedberg war 
für ihn zu cinem Faktor geworden, mit dem er als mit 
einem unbequemen Hindernis nicht mehr hatte zu rechnen 
brauchen; Mistreß Leland aber war eine unbekannte 
Größe, von der er sich zunächst nicht viel Gutes zu ver- 
fprechcn wagte. 
(Fortsetzung folgt.)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.