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Periodical volume Nr. 279, 27.11.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

7. November 1913 ist der Sitz nach Berlin-Schöneberg' 
verlegt. Kaufmann Julius Gilson ist nicht mehr Geschäfts 
führer. Architekt Mar Reichhelm in Berlin-Schöneberg ist 
zum Geschäftsführer bestellt. — Bei Nr. 34 515. (Firma 
Lohleit & Hehlrich in Berlin-Schöneberg): Geschäft und 
Firma sind auf die Lohleit & Oehlrich G. m. b. H. zu 
Berlin übergegangen. — Bei Nr. 17 756. (Firma Emil 
Wuerst, Weinrestaurant in Berlin - Schöneberg): Inhaber 
jetzt: Emil Adlosf, Weinhändler, Berlin Schöneberg. Der 
liebergang der in dem Betriebe des Geschäfts begründeten 
Verbindlichkeiten ist bei dem Erwerbe des Geschäfts durch 
den Weinhändler Emil Adloff ausgeschlossen. Die Prokura 
des Emil Wuerst ist erloschen. Die Firma lautet jetzt: 
Emil Wuerst Weinrestaurant Inh. Emil Adloff. 
—o In dem Konkursverfahren über das Vermögen des 
am 18. April zu Berlin-Schöneberg. Hochkirchstr. 9, ver 
storbenen und daselbst wohnhaft gewesenen Kaufmanns 
Hermann Panicke, zeitlebensJnhaber der Firma H.Panickejun. 
in Berlin, Steglitzer Straße 60, ist zur Abnahme der 
Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Ein 
wendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Ver 
teilung zu berücksichtigenden Forderungen sowie zur An 
hörung der Gläubiger über die Erstattung der Auslagen 
und die Gewährung einer Vergütung an die Mitglieder, des 
Glänbigerausschusses der Schlußtermin auf den 22. Dezember 
1913, Vormittags 11 Uhr bestimmt. 
— o Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das 
Bessemer- Ecke Eylhslraße und in der Bessemcrslraße und in der 
Eisthslraße belegene, auf den Namen des Bildhauers 
und Steinmetzmeisters Karl Wirschel in Berlin-Schöneberg, 
Hauplstr. 132. eingetragene Grundstück am 22. Januar 
1014, Vormittags 10 Uhr, versteigert werden. Das 
Grundstück ist mit einem jährlichen Nutzungswert von kOO 
Mark zur Gebäudesteuer veranlagt. 
—o Zwangsversteigerungsergebnis. Lnitpoldstraße 23 
in Gemarkung Berlin-Zchöneberg, denr Bankbeamten Gustav 
Böttcher, im selben Hause, gehörig. Fläche 0.86 Ar. 
Nutzungswert 16 700 M. Das Verfahren betreffend die 
Zwangsversteigerung wurde einstweilen eingestellt. 
öeriin und Vororte 
§o Die erweiterten Sammlungen des Museums für 
Meereskunde werden Sonnabend, den 6. Dezember eröffnet, 
Für die letzten vorbereitenden Arbeiten muß das Museum 
vom Dienstag, dem 2. Dezember ab geschlossen gehalten 
werden. Am 6. Dezember ist das Museum von 1—3 Uhr 
geöffnet, weiterhin gelten wieder die alten Besuchszeiten: 
Sonntag von 12—4 Uhr, Montag, Mittwoch, Sonnabend 
10 bis 3 Uhr. Dienstag sind die Sammlungen von 10 bis 
3 Uhr für Schulen und Vereine offen. 
o Steglitz. Zum 1. April 1014 wird bei der hiesigen 
Postzweigstelle (Feldstraße) eine Paketannahmestelle einge 
richtet werden. 
o Wilmersdorf. Die Vorlage betr. Errichtung einer 
städtischen Hypothekenanstalt ist in der gestrigen Sitzung der 
Stadtoerordnetenoersainmlung einem Ausschüsse von 15 Mit 
gliedern überwiesen morden. Zum Vorsitzenden der Land 
krankenkasse wurde der Stadto. Zeitungsvrrleger Heenemann 
gegen Prof. Leidig gewählt. Beide erhielten gleiche 
Stimmenzahl, das Los entschied für Heencinann. 
Vermischtes 
*i) Leipzig hat eine städtische Brotbäckerei die im Jahre 1012 
nickt weniger als 348042 kg Brot für die Armen lieferte, und 
zwar 134 055,5 kg für die Armenanstalten und 215 961 kg für die 
offene Armenpflege. Der Selbstkostenpreis des Brotes betrug (bei 
einem Durchschnittspreis von 23,97 Pf. pro leg) 21,3 Pfg. für 1 kg 
einschließlich aller Unkosten und Abschreibungen nebst Verzinsung 
des Grundstückes und Betriebskapitals. 
*o Einen eigenartigen Beschluß hat der Magistrat Bielefeld 
vor kurzem gefaßt. Er schiebt die Vierteleinteilung des Jahres für 
die Gehaltszahlungen um einen Monat zurück, sodaß lünstig als 
Gehaltsoiertelfahr die Monate März—Mai, Juni - Anglist, Sep 
tember-November und Dezember-Februar in Frage kommen. 
Man bezweckt damit, eine Milderung der Anspannung des Geld 
marktes zu jedeni Vierteljahrsschlnß zu erreichen. 
*o „Tie französische Fremdenlegion und den Schauplatz ihrer 
Tätigkeit" hat der Forschungsreisende Tr. von Pape» (Dresden) 
neulich in der Ülbteilnng der westlichen Berliner Vororte der 
Teutschen Kolonialgesellschait behändest. An der Hand prachtvoller 
buntfarbigen Lichtbilder, die drrrch die Städte Oran, Sidi bei Abbes, 
Lalla Mäghuia, Udscha, Saida, an die Orte der Sahara-Bahn und 
darüber hinaus in den Sand der Wüste führten, entrollte der Vor 
tragende ein erschütterndes Bild von den Leiden der Legionäre. 
Tiefe bestehen zu 60 v. H. aus Teutschen. Ueber die Größe der 
Legion berrschen keine festen Regeln; sie umfasst 8000 bis >2 000 
Mann, je nach dem Zu- und Abgang. Tie französische Fremden 
legion ist eingeteilt in 2 Regimenter mit je 8 Bataillonen zu 
4 Kompanien, zu denen mach 2 Ergänznngskompanien treten, und 
untersteht der Kolonialverwaltung. Jbre Ausgaben erscheinen in 
keinem Etat, sie werden verschleiert, weil mau sich ihrer anscheinend 
schämt. Und doch haben diese tap'crn Soldaten, die für den täg 
lichen Sold von 5 Centimes (4 Pfennigen!f die billigste Arbeit der 
Welt leisten, den französischen Kolonialbesitz geschaffen und erhalten, 
da man die Soldaten des eigenen Landes für zu wertvoll und 
nicht geeignet hält, in den Kolonien diese schwerste Arbeit zu leisten. 
Ueberall, wo die härtesten Kämpfe zu bestehen waren, hat die 
Legion gekämpft und geblutet, in Mexiko, in Tonkin und gegen 
wärtig in Marokko. Ueberall wird sie zuerst ins Feuer gestellt, 
dann erst die schwarzen nnd gelben Truppen, zuletzt der französische 
Soldat. Furchtbar sind die Verluste der Legion, die man auf 
80 v. H. ansetzen kann, während 15 v. H. nach harter Tienstzeit 
körperliche und seelische Krüppel werden. Und doch strömen immer 
neue Leute zu ihren Fahnen, alljährlich noch 2000 bis 3000 
Deutsche, von denen allein 150 000 im Laufe der Jahre elend zu 
Grunde gegangen sind, nicht allein im Kampfe, sondern auch durch 
die rohste und niederträchtigste Ausnutzung ihrer körperlichen und 
seelischen Kräfte, durch die barbarischen Marschleistungen, die keine 
Armee der Welt kennt, durch den Durst in der Wüste und im 
sogenannten Legionswahnsinn. Es ist nicht wahr, daß die Legion 
nur aus Verbrechern bestehe. Abenteuerlust, Romantik, Furcht vor 
geringen Strafen, der Deutschenhaß in Elsaß-Lothringen, auch 
Armut auf der Wanderschaft treibt die jungen Leute in die Arm; 
der Legion, für die jeder Franzose Werber wird. Aber die Ver 
brecher, die auch hier Untertauchen. vergiften die jugendlichen 
Kameraden.^ Da ist weiter die Gruppe der Entgleisten jedes 
Standes, Beamte, Kaufleute, Offiziere, Aerzte, Gelehrte. Bei dieser 
bunten Mannigfaltigkeit der Berufe, Nationen, Rassen ist strengste 
Disziplin erforderlich, die bis zur höchsten Grausamkeit getrieben 
wird. Die schwersten Strafen stehen auf den kleinsten Vergehen, 
und aus den fünf vertragsmäßigen Dienstjahren werden 7, 19, ja 
12 Jahre. Die Aussichten auf Pension sind plumper Schwindel, 
erst nach 15 Jahren Dienst hat der Legionär Anspruch auf 500 
Frank, di; dem Glücklichen, der dazu gelangt, auch noch auf diese 
oder jene Weise entzogen werden. Von den zahlreichen Flucht 
versuchen gelingt kaum 'einer. Der Flüchtling fällt der Wüste, den 
wilden Tieren, den Arabern zur Beute, die für jeden toten oder 
lebendigen Legionär eine Belohnung erhalten. Noch furchtbarer als 
der gewöhnliche Dienst ist der der Strafkompanien auf den vorge 
schobenen Posten in der Wüste Sahara. Frankreich weiß, was es 
der Frenidenlegivn alles zu verdanken hat, und darum will es 
diese Einrichtung, die man mit äußeren Ehren behängt, nicht auf 
geben: Pflicht jedes Deutschen aber ist es, dahin zu kämpfen, daß 
kein Deutscher mehr diesem Massengrabe zum Opfer falle. 
• *o Jndianerspielen. Mama: „Euer Jndianerspielen ist doch zu 
roh. Warum siehst du denn wieder so jämmerlich aus? Haben sie 
dich wieder einmal skalpiert?" — Schwarzer Panther (alias Kleiner 
Willy): — „Nein, Mama, wir haben ja bloß die Friedenspfeife 
geraucht!" 
*o Noch etwas. „Kellner, zahlen!" — „Was haben Ew. 
Gnaden?" — „Suppe, Rindfleisch mit Salat, Nachtisch." — „Haben 
der Herr sonst noch 'was?" — „Ja, .... Hunger!" 
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Wetterausfichten. 
Freitag: Zunächst etwas kühler, zeitweise heiter, bei 
ziemlich frischen westlichen Winden, später aber zunehmende 
Erwärmung. Trübung nnd leichter Regen. 
LerantwortlichecSchristleiter' Hermann Martintus Friedenau. 
Hierzu eine Beilage. 
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Eröffnung 
* Freitag, 
November, 
abends 8 Uhr.
        
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