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Periodical volume Nr. 40, 16.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage zu Nr. 27 des „Friedenauer Lokal-Anzeiger". 
Freitag, den 31 Januar 1913. 
Lokales. 
o Bockbierfeste gehören auch mit zur Faschingszeit. 
Wohl schmeckt den GambrinuSjüngern der edle Stoff, doch 
woher sein Name kommt, ist den meisten unbekannt. 
Bon seiner Wirkung, werden die fröhlichen Zecher ant 
worten, und wer sich so äußert, hat, wenn man der Sage 
trauen darf, nicht falsch geurteilt. Sine Wette, ausge- 
fochten in dem bierbekannten Bayernland, lieferte, wie es 
heißt, den Namen deS BiereS. Ein Braunschweiger Ritter 
tadelte bei einem bayerischen fürstlichen Zechgelage die 
Qualität deS dortigen Gerstensaftes. Sein Heimatbier, 
die Braunschweiger Mumme, sei an Gehalt viel reicher. 
Eine Wette sollte die Entscheidung herbeiführen. „Am 
1. Mai nächsten Jahres stellt Euch wieder hierein! Dann 
will ich Euch ein Bier vorsetzen, wie <S noch nimmer ge- 
trunken fein soll. Hiervon sollt Ihr nur drei Becher 
trinken, während ich von Eurer vermeintlichen übelkräftigen 
Mumme in derselben Zeit jenen silbernen Riesenhumpen 
biS auf den letzten Tropfen leeren will. Nach Verlauf 
einer halben Stunde hat ein jeder von unS einen Faden 
durch ein Nadelöhr zu ziehen und sich dabei auf dem 
linken Fuß zu halten. Der Verlierer soll an den Gewinner 
ein großes Faß Tokayer liefern!" — Der 1. Mai kam. 
Doc Biaunschweiger hatte sich «ingefunden. Er trank 
seine drei Becher, der bierdurstige Bayer seinen Rirsen- 
hnmpen leer. Aber kurz vor Berlauf der nächsten halben 
Stunde drückte sich der Gast auS dem Saale, um sich im 
Barten zu erholen. Schon nach wenigen Schritten fchlvg 
x der Länge nach nieder, er vermochte sich nicht wieder 
aufzurichten. Auf die Frage nach der Ursache deS Falles 
lallte der Ritter nur die zwei Worte: „Ein .. Bock. . .!' 
und fing an zu schnarchen, während der Bayer sein Kunst 
stück auf dem linken Beine mit Nadel und Faden auS- 
führte. „Der Name für das Bier ist erfunden", redete 
der Herzog den Mundschenk an. „Dein Bier heißt Bock 
bier!" Und auS Anerkennung dafür, daß Du Bayerns 
Ehre gerettet, bestimme ich, daß Du daS alleinige Borrecht 
haben sollst, Bockbier vom 1. Mai bis zum Fronleichnams- 
fest zu zapfen, und Deine männlichen Erben sollen «S 
gleichfalls so halten dürfen. — So geht die Sage. Ob 
iste daS Richtige getroffen — wer weiß e§? Aber daß die 
Zeit deS Bockbieres die Jreudenzeit der Biertrinker und 
eine gute Geschäftszeit der Brauer und Gastwirte ist — 
daS weiß jedermann! 
o Heute, am Sk. Januar wird der große Preis- 
film „DaS Sterben im Walde" herausgegeben und kommt 
zum ersten Male im Biofontheater in der Rhetnstr. 14 
zur Borführung. ES ist ein ergreifende- Drama auS den 
Bayrischen Alpen nach einem wirklichen Borgange. Die 
spannende Handlung, die sich in 3 Akten abspielt, ist 
künstlerisch dargestellt, die herrliche Alpenszenerie durchweg 
.nach der Natur aufgenommen. ES ist das Vollendetste, 
tvas bisher kinematographisch geboten wurde. Der zweite 
Schlager „Die lustige Witwe" ein Lustspiel in 3 Akten, 
nach dem die unverwüstliche Operette gleichen NamenS ge 
macht ist, erscheint hier im Biofonthrater gleichfalls zum 
eisten Male in 3 Allen im Bilde. Die HauSkapelle wird 
dazu in vollendet künstlerischer Weise di« hübsche Handlung 
mit der Musik der Operette illustrieren. Humor auf 
französische Art ist eine ergötzliche Komödie. Katholische 
Missionare in China ein Kuliurbild auS dem fernen Osten. 
Die Wochenschau von Goumont ist wieder sehr abwechs 
lungsreich. Obgleich der Anschaffungspreis deS FilmS „DaS 
Sterben im Walde" allein über 1000 M. beträgt, sind 
die Eintrittspreise nicht erhöht (70. 50 u. 30 Pfg ) Der 
Film „Königin Luise" kommt am 4. Februar zur Vorführung. 
o Kiaematographischr Vorführungen mit er 
klärendem Bortrag finden regelmäßig auf der Treptow- 
kternwarte statt und zwar: Am Sonnabend, dem 1. 
Zebruar, Nachm. 4 Uhr: .Eine Reise inS Weltall", Vor 
kragender Dir. Dr. F. S. Brchenhold; 6 Uhr: Die deutschen 
(ist- und Nordseeküsten"; 8 Uhr: „Der Rhein von der 
iauelle bi« zur Mündung"; am Sonntag, dem 2 Februar, 
Nachm.3 Uhr: „Der deutsche Wald. was in ihm lebt und 
auS ihm wird"; 6V2 Uhr: „Der Rhein von der Quelle 
bis zur Mündung""; 8 Uhr: Die deutschen Ost- und 
Nordseeküsten". Sämtliche kinematographische Bor- 
führungen sind für den Besuch der Jugend freigegeben. 
Außerdem spricht am Sonntag um 5 Uhr Dir. Dr. F. S. 
Archenhold in einem mit zahlreichen Licht- und Dreh- 
bildern ausgestatteten Vortrage über das „Geheimnis deS 
Weltenbaues"; Montag, Abends 7 Uhr über: „Unser Wissen 
von den Eternenwelten". Mit dem großen Fernrohr wird 
täglich die VenuS, Saturn und Orionnebel gezeigt. 
IufchÄMM- 
Mr diese Rubrik übernehme 1 »tt keine «erant,ortung. 
Die Erhöhung der Gemeindesteuer um 10 Prozent auf 110 Prozent 
ist wieder von einigen Großberliner Gemeinden beabsichtigt. Wie 
unsere Gemeindeverwaltung über die Steuererhöhung denkt, darüber 
hört man nichts. Doch sind Gerüchte im Umlauf, daß die 
Balanzierung des EiatS der Verwaltung diesmal Schwierigkeiten 
macht. Wenn eS nun auch geling-n wi:d, bei dem bisherigen Zuschlag 
von 100 Prozent zu bl-tben, so wird doch nach «iner neuen Einnahme- 
qmlle gesucht weiden müssen und es ist wahrscheinlich, daß da die 
Wünschelrute unseres Gemeindevorstandes nach dem Grundbesitz sich 
neigt. Obwohl unser Bürgermeister jetzt gl ichfallS zu der Anficht 
gelangt sein soll, daß mit den Ausgaben „gestoppt" werden muß. 
wild er eS dost, nicht verhirderu können, daß der Grundbesitz diesmal 
wieder „bluten" muß. Ohne eine Erhöhung der Grundwertsteucr 
wird eS nicht gehea. .Wir schwimmen im Golde", hieß eS früher 
immer, darum können wir uns vi-leS leisten. Aber einsichtige 
Männer haben schon damals an die Zeit erinnert, wo Friedenau auf- 
hören wird, von der Entwicklung zu leben, wo die Umsatzsteuer zurück- 
gehen wird und die Einkommensteuer die hohen dauernden Ausgaben 
nicht weit machen kann. Dieser Zeitpunkt scheint gekommen zu sein 
urd daher mutz man eS begrüßen, wenn von der Verwaltung selbst 
etwas .gebremst" wird. Doch eS geht unS richt allein so, unserenNachbarorten 
gehtes nicht besser. Vielleicht noch schlechter. Die überlriebenc soziale Für 
sorge, die .G, seihlsdusklei", wie es ein schlechtes Wort nennt, hat zu einer 
höheren Verschuldung geführt. Und da mit außerordentlich«!! Cie- 
nahmen niibt gerechnct werden darf, da man nur mit Zahlen rechnen 
darf, die sichere Schlüsse zulassen, so bereitet die Etalsgieichstellung 
allen Verwallungen Kopfschmerzen. Auch der Eharioileriburger und 
Schöneberger Magistrat «ollen jetzt zu einer Erhöhung des Gcmeinde- 
zujchlagcS zur Ciaatseinkommenfleuec gelangt sein. Gerade diese 
beiden Städte machten es den anderen Gemiinten vor, wie sie eS 
nicht machen sollten. Jetzt kommt der Katzenjammer. DaS Richiigste 
wäre es ja wohl, ehe man einzelne Kreise oder Stände höher und 
stärker belastet, allgemein in Großberiin die Einkommensteuer zu 
erhöhen. Leider aber können die lieben Nachtarn nicht zu einer 
Einigung k.mmen und der Zweckverband, der bisher als V-ilchen im 
Verborgenen blüht, hat vorlärisig andere und größere Aufgaben zu 
erfüllen! 2 
Sehr geehrte Rslakllon! Zu du Notiz über die Postkarte an 
Enver Bei: Warum hat denn die begnsterte Tafelrunde rügt gleich 
die Gelegenheit beim Cropfe gefaßt und ist mit vor Patriotismus 
glühenden Augen nach Berlin marschiert, um den Reichskanzler mit 
seinen Mintsteni auS dem Sattel zu heben?! Oder ließ sich die 
Richtung nicht mehr mit Sicherheit crmiiteln? Da konnte man ja 
jeden beliebigen Nachtwächter aufgreifen urd an die Spitz! sitzen! Der 
fehlende Anhang hätte sich unterwegs sicher eingefunden. Unser 
GebunSiagskiad hätte sich über diese Betätigung deS Patriotismus 
ohne Frage sehr gefreut. Daß eS an Eaver Bei Natnren,- wie sie die 
Karte herbeiwünscht, auch unS nicht fehlt, lehren doch zur Gcnüae der 
Leutnant deS Herrn von Oldenburg, der Hauptmann von Köpenick 
urd nicht zul-tzl die bewußte Tafelrunde. Müssen es ouSgerechnet 
wieder Deutsche und gerade Friedenaucr sein, die sogleich „Hurra" 
schreien und andere Zustände herbeisehnen, wenn irgendwo ein Bluff 
gelungen ist?! Ist vaS daS richtige Ergebnis einer Kaiser Geburis 
lagsfeici?! Dann wäre eS doch am besten, die Enthusiasten wanderten 
aus in die Türkei, wo sie die Folgen des ersehnten Systems gleich 
am eigenen Leide erproben könnten. Luc. 21, 34. Auch ein Patriot. 
Gerichtliche 
p. In Groß-Berlin, besonder» in Wilmersdorf, Friedenau, 
Cchönebcrg, Steglitz, Grunewaid, Schmargendorf, sowie im Norden 
Berlins eine Reihe von GelegenheilS-Diebstihien verübt, dabei in 2S 
zur Anklage stehenden Einzelsällea Gold- und Wertsachen im Gesamt- 
wirte von etwa 7812 M. zusammengestohlen zu haben, war vor der 
5. Etiackainmer dem Monteur Paul Wichmann zur Last gelegt. — 
Der auS dem Moabiter Unt-rsuchungSgesängnis vorgeführte Ange- 
klagte, bisher in rer Mapstr. 9 zu Bophrgen Rummelsburg wohnhaft, 
hat in der gesamten Vorortprcffe von Großberiin vielfach mir seinem 
diebischen Trerbea Erwähnung gefunden und zu häufigen Warnungen 
in der Zeit vom Juni biS September Veranlassung gegeben. Der 
Erfolg war, daß der schlaue Dieb, nachdem er schon b9 mal gestohlen 
Halle, im 30. Falle bei einem Dub rahlroersuch angefaßt werden 
konnte. Der Krug war wieder einmal solange zu Wasser gegangen, 
biS er brach. Durch die falsche Vorspiegelung, er sei bcaustragl 
worden, die elektrischen Klingeln nachzusehen oder zu reparieren, ver 
schaffte sich Wichmann Zutrlit in Wohnungen, sobald er unbeaufsichtigt 
war, entwendete er die umherliegenden Wertgegenstände, z v. Schmuck- 
sachen, auch Portemonnaies mit Seldinhait aus den Schlafzimmern. 
Die Reche der in der Anklage vorgetragenen Einzelfälle begann am 
21. Juni v. I. mit eincm bet dem Bankdirrktor Röseler, Meraner- 
straße 9 zu Schöneberg begangenen Diebstahl Drei goldene Damen- 
uhrcn im Werte don 1100 M. nahm der Klingel Revisor von Groß- 
Berlin mit. Der glänzende Erfolg ermutigte zu immer neuen Taten, 
die W. nach dem Inhalt fein-& Gestärdnisscs verübte. Im Hinblick 
auf Letzteres war von Vernehmung der zahlreichen Bestohlenen ge- 
richlsseiltg Abstand genommen worden. Die Zahl der Opfer des An- 
geklagten ist ziemlich bedeutend. Am 27 Juni v. I. entwendete W. 
dann weiter dem Dr. Alsred Peitzer zu Wilmersdorf, Prtnzregenten- 
straße 114 vier Damenrtngc im Werte von 880 M., am 4. Juli 1912 
der in DilmcrSdors Joachim Friedrichstr. 38 wohnhafte Frau Anna 
Schulz und dem Eigentümer des ebengenanuten Hauses, Herrn August 
Jllner eine goldene Damenuhr. Brosche, einen goldenen Ring, eine auf 
230 M. bewertete Herrenuhr nebst Kette. Am 3. Juli, zwei Tage 
später siel dem Dieb bei dem Kaufmann Karl Stark, Lewetzowstr. 14 
außer 30 M. baren Geldes eine Beute im Werte von 1780 M. in die 
Hände, Milte Juli in Friedenau, Kaiserallee 95 wertvoller 
Echniuck und Baargeld der Frau Frieda Heubach, ferner am 29 Juli 
in der Rosenhcimcrstr. 24 ein Portemonnaie mit 75 M, ein zweites 
mit 10 M., sowie silbernes ein Handtäschchen, dem Fabrikanten Nathan 
Fahnreich gehörig. Den Verlust von Echmucksachen im Welle von 
800 M. halte am 8. August Frau Oberbürgermeister Anna Th-rlng, 
Wilmersdorf, »erlinerstr. 21 zu beklagen, die Artistin K ll»eit, 
Badenferstr. 4 den Verlust von Goldsachen im Werte von 120 M.; 
Frau Direktor Weiße zu Wilmersdorf büßte bei dem Angeklagten für 
1000 M. Wertsachen ein. — In dieser Weise brachte der Angellagte 
Tausende von Werten zusammen zum Schaden seiner MilmeusLen biS 
infolge der öffentlichen jWarnungeu der .Klingel Revisor" abgefaßt 
werden konnte. Vor Gericht behauptete W. er sei geisteskrank. Die 
in dieser Beziehung vom Offizial Verteidiger Referendar Knester unter- 
nommeaen Entlastungsbeweise erachtete der Gerichtshof jedoch nicht 
für ausreichend. Dem Antrage deS Staatsanwalts gemäß lautete daS 
Urteil auf eine Gesawtstrafe von 3 Jahren Gesängnis. 
(:)o Eine interessante Fürsorge-Angelegenheit hat jüngst daS 
Kammergertcht durch B-schluß erledigt. Nach dem heute erschienenen 
Min.-vl. für die innere Verw. handelte es sich um die sechs minder 
jährigen Kinder eines Arbeiler-Eh Paares F., deren lleberweisung der 
ObeiM’irgnmeifter beantragt hatte, weil die Kinder im Elternhause 
dem sittlichen Verderben ausgesetzt seien. Das AmiS- und daS Land- 
gerichi hatten den Antrag aus Fürsorgeerziehung abgelehnt, da» 
Kammergertcht verwies die Sach- aber zur anberweiten Entscheidung 
an das Amtsgericht zurück. Die gesetzliche Voraussetzung der Für 
sorgeerziehung, nämlich die Gefahr der V-iwahrlosung deS Minder» 
jährigen, habe daS Landgericht zwar festgestellt, die Notwendigkeit der 
Fülsorpcerztehung aber vernein!, «eil bet den Minderjährigen irgend 
welche Anzeichen von sittlicher Verderbnis noch nicht zu Tage getreten 
wären, daS sei aber durchaus nicht notwendig; denn di« Fursorge- 
ersie^ng kann sich schon bei Kindern alS notwendig herausstellen, 
die noch keine Spur der Verwahrlosung zeigten. Der Anficht deS 
Landgerichts, daß bei den älteren vier Ktidern Maßnahmen deS 
LormuridjchaflSgerichlS aus § 1666 B. G.-B. zur Begegnung der 
Verwahrtosungsgefahr genügren, könne nicht ohne weiteres zugestimmt 
weiden. Es sei wahrscheinlich, daß diese Kinder durch die dauernde 
Beeil fluffuag ihrer sittenlosen Umgebung infiziert seien und eS wohl 
geboten erscheine, ihr Verhalten auch nach der Trennung vom Eltern 
hause noch zu überwachen. DaS Amtsgericht hat daher zu prüfen, 
ob wegen dieser UeberwachungS-Notwendigkett auch die Fürsorge- * 
erziehung zu beschließen sein wird. Hi> sichtlich der beiden jüngsten 
Kinder besteht bei deren jugendlichem Atter die Wahrscheinlichkeit nicht, 
daß sie schon die schädlichen Eindrücke des Ellernhaujes in sich aufge 
nommen haben. Wenn die Vorinstanzen also bezüglich dieser 
Minderjährigen die Notwendigkeit besonderer Erziehungsmaßnahmen 
verneint hätten, so tonne dies rechtlich nicht beanstandet werden. 
(Recht traurig, man wird sie also in dem Schmutz aufwachsen taffen 
müssen, biS eS vielleicht — zu spät ist. D. Schrrsll) 
AermM§K° 
•0 Zeitunakpapier gegen Källe. Eia französischer Journalist 
findet daß Zeitungspapier nicht nur zum V «packen Verwendung finden 
kann, sondern daß eS auch, vermöge seiner Undurchläsfigkeit für Luft, 
als Schutz gegen die Winterkille dienen kann (in Norddeutschland, 
Rußland, Skandinavien verklebt man ja im Winter die Fenster mit 
Streifen alten Z iiungspapiers), und daß sich wegen eben derselbe« 
Eigenschaft EiS selbst im warmen Zimmer lange aufbewahren läßt, 
wenn man es in ZeitungSpapier schlägt Ferner wirkt die Drucker 
schwärze aus Motten und Milben so tödlich wie Kampher, man braucht 
also Kleidungsstücke. Pclze usw., um sie gegen Moltenschaden zu 
schützen, nur in alle Zeitungen zu hüllen. Schließlich gibt die Asche 
von Zeitungspapier wegen der darin enthaltenen Druckerschwärze ein 
vorzüglicher Putzmittel sür M,sser und Gabela ab. Also wer sich 
Zeitungen zum Lesen nicht hält, der halte sie zum Verpacken oder 
we^gsterS gegen den Mottenfraß und zum Mefferputzen. 
Polizetverordnung 
irr Sen Besuch don Vtch spi ltheate,« tnr» suzenüliche Personen 
Auf Gruuo der §§ 187 r nr> 18) d.S Gesetzes üder die allgemeine 
iridesrerwalturig vom 30. Jali >833 (S'es.-«. S. 195 ffj und der 
j 6, I'u und ü deS Gesetzes über die Polizei», rwrllrmg rom 11 Mär; 
>5!) (Ge.-.-S. S. 265) wird mit Zustimmung des Prorinzralrais sür 
a Umfang der Provirz Brardenburz arSschließllch deS Lar.despolizei- 
zirks Benin folgende Polizeimrordnung erlassen: 
§ 1. Kt- d r unter sechs Jahren dürsen zu öffentlichen Vorst, llungen 
t Lichtspieltheater nicht zugel'sseir werden. 
3 2. Kinder und jugendliche Personen vom vollendeten sechsten 
S zum vollendeten sechzehnten L-bersjrhre dürfen nur biso, dere Jugend- 
rsicllungen der Lichtspielih aiec besuchen und nur zu solch« Lor- 
lungen zugelassen werden. Der Spielplan sür tirse Jrgendv r- 
lilangen bedarf der ottspolizeilichen Gernhmixung. Sie müssen 
liestsnS abends 9 Uhr beenoet stin »nd sind ansdrüklich a's 
>geudv»rfte»ua««n tmiei Au»a»» des Spiel-lan» a« den #U- 
ingelt ;« betet»««« 
§ 8. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zum Betrage 
» sechzig M.rk bestraft, anderen Stelle im Falle de» Unvermögei.s 
ist tritt. Strafba fir d die Veranftsliec der V rliellngen und außer- 
«r die Jugendlichen selbst, so»eit sie nicht schulpflichtig find 
§ 4. Die ,Prlizeivero!dnung ttttt zwei Wcch » rech ihrer Ver- 
enlttchang in Kraft. Mir diesem Zeitpunkie »erden all: entgegen- 
-enden Bestimmungen, insb.fordere § 10 der Poll; ivcror'nung oeS 
zierungsprisidintea in Frrnlfurt a O. vom 31. Mat 1910 (tlmis- 
.tt Seit: 169) aufgehoben. 
Potsdam, diu 22. November 1912 
Der Oberpräsidcnt. 
Veröffentlicht: 
Bett'n.Fiederav, den 28. Jar-uar 19 3. 
D r AmtSvorsteber. 
Jütfanntnadjung. 
Die Angehörigen d r Mittlär; fllchiigen, die beim diesjährigen 
iste uagSgeschäfr Gesuche um S»rückst»llu«g dom viclitärdienst 
»bringen hab.n w-rden aufgkford rt, itz'e Rekla-nattonsgesuche 
teßevS »iS m« 20 gfclraar dieses Jahres hier einzurerchen. 
A,r,ttiche Zeugn'sic si d »ich! erforderlich. 
Di se Bekannt -cchung bezieht sich nicht auf ZurückstellungSgesnche 
?audwthrmiu»schuf:ea. 
Berlin-Friedenan, den 29. Januar 19lS. 
Der Amts- und Gemeinde-Vorsteher. 
Bekannlmachnng 
»eireffr»» Meldung z-r «t»«mrolle. 
Alle sich hi:r im Orte dauernd aushaltenden «ilttärpflichtiten, 
di« in den Jah'en 1891. 1892, 1898 geboren siod und ihrer Miiila - 
Pflicht ncch richt gerügt haben oder di: vo>. 1831 geboren fti-b atrt 
eine endgültige Entscheidung über i:re Militärpflicht bisher »och nicht 
erhalten haben werden aufgefordert, sich in der Zelt 
vom 15 Jailuar »iS einschließlich 1. »*Jmr 1913 
während d-r Dienuflunden von vormittags 8 Uhr brs nachmitt-gs 3 Uhr 
in hiesig n Gemeindeamt, Z mmer 47, z.r Stammrolle zu meid n. 
Zur Meldung vcrpflichlit find a ch: 
a) Dieniibolcn Haus- und Lir s-vafisbeam^e. Handlvngs^ehilien 
urd Hai.dwcrksg's.lleo, Leh linge »abrikarieiter und aad"e in einem 
ähnlichen verhültnii stehende Dililärpflichtige, die tm Orte in der 
Lehre, im Dreist oder in Arbeit stehen, 
d) Elndierende, Schüler und Zögling: scnfligrr Anflatteu, sofern 
sie hier wohnen „ ,, . . 
Militärpflichtige vorgenannter Art. die sich hier nur rorob.-rgeherd 
aufhält n, haben sich in de selben Zeit bei der O tSte;ö de ihres 
Wohnsitze» zu melden. 
Bit der Me.dang haben Mili ärpflichtigr, die sich bereits früher ge- 
stellt h -den, ihien Losungsschein, und di jeutgen, die autzerhal gebo-en und 
noch nicht zur Musterung gekommen si- d, ihren von dem Standesamte 
ihres Geburtsortes ausgestellten 8e»«,tsschein mitzubringen. 
Sind Mi'.i ärpflihtig-, die sir, hie zu m-lden ha"en, während der 
gedachten Zet» voiü ergehend atwe;end, so n üffei die E!t-rn, Vormünder 
oder Acleilgeber deren Anmeldung zur Stammrolle d wirken. 
Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß seiteaS der 
Militärpflichtige > Ge»«c1Sschtt« >. die von den «tarddekämiern kostenlos 
ansgkstevt »e ben, «litt ab.r Taufscheine bcizuk r.ngen find. 
Bei Uaterlaffivg der vorge,ch:ietcnen Meldai gen zur Stammr-ll 
oder zur Bereit gang derfeldin tritt Geldstrafe riS zu 30 M oder 
Haft bis zu 3 Tag n >in. 
Bcrlin-Frlcdenau, den 8. Januar 19l3. 
Der Gemeindevorsteher. 
I 
I Aufnahme und Konsultationen | 
Entbindungsheim gebildeter Hebamme. Ruhig gelegene I 
Villa. Sehr mäßige Preise. I 
Sponholzstr. 19« (Wannseebahnhos). 0 ( PU- ■ 
I 
Bekanntmachung. 
D'e bisher leg'lräßig alle zwei Jahre durch Eichbeamie im Ge- 
meindebezirk Berlin-Friedenau ausgcfllh.len Maß- und Gewlch Srevisionen 
find v'in 1 Januar 1012 ab in Fortfall gekommen Statt dessen finden 
-oa jetzt ab periodif-e Nacheichnngen durch Eitbeam'e statt. Für 
den Gcmei itebezirk Berlin-Fri denau findet diese Nach ichung in der 
Zeit vom 7. Januar bis 21. März ; 913 statt Dar Eichamt ist auf 
dem Gr r-lind gruudstück am Mark PI tz Niebstr, ße 2 e n erichiet und 
von vormittags 8 Uh: bis nachmittags 2 Uhr ununterbrochen geöffnet. 
Sämtliche hier nnläjfig-n «cwerbeireibende welche zum Zumessen 
und Zuwiegen von Waren rm öffci tlichen Verkehr Dag-n^ Gewichte und 
M ßw rkz-vg- verwenden werden aufgefordert, während eini angs er 
wähnter Z'ir bi- fe an der bezeichneten Stelle vachcichen zu kaffen. Die 
für die Nach ihvna zu zahle den Gebühren werdm von dem Eichamt 
glrich eih.len U.b r die Höh: derselben ist im Eichamt eine Bekiumt- 
mcchunq aasgebängt 
ker.in-Iriedinau, den 6. Januar 1913. 
Der Amtsosrsteher 
Feine Wiener Beehrn 
Bouillon-, 5alz-, und Käsestangen, Tafel-, 
Dessert-, Liliputs- u. Graubrötchen, Caviar-, 
Viktoria-, Raspel-, Englisch-Brot u. Weizen- 
Schrotbrot liefert bis 7 Uhr Abends stets frisch 
BsrUiold Müllers Feinbäckers! 
Friedenau, Friedr.-Wilh.-Platz 6 «. d. Kimhw. Trf.Pfbg.2i06. 
Ms bringt das neue Fahr? 
ZukunftSenihullung durch Handiese- 
küafllerin Frau Zterholz, Stierstr 19, 
Garth lart. Sprechstunden 2—9 
«onsult iv 1- TO. 
Mit«» AlWelM 
10-12, 4-7, Peschkestr. 9, Gth. J, l. 
Frische Trtuketer 
garault. Mdl. 1,80, F ischeLandeier 
Mdi 1,10. Reumann, Hertelstr. 3 v. 
k-8Nm, scw a. lämil.Wocheamärkt 
Mm. RmarMrieiitml 
Damea- u: Hetrengarderove, Kunst, 
popferei vacheßr. 8. Psbg. 8872.
        
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