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Periodical volume Nr. 277, 25.11.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Kriedenauer 
Unparteiische Zeitung für kommunale und bürgerliche 
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M. 277. 
Nerlin-Sriedenau, Aienslag, den 25. Aovemver 1913. 
20. Iayrg. 
Oepelcken 
Letzte Nachrichten 
Berlin. In Borhagen stürzte sich heule morgen eine 
Frau Tomat iin Hause Bismarckplatz 2 aus dein Fenster 
ihrer Wohnung. Sie war sofort tot. 
Naumburg. Ein interessanter Fund wurde bei Aus- 
schachtungsarbeiten in der Nahe von Naumburg an einer 
Stelle gemacht, wo vor 200 bis 300 Jahren große Wein 
berge gewesen waren. Man fand ein reich verziertes Kästchen 
voll mittelalterlicher Münzen, ein zweites Kästchen mit einer 
Urkunde, und endlich vier GlaSslaschen mit Wein, die nach 
der Etikette aus dem Jahre 1687 stammen. Der Wein ist 
also 226 Jahre alt. 
Paris. Der Flieger Rost unternahm gestern den 
Versuch, den Höhenweltrekord zu drücken. Er hatte bereits 
etwa 4000 Meter erreicht, als die Zuschauer bemerkten, 
daß sein Eindecker stark schwankte, sich nach vorn überneigte 
und abstürzte. Er überschlug sich andauernd wohl 20 mal, 
wobei er einen vollständigen „Looping" ausführte. In 
etwa 1000 Meier Höhe wurden die Kreise der Maschine 
langsamer. Scheinbar konnte der Flieger den Ap 
parat wieder beherrschen, und er landete dann auch 
in normaler Weise. Rost war durch den Vorgang so sehr 
erschüttert, daß er zu Anfang nicht reden konnte. Später, 
als er sich beruhigt hatte, erklärte er, daß er von einem 
heftigen Wirbelwind erfaßt wurde und gegen seinen Willen 
die Schleifen ausgeführt habe. Erst allmählich habe er die 
Fassung wiedergefunden und den Apparat wieder in seine 
Gewalt bringen können. 
Paris. Nach einer Blättermeldung sollen das franzö 
sische und das englische Mittelmeer-Geschwader, welche zu 
sammen 45 Kriegsschiffe zählen, gegen Mitte Dezember in 
Ajaccio eintreffen und dort gemeinsam vor Anker gehen. 
Oie Oienstborenkrankenlrasse in 
frieäenau — 
die billigst« Krankenkasse in Großberlin. 
Tie öffentliche Versammlung, die „der Haus-und 
Grundbesitzerverein" gestern Abend nach der Aula des 
Reformrealgymnasiums einberufen hatte, zeigte nicht den 
Zuspruch, den der einberufende Verein bei der Wichtigkeit 
des Themas: Tie Dienstbotenversicherung, hätte erwarten 
können. Der Besuch ließ sehr zu wünschen übrig. Und 
doch ergab sich aus der dem Vortrage des Herrn Ober- 
sekre'äcs Borck folgenden lebhaften Aussprache, wie wenig 
vertraut unsere Dienstherrschaften noch mit der neuen am 
l. Januar in Kraft tretenden Dersicherungsordnuug sind. 
Es zeigte sich auch, wie unendlich viele Fragen noch geklärt 
werden müssen — namentlich bezüglich der Versicherung der 
Aufwärterinnen und der unständigen Arbeiterinnen 
Sylvias Okaukkeur. 
Roma» von Loul» Tracy. 
40 (Nachdruck verboten.) 
Mit einer belnakie unhöflichen Haft wandle sich nun 
Hoiningen zum Gehen, ohne auch nur noch ein einziges 
Wort über die Lippen zu bringen. Er fürchtete allen 
Ernstes, daß feine überströmende Glückseligkeit ihn der 
Herrschaft über seine Haltung und über seine Worte be 
rauben könnte — dieser Herrschaft, deren er doch einstweilen 
noch dringend bedurfte, solange der kleine Betrug, den 
er gegen Sylvia verübt, nicht auf eine seiner und ihrer 
würdige Art seine Aufklärung gefunden hatte. 
Sylvia Pendleton war vielleicht die einzige, die mit 
dem Instinkt der Liebe erriet, was ihn zu so ungestümem 
Aufbruch veranlaßt. Ein holdes Lächeln umspielte ihre 
Lippen, als sie sich zu Frau von Riedberg wandte mit der 
Bitte, sich nun ebenfalls endlich die so unliebsam verzögerte 
Nachtruhe zu gönnen, da war in ihrer Stimme ein un 
beschreiblich süßer Klang von Zärtlichkeit, die im letzten 
Grunde sicherlich einem anderm galt als der„vor:resslichen" 
Baronin. 
Unterdessen hatte sich Hoiningen zu der Garage be- 
S eben, in der sicheren Erwartung, seinen telegraphiich von 
iarlsruhe her beorderten Chauffeur dort vorzufinden. Es 
bedeutete ihm eine sehr unangenehme Ueberraschung, als 
er sich in dieser Zuversicht getäuscht sah: nicht so lehr, weil 
er seine Bagage entbehrte, als weil sich selbstverständlich 
noch niemand veranlaßt gesehen hatte, seinen Wagen dem 
so dringend notwendigen Reiuigungsprozeß zu unterziehen. 
Der Stallknecht, den er in der Garage getroffen hatte und 
der ziemlich verdrießlich und schlaftrunken aussah, hatte 
offenbar (anen lebhafteren Wunsch als den, jo schnell als 
möglich ins Bett zu kommen. 
„Fatale Geschichte 1" brummte Hoiningen, seine Worte 
Mehr an sich selbst als an diesen Wackeren richtend. „Es 
(Waschfrauen, Scheuerfrauen usw.). Auch die Bestimmung, 
daß Dienstboten, die bei Inhabern von Gewerbebetrieben 
— Bäckern, Schlächtern usw. usw. — beschäftigt sind, 
nicht zu dem Hauspersonal zu rechnen seien, sobald sie 
auch nur den Laden reinigen oder ab und zu in dem 
Raum des Gewerbebetriebes zu tun haben (Reinhaltung der 
Schneiderwerkstätte usw.) war wichtig zu hören. Es sind 
solche Dienstmädchen nicht bei der Landkraukenkasse, sondern 
bei der Ortskrankenkasse anzumelden, ebenso die Auf 
wärterinnen, Waschfrauen, Hauswarte usw. Der Land 
krankenkasse gehört nur das Hauspersonal an, das niedere 
häusliche Dienste verrichtet und im Haushalt des Dienst- 
gebers aufgenommen ist. Es müssen so auch Haus 
damen, Kindergärtnerinnen, Stützen usw. zur Landkrauken 
kasse gemeldet werden, sobald sie untergeordnete häusliche 
Dienste verrichten, tun sie das nicht, so gehören sie in die 
Ortskrankenkass'. Diese Doppelsinnigkeit der Bezeichnung 
in gleichartiger Beschäftigung wird noch zu manchen Unzuträg 
lichkeiten in den Gemeinden mit zwei Krankenkassen, wie 
in Friedenau und Wilmersdorf, führen. Ist es doch z. B. 
möglich, daß ein Dienstmädchen den ganzen Tag über nur 
im Haushalte des Dienstgebers tätig ist, Abends aber hat 
es einen Laden, eine Werkstatt oder ein Kontor zu reinigen. 
Schon ist es nicht bei der Landkrankenkasse, sondern bei der 
Ortskrankenkasse versicherungspflichtig. Der Beitrag bei 
beiden Kassen ist nun zwar fast gleich, er ist bei der Orts 
krankenkasse nur in der Hl. Stufe 3 Pfg. die Woche höher, 
aber der Zweifel: gehört das Mädchen zu dieser oder jener 
Kasse, wird viele Unannehmlichkeiten hervorgerufen. Und 
schließlich kommt es soweit, daßvonderauf4000angenommenen 
Zahl der Dienstboten in Friedenau nur die Hälfte zur Land 
krankenkasse kommen kann, weil die andere Hälfte auch mal 
ein Kontor u. dergl. am Tage aufzuwischen hat. Darauf 
möchten wir noch im voraus hingewiesen haben. In der 
gestrigen Versammlung wurde über die Beitragspflicht 
der Dienstboten auf Antrag der Frau Dr. Landwehr der 
wichtige Beschluß mit großer Mehrheit gefaßt, daß — wie 
gesetzlich vorgeschrieben — -/, des Beitrages dem 
Dienstboten in Anrechnung gebracht werden sollen, 
damit der Dienstbote daran erinnert werde, daß er, wo ihm 
Rechte zustehen, auch Pflichten habe. — Wir lassen nun 
den Verhandlungsbericht folgen: 
Dcr Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzervereins, 
Herr Gemeindeschöffe und Chemiker v. Wrochem, eröffnete 
gegen i/,9 Uhr die öffentliche Versammlung. Ec wies hin 
auf die wichtige Frage der Dienstbotenversicherung, die mit 
dem 1. Januar 1914 in Kraft tritt. Dem Haus- und 
Grundbesitzerverein, der vor 25 Jahren wesentlich zu dem 
Zwecke gegründet wurde, allgemeine Interessen zu vertreten, | 
ist nahegelegt worden, in einer öffentlichen Versammlung 
Aufklärung über diese Frage zu geben. Der Verein ist, 
getreu seinen Grundsätzen, gern dieser Aufforderung gefolgt. 
Er könne nur bedauern, daß der Besuch der Versammlung 
ist das erstemal, daß mich der Bursche im Such läßt. Und 
meine Depesche nach Kailsruhe war doch wahrhaftig deut 
sch genug." 
„Oh," fragte der Stallknecht, „der Mann, den Sie er 
warten, ist in Karlsruhe?" 
„Er sollte freilich nicht mehr da sein; aber ich muß 
wohl annehmen, day er sich dorr befindet." 
„Dann ist es sicherlich derselbe gewejen, der heute am 
Telephon nach Ihnen verlangte!" 
„Am Telephon? Wann?" 
„Na, es mag so um halb acht herum gewesen sein. 
Das Stubenmädchen erzählte mir davon, nachdem die alte 
Dame heruntergekommen war, um statt Iyrer mit ihm 
zu reden." 
Hoiningen horchte gespannt auf. 
„Ich verstehe nicht recht. Welche alte Dame meinen 
Sie?" 
„Na, alt kann man sie vielleicht noch nicht nennen. 
Ich meine, die ältere von den beiden, die Sie in Ihrem 
Wagen fahren?" 
„Und weshalb ging sie statt meiner an den Fern 
sprecher ?" 
„Das kann ich natürlich nicht wissen; aber gewundert 
habe ich mich auch darüber, da Sie ja noch draußen am 
Bootssteg standen und leicht genug hätten gerufen werden 
können. Ist überhaupt ne etwas merkwürdige Person, 
diese ältere Dame. So um zehn Uhr, als sie wohl anfing, 
sich wegen Ihres langen Ausbleibens Sorge zu machen, 
ivollte |ie plötzlich wiye», ob nicht vielleicht da-Automobil 
fort sei. Und sie gab nicht eher Ruhe, als b:s wir ihr 
die Garage ausgeschlossen und sie durch den Augen>chein 
überzeugt hatten, daß der Wagen »och ruhig aus denijel.en 
Fleck stand." 
„Wissen Sie vielleicht auch, mit wem sie am Telephon 
gesprochen hat?" 
„Mi: einem Ehausfeur namens Hasenlamp. Als mir 
das Mädchen das jagte, dachte ich gl ich Lara», daß Sie 
u.ir am Nachnut.ag von einem Mann immens Hascnkamp 
nicht zahlreicher ist. Denn die Zahl der Interessierten 
übersteige sicher um das 10 fache die Zahl der Anwesenden. 
Die Folge werde wieder sein, daß viele später sagen, sie 
haben nichts gewußt. Er bedauere dies, obwohl die 
breiteste Oesfentlichkeit von der Veranstaltung dieser Ver 
sammlung in Kenntnis gesetzt wurde. Herr v. Wrochem 
richtete noch an die Anwesenden die Bitte, sich an der Aus 
sprache recht rege zu beteil gen. Jede Frage werde beant 
wortet werden. Darauf erteilte er Herrn Obersekretär Bor ck 
das Wort, der folgenden Bericht über die Tienstbotenver- 
sicherung gab: 
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Krankenver 
sicherungswesen hat eine neue gesetzliche Regelung in dem 2. Buche 
der neuen Reichsversicherungsordnung gefunden. 
In dem Leitartikel der heutigen Nummer des „Friedenauer 
Lokal-Anzeigers" wird es als zweifelhaft hingestellt, daß das neue 
Gesetz am 1. Januar in Kraft tritt. Es steht aber ohne jeden 
Zweifel fest: die neuen Bestimmungen treten am 1. Januar 
1014 in Kraft. Bon den Arbeiter - Versicherungsgesetzen hat 
keins in der Reichsversichernngs-Lrdnung eine so erhebliche 
Veränderuvg erfahren, wie das Kranken - Versicherungsgesetz 
und zwar erstens durch die Ausdehnung ,der Verstcherungspflicht, 
also durch die Erweiterung des Personenstandes, der dem Ver 
sicherungszwange unterliegt, und ferner durch die Aenderung in 
der Organisation der Versichernngsträgcr, das sind die Kranken 
kassen. 
Was nun die erste Aenderung anbelangt, so interessiert uns 
hier in erster Linie die Tatsache, daß vom l. I. 14 ab auch die 
Dienstboten versichert werden müssen. Damit wird in die gegen 
seitigen Beziehungen zwischen Herrschaft und Gesinde ein voll 
ständig neues und fremdes Element hineingetragen, an das sich die 
Herrschaften wohl erst nach längerer Zeit gewöhnen werden. Die 
Dienstboten werden die Neugestaltung der Dinge sehr bald als eine 
Wohltat empfinden (Zuruf: Na, na!). Treten wir nun zunächst 
einmal der Frage näher: Wer gehört zu den Dienstboten? Im 
allgemeinen ist Dienstbote, wer untergeordnete, mechanische 
Dienste häuslicher und wirtschaftlicher Art gegen Geld oder Na- 
turalien leistet und in die häusliche Gemeinschaft des Dienstherrn 
aufgenommen ist. Hiernach gehören also zu den Dienstboten in 
erster Linie unsere sog. Mädchen für Alles, ferner die Köchinnen, 
die Zofen, die Hausmädchen, die Diener, die herrschaftl. Kutscher 
usw., immer vorausgesetzt, daß sie in der häuslichen Gemeinschaft 
der Herrschaft leben. Ob die sog. Stützen, Hausdamen, Erziehe 
rinnen, Kinderfräulein usw. als Tienftboten anzusehen sind, ist 
eine Frage, die von Fall zu Fall entschi den werden muß. Jeden 
falls sind nicht allein die Bezeichnungen „Stütze, Hausdame" usw. 
ausschlaggebend. Es kommt vielmehr in erster Linie auf die Art 
der Tätigkeit an. Eine Stütze oder Hausdame — oft legen sich 
diese Leute selbst die schönsten Titulationen zu — die niedere, 
mechanische Dienste verrichtet, gleichviel in welchem Umfange, ist 
zu den Dienstboten zu rechnen. Aehnlich verhält es sich mit den 
Kinderfräulein, die häufig nichts weiter als Kindermädchen oder 
Kinderwärte,innen sind. Dagegen zählen ohne Zweifel die Auf 
wärterinnen, Scheuerfrauen und Waschfrauen nicht zu den Dienst 
boten. Sie versehen zwar andere häusliche Dienste, leben aber 
nicht im Haushalte des Arbeitgebers. Schließlich sind auch die 
Ladenmädchen, Hausdiener, Laufburschen u. dergl. keine Dienst- 
| boten, wenngleich sie in vielen Fällen im Hause des Arbeitgebers 
wohnen und leben und durchaus niedere Dienste verrichten. Ihre 
Dienste sind aber nicht häuslicher.. wie ich vorhin betonte, sondern 
gewerblicher und kaufmännischer Natur. 
Nachdem wir klargestellt haben, wer als Dienstbote ver 
sicherungspflichtig ist, treten wir der 2. Frage näher: Welcher 
gesprochen Hutten, der abends Io.amen ni..rde. um den 
Wagen zu was:, en Ader ich have nichts davon gesagt, 
denn Frauenzimmer brauchen nicht alles zu wissen." 
Wie weit Hoiningen auch noch davon entfernt sein 
mochte, den inneien Zusammenhang der Geschehnisse zu 
begrci en, über ei,.es war er sich doch vollkommen klar: 
nämlich über die Ursache der sonderbaren Wandlung, die 
während seiner Waherfahrt in den Gesinnungen der Baronin 
gegen ihn vor sich gegangen sein mußte und über die 
liefere Bedeutung ihrer honigsüßen Redensarten von vor- 
hin. Er ahnie nicht, me-halo Hmenkamp ihn hatte sprechen 
wollen, und welch.r Art die Botschaft gewesen sein konnte, 
die er Frau von Riedberg 'ausgerichtet, aber er hegte 
kaum noch einen Zweifel, daß dem ringe chickten Menschen 
irgendeine verräterische Aeußerung cni chtüpst war, und 
dag die verschlagene Dame seitdein wußte, oder wenigstens 
ahnG, wer der Chauffeur war, dessen unbequemes Ein 
greifen bis jetzt das Gelingen ihrer Pläne vereitelt hakte. 
Er lachte gezwungen auf, aber er verzichtete auf eine 
Foits'etzuug des Verhörs mit dem Stallknecht. 
„Winden Sie geneigt sein, nur bei der Säuberung 
des Wagens zur Hand zu gehen?" fragte er statt dessen. 
Ader die Geneigtheit des Mannes zu solcher Ver 
richtung schien sehr genug. Und das war einigermaßen be- 
greijlich, da Mitternacht längst vorüber mar, lind da die 
Aufregung über das Ausbletteu der amerikanischen Millio 
närin ihn ohnedies schon um zwei Stunden kostbaren 
Schlafes gebracht hatte. 
„Bedauere sehr," brummte er, „ich verstehe mich bloß 
auf Pferde und bin auch bloß für Pferde angestellt." 
„Vielleicht aber besinnen Sie sich auf Ihr Talent zum 
Wagenwäschen, wenn ich Ihnen zehn Mark für die Mühe 
waltung zahle. Wer ein Pferd striegeln kann, der sollte 
eigentlich auch mit einem reinigungsbedürftigen Auto fertig 
werden." 
„Was ? fragte der Mann mit weit aufgerissenen Augen. 
„Zehn. Mark? Ist das ein schlechter Witz?" 
(Fortsetzung folgt.)
        
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