Path:
Periodical volume Nr. 271, 17.11.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Vereins-Dach richten 
21m ®ien§tng tagen: 
SfÄ® ®Ä«6e. t01 M^verschiLnÄb'. 
Stannntffchlm Resmeuant^mis^eiche^L^K°"ser°ativec 
Schömberg 
-,.. ® e s r neue Sterbrunnen auf dem Barbarossaplatz in 
Schoneberg der an Stelle des seinerzeit viel betitelten Gänse- 
brnnnens, der wen.g vor ein Mädchengymnasium l,inpatzte 
errichtet wurde, .stein Werk des Bildhauers Konstantin Starch 
das nunmehr vollständig fertig geworden, das Auge des 
Bildhauers durch das Spiel seiner Wässer erfreut. Schon 
vor längerer Ze,t wurden die Wasserbecken des Brunnens 
aufgestellt aber es fehlte noch der figürliche Schmuck, der 
jetzt angebracht worden ist. und der dem W-rk erst den 
rechten Ausd^ck verliehen hat. Um die formenschöne obere 
Schale, gleichmatzig zu einem schönen Kranz gruppiert sitzen 
auf dem unteren großen Beckenrand acht nackte Kinderfigi'irchen. 
Typen, je zweimal in Bronze gegossen, sind vorhanden: 
Madelchen, die sich das Haar ordnen und mit Bällen spielen' 
Knaben, die wie die Gespielinnen sichtlich über das herab 
fallende Wasser erfreut sind, das im hochgestellten Mittel 
becken in dickem Bündel aufsteigt. Herzerfreuende Anmut 
ist den Kinderchen eigen, und der Vriinnen. zu dem man 
über einige Stufen von der Straße aus aufsteigen kann ist 
ein künstlerisch hochentwickeltes Zierstück der Stadt Schöneberg 
geworden. 
—o Die städtischen Arbeiter. Handwerker und Angestellte 
Schönebergs protestierten in einer zahlreich besuchten Ver 
sammlung im Lindenpark" gegen die Verschleppungspolitik 
der städtischen Körperschaften. Seit H/ 2 Jahren — so wurde 
ausgeführt — stehe die notwendige Neuregelung des Arbeiter- 
ausschutzreglemeiits auf der Tagesordnung. Auf erneute 
Anfrage sei der Bescheid erfolgt, daß die Slrbeiterausschußordnung 
in nächster Sitzung der Deputation geregelt werden solle. 
Die Ruhegeld- und Hinterbliebenenversorgung harre seit 
einem Jahre der Erledigung. In einer Resolution wird der 
Magistrat ersucht, schleunigst Abhilfe zu schassen. 
—o Eine erfolgreiche Petition hat der Schöneberger 
Hans- und Grundbesitzeroerein bezüglich der Stratzenbau- 
polizeiverwaltung an die Stadtverordneten-Bersammluug 
gerichtet. Sie lautete: 
An die Stadtverordnetenversammlung Berlin - Schöneberg. 
Den städtischen Körperschaften und der städtischen Straßenbaü- 
polizeiverwaltnng, Abt. t. gestattet sich der Hans- und Grund 
besitzerverein Berlin-Schöucberg folgende Angelegenheit mit der 
Bitte um Abhilfe zu unterbreiten: Rach den gesetzlichen Be 
stimmungen ist zu Eingriffen in den Straßenkörper Genehmigung 
der Wegepolizeibehörde, d. i. die städtische Straßenbau-Polizcivcr- 
waltung erforderlich. Die Zustimmung der Grundeigentümer, 
denen die Verpflichtung zur Unterhaltung der Bürgersteige obser 
vanzmäßig in Berlin-Schöneberg obliegt, ist indeß durch keine ge 
setzliche Bestimmung vorgeschrieben, sodaß die HanS- und Grund 
besitzer rechtlich keine Möglichkeit haben, Eingriffe in das von 
ihnen zu unterhaltende Objekt zu verhindern. Sic haben infolge 
dessen zum mindesten das größte Interesse, daß der Bürgersteig 
nach Beendigung der genehmigten Arbeiten ivieder in guten Zu 
stand versetzt wird und auch noch während ciirer gewissen Zeit 
nach Beendigung der Arbeiten für eine Beseitigung etwa nach 
träglich auftretender Schäden Garantie geboten wird. Daß in 
Berlin-Schöneberg seitens der Straßenbau-Polizciverivaltung den 
Unternehmern nach dieser Richtung Verpflichtungen auferlegt 
werden, darf wohl angenummeir iverden, die Haus- und Grund 
besitzer haben bisher jedoch nicninls erfahren, ob und inwieweit 
die Behörde in dem gedachten Sinne ihre Interessen wahrnimmt. 
Sie stehen deshalb den plötzlich an sie etwa ergehenden Ver- 
fügungen der .Straßenbnu-Polizeiverwaltung' Mängel im Bürger 
steige beseitigen zu lassen, selbst dann machtlos gegenüber, wenn 
besondere Umstände, die zu der Annahme berechtigen, daß nicht 
eine von ihnen zu vertretende naturgemäße Abnutzung des Pflasters 
vorliegt, sondern die von dritten im Bürgersteige ausgeführten 
Arbeiten Ursache der aufgetretenen Mängel sein mußten. Dieser 
Zustand bedeutet zweifellos eine Härte für den ohnehin schon reich 
lich belasteten Stand der Haus- und Grundbesitzer, deren Be 
seitigung geboten erscheint. In unserer Nachbarstadt Berlin-Wil 
mersdorf ist die Angelegenheit bereits seit Jahren in einer die 
Eigentümer befriedigender Weise geregelt. Hier findet auf Veran 
lassung der Straßenban-Polizeiverwaltung vor der Inangriff 
nahme genehmigter Arbeiten ein Lokaltermin zwecks Feststellung 
des Zustandes des Pflasters statt, zu dem ein Vertreter der Be 
hörde, des Unternehmers und der Eigentümer des betr. Grund 
stücks eingeladen wird. In gleicherweise rvird der Zustand des 
wiederhergestellten Pflasters nach Beendigung der Arbeiten fest 
gestellt. Hierdurch ist den Grundeigentümern Gelegenheit gegeben, 
irgendwelche Mängel sofort geltend zu machen. Außerdem erlaßt 
der Magistrat in Berlin-Wilmersdorf vierteljährlich Bekannt- 
rnachungcn in der Zeitung, durch welche die den Unternehmern auf 
erlegten Garantiezeiten bekanntgegeben iverden mit der Aufforderung 
an die Jntereffenien, ihre Rechte vor Ablauf der pxrist zii wahren. 
Wenn nun die Schöneberger Grundeigentümer den Wunsch haben, 
in gleicher Weise behandelt zu werden, so wird man ihrer 
sLuderung die Berechtigung nicht absprechen können, und deshalb 
bittet der Verein im Interesse des Standes, der den größten Teil 
der Gemcindelasten ausbringt um wohlwollende Prüfung der An 
gelegenheit. 
Der Schöneberger Hausbesitzeroerein hat nunmehr von 
dem Stadtverordnetenvorfteher Grafen Matuschka die Ant 
wort erhalten, datz diese Petition von der Versammlung 
dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen worden sei. 
Nachdem die Stadtverordnetenversammlung also der Meinung 
des Hausbesitzervereins beigetreten ist, besteht alle Aussicht, 
datz der Magistrat den unhaltbaren Zuständen ein Ende 
bereiten wird. 
Berlin uncl Vororte 
o Wilmersdorf. In einer Eingabe, die die Mehr 
heit der hier ansässigen Firmen gestern an den Minister für 
Handel und Industrie abgesandt hat, wird die Loslösung 
Wilmersdorfs von der Potsdamer Handelskammer und der 
Anschluß der Handel- und Gewerbebetriebe unseres Vororts 
!an die Berliner Handelskammer gefordert. Die Eingabe 
stützt sich auf eine vom Handel- und Gewerbeoerein 
Wilmersdorf veranstaltete Rundfrage, bei der sich von 870 
(Firmen 610 für die Loslösung von der Potsdamer Handels 
kammer ausgesprochen haben, nur 27 Firmen stimmten 
,gegen den Anschluß an Berlin, und die übrigen enthielten 
sich der Abstimmung. Infolge dieser fast einmütigen 
Willenskundgabe der interessierten Kreise dürften der Au 
fgliederung Wilmersdorfs an die Berliner Handelskammer 
steine weiteren Schwierigkeiten mehr im Wege stehen, zumal 
ibie vielgestaltigen Interessen unserer Stadt heute schon voll 
kommen Berlin zugewandt sind. 
o Steglitz. Die Terraingesellschaft Steglitz-Südende, 
'Berlin W. 0, Schelliugstr. 12, hat von ihrem am Sradipark 
'Steglitz belegenen Baugelände in der letzten Woche wiederum 
eine Ecke und eine Fcontbaustelle verkauft und steht wegen 
weiterer drei Parzellen in Verkaufsverhandlungen, deren 
Abschluß unmittelbar bevorsteht. Der Steglitzer Stadtpark, 
der dem Berliner Tiergarten an Schönheit nicht nachsteht, 
übt eine große Anziehungskraft auf die Mieter aus, sodaß 
die lebhafte Nachfrage nach Wohnungen bei weitem nicht 
befriedigt werden kann und die Bauten meist schon während 
des Rohbaues voll vermietet sind. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Geehrte Redaktion! Als Schöneberger sollte ich mich eigentlich 
nicht in den Krieg der Meinungen bezüglich des abgeschossenen 
sRaubvogels mischen, aber da sogar die Kirchenvcrwaltung in den 
Zwist hineingezogen wird, erlaube ich mir Ihnen, gestützt auf eine 
35jährige Praxis als Jäger, folgendes mitzuteilen: Alle Falken 
arten — um einen solchen handelt es sich nach dem Zahn im Ober 
schnabel — sind in der Hauptsache nach dem Verhältnis der Länge 
des Schwanzes zu dem der Flügel aus ihre Art hin genau zu 
bestimmen; ferner spielt bei der Bestimmung die Färbung der 
Wachshaut der Füße und Länge der Mittelzehe im Verhältnis zu 
den anderen eine Rolle; niemals die Färbung des Gefieders! 
Dieses variiert stark je nach Alter, Geschlecht und Herkunft des 
Vogels. Herr De. 1*. W. nimmt an, cs sei der ganz harmlose 
Turmfalke gewesen, — wahrscheinlich aus dem Umstande heraus, 
.daß der Vogel aus einem Turm ausgesetzt hat. — Jeder Raubvogel 
nimmt da seinen Standort, von wo er zum Erspähen seiner Beute 
den besten Ueberblick hat, sei es eine Mauer, Baum oder Fels. 
Der Turmfalke erreicht eine Länge bis 82 Zentimeter, ist nicht 
imstande, die Beute im Fliegen' zu schlagen und nährt sich, wie der 
Herr Einsender ganz richtig bemerkt, von Mäusen, Käfern, auch 
zuweilen von jungen, nicht flüggen Bügeln — wenn er sie be 
kommen kann, lim diesen Falken handelt es sich im vorliegenden 
Falle aber garnicht, da Herr F. schreibt, der Vogel hätte 47 Zenti 
meter gemessen, ferner, es seien Ständer einer Brieftaube auf der 
Kirchentrcppe gefunden. Eine Briestaube läßt sich auf keinen Fall 
von dem schwachen Turmfalken im Sitzen überwältigen, versucht 
vielmehr beim Nahen eines Räubers durch Ileberhöhen dieses zu 
entkommen. Der fluggewandte Wanderfalke, kalco peregrinus, auch 
Taubenfalke genannt, gewinnt aber durch' seine Flugkünste die 
höhere Region und stößt auf jeden fliegenden Vogel, den er über 
wältigen kann, ist aber nicht imstande, ein sitzendes Tier zu schlagen, 
da er durch den enormen Chok ani Boden zerschellen würde. — 
Dieser edle Vogel verläßt bei der geringsten Beunruhigung beim 
Verzehren seiner Beute durch andere Vögel, Krähen, Bussarde — 
seine Beute und sucht sich ein anderes Opfer — schlägt daher mehr 
Tiere, als er selbst zur Nahrung nötig hat. Der Wanderfalke — 
um diesen handelt es sich meiner Meinung »ach — ist nach dem 
Hühnerhabicht, ns'ur palumbarios, welcher seine Beute im Fliegen 
und Sitzen zu schlagen vermag, der gesährlichste Räuber der Lüfte 
und war bei dem ivertvollcn Bestände an Brieftauben in Berlin 
jedenfalls schnellstens zu beseitigen. Hochachtungsvoll 1'. 8. 
Sehr geehrter Herr Schriftleiter! Als Mitarbeiterder „Staat!. 
Stelle für Naturdenkmalpslegc" und Herausgeber der „Natur- 
,Urkunden" habe ich ein besonderes Interesse an den „Fricdcnauer 
Turmfalken", obschon eS sonst nicht meine Art ist, einen vielge- 
plagtcn Schriftleiter mit Zuschriften zu belästigen. Die zu dieser 
Sache veröffentlichten Schreiben und persönlichen Mitteilungen und 
Rücksprachen zeigen aber, daß für diese Frage doch ein öffentliches 
Interesse — erfreulicherweise — vorhanden zu sein scheint. Ich 
bitte deshalb folgende Klarstellung freundlichst aufnehmen zu wollen. 
Es ist fast mit absoluter Sicherheit anzunehmen — ich habe leider 
nie einen der Vögel gesehen —, daß die Vögel keine Turmfalken 
(Falco timmncnlus) waren, denn dieser Falk ist ein Zugvogel, der 
uns schon im September verläßt und selten einmal bei uns über 
wintert. Ich will wünschen, daß cs diese Art nicht ist, denn sonst 
wären der Schießer oder seine Veranlasser nach ß 8 Absatz c des 
Vogelschutzgesetzes vom 30. 5. 1608 zu bestrafen, das diesen Falk 
als' nützlichen Vogel, Mäusevertilger unter Schutz nimmt. Mit 
dem Turmfalken könnte nun leicht der nordische Merlin- oder 
Zwergfalk (Falco aoralon) verwechselt werden, der im Herbst seine 
lappländische Heimat verläßt und bei uns durchzieht oder auch in 
milden Wintern Standquartier macht. Die gefundenen Taubenreste 
sprechen aber gegen diese Art, die sich nur von Kleinvögeln nährt, 
und dennoch gibt es von letzteren (Bergfinken usw.) ungeheuere 
Scharen in Lappland, wie ich beobachten und photographieren 
konnte. Es bleibt denn nur der Wanderfalke (Falco peregrinus) 
übrig, der sich erdreistete, Friedenaus Kirchturm zu krönen. Das 
wäre allerdings besonders bedauerlich, wenn der geringe Bestand 
dieses königlichen Falken wieder um zwei Exemplare verringert 
worden ist und noch dazu aus welche Weise: geflügelt, erschlagen, 
verkommen. Der Wanoerfalk gehört heute zu unseren seltensten 
Raubvögeln, sein Bestand ist geradezu gezählt und nur gerade bei 
Berlin halten sich noch einige Exemplare, und warum? Weil sie 
hier neben ihren Sperlingen auch hin und wieder eine Taube 
aus dem Flug der Berliner Taubcnzüchter stehlen. Und 
nun kommt der' wunde Punkt! Darum also, weil sein Schöpfer 
ihn nicht gelehrt hat, Stroh zu fressen, sondern spitzen Schnabel und 
scharfe Krallen zum Flcischfressen gegeben hat, wie es Katze und 
Hund tun; auch der Mensch soll sich davor nicht scheuen; darum 
also, weil er diesem oder jenem Taubenliebhaber manchmal einen 
mehr oder weniger geringen Schaden zufügt, darum soll die große 
Schar der Naturfreunde namentlich der kommenden Geschlechter 
für inimer darauf verzichten, den kraftvollen, männlichen Vogel im 
blauen Aether kreisen zu sehen, ist denn der ästhetische Naturschutz 
wirklich noch so wenig bekannt? Hat die doch immerhin begrenzte 
Zahl der Taubensreunde mehr Recht an dem Luftmeer als die 
hunderttausendc von Naturschiitzern und -freunden für ihren 
Wanderfalken und jeden andern Raubvogel? Ich denke die Lust ist 
frei! Erfreulicherweise denken so schon verschiedene Jagdfreunde, so 
daß man anfängt, die Schußprämie für diesen arg bedrängten Vogel 
aufzuheben. Kein Mensch hat das Recht auf Grund falscher oder 
einseitiger oft persönlicher AcrauSsctzungen auch nur ein Tier von 
der Schöpfungsliste zu streichen, wohl aber ist ihm als Herrn die Ver 
pflichtung zuerteilt worden, die ganze Natur „zu bauen und zu be 
wahren". Wer sich genauer rinterrichten will, verfolge die Ber- 
öffcntlichuugcn der „Staatl. Stelle für Naturdcnkmalpslege" oder der 
Naturschutzvereine. Im besonderen vcrivcise ich aus Bracß, Raub 
vögel als Naturdenkmäler; (Heft 5 der „Vorträge und Abhand 
lungen" herausgegeb. v. d. Staatl. Stelle f. N.). 
Georg E. F. Schulz, Hertelstr. 1. 
lieber unsere heimischen Raubvögel und deren Nutzen und 
Schaden herrscht — wie die Zuschriften in Ihrem Blatte be 
weisen — so große Unkenntnis im Publikum, daß ich mir gestatte, 
Ihnen einiges darüber zu berichten. Von den größeren Raub 
vögeln kommen hin und wieder von den nordischen Seeküsten junge 
Gierfalken zu uns, die sich ivie alle Edelfalken durch eine zitiernde 
Bewegung ihrer Flügel längere Zeit an einer Stelle in 
der Luft schwebend halten können. Sie sind 60 Zentimeter 
lang und 120 bis 180 Zentimeter breit. Ihre Färbung 
ist sehr verschieden. Je mehr sie nördlich nisten, wird ihr Feder- 
kleid heller, fast ganz weiß, nur die Federspitzcn zeigen schwqrz- 
braune, tropfen- öder pfcilspitzcnsörmige Flecke. Es ist der oftge 
nannte Jagdfalke, der heute noch als solcher in Nordasien ge 
halten wird. Viel häufiger sind hier zwei Arten zu treffen, der 
kleinere Turmfalke und der Wanderfalke (Berg-, Wald-, Stein-, 
Beiz-Vlaufalke auch Taubcnstößer genannt.) Seine Zeichnung und 
Größe ist in einem Eingesandt in letzter Nummer dieser Zeitung 
richtig angegeben. Der Turmfalke ist kleiner, 35 Zentimeter 
lang 74 Zentimeter breit. Man nennt ihn auch Maucr-Rot- 
Mäuse-Rüttelfalke und erkennt ihn leicht an seinem schön rostrot 
gefärbten Mantel und den aschgrauen Schwanz mit blauschwarzen, 
weiß gesäumten Endbinden und an der weißgelben Kehle. Mäuse, 
Maulwürfe, Wiesel und Marder weiß er sehr geschickt vom Boden 
auszunehmen rind sofort zu töten. Er ist der Landwirtschaft nützlich 
und gehört nicht zu den jagdbaren Vögeln. Die hier abgeschossenen 
.Falken waren Taubenstößer, deren Schädlichkeit nicht erst besonders 
betont werden braucht. F. It. 
Gerichtliches 
(:) Steuerhinterziehung. Ein Zahntechniker, der jahrelang 
ein Einkommen von 3000 M. versteuert hatte, obwohl sein wirk 
liches Einkommen 16 000 M. betrug, wurde vom Landgericht 
Krefeld jüngst wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 
über 10 000 M. verurteilt. Gegen die Verurteilung hat er Re 
vision beim Reichsgericht eingelegt. Das Reichsgericht hat indessen 
die Revision als unbegründet verworfen, sodaß dieser die Strafe 
zu zahlen hat. 
Wetterausfichten. 
Dienstag: Etwas wärmer, veränderlich. Vormiegeild 
trübe mit Regen und lebhaften süowestlichen Winden. 
VerantwortlicherSchristleiter:HermannMartinius Fricdenau. 
> • \. 
Abschriften 
mittels Schreibmaschine schnell, 
korrekt, billigst, liefert 
Büro „Torpedo", Steglitz, 
Altmarktstraße 11 L [0753 
Guter Privat-Mittagstisch 
Handjerifftr. 50-51 Vordh. 11 l. 
'. Mer, 
sich 
sür Schilder- und 
Plakatmalerei, Möbellackierung, 
Treppenhausrenov, Wohn, tapez. 
u. bohnern, Oelgemälde zu verk. 
Odenwaldstr. 26, I. Aufg. 2 Tr. 
Holt- ii. SII&hMhi, 
Uhren u. Manien. 
kaust zum höchsten Preise [7190 
.'peilte. Decker 
Steglitz, Bismarckstr. ,71. 
Aii'li. itisÄ'*' 
Kirchstr 0. Tischlerei H. Wunder, 
^amenschreibtisch, Bücherelagcre, 
Erkergallerie, Bronzespiegel, 
Gaskrone,Betist mitMatr., Bilder 
u. a. in., wegzugsh.,zu verk. Steg 
litz, Schönebergerstr. 2, II rechts. 
Kinderpnlt und Leiterwagen 
u verk. Albestr. 23 Hochpart. 
Totenfest 
empfiehlt reichhaltige Auswahl an 
Kränzen, Kreuzen u. krsdrcd««» 
in geschmackvollster Ausführung. 
Kränze von 50 Pfg. an. 
Blumon^aus Brust, Kirchstr. i4. 
Fernsprecher; Ptalzburg 9092. 
9J Nach Ablegung der Rechtsprufung bin ich 
in die Liste der Patentanwälte eingetragen worden. 
Dipl-Ing. Erich Wurm 
Patentanwalt. 
ul 
Fernspr. Uhland 2056. 
Südwostkorso 
MWlWIM LchffL 
ist für 325 M. zu verkaufen 
08051 Handjerifftr. 25, I. 
q sehr .schöne Handarbeiten, an- 
i gefangen (Decke u. Lfcufdjirtu), 
.Kinderschaukelpferd billig zu ver 
kaufen. Moselstr. 13, III links. 
Wegen Auflösung der Haus 
Haltung Wohnungseinrichtung in 
Mahagoni u. Nußbaum preiswert 
zu verkaufen. Händler verbeten. 
Näheres Goßlerstr. 19 I rechts. 
Mir RIM« 
Plage, Bismarckstr. 
,10-12, Ö-Y, 
8, III, «Port. 1. 
MM»!«! 
echt Perser-Teppich,schönesMuster, 
2 3 /iX3'/„ nicht benutzt, 1 echt. 
Oelgemälde zur Hälfte des gekauft. 
Preises. Hemrich, Friedrichsruher 
Str. 4 II. Bes. bis 12 Vorm. 
SteNengetuche 
D 
s > 
Arbeitgeber aller Art 
erhalten täglich kostenlos 
gelernte, ungelernte u. jugend 
liche Arbeiter, sow. Handwerker, 
. Radfahrer, Lauf- und Arbeits- 
buischen, Portiers, Teppich 
klopfer, Bohner u. Lehrlinge 
durch daa [5684 
Städtische Arbeitsamt 
Berün-SchÖneberg 
ßrunewaldstr. 19 
Ecke Schwäbische Str. 13/14. 
Fernsprecher Amt Nolloudorf 
Nr. 230 und 231. 
V» J 
DieilAurädtzm 
empfiehlt Fr. Auguste Lehmann, ge- 
werbsmäßige Stcllenvermittlcrin, 
Rheinstr. 1. Tel. Pfbg. 6869 [8577 
Junges Mädchen verk. Äuswart 
bei Scheel, Goßlerstr. 18. 
Mädch. für alles, Köchin u. Haus 
mädchen empf. Luise Sothmann, 
gewerbsmäßigeStellenvermittlerin 
Kaiserallee 130. Pfbg. 3982. 
Jg. saub. Frau s. Aufwartest. 
Lecker, Pcter-Bischerstr. 14 G. p. 
Stnuteia u. MW 
mit guter Schulbildung per sofort 
gesucht. Schriftliche Offerten an 
Julius Schumacher, Friedenau, 
tzandjerystr. 63. [9811 
Portierleute für kl. Haus nut 
Zentralheizung gesucht. Zu erfr. 
abends nach 8 Uhr [9801 
Steglitz, Schützenstr. 16, I rechts. 
2 Stickerrinnen für Kreuzstich 
zur Aushilfe gesucht [9697 
Kreuznächcr Str. 5 IV l. 
Ehrliches, fleißiges Mädchen für 
alles zum 1. 12. gesucht [9804 
Eichstädt, Jllstr. 9 11. 
MWiiWll?-"ch. '■ 
Frau Schottländer. Näh. Taunus- 
Nraße 29, II, von 2 -4, 7—9. 
Krankheitshalber gesucht zu sos. 
ein tüchtiges fleißiges Mädchen, 
das zu Hause schlafen kann, für 
den ganzen Tag. Meld. Abends 
nach 8 Uhr. Südivestkorso 11I r. 
Dienstmidchen 
Köchinnen, Hausmädchen jeder 
Art, auch Aushilfen finden 
kostenlos Stellung durch das 
Städtische Arbeitsamt 
Sehöneberg: (5684 
sirunewaldstrasse 19. 
8m. Mw» 'L".V' 
schwacher Dame sür Ausgänge, 
Hilfeleistung. Gegen Gesangunterr. 
resp. Taschengeld. [9814 
Steglitz, Schönebergerstr. 7a,. I. 
Junges Mädchen, 15—16 I.. 
zur Aufwartung verlangt [9306 
Handjernstr. 63 I -l. 
WWN 
bei Ko walk, Rheinstr. 38. [0802 
WstiiSrleriii ZT““ 
Henning. Odenwaldstr. 7,1, Pt. I. 
WMO.W«lW 
morgens 8—11 Uhr, auch Sonnt. 
Eordes, Südivestkorso 10, II. 
Aufwartung früh 7—7,9. 
9310] Krüger, Wilhelmstr. 20. 
Saubere Aufwartung 2 Std. 
Vorm. vcrl. Mcnzelstr. 28 I l.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.