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Periodical volume Nr. 270, 16.11.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

besser geeignet, als Brücke zur Verständigung zu dienen, als 
die Vermittlung von Bildungskenntnissen. Hierfür eigne 
sich aber ganz besonders der sunge Akademiker, der noch un 
beengt von beruflichen Pflichten oder vermeintlichen Amts 
rücksichten von seiner Bildung an diejenigen seiner Alters 
genossen und Mitbrüdcr abgeben könne, denen durch ihre 
soziale Lage die Erwerbung solcher Kenntnisse versagt war. 
Aus seiner reichen Erfahrung als Volksbildner gab er sodann 
leitend die Gesichtspunkte für solche Arbeit an. Er empfahl, 
durch anregende, populürgehaltene Vorträge das Interesse 
des Arbeiters für Belehrung und Aufklärungsund Aufklärung zu 
gewinnen, durch Sonntagsfiihrungen inMuseen sihn anzu 
leiten, von diesen Bildungsstätten einen nutzbringenden 
Gebrauch zu machen, durch Gründung und Ausgestaltung 
von Volksbibliolheken dem Wissensbedürfnis weiter Kreise 
gerecht zu werden. Frei von jeder Klassenpolitik und 
konfessionellen Färbung, fördere solche Arbeit nicht nur 
den Gemeiusinn, sondern versöhne Gegensätze, schasse gegen 
seitig Verständnis für einander und Hochachtung, bringe 
Befriedigung und unvergeßliche Eindrücke. Das stark besetzte 
Auditorium zollte den Rednern lebhaftesten Beifall. 
v Der Zweigvercin Verlin-Charlottenburg -es All 
gemeinen Deutschen Sprachvereins (Vorsitzender Wirkt. 
Geh. Baurat Or. Sarrazin-Friedenau) hatte am 
5. d. Mts. im Landeshause der Provinz Brandenburg seinen 
ersten Vortragsabend des Winterhalbjahrs. Der Vorsitzende 
des Zweigvereins v. Mühlenfels machte zunächst einige geschäft 
liche Mitteilungen, aus denenhervorzuheben ist, daß dcrZweig- 
vercin jetzt 2084 Mitglieder zählt. Er gedachte dann mit 
herzlichen Worten des am 28. Oktober einem Schlaganfall 
erlegenen Gesamtvorstondsmitgliedes Dr. I. E. Wülfing in 
Bonn. Der Verstorbene hat sich um die Sache des Sprach 
vereins hervorragende Verdienste erworben, namentlich als 
Herausgeber der überall bekannten Spracheckeu. Die Ver 
sammlung ehrte das Andenken des viel zu früh Ver 
storbenen durch Erheben von den Sitzen. Den Vortrag des 
Abends hielt Herr Prof. Dr. Leßmann aus Charlottenburg 
über /Ausdrücke und Wendungen mythischen Ursprungs in 
der deutschen Sprache. Wir geben hier nur kurz Einiges 
aus dem reichen Inhalt des trefflichen Vortrags wieder: 
Der Mythos selbst ist uns nicht erhallen. Die mythen 
haltigen Ueberlieferungen bezeichnet sich aber oft als Quelle 
sprichwörtlicher Redensarten, z. B. die Sage vom Land 
grafen Ludwig dem Eisernen, von dein es heißt: „Er ist 
in der Ruhla hart geschmiedet worden." Die wichtigsten 
Nachklänge des Mythos sind Göttersage, Heldensage und 
Märchen. Alle drei sind von dem Gegensatze weiß—schwarz 
beherrscht, häufig umgedeutet in schön — häßlich, jung — 
alt, gut — böse. Das lebt fort in: Weißer Rabe, schwarzes 
Herz, anschwärzen u. ä. Die Raben Wotans, die ihm nur 
das Schlimme, nicht das von ihm selbst geschaffene 
Gute meldeten, klingen nach in: Rabenbotschaft, Unglücks 
rabe, Pechvogel. — Die die Geschicke der Menschen spinnen 
den und webenden Nornen hinterließen Ausdrücke wie 
Lebensfaden, roter Faden, eine Schlacht enspann sich, sein 
Lebeir ist verwirkt. Der Teufel, der christlich ausgeprägte 
Loki, der Schwarze des Mythos, ist in der Fanstsage ein 
durch die Lüfte fliegendes Roß wie der von Odin gerittene 
Sleipnir (Schleifender — Hinkender). Das Verhältnis 
zwischen Reiter und Reittier, zwischen denen ein Blutsver- 
trag besteht, ergab die Ausdrücke „Den reitet der Teufel", 
„Geh zum Henker (früher Henger). Das spielt auf Odin 
als Häugegott an, der als Rübenzagel die Spring- oder 
Sprengwurzel, den Dietrich hütet. Am Ende der Welt „ist 
Loki (der Teufel) los." Die Jungfernmühle, in der alte 
Weiber wieder jung gemahlen werden, ist ein Nachklang der 
Mühle Grotli, auf der Fenja und Manja dem Prodi erst 
Gold und^dann Unfrieden mahlen. Sic lebt als Schicksals 
mühle fort in dem Sprichwort: Gottes Mühlen mahlen 
langsam, mahlen aber trefflich fein. Dänemark unter Frodi 
war ivie Walhall ein Schlaraffenland, in das man sich durch 
einen Kuchenberg hinein ißt, worauf einem die gebratenen 
Tauben ins Maul fliegen. Auf Frcyrs (nicht Freiers) 
Füße» stehn, spielt auf Frcyr als Gott der Liebe und 
Fruchtbarkeit an. — Freund Hain (nicht Hein) ist der ein 
äugige Hagen, ein abgeblaßter Wotan, er versammelt als 
Seelengcleiter die Sterbenden zum großen Heere, zur wilden 
Jagd. Reicher Beifall lohnte den Redner. Der Vortrag 
gab zu einer kurzen anregenden Aussprache Anlaß, in der 
Prof. Leßmann betonte, daß seine Herleitungen ja nicht 
immer völlig unzweifelhaft seien; es handle sich auch hier 
vielfach nur um Vermutungen. Der Vorsitzende sprach dem 
Vortragenden unter allgemeiner Zustimmung lebhaften Dank 
natürlich kein anderer war als der abscheuliche Kurt Dietrich 
Westenholtz. 
Eine volle Stunde brauchte Frau von Riedberg für 
die Abfassung ihres Briefes, und sie hatte es überaus eilig, 
ih» zur Post befördern zu lassen. Wieviel, wie unendlich 
viel aber würde sie schon kurze Zeit nachher darum ge 
geben habe», wenn sie diesen inhaltsschweren Brief auf 
seiner inzwischen bereits angetretenen Reife nach Paris 
härte aufhalten und ihn wieder in ihren Besitz bringen 
können. Denn beinahe unmittelbar nach seiner Absendung 
sollten sich Dinge ereignen, an deren Möglichkeit sie bei all 
ihrer Schlauheit und Verschlagenheit bisher wahrlich auch 
nicht eine Sekunde lang gedacht hatte. 
10. Kapitel. 
Man klopfte an die Tür ihres Zimmers, und auf das 
„Herein!" der Baronin zeigte sich das ziemlich einfältige 
Gesicht eiiics weiblichen Dicnstootcn. 
„Gnädige Frau entschuldigen — heißt Ihr Chauffeur 
vielleicht Westenholtz?" 
„Jawohl! — Was ist's mit ihm?" 
„Jemand in Karlsruhe wünscht ihn am Telephon zu' 
sprechen." 
„Ich habe ihn soeben unten am Flußufcr gesehen. 
Wenn Sie gleich hinuntergehen, werden Sie ihn wohl 
noch finden." 
Richt ohne ein Gefühl schadenfroher Genugtuung hatte 
die würdige Dame diese Auskunft erteilt; denn sie stellte 
sich's sehr hübsch vor, wenn das unpassende Tete-a-tete 
der beiden auf solche Art ein vorzeitiges Ende erführe. 
Aber noch ehe das Mädchen die Schwelle überschritten hatte, 
uln nach ihrer Weisung zu handeln, kam ihr ein anderer 
für seine auf gelehrter Grundlage beruhenden wahrhaft an 
sprechenden Ausführungen aus und teilte zum Schluß mit, 
daß am nächsten Vortragsabend dem 3. Dezember der 
Rektor der Fürstenschule St. Afra zu Meißen Prof. Poeschel 
über Lustfahrcr-Deulsch sprechen werde. 
o In dem Konkursverfahren über das Vermögen 
des Kaufmanns Julius Junge, Lefövrestr. 17, ist zur 
Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin 
auf den 18. November 1913, vormittags 11 Uhr, anberaumt. 
o (5arl Hauptmann, der hervorragende schlesische 
Dichter, dessen Drama „Die armseligen Besenbinder" soeben 
erst in Dresden einen großen Erfolg errungen, wird auf 
Einladung der „Steglitzer Literarischen Gesellschaft" unserem 
Nachbarort Steglitz einen Besuch abstatten und am Freitag, 
dem 21. d. M. im dortigen „Logenhaus" aus seinen Werken 
lesen. Karten sind außer bei Wertheim und Bote & Bock 
auch in der Geschäftsstelle, Steglitz, Albrechtstr. 10, zu haben. 
o Die Ortsgruppe Verlin-Friedenan des Deutschen 
Flottcnvereins veranstaltet ihren nächsten Unterhaltungs 
abend am Donnerstag, dem 20. November, Abends 8 1 / 2 
Uhr im Festsaal in der Homuthstraße. Herr Wilhelm 
Kemner, der langjährige Direktor der Westafrikanischen 
Bflanzungsgesellschast Viktoria in Kamerun spricht über West- 
afrika im Lichte der lctztjährigen politischen Ereignisse. 150 
farbige Lichtbilder werden den Vortrag erläutern. Eingeführte 
Gäste willkommen. 
o In dem Max Brnch-.Konzert des Friedenauer 
Kirchenchors, das der Friedenauer Parochialverein am 
Dienstag, dem 25. November, Abends 8 Uhr, in der Aula 
des Reformrenlgymnasiums (Homuthstraße) veranstaltet, 
werden mitwirken die Violinvirtuosin Fräulein Edith 
von Voigtlaender, die Konzertsängerin Frau Wichmanu-Vogt, 
der Konzertsängcr Herr Earl Burckhardt und der Pianist 
Herr Haensgen(Begleitung). DenKirchenchor dirigiertHerrKgl. 
Atusi kdirektor Harriers-Wipvern. Das Programm lautet: Chor- 
gesang : DieBirkenunddieErlcn, Aiolinvornag: 1.Satz aus dem 
D-inoII-Konzert, Chorgesänge: Am Palmsonntagmorgen 
und In der Christnacht, Einzelgesang: Jngeborgs Klage 
aus der Friljofsage, Divlinvortrag: Konzert 6-inoU, Einzel- 
gesänge und Chorgesänge mit Klavierbegleitung: Schön Ellen. 
o Von einem .Klingelfahrer in ihrer Wohnung 
überrascht wurde eine Dame gestern in der Schloßstraße. 
Sie hatte das Läuten an der Wohnungstür überhört und 
war aufs höchste erstaunt, als plötzlich ein vierschrötiger 
Blaun vor ihr stand. Der Unbekannte — übrigens in 
modcfarbeiiem Uebcrzieher — war ein Klingelfahrer, welcher 
einen Diebstahl ausführen wollte, nun aber plötzlich die 
Flucht ergriff. Polizei erschien auf die Hilferufe der ge- 
ängstigten Dame sehr schnell, der Bursche war aber bereits 
verschwunden. — Mehr Obacht auf fremde Leute in den 
Häusern geben, das lehrt auch dieser Vorfall! 
o Der fällige Unfall. Von einem Wagen der V-Linie 
wurde gestern an der Schöneberger Straße der Jnvälide 
Röder umgestoßen und leicht verletzt. Die Schuld soll den 
Verletzten selbst treffen. 
o Eine Familicntragödie ereignete sich gestern in 
Lichlcrfekde. Tort suchte-die in der DaylemerStraße -wohn 
hafte Frau Werner sich und ihre drei Kinder mit Leuchtgas 
zu vergiften. Ihr Mann, ein pensionierter Beamter, soll 
in letzter Zeit durch Spekulationen und Wetten viel Geld 
verloren haben, was die Frau sich so zu Herzen 
nahm, daß sie den Entschluß faßte, mit den Kindern aus 
dem Leben zu scheiden. Die Tat wurde rechtzeitig entdeckt 
und verhindert. 
Vereins-Oachricbten 
Am Montag tagen: 
Friedenauer Gesangverein für gemischten Ebor: Ilcbungsstuiiden 
V.9—'/jil Uhr im Hohcnzvllcrn, Hanbjcrystr. 04. Dirigent: Musik- 
direkt vr Heinrich Wcinreis. 
Deutsche Kolonialgesellschaft, Abteilung Berlin. Dienstag, 18. 
November, Abends 8'* Uhr, int Künstlcrhausc, Bcllcvuestr. 31, 
Vortrag des Herrn Dr. Rohrbach: Die Lage um Kongo und in 
Angola. (Mit Lichtbildern). Eintritt nur gegen Karten, die unent 
geltlich zu haben sind: bei persönlicher Abholung, im Kolonialhcim, 
Kurfürstcnstr. 1241, bei schriftlicher Bestellung unter Beifügung 
eines mit Aufschrift und Freimarke versehenen Briefumschlages von 
der Geschäftsstelle, Büro der deutschen Togogesellschaft, Berlin IV. 57, 
Potsdamerstr. 63. Nack) dem Vortrage geselliges Zusammensein in 
den Rcstaurationsräumcn des KünstlerhauscS. 
Ter Verein der Sammler von Zignrrcnaüschnitten und Staniol 
richtet an seine Freunde die dringende Bitte, mit der Ablieferung 
der Zigarrcnabschnitte und Staniol nicht zu zögern. Ein jeder, der 
sich für die humanen Bestrebungen dieses Vereins interessiert, ivird 
gebeten, in seinen Kreisen sich der Mühe der Einsammlung zn 
tlntcrzichen und deti Ertrag an folgende Sammelstellen abzuführen: 
Gedanke. Vielleicht bot sich hier eine unveryopie wcoginr)- 
keit, dev) gefährlichen Ehanssenr ein wenig hinter seine 
dünkten Geheimnisse zu kommen,-und jedenfalls konnte es 
nichts schaden, wenn man wußte, wer der Anrufer in 
Karlsruhe war. Sic r:cf also bas Mädchen zurück und 
erklärte, daß cs doch wohl bester sei, den Chauffeur zunächst 
nicht zu rufe», da M,ß Pcndleton, die eine Bovlsahrt 
unternehmen wolle, daritber ungehaltcn sein könnte. Jeden 
falls handle sich's bei dem tetephouifcheii Anruf um eine 
Sache, die sie ebensogut erledigen tonnte, und sie wolle 
darum selber an den Apparat gehen. 
Das Mädchen hatte nichts dagegen einzuwenden, und 
zwei Minuten später betrat Frau von Riedberg die ge 
polsterte Telephonzclle, beren Tür sie sorgfältig hinter sich 
ins Schloß drückte. Sie legte beide Hörrohre an d>e Ohren 
und meldete sich mit einem kurze» „Hallo!", indem sie be 
müht mar, ihrer hohen Stimme einen männlich tiefen 
Klang zu gebet,. Unverzüglich erfolgte die Aniwent: 
„Guten Abend, Herr Gras! Eie sind doch selber am 
Apparat?" 
„Ich verstehe nicht," gab die Baronin zurück. „Wer ist 
dort in Karlsruhe?" 
„Ich bin es — Hasenkamp. 2lber wer spricht denn 
dort? Sind Sie cs, Herr Graf?" 
„Können Sie es denn nicht hören? Saget, Sie mir, 
was Sie wünschen." 
„Ich bitte um Verzeihung; aber die Verständigung ist 
nicht sehr gut. Und die Stimme des Herrn Grafen klang 
mir so fremd. Ich habe eine wichtige Mitteiiung zu 
machen, die leider auch eine sehr unangenehme ist. 'Aber, 
Herr Graf, es ist wirklich nicht meine Schuld. Der alte 
Herr Gras begegnete mir auf der Straße in Bruck/al und 
Frau A. Mtilzer, Schöneberg, Geßlcrstr. 18, Frau Sanitätsrat 
Diestcriveg, Markusstr. 6, Frau -Koiisistorialrat Friedrich. Lankwitz- 
straße 2, Frau Baumeister Jung, Katzbachstr. 16, Frau Dr. Kaftan, 
Lauter Str. 20, Frau Eichbaum, Gotzkowskystr. 89, Frau Dr. 
Mulzer, Friedenau, Kaiserallee 60-6t, Frau Direktor Dreyer, Kreuz- 
bergftr. 71, Frau Dehne. Wgrschauer Str. 68, Herrn Schüler, 
Friedrichsberger Str. 15, Herrn Schwarzlosc, Rodenbcrgstr. 31, 
Herrn Meincbcr, Friedenau, Fricdrich-Wilhelm-Platz 6 und Herrn 
Krüger in Firma Derlei & Krüger, Köpenicker Str. 60-61. 
Patemlcbau 
mitgeteilt vom Patentbüro Johannes Koch, Berlin NO. 18, Große 
Frankfurter Straße 69. Abschriften billigst. Auskünfte kostenlos. 
Optische Anstalt C. P. Goerz, A.-G., Berlin-Friedenau: 
Mnltiplikationsvorrichtung. (Angcm. Pat.) 
Erwin Faikeitthal, Berlin-Friedenau, Lauterste. 38: Vorrichtung 
zur Umwandlung von Wechsel- in Gleitstroin und umgekehrt. 
(Ert. Pal.) 
Landis & Gyr, (st. m. b. H., Berlin - Friedenau: Elektrisches 
Meßgerät.. (GBl.) 
Karl Brose, Bcrliii-Friedcnan, Wilheimstraße 14 a: Papier- 
schlucker. (GM.) 
Bcbönederg 
—o Sitzung der Stadtoerordnetc,! am Montag, dem 17. d. M., 
Nachmittags 6 Uhr. Tagesordnung; l. Bericht des Ausschusses für 
die Vorlage des Magistrats betr. Schaffung einer Stelle sür einen 
Magistratsassessor. 2. Dosgl. betr. Bewilligung der durch den 
Anstrich der Sedanbrücke enlstehendei, Kosten. 3. Dcsgl. betr. Be 
willigung von 20 000 Dl. für die Trockenheizung im Neubau der 
höheren Mädchenschule am Stadipark. 4. Beschlußfassung über den 
Antrag der Stadlv. Bernstein -und Gen. betr. Unterbringung der 
Säuglings-, Tuberkulosefürsorge, Schulzahnklinik und Wohnnngs- 
inspektion. 6. Desgl. über die Vorlage des Magistrats betreffend 
Mictung von Räumen sür die Einrichtungen der Wohlfahrtspflege. 
6. Wahl von 3 Mitgliedern und 4 Stellvertretern für die Vorcin- 
schätzungs-Unterkoinniission I. ,7. Beschlußfassung über die Vorlage 
des Magistrats betr. Bewilligung von Mitteln für die städtische 
Laubenkolonie am Priestcrtveg. 8. Dcsgl. betr. Abänderung des Orts» 
stntuts I und II betr. die Anstellung, Pensionierung lind Hinter- 
Vliebcucnvecsorgung der Beamten der hiesigen Berivaltiing und der 
Beamten und Bediensteten der Feuerwehr. 9. Dcsgl. betr. Fest 
setzung des Mietswertes für die Schuldienerwohnung im Erdgeschoß 
der Hohenzolleriischule (0. H.). 10. Kenntnisnahme von der Vor 
lage des Magistrats betr. Uebersicht über die in der Zeit vom 
1. April bis 80. September 1918 eingeleiteten Fürsorgeerziehungs- 
Verfahren. 11. Bericht des Rcchnungsausschusses. 12. Beschluß 
fassung über die Vorlage des Magistrats betr. Nachbemilligung 
von 450 M. zum Schuletat A für 1913. 13. Dcsgl. betr. Nach- 
bcwilligung von 1465 M. zum Schulctat 6 sür 1918. 14. Bericht 
dis Petitionsausschusses über die Petitionen: Nr. 22 des 
Komnninalvcreins Schöneberg, Friedenauer Ortstcil, betr. Anlegung 
von Raseustreiscn in der Haaupistraße. Nr. 23 des Vorstandes des 
Bundes Teutscher Architekten; Beschwerde gegen die vom Stadt- 
erwciterungsamt zu Gunsten der Anlieger angefertigten architek 
tonischen Pläne. Nr. 28 der Beamten der Besoldungsklasse XX um 
Schaffung neuer Stellen. Nr. 29 des Schöneberger Schwimm- 
vereins betr. Ausbau der Blanken Hölle zu einer Sommerbade- 
anstalt. Rr. 3k des Herrn Paul Schulze betr. Vermeidung von 
Umschulungen in der 8. Volksschule. Nr. 33 des Zentralausschusses 
kaufmännischer und gewerblicher Vereine und Innungen zu Vcrlin- 
Schöncberg. Beschwerde über § 33 der Friedhofsordnuug für den 
2. städtischen Friedhof. Nr. 84 des Vereins Schöneberger Ober 
lehrer betr. Stellungnahme zu den neuen Grundsätzen des 
Magistrats über die Anstellung der Lehrkräfte an den höheren 
Schuten. Nr. 36 verschiedener Hausbesitzer der Gruncwaldstraßc 
um Durchführung des Fluchtiinienplanes in der geuanntcn Straße 
und Einleitung des Emschäütguiigsfestslcllungsverfahrens. Nr. 37 
verschiedener Anwohnep hcs' ,Bayerischen Platzes,- von der Umge 
staltung dieses Platzes und der Errichtung zweier Häuser neben 
dem Brunnenbecken abzusehen. 15. Beschlußfassung über die Vor 
tage des Magistrats betr. Genehmigung eines Nachtrages zu dem 
mit der Eisenbahndirektion Berlin abgeschlossenen Vertrage über 
Mictung des an der Ebcrsftraße gelegenen eisenbahnfiskalischen 
(stcländcs. 16. Desgl. betr. Abschluß eines Vergleiches mit dem 
Eisenbahnfiskus über den Erwerb einer Straß,cnlandparzelle. 
— o In der Paul Gerhardtkirche, Schöneberg, Haupt 
straße, veranstaltet am Bußtage, 8 Uhr Abends; Professor 
Egid: ein Orgelkonzert unter Mitwirkung von Frieda Rock 
(Alt) und Arthur Slarcke (Tenor). Einlaß mit Programm 
0,50 M. nur am Eingang. Der Ertrag dient Gemeinde- 
ztveckcu. 
—v In dem Konkursverfahren über das Vermögen 
der Gesellschaft m. b. H. Willy Lehmann, Neue Wrnterfcidt- 
straße 41, ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten 
Forderungen Termin ans den 25. November 1913, nach 
mittags 12*/,j Uhr anberaumt. 
Berlin und Vororte 
o Charlottenburg. Ein Beweis für die vorzügliche 
Organisation der Kleinkinderfürsorge in Charlottenbnrg ist 
die von Stadtmedizinalrat Tr. Gvitstein in seinem Bericht 
über die Säuglings- und Kleinkinderfürsorge ans dem 
Rechnungsjahre 1912 mitgeteilte Tatsache, daß Charlottcn- 
burg von allen deutschen Großstädten die niedrigste Sommer- 
sterblichkeit der Säuglinge aufweist. 
zmaüg mich, mit ihm hierherznfckhr.n. Was soll'ich nun 
um?" 
„Der alte Herr Gras — wer ist das ? Und wer ist cs, 
der dort spricht;• 
„Also sind Sie gar nicht der Graf Hoiningcn — ah, 
ich meine, tote sind gar nicht der Chauffeur W.ftenholtz?" 
„Nein hier ist das .vjotd Bellevue in Köiiig-r .h. 
Die Herrschaften, zu denen der Chauffeur gehört, sind 
augenblicklich nicht im Hause, aber wenn Sie dem Heren 
Westenholtz etwas mitzuteilen haben, so kann ich ja die 
Bestellung ausrichten." 
Sie hatte eingesehen, daß sie die Täuschung nicht 
würde durchführen können und war deshalb in ihre 
natürliche Stimmlage zurückgefallen. Aber sie hatte sich 
trotzdem weislich gehütet, sich zu erkennen zu geben, und 
ihr Einfall, sich gewissermaßen als Personifikation des 
„Hotels Bellevue" vorzustellen, war ohne Zweifel ein sehr 
glücklicher gewesen, denn der arglose Hascnkamp ging 
wirtlich in die Falle, die ihm damit gestellt worden war. 
„Danke sehr, Madame," klang es nach einem kleinen 
Zaudern ans dem Apparat. „Wenn es wirtlich ganz 
unmöglich ist, daß ich Westenholtz persönlich spreche, so wird 
mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als Sie um eine 
Bestellung n» ihn zu bitte:’. Den» ich habe keine Mög 
lichkeit, mich ans andere Weise mir ihm in Verbindung 
zu setze::. Mein Name ist Hasenkamp — das haben Sie 
doch verstanden?" 
„Jawohl — Ihr Name ist Hasenkamp. Und was 
weiter?" 
(Fortsetzung folgt.)
        
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