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Periodical volume Nr. 25, 29.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Kriedenauee 
Unparteiische Zeitung für kommunale und bürgerliche 
Angelegenheiten. 
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Mtzblatt „Seifenblasen". 
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Post bezogen 1,92 M. einschl. Bestcllgei 
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Zeitung.) 
Organ für den Kriedenauer Ortsteil von Zchöneberg und 
Zerirksnerem Ziidmest. 
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Blätter für deutsche fraucn. 
Druck und Verlag von Leo Schultz, Friedenau. 
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Nr. 270. 
ZLerlin-Kriedenau, Sonntag, den 16. Mvemöer 1913. 
20. Iayrg. 
OepelcKen 
Hetzte Nachrichten 
Berlin. Heute morgen ivurde der Buchdruckereibesitzer 
Rogge, Traunsteiner Straße 10, erhängt aufgefunden. 
Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Geschäftliche 
Verluste sollen die Ursache des Selbstmordes sein. 
Bingen. Auf der ganzen Mittelrheinstrecke ist die 
Hochwassergrenze erreicht. Das Wasser ist in den letzten 24 
Stunden um 50 Zentimeter gestiegen. 
Bochum. In den Orten Caternbach, Schonnebeck und 
Stoppenberg ist eine Scharlachepidemie ausgebrochen, die 
einen ungeheuren Umfang annimmt. Bisher sind 100 
Kinder erkrankt, von denen bereits 25 gestorben sind. 
Nizza. Ein mit Ausfliiglern voll besetzter Automobil- 
omnibus fuhr mit voller Wucht gegen die iu voller Fahrt 
befindliche Straßenbahn. Das Vorderteil des Omnibusses 
wurde völlig 'abgerissen, das Gefährt selbst stürzte und fiel 
in den Straßengraben. Die Straßenbahn entgleiste und die 
Lokomotive und der erste Wagen stürzten ebenfalls um. 
Fünf Personen wurden lebensgefährlich verletzt und 40 an 
dere erlitten so schwere Wunden, daß sie ins Krankenhaus 
gebracht werden mußten. Ueber 50 Passagiere erlitten leichte 
Verletzungen. Einer der Schwerverletzten, ein Grieche An- 
toniadis, starb iin Laufe der Nacht. 
Rom. Hier wurden zwei Unteroffiziere der italienischen 
Armee wegen Spionage verhaftet. Wie es heißt, handelt 
es sich um wichtige Dokumente, die in Genf und Basel durch 
französische und angeblich deutsche Agenten angekauft wurden. 
Korfu. Das österreichische Schiff „Marienbild", das 
von Bombay nach Triest unterwegs war und am 10. 
November Suez verließ, lief bei der Insel Tripolania auf. 
konnte jedoch bei hoher See wieder abkommen. Es zog 
aber schwer Wasstr und mußte deshalb den nächsten Hafen 
Santa Maura anlaufen, ivo es alle Passagiere an Land 
setzen konnte. Die Passagiere werden durch ein anderes 
Boot weiter gebracht werden. 
Neuyork. Der bekannte Jockei Tommy Burues, der 
in diesem Jahre mit großem Erfolge in Deutschland ge 
ritten ist, wurde gestern unter den Rädern eines Eisenbahn- 
zuges tot aufgefunden. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Untersuchung des Gütergotzer Friedhofsgrund- 
stücks. Der Kreisarzt und ein anderer sachverständiger Herr 
begaben sich heute Vormittag nach unserem Friedhofs- 
grundstück in Gütergotz, um den Boden des kürzlich zur 
Vergrößerung unseres dortigen Friedhofs hinzugekauflen 
Grundstücks zu untersuchen. Durch die Untersuchung soll 
festgestellt werden, ob sich das Grundstück für Bestattungs- 
zwecke eignet. — Hierbei möchten wir noch bemerken, daß 
das von unserer Gemeinde mit 2400 M. für einen 
Morgen bezahlte Grundstück noch vor wenigen Jahren von 
den Bauern mit 80 M. für einen Morgen bewertet wurde. 
Sylvias Chauffeur. 
Roman von Louis Tracy. 
33 (Nachdruck verboten.) 
Der Ort, den man am späten Nachmittag nach ziemltch 
scharfer Fahrt glücklich erreichte, lag ganz io lieblich und 
malerisch, wie Wcsteaholtz es verheißen hatte, und das 
von blühenden Schlingpflanzen beran.te kleine Hotel am 
Rheinufer hatte ein überaus einladendes Aussehen. Die 
beiden Damen nahmen auf der Veranda im ersten Stock 
werk Platz, um das bestellte einfache Diner einzunehmen, 
während nach Miß Pendletons Weisung das Essen für den 
Chauffeur nuten im Gastzimmer serviert werden sollte. 
Sylvia zeigte sich auffallend unruhig und zerstreut, wie 
alle von Haus aus ehrlichen und aufrich igen Menschen, 
wen» sie ihr Gewissen von einer lluwahrhei. oder von der 
Absicht einer solchen belastet fühlen. Plötzlich, als die Mahl 
zeit schon beinahe zu Ende war, stand sie auf und trat 
an die Glaswand der Veranda. 
„Wie wunderhübsch dieser Strom ist," sagte sie. „Und 
was für reizende Boote die Leute hier haben. Je länger 
ich sie ansehe, desto stärker überkommt mich das Verlangen, 
meine Lungen einmal grü,idlich rein zu baden von all 
den, Slaub, den sie seit unserer Abfahrt von Frankfurt 
schon in sich aufnehmen mußten. G.aubeu Sie nicht, 
liebste Frau von Riedberg, daß es eine recht vernünftige 
Idee wäre, über Nacht hier zu bleiben und die kurze 
Fahrt nach Karlsruhe morgen gleich »ach dein Frühstück i 
zu macken? Wir werden dann ja noch einen ganzen ! 
langen Tag vor uns haben, den wir mit dein Vicomte ! 
de Rtarigny.verbringen >nö„en." I 
o Die Stadtwerdungsfrage von Steglitz, die sich 
nach und nach 'gu einer regulären Seeschlange auszuwachsen 
droht, beschäftigte gestern iviedec die Steglitzer Gemeinde 
vertretung. Die eingesetzte Kommission hatte in ihrer letzten 
Sitzung einstimmig beschlossen, die Angelegenheit zu ver 
tagen und die Entwicklung abzuwarten. Trotz dieses Be 
schlusses, dem auch die Mitglieder der Minorität beigetreten 
waren, glaubten die Mitglieder dieser Gruppe, der Majorität 
den Vorwurf machen zu müssen, daß sie den richtigen 
Augenblick zur Stadlwerdung bezw. zum Ausscheiden aus 
dem Kreise versäumt habe. Finanziell werde von Jahr zu 
Jahr das Ausscheiden aus dem Kreise schwieriger, und hier 
für trage einzig und allein die Majorität die Verantwortung. 
Dieser Vorwurf wurde sehr entschieden zurückgewiesen; wenn 
die Kommission jetzt den schwerwiegenden Beschluß gefaßt 
habe, so halte sie den gegenwärtigen Zeitpunkt aus finanziellen 
Gründen für ungeeignet. Nur durch eine sehr erhebliche 
Erhöhung der Gemeindeeinkommensteuer würde man den 
Anforderungen gerecht werden können, und diese wolle man 
nicht mutwillig der Bürgerschaft aufzwingen. 
o Die Einwohnerzahl im Kreise Teltow beträgt 
nach der vorläufigen Feststellung der Personenstandsauf 
nahme vom 15. Oktober d. Js. 524 031 gegen 498 895 im 
Vorjahre. Demnach beträgt der Zuwachs rund 25 000 
Personen. 
o Die Friedhofsbahn als Vorortbahn Berlin—Teltow 
weiter fortzuführen, wird von Teltow angestrebt. Nur elf 
Kilometer sind in den Ring der bestehenden Bahnen noch 
einzufügen, dann ist die Kette geschlossen. An das Herren- 
und Abgeordnetenhaus will der Teltower Magistrat bei Be 
ginn der Tagung erneute Eingaben richten. 
o Der Abonnementsverein von Dienstherrschaften 
für erkrankte Dienstboten oder wie er sich jetzt nennt, der 
„Dienstboten-Krankenversicherungsverein vonDienstherrschaften 
auf Gegenseitigkeit zu Berlin", versendet gegenwärtig seine 
Statuten nebst zwei Fornrularen zur Benachrichtigung an 
die Land- resp. Ortskrankenkasse, daß die unterzeichnete 
Dienstherrschaft bei oben genanntem Verein rückversichert ist. 
Ein umfangreiches Anschreiben preist die Vorteile der Mit 
gliedschaft des Vereins und scheint für die berechnet, die 
nicht selbst denken können. Wir haben des öfteren darauf 
hingewiesen, daß es für Friedenauer Dienstherrschaften nur 
eine, und zwar die billigste Gelegenheit gibt, die Dienst 
boten nach dem neuen Reichsversicherungsgesetz gegen Krank 
heit zu versichern und das ist die Anmeldung bei der Land 
krankenkasse Friedenau. Der oben genannte Prioatverein 
erhebt für einen Dienstboten und für das Jahr 36 Mark 
nebst 20 Pfg. „Einziehungsgebühr" für ein Vierteljahr. 
Unsere Landkrankenkasse nur 23,40 M. und dabei erspart 
man sich bei 30 M. Beitrag noch nicht einmal die Unbe 
quemlichkeiten der An- und Abmeldungen bei der Land 
krankenkasse, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Wir empfehlen 
unsern Lesern dringend, sich gegen die Lockungen ablehnend 
zu verhalten und ihre Dienstboten ordnungsgemäß bei der 
hiesigen Laudkrankenkasse anzumelden. 
o Verhalten bei Unglücksfällen durch elektrischen 
Strom. Durch einen ministeriellen Erlaß werden die Aerzte 
erneut darauf aufmerksam gemacht, daß bei Verunglückungen 
Gewiß gälte jie sich vorgenommen, diesen Vorschlag 
mit der unbefangensten Miene zu machen; aber sobald 
sie die Augen der Baronin auf sich gelichtet sab, fühlte sie 
auch schon, daß ihr das Blut heiß in die Wangen schoß, 
und sie schämte sich der Komödie, die sie da spielte. Wenn 
grau von Riedberg jetzt eine ihrer spitzigen oder sarkasti 
schen Bemerkungen gemacht hätte, so würde sie ganz 
wehrlos gewesen sein und würde den Vorsatz, auf dessen 
Ausführung sie sich doch seit Stunden im innersten Herzen 
freute, wahrscheinlich ohne jeden weiteren Kampf auf 
gegeben haben. Aber zu ihrer sehr angenehmen Ueber- 
raschung geschah nichts von dem, was sie gefürchtet hatte. 
Die Baronin verzog vielmehr ihr Gesicht zu dem gütigste» 
und mütterlichsten Lächeln, dessen es überhaupt fähig war, 
und sagte mit dem sän testen Tonfall ihrer schrillen Stimme: 
„Wenn es Ihnen Vergnügen macht, teuerste Sylvia, so 
werden wir natürlich über Nacht hier bleiben." 
So groß war Sylvias Freude über diese unerwartete 
Nachgiebigkeit, daß sie alle Schauspielerei aufgab und ihr 
Entzücken ganz offen an den Tag legte. 
Sie eilte auf die Baronin zu und legte fast liebkosend 
die Hand aus ihren Arm. 
„Das ist wirklich lieb von Ihnen," sagte sie herzlich. 
„Wir werden einen wundervollen Mondabend haben, und 
ich glaube, der Fluß muß in solcher Beleuchtung einen 
wahrhaft bezaubernden Anblick bieten. Ein bißchen Ruhe 
und Stille »ach diesen immerhin anstrengenden letzten 
Tagen wird ja gewiß auch Ihnen als eine Wohltat er- 
scheinen." 
i „Gewiß I Und ich finde gleich Ihnen, daß dies ein 
! sehr "liebliches Plätzchen zum Ausruhen ist. Aber haben 
! Sie denn auch schon den Chauffeur von dieser Aenderung 
! Ihrer Di-positionen in Kenntnis gesetzt?" 
durch elektrischen Strom die künstliche Atmung sorgfältig 
und mindestens zwei Stunden lang fortgesetzt werden muß. 
Auch den Feuerwehrorganisationen soll eine entsprechende 
Weisung zugehen. 
Ter Erlaß ist durch das Ergebnis der Berichterstattung der 
Regierungspräsidenten und Oberpräsidcnteu auf eine schon im 
Dezember v. I. ergangene Umfrage veranlaßt worden. Unglücks 
fälle mit tödlichem Ausgang haben sich wiederholt ereignet, jedoch 
wird in fast allen Berichten ausdrücklich darauf hingewiesen, daß 
in solchen Fällen die Wiederbelebungsversuche entweder wegen zu 
starker Verbrennungen oder Verkohlung zwecklos erschienen, oder 
daß die Wiederbelebungsversuche trotz zwei- bis dreistündlicher 
Fortsetzung erfolglos geblieben waren. Nur einzelne Fälle werden 
gemeldet, bei denen die Wiederbelebungsversuche erfolgreich waren, 
während in mehr als 25 Fällen der Erfolg trotz lange genug fort 
gesetzter Wiederbelebungsversuche arisblieb. Klagen über vor 
zeitiges Abbrechen der Wiederbelebungsversuche wurden nur wenige 
laut. So wird aus einzelnen Regierungsbezirken berichtet, daß die 
zugezogenen Aerzte die Wiederbelebungsversuche unterlassen oder ab 
gebrochen hätten, weil sie sich keinen Erfolg davon versprachen, 
und daß sie sich deshalb lediglich mit der Feststellung des Todes 
begnügten. 
o Akademische Unterrichtskurse für Arbeiter. E. V. 
Auf Einladung der Akademischen Unterrichtskurse für Arbeiter, 
E. V.-Berlin, sprachen im Barackenauditorium der Universität 
der Oberbürgermeister von Schöneberg, Dr. Dominicus und 
Generalsekretär Tews. Dr. Dominicus referierte über das 
Thema: .Betätigungsgebiete der Studenten in der Gemeinde 
verwaltung". Er führte aus, ivie sich dem jungen Akade 
miker durch passive und aktive Teilnahme an der Gemeinde 
arbeit Gelegenheit biete, sein Interesse an kommunalen An 
gelegenheiten zu erhöhen, seinen Blick hierfür zu schärfen 
und sein Wissen zu bereichern. Schon die passive Betätigung 
als hörender Teilnehmer an den Sitzungsoerhandluugen des 
Stadtparlamentes könne diesem Ziele dienen, noch mehr aber 
die zeitweise aktive Mitarbeit als freiwilliger Helfer auf den 
verschiedensten sozialen, sozialhygienischen und charitatioen 
Gebieten. Anfangend beim Dienste als „Schlepper" säu 
miger Wähler empfahl er den organisatorisch Veranlagten 
eine Funktion im städt. öffentlichen Arbeitsamt zu über 
nehmen, den statistisch Interessierten bei der Feststellung 
leerstehender Wohnungen mitzuhelfen, den Sozialhygienkern, 
sich auf dem Gebiete der Wohnungsinspektion zu betätigen. 
Wie für die ermähnten Ressorts mehr der Vvlkswirtschaftler 
und Mediziner in Betracht komme, so könne der Philologe, 
der etwa das Turnlehrerexamen zu absolvieren gedenke, sich 
hervorragend nützlich erweisen durch Erteilung des Turn 
unterrichtes im Fortbildungsschulwesen, als Exkursionsleiter, 
schulentlassener Jugendlicher, um sie des Sonntags aus den 
Stadtmauern hinaus in die freie Natur zu führen und so 
sittlich und leiblich zu fördern. Auch von der Tätigkeit des 
Juristen als Helfer in den für Unbemittelte eingerichteten 
unentgeltlichen Rechtsberatungsstellen verspreche er sich viel 
Gutes. Ferner gedachte der Referent der gleich segensreichen 
wie verantwortungsvollen Mitarbeit in der Armenpflege, 
und mies auf die Säuglings- und Tuberkulosenfürsorge hin, 
als die für die studierende Frau geeignetste soziale Hilfs 
arbeit. Generalsekretär Tews behandelte das Thema: „Der 
Student und freiwillige Volksbildungsarbeit." Redner wies 
auf den hohen Wert näherer Fühlung mit den Volksklassen 
hin. In unserer Zeit der schroffen Gegensätze sei nichts 
Sylvia zögerte ein wenig mit der Antwort. Ange 
borene Wahrheitsliebe und natürliche Scheu vor einem 
Zugeständnis, das zu peinlichen Auseinandersetzungen 
führen konnte, stritten in ihrer Seele um die Herrschaft, 
bis, wie es vorauszusehen gewesen war, die Scheu den 
Sieg behielt. 
„Nein," erwiderte sie, ohne die Baronin anzusehen, 
„noch nicht. Aber ich werde es ihm sogleich mitteilen 
lassen." 
Sie klingelte, und als das Mädchen, das sie beim Essen 
bedient hatte, auf der Veranda erschien, fragte sie: 
„Glauben Sie, daß wir in Ihrem Hause drei Zimmer 
für eine Nacht haben können?" 
„Gewiß, gnädiges Fräulein! Es ist Raum genug vor- 
Handen." 
„So richten Sie, bitte, unserem Chauffeur aus, daß 
wir hier bleiben — daß er also den Wagen in die Garage 
bringen und unser Gepäck ins Haus schaffen lassen soll. 
Wir werden unsere Fahrt morgen früh um halb neun 
fortsetzen." 
Sobald das Mädchen sich entfernt hatte, erklärte Frau 
von Riedberg, daß sie sich nun aber auch sofort in ihren» 
Zimmer zu einem Schlummerstündchen niederlegen wolle. 
Sobald sie im Besitz ihres Koffers war, verriegelte sie 
hinter sich die Tür und setzte sich zum Schreiben nieder. 
Denn daß der Brief an Mister Pendleton nun nicht länger 
hinausgeschoben werden dürfe, war ihr während der letzten 
Viertelstunde zur unumstößlichen Gewißheit geworden — 
um so unumstößlicher, als sie von ihrem Fenster aus 
wahrnehmen mußte, wie eine in duftiges Weiß gekleidete 
Madchengestalt unten aus dem Hause trat, um sich leicht- 
süß g einem am Landungssteg offenbar auf sie wartenden 
luiigen Manne zu nähern — einem jungen Manne, der
        
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