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Periodical volume Nr. 26, 30.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

aber eines van Beiden muß geschehen, um die Balance 
Herstellen zu können. — Die Gemeindevertretung von 
G ünau beschloß gestern die Erhöhung deS Zuschlages zur 
Slaatseinkommensteurr auf HO Prozent für 1913. Da 
gegen wurde dort die KanalisationSgebüh; von 2,7 aus 
2,4 Prozent herabgesetzt. Man schreibt uns dazu: Der 
Groß-Berliner DalleS idürfte bald alle zugehörigen Ts- 
meindeverwaltungen zwingen, einen einheitlichen Zuschlag 
von 110 Prozent zu erheben. 
o TodeSfaU. Herr Hausmann S. Herrr^ann, 
Besitzer des Hauses WirSbadeuelstraße 83, bis Neujahr 
1913 Borstandsmitglied des hiesigen Hau«- und Grund- 
besitzervereinS, ist an den Folgen einer Operation ge 
storben. An der kommunalen Entwicklung unseres OctrS 
hat der Verblichene seit mehreren Jahren regen Anteil 
genommen. 
o Geben ist feligex denn Nehmen. Mit diesem 
Motto wurden unS heute von einer hiesigen Hebamme 
5 M. und ein Dutzend Mullstücke zu Windeln für die mit 
Drillingen bescherte arme Familie Baasch, Schildhorn- 
straße 102 überwicsen. Wir sind gern bereit, wettere 
Spenden für die sich in großer Not befindliche Familie an 
zunehmen. 
o Zürn Schutzs des Bauhandwerks und zur 
Abwehr gegen übermäßige Bodenspekulation und Bau 
schwindel wurde in einer VertrauenSmännerversammlung, 
die am Sonnabend im „Heidelberger" tagte, und in der 
etwa 50 Haus- und Grundbesttzervereine von Groß-Berlin 
vertreten waren, die Einführung deS zweiten Teiles des 
Gesetzes zur Sicherung der Bauforderungen verlangt. 
Ferner wurde von neuem die Notwendigkeit dargelegt und 
anerkannt, daß die Vorortsvereine sich wegen der be 
stehenden AuSwucherung durch Spekulanten und Agenten 
noch fester zusammenschließen müßten. Die verdienstvollen 
Arbeiten des Bundes der HauS- und Grundbesttzervereine 
von Groß-Berlin um die Gesundung und Sicherung deS 
ReaikredttS haben nach den Berichten bereits in einer 
Reihe von Gemeinden zu praktischen Vorschlägen für 
Hypothekentnstitute geführt. Der Verband zum Schutze des 
städtischen GnmdbesitzrL und RealkreditS wurde recht 
ungünstig atS eine Gründung im ausschließlichen oder über- 
wlegenden Interefle der Bodenspekulation kritisiert. 
o Die KrankennnlerstützungSkasse selbständiger 
Handwerker zu Neukölln bcjchäjtigt seit einiger Zril in 
unliebsamer Wnse die Öffentlichkeit. Eine kürzlich er 
schienene Zeitungsnotiz, die angeblich von einem Berliner 
Recht-anwalt verfaßt ist, enthält insofern eine Unrichtigkeit, 
als in derselben behauptet wird, die von der Handwerks 
kammer zu Berlin — ^itz.Berlin, Bellealliancestraße 5, 
Handwerkskamme gebäude — eingerichtete Krankenunter- 
stützungskoffs selbständiger Handwerker hätte aus Anweisung 
der Aufsichtsbehörde, also deS Berliner Polizei-Präsidiums, 
ihre Beiträge erhöhen müssen. Dies ist eine Unrichtigkeit. 
Wahr ist vielmehr, daß die Mitgliederversammlung der 
Berliner Kasse vom 13. September 1911 hauptsächlich eine 
Beitragserhöhung beschloß, um die Kassenlcistungen zu 
erweitern, den Ersatz von Arzt- und Arzneikosten usw. 
gewähren und eine Sterbeunterstützuug einsllhrrn zu können. 
Die Erhöhung der Kassenbeiträge fand also nicht auf 
Grund behördlichen Zwanges, sondern freiwillig nach den 
Vötschiägen deS Kässenvorstandes statt. 
o Der alte Bahndamm der Ringbahn an der 
Hauptstraße zu Schömberg ist jetzt mit abschließendem 
Gitter nach der Straße zu versehen worden, sodaß die 
Erbmassen von spielenden Kindern nicht mehr aus die 
nunmehr regulierten Bürgersteige herabgetreten werden 
können. Auf der Südseite wird der Eisenbahndamm ab 
gefahren und das Gelände geebnet. 
o Frtedenauer Bürgerverein. Die Hauptver- 
sammlung des BürgervercinS findet am DirnStag, dem 
4. Februar, Abends 9 Uhr (pünktlich) im oberen Saale 
de§ „Hohenzollern" statt. Auf der Tagesordnung stehen: 
Jahresbericht deS Bolstandes. Bericht der Kassenpiüser 
über die Jahresrechnung. Entlastung deS Kaffensührcrs. 
Entlastung des Gesamtoorstandcs, Neuwahl für die drei 
satzungsgemäß ausscheidenden BorstandSmiiglieder. Aus 
sprache über die wichtigsten kommunalen Tagrsfragen 
Landkrankenkasse usw.) Verschiedenes. Gäste sind will 
kommen. 
o Nur noch hrute Donnerstag wird in den „Pfalz- 
burg'Lichtspielen", j-nem intimen behaglichen Lichtspiel- 
theater Kcisecallee 72, da! herrliche vaterländische Ge 
mälde „Königin Luise" gezeigt. Wer diesen reizenden 
Film noch nicht gesehen ha», benutz? also die stch ihm 
heute noch bietende Gelegenheit und gehe rechtzeitig zu 
den „Plalzburg Lichtspielen". Der Andrang dürfte heute, 
am letzten Tage, noch stärker sein, a!» gestern und vor 
gestern, darum sei jeder, der einen guten Platz wünscht, 
pünkilich. Der Film „Königin Luise" zeigt unS zu 
nächst die Prinzessinnen Luise und Friederike in heiterer 
Unterhaltung, wir sehen dann die Prinzessin Luise am 
Krankenlager eines Knaben,-sehen sie im Hause der Frau 
Rat Goethe beim Gießen der Blumen. ES folgt hierauf ihr 
erstes Zusarnnrentreffen mit dem Prinzen Friedrich-Wilhelm, 
ihre Verlobung, ihr Einzug in Berlin und die Begrüßung 
am Brandenburger Tor, die HochzeitSfestlichkeit im König 
lichen Schloße. Sonnige Tage eines glücklichen und innigen 
Familienlebens dürfen wir dann schauen: Der Auiflug deS 
keor.plinzltchcn PcrareS auf einem Leiterwagen. Familien 
glück, WeihnachiZieier im königlichen Schlosse, Weihnacht!» 
bcschernng der Armen, dar KönigSpaar auf dem Weih- 
nachtsmarkt und vor allem die frohe Zeit ungetrübten 
Familienglück» auf der Pfauentnsel. Aber schon ballen sich 
dunkle Wolken am Horizont. Französische Horden brand 
schatzen in der Pfalz und die französische Armee zieht durch 
preußisches Gebiet im Herzogtum AnSbach. Damit schließt 
die erste Anteilung deS prachtvollen FilmS. Den Schluß 
bildet das historische Bild: die Königin die Treppe drS 
Schlosses hinabsteigend. Außer diesem prachtvollen Film 
kommt in den „Pfalzburg-Ltchtspielen" noch ein reichhaltiges 
erstklassiges Programm zur Vorführung, au» dem wir nur 
die heitere Nummer .Die verlegte Adresse" von Max 
Linder, sowie das spannende Drama ,Die wilde Jagd" 
hervorheben. Ein mohamedanischeS Drama ist eine wunder 
bare Naturaufnahme mit herrlichen Landschaftsbildern aus 
dem Orient. Die Vorstellung beginnt 5 Uhr-, Kassen- 
eröffnung 4 x / 2 Uhr. Programm und Garderobe ist frei. 
o Gin nachahmenswerter Klub für junge 
Mädchen ist in Echöneberg gegründet worden. Ec hat 
fein Heim in der Heilbronner Straße. 20 bereits festlich 
eingeweiht. Am heutigen Tage findet der erste Gesell» 
schastSabend daselbst statt. Eine Dame wird einen inter 
essanten Vortrag über: »Die Türken und ihr Reich" halten. 
Der Eintritt ist frei. . 
o Die schnellfahrenden Automobile auf der 
Kaiscrallee bilden noch immer eine Gefahr für die Straßen- 
ppssanten. Gestern Abend raste wieder ein leere» Kraft- 
fuhrwerk über die genannte Straße und hakte beim 
Schleudern auf dem glatten Asphalt in dar Hinterrad einer 
Autodroschke ein. Aride Fuhrwerke flogen nun wie im 
Kreise herum, wobei der Kutscher deS PrivatvehikelS vom 
Sitz geschleudert wurde und auf daS Etratzenpflaster flog. Cr 
erlitt blutende Verletzungen am Kopf und an der rechten 
Hand. Passanten hoben ihn auf und fuhren ihn auf 
seinen inzwischen zum Stillstand gekommenen Wagen zu 
einem Arzt, der seine übrigens nicht- gefährlichen Wunden 
verband. Der gehabte Schreck wird ihm hoffentlich al» 
Denkzettel dienen. 
t o Zwei schwere Gtratzenuufälle fanden gestern 
in Schömberg start. An der Ecke der Meininger- und 
Martin Lutherstraßr lief der 14 Jahre alle Schüler Otto 
beim Spielen in ein um die Ecke hiegende» Automobil 
hinein. Er fi-l zu Boden und erlitt so schwere Ver 
letzungen. daß er bald nach seiner Etnlieferung in da» 
Schönrberger Krankenhaus verstarb. ;Der- zweite Unfall 
ereignete sich vor dem Hause Hauptstraße 68. Dort wurde 
dkr Kutscher Franz Niendorf von einem Lastwagen über- 
fahren; mit mehreren komplizierten Knochenbrüchen wurde 
er in bedenklichem Zustande in doS Krankenhaus ein 
geliefert. Bei diesem Unfall ist die Schuldsrage noch nicht 
festgestellt. ? 
o Von einem schweren Unfall wurde gestern 
Vormittag 8 1 / 2 Uhr aus dem Bahnhof.Cgarlottruburg der 
hier Katseraüee 109 wohnende HUfLcangierer Bernhard 
Engelhardt betroffen. Leim Rangieren zweier Stadtbahn- 
züge wurde er von einer Maschine ersaßt und umgeworseu. 
Ec fiel so unglücklich, daß ihm dar rechte Bein vom 
Rumpfe getrennt wurde. Der Verunglückte wurde nach 
dpm Krankenhause Westend gebracht. 
Aereins-KachriHlen. 
Morgen Freitag tagen: 
Kulturbund „Asgard", Ortsgruppe Steglitz Freitag, den 31. cr, 
Abends 8'/, Uhr, Aibrcchtshos, Albrcckststr. 1». Vortrag M Audlnz: 
„Dostojewski." Eintritt frei. Dirlchfion. 
—o Der Verbrauch von elektrischer Energie in Berlin- 
Schöneberg nimmt nach den jetzt vorliegenden Mitteilungen 
sie. es für das Beste, auf seinen Ton einzugehen. Sie 
antwortete lustig und mit dein ihr reichlich zu Gebot 
stehenden Mutterwitz, und die drei fühlten sich sehr bald 
ganz gemütlich zusammen. Sir Harry und Robert er 
zählten ihr von den Bluthunden und führten sie hinaus, 
um ihr draußen im Hof die Tiere in ihren eisenvergitterten 
Zwingern zu zeigen. Sie hatten das eine Paar heute 
morgen zur Probe ausgeführt und wollten es heute nach 
mittag mit dem andern versuchen, ehe Sir Harry wieder 
abreiste. 
Sie waren wieder ins Haus gegangen, und Nora 
wollte sich eben verabschieden, als Robert, der am Fenster 
stand, plötzlich ausrief: 
„Donnerwetter, Nora, haft ditz mir nicht gesagt, der 
Kerl, der Trenkley, sei auf Urlaub?" 
„3n, das war er auch, aber seit gestern abend ist cr 
zunick," versetzte Nora. 
, „Dann ist er das da draußen!" 
Dieser Ausruf des jungen Brandis lockte die beiden 
andern auch ans Fenster, und sie sahen die hagere Gestalt 
deS^ Privatsekretärs, wie er, etwa fünfzig Meter von ihnen 
entfernt, über die Lichtung dahinschritt. Er halte offenbar 
noch nicht davon gehört, daß das Häuschen hier bewohnt 
wckr, denn ohne einen Blick darauf zu werfen, ging er rasch 
dcch Walde zu, schwang sich über die Einfriedigung und 
verschwand zwischen den Bäumen. 
»Zum Kuckuck, jetzt möchte ich aber wissen, was der 
Kerl in meinem Wildpark zu suchen hat!" brauste Sir 
Harry auf, als der Prioatsekretar verschwunden war. „Hier 
ist kein öffentlicher Weg, und außerdem hat er eine Richtung 
ci> gcjchlaae», die ihn mitten in den Wald hineinführt. 
Verzeihen Sie, Fräulein Bilcon, wenn er-vielleicht Ihr 
Freund ist, aber ich habe den Kerl nie ausstehen können, 
er war mir immer widerlich, wenn ich bei Graßiuan mit 
ihn: zusammentraf. Er hat so eins kalte, feuchte Hand, 
man muß immer an einen Frosch denken." 
Ich weiß, ich weiß. Mir ist cr ebenso ekelhaft wir 
Ihnen," rief Nora eifrig. 
Robert, der in Gedanken versunken dem Entschwundenen 
nachgeschaut batte, wandte sich jetzt plötzlich um. „Wissen 
Sie was, Sir Harry," rief er, „ich habe eine Idee. Ist 
das nicht eine herrliche Chance, um die Hunde auszu 
probieren ? Geben wir dem Kerl einen tüchtigen Bor- 
sprung, und dann lassen wir Pluto und Proserpina auf 
seine Spur los! Wir wollten das ja so wie so tun, und 
so braucht keiner von uns die Rolle des Verfolgten , zu 
übernehmen. 
Der Baron klopfte seinem jungen Gehilfen auf dir 
Schulter. „Eine sehr gute Idee," stimmte er zu. „Wir 
können auf diese Weise zwei Fliegen mit einer Klappe 
schlagen. Erstens die Hunde prüfen und zweitens heraus 
finden, was der Kerl in meinem Wildpark sucht. Scharnock 
hat die Jagd nicht mitgepachtet. Und wenn auch nicht 
mehr viel Wild da ist, so ist das um so mehr Grund, es 
zu schonen. Gehen Sic hin, Rob, legen Sie den beiden 
Hunden das Halsband um, wir werden Herrn Trenkley 
eine Viertelstunde Vorsprung geben." 
Nora klatschte in die Hände. Das war wirklich wert, 
daß Sie hergekommen war, zu sehen, wie der Mensch, 
den sie haßte,, von den Hunden gestellt wurde. Sie konnte 
sich das entsetzte Gesicht des Privatsekretärs lebhaft vor 
stellen. so wie die verzweifelten Versuche, die er machen 
deS städtischen Statistischen Amte» ständig zu. Die Zahl 
per Zähler stieg von 11 332 am 1. Juls 1912 auf I I 719 
am 30. September, während am Schluss»' deS 8. viertel- 
jähr« 1911 nur 9900 vorhanden waren. Ln Kilowatt 
stunden wurden in der BerichtSzeit abgegeben für öffent 
liche Straßenbeleuchtung 203 562 gegeüber 197 887 im 
Vorjahr, für sonstige Beleuchtung 602 901 (1911: 526954) 
und für Kraft ausschließlich der Straßenbahnen 859 081 
gegenüber 718 880 tm Vorjahr. 
—o Ein städtischer Fleischbezug auS Schleswig-Holstein 
ist jetzt von Echöneberg in Aussicht genommen. Falls die 
Verhandlungen zum Ziele führen, soll der Stadtverordneten 
versammlung umgehend eine entsprechende Vorlage gemacht 
werden. 
—o Zum Geh. Medizinalrat ist der hier wohnende 
Dr. Flotten ernannt 
Merlin urw Jersröß-. 
tzo Die fünf Opernhaus'Entwürfe, welche nach dem 
Gutachten der Kgl. Akademie der Bauwesen» »als be 
achtenswerte Beiträge zur Förderung de» Bauvorhaben» 
anzusehen sind", werden tm Zentralbl. der Bauverw. vom 
Reg.-Baumst. Dernburg einer eingehenden Besprechung 
unterzogen. Dabei äußert stch der Verfasser Über dir 
Platzfrage, wie folgt: Al» Bauplatz liegt sämtlichen Ent- 
wfltjen de» Platz der j tztgen Krollschen Etablissement» zu- 
gründe. Obwohl eine Reihe oön anderen Plätzen in der 
Oeffentlichkett zur Erwägung fleht, sind deswegen Vor 
schläge nicht.gemacht. Damit scheint auch die Platzfrage 
von der deutschen Lrchitrkjenschast zugunsten deS Königs- 
platzeS beantwortet. Vielfach haben die Bearbeiter geglaubt, 
d!e Aufgabe nur dadurch lösen zu können, daß sie den 
KönigSplatz von Grundauf umwälzen. Besonder» fallen 
die Versuche auf, die ihn im Anschluß an den Opernbau 
durch' Einbauten zu einem architektonisch räumlichen Platz 
im einseitigen Sinne gewisser neuzeitlichen Lehren des 
SlSdtebaue» zwingen wollen. Sie können in keinem 
Fall voll befriedigen. Da» liegt wohl hauptsächlich daran, 
daß der Platz infolge seiner Größe der Rahmung durch 
architektonische Mittel Überhaupt widerstrebt. ES wäre 
aber gewiß ggwaltsam, daraus zu folgern, wie daS viel 
fach geschehen ist, daß der Plvtz für das Bauvorhaben 
ungeeignet sei. ES scheint schon im Hinblick auf den an 
grenzenden Tiergarten nahe zu liegen, für die Behandlung 
deS Platzes eher zu Heckenwerk und Baumbestand zu greifen 
als zu Säulenbautea und Arkarden, die bei den erforder 
lichen Mengen und Abmessungen leicht Gefahr lausen, 
inhaltlich leer und langweilig und dabei doch so aufdringlich 
zu erscheinen, daß die Aufmerksamkeit von den Haupt 
punkten, die sie verbinden sollen, abgelenkt wird. Alle 
Entwürfeaber.dtemiteintrbauliLenAusgestaltungdkSPlatzer 
rechnen, wie sie wahrscheinlich tue zur Ausführung gelangen 
wird, mögen zwar bis zu einem gewissen Gcade brmerkenL- 
wert sein.gehcn aber pro ktilchan derLösunaderLulstabe vorbei. 
Vermischtes 
*o Ueber die Eleklristeruvg der Lrndoner Vorortbahnen bringt 
die Zig. de» Der. D. Eckend -Ler«. jetzt nähere Milt.ilungen. Danach 
läßt die Nsrdwrstkahn 127 Kilometer, hie Elldwestbahn zunächst 120 
Kilometer GleiSIänge für den elektrischen Betrieb Herrichten. Die zu. 
gehörigen Kraftwerke »eiben zunächst für. eine Leistung von je 25 000 
5 iio»att eiageiichtet. Der Wechselstrom (von 11 000 Volt Spannung) 
ird in den Uoierwerkeu in Gleichstrom (von 600 Volt Spannung) 
mugewaickelt uud de« Motoren mittelst dritter Schiene zugeführt. 
Die Gesanitanlagcu sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre fertig- 
gkstrllt fein. 
*o Dem Verein deutscher Eisevbahnverwaliungen gehöre« jetzt 21 
deutsche, 14 österreichische und 9 ausländische Bahnen mit einer 
Elrcckcnlävge von zusammen 108 957 Kilometer an. Unter Berück- 
shhtigung der dem vereine angeschlossenen Verwaltungen (mit einer 
Streckenlänge von 1623 Kilometer) ergibt sich eine Gesamlaurdehnung 
der Bahnen von 1i0 580 Kilometer. Gegen daS Vorjahr ist demnach 
rln Zuwachs von H40 Kilometer Betriebrlänge zu.verzeichnen.. ^ 
'o Eire baltische Industrie- und KuiistausstellMtg wirb von Milte 
Mat bis 15. Oktober k. I. unter' dem Protektorat des Königs von 
Schweden in Malmö stattfinden. Die deutscht Regierung hat zum 
Generalkommissar der Deutschen Abteilung den Geheimen Bmrat 
MatbteS bestellt. Sein Slcllverttetrer ist 1er deutsche Konsul Schmitz 
tu Malwö Zur Aufnahme der deutschen Industrie werden auf dem 
mit Gleisanschluß versehenen AukstellungsqttLnde eigene »ukstellungS- 
Hallen in ungefährer Größe von 15.000 Quadratmeier erlichtet. Die 
abkzustclleuden Kunstwerke «erden in einer von der schwedischen Au-. 
stklluugSleiiuog für sämtliche an der Nusstellang beletligteu Länder 
gemeinsam entchleten Kunstholle untergebracht. Anmeldungen nimmt 
die Geschäftsstelle der deutschen Lurstellungrikilung, IV. 10, von der 
H'Vdtstr. 2, big I. Mai d. I. entgegen. Jj 
Lttetteremsfichten. 
Freitag: Trocken und zunächst vorwiegrnd heiter, bei 
strengem Frost und frischest südöstlichen Winden. Später 
gelinder und langsam zunehmende Bewölkung 
lver-«»r- vck»echrr ».«(ptiurUi Äu n XoTnüTT» nttM« » 
würde, sich durch.dür.Flucht.-zu etliziehen, sobald cr 
merkte, daß cr die Hauptpersou in dem aufregendsten 
Sport mar, den es gab. Sie hätte allerdings schon längst 
wieder in der Villa sein müssen, aber sie wollte es lieber 
darauf ankommen lassen, daß Lady Graßman ihr zürne, 
als daß sie sich diesen Hauptspaß entgehen ließ. 
Und schließlich, wenn ihre Herrin sehr böse sein sollte, 
so würde sie offen die Wahrheit gestehen und erklären, 
sie habe der Versuchung nicht widerstehen können. Dann 
würde ihr die gütige Frau sicher vergeben, denn Nora 
wußte, daß auch sie den Schleicher Trenkley nicht leiden 
möchte. 
So bat sie denn: „Darf ich anch mitkommen, Sir 
Harry? Ich möchte es furchtbar gern." 
Der Baron lachte laut wie ein großer Schuljunge, 
der sich über einen gelungenen Streich freut. „Natürlich 
dürfen Sie mitkomme», wenn Sie nicht 2lngst haben, ihren 
hübschen Rock zu zerreißen," sagte er. „Aber der Himmel 
bewahre mich davor, daß ich mir auch einmal Ihren 
Haß zuziehe, wie jener Mensch." 
> Robert brachte die beiden Hunde vor die Tür des 
Häuschens, und nachdem die festgesetzte Zeit verstrichen 
war, wurden sie auf die in dem feuchten Grase noch sicht 
bare Spur losgelassen. Es gibt kaum ein folasamerks 
Tier als den Bluthund, der viel besser ist als fein Ruf, 
denn außer in der Notwehr oder auf Befehl seines Herrn, 
geht cr niemals auf einen Menschen los. Da aber das 
Vergehen des Verfolgten ein oerhältnisuräßig kleines war, 
so beschloß Sir 5)arry, daß die Hunde am Riemen geführt 
werden sollten. 
(Fortsetzung fdg ! .)
        
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