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Periodical volume Nr. 194, 19.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Krirdenauer 
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20. Jatjrg. 
Depeschen 
Letzte Dachrichten 
München. Heute Vormittag fand die feierliche Krönung 
Ludwigs III statt. Der König nild die Königin fuhren 
durch die reichgeschinücklen. mit'Menschen gefüllten Straßen, 
durch Hochrufe lebhaft begriißt. zur Metrvpvlitaukirche. In 
anderen Galamagen folgten der Kronprinz Rnpprecht sowie 
sämtliche Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses. 
Am Portal der Kirche wurden sie vom Erzbischof von München 
und voil der ganzen Geistlichkeit erwartet. Der Erzbischof 
reichte den Majestäten das Weihwasser. Sodann traten der 
König und die Königin bei feierlichem Chorgesang unter dem 
von vier Geistlichen gctrageneu Himmel in die Kirche zu 
dem vor dem Thron errichteten Vetsluhl. Nach dem vom 
Erzbischof von München zelebrierten feierlichen Hochamt 
wurden die Majestäten vom Erzbischof und der Geistlichkeit 
ivieder zum Wagen geleitet und fuhren unter dem Donner 
der Kanonen über die Neuhauser Straße und den Marien 
platz zur Residenz zurück Nachmittags 2 / 2 Uhr fand im 
großen Thronsaal der Residenz die Landeshüldigung statt. 
Würzburg. Auf seiner Luftreise Paris—Wien— 
Konstantinopel landete gestern abend der französische Flieger 
Bonnier mit einem Begleiter in Würzburg. Heute setzte der 
Flieger, der bereits in Nancy, Karlsruhe und Crailsheim 
Landungen vorgenommen hatte, seine Fahrt nach Wien fort. 
Genf. In einem hiesigen Hotel hat ein deutsches 
Liebespaar Selbstmord verübt. Die beiden jungen Leute 
vergifteten sich mit Morphium. Während der Mann tot ist, 
wurde das Mädchen, das in Lebensgefahr schwebt, nach dem 
Krankenhause gebracht. Namen und, Herlunft.. der . beiden 
haben sich bisher nicht ermitteln lassen. 
London. Der furchtbare Schneesturm, der seit Sonntag 
im Osten der Vereinigten Staaten Amerikas wütete, hat 
bisher nicht nachgelassen. Nur dürftige Nachrichten liegen 
vor, da fast alle Verbindungen zerstört sind. Sie nrachen 
jedoch wahrscheinlich, daß der Verlust an Menschenleben zu 
Wasser und zu Laude rpoß ist. 
Stockholm. Die königlich schwedische Akademie der 
Wissenschaften hat den diesjährigen Nobelpreis der Physik 
dem Professer Kammerlingh Onnes an der Universität Leiden 
in Holland und den Nobelpreis der Chemie dem Professor 
Alfred Werner an der Universität Zürich verliehen. Jeder 
Preis beträgt in diesem Jahre ungefähr 107 000 Francs. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o°Originalartikcl nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Die Ausschachtarbeiten für den Nathansnenban 
sind nahezu beendet. Es ist möglich, daß mit der Errichtung 
der Grundmauern bei anhaltender guter Witterung noch in 
diesem Winter begonnen wird. Wie die Ausschachtung 
zeigt, werden Kellerräume in verschiedener Tiefenlage ge 
schaffen werden. 
o Die Verlängerung einiger Straßenbahnlinien 
durch die Bismarckstraße in Steglitz wird in nächster Zeit 
erfolgen. Der Vertrag, den Steglitz mit der Straßenbahn 
vereinbart hat, ist vom Verbandsausschuß Großberlin ge 
nehmigt worden. Es ist in diesem Vertrage zum ersten 
Male eine Gewinnabgabe zu Gunsten des Verbandes Groß 
berlin vereinbart. Auf der neuen Strecke werden die Linien 
01 und 87 verlängert werden. 
o Einch Regulierung des Bürgersteigs in der Hand- 
jerystraste wird augenblicklich vorgenommen. Es werden 
dazu die Bordschwellen verwendet, die bei der Umänderung 
des Gleiskörpers in der Rheinstraße herausgenommen wurden. 
o Die ans dem Stättcplatz der Gemeinde lagernden 
Pstastersteine werden dort allmählich verschwinden. Sie 
sollen Verwendung finden siir die Pflasterung des Haupt 
weges auf unserem Gütergotzcr Friedhof. 
o Vortragsabende für Kunst und Wissenschaft. 
Der zweiter Vortragsabend findet morgen (Donnerstag) in 
der Aula des Refvrmrealgymnasiums statt. Auf dem Pro- 
gramm stehen: Kaiser!, königl. Kammersängerin Lula Mysz- 
Gemeiner (Gesang), Königl. Schauspieler Carl Clewing 
(Rezitation). Die Vorträge beginnen pünktlich l l 2 9 Uhr. 
Emzelkarten sind noch an der Abendkasse zu haben. 
o Militärische Vergünstigungen für Jugendvercine. 
Der Kriegsminister hat neue endgültige Bestimmungen über 
die militärische Unterstützung der nationalen Jugendpflege 
bestrebungen erlassen, betreffend u. a. die Unterkunft, 
Aufsichtsmaßnahmen, Kostendeckung, Verpflegung, Haftung 
und Ueberlassung von Ausrüstungsstücken usw., gegen Er 
stattung geringer Selbstkosten. Von sonstigen Vergünstigungen 
werden u. a. angeführt: 
In Standorten ohne Privatbadeanstalten dürfen vorhandene 
Militärschwimmanstalten kostenlos zur Verfügung gestellt werden, 
soweit es sich um Schwimmunterricht und um Benutzung durch 
Freischwimmer handelt, Wanderabteilungen dürfen jedoch nur zum 
Baden in für Nichtschwimmer abgegrenzten Räumen zugelassen 
werden. Grundsätzliche Bezahlung der Schwimmlehrer. Exerzier- 
und Turnplätze, Exerzierhäuser. Turnhallen usw. können zur Pflege 
des Turnens, des Sports und der sonstigen der körperlichen Ver- 
vollkomninung dienenden Uebungen unentgeltlich überlassen werden. 
Je nach Zuständigkeit treffen hierüber die Garnisonskommandos 
oder Truppcnkommandeure die Entscheidung. Die Zuweisung von 
Schießständen für Zwecke der Schießausbildung ist aus dienstlichen 
Gründen nicht angängig, lieber Gesuche wegen Verpachtung von 
Räumlichkeiten und Grundstücken behält sich das Kriegsministerium 
die Entscheidung vor. Das Ziel der Jugendpflege ist nicht ein 
seitige soldatische Ausbildung, sondern: die ganze Jugend zu kraft 
vollen, vaterlandsliebenden, sittlich geläuterten Männern heranzu 
bilden. Zur Förderung dieser Bestrebungen kann Jugendlichen, 
Schülern, ganzen Schulen oder einzelnen Klassen, auch Fort 
bildungsschulen, die Teilnahme als Zuschauer bei Paraden, bei 
Manövern oder interessanten Uebungen gestattet werden. Sie 
können durch besonders geeignete Persönlichkeiten geführt und über 
die Vorgänge bei der Uebung usw. unterrichtet werden. Die Ent 
scheidung über Genehmigung der Gesuche treffen die zuständigen 
Kommandostellen. Die Teilnahme von Offizieren (Unteroffizieren, 
Einjährig-Freiwilligen, Gefreiten usw.) au den Jugendpflege- 
bestrebungen durch persönliches Erscheinen oder Beteiligung bei den 
Spielen, bei turnerischen und sportlichen Wettkämpfen, vater 
ländischen Festen usw. wird besonders anregend und ermunternd 
auf die Jugend wirken. In den Garnisonlazaretten und Käsernen- 
krankenstubcn darf von den Militärärzten bei Verletzungen und 
Erkrankungen erste ärztliche Hilfe geleistet werden. Für die im 
Bedarfsfall etwa erforderlichen Arznei- und Verbandmittel sind die 
Selbstkosten zu erstatten, falls nach Ermeffen des Chefarztes des 
für die Abgabe in Betracht kommenden Lazaretts es sich um 
nennenswerte Beträge handelt. Die den Truppenübungsplätzen 
verfügbaren Krankenwagen können benutzt iverden. Es ist 
erwünscht, daß die erwachsenen Führer einen Samariterkursus — 
vielleicht bei den Vereinen vom Roten Kreuz — durchgemacht 
haben, ehe man ihnen bei längeren Wanderungen die Führungen 
der Jugend anvertraut. Schließlich werden noch Kosten zu er 
mäßigten Preisen abgegeben. 
o Die neue Mas;- und Gewichtsordnung tritt am 
1. Januar 1014 in Kraft. Danach sind alle diejenigen, die 
Maße und Gewichte im öffentlichen Verkehr gebrauchen, ver 
pflichtet. diese mindestens einmal in zwei Jahren uacheichen 
zu lassen. Die gesetzliche Nacheichung macht aber nicht 
straffrei, falls das Gewicht oder die Wage bei einer Revision 
sich als unrichtig erweisen. Deshalb wird den Inhabern 
von Geschäften, in denen die Werkzeuge einer starken Ab 
nutzung unterworfen sind, zu empfehlen sein, die Nacheichung 
öfter vornehmen zu lassen, als das Gesetz es erfordert. 
o Das Fest der silbernen Hochzeit feiert mit seiner 
GattinHerrSchuhmachermeisterO.Kirchhof, Haudjerystr. 30, 
am Freitag, dem 14. November. Die Jubilare gehören mit 
zu den alten Einwohnern Friedenaus, die hier auch durch 
ihr Geschäft sich einen reichen Freundes- und Bekannten 
kreis erworben haben. Herr Kirchhof ist verschiedentlich 
ehrenamtlich in unserer Gemeinde tätig als Mitglied der 
Steuervoreinschätzungskommission und als Waisenrat. Wir 
wünschen den Jubilaren auch ferner Glück und Segen in 
der Ehe und ebenso beste Erfolge in ihrem Geschäft. Möge 
ihnen nach 25 Jahren der goldene Hochzeitstag ebenso fröhlich 
erscheinen, wie jetzt der silberne. 
o Jriedenauer Vnrgerverenl. Vor einer sehr gut 
besuchten Versammlung sprach gestern Abend Herr Dr. 
Heinecker, der Vorsitzende des Bürgervereins, über seine 
Reise nach dem Amazonenstrome Nordbrasiliens. 
Außer den Mitgliedern hatten sich auch zahlreiche Gäste ein 
gefunden, was sicher für das Interesse spricht, das man 
diesem Vortrage in unserer Bürgerschaft entgegenbrachte. 
Unter den Erschienenen befanden sich u. a. der Vorsitzende 
des Haus- und Grundbesitzer-Vereins Herr Schöffe v. Wrochem, 
die Gemeindeverordneten Herren Franzelius, Ott, Dr. 
Lohmann, Dr. Tänzler, Heise, Sachs. Schönknecht, Schultz. 
Uhlenbrock und Stöcker, ferner Herr Lizealdirektor Hannemann 
und der Erbauer der Wilmersdorfer Untergrundbahn Herr 
Ingenieur Dr. Platzmann. Gegen ^10 Uhr eröffnete Herr 
Dr. Heinecker die Versammlung. Er gab seiner Freude über 
den schönen Besuch Ausdruck und hoffte, daß alle Besucher 
auf ihre Rechnung kommen werden. Er bat. die geschäft 
lichen Sachen diesmal von der Tagesordnung abzusetzen und 
sie auf die Tagesordnung der nächsten Mitgliederversamm 
lung am 9. Dezember zu stellen. Die Versammlung war 
damit einverstanden. Herr Dr. Heinecker begann nun 
sofort seinen Vortrag. In klaren Ausführungen entwarf der 
Redner aus eigener Anschauung ein lebhaftes Bild über 
eine Fahrt von Hamburg aus über Oporto, Lissabon, 
Madeira nach Para und Manaos am Amazonenstrom und 
wußte seine Hörer nicht nur durch die Beschreibung der 
Fahrt, durch die Schilderung von Land und Leuten, der 
Pflanzen- und Tierwelt am AmazonenstAnne, sondern auch 
durch die geschickte Einflechtung geschichtlicher Daten und 
den Bericht über das politische, bürgerliche und wirtschaft 
liche Leben in Brasilien zu fesseln, sodaß ihm am Schluß 
lebhafter minutenlanger Beifall dankte. Redner begann 
seinen Vortrag mit der Mitteilung, daß er über die Dampfer 
Sylvia» Chauffeur. 
Roman von Louis Tracy. 
30. (Nachdruck verboten.) 
„Es ist die reine Wahrheit, Gerr Graf — und e-- ist 
ganz gewiß. Ich habe bestimmte Ordre, mit dem Bier 
uhrzuge nach Karlsruhe zu fahren." 
Graf Hoiningen kehrte sich wieder gegen Bartels. 
„Wollen Sie mich in Ihrem Wagen nach Karlsruhe 
„Tut mir sehr leid, aber ich habe mich kontraktlich 
verpflichtet, fünf Tage in Bruchsal zu bleiben." 
„Kontraktlich? Gegen wen? Doch wohl gegen meinen 
Sohn? Wenn ich Ihnen nun sage, daß die Lage der 
Dinae jetzt eine vollständige Aenderung erfahren hat — 
eine Aenderung, die cs für meinen Sohn ganz gleichgültig 
macht, ob Sie sich hier oder an einem anderen Orte aus 
hallen — wenn ich hinzufüge, daß ich meinem Sahne 
aegenüber die ganze Verantwortung für Ihren sogenannten 
Kontraktbruch auf mich nehme, und daß Sie durch die 
Erfüllung meines Wunsches den Interessen meines Sohnes 
viel besser dienen als durch eine Weigerung — werden 
Sie auch dann noch auf d escr Weigerung beharren?" 
Bartels warf einen ratsuchenden Seitenblick auf Hasen 
kamp. aber unter allen irdischen Kreaturen war in dein 
gegenwärtigen Moment der bedauernswelte Chauffeur 
sicherlich die allerletzte, die eitlem anderen Wej.'N zu raten 
vermocht hätte. So faßte der wackere Bartels denn auch 
diesmal seine Entschlüsse auf eigene Faust und auf eigene 
Berantmortung und erklärte mit der Bestimintheil eines 
Mannes, der sehr wohl weiß, was er tut: 
„Wenn ich alles für bare Münze nehmen darf, was 
Sie foeb.n gesagt haben, Herr Graf, so habe ich allerdings 
leinkir G.und mehr, mich gegen die Erfüllung Ihres 
Wunsches zu sträuben. Soll die Fahrt gleich auf der Stelle 
erfolgen?" 
„Gewiß! — Gleich auf der Stelle." 
„Schön! Du wirst also die Freundlichkeit haben, ab- 
zuste gen." 
Die Aufforderung war an den bleich und gedrückt da 
sitzenden 5)asentamp gerichtet, und die Aussicht, wenigstens 
für ctl:che Stunden dem Machtbereich des alten Grafen 
zu entrinne», rüttelte den Getnickten aus seiner Versunken- 
bcit auf. Eiligst wollte er von seinem Sitz h runterklettern. 
Aber schon klang Hoiningens befehlende Stimme an sein 
Ohr. 
„Halt, mein Bester! Sie bleiben bei uns und rühren 
sich nicht vom Fleck, bevor ich Sic geheißen habe, es zu 
tun." 
Hnsenkamp fiel wieder in se ne vorige Gebrochenheit 
zurück, und Bar:els drehte seinen Wagen in die ent- 
gegenae etzte Richtung. An den Vicomte de Marigny 
dachte der alte Graf entweder nicht rnehr, oder er erachtete 
es ais seiner unwürdig, ihn wegen der ans irg ndwelchen 
und: greiflicv.cn Gründen erteilten falschen Auskunft zur 
. Rede zu stellen. Sic fuhren an dem Hotel vorüber, ohne 
daß Hoiningen Beiehl gegeben hätte zu hallen, und der 
böse Genius des Vicomte wollte, daß er, obwohl er am 
Fenster seines Zimmers faß, doch den Kopf nicht hob, als 
das Töff-Töff des keineswegs geräuschlos vorbeffaufenden 
Wagens zu ihm herausdrang. Er war zu sehr- in die 
Abfassung der für den Oberleutnant von Riedberg be- 
stimmten Instruktionen verlieft, als daß er für irgend 
etwas anderes Sl..n und Aufmerksamkeit gehabt hätte. 
Und doch wäre es fürwahr recht gut für ihn gewesen, 
wenn er wahrgenommen hätte, daß der temperamentvolle 
alte Herr, de» er glücklich auf den Weg nach Frankfurt 
gebracht zu haben glaubte, mit zwei Chauffeuren in der 
entgegengesetzte» Richtung davonfuhr. Planche seiner Dispo 
sitionen würden dann wahrscheinlich von einer anderen 
und zweckmäßigeren Art gewesen sein. 
Aber wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie 
zunächst mit Blinöbeit und Ahiiungslosigleit. Ein Beweis 
für die ewige Wahrheit dieses Wortes war jedenfalls auch 
die sonnige Sorglosigkeit, mit der zur nämlichen Stunde 
Graf Kurt Dietrich von Hoiningen in gemächlichenr Tempo 
aus vortref liehen Wegen den lieblich vor ihm aufsteigen 
den, begrünten Höhen des Hnardiwnldes entgegenfuhr. 
Er hatte für die verhälmismiißig lurze Strecke Bruchsal- 
Karlsruhe so viel Zeit zur Verfügung, daß es ihm geradezu 
fündhast er>chi.'nen wäre, f.iuem jchonen junge» Passagier 
auch nur eine einzige der abseits von der Hauptstraße lie 
genden Schünhei.en vorzuenthalten, und Sylvia war denn 
auch memals eifriger gewesen als heute, die reizvollsten 
d efcr Schönheiten zur dauernden Eiinuerung mit ihrer 
Camera festzuhalten. Die Baronin von Ricdverg mochte 
an den vielen Abstechern und Aufenthalten zwar nicht 
ganz ,o viel Bergungen finden als ihre junge Schutz- 
lcjot)lene, aber sie machte doch meistens gute Miene zum 
bösen Spiel, weil sie sich nachgerade hilllänglich hatte 
überzeugen können, daß sie mit abfälligen Bemerkungen 
über Liefen ihr so perhaßten Chauffeur gewöhnlich gerade 
das Gegenteil von' dem erreichte, was sie beabsichtigt 
hatte. Auf einer der sausten Waldhöheu, die Hoiningcns 
ine vei sagender Wegen mit Leichtigkeit erklomryen hatte,
        
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