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Periodical volume Nr. 266, 11.11.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

dicnstes. Besonders begrüßte er die als Ehrengast er 
schienene Fürsorgednme der Zentrale für Jugendfürsorge, 
Fräulein Margarete Dittmar. „Schämt Euch nicht des 
Glaubens" so ihr gemeinsamen Kirchgang habt, rief er allen 
zu. Wehe den Ungläubigen, wohl denen, die noch an Gott 
glauben. „Wo die Not am größten, ist Gottes Hilfe am 
nächsten", diese Worte seien jetzt, da der Unglaube überhand 
nimmt, wohl des Vertrauens wert, daß auch für die Kirche 
eines Tages die Begeisterung für diese entflammt, wie vor 
hundert Jahren um das Vaterland: „Gedenke derer, die für 
dich gestorben, durch ihren Tod dir alles Heil erworben! 
Knie nieder. Volk, auf blntgedüngtem Plan": „Wir danken 
Euch ihr treuen Ueberwinder, geloben Euch, daß wir und 
unsere Kinder vergessen nie. was großes ihr getan!" — So 
möge auf's Neue bestärkt werden der alte Wahlspruch: „Tut 
Ehre jedermann, habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehret 
den König." Herr Verbandssekretär Diakon Franke-Oranien- 
burg hob in seiner Festansprache die Verdienste der Friede- 
nauer Vereins uni die Gründung des Bezirkverbandes hervor; 
bei beiden Vereinigungen sei Landschaftsgärtncr Hugo Richter 
der Vorsitzende. Er erwähnte als segensreiche Tat die Ein 
richtung des Arbeitsnachweises unter Leitung des Herrn 
Strehler, den Bestand einer Unterstützungskasse, Rat und 
Beistand in Familienangelegenheiten, Steuer- und Rechts 
sachen usw. und wünscht dem Verein unter Gottes Schutz 
weiteren Segen. Ec gedachte schließlich des Geburtstages 
Martin Luthers, dabei sein Familienleben streifend. Der 
durch etwa 10 Mitglieder vertretene Spandauer Bruder 
verein überbrachte mit einer religiösen Betrachtung durch 
ein Mitglied die Glückwünsche. Bei 0 und 7 der Fest 
ordnung trat die Gesangsabteilung unter der bewährten 
Leitung ihres Dirigenten des Komponisten Herrn Max Voigt 
wieder in ihre Rechte und ließ „An den Tag des Herni" 
und „Im Frührolschein" vom Dirigenten selbst komponiert, 
erschallen zur Freude aller Zuhörer, die mit dem Beifall 
keineswegs kargten. Das patriotische Gesangsspiel „In 
Feindes Land" mußte leider ausfallen. Eine heitere 
Stimmung brachte die Ausführung' des Liederspieles „Nette 
Btatrosen"; solche waren es auch tatsächlich die hübschen, 
jungen Damen, Mitglieder der Gesangabteilung: gespielt 
und gesungen wurde mit einer Frische und Fröhlichkeit, die 
man selten findet. Ein Familienkränzchen mit Kaffeetafel, 
bei welcher zwei vom Vorsitzenden gedichtete Lieder gesungen 
wurden, beschloß das schöne Fest. 
o Männer-Turnverein. „Obs regnet, obs schneit, ob 
die Sonne sticht, das kümmert uns wandernde Turner nicht." 
Das ist ein Wahrspruch, der auch für die kleinen Leute der 
2. Knabenabteilung schon gilt. Sie Habens am Sonntag 
wieder bewiesen und sich die gute Laune auf ihrer Turnfahrt 
von dem andauernden Regen nicht verderben lassen, lind 
sie sollen ja auch nicht immer nur bei schönem Wetter draußen 
umherstreifen, sondern auch die Unbilden des Wetters er 
tragen lernen und gegen sie hart werden. Deshalb ist es 
Grundsatz der Abteilungsleitung, zu jeder Jahreszeit und 
ohne Rücksicht auf das Wetter zu wandern. — Die Turn- 
fahrt am vergangenen Sonntag — es war die achte in diesem 
Jahr — führte durch Potsdam, den Park von Sanssouci, 
den Wildpark, Neu Geltow über Baumgartenbrück nach 
Petzow und weiter über Glindow nach Werder. Es wurde 
während des Marsches nur einmal, in Petzow Rast gehalten 
und weil die Nässe ein Lagern im Freien verbot, im Dorfkrug 
eingekehrt; jeder Knabe erhielt hier auf Vereinskosten 1 Tasse 
Milch oder Fleischbrühe. Die gesamte Marschleistung betrug 
etwa 20 Irrn. Daß man aber die zurückgelegte Strecke auch 
noch anders als mit dem Längenmaß oder dem Zeitmaß 
messen kann, zeigte einer der Jungens, der den Turnwart 
durch öftere Meldungen darüber auf dem Laufenden hielt, 
wieviel „Stullen" er schon gegessen und wieviel er noch im 
Rucksack habe. Der hat gewiß den Weg nach Butterbroten 
gemessen. 
o Der deutsche Pfadfinderbnnd und der Pfadfinder- 
bund für junge Mädchen veranstalten Donnerstag, den 13. 
November um 7 1 / 2 Uhr pünktlich im Marmorsaal des Zoo 
einen Festabend mit künstlerischen Darbietungen zur Förde 
rung der Bestrebungen des Bundes, namentlich zur Be 
schaffung von Spiel- und Wandergerät, Büchereien, Aus 
bildung des Führer- und Pfadfinderkorps. Ein Anteil des 
Ertrages fällt den Hinterbliebenen der bei dem Brande des 
„L 2" umgekommenen Manschast zu. Eintrittskarten zu 
0, 3 und 1 Mk. sind zu haben auf den Geschäftsstellen 
Joachimsthalerstraße 5 Hl resp. Heilbronnerstraße' 18, bei 
A. Wertheim und an der Abendkasse, Tischkarten zu 3.50 Mk. 
nur auf den Geschäftsstellen. Wir bitten, die Bestrebungen 
auch im Interesse unserer Schönebcrg-Friedenauer Pfadfinder 
der 7. und 8. Feldkomp, und Pfadfinderinnen unterstützen 
Am Sonntag verschied nach kurzer, schwerer 
I Krankheit mein langjähriger treuer Mitarbeiter, 
i der Präzisionsmechaniker Herr 
Franz Fahle 
im 45. Lebensjahre. 
Ich werde dem Verstorbenen, der ein Muster! 
i treuester Pflichterfüllung war, ein bleibendes ] 
Gedenken bewahren. 
Werts'ätlej für Präcis*-Mwliaat nd Opi 
Carl Barten. 
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. d. Mts, j 
j nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Steglitzer Fried 
hofes aus statt. [9G59] 
Ein- u. Verkauf von gebrauchten 
Möbeln .18284. 
Schantl, Rembrandtstr. 11. 
im Mlwierkn "lich 
freu Gafert, Albestr. 20 Gth. III. 
zu wollen. — Die Uebungen der 7. Feldkomp. (Gymnasial- 
Abtcilung) werden bekanntlich an der Tür der Wohlthat'schen 
Buchhandlung in der Rheinstraße öffentlich bekannt gegeben. 
Unsere Friedenauer Jugend ist stets als Gast bei den 
Uebungen willkommen, um unsere Tätigkeit kennen zu lernen. 
o Der Turmfalke abgeschossen. Wie unsere Leser 
wissen, hauste seit geraumer Zeit ein Turmfalke auf dem 
Turm unserer Kirche zum guten Hirten. Zahlreiche Tauben 
und andere Tiere sind bereits seine Beute geworden. Heute 
Mittag gegen 12 Uhr nun begab sich Herr Schornsteinfeger- 
meister Stoltzenburg jun. auf das Dach der Kirche und 
schoß von hier aus nach dem Raubvogel. Der Falke wurde 
im Flügel getroffen und sank zur Erde. Herr Stoltzenburg 
will das stattliche Tier, das nur flügellahm geschossen 
wurde, in einen Käsig sperren. 
o Von der Schönebcrger Polizei ausgehoben wurde 
gestern Nachmittag einr Buchmacherzentrale in dem zu 
Schöneberg gehörenden Teile der Bülowstraße. 30 Personen, 
teils Männlein, teils Weiblein, wurden plötzlich überrascht 
und festgenommen. Es waren zum teil der Polizei be 
kannte und gesuchte Buchmacher. , Zahlreiche Wettzettel, 
Bücher und Geld wurden beschlagnahmt. Es war ein merk 
würdiger Zug, der unter Aussicht von Polizeibeamten den 
Weg zur Polizeiwache antreten mußte. 
VereinsDacdriMen 
Morgen Mittwoch tagen: 
Tcheatervcrcin „ikcrzes" 1878. Sitzungen jeden Mittwoch 
9'/^ lkhr im Vereinslokal Paul Spanholz, Steglitz, Körnerstr. 48c. 
Gäste als Mitglieder und Spieler sind herzlich willkommen. 
Charlottenburger Touristen-Club „Märkische Föhre." Am 
Sonntag, dem 10. November, unternimmt die Lehrlingsnbteilung 
des Clubs ihre 46. Wanderfahrt nach Buch, Zepernick, Bernau, 
Ladeburg, Bicsenihal. Versammlung '/,8 Uhr, Stettiner Voroit- 
bahnhof. Teilnehmerkarte 1 M. An demselben Sonntage unter 
nimmt die Schiller- und Mädchcnabteilung ihre 53. (14.) Wander 
fahrt nach Karow, Lindeuberg, Blumberg, Ahrensfelde, Warten- 
berg, Wcißensec. Versammlung 3 / t 8 Uhr Chart. Bahnhof, Haupt 
portal. Teilnehmerkarte 0,75 M. 
§6)önieberg 
— 0 Zum Sanitätsrat ist der Arzt Dr. Franz Hinrichs 
in Schöneberg ernannt. 
—v Die Wahlen für die zweite Abteilung finden erst 
am morgigen Mittwoch statt. Am Donnerstag endlich 
wird durch die Wahlen der ersten Ableitung darüber ent 
schieden, ob die Liberale Fraktion auck) in Zukunft die 
absolute Mehrheit behält. In der ersten Abteilung des 
11. Wahlbezirks (Friedenauer Ortsteil) ist vom Liberalen 
Kommnnalverein Maurermeister Colosscr, vom Wahlausschuß 
des 11. Bezirks Rentier Wilhelm Behr aufgestellt worden. 
—0 In dem Konkursverfahren über das Vermögen 
der Frau Erna Boß, alleinigen Inhaberin der Firma 
E. Wiegand, Eisenacherstr. 83, ist zur Prüfung der nach- 
träglich angemeldeten Fornerungen Termin auf den 11. 
November 1913, vormittags IH/4 Uhr,Zimmer08, anberaumt. 
—0 Zwangsversteigerungsergebnis. Innsbrucker Str. 30, 
Ecke Wexstr. 1 dem Architekten Karl Sack in Berlin-Wil 
mersdorf, Jenaer Str. 12 gehörig. Fläche 10,44 Ar. 
Nutzungswert 3ö 100 Mark. Mit dem Gebot von 
542 000 M. bar blieb der Direktor Professor Dr. Georg 
Dubislaw in Berlin-Grunewald, Charlottenbrunnen Str. 1, 
Meistbietender. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Akademisch und Seminaristisch. 
Neuerdings ist eine Anzahl von Volksschullchrerinncn-Semi- 
naren, auch in der Provinz, entstanden. Es wird zwar von einigen 
Seiten geklagt, daß sich auch bei den weiblichen Lehrkräften in Zu 
kunft der Standcsunterschicd von: „Seminaristisch" und „Akademisch" 
ausbilden könne. Ein „Standcsunterschied" hat leider schon längst 
bestanden, er hängt allerdings nicht von der Ausbildung und den 
in den Prüfungen erreichten Berechtigungen ab, sondern lediglich 
dem Zufall, der die eine Lehrerin eine Stellung an der.Höheren, 
die andere nur eine solche an einer Volksschule finden ließ. Viel 
fach sehen die „höheren" — oder nach modernstem Modus „Lyzeal- 
Lehrerinnen" —schon längst ihre Kolleginnen von der Volksschule 
über die Achsel an, genießen ein besseres Einkommen, längere 
Ferien, und vor allem Tank der Eltern ihrer Zöglinge eine ange 
sehenere und angenehmere gesellschaftliche Stellung; ohne immer, 
wie schon gesagt, mehr gelernt zu haben, oder gär sich mehr an 
strengen zu müssen. 
, Ein Umstand ist cs nun, der die Einrichtung von Vvlksschul- 
lehrerinnen-Seminaren, und hier wieder die billigen oder ganz 
unentgeltlichen, sehr dankenswert erscheinen läßt.. Die Besucherinnen 
solcher Anstalten können und werden sich auch aus einfacheren 
Ständen rckrutierep, und so den meisten ihrer männlichen Berufs 
genossen von Haus aus geistes- und interesseverwandtersein, und des 
jetzt noch leider zwischen Lehrern und Lehrerinnen zuweilen be 
stehende wenig harmonische Verhältnis wird ein für alle Mal dem 
Am 13. Oktober dieses Jahres ist eine 
wertvolle Damenuhr 
als gefunden hier genicldet worden. 
Ansprüche sind binnen 4 Wochen bei dem Unterzeichneten geltend 
zu machen. 
Berlin-Friedenau, den 10. November 1913. 
Der Amlsvorsteher. 
crfolgilcher. Wagner. Peschkc- 
straßc 9, Gth. I. Amt Steglitz 1482. 
Abschriften n. 
Vervielfältigungen 
i auf der Schreibmaschine 
1 Rubensstr. 43, Ecke Peter- 
Vischerstr. Amt Steglitz (755). 
Bliche u. Eiche. orobc Tiüctc s. d. Cf 
tteuleS --olc f. b. Küche, ucdraiichsferi 
Ztr. 1 eo 31., bei 3 Ztr. 1.65 M 
. . . . „ 10 ,, 1.50 „ 
KlcscrwAlizundeliot.;, aebrauchsferi 
8tr. 1 SO M. ti. «cu„ Verland ». 3 flir.« 
Breanholz-Vcrtrlo’jsgessllschaft 
Frisienau, FTemiiMnat-, Hci:c Rubenss 
MlcjAiüeiiii 
Gefühl unbedingter Gleichstellung weichen. Zwar wird jene Di§- 
harmonie meist durch unberechtigten Dünkel, durch unberechtigtes 
Mißtrauen oder Neidgcfühl künstlich hervorgerufen; aber vorhanden 
ist es, das läßt sich beim besten Willen nicht leugnen, und hat oft genug 
dem gemeinsamen Zusammenwirken geschadet. — Ferner wird die aus 
einfacherem Stande hervorgegangene Lehrerin schon von vorn 
herein das richtigere Verständnis für Art, Wesen und Bedürfnisse 
ihrer Zöglinge besitzen und nicht erst sich solches aneignen müssen, 
wie dies heute noch die in der Volksschule tätige Lehrerin, meist 
eine Tochter der oberen (wenn auch nicht bemittelten) Stände an 
fangs nötig hat. 
‘ Man hat jene neuen Seminare vor einigen Jahren haupt 
sächlich begründet, um dem Lehrermangel abzuhelfen. Und, wo 
durch einem ivicklichen Mangel, ja gewissermaßen einem Notstand 
abgeholfen wird, man sendet seitdem die jungen Lehrerinnen auch 
auf Landstellcn, an ein- und dreiklassige Schulen. Die Ofsizicrs- 
oder Geheimrntsrvchter würde da wohl in eine zuweilen unan 
genehme, ja verzweifelte Lage kommen. Die Tochter einfacher 
Stände, die im elterlichen Heim gewiß so manches Mal bei haus 
wirtschaftlicher Arbeit selbst mit Hand angelegt hat, wenn sie nicht 
gar als Land- oder Kleinstadtkiud auch einen Begriff von Garten- 
und Landarbeit hat, wird sich in die schwierige Lage einer allein 
stehenden Landlchrcrin leichter schicken. Und der ältere, erste Herr 
Lehrer, der „Herr Kantor", wird sich bald freuen, daß ihm eine 
weibliche Hilfskraft beigeordnet wird, die so manche, bisher der 
„Frau Kantor" zufalleiide Nebenarbeit von deren Schultern nimmt. 
Und sicherlich kaun gerade aus dem Lande eine praktische, ver 
ständige und energische weibliche Lehrkraft unendlichen Segen stiften. 
Tßie ja jedes Ding seine zivei Seilen hat, so ist es auch mit 
dem Unterschied zwischen der „akademisch" und der „seminaristisch" 
gebildeten Lehrerin, der mir garnicht so verwerflich dünkt. Ver 
nünftige und einsichtsvolle Menschen werden der einen wie der 
andern ihre Achtung nicht versagen, auch nicht als Angehörige 
einer der beiden Gruppen. Wer aber so unvernünstig wäre, dies 
doch zu tun — nun an deren Achtung kann eben nichts gelegen 
sein! F. Gebhardt. 
Vermischtes 
*o Schutz vorgeschichtlicher Altertümer. Im Technischen 
Gemeindeblatt vom 5. Oktober 1913 schreibt Magistratsrat Ludwig 
Schultz (Berlin) über den gesetzgeberischen Schutz vorgeschichtlicher 
Altertümer. Unter Erörterung der für und wider sprechenden 
Gründe legt Verfasser dar, daß für den gesetzgeberischen Schutz drei 
Wege in Betracht kommen, nämlich: 1. Erklärung aller Fundstücke 
zu Nationaleigentum. 2. behördliche Genehmigung zu planmäßigen 
Ausgrabungen und Berechtigung des Staates, bei diesen und 
Gclegcnheitsfunden Ablieferung der entdeckten Sachen zu verlangen. 
3. Verkaufsrecht des Staates bei dem Fund von Altertümern. 
Dem in der letzten Session dem Preußischen Landtag vorgelegten 
Entwurf eines Ausgrabungsgesetzes zollt Verfasser im allgemeinen 
Anerkennung, findet jedoch, daß der Entwurf in doppelter Hinsicht 
Lücken aufiveist. Einerseits iväre die von allen Seiten gewünschte 
vorzugsweise Berücksichtigung von Lokal- und Provinzialmuseen in 
das Gesetz aufzunehmen. Anderseits bedauert Verfasser, daß die 
Möglichkeit staatlichen Eingreifens nur zu dein Zeitpunkte gewährt 
sei, wo die betreffenden Altertümer gefunden iverden. In den 
Rahmen des letzteren Bedenkens fällt eS, daß die Erben verstorbenen 
Sammler vollständig von jeder Verpflichtung gegen die Allgemeinheit 
frei sind. Die Ausführungen des Verfassers verdienen sicher 
Beachtung. 
*o Eine recht nachahmenswerte Einrichtung in Eisenach hat 
neuerdings der Oberbürgermeister Schmieder im Rechnungswesen 
dadurch getroffen, daß er in der Berechnung der Vcrwaltungskosten 
bei den städtischen Verwaltungsabteilungen untereinander eine 
gleiche feste Norm niedergelegt hat. So wurde als Norm hierfür 
10 Proz. als Zuschlag' zu den Rechnungsbeträgen als angebracht 
gehalten und soll künftig auch gegenüber den außerhalb der Stadt 
verwaltung stehenden Aerivaltungcn allgemein dieser Zuschlag zur 
Gesamtrechnung erhoben werden. Borausseßung ist hierfür natürlich, 
daß es sich nicht als notwendig herausstellt, auf dem Wege be 
sonderer Vereinbarung in besonders gearteten Fällen einen be 
sonderen Prozentsatz festzulegen. Vemerkenswert ist, daß soweit 
festgestellt iverden konnte, bisher in ganz Thüringen bestimmte 
Prozentsätze von einzelnen Verwaltungskosten noch nicht festgesetzt 
waren und daß bisher nur nach Maßgabe der verwaltungsscitigen 
Leistungen in jedem einzelnen Falle durchschnittlich, bisher nur von 
der Eisenbahn-Verwaltung, etwa 4 bis 10 Proz. der Vausumme 
erhoben wurden. 
CiterariTche5 
Ein lieber alter Freund unserer Kinderwelt, der vom Berliner 
Tierschutzverein herausgegebene Tierschutzkalender, ist soeben für das 
Jahr 1914 erschienen. Auch diesmal 48 Seiten stark, mit einem 
hübschen bunten Umschlag verziert, stellt er sich schon äußerlich dem 
farbenfrohen Auge des Kindes als ivillkommene Gabe dar. Ge 
mütvolle kleine, teils lustige, teils ernste Geschichten, deren Wirkung 
noch durch 21 Illustrationen erhöht ivird, wechseln mit Gedichten 
und Rätseln ab. Selbst ein in Musik gesetztes Liedchen findet sich 
vor. Das Büchlein ivirkt sittlph befruchtend und anregend auf 
das Kinderherz, cs erweitert und vertieft die Liebe zur Natur. 
Auch für Erwachsene ist manches gesagt. Sentimentalität hastet 
diesem Kalender nicht an. Sein billiger Preis ist nur durch hie 
Massenauflage von 1800 000 Stück möglich. Das einzelne Heft 
testet im Deutsch-Oesterreichischen Postgebict, vom Verlag, Berlin 
MV. 48, Wilhelmstr. 28, zugesandt, einschließt. Porto 10 Pf., fünf 
Stück kosten 35 Pf., 10 Stück --- 70 Pf., 20 Stück = 1 M. 30 Pf., 
60 Stück — 3 M., 100 Stück nur 5 M., all s einschließt. Porto. 
Auf je 10 Stück gibt es noch 1 Kalender zu. 
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schine Luther, 
e stickt m. d. Ma- 
efävrestr.' 10Z1II.
        
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