Path:
Periodical volume Nr. 265, 10.11.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

bemessen können. Sie betragen für die Dienstboten mit 
einem monatlichen Barlohn bis 28 M. jährlich 23.40 M. 
und bei höherem Lohn 35,88 M. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Die Abgabe guter Steuerzahler seitens Berlins 
an die Vororte ist auch im 1. Vierteljahr des saufenden 
Jahres nicht unbedeutend gewesen. An Personen von über 
14 500 M. Einkonimen gab Berlin in diesem Zeitraum ab 
an Charlottenburg 42, Wilmersdorf 23, Berlin-Friede 
nau 1, Gruncwaldj 4, Lichterfelde 6, Zehlendorf 6, Schöne- 
herg 11, Tempelhof 10, Treptow 2 usw. Mlerdings hat 
Berlin auch einigen Zuzugsgewinn an solch wünschenswerten 
Steuerzahlern gehabt, und zwar im Bevölkerungsaustausch 
mit der weiteren Umgebung Berlins, der aber mit 10 die 
Abgaben an die Vororte auch nicht annähernd erreicht. 
o Jubiläum unserer Kirche „Zum guten Hirten". 
Heute vor 20 Jahren, am 10. November. 1893, wurde 
unsere Kirche „Zum guten Hirten" in Gegenwart Ihrer 
Majestät der Kaiserin vom Generalsnperintendenten Faber- 
Berlin und dem zuständigen Ephorus der Diözese Super 
intendenten Lange-Teltow feierlich eingeweiht. Die Fest- 
predigt hielt Herr Pfarrer Görnandt, der vordem schon 
die Gottesdienste in der Turnhalle in der Albestraße abge 
halten hatte. An dem Vormittage des 10. November 
herrschte ein solch dicker Nebel in Friedenau, ivie er seitdem 
hier nicht wieder beobachtet worden ist. Dian konnte, nicht 
die Hand vor den Augen sehen, geschweige denn die schöne 
würdige Ausschmückung der Straßen und des Kirchplatzcs. 
Aber zur Mittagszeit, gerade mit Beendigung der kirchlichen 
Feier, brach die Sonne siegreich durch und beleuchtete auf 
unserem Platz vor der Kirche ein farbenreiches Bild. 
Freudig wurden beim Austritt aus. dem Gotteshause die 
Kaiserin und die ältesten Prinzen begrüßt und die hohen 
Herrschaften konnten vom Viererzug ans jetzt den schönen 
Bau der Kirche, den vordem der. Nebel verhüllt hatte, in 
Augenschein nehmen. Es herrschte an diesem Hiage, der den 
alten Friedenauern unvergeßlich bleiben wird,'"eine sonnige 
Feiertagsstimmung in unserem damals noch so kleinen 
Friedenau. — Das Kaiserpaar hatte bekanntlich für. unsere 
Kirche, die prachtvolle Rose (Glasmalerei) über dem Altar 
gestiftet, die auch mit den Wappen des Kaisers und der 
Kaiserin, versehen ist. 
o Recherchen über entlassene Fürsorgezögliuge. Die 
städtische Waisendeputation Berlins behandelte die Frage, 
ob es zulässig sei, Recherchen über aus. der Fürsorge ent 
lassene, das 21. Lebensjahr überschrittene Zöglinge anzu 
stellen. Bekanntlich scheiden Fürsorgezöglinge nnt dem 
21. Lebensjahre definitiv aus der Fürsorgeerziehung aus. 
Nun bestehen aber ministerielle Verfügungen, nach welchen 
Recherchen über entlassene Fürsorgezöglinge angestellt werden 
sollen, um eine Uebersicht über die Wirkung der Fürsorge 
erziehung zu erhalten. Allgemein war die Ansicht der 
Waisendeputativn, daß die rechtliche Zulässigkeit dieser Ver 
fügung auf sehr schwachen Füßen stehe und daß es außer 
dem sehr bedenklich sei, die Gemeindewaisenräte mit diesen 
Recherchen zu betrauen. Solche Recherchen erforderten sehr 
viel Takt, um die Stellung der Recherchierten nicht zu er 
schweren. Es soll in Zukunft stets eine bestimmte Persön 
lichkeit unter Ausschluß der Gemeindewaisetträte mündlich 
mit der Recherche beauftragt werden, die sich der großen 
Verantwortung voll bewußt ist. 
o Festsetzung von Steuerhintcrziehnngsstrafen. Bei 
Festsetzung von . Stenerhintcrziehungsstrafen sind die Zu 
schläge zu berücksichtigen, welche ans Grund des Gesetzes 
vom 26. Mai 1909 betr. die Bereitstellung von Mitteln zu 
Diensteinkommenverbessernngcn zu den tarifmäßigen Steuer 
sätzen erhoben werden. Diesen Rechtsgrundsatz stellt ein 
Erkenntnis des Reichsgerichts vom 10. Dezember 1912 aus 
und führt hierzu aus: Es kann keinem Zweifel unterliegen, 
daß im Fall einer allgemeinen Steuererhöhung nicht die 
früheren, sondern die erhöhten Sätze der Strafberechnung 
zu Grunde zu legen sind, wenn die Hintcrziehungsansicht 
sich auf die neue erhöhte Steuer gerichtet hat; das Gegen 
teil könnte nur angenommen werden, wenn im Gesetz be 
stimmte Anhaltspunkte für eine Ausnahme von der zu 
Grunde liegenden Regel zu finden wären. An solchen fehlt 
es aber. Das gleiche muß man mangels einer entgegen 
stehenden Sonderbestimmung auch für den jetzt gegebenen 
fache 'bürgerliche Chauffeur Wcstenholtz ein so gefährlicher, 
Gegner gewesen war, was mochte er dann erst von 
einem richtigen Grafen, dem Sprößling einer der ältesten 
und reichsten Adelsfamilien zu besorgen haben! Und selbst, 
auf die Bundcsgenossenschaft des jetzt augenscheinlich so 
entrüsteten alte.i Herrn wagte er keine allzu weitgehenden 
Hoffnungen zu setzen. Der alte Graf war entrüstet, weil 
er Sylvia Pendleton noch nicht kannte, weil er sie vielleicht 
für eine Abenteurerin hielt. Aber das konnte sich sehr 
schnell ändern, wenn er erst einmal ihre Bekanntschaft ge 
macht hatte. Sie konnte ihn bezaubern, wie sie bis jetzt 
noch alle Welt bezaubert hatte. Und wenn die Dinge erst 
einmal bis dahin gediehen sein würden, konnte er selber 
getrost alle seine Hosfunngen begraben. Was also war zu 
tun? Sagte er, was er wußte, so konnte es nicht zweifel 
haft sein, daß der Graf mit dem nächsten Zuge nach 
Karlsruhe fuhr und dort mit seinem Sohne und dem 
schönen jungen Passagier zusammentraf. Dieses Zusammen 
treffen zunächst zu verhindern, erschien ihm als seine 
dringendste Aufgabe, und er war nicht der Mann, den der 
Gedanke an eine kleine Notlüge über die Maßen erschreckt 
hätte. 
Sich mit großer Artigkeit vor dem alten Herrn ver 
beugend, überreichte er ihm seine Karte und fügte er 
klärend hinzu: 
.Ich lernte Mister Pendleton und seine Tochter in 
Paris kennen. Und als mich geschäftliche Angelegenheiten 
hierherführten, war ich sehr überrascht. Miß Pendleton 
ohne ihren Vater zu begegnen. Für das, was ich vorhin 
kn bezug auf Ihren Herrn Sohn sagte, ohne zu ahnen, 
daß es Ihr Sohn sei, bitte ich um Verzeihung. Sein 
Benehmen erscheint mir jetzt um vieles verständlicher als 
vorher. 
„Ich hatte nicht begriffen, wie er als einfacher Chauffeur 
Fall der Zuschläge aus 8 8 des Gesetzes vom 28. Mai 
1909 annehmen; denn diese Zuschläge unterscheiden sich in 
allen für die Strasfrage in Betracht kommenden Punkten 
von Steuererhöhungen überhaupt nicht. Der Umstand, daß 
die Zuschläge bei Bemessung von Kommunalabgaben und 
der Steuerbeträge für Wahlzwecke außer Betracht zu bleiben 
haben (8 9 des Gesetzes vom 25. Mai 1909) steht dem 
nicht entgegen, daß in 8 9 des Gesetzes vom 26. Mai-1909 
die Anrechnung des nach 8 8 zu erhebenden Zuschlags auf 
die Strafzuschläge für Verzögerung der Steuererklärung aus 
8 39 des Einkommensteuergesetzes ausdrücklich ausgeschlossen, 
’ daß dagegen der Fall der Berechnung der Hinterziehungsstrafe 
unerwähnt gelassen ist, spricht für die Anrechnung des Zu 
schlags im letzterein Falle. Das Reichsgericht kann darum der 
vom Kammergcricht in dem Urteile vom 28. März 1912 
gegen G. 1.10/12 ausgesprochenen Rechtsanschauung, daß 
die Zuschläge nach 8 8 des Gesetzes vom 29. Mai 1909 
bei Berechnung der Strafe außer Ansatz zu bleiben haben, 
weil ihnen vorübergehend Gültigkeit zugedacht ist» nicht bci- 
treten . . . (Vergl. D. Jur.-Ztg. S. 043.) 
o Weihnachtseinkäufe. Der Deutsche Käuferbund 
Berlin-Friedenau gibt ein Flugblatt heraus, in dem es 
heißt: „In. dm Geschäften, in denen wir Weihnachtsgeschenke 
kaufen, drängt sich in den Wochen vor dem Fest eine Fülle 
von Arbeit zusammen, die für die beteiligten Kaufleute, 
Angestellte und Arbeiterinnen, zumeist Heimarbeiterinnen, 
immer beängstigender wird, je näher die eigentlichen Fest 
tage kommen. Oft nur durch Zuhilfenahme der Nächte ist 
es der Heimarbeiterin möglich, die so spät bestellte Arbeit 
rechtzeitig zu liefern. Die Käufer können diesen Andrang 
und die damit verbundene Ileberlastuug der Geschäftsleute 
und der Heimarbeiterinnen mildern, wenn sie ihre Weih? 
nachtseinkäufe frühzeitig besorgen. Der Käuferbund empfiehlt 
dabei für die Weihnachtseinkäufe als gute Käufersitle Fest 
geschenke spätestens in der ersten Hälfte des. Dezembers zu 
kaufen, Bestellungen und dergleichen aber schon im November 
aufzugeben. Weihnachtseinkäufe sind noch vor den Feier 
tagen» jedenfalls vor Neujahr zu bezahlen, denn die unselige 
Sitte des Borgkaufens bereitet vielen Kaufleuten bittere 
Sorgen. Man bedenke auch, daß das leidige Umtauschen 
eine, arge Belästigung der Geschäftsleute bedeutet. Wer 
Weihnachtsgeschenke kauft, muß nicht minderwertige, sondern 
stets Qualitätswaren kaufen. Das gilt nicht nur bei Ge 
schenken, die für Angehörige und Freunde bestimmt sind, 
sondern auch bei Geschenken für Dienstboten und Schutz 
befohlene. 
o Entwicklung des Beamten - Wohnungswesens. 
Einen der Entwicklung des Beamten-Wohnungsvereinswesens 
recht günstigen Standpunkt nimmt ein mit Bezug auf 8 30 
Ziffer 4 des Zuwachssteuergesetzes (Befreiungsanträge) heraus 
gekommener Erlaß der Herren Minister des Innern und 
der Finanzen vom 14. Juli des Jahres ein, dem wir 
folgendes entnehmen (Minist. Bl. f. d. inn. Verw. 1913. 
S. 162). Die Entscheidung der Frage, ob eine Vereinigung, 
die sich satzungemäß mit der Errichtung von Wohnungen für 
die minderbemittelten Klassen befaßt (8 30 Ziffer 4 des 
Zuwachssteuergesetzes) mit ihrer Wohnungsfürsorge tatsächlich 
nicht über den Kreis der minderbemittelten Klassen hinaus 
geht, ist, da die Anzahl der Zimmer oder die Höhe der 
Mieten als ein überall zutreffendes Merkmal nicht gelten 
kann, von dem Gesamtflächeninhalt der einzelnen Wohnungen 
abhängig zu machen. Nach den Erfahrungen erscheint cs 
angemessen, Wohnungen, die in den Wohn- und Schlaf 
räumen sowie in der Küche (also ohne Nebengelaß) etwa 
90 bis 100 Quadratmeter und, soweit es sich um Eck 
wohnungen handelt, etwa 90 bis 100 Quadratmeter 
Flächeninhalt haben, noch als solche anzusehen, die von 
Minderbemittelten in Anspruch genommen werden. Bei 
einem Antrage auf Steuerbefreiung nach 8 30 Ziffer 4 des 
Zumachssteuergesetzes ist daher zur Erbringung des Nach 
weises, daß die Tätigkeit der Vereinigung den mindcr- 
bemittelten Klassen dient, in Zukunft stets im einzelnen 
nachzuweisen, daß der Wohnraum der zur Vermietung 
kommenden Wohnungen diese Höchstgrenzen nicht überschreitet. 
o Kammcrgerichtsrcferendar Dr.jur. Friedrich Krug, 
der durch seine Tätigkeit im Evang. Arbeiterverein, seine 
musikalische Mitwirkung in verschiedenen Konzerten, insbe 
sondere durch seine musikwissenschaftlichen Vorträge über 
die Musikdramen Richard Wagners: Parsifal, Die Meister 
singer von Nürnberg u. a., weiteren Kreisen bekannt ist, 
übersendet uns seine Doktorschrift. Sie betitelt sich „Die 
dazu kam. Den freundschaftlichen Beistand, H,en ich Der jungen 
Dame angeboten hatte, mit einer ganz unmotivierten 
Schroffheit zurückzuweisen. Jetzt aber sehe ich natürlich 
. vollkommen ein, weshalb er selber es zu sein wünschte, 
der diesen Beistand gewährte." 
„Was für eine Art von Beistand ist es, die Sie da 
meinen?" 
„Miß Pendleton hatte mit einem anderen Chauffeur 
vereinbart, daß er sie hier erwarten solle. Da der Mann 
aber nicht eintrat, änderte sie ihre Reisepläne und be 
schloß, zunächst in dem Wagen Ihres Hern: Sohnes nach 
; Frankfurt zurückzukehren." 
Graf Hoiningen hatte die ihm überreichte Karte ge 
lesen, und er war über die alten Adelsfamilen Frankreichs 
hinlänglich orientiert, um sich zu erinnern, daß auch die 
Marigny zu ihnen gehörten. Um vieles höflicher und 
verbindlicher, als es bis zu diesem Augenblick gewesen 
war, sagte er: 
„Sie werden entschuldigen, Herr Vicomte, wenn ich 
vorhin etwas kurz angebunden war. Aber es hat fast den 
Anschein, als ob wir alle miteinander in eine große Komödie 
der Irrungen verstrickt worden wären. Ich enlsinne mich 
jetzt einer Depesche meines Sohnes, in der er- mir mit 
teilte, daß er wahrscheinlich heute nach Frankfurt zurück 
kehren werde. Meine Reise hierher ist also vermutlich sehr 
überflüssig gewesen» und die ganze Geschichte erweist sich 
möglicherweise als ein harmloser kleiner Scherz, der in 
wenigen Stunden sein Ende erreicht haben wird. Ich fühle 
mich Ihnen für Ihre freundliche Auskunft zu lebhaftem 
Dank verpflichtet, und ich werde mich freuen, wenn Sie 
mir bei Ihrer nächsten Anwesenheit in Frankfurt die Ehre 
' geben wollten, mich aufzusuchen. Einstweilen empfehle ich 
mich Ihnen, Herr Bicomte." 
Er lüstete seinen Hut und wandte sich wieder der 
Sonderrechte der Deutschen Bundesstaaten." Die wissen 
schaftlichen Auslegungen dieser Schrift hatten einmal den 
8 124 deS Handelsgesetzbuchs, sodann die' Artikel 13 und 
31 der preußischen Verfassungsurkunde zum Gegenstände. 
Eine Autorität ans dem Gebiete des Staatsrechts, Wirkt. 
Geh. Kriegsrat Dr. Romen bezeichnete die Doktorschrift des 
Herrn Krug als eine „sehr fleißige, tüchtige und wertvolle 
Arbeit." Der Verfasser erlangte die Doktorwürde im 
Sommer d. Js. beider juristischen Fakultät der König!. 
Universität Greifswald. Er bestand die Prüfung mit der 
Auszeichnung oum laucko (gut). 
o Vriefmarkenfälscher. Da Briefmarken von Millionen 
Philatelisten gesammelt werden, ist gerade dieses Gebiet für 
geschickte Fälscher, die es verstehen, sich auf Kosten ihrer 
Mitmenschen zu bereichern, sehr günstig. Es kann allerdings 
nicht geleugnet werden, daß, um eine wirklich gefährliche 
Fälschung einer seltenen Marke herzustellen, ein großes Maß 
künstlerischer Fertigkeit dazu gehört. Gerade in den Brief 
markenfälschungen find aber merkwürdiger Weise eigentlich 
plumpe Falsifikate ziemlich selten, und die Gefährlichkeit der 
Nachahmung liegt meistenteils gerade in der guten Aus 
führung. Wie selbst erfahrene Händler getäuscht werden, 
geht aus nachstehendem Gaunerstückchen hervor: Auf einer 
stattgefundenen Briefmarkcn-Nusstellung hat der Fälscher 
seiner Behauptung nach , den einzigen Originalbogen der 
Probedrucke der seltensten Marken der Schweiz, das sogen. 
„Basler Täubchen" erworben. An der Hand dieses Original 
bogens stellte er Fälschungen fest, die ihm bedeutende 
Summen eingebracht haben, denn für einen sogenannten 
Viererblock, d. h. 4 zusammenhängende Marken aus einem 
gefälschten Vogen, wurden ihnn von gewiß gut orientierten 
Händlern bis zu 2000 M. gezahlt. Man steht, das 
Geschäft der Vriefmarkenfälscher ist ein sehr einträgliches, 
und Briefmarkenfreunde können sich nicht genug gegen der 
artige Schädlinge schützen. Der beste Schutz für den 
Sammler ist und bleibt sein Album, denn wenn er ein 
wirklich gut bearbeitetes Sammelbuch besitzt, gibt ihm dies 
die richtige Anleitung- zum Sammeln und Aufschluß über 
feine Merkmale der Marken, sodass es ihm leicht gemacht 
wird, Fälschungen von echten Markey zu unterscheiden. Als 
das beliebteste und bestbearbeitete deutsche Album ist das 
Schwaneberger Album bekannt, das in Kürze in 31. Auflage 
erscheinen wird. Das Album hat in der Zeit von 25 
Jahren Verbreitung über die ganze Welt gefunden, und das 
alljährliche Erscheinen der neuen Auflagen weckt deshalb das 
größte Interesse der Briefmarkensammler. Interessenten 
seien darauf hingewiesen, daß der Verlag Schaufuß & Stolpe, 
Leipzig-R. 127, eine Broschüre „Wegweiser für Mnrken- 
sammler" gratis verschickt. 
o Firmeneintragungen. Nr. 41 603. „Deutscher 
Kurier" Ulrich C. Sothmann, Berlin. Inhaber: Ulrich 
Christian Sothmann, Kaufmann, Berlin-Friedenau. Branche: 
Vermittelungs-Institut für Immobilien und Geschäftsver 
käufe. Gcschäftslokal: Bellealliancestr. 83. — Nr. 12 819. 
Schönwetter & Behrend Gesellschaft mit beschränkter Haftung: 
Sitz: Berlin-Friedenau. Gegenstand des Unternehmens: 
Die Uebernahme und . Aus.führyyg von Bauten aller Art, 
die Uebernahme und Ausführung von Mauerarbeiten sowie 
alle sonstigen mit einer Bauausführung zusammenhängenden 
Arbeiten, sowie der Abschluß aller hierauf Bezug habenden 
Geschäfte die Errichtung und die Beteiligung an ähnlichen 
Unternehmungen. Stammkapital: 20 000 M. Geschäfts 
führern Kaufmann Rudolf Schönmetter in Berlin-Friedenau; 
Maurermeister Georg Behrend in Berlin. 
o In dem Konkursverfahren über das Vermögen 
des Glasermeisters Arthur Keßler, Südwestkorso 68. ist zur 
Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen und 
infolge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlags 
in einem Zwangsvergleiche Termin auf den 18. November 
1913, Vormittags 10 Uhr, anberaumt. Der Vergleichs 
vorschlag und die Erklärung des Gläubigcrausschusses sind 
auf der Gerichtsschrciberei des Konkursgerichts zur Einsicht 
der Beteiligten niedergelegt. 
o Zwangsvcrsteigernngsergebnisse. Gutsmuthsstr. 19 
xmb Hackerstr. 9, dem Bauunternehmer Karl Siedow in 
Charlottenbnrg gehörig. .Fläche 8,13 Ar. Nutzungswert 
11 750 M. Mit dem Gebot von 159 120 M. bar blieb 
die Kreditbank „Nord-Ost", Eingetr. Gen. m. beschr. Haft 
pflicht in Berlin, Große Frankfurter Straße 37. Meistbietende. 
— Wilhelmshöherstr. 0, dem Kaufmann Gustav Miecker, 
im selben Hanse, gehörig. Fläch?. 11,72 Ar. Nutzungswert 
wartenden Droschke zu, offenbar in. der Absicht, sie sogleich 
zur Rückfahrt nach dem Bahnhof zu.benutzen. Der Vicomte 
de Marigny aber begab sich in das Hotel, weil er ge 
sonnen war, sich sowohl mit dein Oberleutnant Harro 
von Riedberg in Frankfurt wie mi( Mister Pendleton in 
Paris telegraphisch in Verbindung zu setzen. 
9. Kapitel. 
Die beiden Chauffeure Hasenkamp und Bartels hatten 
nicht viel Zeit gebraucht, um gute Freunde zu werden. 
Die geineinschafiliche Hochachtung und Anhänglichkeit für 
den jungen Grafen Hoiningen hatte rasch ein Band der 
Sympathie zwischen ihnen geknüpft, und außerdem sym 
pathisierten sie auch noch in einigen anderen Dingen, unter 
denenl die Vorliebe für einen gulen'Tropfen keineswegs in 
letzter Linie stand. 
So war es auf die natürlichste Weife von derWelt zu 
gegangen, daß sie für den heutigen Vormittag eine kleine 
gemeinschaftliche Vergnügungsfahrt in Bartels Automobil 
verabredet hatten. Der „Schaden", den Bartels in der 
Tat an seinem Motor angedichtet hatte, um nicht vor 
seinem eigenen Gewissen als „krasser Lügner" dazustehen, 
war, wie. Sylvia richtig vermutet hatte, mit einem Zsit- 
aufwande von ungefähr fünf Minuten wieder repariert 
worden, und an der nötigen freien Zeit litten die beiden 
neugebackenen Freunde keinen Mangel. Barrels hatte deren 
nach seinem neuesten Abkomme., mir dem Grasen überhaupt 
in Hülle und Fülle; Hasenkamp aber verlügte wenigstens 
über den ganzen Vormittag, da er erst mit dem um üier 
Uhr abgehenden Zuge seinem Herrn nach Karlsruhe zu 
folgen brauchte. 
(Freisetzung folgt.)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.