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Periodical volume Nr. 263, 07.11.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

angeregt haben. Bürgermeister Walger: Ja, ich weiß, 
der Wunsch ist der Vater des Gedankens. 
Dein Eisbahnpächter am Maybachplatz ist durch Ver 
trag die Verpflichtung auferlegt, daß er fite Beschädigungen 
an den Schuppen aufzukommen habe. Es wurde nun dem 
Pächter nahe gelegt, die Schuppen gegen Feuerschaden zu 
versichern, was dieser auch getan habe. Die Versicherungs- 
summe beträgt nun jährlich 12 M. und der Pächter hat 
gebeten, mit Rücksicht darauf, daß er im Sommer die Ge 
bäude nicht überwachen könne, ihm die Hälfte der Kosten 
aus der Gemeindekasse zu erstatten. Der Gemeindevorstand 
ist jedoch zu dem Beschlusse gekommen, die ganze Ver 
sicherungssumme auf die Gemeinde zu übernehmen, da die 
Gebäude inzwischen Eigentum der Gemeinde geworden 
sind. Die Gemeindevertretung stimmt diesen Beschlüssen 
ohne Erörterung zu. 
Es sind in diesem Jahre eine ganze Reihe Kongresse rc. 
besucht worden und er empfehle, wie im Vorjahre, auch in 
diesem Jahre darüber Bericht erstatten zu lassen. Schöffe 
Sadöe bemerkt, daß einige Berichte in den Ausschüssen er 
ledigt werden können und daß nur die Berichte von allge 
meinerem Interesse in der Gemeindevertretung erstattet 
werden sollen. G.-V. Dr. Heinecker wünscht, daß hierzu 
nicht eine besondere* Sitzung einberufen werde, sondern die 
Berichterstattung nach einzelnen Gemeindevertretersitzungen 
stattfinden könne. Es werde im allgemeinen dafür nicht 
viel Zeit aufzuwenden sein. Bürgermeister Walger hält 
es dann für praktischer, die Vorträge vor den nächsten 
Sitzungen stattfinden zu lassen. Diesem Vorschlage wird zu 
gestimmt und gleichzeitig festgesetzt, welche Berichte man 
hören will. 
Zu Protollunterzeichnern ernennt Bürgermeister Walger 
die G.-V. Kunow und Lehment. 
Ans die Tagesordnung der geheimen Sitzung wird 
noch die Angelegenheit eines Vergleichs gesetzt. 
Darauf kommt man zur Tagesordnung. 
In den Ausschuß zur Vorbereitung der Feier des Ge 
burtstages des Kaisers werden gewählt Bürgermeister Walger, 
Schöffen Draeger, Lichtheim, v. Wrochem, G.-V. Eggert, 
Dr. Tänzler, Sachs und Direktor Schröder, ferner als Er- 
satzniann für den, erkrankten Schöffen Lichtheim G.-V. Dr. 
Heinecker. t 
Ueber die Herstellung eines Schuldieneramts 
zimmers im Gymnasium beruft sich Bürgermeister Walger 
auf die früheren Vorlagen in dieser Sache. Es habe jetzt 
eine Ortsbesichtigung stattgefunden, die die Herren wohl von 
der Notwendigkeit der Einrichtung des Schuldieneramts- 
zimmer überzeugt haben werden. G.-V. Ott erklärt sich 
nach wie vor gegen die Einrichtung dieses Amtszimmers. 
Bei der Ortsbesichtigung wurde auch festgestellt, daß noch 
ein besonderer Zugang zur Wohnung durch den Keller be 
steht, dadurch könne die Wohnung von dem Aufenthalts 
raum des Schuldieners abgetrennt werden. Bürgermeister 
Walger hält die Einrichtung des Amtszimmers für den 
Schuldiener doch für dringend notwendig. Das jetzige 
Zimmer des Schuldieners sei doch so eng mit der 
Wohnung des Schuldieners verbunden, daß bei den häufigen 
Besuchen der Schulkinder in der Wohnung, bei ansteckenden 
Krankheiten in der Familie des Schuldieners, die Gefahr der 
Ansteckung gegeben ist. G.-V. Kunow erklärt, daß er die 
Verantwortung für seine Person nicht übernehmen könne, 
wenn durch Nichteinrichtung des Schuldieneramtszimmers^ 
Ansteckungen erfolgen. Er beantrage, namentliche Ab 
stimmung. G.-V. Schönknecht hält es für besser, man 
schaffe das Zimmer, wenn man dadurch auch nur eine An 
steckung verhüten sollte. Doch die Kosten erscheinen ihm zu 
hoch. Für 180 M. müsse sich das Zimmer herstellen 
lassen. Baurat Aktmann erklärt, daß s. Zt. beschlossen 
wurde, ein Badezimmer für den Heizer zu schaffen und da 
das Schuldienerzimmer abgelehnt war, so konnte er das 
Badezimmer arls den bewilligten Kosten für die Umbauten 
im Gymnasium decken. Wenn jetzt aber die Schaffung des 
Schuldienerzimmers beschlossen werde, so müsse er die Kosten 
für das Badezimmer von 650 M. nachbewilligt bekommen. 
In namentlicher Abstimmung wird mit 21 gegen 3 Stimmen 
und einer Stimmenthaltung die Einrichtung des Schul 
dieneramtszimmers im Gymnasium beschlossen. Es stimmen 
für den Antrag: Bürgermeister Walger, Schöffen Bache, 
Draeger, Wossidlo, Sadöe und v. Wrochem, G.-V. Dreger, 
Franzelius, Haustein, Dr. Heinecker, Heise, Kunow, Lehment, 
Matthies, Sachs, Schönknecht, Schultz, Stöcker, Dr.Thurmann, 
Uhlenbrock und Wermke. Dagegen stimmen G.-V. Finke, 
Ott und Richter. G.-V. Berger, der soeben erst erschienen 
war, enthält sich der Abstimmung. (Schluß folgt.) 
lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Ordensverleihuug. Unserem Mitbürger, dem Geheimen 
Registrator a. D. Herrn Geh. Rcchnungsrat Hermann Fisch, 
bisher im Reichspostamt, ist der Kronen-Orden 3. Klasse 
verliehen worden. 
o Aus der Heinrich- und Vertha-Sachs-Wohlfahrts- 
ftiftung wurden der Krippe des hiesigen Vaterländischen 
Frauenvereins und der Friedenauer Ferienkolonie größere 
Zuwendungen gemacht. Außerdem wurde der Sanitäts 
kolonne für die Weihnachtsbescherung ein Betrag aus dieser 
Wohlfahrtsstiftung gewährt. 
o Eine Verbilligung der jährlichen Elektrizitäts- 
messermieten wird vom 1. Januar 1914 ab in Berlin- 
Schöneberg eintreten. Folgende Ermäßigungen werden 
vorgenommen: von 10 M. auf 8 M. des Messers für 
i/z Kilowatt, von 12,50 auf 10 M. des Messers für 1- 
Kilowatt, von 16 M. auf 13 M. des Messers für 2 Kilo 
watt, von 20 M. auf 16 M. des Messers für 4 Kilowatt, 
von 25 M. ans 20 M. des Messers für 10 Kilowatt und 
von 30 M. auf 24 M. für einen Messer von über 10 Kilowatt. 
o Zum Kommunalabgabengesetz. Im Wcihenstephan 
tagte vorgestern Abend eine zahlreiche Versammlung des 
Bundes der Haus- und Grundbesitzervereine Groß-Berlin, 
zu der auch viele Gemeindevertreter erschienen ivaren. Unter 
großem Beifall sprach als erster Redner Reichsbankkalkulator 
Ladendorf über den Schutzverband für deutschen Grundbesitz 
und seine Stellung zum Hansbesitz. Aus der Terrainkrisis 
herausgcbvren» könnte dieser Verband niemals eine wirkliche 
Interessenvertretung für den Hausbesitz werden, denn die 
wirtschafttichen Gegensätze zwischen Terrainhandel einerseits 
und deut Hausbesitz andererseits wären zrr groß. Darnach 
sprachen Rechtsanwalt Simon und Architekt Schewe über 
das Kommunalabgabengesctz. Beide Redner traten nach 
drücklich für das SelbstverwalNmgsrecht der Städte ein und 
insbesondere für die Steuerhoheit der Gemeinden nach der 
Richtung, daß sie ganz nach ihren Bedürfnissen und öffent 
lichen Verhältnissen für die städtischen Grundsteuern den ge- 
meinen Wert oder den Ertragswert der Steuerordnung zu 
grunde legen mußten. Gerechter und für den Hausbesitz und 
für die Allgemeinheit vorteilhafter tväre zweifellos der ge 
meine Wert. Besonders vorteilhaft vom Standpunkte der 
Kleinwohnungen und der unteren Volksschichten. Die Er 
tragssteuer dagegen begünstigte übermäßig die Latifundien, 
Schlösser und übermäßiges Spekulantentum. Hohe Aner 
kennung zolllcn die Redner der ausgezeichneten Statistik des 
Preußischen Städtetages über die Verteilung der Grund 
steuerlasten/ In 34 Städten betrüge die Differenz zwischen 
Ertragssteuer und gemeiner Wertsteuer 6 Millionen Mark, 
die bei Aufhebung des gemeinen Wertes ganz oder teilweise 
den Mietern und Mietshausbesitzern auferlegt werden 
müßten. Mietssteigerungen müßten die Folge sein. Eine 
rege Diskussion folgte, in der die Vertreter der verschiedenen 
Gemeinden sich durchweg zustimmend unter näherer An 
führung ihrer örtlichen Verhältnisse äußerten. Zum Schluß 
wurde noch mitgeteilt, daß der Haus- und Grundbesitzer- 
verein Friedenau mit 435 Mitglieder dem Bunde bei 
getreten ist. Nach Mitternacht war die Versamnrlung erst 
beendet. 
o Zur Hundesperre. Der Deutsche Tierschutzverein 
zu Berlin, W. 9, Potsdamerstr. 125, schreibt uns: 
Im Anschluß an unsere unter dem 30. 9. 13 versandte, auch 
hier veröffentlicht Notitz fügen wir noch hinzu: Unsere Mitteilungen 
stützten sich auf 8 4 der neuen gemeinsamen Polizciverordnung des 
Polizeipräsidenten von Berlin und des Regierungspräsidenten von 
Potsdam. Danach müssen Hunde und Katzen, die den Vorschriften 
zuividcr frei umherlaufen, getötet werden und zwar auf Grund 
einer besonderen an den Deutschen Tierschutzvcrein zu Berlin er 
lassenen Verfügung des Königlichen Polizeipräsidiums sofort nach 
ihrer Einlieftrung. Eine diesbezügliche Vorstellung unsererseits 
blieb erfolglos. Nach unserer Auffassung aber darf die Tötung der 
Hunde nur dann erfolgen, wenn Seuchcnverdacht besteht, oder die 
Seuche direkt festgestellt ist. Ist dies nicht der Fall und erklärt sich 
der Eigentümer des Hundes bereit, die Kosten der Untersuchung zu 
tragen, soivie den Hund eine gewisse Zeit unter Sperre :zu lassen, 
so hat der Hund am Leben zu bleiben. Diese unsere Auffassung 
haben wir durch eine Eingabe an den Herrn Landwirtschaftsminister 
zum Ausdruck gebracht. 
o Der Handel- und Gewerbeverein hält seine nächste 
Mitglieder-Bersammlung am Montag, dem 10. November, 
abends 9 Uhr im oberen Saale des „Hohenzollern" ab. 
Auf der Tagesordnung stehen einige sehr wichtige Punkte: 
Zusammenschluß mit dem Verein der N.ahrungs- 
mittelbranche; Besprechung und Stellungnahme gegen die 
Erweiterung des Privatmarktes der Gemeinde; Verlegung 
der Straßenbahngleise in der Rheinstraße. Gäste 
sind in dieser Versammlung willkonimen. 
o Die Potsdamer Handelskammer, Sitz Berlin, hielt 
am 4. d. Mts. eine Vollversammlung ab, in der eine Reihe 
von Vorschlagswahlen für erledigte Handelsrichterstellen vor 
genommen wurde. — Die Deutschen Konsulate sind be 
rechtigt bei der Auskunftserteilung an Interessenten die 
Erstattung der ihnen erwachsen Auslagen und Kosten zu 
verlangen. In denjenigen Fällen, wo es den Konsulaten 
nicht gelingt, die unmittelbare Zahlung von dem Interessenten 
zu erlangen, ist die Handelskammer nach einer mit der 
Reichseegierung getroffenenen Abmachung verpflichtet, den 
Betrag einzuzahlen und ist dann genötigt, sich wegen Rück 
erstattung mit den Interessenten selbst in Verbindung zu 
setzen. Hierbei hat es sich in einzelnen Fällen gezeigt, daß 
es nicht möglich war, die Interessenten auf gütlichem Wege 
zur Zahlung an die Handelskammer zu veranlassen. In 
der Vollversaminlung wurden mehrere Vorschläge erörtert, 
auf welche Weise es am besten sei, finanzielle Verluste für 
die Handelskainmer in Zukunft zu vermeiden. Es wurde 
beschlossen, in mündlicher Rücksprache mit den zuständigen 
Stellen der Reichsregierung das Ergebnis der Verhandlungen 
zu besprechen und eine Klärung der Frage herbeizuführen. — 
Zahlreiche Betriebe des Kammerbezirks, die Politur-Spiritns 
verbrauchen, haben die Beobachtung gemacht, daß seit einiger 
Zeit die mit der Handhabung dieses vergällten Spiritus 
betrauten Arbeiter an der Spirituskrätze (offene wunde 
Stellen an den Händen und im Gesicht) erkranken. Eine 
auf Veranlassung der Handelskammer vorgenommene Unter 
suchung hat ergeben, daß die Ursache der Erkrankungen 
wahrscheinlich von Pyridin und Holzgeist als Vergällungs 
mittel zu suchen ist, daß aber die Vergällung mit diesen 
Mitteln völlig den gegebenen Vorschriften entspricht. Es 
wurde beschlossen, die Beschwerden dem Reichsgesundheitsamt 
vorzutragen und Abhilfe zu erbitten. Nach tz 91 H. G. V. 
ist derGeschäftsherr verpflichtet, dem Agenten einen Buchauszug 
über die von ihm vermittelten Geschäfte zu erteilen. In den 
Kreisen der Agenten wird bemängelt, daß diese Verpflichtung 
häufig dann nicht innegehalten werde, wenn es sich um Bezirks 
agenten handle; in diesen Fällen werde es nämlich häufig unter 
lassen,die „direktenGeschäfte" indemBuchauszug aufzunehmen. 
Im Prozeß bestehe zwar die Möglichkeit die Vorlegung der Ge 
schäftsbücher zu verlangen, die Gerichte seien aber mangels 
einer gesetzlichen Vorschrift nicht gezwungen, einem solchen 
Antrage stattzugeben. Der Zentralverband deutscher Handels- 
agenten-Vereine wünscht deshalb die Schaffung einer positiven 
Gesetzesvorschrift, wonach die Gerichte verpflichtet sind, An 
trägen auf Vorlegen von Geschäftsbüchern in Provisions 
prozessen stattzugeben. Die Kammer befürwortete diesen 
Wunsch. — Die Versammlung hielt es in Uebereinstimmung 
mit den befragten Magistraten und Gemeindeoorständen 
der Berliner Vororte und im Gegensatz zu der Meinung 
anderer Handelsvertetungen für geboten, daß die Abweichung 
der bahnamtlichen Stationsbe^eichnungen von dem politischen 
und postalischen Ortsbezeichnungen in denjenigen Vororten, 
die ihrem Namen die Bezeichnung „Berlin" beifügen, endlich 
beseitigt werde. — Die Eisenbahn lehnt die Haftung für 
Beschädigung von Glassendungen ab, auch wenn die Ver 
packung ordnungsmäßig erfolgt ist, indem sie sich ans § 864 
der Eiscnbahnverkehrsvrdninig beruft. Die Handelskammer 
Saarbrücken beantragt dieAendcrung dieserVvrschrift. Die Ver 
sammlung beschloß den Antrag zu befürworten. Eine Firma 
des Kammerbczirks regt die Einfügung einer Bestimmung an, 
wonach der Fernsprechteilnehmer, der mehrere Anschlüsse be 
sitze, berechtigt sein soll, der Unterbrechung eines Ortsgesprächs 
durch ein Ferngespräch zu widersprechen und die Unileitung 
dieses Gesprächs auf eine der anderen Nummern zu verlangen. 
Da ein ähnlicher Antrag bereits von der Postverwaltnng 
abgelehnt morden ist, wurde der Referent ersucht, in mündlicher 
Rücksprache mit den beteiligten Stellen die Frage zu klären. 
o Die beliebte .Kinodarstellerin Henny Porten tritt 
von heute ab im Biofontheater in der Rheinstrabe 14 in 
dem reizenden Lustspiel Komtesse Ursel in einer Glanzrolle 
auf. In drei Akten spielt sich die ergötzliche Handlung in 
einer Ueberfülle drolliger Bilder ab und gibt Gelegenheit, 
daß die Darsteller ihr Bestes zu leisten imstande sind. Im 
Brautkranz irnd Schleier ist ein feinsinniges Drama aus dein 
Leben in 3 Akten. Es ist eine spannende Heiratsgeschichte, 
die in recht hübschen Bildern an uns vorüberzieht. Dar 
stellung und szenische Aufinachung sind erstklassig. Ein 
Spaziergang um den Sete Cidades ist eine fesselnde Natur 
aufnahme und die Biofonrevue von Pathä fräres zeigt 
wieder in großer Abwechslung Bilder neuester Vorgänge 
aus aller Welt. Im Banne der Eifersucht ist ein Stück 
mit drei Fragezeichen und die Humoreske Der verhexte 
Säugling ist zum schießen. Die Hauskapelle des Biofontheaters 
spielt die neuesten Operettenschlager und das Büffet verzapft 
.das beliebte Pilsener von Hilsebein zu kleinen Preisen, mehr 
kann man wirklich nicht verlangen. 
o Schlachtefest im Rembrandt. Wie alljährlich, so 
veranstaltet auch in diesem Jahre wieder der allen Fricde- 
nauern und Schönebcrgern riihmlichst bekannte Traiteur 
Herr Anton Zieroff vom Restaurant Rembrandt mehrere 
Schlachtefeste. Die ff. frische Wurst verdient alle Beachtung. 
Für Konzert und bestgepflegte Biere ist Sorge getragen. 
Das erste Schlachtesest ist am Sonnabend, dem 8. d. Mts. 
o Zeitungsdiebe! Häufig kommt es vor, daß Abonnenten 
behaupten, sie hätten ihre Zeitung nicht erhalten. In 
Wirklichkeit liegt aber die Sache so, daß die Austrägerin, 
da auf Klopfen und Klingeln nicht geöffnet wurde, die 
Zeitung notgedrungen vor die Wohnungstür legen mußte. 
In einem unbewachten Augenblick wird sie dann von Nicht- 
abonnenten fortgenommen. Pie wenigsten dieser Zeitungs 
marder bedenken dabei, daß ihre Handlungsweise direkter 
Diebstahl ist. So verurteilte eine Strafkammer dieser Tage 
einen Arbeiter, der ebenfalls eine vor der Wohnungstür 
liegende Zeitung gemaust hatte, wegen Diebstahls zu drei 
Wochen Gefängnis. 
o Wieder das Schießgewehr. In der Bergstraße in 
Steglitz wurde in einer Familie Wolter Geburtstag gefeiert. 
Mitten in der frohen Stimmung ging plötzlich ein Revolver 
los und traf die jugendliche Tochter Frieda. Es ergab sich, 
daß die Kugel versehentlich aus einem Revolver des 
eigenen Bruders der Frieda W. losgegangen war, als er 
die Waffe den Geburtstagsgästen zeigte. Die Verletzung 
war eine so 'schwere, 'daß crw dem'Aufkommen der sofort in 
ein Krankenhaus gebrachten Patientin leider gezweifelt wird. 
o Vermißt wird seit dem 1. November die 22jährige 
Lucie Crispin in Steglitz, die allem Anscheine nach Selbst 
mord begangen hat. Man fand jetzt ihre Sachen am 
Gamensee bei Tiefensee; sie selbst aber wurde noch nicht 
gefunden. 
o Monatsgehalt verloren. Am Mittwoch Abend ist 
einem armen Aufwartemädchen das Portemonnaie mit 30 M. 
abhanden gekommen. Der ehrliche Finder wird gebeten, 
das Geld gegen eine gute Belohnung abzugehen bei 
Direktor Scheurich, Friedenau, Rheinstr. 24 (Konservatorium 
der Musik). 
o Polizeibericht. Als gestruden sind hier angemeldet 
worden: 1 Armband, 1 Uhrarmband. Die rechtmäßigen
        
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