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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Befreiungen vorgesehen sind. Auch in Saarbrücken besteht 
siir Mittelschulen dies System. 
Die Beiträge werden als Jahreseinheitssätze erhoben 
in: Dortmund (1 Dl. pro Kind, Mitglieder von Betriebs 
krankenkassen zahlen siir ihre Kinder insgesamt 40 Pf.), 
Hannover 1 M., Leipzig. Bürgerschüler 2 M., Volksschüler 
1 M., Stettin, Saarbrücken, Mittelschüler 1 M., Volks 
schüler frei, Harburg 75 Pf.; Hildesheim 1,50 M.. Rem 
scheid 1 M.; für Kinder, deren Eltern Krankenkassenmit- 
glicder sind, leisten die Kassen Zuschüsse, Ulm 1 M., 
Köpenick 1 M., Düren 1 M., Hamm 1 M. 
Abstufungen nach Kinderzahl: Es finden sich in Duis 
burg 1 Kind 1 M., folgende 50 Pf., folgende frei, Düssel 
dorf desgleichen, Essen 1 Kind I^M., 2 50 Pf., folgende 
frei, Altona 1 Kind 1 M., folgende 50 Pf., Barmen ein 
Kind 1 Ai., folgende 50 Pf., Kinder von Krankenkassen 
mitgliedern 50 Pf. bezw. 25 Pf., Kassel 1 Kind 1 M., 
2 75 Pf., folgende 50 Pf., Frankfurt a. O. 1 Kind 1 M., 
2 75 Pf., folgende 50 Pf., Gotha 1 Kind 1 M., mehrere 
zusammen 1,50 M. 
In Potsdam sollen auch Jahresbeiträge erhoben 
werden, deren Höhe aber bei Beantwortung der Rundfrage 
noch nicht feststehend. In Bielefeld endlich sind Gebühren 
für Einzelleistungen festgesetzt. 
Soweit die städtischen Schulzahnkliniken. 
In Berlin, Berlin-Wilmersdorf, Frankfurt a. M. und 
Fürth bestehen zwar Schulzahnkliniken, doch sind sie nicht 
als städtische Einrichtungen anzusehen. 
Berlin hat vier Schulzahnkliniken, die vom „Lokal- 
koinitce Großberlin für Zahnpflege in den Schulen" ein 
gerichtet sind und betrieben werden. Die Stadt gemährt 
einen jährlichen Zuschuß von 25 000 M. und stellt die siir 
den Betrieb der Kliniken erforderlichen Räumlichkeiten un 
entgeltlich zur Verfügung. Der zahnärztliche Dienst erstreckt 
sich auf die Volksschulen. Zähne werden kostenlos entfernt, 
Mundkrankheiten umsonst behandelt. 
Für Zahnfüllungen sind niedrige Sätze-, (bei Bedürftig 
keit Erlaß) zu zahlen. — In Berlin-Wilmersdorf unter 
hält der „Ortsausschuß Berlin-Wilmersdorf des deutschen 
Zentralkomitees für Zahnpflege" in den Schulen eine Schul 
zahnklinik, die für sämtliche höheren und die Gemeinde 
schüler ist. Besondere Anträge werden nicht erhoben, wenn 
a) die Eltern den Ortsausschuß als Mitglied mit einem 
Jahresbeitrag von 3 M. beitrcten, oder wenn sie b) 
ihre Kinder mit 1 M. pro Jahr und Kind abonnieren. 
Nichtmitglieder und Nichtabonnenten haben für jede 
Zahnfüllung 50 . Pfg. zu zahlen. Die Mundbehandlung 
und Extraktion sind unentgeltlich. Die Stadt zahlte 
1912/13 eine Subvention von 4000 Nl. Außerdem 
stellt sie die erforderlichen Räume. — In Frankfurt a. M. 
wurde die dortige Schulzahnklinik vom „Ortskomitee für 
Schulzahnpflege" ins Leben gerufen. Untergebracht ist sie 
im Gebäude des zahnärztlichen Instituts „Carolinum" auf 
dem Gelände des städtischen Krankenhauses. Die Kosten 
der inneren Einrichtung sind aus der Stiftung gedeckt 
worden. Die Unterhaltungskosten trägt zum Teil ebenfalls 
die Stiftung (Miete, Hilfspersonal, Material, Beleuchtung. 
Wäsche), zum Teil das Komitee (Gehalt des Schulzahn- 
arztcs und der Assistenten). Die Ortskrankcnkasse leistet 
einen jährlichen Zuschuß von 100 M. Die Volksschüler 
werden unentgeltlich behandelt. — Die Kosten der Fürthcr 
Schulzahnklinik werden gänzlich aus Privatmitteln be 
stritten. Ihre Tätigkeit erstreckt sich auf die Volksschüler, 
die unentgeltlich behandelt werden. Es ist eine Aenderung 
des Betriebes geplant. Einige kleinere Verbandsstädte haben 
Verträge mit Privatzahnärzten abgeschlossen, wonach zahn 
kranke Kinder entweder kostenlos oder gegen ermäßigte 
Sätze in der Privatpraxis zu behandeln sind. Mit Aus 
nahme von Eßlingen, Konstanz, Quedlinburg und Regens 
burg gewähren hierbei sämtliche Städte Zuschüsse. Ilm vor 
läufige Maßnahmen handelt es sich in Brandenburg und Hof. 
W In einer Reihe von Städten gewähren teils mit 
städtischer Unterstützung, teils auch ohne solche die zahn 
ärztlichen Universitütsinstitute kostenlose Untersuchung und 
Behandlung. 
Schließlich sind noch die besonderen Einrichtungen in 
Augsburg und Mülheim a. d. Ruhr zu erwähnen. 
„Wahrhaftig, das ist kein Wunder bei der fürchterlichen 
Beschaffenheit dieses Weges. Auch ich war in jedem Augen 
blick darauf gefaßt, daß wir zusammenbrechen würden." 
„Ja, es ist ein Weg, wie ich ihn bis jetzt nur in Colo 
rado kennen gelernt habe. Aber jo schlimm er ist, trägt 
er doch nicht einmal die Schuld. Der Bcnzinvorrat ist 
uns ausgegangen — das ist alles. Geben Sie dem Vicomte 
etwas von dem Ihrigen, Westciiholtz! Dann können wir 
unsere Fahrt nach Bruckisal fortsetzen, und der Vicomte 
kann unterwegs seinen unglückseligen Chauffeur auflesen." 
Während sie sprach, hatte sie Hoiningens Auto be 
stiegen und sich neben der Baronin niedergelassen. Ma 
rigny sah, daß ihm eine Gelegenlieit entschlüpft war, wie 
sie sich ihm wohl schwerlich jemals wieder bieten würde. 
Daran, daß an diesem Abend keine Aiacht der Erde Miß 
Pendleton würde bewege» können, sich wieder dem du 
Ballon anzuvertrauen, hegte er zu seiner Betrübnis nicht 
den leisesten Zweifel, und wer vermochte ihm zu sagen, ob 
es ihm jemals gelingen würde, sie dies Abenteuer ver 
gessen zu machen, dessen angenehme und romantische Seite 
er ihr wegen des pluinpen Dazwischenkoinmens dieses ver 
haßten Chauffeurs gar nicht erst hatte zum Bewußtsein 
bringen können. Notdürftig nur hatte er sich so weit zu 
sammengerafft, daß er eine lächelnde Miene zeigen und 
Sylvia zu der überraschend schnellen Befreiung aus der 
kleinen Verlegenheit beglückwünschen konnte. Aber die junge 
Amerikanerin hatte augenblicklich nicht das mindeste Inter 
esse sür ihn und für seine wohlgesetzten Redensarten. 
„Lassen Sie uns die kostbaren Minuten nicht ver 
geuden," fiel sie ihm ins Wort. „Es wird bald ganz 
dunkel sein, und ich fürchte mich, diesen schrecklichen Weg 
in völliger Finsternis zu machen." 
Nun endlich schien es Hoiningen an der Zeit, sich ein 
zumischen. Wenn die Geistesgegenwart, mit der die Ba 
ronin die Situation zu retten versuchte, ihm fast eine Art 
von Amüsement bereitet hatte, so waren seine Empfin 
dungen für Herrn de Marigny doch von wesentlich anderer 
Art. Das Wort von dem ausüegangenen.Benzinyorrat 
In Ausburg besteht ein zahnärztlicher Kreisverein zur 
Förderung der Schulzahnpflege, der eine eigene Beratungs 
stelle sür zahnleidende Kinder errichtet hat. Untersuchung 
und Beratung erfolgen kostenlos während einer Sprechstunde 
in der Woche. Unbemittelte Kinder werden auch kostenlos 
behandelt. Die Stadt ist an dem Unternehmen nicht be 
teiligt. — In Mülheim a. d. Ruhr wird die Schulzahn 
pflege durch einen aus dem Kreisschulinspektor, einigen 
Rektoren und Zahnärzten zusammengesetzten Ausschuß ge 
fördert. Die Teilnahme an der Einrichtung, die sich auf 
die Volks- und Hilfsschulen erstreckt, wird von dem Abschluß 
eines Abonnements (halbjährlich 1 M. für das erste Kind, 
die folgenden 0,50 M.) abhängig gemacht. Für arme 
Kinder übernimmt die Stadt das Abonnement. Hierfür 
sind 1913/14 300 M. ausgeworfen. 
Die Städte Bochum, Danzig, Hagen, Oberhausen, 
Herford, Meißen, Paderborn, Weimar und Zeitz beschränken 
sich zur Zeit noch darauf, den Eltern auf Grund der schul 
ärztlichen Untersuchungen über den schlechten Zustand der 
Zähne Mitteilung zugehen zu lassen. Dies ist auch in 
Preußen augenblicklich der Fall. Hierzu wird bemerkt, daß 
den Kindern, deren Eltern die Kosten nicht selbst zu tragen 
vermögen, zur unentgeltlichen Behandlung verschiedene von 
Vereinen errichtete zahnärztliche Polikliniken zur Verfügung 
stehen. Diese Vereine erhalten erhebliche Zuschüsse aus der 
Stadtkasse. 
Soviel über den Stand der Schulzahnpflege. 
Im Anschluß hieran wird festgestellt, daß sich die 
Städte in voller Würdigung der Bedeutung der Schulzahn 
pflege in immer mehr steigendem Umfange dieses Zweiges 
der Gesundheitspflege annehmen. (Mitteilungen der Zentral 
stelle des Deutschen Städtetages Bd. IV Nr. 8). 
£okaks 
(Nachdruck unserer o-Origiualartikel nur mit Quclleuaugabc gestattet.) 
o Studienreise des Tuberkulose-Fürsorgearztes nach 
Süddeutschland« Die „Internationale Vereinigung gegen 
die Tuberkulose" hat vor ihrer diesjährigen Berliner 
Konferenz eine Informationsreise zum Studium der Tuber- 
kulosebekämpftmgs - Einrichtungen mehrerer Städte Süd 
deutschlands arrangiert. Von unserer Gemeinde ist be 
kanntlich Dr. nied. Heinecker zur Teilnahme an dieser Reise 
entsandt worden. In München, Nürnberg, Heidelberg, 
Baden-Baden, Frankfurt a. M. und Gießen sind unter der 
Führung der betreffenden Anstaltsleiter eine Reihe von 
Fürsorgestellen, Walderholungsstätten und Heilstätten be 
sichtigt worden. Jni Zusammenhange mit den Besichtigungen 
wurden von den hervorragendsten Tuberkuloseärzten Süd 
deutschlands eine Reihe von hochinteressanten wissenschaft 
lichen Vorträgen über die neueren Bekämpfungsmethoden 
der Tuberkulose gehalten. Von ganz besonders nachhaltigem 
Eindrücke auf alle Reiseteilnehmer waren die hervorragenden 
Heilerfolge, die man in der „Heilstätte für chirurgische 
Tuberkulose in Rappenau bei Heidelberg" sowie in der 
„Lupusheilstätte in Gießen" durch die Anwendung des 
Sonnenlichtes erzielt hat. Indem man die ganze Körper- 
oberfläche der betreffenden Patienten der Einwirkung des 
Sonnenlichtes aussetzt, werden in wenigen Wochen die 
schwersten Formen von Gelenk- und Knochentuberkulose 
sowie von weit vorgeschrittenen Lupuserkrankungen in ge 
radezu idealer Weise zur Ausheilung gebracht. An Regen- 
und Nebeltagen, an denen die Sonne fehlt, werden die 
selben Erfolge durch Anwendung der sogenannten „künst 
lichen Höhensonne" erzielt, einer Ouarzlampe, deren ultra 
violetten Lichtstrahlen in ihrer Wirkung denen der Sonne 
gleichkommen. — So gab es viel Neue- zu sehen und zu 
hören, und voraussichtlich wird Herr Dr. Heinecker sich noch 
an anderer Stelle des Näheren darüber äußern. Besonders 
hervorzuheben wäre noch der Vortrag, den Exzellenz Ehrlich 
in seinem Jifftitute in Frankfurt a. M. über die Ent 
stehungsgeschichte des Tuberkulins und über seine Anwendung 
gehalten hat. Neben den wissenschaftlichen Veranstaltungen 
gab es auch Empfänge von seiten der einzelnen Städte und 
Behörden; überall sind die Reiseteilnehiner in der liebens 
würdigsten Weise begrüßt und aufgenommen worden. Den 
gesellschaftlichen Höhepunkt der Informationsreise bildete 
hatte ihn endlich durchschauen lassen, worauf es vel oem 
ganzen Spiel abgesehen gewesen war und einen wie feinen 
Plan die Verbündeten ersonnen hatten, um ein kompro 
mittierendes Alleinsein zwischen Sylvia und dem Fran 
zosen herbeizuführen. Wahrhaftig, er hatte nicht die aller 
geringste Veranlassung, diesen sauberen Edelmann zu 
schonen. 
„Davon kann glücklicherweise nicht die Rede sein, Miß 
Pendleton." sagte er kalt und bestimmt. „Der Weg nach 
Bruchsal liegt nicht vor, sondern hinter uns." 
„Der bequemere von den beiden Wegen, wollen Sie 
sagen," schrie der Franzose, und er legte in den Klang 
seiner Stimme etwas von einer Drohung, die jeden etwai 
gen Widerspruch des anderen int Keime ersticken sollte. 
Für nichts in der Welt aber konnte Hoiningen unempfind 
licher sein als für eine Drohung aus diesem Munde. 
„Nein, der einzige, der überhaupt vorhanden ist," 
widersprach er mit schneidender Härte. „Hätten Sie diese 
elende Straße weiter verfolgt, rbürden Sie niemals nach 
Bruchsal gekommen sein." 
Marigny sah das gefährliche Erstaunen in Sylvias Ge 
sicht, und er fing den fragenden Blick auf, den sie, wie 
um sich Gewißheit zu verschaffen, auf das eherne Antlitz 
ihres Chauffeurs richtete. Und es schien ihm besser, die 
Dinge nicht durch ein weiteres Beharren auf feiner Be 
hauptung bis zum Aeußerften zu treiben. 
„Angenommen selbst, daß es so wäre — in dem Dorfe, 
wohin Schmidt gegangen ist, um Benzin zu holen, würde 
man ihn unfehlbar über seinen Irrtum aufgeklärt haben, 
und wir Hütten dann unschwer den richtigen Weg wieder 
gefunden." 
„Hier in der Nähe befindet sich keine Ortschaft, in 
der Benzin zu haben wäre," beharrte Hoiningen unerbitt 
lich. „Wenn Sie Ihren Chauffeur trotzdein nach jener 
Richtung hin ausgeschickt habe», Herr de Marigny, wird 
Ihnen eben nichts anderes übrig bleiben, als hier auf seine 
Wiederkehr zu warten." 
Er war von seinem SP hcrabgesticgen und hatte dem 
aber der Empfang durch die Großherzoginwitwe Luise von 
Baden. In dem schönen Baden-Baden wurden die Reise- 
teilnehmer in das grobherzogliche Schloß geladen, und die 
greise Großherzogin, die Tochter unseres altem Kaisers 
Wilhelm, unterhielt sich mit jedem einzigen der aus aller 
Herren Länder zusammengeströmten Aerzte über die Fort 
schritte der Tuberkulosebekämpfung in deren Heimat. Allge 
mein bewundert wurde dabei, wie genau die Großhcrzogin 
über alle in Frage kommenden Einrichtungen auch im Aus 
lande orientiert war. Auch von Herrn Dr. Heinecker ließ 
Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin sich einen aus 
führlichen Bericht über den (Staub der Tuberkulosebekämpfung 
in Friedenau geben, erkundigte sich dabei aufs genaueste 
nach vielen Einzelfragen und wünschte zum Schlüsse in 
herzgewinnender Weise unseren Friedcnauer Bestrebungen 
einen segensreichen Erfolg. 
o Der Botanische Garten ist am morgigen Sonntag, 
2. November, einschließlich Gewächshäuser, von 11—4 Uhr, 
das Botanische Museum von 11—2 Uhr gegen freien 
Eintritt geöffnet. 
o Die Ortskrankenkasse Friedenau veranstaltete 
kürzlich eine außerordentliche Generalversammlung zur noch 
maligen Beschlußfassung über die neue Kassensatzung. Es 
waren 7 Arbeitgeber und 20 Arbeitnehmer erschienen. Die 
vom Oberversicherungsamt beantragten Aenderungen wurden 
ohne Erörterung angenommen. Sodann wurden noch drei 
Kassenprüfer gewählt. Die Versammlung dauerte nur 20 
Minuten. 
o VcrnfSbeamte in der öffentlichen Armenpflege. 
Aus der Erwägung, daß in der öffentlichen Armenpflege 
wesentliche Ersparnisse möglich sind, ohne daß wirklich Hilfs 
bedürftige verkürzt zu werden brauchen, ist man in zahl 
reichen Großstädten dazu übergegangen, das bisherige System 
der Ermittelungen lediglich durch Ehrenbeamte dadurch zu 
ergänzen, daß man ihnen Berufsbeaiute zur Seite gestellt 
hat. Um eine Uebersicht über das bisher nach dieser 
Richtung Geschehene zu gewinnen, hat die Stadt Char 
lottenburg eine Umfrage bei den deutschen Städten von 
über 100 000 Einwohner veranstaltet, deren Ergebnis in 
der Nummer 5 (August 1913) der „Amtl. Nachrichten der 
Charlottenburger Armenvcrwaltung" veröffentlicht worden 
ist. In den Kreis der befragten Städte wurde eine Stadt 
vou geringerer Einwohnerzahl. Flensburg, hineingezogen, 
iveil bekannt geivorden war, daß dort besonders günstige 
Erfahrungen mit der Anstellung von Berufsbeamten gemacht 
worden sind. Von den 47 deutschen Großstädten hat eine 
die Anfrage nicht beantwortet. 18 Städte haben bisher 
keine Berufsbeamte iu der Armenpflege angestellt. 28 Groß 
städte, also zwei Drittel aller, sind, zum Teil schon seit 
laugen Jahren, dazu übergegangen. Berufsbeaiute anzu 
stellen. Zwei Städte enthalten sich wegen noch nicht 
genügender Erfahrung eines Urteils darüber, ob die Tätigkeit 
der Berufsbeamten sich beivährt hat. Alle übrigen, also 
20 Großstädte und ebenso Flensburg, bezeichnen sie als eine 
außerordentlich wertvolle Ergänzung der ehrenamtlichen 
Tätigkeit. Nur dies soll sie sein, keine Kontrolle der Ehren 
beamten, darüber herrscht allgemeines Einverständnis. Auch 
da, wo die Ehrenbeamten sich der neuen Organisation 
zunächst widerstrebend gegenüberstellten, haben sie überall 
bald erkannt, welche außerordentliche Hilfe gerade ihnen bei 
ihrer Arbeit die Berufsbeamten leisten, und haben ihre 
Unterstützung daher vielfach selbst erbeten. Fast überall ist 
e§ seit ihrer Anstellung möglich gewesen, das weitere An 
schwellen der Barunterstützungcn einzudämmen und die un 
berechtigte Inanspruchnahme öffentlicher Mittel einzuschränken. 
o Eine Ausstellung von Nahrungs- und Genusi- 
mittcln veranstaltet der hiesige Verein der Nahrungsmittel- 
branche am 5. und 6. November im großen Saale des 
„Kaiser-Wilhelm-Garten", Rheinstrnße 04. Erste Firmen 
der Nahrungs- und Genußmittelbranche werden sich an der 
Ausstellung beteiligen und Kostproben verabreichen. Die 
Ausstellung beginnt an den gen. Tagen Vormittags 10 Uhr. 
Am 0. November, Abends 9 Uhr findet ein Lichtbildcr- 
vortrag in demselben Saale statt über: 1. „Die Keksstadt 
Hannover", 2. „Eine Reise nach dem Rhein", 3. „Besichtigung 
von Kathreiners, Malzkaffee-Fabrikcn", 4. „München und 
Umgebung." Der Eintritt ist frei für jedermann. Die Aus- 
Vicomte die gefüllte Blechkanne mit Benzin zugereicht, 
ohne daß er auch nur die geringste Bereitwilligkeit gezeigt 
hätte, den Behälter des da Ballon selbst zu füllen. In 
der nächsten Minute schon befand er sich wieder auf 
seinein Wagen. Marigny preßte die Lippen zusammen 
und warf ihm einen zornfunkelnden Blick zu. Aeußcrlich 
aber wußte er sich noch immer zu beherrschen. 
„Wenn Ihr Chauffeur recht hätte, würde ich mich ja 
in der Tat nicht schlecht blamiert haben," wandte er sich 
an Sylvia. „Aber ich hoffe, Ihre Großmut wird mit mir 
armem Sünder nicht allzu streng ins Gericht gehen. Irren 
ist menschlich, und ich habe mir niemals eingebildet, mehr 
als ein gewöhnlicher Sterblicher zu sein. Ich wage nicht, 
die Damen länger hier zurückzuhalten, aber ich gebe mich 
der zuversichtlichen Erwartung hin. Sie binnen türzester 
Frist im Hotel zu Bruchsal wiederzusehen. Da Ihre 
Toilette jedenfalls mehr Zeit in Anspruch nehmen wird 
als die meinige, werde ich mich wahrscheinlich noch vor 
Ihne» im Speisesaal eingesunden haben." 
Sylvia verharrte in einem bedenklichen Schweigen, so 
daß die Baronin cs für notwendig hielt, eine verdoppelte 
Freundlichkeit gegen ihren in die Enge getriebenen Schütz 
ling an den Tag zu legen. 
„Seien Sie um des Himmels willen vorsichtig, lieber 
Vicomte! Sagen Sie aufrichtig, Westenholtz, ob Sie es 
für gefährlich halten würde», wenn der Herr Vicomte 
feinen, leichtsinnige» Chauffeur, der die ganze Verwirrung 
einzig und allein angerichtet hat, auf diesem schrecklichen 
Wege nachführe." 
„Ja, gnädige Frau — ich würde cs für einigermaßen 
gefährlich hallen. Aber wenn der Mann wirklich den nutz 
losen Weg bis zum nächsten Dorfe gemacht hat. wird er 
schwerlich vor Ablauf einer Stunde wieder hier sein können. 
So lange wird Herr de Marigny also wohl oder übel 
auf ihn warten müssen." 
(Fortsetzung felgt.)
        
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