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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Gemeindevertretung eingerichtet werden soll, »m gleichzeitig 
alS Bürgerfesrsaal Verwendung zu finden. Der Vorsttz.-nde 
hätte da den Antrag Schönknecht formuliert, worauf er 
(Kalkbrenner) zurief, das wäre nicht der Antrag Schön- 
knecht. Darauf hätte der Bürgermeister erklärt, dann stelle 
e r diesen Antrag. Der Antrag des G.-V. Berger auf Ver 
weisung an den Bauausschuß, wurde garnicht berücksichtigt, 
sondern der Vorsitzende ließ sofort über seinen neuen An 
trag abstimmen. Bürgermeister Walger bemerkt hierzu, 
daß diese Ausführungen im Protokoll vermerkt werden. 
Sachlich wolle er hierzu nicht da« Wort nehmen; er be. 
Haupte natürlich, die Geschäfte ordnungsmäßig geführt zu 
haben, denn sonst hätten alle Herren wohl sofort Einspruch 
dagegen erhoben. 
ES kommen darauf die Punkte der Tagesordnung zur 
Verhandlung: 
Für die sofortige Beschaffung der noch erforderlichen 
neuen Straßenschilder und Arme sowie der sonstigen Er 
gänzungen werden die Kosten in Höhe von 3C00 M. 
bereit gestellt. 
Schöffe Bache berichtet über die Monatsvergütung für 
HilfSlehrcrinncn. Die Schulaufsichtsbehörde hält die von 
unserer Gemeinde festgesetzte Vergütung an Hilfslehrerinnen 
für vertretungsweise Verwaltung einer unbesetzten oder er 
ledigten Stelle gegenüber den in den Nachbarorten be 
stehenden Sätzen für zu gering und wünscht noch die Ge 
währung einer Mietsentschädigung. Der Gemeindeoorstand 
empfiehlt nach den Erkundigungen in den Nachbarotten, 
die Vergütung für die Einzelstunde auf 1.25 M. bestehen 
zu laffen, von einer Mietsentschädigung Abstand zu nehmen, 
die MonatSvergütung für Hilfslehrerinnen, die unbesetzte 
oder erledigte Stellen vertretungsweise verwalten, aber vom 
1. April d. IS. ab von 103 auf 125 M. zu erhöhen. 
Schöffe Lichtheim berichtet darnach über die Aus 
besserung der Fciedhosskapelle. Im Friedhofsausschuß sei 
beschloffen worden, nur daS auszuführen, was unbedingt 
notwendigt sei. Darnach soll der Leichenkeller durch Her 
stellung eines guten Wand- und Deckenputzes mit weißem 
Oelfarbenanstrich, Bekleidung der unteren Wandflächen mit 
Fliesen, Herstellung eines sauberen Terrazzofußbodens und 
Anlegung von größeren weiß verblendeten Kellerlichtkränzen 
in einen sauberen und würdigen Zustand versetzt werden. 
In der Kapelle soll der Putz der Wände erneuert werden, 
und die ganze Halle würdig und ansprechend ausgemalt 
werden, außerdem soll die jetzige blanke Verglasung durch 
eine bescheidene Bleiverglasung in Kathedral- oder ähn 
lichem Glase ersetzt werden. Zur Beheizung drS Kapellen- 
raumes sind zwei neue Oefen aufzustellen und daS Gestühl 
soll durch 24 neue Stühle aus Birkenholz ergänzt werden. 
Der Gemeindeoorstand glaubte nun, diesen Antrag noch 
zu erweitern, indem er der Ansicht ist. den jetzigen Anbau 
der Wohnung des FriedhofSwärters schon jetzt zu beseitigen 
und dem Wärter vorläufig bis zur Fertigstellung der 3. 
Volksschule eine Privatwohnung zu mieten. Ferner soll 
geschaffen werden ein AufenthaltSraum für den Geistlichen 
und ein Verkaufsraum für die Gärtnerei, der, wenn nötig, 
auch alS Sezierraum dienen kann. Außerdem soll die 
Altarnischr durch Abbruch vergrößert werden. Die Ge 
meindevertretung soll nun darüber entscheiden, welche AuS- 
führung sie wünsche, ob jetzt schon der Anbau abgerissen 
werden soll oder erst nach etwa 2 Jahren, wenn die 3. 
Volksschule fertig ist. 
G.-V. Dr. Heinecker empfiehlt, gleich ganze Arbeit 
zu machen und dem Antrage des GemeindevorstandeS zu 
zustimmen. Die Wohnung des FriedhosSwärterS gewähre 
keinen guten Anblick und müßte beseitigt werden. Äüßkr- 
dem sei er auch für die übrigen baulichen Veränderungen. 
Ec sei der Ansicht, daß die historische Entwicklung bei den 
zukünftigen Begräbnissen vielleicht die sein werde, daß 
die kleinen Begräbnisse in Gütergotz stattfinden, während 
bei Personen, die einen Namen haben und wo ein großes 
Begräbnis stattfinde, die Feierlichkeit hier sein werde. 
Denn man werde doch nur auf eine große Beteiligung 
rechnen können, wenn die Trauerfeidr in Friedenau ist. 
In Gütergotz werde man keine große Beteiligung erzielen. 
Ec bitte daher, dem Antrage deS Gemeindevorstandes zu 
zustimmen. G.-V. Kalkbrenner vermißt in dem Bericht 
dcS Dezernenten, daß sich der Friedhofsausschuß zweimal 
eingehend mit der Frage beschäftigt habe. Er sei für den 
Antrag deS FriedhoftauSschuffeS. Wenn der Antrag des 
GemeindevorstandeS erörtert werden soll, so bitte er diese 
Besprechung in die geheime Sitzung zu verlegen, da der Antrag 
Personalfragen berühre. Herr Dr. Heinecker betonte, man 
„Weil —," er sah sie nicht an, und sein ganzes Wesen 
drückte Verlegenheit aus, — „weil die Welt so klatsch 
süchtig ist und die Dinge so ganz anders beurteilt als sie 
in Wirklichkeit liegen. Wie ich schon sagte, wir sind beide 
jung. Ich weiß ja allerdings, daß Sie verheiratet find; 
ich sehe den Ring an Ihrer Hand, und Sie haben mir 
gesagt, dies Haus gehöre Ihnen und Ihrem Gatten; aber 
selbst dann ist es eine ziemlich sonderbare Lage für eine 
jung verheiratete Frau, deren Gatte abwesend ist, wenn 
— wenn ein junger Mann es lange bei ihr im Haufe 
wohnt. Ich meine, so könnte vielleicht Ihrem Mann nicht 
recht sein." 
Angela hätte beinahe gelacht, aber sie unterdrückte 
es, und sie widerstand auch diesmal der Versuchuna, ihn 
darüber aufzuklären, wer ihr Gatte war. Sie überlegte, 
ob wohl schon jemals eine Frau sich in einer so merkwür 
digen Lage befunden habe. 
„Mein.Gatte," sagte sie dann und gab sich Mühe, das 
stürmische Klopfen ihres Herzens zu unterdrücken, „mein 
Gatte ist mit allem einverstanden, was ich tue, ich bin seiner 
Zustimmung vollständig sicher." Dabei ging blitzartig ein 
Lächeln über ihr Gesicht, als sie in die erstaunten Augen 
ihres Mannes blickte. 
Erich schwieg und begann mit raschen Schritten auf 
der Terrasse hin und herzugehen. Dann blieb er plötzlich 
stehen und rkef: „Ich verstehe das alles nicht. Irgend 
etwas ist sonderbar! Wir nennen einander beim Vor 
namen, und doch — doch sind Sie mir fremb. Ich kann 
mich nicht entsinnen. Sie jemals vorher gesehen zu haben, 
ehe Sie mich aus dem gräßlichen Hause im Westerwald 
holten. Ich habe Sie sicher vorher nie gesehen, sonst 
wüßte ich es noch." 
solle ganze Arbeit machen, und erklärt dann gleichzeitig, 
er wisse noch nicht, wie die historische Entwicklung' sein 
werde. Er beantragt dann, den Antrag deS Friedhoss 
ausschusses anzunehmen und wenn dies nicht geschehen 
sollte, die weitere Besprechung in die geheime Sitzung zu 
verlegen. Gemeindebaurat Altmann macht nähere An 
gaben über die Kosten. Diese würden bei Ausführung 
des Antrages des FriedhofsauSschusscS 5500 M. betragen. 
Kommt der Antrag deS GemeindevorstandeS zur Annahme, 
so stellen sich die Kosten schätzungsweise auf 9500 M. 
Berücksichtigt ist aber noch nicht, wo die Aborte hinkommen 
sollen. G.-D. Schultz erklärt, er müsse sich wundern, daß 
man hier wieder mit einem ganz neuen Umbau komme. 
Mau hätte doch beschlossen, alles so zu lassen, wie es sei 
und die Kapelle nur auszumalen. Wenn man nun den 
neuen Antrag annehme, komme man wieder auf mindestens 
12 000 M. und komme damit fast wieder auf die s. Zt. 
vorgeschlagene Summe, die abgelehnt worden sei. Damit 
stoße man den letzten Beschluß wieder um. Er möchte 
vorschlagen, daß alles so bleibe wie bisher, die Kapelle 
und der Leichenkeller werden nur ausgemalt. Die Altar 
nische finde er wundervoll. Wenn die erforderlichen AuS- 
bissernngen vorgenommen seien, sähe die Kapelle wieder gut 
aus. Erbitte, alle» andere abzulehnen. Schöffe Lichtheim 
meint, cs könne sich hier nur darum handeln, ob mau den 
Anbau schon jetzt oder erst nach 2 Jahren abreiße. G.-B. 
Dr. Heinecker fragt an, ob der Friedhofsausschuß schon 
beschlossen habe, wie er sich die historische Entwicklung denke. 
Schöffe Llchthrim erklärt, daß man ursprünglich in 
Gütergotz die Errichtung einer Kapelle für 800 Personen 
beabsichtigt hatte. Aber e8 sei noch zu keinem Beschlusse 
gekommen. Er sei der Ansicht, daß künsrig, wenn der 
hiesige Friedhof erst geschloffen sei, hier doch nur noch 
sehr wenige Beerdigungen stattfinden werden. Er wäre 
nicht für eine Vergrößerung der hiesigen Kapelle. G.-V. 
Ott bittet, dem Antrage deS FriedhosSausschuffes zuzu 
stimmen. In diesem sei das wenigste enthalten, was 
gemacht werden müsse. Wenn man dem Gemeinde- 
vorstandSantrage zustimme, so fehle wieder die Aussicht 
auf dem Friedhof und die sei dringend nötig. Schöffe 
Lichtheim erwähnt noch, daß der FriedhofSwärter in der 
Nähe eine Wohnung für den mäßigen (!) Preis von 900 M. 
erhallen könne. Man kann nun nicht darüber einig werden, 
über welchen Antrag zuerst abgestimmt werden solle. 
Bürgermeister Walger hält es da doch für richtiger, die 
Abstimmung überhaupt auch in der geheimen Sitzung statt 
finden zu laffen. G.-B. Kalkbrenner stellt darauf einen 
solchen Antrag, der angenommen wird. Die weitere Be 
ratung findet also in geheimer Sitzung statt. Wie wir 
hören, wurde dort der Antrag deS FrtedhofSausschusseS 
angenommen. 
ES werden darauf noch 700 M. für Aufstellung der 
Urwählerlisten siir die Landtagsabgeordneten - Ersatzwahl 
bewilligt. G.-V. Kalkbrenner fragt an, wieviel Wahl 
männerwahlen erforderlich wären. Bürgermeister Walger 
antwortet: etwa 20. 
Mit der Verlesung und Unterzeichnung deS Protokolls 
schließt die öffentliche Sitzung gegen J / 2 9 Uhr. 
MaHlruck unserer c-LnPuetar'ikrt nur mii Querem nzadc grslatt«!) 
o Das Festessen am Tage von Kaisers Ge 
burtstag soll wiederum in der Aula deS Reformrealgym- 
nasiumS (Homuthstraße) stattfinden. Die Gemeindever 
tretung setzte daS Gedeck ckuf ß M. für die Person fest. SS 
wurde aber noch nicht beschlössen, wem die Lieferung der 
Speisen Überkragst; werdsrf sollt. Wir empfehlen Unseren 
hiesigen Gastwirten, soweit sie berücksichtigt zu werden 
wünschen, sich sofort an Herrn Bürgermeister Walger zu 
wenden. 
o Bei der uenerlicheu Vermessung deS Post- 
grundstückS am WilmerSdorfer Platz stellte sich gegen 
die frühere Größenangabe ein Mehr von 2 Quadratmetern 
heraus. Unsere Gemeindevertretung beschloß in ihrer 
gestrigen Sitzung, es aber bei dem'einmal der Post mit 
geteilten Preise zu belassen und keine Mehlforderung 
zu stellen. 
o Die Eichung der Maße und Grwichte hat 
in der Zeit vom 6. Januar bis Ende März zu erfolgen. 
Die Geschäftsleute müssen nach einer neueren Bestimmung 
die Maße und Gewichte dem Eichmeister vorlegen, der 
während der angegebenen Zeit von 8—3 Uhr auf dem 
Gemeindeamt zu sprechen sein wird. Im GeschäftSlokU 
„Und doch haben wir uns vorher gesehen," erwiderte 
sie. „Wir kannten uns, ehe Sie nach Afrika gingen, und 
— und deshalb nennen Sie mich Angela und ich Sie 
Erich, und — und deshalb habe ich Sie auch hierhergchoU," 
fügte sie hastig hinzu. 
„Aber dennoch —," «“ sah sie ktnNtet noch überlegend 
an — „selbst wenn wir alte Freunds oder Verwandte sind, 
— wenn ich nicht gerade Ihr PtUder bitt — und das bin 
ich doch sicher nicht — dann dars ich nicht länger Hierbleiben. 
Ich möchte nicht, daß der Klatsch sich an Sie heranwagt, 
und er wird es, wenn ich noch länger hierbleibe, wenn 
auch in Wirklichkeit nichts zu klatschen ist." 
Die Versuchung, ihm die Wahrheit zu sagen, wurde fast 
zu groß für Angela, und doch widerstand sie ihr, denn 
sie erinnerte sich, daß nicht nur der alte Landarzt sie ge 
warnt, sondern auch der berühmte Nervenarzt, den sie 
aus Berlin hatte kommen lassen. 
„Suchen Sie Um nicht zu überreden," hatte er gesagt, 
„daß Sie seine Frau sind; sagen Sie es ihm nicht, denn 
er wird Ihneü doch nicht glauben. Solange sein eigenes 
Gedächtnis nicht aufwacht und Ihre Worte bestätigt, so 
lange haben Ihre Versicherungen gar keinen Wert. Es ist 
nichts weiter zu tun. als auf die Rückkehr seines Gedächt 
nisses zu warten. Also seien Sie geduldig, und vor allen 
Dingen quälen Sie ihn nicht mit Dingen, die er nicht 
glauben kann. Sie beunruhigen ihn nur dadurch und sein 
Gehirn leidet darunter." 
„Ich glaube nicht, daß man viel über mich klatschen 
wird," sagte sie daher nach einer kleinen Pause. „Nach 
dem wir hierhergekommen waren, fing es allerdings an, 
aber da bat ich den Bürgermeister, der mich besuchte, und 
der ein feljr netter Mann ist, er möge den Leuten erklären. 
selbst findet die Eichung künftig nicht mehr statt, jedoch 
machen sich Geschäftsleute, bei denen später unrichttge Maße 
und Gewichte angetroffen werden, strafbar. 
o Etwekternna der Ausbildung de« Turn- 
lehrcrs," so lautet die den preußischen Turnlehrer-Ver- 
einen gestellte Verband-aufgabe. Zu dieser zweifellos 
wichtigen Frage haben einige Dereme bereits Stellung ge 
nommen. Man will vom Turnlehrer kttnfiig Physiologie 
Jugendpflege und Kunsterziehung verlangen, einige wünschen 
sogar ein „Studium an der Leiche", den such von Un 
fallstationen und Krankenhäusern. Kenntnis der Orthopädie, 
der Volkstänze u. dergl. m. Vor überflüssigen Ballast 
warnte schon Prof. E. da Bois-Keymond, ol« et sagte, 
„die Turnlehrer sollen nicht Aerzte sein wollen. Ein 
bekannter Turner au8 der alten Schule, Dr. HanS Brendrcke, 
Ehrenmitglied deS Berliner TurnratS. fügt hinzu: „Wenn 
wir nur die Menschen gesund erhalten biS zum b0 . . 
80. ja 91 Jahre, wie Kaiser Wilhelm I. und Schulvor- 
stkhcr Dr. Fr. Sb. Marggraff (Schüler JahnS). dann hat 
der Turnlehrer seine Aufgabe herrlich erfüllt und seine 
Pflicht getan. Dann genügt auch in Zukunft dem bereits 
praktisch durchgebildetenTurner eil'.ethcoretischeUnterwelsung 
von 8—9 Monaten und daS Schreckgespenst der 2jährigen 
Ausbildung bleibt uns noch ferne, solange daS Turnen 
nicht Hauptfach ist." Der Brendikesche Lehrgang in all- 
gemeiner Turnkunde ist bekanntlich vor mehreren Jahren 
mit Genehmigung des Kultusministers als Vorbereitung 
zur Turnlehrerprüfung ausgestaltet worden, und eine ganze 
Reihe vorzüglicher Turnlehrer Ist aus der Berliner Turner- 
schastS-Korporation hervorgegangen. Um so beachtenswerter 
erschein; die Mahnung auS diesem Kreise, von der Forderung 
der Abiturikntenprüsung für angehende Turnlehrer Astand 
nehmen zu wollen. „Wenn ein Vater", so wird mrt Recht 
gesagt, „den Sohn bis zur Abiiurientenprüfung durch seine 
Mittel unterstützt hat. so wird er auch meist geneigt und 
in der Lage sein, den Sohn ein volles Univerfitätsstudium 
durchmachen und die akademische Laufbahn betreten zu 
lassen und ihn nicht an den Turnlehrerberul zu fesseln 
suchen." — Der Zulauf von Lehrern zur Turnlehrer 
prüfung ist übrigens jetzt sehr lebhaft, weil daS Turnen für 
die Mittelschullehreranstellung alS Fakultas angerechnet wird. 
o Für den Poflfcherkdkenft, den jüngsten Betriebs 
zweig der ReichSpostoerwaltuNg, sollen demnächst auch 
besondere Dienstgebäude eirichtet werden. Bisher waren 
die Postscheckämter in vorhandenen Dienstgebäuden unter 
gebracht, für ihre Zwecke müssen aber schon in Köln, 
Karlsruhe, Leipzig, Danzig und Hannover umfangreiche 
Erweiterungsbauten in Angriff genommen werden, bei 
deren Einrichtung auf die besonderen Erfordernisse dieses 
Dienstes — Bereitstellung großer und gut zusammen 
hängender Betriebsflächcn und geeigneter Räume, zur Auf 
stellung der zahlreichen Maschinen — Rücksicht zu nehmen 
ist. Für daS Berliner Postscheckamt ist der Bau eines 
neuen DtenstgebäudcS auf dem sür diesen Zweck bereits 
angekauften früherenMarkthallengrundstück in der Dorotheen- 
straße in Aussicht genommen. 
o In der Leitung des Bahnhofs Wilmersdorf- 
Friedenau ist feit dem 1. Januar ein Wechsel eingetreten. 
Der bisherige hier sehr beliebte und geachtete OberbahnhofS- 
Vorsteher Bäckmann ist zum Leiter deS BerschiebebahnhofS 
Wustermark ernannt worden. Der Wechsel war dadurch 
bedingt, daß der bisherige Chef deS Stettiner Bahnhofs 
in Berlin, OberbchahosSvorsteher RechnungSrat Waldemar 
Rohloff, am 1. Januar in den Ruhestand trat. Sein 
Amtsnachfolger ist der OberbahnhofSvorstrher Karl Wulff 
vom Versrhiebebahnhof Wustermark, den nun OberbahnhofS- 
vorsteher Bäckmann leitet. Di« Leitung drS Bahnhofs 
WitmerSborf-Friedenau hat OberbahnhofSvorsteher Schölt 
aus Dallgow-Döberitz übernommen. OberbahnhofSoorsteher 
Bäckmann war früher Leiter des WannseebahnhofS Friedenau, 
darauf kam er nach Bahnhof Wedding und dann nach 
Bahnhof WilmerSdorf-Frredenau. 
o Bei der Weihnachtsfeier im Hause Sachs 
wurde auch eine Sammlung für die OrtSarmen veran 
staltet. 76 M. konnten Herrn Pfarrer Görnakdt zur Ver 
teilung an die Armen übergeben werden. 
o Die Krankenhäuser des Kreise« Teltow er- 
fordern alljährlich außerordentliche Zuschüsse. Für die 
gesamten KceiSkranken- und Tchwesternanstalten sind dar- 
lehnSweise 9 933 289 Mk. aufgenommen worden, wovon 
biS Ende drS Rechnungsjahres 1912 002 687 Mk. getilgt 
find. Im Jahre 1913 sind an Zinsen und Tilgung 
338 746 Mk. aufzubringen, außerdem ein Zuschuß zum 
H.i immmmmmmm 
wie alles zusammenhängt. Ich erzählte ihm die ganze Ge 
schichte von Anfang bis zu Ende, und auch warum Sie 
hier sind. Und er fand alles ganz richtig, was ich getan 
habe, und ineint, es sei das allerbeste, wenn sie Hier 
bleiben, bis Sie ganz wiederhergestellt sind." 
„Das wundert mich," entgegnete Erich nachdenklich» 
„und ich weiß nicht, ob er recht hat. Es wäre mir ein 
schrecklicher Gedanke, wenn mein Hiersein Ihrem Ruf 
schaden könnte." Und er wandte seinen Blick von dem 
Himmel ab, den er bis jetzt 'aufinerkfani betrachtet hatte 
und schaute ernsthaft in Angelas Gesicht mit einem Aus 
druck, der sie zusammenschauern ließ. „Ich würde lieber 
Noch heute abreise», wenn ich dächte, daß Ihnen irgend 
welche Unannehmlichkeiten aus meinem Hiersein erwachsen 
könnten." 
„Nein, nein, machen Sie sich keine Sorge," rief sie 
bostig, „Ihr Bleiben wird mir in keiner Weise schaden. Es 
ist ganz ausgeschlossen, denn mein Mann 
»Ihr Mann? Sind Sie vielleicht Witwe? Lebt er 
nicht inehr?" fragte er. Es klang fast wie Erregung aus 
feiner Stimme, und in feine Augen kam ein Leuchten, das 
Angela erbeben ließ und ihr die Ueberzeugung gab, daß 
er sich freuen würde, wenn er härte, sie sei Witwe. Sie 
gerade ins Gesicht; ein leises Lächeln huschte um 
ihren Mund, und eine zarte Röte stieg in ihre Wangen. 
„Doch," antwortete sie, „er lebt, und er hat sicher 
nichts dagegen, daß Sie hier find, denn — denn — er 
— macht sich nicht viel aus mir." 
Sie senkte die Augen, während sie dies sagte, und 
ihr Herz schlug hoch. ' 
(Fortsetzung folgt.)
        
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