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Periodical volume Nr. 251, 24.10.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

mnerung der großen Zeit der Freiheitskriege vor 100 Jahren. 
Superintendent Raock der Diözese Friedrich-Werder kl be 
handelt die Frage „Was ist uns Deutschen 1517?", Pfarrer 
Lic. Dr. Becker-Nathanael „Was ist uns Deutschen 1813V“ 
Die Leitung der Feier ist dein Vorsitzenden des Zweig- 
vereins Schöneberg-Friedenau-Steglitz des Eoang. Bundes 
Herrn Oberstleutnant a. D. Bauer übertragen. Die Konzert- 
vereinigung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und der 
Posaunenchor des Jünglingsvereins Schöneberg haben die 
musikalische Mitwirkung übernommen. Beginn der Feier 
abends 8>/z Uhr pünktlich. Alle evangelischen Männerund 
Frauen sind herzlich willkommen. Der Eintritt iststei. 
Berlin und Vororte 
§0 Öffentlicher Vortrag am Institut für Meereskunde, 
Georgen-Straße 34-36. Montag, dem 27. Oktober, Dr. H. 
Michaelsen-Berlin: Anfänge des Handels und Handel des 
klassischen Altertums. (1. Vortrag der Reihe: Geschichte des 
Welthandels vom Altertum bis in die Neuzeit). Die Vor 
träge werden, soweit möglich, durch Lichtbilder erläutert. 
Beginn der Vorträge 8 Uhr Abends. Eintrittskarten zu 
0,25 M. sind an den Vortragsabenden von 6 Uhr an in 
der Geschäftsstelle (Georgenstr. 34-36) erhältlich. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Die schwarze Liste böswilliger Mieter. 
(Im Interesse der Groß-Berliner Hausbesitzer werden wir um 
folgende Veröffentlichung gebeten. Schriftl.): 
Wir Hausbesitzer, die wir durch die Gesetzgebung, durch unver 
hältnismäßig hohe nnd zum Teil ungerechte Steuern, durch zum 
Teil wucherische Belastung und Bedrückung bei der Hypotheken- 
regulicrung und noch durch viele andere Drangsalierungen gerade 
jetzt auf das schwerste bedrückt werden, haben die Pflicht, uns 
wenigstens vor Mietsaussällen durch betrügerische Mieter und 
verlustreiche Gerichtsverhandlungen gegenseitig zu schützen. Das 
ist um so schwerer, als die Entwicklung der Groß-Berliner Vororte 
und die immer günstiger iverdenden Verkehrsverhältnisse es bös 
willigen Mietern, die nichts verlieren können, und doch mit ihnen 
nicht gehörenden guten Wohnungseinrichtungen den Wirt täuschen, 
leicht macht, wenn ihnen der Boden in Berlin oder einem Vorort 
zu heiß wird, in einem anderen unterzutauchen. Wenn ein solcher 
böswilliger Mieter in Groß-Berlin mit seinen Vororten keine 
Wohnung findet, da der neue Hauswirt bereits vor dein Vermieten 
erfährt, mit wem er es zu tun hat, dann kann erstens viel Schaden 
und Aerger erspart werden; durch diesen Akt der Selbsthilfe wird 
auch manchem Hochstapler die Lust am Betrügen des Hauswirts 
genommen werden. Diese Selbsthilfe ließe sich nach meinem 
Dafürhalten leicht durch organisatorischen Ausbau der schwarzen 
Listen durchführen: „Jeder' Grundbesitzerverein Berlins und der 
Vororte führt eine derartige Liste böswilliger Mieter, gibt seine 
Liste an die anderen und erhält die Liste der Vororte. Vor jedem 
Vermieten fragt der Hauswirt an und erhält postwendend Antwort, 
ob sein Wohnungssucher auf der Liste steht. Er selbst meldet jeden 
derartigen Fall, von dem er selbst betroffen ist, an seinen Grund 
besitzerverein. Die Sache ließe sich leicht auch in der Weise ins 
Leben rufen, daß ein Zentralbüro böswilliger Mieter in Berlin 
von den Vereinen unterhalten würde, und daß dieses die Auskunft 
erteilt. Das wichtigste bleibt, daß es diesen böswilligen Mietern 
Auszug aus dem Protokoüduche 
der Gemeinde-Vertretung. 
Verhandelt Berlin-Friedenau, den 16. Oktober 1913. 
Zur Beschlußfassung über die auf der nachstehenden Tagesordnung 
bezeichneten Gegenstände war für heute eine Sitzung anberaumt worden, 
zu der die Mitglieder der Gemeinde-Bertretung, unter Angabe der zur 
Beratung kommenden Gegenstände, sowie mit dem Hinweise darauf, daß 
die Nichtanwesenden sich den gefaßten Beschlüffen zu unterwerfen haben, 
eingeladen worden find. 
Eingcfunden haben sich die nebenstehend genannten Personen: 
Gemeiude-Dorsteher Walger, Schöffe Bache, Draeger, Wossidlo, Sadee, 
von Wrochem. Gemeinde-Verordneter Berger, Dreger, Finke, Franzelius, 
Haustein, Heise, Kalkbrenner, Kunow, Lehment, Dr. Lohmann, Matthies, 
Olt, Richter, Sachs, Schönknecht, Schultz, Dr. Thurmann, Ilhenbrock, 
Wernike, außerdem Genieindeaurat Altmann, Assessor Grundmann, und 
als Protokollführer Bureaudirektor Sudan. Entschuldigt: Schöffe Lichtheim, 
Gem.-Ver. Eggert, Dr. Heinecker, Dr. Tänzler. 
Die Gemeinde-Vertretung ist, da mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder 
anwesend ist, beschlußfähig. 
Auf der Tagesordnung stehen folgende Gegenstände: 
1. Mitteilungen. 
2. Vorlage detr. Genehiuigimg der Nachbewilligungsliste für 1912. 
3. Vergabe der Zimmerarbeiten für den Neubau der III. Volksschule. 
4. Bewilligung von weiteren Kosten für die Rathausentwurfsarbciten. 
5. Anfrage des Gemeindeverordneten Ott betreffend Bestimmung über 
Gewährung der erhöhten Reisekosten bei repräsentativer Vertretung 
der Gemeinde. ^ , 
6. Erteilung einer Vollmacht zur Auflassung von Stragenland, 
7. Prüfung und Entlastung der Jahresrechnung Voranschlag I—V der 
Ausgabe für 1911. 
8. und 9. in geheinier Sitzung. 
1. Mitteilungen. 
») Der Gemeindekirchenrat ladet zu einem Festgottesdienst aus An 
laß der hundertjährigen Wiederkehr des Tages der Schlacht bei Leipzig 
am Sonnabend, den 18. dieses Monats nachmittags 6 Uhr in der 
hiesigen Kirche ein; . m , „ 
b) der JugenopflcgeauSschnß ladet auS gleicher Veranlassung zu 
einem Jugendfest am Sonntag, den 19. dieses Monats ein; 
e) der Veteranenverein bittet um Gewährung einer Beihilfe zu den 
Kosten einer von ihm aus gleicher Veranlassung veranstalteten patri 
otischen Feier; auf Antrag deS Vorsitzenden beschließt die Vertretung 
einen Beitrag von 100 M. aus dem Dispositionsfonds 'zu bewilligen; 
ä) das Provinzial-Schulkollegium hält den Gymnastaldirektor nicht 
für verpflichtet, die Kosten für die Anschaffung eines Adreßbuches zu er 
statten; auf Antrag des Gemeindeverordneten Ott wird die Angelegenheit 
dem Finaii zausschuß überwiesen. 
o) eine frühere Anfrage des Gemeindeverordncten Richter beantwortet 
der Bürgermeister dahin, daß die Tesinfektivnen sofort nach erfolgter 
Anmeldung durch den Gemeinde-Desinfektor ausgeführt werden; 
k) Dem Antrage des Schöffen Wossidlo entsprechend wird beschloßen, 
daß den Gemeindearbeitern, welche auf dem Friedhof in Gutcrgotz be 
schäftigt sind, neben dem Tagelohne die Fahtkosten von 1,70 De. wöchent 
lich gezahlt werden; , .... ,, .. m 
g) dem Antrage des Vorsitzenden entsprechend beschließt die Ver 
tretung, den § 4 Abs. 2 Nr. 2 der Gewerbesteuerordiiuiig dahin zu er- 
gänzen, daß für die Gewerbesteuetklasse IV 2 % "ls Höchstsatz der 
Steuer in Ansatz gebracht werden; t . . ... 
b) die Vertretung erkürte sich damit einverstanden, daß au; die 
Tagesordnung der geheimenSitzung eineVerkehrSangelegcnheit gesetzt wird. 
Zu Protokollvollziehern werden die Gemeindeverordneten Finte und 
Franzelius bestimmt. 
Beschlüsse. . , 
2. Tie Ueberschreitungen, der in der beiliegenden NachbewlUlgungs- 
liste aufgeführten Voranschlagsziffern in Gesamtbeträge von <8 bOb.u- 
3. Dem Voranschläge des Rathausbauausschusses entsprechend worden 
die Zimmerarbeiten der Aktiengesellschaft für Bauausführungen zum 
Angebotspreise von 25 032.30 M. unter Fortfall der Positionen 28— öv 
übertragen. _ , 
4. Zur endgültigen Fertigstellung des baureifen Entwürfe» und 
des Kostenanschlages wird ein weiterer Betrag von 8o00 M. aus -»o 
eilung XV 'i bewilligt, der zusammen mit den bereit» benilligten 
unmöglich gemacht wird, von einem Vorort in den anderen übcr- 
zuwandern und hier unerkannt weiter Schaden anzurichten. Viel 
Geld und Aerger kann den bedrängten Hausbesitzern auf diese 
Weise erspart werden. X. 
Das Erstgeborene. 
Die Zeit, in der das erste Kind erwartet wird, ist 
wohl die köstlichste in einer jungen Ehe. Ums Dach hört 
man das Flügelrauschen eines neuen, großen Glückes, nnd 
aus allen Winkeln und Ecken der Wohnung strömen glück 
selige Träume, die man mit offenen Augen träumt. 
Irgendwo im Reiche der jungen Hausfrau geht es 
stanz besonders festlich zu. — Sei's eine Truhe, ein 
Schränkchen, eine Kommode, ein Korb, in die das 
Sonntagsglück zusaminengetragen, in denen Tag für Tag ein 
Stüülein nach dem andern von der winzigen Wäsche auf 
gestapelt wird, die das Kleine umhüllen soll. Und .... 
wenn das Wirtschaftsgeld noch so knapp bemessen ist, das 
Beste vom Guten wird's immer, das angehende Mütter für 
ihr erstes Kind bereit halten. Wenn praktische Mütter, 
Großmütter und Tanten auch wenig einsichtsvoll lächeln 
über den „unpraktischen Kram" ... es schadet nichts . . . 
Spitzen, Schleifen, Stickerei — „recht viel Stickerei" — muß 
für das Püppchen sein! 
Man soll diesen jungen, lachenden Frauen ihr süßes, 
märchenhaftes Paradies nicht nehmen, in das sie ihr erstes 
Kindchen tragen wollen. Man soll ihnen die Schönheit und 
Poesie lassen, in die sie ihre Mutterseligkeit einhüllen. Beim 
zweiten, dritten Kinde kommt die Prosa ganz von selbst. 
Da haben die jugendlichen Schwärmerinnen schon erfahren, 
daß Kinder auch ohne Wickelbünder, ohne Monogramme, 
Banddurchzug und Stickereien in Gesundheit groß werden, 
und daß das Leben allen Frauen die gleichen Wege zeigt, 
die zur Einsicht führen. Aber rührt nicht mit plumper 
Hand^an dieser ersten zarten Empfindung eines übergroßen 
Segens, die junge Mütter meist haben. Denkt immer, daß 
es auch in der Natur erst Lenz werden muß, ehe Blüten 
erwachen können. Genau so, wie in den Herzen der 
werdenden Mütter, die Wärme, Sonne und Schönheit haben 
wollen, um dahinein ihr Kindchen zu betten. 
Ich erinnere mich, wie ich in Erwartung meines Ersten 
tagelang wie verzückt gesessen und winzige Armbändchen aus 
lichtblauer Seide zusammengestellt habe, die um zappelnde 
Händchen gelegt werden sollen und, mit Riesenrosetten 
verziert, wie Schmetterlinge auf meinem Nähtisch herum 
flatterten. Und weiß auch noch ganz genau, wie enttäuscht 
ich war, als meine Mutter kopfschüttelnd dazukam und 
mit einem Schlage meiner himmelblauen Herrlichkeit den 
Nimbus nahm. 
„Dummheit . . . das hält auch gerade von morgens 
bis mittags . . . hast du dem schon Windeln, Unterlagen 
und wollene Söckchen?" . . . 
Nein, die hatte ich freilich noch nicht. Nur Arm 
bändchen. Stickereilätzchen nnd weiße Lederschübchen mit 
5000 M. getrennt von den später zu bewilligenden Bauausführungs 
kosten abzurechnen sein wird. 
5. Dem Antrage des Gemeindeverordneten Ott entsprechend, be 
schließt die Vertretung den Schlußabsatz des § 1 deS ReisekostenortSstatuts 
dahin zu erweitern, da» die Bestimmung über Gewährung der erhöhten 
Reisekosten bei repräsentativer Vertretung der Gemeindevertretung vor 
behalten bleibt. 
6. Zur Auflassung bezw. Entgegennahme der Auflassung nachstehend 
aufgeführter Stratzenlandparzellen wird der Gemcindeobersckretär Borck 
bevollmächtigt. 
Es sind aufzutauen: 
») Von Berlin-Steglitz an Berlin-Friedenau 
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Grundbuch Friedenau Bd. 17 Bl. 972 Kart. Bl. 7 Parz. Nr. 3614,0,209 
Größe 435 gm 
d) von Berlin-Friedenau an Berlin-Steglitz 
Grundbuch Steglitz Bd. 94 Bl. 2854 Kart. Bl. 7 Parz. Nr. 1231/114 
Größe 90 gm 
Grundbuch Steglitz Bd. 94 Bl. 2854 Kart. Bl. 7 Parz. Nr. 3540/114 
Größe 30 gm 
Grundbuch Steglitz Bd. 94 Bl. 2854 Kart. Bl. 7 Parz. Nr. 354I/N4 
Größe 236 gm 
Grundbuch Friedenau Bd. 4 Bl. 577 Kart. Bl. 1 Parz. Nr. 3643,0,17 
Größe 400 gm 
7. Die Vertretung beschließt gegen die Rechnungslegung Ein 
wendungen nicht zu erheben und die Rechnung für entlastet zu erklären. 
Hinsichtlich der vom Rechnungs-Prüfungs-Ansschuß gezogenen Er 
innerungen wird beschlossen: 
a) soweit solche Personalien betreffen, in geheimer Sitzung zu 
erledigen; 
b) die Erinnerung betreffend die Entsendung des Bürodircktor Sudan 
zur Teilnahme am I. Deutschen Gemeindebeamtentage in München 
mit der Maßgabe für erledigt zu erklären, daß die Entsendung 
aus Kosten der Gemeinde nicht gerechtfertigt war; 
c) die Erinnerung, daß bei den: Besuch von Ausstellungen re. Ein. 
trittsgeldcr nicht liguidierbar sind, wird für berechtigt erklärt; 
d) die Ausgabe für einen Obsttellcr für das Bürgermeisterzimincr 
aus Gemeindemitteln wird nicht für gerechtsertig erklärt; 
e) die Erinnerungen betreffend Einführung einer Gcschästsverein. 
fachung bei der Richtigkeitsbescheinigung durch Beamte und Be 
schaffung eines Facsimilestempels werden für erledigt erklärt. 
Hieraus folgt eine geheinie Sitzung. 
Schluß der öffentlichen Sitzung 10 Uhr. 
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Silüerschnallen! Dazu aber noch einen ganzen Berg von 
goldenen Träumen. 
Meine Mutter hatte girt gemeint, ja . . . wie alle 
Mütter! Aber einen Funken von meiner hellen Freude war 
doch mit dem mitleidigen Achselzucken verschwunden. 
. Oder die verheirateten guten Freundinnen kommen, die 
schon Kinder haben. Sie bewundern, sie nehmen wohl 
teil an unserer Freude ... bis dann mit einem mal das 
Wort fällt wie: „Na, freu' dich nur nicht zu sehr, schön 
ist anders!" Ist das nötig? Ist das berechtigt oder gar 
freundschaftlich? Nein entschieden nicht! So ein Einzug des 
ersten Kindes in die Welt bringt entschieden tausendmal 
mehr Glück für die junge Mutter mit als Schmerz. Und 
dieses Glück hilft die Schmerzen leichter tragen, dieses Glück 
verschönt die Stunde, die uns zu Müttern macht. Erzählt 
darum nur das Gute, was ihr selber von euch wißt, er 
zählt nur das Ermutigende, wenn ihr euch „Freundin" 
nennt. Bannet, so gut es geht, die törichte Furcht aus dem 
Herzen der werdenden Mutter, ihrer wartet ja nur Freude, 
ihr Leben soll ja nur noch reicher werden . . . 
Und nun ist es wirklich da, das kleine Menschenwunder. 
Liegt eingebündelt neben dem Bett der Wöchnerin und wird 
von den nächsten Verwandten, von Hausgenossen in den 
ersten Tagen eingehend bewundert und betrachtet. Die 
junge Mutter beobachtet stolz lächelnd die neugierigen Ge 
sichter, und in den müden Augen liegt eiste ganze Welt von 
Glück und Vertrauen. 
Sehen das die andern nicht? Manchmal ja, ... . 
„Nein, wie niedlich, der ganze Papa," . . . „Das ist ja 
ein Prachtexemplar", sagen die Klugen, die Guten, die 
Menschenfreundlichen, wenn sie die Mntteraugen an ihrem 
Antlitz haften sehen. Und das Strahlen darin verstärkt 
sich, und die es sehen, wissen ganz genau, daß es in ihrer 
Macht stand, das Glück der jungen Mutter noch zu vervoll 
ständigen. 
Wie oft wissen die Leute das aber nicht! wie oft steht 
da so eine gute Verwandte, Bekannte usw. vor dem neuge 
borenen Kindlein und dxnkt an alles andere als an das 
Glück der Wöchnerin! 
„Ist nur sehr zart, wer weiß, ob das groß wird!" ... 
„Mein Gott, der Kopf ist ja krumm und schief," . . . oder 
in einem Tone von Mitleid: „Wieviel wiegt's denn, das 
arme Würmchen?" .... 
Und die junge Mutter drückt den ohnehin schon 
schwachen Kops tief in die Kissen, und an dem kaum er 
wachten Glück zerrt die jähe Sorge: „Ob es wirklich so 
schwach ist .... so häßlich?" .... 
Glanbt's nicht! .... Das Erstgeborene ist immer 
wunderschön! Else Krafft-Stramm. i 
Wetteranssichten. 
Sonnabend: Ein wenig wärmer, veränderlich, vor- 
herrschend wolkig mit etwas Regen und frischen westlichen Winden. 
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