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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

vumm zu zu. ao\y mv 
Donnerstag, den 23. Oktober 1913. 
DieAnfcrtiqung aller Garderoben stücke 
iit nach unseren Slandürd-Schnitln'.usleru U>iclcnD leicht selbst 
für Dau.cil. die inchi schneidern gelernt haben. 
TDodebrieft 
Wie >vir selbst in, tiefsten Winter nicht mehr der 
leichten Zimmerkleidung entraten können und wollen, so 
gibt es ivohl kaum mehr eine Zeit, in der der Pelz gänz 
lich verschwunden ist. Die leichte Hauskleidung, die in 
den Städten zufolge der immer mehr um sich greifenden 
Zentralheizung wegen notwendig ist, bedingt naturgemäß 
für die Straße wärmere Ueberkleidung. Das Lurusbe- 
dursnis ist gestiegen, die Verarbeitung der Pelze hat sich 
den verfeinerten Geschmacks 
richtungen angepaßt und so 
sehen wir heute die Pelze 
überall. Wohl sind infolge 
des größeren Umsatzes die 
Preise der echten Pelze ge 
stiegen, daneben hat man aber 
auch Imitationen geschaffen, 
deren Nichtechiheit oft nur 
dem Kenner sichtbar ist. 
Dir unterscheiden unter 
den Pelzen zwei Hauptartcn: 
die langhaarigen, die nur als 
Stola, Collier, Muff, Mütze 
und ähnliches verarbeitet wer- 
den und die kurzhaarigen, bic (;/ 
auch für Mäntel, Kostüme?! 
und Jacken Pcr'.vendung fin 
den. Von den ersten herrscht 
in dieser Saison der Juchs, 
dessen tveißes Exemplar na 
türlich den ersten Platz ein 
nimmt. Modenarren, die 
immer etwas anderes wollen 
und deshalb die Natur zu 
verbessern suchen, färben den 
Fuck's goldgelb, ja sogar vor 
duw blauen FaAe schrecken öe 
nicht zurück. Unter den für 
die Kovrektion bestimmten 
Pelzen stehen Brcitschwanz 
und Maulivurf obenan. Da 
diese Pelze in echt eine große 
Lücke im Portemonnaie rei 
ßen. sind Imitationen ge 
schaffen ivorden, deren Aus 
sehen und Haltbarkeit (na 
Schnittmuster zu allen Abbildungen 
in den Normal grölen 42. 44 und 46 liefert unsere 
an Abonnenlcn zum billigen Preise von nur 60 Psg tfto 6/t4 
türlich in guter Qualität) nichts zu wünschen übrig lassen. 
Velours gauffrö, Vrcitschwanzplüsch, Maulwurf'Uscks- 
natürlich in den ihnen eigenen Farben sind die Stoffe, 
die Ersatz schaffen für die echten Pelze. Die Gewebe sind 
so weich, daß sie selbst zu Raffungen verwendet werden 
können. Als Garnitur und Ergänzung wählt man einen 
langhaarigen Pelz; neu hierfür ist Zibetkatze. 
2342. Kostüm mit Eutavap-Jacke und Weste. Zu W n 
dunkelbraunen Cotclö besteht die für steh gearbeitete Weste 
aus sandfarbenem Tuck und 
bildet so einen aparten Kon 
trast zum dunklen Pelz. Die 
Jacke ist vorn mit englischen 
Nähten einacrichlet. im 
Rücken durchgehend gearbeitet, 
während seitlich die Sckmsi- 
tcile angesetzt sind. Ein Sei- 
denröllchen kann den Ansatz 
decken. An dem Dreihahnen- 
rock bildet die rechte, etwas 
seitlich übergreifende Porder- 
babn zwei Längsraffnnaen. 
Erforderl. Material: etwa 
4.50 Mir. Stoff, 1,30 Meter 
breit. ' 
2342. Kostüm mit Entavah- 
Zacke und Weste. 
2343. Kostüm mit Giirteljackc 
Tunikarock. Blaufarbener Kaschin i 
ergab nebst gleichfarbiger Ripss 
das Material. Die Westenteile sind der 
Zacke untergeheftet und greifen mit 
ihrem großen Kragen auf'diesen. Aus 
gleichem Material besteht die Aerincl- 
manschctle und der Gürtel, der im 
Rücken durch einen Einschnitt geleitet 
wird und vorn wieder hervor tritt. 
Für den Doppelrock fällt über den. 
engen, unteren Rock die Tunika, die 
vorn gefaltet wird. Erfordert. Mate 
rial: etwa 6 Mir. Stoff, 1,20 Mir. 
breit. 
2344. Kleid aus dunkel 
blauem Samt mit gleichfarbi 
ger Ripsscide. Für das 
schlichte Kleid kann der mode 
gerechte Samt, wie auch Woll 
stoff als Material dienen. Die 
enge Nockgrundform deck! eine 
vorn geöffnete Tunika, über 
die wieder die harmonierende 
Schoßbluse fällt. Diese schließt 
vorn mittelst Knopischlusies. 
der sich auch noch etwa? nur 
den Schoß fortsetzt. Link? 
aufgesteppte Tasche. Tic ein- 
aereibten Taillenteike l-elen 
an eine glatte Passe, über die 
der Umlegekragen fällt; Kra- 
vatte, Manschetten und Gür 
tel bestehen aus Seide. Er 
forderliches Material: etwa 9 
2344. Kleid aus dunkelblauem Meter Stoff, 90 Jintr. breit. 
Samt mit gleichfarbiger 
Ripsscide. 
Neue Blusen und Nock. 
2345. Hemdbluse mit Passe. Beigefarbener Flanell mit grünen 
pelstreifcn ergibt das Material. Die Taillenteile sind der Passe 
Dop- 
aus 
quergestreiftem Stoff untersteppt. Dein rechten Vorderteil ist eine 
Patte angeschnitten, die über eine grüne Seidenkravatte greift, die zu 
gleich den Schluß deckt. Die Rückenteile sind nur wenig eingehalten. 
Langer Hemdärmel mit Bündchen, dem ein Batistplissee vorsteht. 
Stehkragen mit Einsatz in der oberen Hälfte. Erforderliches Material: 
etiusl 1.75 Meter Stoff, 75 Zmir breit. 
_ 2340. Halsfreie Bluse mit Kragcngarnitur. Zu blauweiß ge 
musterten Krepon bildet weißer Frottee Kragen- und Manschelten- 
garnitur. Tie leicht eingereihten Taillenteile setzen an einer schmalen 
glatten Passe an, die durch den im Rücken eckig gehaltenen Kragen 
wird. Den vorderen Schluß deckt eine breite Quetschfalte, 
während eine rote Seidenkravatte unter dem 
Kragen hervorkommt. Langer, enger Acr- 
mel mit Manschettenaufschlag. Erforderl. 
Material: etwa 1,75 rn Stofs, 1 rn breit. 
2347. Blusenrock mit aufgestepptem Gür 
tel. Dunkelblauer Kammgarn ergab daS 
Material. Der Rock setzt sich aus drei Bah 
nen zusammen, wobei die rechle Vorderbahn 
der linken mit breitem Saum aufgesteppt ist. 
In gleicher Weise sind die rückwärtigen 
Nähte der Hinterbahn aufgesteppt. Diese 
wird am oberen Rand leick't einacrev" und 
dein hier übergreifenden Gürtel unlerlleppt. 
2345. Hemdbluse mit Passe. 
2316. Halsfreie Bluse 
Kragengarnitur. 
mit 
Erforderl. Material: 
1,30 Mir. breit. 
etwa 2,25 Mir. Sloss 
h< 
2347. Blusenrock mit aufgestepptem 
Gürtel.
        
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