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Periodical volume Nr. 250, 23.10.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

großen Saale des Gemeindehauses versammeln, um kurz 
vor Beginn deS Gottesdienstes unter Glockengeläut im Zuge 
in die Kirche geführt zu werden. Wenn auch die Zeit deS 
Gottesdienstes (%12—%1 Uhr) namentlich für eine Haus 
frau nicht sehr günstig liegen mag — es sollte aber die 
übliche Stunde auch für den Festkindergottesdienst innege 
halten werden — so läßt es sich doch sicher für den einen 
Sonntag einmal einrichten. Darum nochmals: alle Eltern, 
denen au der religiösen Auferbauung ihrer Kinder etwas ge 
legen ist, sind mit ihren Kindern zur Teilnahme am Fest- 
gottesdienst herzlichst geladen. 
o „Gedanken über 1813" ist das Thema des Vor 
trages, mit dem am Montag, dem 8. November die hiesige 
Ortsgruppe des Deutschen Wehrvereins die Reihe ihrer dies 
jährigen Veranstaltungen eröffnet. AIs Redner für das be 
deutsame und aktuelle Thema ist Exz. Generalleutnant z. D. 
von Wrochem gewonnen worden. Erz. von Wrochem, der 
im vergangenen Jahre auch im Flottenverein sprach, ist als 
ausgezeichneter Redner bekannt, der die Hörer durch seine 
packenden, von herzlichster Liebe zum Vaterlande getragenen 
Ausführungen zu fesseln weiß, svdaß der Abend nicht nur 
einen Genuß, sondern auch einen Gewinn für jeden 
verspricht. Die Ortsgruppe hat es auch verstanden, nicht 
nur den einen hervorragenden Abend in Aussicht zu stellen, 
vielmehr werden noch zwei weitere Vorträge am 8. Dezember 
und am 19. Januar n. I. folgen. An dem ersten Abend 
spricht der beste Kenner der französischen Armee, Oberst 
leutnant z. D. Hübner, über „Die französische Armee" und 
zwar auf Grund eigener Anschauung, denn der Vortragende 
wohnte als Berichterstatter der „Leipziger Neuesten 
Nachrichten" elfmal französischen Herbstübungen, zuletzt in 
diesem Jahre, bei. Dieser Vortrag, wie auch der folgende 
bietet nicht nur anschauliche Schilderungen, sondern wird 
auch durch Lichtbilder unterstützt werden. Am letzten Abend 
wird dann Dr. v. Pagen das Elend der französischen 
Fremdenlegion und den Schauplatz ihrer Tätigkeit behandeln. 
Drei bedeutsame Abende stehen uns also bevor, denn der 
Verein ladet auch alle vaterländisch Gesiivtten herzlichst ein 
und beschränkt seine Darbietungen nicht nur auf den Kreis 
seiner Mitglieder. Bei der vaterländisch so wichtigen Arbeit 
des Wehrvereins hoffen wir, daß recht viele Mitbürger 
diesem Rufe Folge leisten. 
o Vorbeugen ist besser als Heilen. Wir werden um 
Aufnahme folgender Zeilen gebeten: Dieser Grundsatz der 
modernen Heilwissenschaft findet nicht nur allmählich in die 
Rechtspflege Eingang, sondern wird auch immer mehr 
als richtunggebend für die soziale Betätigung anerkannt. 
Glaubte man früher das Menschenmögliche getan zu haben, 
wenn man den Trinker rettete, so bricht sich doch der 
Gedanke Bahn, daß es noch viel mehr bedeutet, die 
Menschen garnicht erst zur Trunksucht kommen zu lassen. 
Vorbeugen ist auch in diesem Falle besser als Heilen. Die 
Trinkerrettung ist eine,schöne, eine edle Sache, und es wäre 
nur zu wünschen, daß sich viele hierfür geeignete Helfer 
finden und 'betätigen. Aber, die Erfolge stehen vielsach in 
keinem Verhältnis zur aufgewendeten Zeit und Mühe. Der 
Neutrale Gnttempler-Orden, gegründet und geleitet durch 
Professor August Forel, Monte, bekämpft ans volksgesuud- 
heitlicheu, wirtschaftlichen und sittlichen Gründen den 
Alkoholisinus durch Verbreitung des Enthaltsamkeits- 
gedankeus. Jeder, den wir durch unsere Propaganda zur 
Abstinenz bringen, bedeutet einen sittlichen und wirtschaft 
lichen Gewinn für Familie und Allgemeinheit. Der 
Neutrale Guttempler-Orden, der in politischer und religiöser 
Hinsicht durchaus neutral ist. ladet alle diejenigen zum 
Beitritt ein, die gewillt sind, die Stützen des Alkoholismus: 
den Trinkzwang und die Trinksitten zu beseitigen. Gefällige 
briefliche Anmeldungen für eine zu gründende Ortsloge in 
Steglitz und Umgebung übernehmen bereitwilligst die Unter 
zeichneten: Alfred Seligmann, Kaufmann, Friedenau, 
Rubensstr. 36, Bruno ©Inniger, stuck, theol., Steglitz, 
Südendstr. 1, Arnold Slöckliu, Vcrsicherungsbcamter,Südende, 
Schokestr. 7. 
o Die Turituereinigung zu Schvneberg veranstaltet 
die Feier ihres 10jährigen Bestehens am Sonnabend, dem 
1. November, Abends 8 Uhr. im Hochzeitssaale der Schloß- 
brauerei Schöneberg. Es findet ein gemeinsames Abend 
essen zum Preise von 2,50 M. das trockene Gedeck statt. 
Nachher sind Vorträge und Tanz. Anmeldungen zum Essen 
sind bis spätestens den 25. d. M. an Herrn Direktor 
Woiwode. Steglitz. Kleiftstr. 22, zu richten. 
o Ein Wohltätigkeitskonzert veranstaltet der Krieger- 
^nd Landwehrverein zum Besten der Weihnachisbcschernng 
seiner hilfsbedürftigen Mitglieder und der Witwen und 
Waisen verstorbener Kameraden am Dienstag, dem 4. 
November, Abends 8 Uhr, in der Aula des Reforin-Real- 
gymnasiums, Honiuthstraße. Eintrittskarten zum Preise von 
3, 2 und 1 M. werden durch den Vereinsboten angeboten 
werden, sie sind aber auch für jedermann zu haben in den 
Papierhandlungen von Ebers, Rheinstr. 15 und Kossakowski, 
Schmargendorser Straße 35 sowie in der Zigarrenhandlnng 
von Mund am Wannseebahnhof Friedenau. 
o Im Tierschutzverein für die südwestlichen Vor 
orte von Berlin, E. V., gedachte zunächst der Vorsitzende, 
Erz. Generalleutnant z. D. v. Hennigs, des Hinscheidens 
der Gattin des alten Mitglieds und Kommissionsvorsitzenden 
Herrn Gymnasiallehrer Thies, zu deren Ehren man sich von 
den Plätzen erhob. Bekanntgegeben wurde der Wechsel des 
TierwartS, der am 1. August d. Js. erfolgte. Bis zum 
15. November sollen Vorschläge für die üblichen Weihnachts 
belohnungen dem Vorstand mitgeteilt werden. Auf den 
0. Dezember wurde das WeihnachtSfest anberaumt, das 
Herr Fetkenheuer und Frau Plüschke durch Vorträge zu be 
leben gedenken. Weiter beschäftigte sich die Versammlung 
mit verschiedenen Fragen, betr. Mißhandlungen von Tieren, 
sowie mit der in Verbindung mit dem Charlottenburger 
Tierschutzverein herausgegebenen Zeitschrift „Der Tierfreund." 
Kreisticrarzt Dr. Schaefer lenkte die Aufmerksamkeit auf die 
neuzeitliche Behandlung der Tollwut. al. 
o Die Reise um die Welt oder „Die Jagd nach der 
Hundert-Pfund-Note" betitelt sich das sensationelle Aus- 
statlungsdrama in 6 Akten, das vom 24. d. Mts. ab in 
den „Hohenzollern-Lichtspielen" gezeigt wird. Die 
Zuschauer bereisen in diesem Film alle Weltteile. Die 
Spieldauer dieses großartigsten aller bisher geschaffenen 
Filme beträgt 2 Stunden. Er wird nur in den Hohen- 
zollern-Lichtspielen gezeigt, die das Alleinaufführungsrecht er 
worben haben. Neben diesem Drama kommen ferner zur 
Vorführung: „Damit die gnädige Frau nichts merkt", 
glänzender Humor, die herrlich kolorierte Naturaufnahme 
„Tritchinopoly", die reizende Komödie „Vater Vauten- 
meester" sowie die Wochenübersicht des Pathö-Journal. 
Und dieses hervorragende Programm ist trotz der damit ver 
bundenen Unkosten ohne Erhöhte Eintrittspreise zu sehen. 
Versäume daher Niemand, sich vergnügte Stunden in den 
„Hohenzollern-Lichtspielen" zu verschaffen. 
o Auf der Treptow-Sternwarte finden folgende 
wissenschaftliche Kino-Vorträge statt: Am Sonnabend, dem 
25. Oktober, Nachm. 5 Uhr: „Interessante Bilder aus Italien", 
Abends 7 Uhr: „Scott's Reise zum Südpol und ein Blick 
ins Weltall": am Sonntag, dem 26. Oktober, Nachm. 
5 Uhr: „Aus fernen Landen", Abends 7 Uhr: „Christoph 
Kolumbus"; am Biontag, dem 27. Oktober, Abends 7 Uhr: 
„Natur und Leben in norddeutschen Gauen". Am Dienstag, 
dem 28. Oktober, Abends 8'/ 2 Uhr, spricht Direktor Dr. F. 
S. Archeuhold. unter Vorführung Zahlreicher Lichtbilder über: 
„Unser Wissen von den Sternenivelten". Biit dem großen 
Fernrohr werden Jupiter und Saturn gezeigt. 
o Tödlicher Unfall. Von einem schweren Schlage ist 
die Familie des Leiters unserer Sanitätsmachc, Herrn 
Nehmer, betroffen worden. Gestern Abend gegen 6 Uhr 
stürzte der 26 Jahre alte Sohn Franz des Herrn Nehmer 
ans der Treppe des Hauses Lauterstr. 17 und erlitt einen 
Schädelbruch, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. 
Terems-IZLebriebten 
Am Freitag tagen: 
Cteiwgrnphenverein „Stolze-Schrey". '/si Uhr in der Gemcinde- 
Müdchcnschule, Goßlerstraße. Diktatschreiben in verschiedenen Ab- 
teilungen. 
Nalional-Stenographen-Verein Berlin-Schöncberg, Hauptstr.107, 
im Alten Bürger-Casino, Abends 8'/, Uhr. Nach den Schreib- 
übungen geselliges Veisammensein. Gäste willkommen. 
mitgeteilt vom Patentbüro Johannes Koch, Berlin N0. 18, Große 
Frankfurter Straße 59. Abschriften billigst. -Auskünfte kostenlos. 
Fritz Pott, Berlin-Friedenau, Kcenznacherstr. 5: Verfahren zur 
Herstellung von kvagnlicrbarem Eiweißabbauprodukten. (Angem. Pat.) 
Arno Graue, Berlin-Friedenau, Büsingstr. 19: Einrichtung 
znm absatzmeiscn Fortschalten kinematographischer Bildbänder durch 
ein Einzahngclriebe mit elastischem Einzahn. (Angem. Pat.) 
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Elcktrizitätszähler. (GDI.) 
Optische Anstalt C. P. Gocrz, A.-G-, Berlin-Friedenau: Schein 
werfer mit Haupt- und Hilfsreflektor. 
Willi Raschle, Berlin-Friedenau, Wielandstr. 31: Käscschneidc- 
inasci n - (GM.) 
71m 22. d. Mts. verstarb infolge eines Unfalles im 
Alter von 26 Jahren, unser lieber Sohn und Bruder 
Fi?anzf JflcS^mcp 
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 
Hermann Rehmer. 
Berlin-Friedenau, den 23. Oktober 1913. 
Die Beerdigung findet am Sonntag Nachmittag von 
der Kapelle des hiesigen Friedhofes aus statt. 
Ich habe mich in der Garten 
stadt Wilmersdorf Friedenau 
Laubacherltr. 43 Me Lan 
dauers. u. Südwelttorso) als 
prall. Zahnarzt 
niedergelassen. 
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Berlin-Schör.eberg 
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Nr. 239 und 231. 
Gemeinnützige Lchrslellerivsr- 
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MSLe« 
9013] Eisen, Rheinstr. 11 
BeMusermnen 
tüchtige, für Lebensmittel sofort 
gesucht. Meldungen von 11—12 
Ilhr Born,. s9079 
uhKLiil Vt, Tauenif.enstr. 21-24 
—o In das Handelsregister wurde eingetragen: Bei 
Nr. 10 82). Musik-Baukasten-Gesellschaft Liebermann «L Co. 
mit beschränkter Haftung: Die Zweigniederlassung in Berlin- 
Schöneberg ist aufgehoben. Fabrikant Wilhelm Engelhardt 
ist nicht mehr Geschäftsführer. 
Berlin und Tororte 
§o In der Uniform eines kaiserlichen Chauffeurs suchte 
seit einiger Zeit ein Schwindler Gastwirtschaften und auch 
Geschäfte auf, machte dort Zechen oder kaufte Waren ein 
und lieh sich dann noch einen Geldbetrag. Er gab sich stets 
als Chauffeur eines Prinzen auS und erhielt ohne weiteres 
die Waren geborgt und den gewünschten Barbetrag hinzu. 
Gestern abend machte nun wieder ein Mann in der Uniform 
eines kaiserlichen Chauffeurs in einem Lokal der Friedrich 
straße eine Zeche und versuchte, ohne die Rechnung zu be 
gleichen, von dem Wirt noch 4,50 M. zu borgen. Diesem 
kam jedoch die Sache verdächtig vor. Er benachrichtigte 
die Polizei, die bald feststellte, daß man es mit einem 
Schwindler zu tun halte. Der Manu wurde verhaftet und 
nach dem 1. Polizeirevier in der Untcrwasserstraße gebracht. 
Hier entpuppte er sich als ein 29 Jahre alter Chauffeur 
Georg Nürrig. Er wurde nach dem Polizeipräsidium ge 
bracht. Wie der Schwindler sich in den Besitz der Uniform 
gesetzt hat, weiß man noch nicht. 
o Steglitz. Neue Namen hat die Gemeinde für ein 
zelne Straßen eingeführt. So wurde die Straße 1, die in 
der Verlängerung der Fichtestraße auf der gemeinschaftlid)en 
Gemeiitdebezirks-Grenze Lichterfelde und Steglitz bis zur 
Schloßstraße in Steglitz, bezw. der Straße „Unter den 
Eichen" in Lichterfelde führt, „Am Fichtenbcrge" benannt. 
Die Straßen 70 und 70n des Bebauungsplanes von 
Steglitz, welche von der Breiten Straße bis zur Brücken- 
straße, bezw. zum Teltowkaual (Kirchncrbrücke) führen, er- 
hielleit — beide Straßen zusammengesetzt — den Rainen 
Johanna-Stegen-Straße. 
o Berlin-Wilmersdorf. Die fortgeschriebene Be 
völkerung Wilmersdorfs bezifferte sich im September d. Js. 
auf 132 54 k Personen. Die Ziffern für den Juli und 
August d. Js. stellen sich auf 133 224 bzw. 432 237. 
Richt uninteressant ist, daß sich damit auch für Wilmersdorf 
ein langsameres Tempo der Bevöikerungszunahmc ergibt, 
eine Erscheinung, die and) in anderen Vororten beobachtet 
worden ist. Welche gewaltige Steigerung immerhin Wil 
mersdorf in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte, ergibt 
sich aus dem Bevölkernngsstand in den Monaten September 
der Vorjahre, er betrug 1908 86 578, 1909 95 320, 1910 
103 599, 1911 113 158, 1912 113 470.. 
Termifebtes 
*n Spie Karten-Herstellung und -Versteuerung. Nach den Vcr- 
öffentlichnngcn des Kaiserlichen Statistisäien Amts wurde» im 
Teutschen Reich während des Rechnungsjahres 1912 in 24 Fabriken 
0 613 272 Kartenspiele von 36 vder weniger Blättern und 1 598 804 
Spiele von mehr als 86 Blätter hergestellt (1911: in 26 Fabriken 
6 294 877 bzw. 1 883 723 Spiele). Am Schluss- des Vorjahres 
waren an ungestempelten Karten 1 351 084 Spiele von 36 oder 
weniger Blättern und 358 663 Spiele von mehr als 36 Blättern 
in den Fabriken als Bestand verblieben. Versteuert wurden 
6399303 ,191t: 6 185 022) Spiele der ersten Sorte und 300091 
(1911: 201931) Spiele der zweiten Sorte; ausgeführt würben 
472 911 1911: (431 659] bzw. 1 291 862) (1911: 1 144 799), vam 
Ausland eingeführt und in den freien Verkehr abgefertigt 23 667 
(1911: 24055, bzw. 01047 (1911: 73 059) Spiele. 
Wie sich Spinnen den Haf machen. Selbst in der Jnsekten- 
welt bemüht man sich um das Weibchen seiner Wahl, indem man 
ihr Wohlgefallen zu erringen sucht. Die männlichen Spinne nähert 
sich behutsam dem Weibchen und macht ihm tausend Possen vor. 
Er umwirbt es in tollem Tanz, hält still, kreuzt die Beine, richtet 
sich ans und schwirrt dann wieder in rasenden Sprüngen um es 
her, alles, um seine Bewuiidcrnng zu erregen. Madame ist freilich 
eine sehr eigenwillige Dame und es ist nicht ungefährlich, mit ihr 
anzubändeln, blicht jeder Kurmacher ist ihr recht. Monsieur gerät 
deshalb leicht in den Fall, sich die junge Dame ernstlich vom Leibe 
halten zu "müssen, denn sie hat eine äußerst energische Art, ihr 
Mißvergnügen an den Tag zu legen. Ssnd ihr die Aufmerksam 
keiten des Bewerbers ungelegen, so niachl sie kurzen Prozeß, fällt 
über ihn her und zereißt ihn in Stücke. 
Wetteranösichten. 
Freitag: Etwas kühler bei ziemlich frischen nördlichen 
Winden. UnveräuderlicheBewölkung, unerhebliche Niederschläge. 
Verantwortlicher Schrtftlciter: Hermann Martinius Friedenau 
Hierzu eine Beilage. 
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Klavierspiel. Talentvolle Schüler 
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