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Periodical volume Nr. 249, 22.10.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

die in der genannten Verordnung angedrohte Strafe, 
sondern haben außerdem die Ausführung der unterlassenen 
Handlung auf ihre Kosten durch Dritte zu gewärtigen. 
o Ueber die Einziehung der Fernsprechgebühren 
sind neue zusammenfassende Bestinnnungcn vom Reichspost 
amt getroffen worden. Sie sind zum Teil auch vom 
Interesse für die Fernsprechteilnehmer. Die Einziehung der 
Einzelgebühren, heißt cs darin, ist nicht in allen Fällen bis 
zum Monatsende zu verschieben. Erreicht die Schuld des 
Teilnehmers bis Ende des Monats die Höhe von 100 M., 
so ist in der Regel schon Zahlung zu verlangen. Die 
Ober-Postdirektionen können Ausnahmen zulassen, aber auch 
die Stundungsfrist bei besonders regem Verkehr noch weiter 
verkürzen. Von Teilnehmern, deren Zahlungsfähigkeit 
zweifelhaft erscheint, sind die Gebühren einzuziehen, sobald 
sie sich auf 10 M. belaufen. Wenn das Vermittlungsamt 
oder das Verkehrsamt, dem die Vermittlungsstelle zugeteilt 
ist, ein Postscheckkonto hat, so kann dieses nutzbar gemacht 
werden. Die Teilnehmer, die ein Postscheckkonto haben, 
werden befragt, ob sie damit einverstanden sind, daß die 
Fernsprechgebühren von ihrem Postscheckkonto abgeschrieben 
werden. Sie erhalten die bekannte Tasche mit den Ge 
bührenzetteln. Drei Tage nach Absenduug der Taschen teilt 
das Vermittlungsamt dem Postscheckamt die abzuschreibenden 
Beträge mit. 
o Zum Taschenfahrplan für den Berliner Stadt-, 
Ring- und Vorortverkehr ist soeben ein zweites Be- 
richtigungsblatt erschienen. Danach wird der bisher 8.19 Uhr 
Abends von Stahnsdorf-Friedhof abgehende, 8.27 Uhr in 
Wannsee eintreffende Zug im Winter nicht gefahren. Das 
Berichtiguugsblatt wird an die Besitzer des Fahrplanbuches 
gegen dessen Vorzeigung von den Fahrkartenausgabestellen 
der Berliner Bahnhöfe, der Ring- und Vorortbahnen unent 
geltlich abgegeben. 
o Die vcrehrlichen VereinSvorstände werden hier 
durch ergebenst gebeten, die Angaben für das Vereinsregister 
des „Friedenauer Adreßbuchs" für, 1014 sofort der 
Geschäftsstelle Rheinstr. 15 mitzuteilen. Diejenigen Vereine, 
die diese Angaben nicht machen, können in das Vereins 
register nicht aufgenommen werden. Falls keine Aenderung 
gegen das Vorjahr eingetreten ist, bitten wir auch darüber 
um eine kurze Mitteilung. 
o Bilder vom „Imperator", dem größten Dampfer 
der Welt, haben wir im Schaufenster unserer Geschäftsstelle 
ausgestellt, desgleichen die Speisenkarten der Küche dieses 
Schisses. Die Karten wurden uns von Herrn Dr. med. 
Schulz liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt, der im 
vorigen Monat auf dem „Imperator" nach Southampton fuhr. 
o Die Vibelstnndcn im Gemciudehause (1. Stockwerk) 
nehmen am nächsten Freitag, dem 24. d. M., Abends 
8 Uhr, ihren Anfang. Sie werden in diesem Winter von 
Pfarrer Kleine gehalten. 
o Maulkorb oder Leine. Dem Deutschen Tierschutz- 
verein zu Berlin W 9, Potsdamerstr. 125, ist vom König!. 
Polizeipräsidium zu Berlin nachstehende Verfügung zuge 
gangen: Nach der viehscucheupolizcilichen Anordnung vom 
28. Juli 1913 ist der Maulkorbzwang nur für frei umher 
laufende Hunde vorgeschrieben. Während der noch geltenden 
Hundesperre brauchen demnach Hunde in der Ocffcntlichkeit 
keinen Maulkorb zu tragen, wenn sie an der Leine geführt 
werden; sie müssen aber mit Ataulkorb versehen sein, wenn 
sie nicht an der Leine geführt werden. Unberührt durch 
diese Verfügung bleiben die Bestimmungen betreffend die 
Führung von Hunden in den Anlagen. 
o HandelSgcrichtliche Eintragung. Bei Nr. 40 070 
(offene Handelsgesellschaft Schönwetter u. Co. in Berlin- 
Frzedenau): Dem Ernst Millarg ist die Vertretung der 
Gesellschaft bis zur rechtskräftigen Entscheidung des Prozesses 
Schönwetter cta. Millaro durch Beschluß des Kgl. Land 
gerichts II in Berlin vom 11. Juni 1913 — 25 Q. 
entzogen. 
o Die Ortskrankeukasse Friedenau hält eine außer 
ordentliche Generalversammlung am Freitag, dem 24. d. M., 
Abends 8 x / 2 Uhr im Restaurant „Kaiser-Wilhelm-Garten", 
Rheinstr. 05, oberer Saal. Es soll eine nochmalige Ve- 
rgtung und Beschlußfassung der neuen Kassensatzung unter 
Berücksichtigung der vom Kgl. Oberocrsicherungsamt bean 
tragten Aenderung erfolgen. 
o Ortsgruppe Berlin-Friedenau des Deutschen 
Flottenvereins. Ter große Festsaal in der Homuthstraße 
reichte diesmal nicht ans, die Zahl all derer, die der Ein 
ladung der Ortsgruppe gefolgt waren, zu fassen. Im Saal 
selbst, auf den Gängen, auf den Treppen drängte sich eine 
kommen und ln demselben Hotel absteigen, das ich jetzt 
bewohnt habe. Ich werde mich freuen, menii Sie mir 
dann Ihre Taute bringen. Eine Frau, die sich noch In 
weißcn Haaren einer so ritterlichen Verehrung von seiten 
eines jungen Neffen zu erfreuen hat, muß ja wirklich ganz 
außerordcinlich schätzenswerte Eigenschaften besitzen." 
Graf Hoiningen verbeugte sich lief, und es gelang ihm, 
eine durchaus ernsthafte Miene zu bewahren. 
„Ich werde dieser gütigen Einladung eingedenk bleiben, 
Miß Peudlcton, und ich zroe.sle nicht, daß meine Tante 
die ihr damit erwiesene Ehre nach ihrem ganzen Werte 
zu schätzen weiß." 
„Ah, es ist nicht nötig, so viel Aufhebens davon zu 
machen. Und nun, da wir ja wieder am Hotel sind: Gute 
Nacht, Herr Westenholtz! Ich hoffe. Sie sind morgen früh 
recht pünkstich. Mein Papa pflegt zu sagen, daß man 
sich nieincr ganz gut als einer Weckuhr bedienen sönne, 
weil ich mich nie auch nur uni eine einzige Minute ver 
späte. Und Sie werden begreifen, daß ich solche Ver 
spätungen bei anderen darum immer sehr unangenehm, 
empfinde." 
Es war beinahe, als hätte sie ihn noch zu guter Letzi 
an seine untergeordnete Stellung erinnern wollen. Hoiningen 
aber fühlte sich dadurch nicht iin mindesten verletzt, und 
die St.mmung, in der er nunmehr sein Lager aussuchte, 
war erheblich besser als die Laune, in der er vorhin mit 
Hasenkamp zusanunengetrossen war. 
5. Kapitel. 
Fünf Minuten vor der von Sylvia festgesetzte» Zeit 
hielt Hoiningen mit feinem Automobil vor ihrem Hotel. Ei 
war nach Kräften bemüht gewesen, sein Gesicht in dem 
nlehr als tausendlöpfige Menge, — der Flottenvcrein hat 
Grund, ans die Volkstümlichkeit seiner Veranstaltungen stolz 
zu sein. Nach einer kernigen Begrüßungsansprache und 
einem Kaiserhvch durch den Vorsitzenden Herrn Prof. Steig 
ergriff Herr Oberleutnant Graetz das Wort zu seinem Vor 
trag: „Meine Durchquerungen Afrikas im Automobil und 
Motorboot." Die leicht flüssige Vortragsart des Redners, 
die Fülle farbiger Lichtbilder lassen uns die interessante 
Reise miterleben. Auf den Straßen der Kulturzone rollt 
das helle Tropenantv anfangs leicht dahin, doch bald be 
ginnen die Schwierigkeiten, Schwierigkeiten, wie sie kauin 
eine Expedition, und eine so kleine Expedition, sc bestanden. 
Durch sumpfiges Gelände müssen kilometerlange Knüppel 
dämme gebaut werden; über schwankende Brückenstegc saust 
der Kraftwagen; zahllos sind die Pannen. Beim Durch 
fahren eines Stromes platzten alle vier Zylinder, was für 
den Chauffeur — eine Reise nach Deutschland notwendig 
macht. So begleiten wir die kühnen Fahrer durch tropischen 
Urwald, durch die Steppen der Kalahari. Nach 030 tägiger 
Fahrt langt das Auto glücklich in Swakopmund in Deutsch 
südwest an. Nicht minder fesselnd war die zweite Durch 
querung im Motorbvvt. Auch diese ging von Ostafrika aus, 
kreuzte den sUirmcreichcn Nyassa und zeitigte ihre be 
deutendsten wissenschaftlichen Erfolge in dem ungeheuern 
Sumpfland, das mit seinem Gewirr von Flußarmen den 
Bangwcolosee umfaßt. Der wilde Stamm der Watn, der 
sich jedoch wider Erwarten den kühnen Reisenden freundlich 
erwies, haust hier. Es gelang, den Tschambesi als Quell 
fluß des Kongo festzustellen. Im Kanipf mit einem an 
geschossenen Kaffernbüffel ließ der Begleiter des Vortragen 
den sein Leben, während letzterer schwer verletzt wurde. In 
Kisinga erfuhr auch diese Expedition eine Unterbrechung 
durch eine Reise nach Deutschland. Ihre Fortsetzung fand 
von der Westküste aus statt, den Kongo aufwärts, auch 
seine Nebenflüsse berührend, so den Neu-Kamernn er 
schließenden Sanga, und endete wieder in Kisinga. Die 
wunderschönen Lichtbilder führten die afrikanische Landschaft 
in ihrer Wildheit und Schwermut, die Volksstämmc, ihr 
Leben und Treiben in buntem Wechsel vor. Zum Schluß 
kündigte der Vortragende ein neues Unternehmen an: Die 
Erforschung Neu-Guineas im Luftschiff. Möge auch diesem 
Unternehmen ein glücklicher Stern leuchten! 
o Die Freiwillige Sanitäts-Kolonne vom Noten 
Kreuz zu Friedenau feiert ihr 21. Stiftungsfest verbunden 
mit der Feier des Geburtstages Ihrer Majestät der Kaiserin 
am Sonnabend, dem 25. Oktober d. Js. im Restaurant 
„Hohcnzollern". Handjerystraße 64. Beginn: pünktlich 
0 Uhr Abends. Nach dem offiziellen Teil ist Tanz und 
Kassccpause. 
o Veranstaltung zum Vesten der Hinterbliebenen 
der „L. ^"-Katastrophe. Seine Königliche Hoheit Prinz 
Adalbert von Preußen hat das Protektorat über das am 
14. November er., 8 Uhr Abends, in den Gesamträumen 
des Landwchrvsfizierkasiiios stattfindende Künstlerkonzert, das 
zum Besten der Hinterbliebenen der bei der „L. 2"- 
Kntastrvphe Verunglückten und des Seemannserholungsheims 
Kaiser Wilhelm- und Kaiserin Auguste Viktioria-Stiftung in 
Klein-Machnow stattfindet, übernommen. Spenden für die 
Hinterbliebenen werden gebeten an Frau Admiral 
von Hollmann Exzellenz, Berlin W 35, Fascmenstr. 49 oder 
Hauptmann Dr. Röper, Berlin W 35, SchönebergerUfer 30 
(Flottenverein) zu senden. Quittung erfolgt durch die Tages 
zeitungen. 
o Friedenauer Parochialverein. Den Bericht über 
die gestrige Hundertjahrfeier bringen wir in einer der 
nächsten Nummern. Die Wiederholung der Feier findet am 
Freitag, dem 24. Oktober, Nachmittags 0 Uhr für Schüler 
und Schülerinnen in der Aula des Reformrealgmnasiums statt. 
o Gasvergiftung. In seiner Wohnung Laubacher 
Straße 3 wurde gestern früh der Laudessekretär August 
Rudolph tot anfgefnnden. Die Gashähne waren geöffnet. 
Ob ein Unfall oder Selbstmord vorliegt, konnte noch nicht 
aufgeklärt werden. Der Verstorbene war früher Leibgendarm 
das Kaisers gewesen und hat als solcher viele Kaiserreisen, 
u. st. die Palästinareise und verschiedene Nordlandreisen mit 
gemacht. Möge der schwergeprüften Familie die Teilnahme 
weiter Kreise ein Trost im Leide sein. 
o Einen Selbstmordbersnch durch Erschießen beging 
gestern Vormittag das 28jährige Fräulein Buckow in ihrer 
Wohnung Winterfeldstr. 40. Mit schweren Verwundungen 
wurde die Lebensmüde aufgefunden. Sie hatte sich mehrere 
Schüsse in den Kopf beigebracht, der Revolver lag neben 
ihr. Im bedenklichen Zustande wurde die Schwerverletzte, 
hochgeschlagenen Krage» des Lyausfeuriiiantels und hinter 
den dnnkl.n Gläsern der Schutzbrille zu verbergen, und er 
saß regungslos wie eine Bildsäule, uni nicht die Aufmerk- 
samkcir der Leute, von denen er nicht allzu genau betrachtet 
zu werden wünschte, ohne Not ans sich zu ziehen. Steif 
und förmlich lüftete er, ohne ihr sein Gesicht zuzuwenden, 
auf Sylvias freundlichen Morgenarnß für einen Moment 
feine Mütze, und mit verstohlenem Seitenblick nur musterte 
er den Vicomte, dcr mit den Damen zugleich aus dem 
Holelpoital getreten war, um ihnen bis zu ihrem Wagen 
das Gleit zu geben. 
Der Mund der Baronin Riedberg floß über von Artig 
keiten für den Franzosen und von Aeußerungen des Eur- 
zückens über den glücklichen Zufall, der es ihm ermöglicht 
hatte, sie am verflossenen Abend so überaus angenehm zu 
unterhalten., 
„In Heidelberg wird es uns heute abend nicht so gut 
werden," seufzte sie. „Und es ist nach einer langen Fahrt 
so amüsant, das Gesicht eines guten Bekannien zu sehe», 
mit dem sich's von allem Möglichen plaudern läßt." 
Der Bieomte verbeugte sich tief. 
„Madame sind zu gütig," versicherte er, sich, wie immer, 
der französischen Sprache bedienend. „Wie glücklich wäre 
ich, wenn ich hoffen dürfte, daß auch Miß Pendlelon 
etwas von dieser Huld für meine unbedeutende Persönlich 
keit hätte." 
„5)abe ich Ihnen nicht schon gestern gefügt, daß ich 
sehr erfreut war, Sie wiederzusehen?" sagte csylvia ohne 
übergroße Wärme. „Mehr können Sie doch unmöglich 
verlangen." ' 
„Darf ich fragen, wann gnädiges Fräulein wieder in 
Frankfurt sein werden V" 
nachdem ein Arzt Notvcrbändc angelegt hatte, nach dem 
Krankenhause gebracht. 
o Von einem Privatautomobil überfahren ivnrde 
in der Tcmpclhofcr Straße in Schönebcrg der 10jährige 
Ernst Paul. Der Knabe war beim Spielen in das Ge 
fährt gelaufen. Er erlitt einen doppelteit Bruch des rechten 
Annes, Quetschungen an den Beinen und Hautabschürfungen 
am Kopfe und im Gesicht. 
o Ans dem Fenster gestürzt hat sich gestern in der 
Eisenacher Straße in Schöneberg das Dienstmädchen Martha 
Schleicher. Die Sch., ein fleißiges, tüchtiges Mädchen. trug 
in den letzten Tagen ein ausfälliges Wesen zur Schau, 
weigerte sich aber, den Grund anzugeben. Gestcnt Vor 
mittag schloß sie sich in ihr Zimmer ein und sprang aus 
dem Fenster auf den Hof hinab. Das Mädchen erlitt 
schwere äußere und innere Verletzungen. 
Vereins 
Morgen Donnerstag tagen: 
„Friedenauer Männer-Gesangverein 1875", Uebungsstundcn 
9—11 Uhr im „Hohenzvllcrn". Dirigent: Musikdirektor Paul Antoni. 
Kegelklub „Friedenau 1909" (Mitglied des Verbandes Berliner 
Kegelklubs E. V.) kegelt jeden Donnerstag von 8'/z—12 Uhr Abends 
auf 2 vorschriftsmäßigen Verbandsbahnen im Kcgierheim Lautcr- 
platz-Casino, Hauptstr. 80. 
Ter Teutsche Werkmeister-Verband, Sitz Düsseldorf, der zurzeit 
02 009 Mitglieder zählt, erhöhte die Stellenloscnnnterstütznng, die 
seither 1,50 M. täglich betrug, vom 1. Oktober ab auf 2 Al. Im 
Jahre 1913 zahlte er bereits 60 000 M. an stellenlose Mitglieder. 
— o Der Stadtgemeinde Schöneberg ist auf dcr Inter' 
nationalen Baufach - Ausstellung in Leipzig für ihre 
Leistungen auf dem Gebiete des Städtebaues die goldene 
Medaille verliehen tvorden. Der Schöneberger Magistrat 
hat auf der Iba die Arbeiten des unter der Leitung des 
Magistratsbaurats Paul Wolf stehenden StadtcnveiterungS- 
amtes ausgestellt, von denen in erster Reihe das große 
Modell und die Pläne für die Bebauung des Südgeländes 
hervorzuheben sind. 
—o Das Berlin-Schöneberger Arbeitsamt im September 
1913. Soweit sich das nach den allerdings nur kleinen 
Zahlen des Geschäftsbezirks beurteilen läßt, scheint es, als 
ob sich auf dem Arbeitsmarkte eine kleine Besserung voll 
zieht. Mit Ausnahme des Baugewerbes, das nach wie vor 
vollständig darniederlcgt, und der Berufe, die mit dem Bau 
gewerbe eng zusammenhängen und daher ebenfalls nur ge 
ringen Verkehr ausweisen, kommt bei dem Arbeitsamte diese 
Besserung in den erhöhten Vermittlungsziffern zum Ausdruck. 
Insbesondere sind diese Vermittlungsziffern bei den ge 
lernten Arbeitern und Handwerkern und bei den weiblichen 
Dienstboten ganz besonders gestiegen. Es sind in der Land 
wirtschaft, Gärtnerei und Tierzucht 20 (im selben Monat 
des Vorjahrs 0), in der Metallverarbeitung und Industrie 
der Maschinen'140 (01), in dcr Lederindustrie 19 (6), in 
der Holzindustrie 36 (11) und int Baugewerbe 64 (25) 
Stellen vermittelt worden. Unter den in dcr Metallver 
arbeitung vermittelten Personen sind 50 Elektromontcnre:c. 
in Stellung gekommen, bei denen im. gleichen Monate des 
Vorjahres noch keine Stellen vermittelt worden sind. 
Dagegen ist die Vermittlung der Erdarbeiter, Bautagelöhner 
und Handlanger von 117 in dem gleichen Monate des Vor 
jahres auf 60 Stellen zurückgegangen, das beste Zeichen für 
das Darniederliegen des Baugewerbes. Lehrlinge haben 32 
(31) Lehrstellen erhalten. Insgesamt sind 308 gelernte 
Arbeiter und Handwerker einschließlich Lehrlinge in Stellung 
gebracht morden. In der weiblichen Abteilung sind fast alle 
Vermittlungszahlen »in 25—30 Proz. gegen den gleichen 
Monat des Vorjahres gestiegen. Sv sind' 478 (376) Dienst 
mädchen, darunter 33 Anfängerinnen, sowie 1003 (812) 
Aufwärtcrinnen, Wasch- und Reincmachefranen vermittelt 
worden. Auch in der gewerblichen Abteilung 161 (136) 
Fabrikarbeiterinnen und 26 (12) Schneiderinnen in Stellung 
gebracht nwrden. Von den im Oktober d. Js. anL der 
Schule entlassenen Mädchen sind 77 (0) in Stellung ge 
bracht worden. 44 Mädchen erhielten Lehrstellen im Hand 
werk oder im Handel, 33 Anfangsstellen im Haushalt. Es 
wurden insgesamt 6590 (5071) eingegangene Gesuche er 
ledigt. Davon 2552 (3000) uon Arbeitnehinern und 3037 
(2971) von Arbeitgebern. Die gesamte Zahl der ver 
mittelten Stellen betrug 2926 (2325). In der weiblichen 
Abteilung ist das Höhergehen der Ziffern kein Beweis für 
eine geringere Qualität der Arbeitssuchenden, da gerade in 
„Ende nächster Woche, sofern. ittijcr Re ist pro g ran, in 
nicht noch irgendwelche unvorhergesehene Aenderungen 
erleidet." 
„Und Mister Pcndleton, mein ousgezeichneter Freund, 
den zu begrüße» ich dos'lebhafteste Berlangen trage — 
wird auch er um diese Zeit dorthin kommen?" 
„Gewiß! Papa und ich sind kaum jemals länger als 
auf höchstens vierzehn Tage von einander getrennt." 
„Dann werde ich es unter allen Umständen einzurichten 
wissen, daß er mir nicht entgeht. Spätestens Ende nächster 
Woche also werde ich das Glück haben, Ihnen aufs neue 
meine Verehrung zu Füßen zu legen." 
„Sofern uns dcr Zufall nicht schon früher noch einmal 
zusammenführt," war die Baronin unvorsichtig genug zu 
bemerken. „Da Sie sich, tri.- Sie sagen, noch keine ganz 
bestimmte Route vorgezeichnet haben " 
Die beiden Damen saßen bereits seit etlichen Minuten 
in, Fond des Wagens, und das Gepäck war aufgeladen. 
Hoiningen trug also nicht das mindeste Bedenken, den 
Wagen in Bewegung zu setzen, noch ehe die Baronin 
mit ihrer Rede zu Gilde gekommen war und Marigny 
Gelegenheit gefunden hatte, sich darauf zu äußern. Der 
Franzose bewegte zwar die Lippen und gestikulierte ziem 
lich lebhajt mit den Armen. Aber das Geräusch des Motors 
verschlang seine Worie, u..d Lei der Geschwindigkeit, die 
das Auto sogleich entwickelte, blieben auch Frau von Ried 
bergs verzweifelte Verständignngsoerjuche ganz vergeblich. 
„Was für eine unerhörte Roheit ist das nun wieder 
von diesem Menschen!" zürnte sie in hellster Empörung. 
„Natürlich hat er es absichtlich getan, um mich zu ärgern. 
Ich begreife nicht, liebste Sylvia, wie Sie sich das alles 
ungestraft bieteil lasten können." - (Fortsetzung folgt.)
        
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