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Periodical volume Nr. 24, 28.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

lehrer« Herrn Rieche sang darauf »Unsere Väter hofften 
auf Dich- von Leo Zrllner. Lin Schüler der Unterprima 
sprach «in Eingangswort, worauf ein Schüler der Ober- 
Tertia Rückert- Geharnischt! S Sonett und «in Schüler der 
Unter-Sekunda Theodor Körner- Aufruf deklamierten. 
Nachdem der Chor »Der Gott, der Eisen wachsen ließ" 
gesungen hatte, folgte «ine Aufführung der 2. Szene dr- 
4. Akte- mit einleitendem Vorwort de- Drama- General 
Aork von Martin Greif. Die hieran beteiligten Schüler 
der Ober- und Unter-Sekunda gaben eine ausdrucksvolle 
Darstellung. Dem Chorgesang »De» Deutschen Vaterland" 
reihte sich die Festrede des Herrn Direktor« Dr. Busch 
über »Die Konvention von Tauroggen" an. Ein Schüler 
der Ober-Tertia sprach das Gedicht »DaS Eisen" von 
Heinrich Leuthold, worauf der Direktor da- mit Begeisterung 
aufgenommene Kaiserhoch ausbrachte. Der gemeinsame 
Gesang von »Heil Dir im Eiegerkranz* schloß die 
schöne Feier. 
Im Realgymnasium nebst Realschule fand die 
Feier de- Geburtstages S. M. de- Kaisers in der üblichen 
Weise in der Aula statt. Oberlehrer Dr. Hoffmann 
schilderte in seiner Festrede ausführlich und in erhebender, 
begetstemder Weise die Entwicklung der deutschen Flotte 
und ihre hohe Bedeutung für unser Vaterland. Der 
Direktor übergab dann die drei auf Veranlassung der 
Kaisers der Schule übersandten Prachtwerke den drei vom 
Lehrerkollegium ausgewählten Schülern als Auszeichnung 
und schloß mit einem lebhaft aufgenommenen Hoch auf 
den Kaiser. 
In der Königin Luise-Schule (OeffentlicheS 
Lyzeum) begann die KaiserS-GeburtStagS-Feter mit dem 
gemeinsamen Gesang „Deutschland, Deutschland über 
alle«". Die Chorgesänge: Die ganze Welt ist voll deS 
Herrn Macht von Klein, Ein Mann, ein Wort von 
Marschner, Schlußchor aus dem Kaisermarsch von Richard 
Wagner unter Leitung deS Gesanglehrers Herrn Wölffel 
wechselten ab mit den Deklamationen folgender Gedichte: 
Belehnung des Burggrafen Friedrich I. von Wtldenbruch 
(3. Ll.-Klasse), Zwei Berge Schwabens von Gerok (4. Li.) 
und FrllhlingSgruß an da- Vaterland von Schenkendorf 
(2.0-). Die Festrede, die Erinnerungen an 1813 brachte, 
hielt Herr Oberlehrer Hilke. Kaiserhoch, das Herr Dir. 
Hannemann ausbrachte und gemeinsamer Gesang der 
„Nationalhymne" bildeten den Schluß der eindrucksvollen 
Feier. 
Die Feier der Geburtstages Sr. Majestät in der 
Höheren Mädchenschule von Frau E. Rudel, Friedenau, 
Moselstr. 5 (vorm. Roenneberg'sche Höhere Mädchen 
schule) begann mit einem Choral, an den sich Dekla 
mationen und Chorgesänge der Schülerinnen anschlossen. 
In der Festrede wie« Herr Pastor Boehm-Schönrberg auf 
die Bedeutung des Tages hin; er erinnerte an das nahe 
bevorstehende RegierungSjubiläum Sr. Majestät und hob 
in begeisterten Worten die in allen politischen Schwierig 
keiten bewährte Friedensliebe Kaiser Wilhelms II. hervor, 
die jedoch zur Wahrung der deutschen Ehre im Falle der 
Not auch nicht vor ehrlichem Kampfe zurückschrecken würde. 
Er schloß miOdem herzlichen Wunsche,'daß Er. Majestät 
der Kaiser nicht gezwungen sein möge, in diesem Jahre 
seiner Jubiläums das Schwert zu ergreifen, und mit einem 
dreimaligen Hoch auf den Kaiser in das die Schülerinnen 
freudig einstimmten. 
Die Höhere Mädchenschule d es Herrn Dr. Lo renz 
beging die Kaifer-GeburtStagSfeier in gewohnter Weise. 
Gegen 10 Uhr versammelten sich die festlich gekleideten 
Schülerinnen, die Lehrerschaft und Vertreter des Eltern 
hauses in dem großen Fest- und Turnsaal der Schule. 
Choral und Prolog leiteten die Feier ein. die diesmal im 
wesentlichen aus Deklamationen und Chorgesängen bestand. 
Den Mittel- und Höhepunkt der Feier bildete eine fest- 
spielartige Vorführung: „Die Huldigung der Slädte". 
Von den Städten sind besonders zu nennen: Berlin, 
BreSlau, Kiel, Straßburg, Essen und Jerusalem, welche, 
durch einzelne Schülerinnen der oberen Klassen dargestellt, 
die hervorragendsten Bilder au« ihrer Geschichte und ihrer 
Entwicklung durch den Einfluß der Hohenzollern zum 
Vortrag brachten. Den Schluß der erhebenden Feier 
bildete das mit begeisternden Worten von Herrn Direktor 
Dr. Lorenz eingeleitete und ausgebrachte dreimalige Hoch 
auf Seine Majestät und der Gesang der Nationalhymne. 
Bet der 1. Gemeinde-Schule fand die Feier deS 
Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers um 9 1 /, Uhr in 
sind, es zu empfangen. Die Sache hängt mit dem zu 
sammen, was ich Ihnen bei unserer ersten Begegnung 
sagte, nämlich, dass es nicht die Furcht vor dem Tode sei, 
die mich wünschen ließ, mein Leben nicht vor dem natür 
lichen Ende abgekürzt zu sehen, sondern die Hoffnung, 
noch zwei Aufgaben erfüllen zu können, ehe ich von der 
Erde scheide. So hören Eie denn." 
Und der Staatsanwalt erzählte dem jungen Arzt, daß 
er noch einen älteren Bruder, namens Viktor habe, und 
daß, als er ungefähr im Alter seines Zuhörers gewesen, 
dieser Bruder und er sich um die Gunst derselben Dame 
beworben hätten, nämlich der jetzigen Lady Graßman. Wie 
er, war auch Viktor Jurist gewesen, aber wenn auch 
vielleicht begabter als sein jüngerer Bruder, so hatte er 
doch nicht dessen Fleiß und Ausdauer besessen, Eigen 
schaften, die unbedingt nötig sind, um Erfolg zu erringen. 
Während William unentwegt arbeitete, um den Weg zum 
Ruhm und Vermögen zu finden, hatte der ältere Bruder 
sein Geld und seine Talente in einer ausschweifenden 
Lebensweise verschwendet, hatte sich in Nachtlokalen um 
hergetrieben und mit zweifelhaften Persönlichkeiten ver 
kehrt. 
Und dies, so gestand Sir William mit einer Stimme 
die vor innerer Erregung bebte, dies hatte er benutzt, um' 
den Bruder bei dem Mädchen, das sie beide liebten,' für 
immer unmöglich zu machen. 
„Es war ein verächtlicher Streich, den ich ihm spielte 
Petffold," fuhr Sir William fort. „Die junge Dame, die 
uns beide schon von der Kinderzeit her kannte, war uns 
beiden gleich zugetan und konnte sich lange nicht für einen 
von uns entscheiden. Da machte ich ihn eines Abends ab 
sichtlich betninken, und in diesem Zustand veranlaßte ich 
ilni. die Gegenwart der Geliebten aufzusuchen. Mein Plan 
der festlich geschmückten Turnhalle statt. Herr Lehrer Rinne 
hielt die Festrede, in der er Kaiser Wilhelm II. zuerst al 
ben Frieden-fürsten feierte, der die allseitige Entwickelung 
de« deutschen Volke- während feiner Regierung-zeit in 
ungeahnter Weife gefördert hat. Er legte dann im be 
sonderen die Arbeit unsere- Kaiser- für den Ausbau der 
Flotte dar, die jetzt unter allen Seemächten der Erde die 
zweite Stelle einnimmt, und bis 1917 noch eine bedeutende 
Vergrößerung erfahren soll. Der Festredner zeichnete treffend 
die hohen Aufgaben, die unsere Flotte im Krieg und 
Frieden zu erfüllen hat. Er wie» auf die tüchtige Schulung 
der Marine hin und zeigte an ihrem Verhalten bei mehreren 
Ereignissen, daß wir auf den Heldenmut unserer blauen 
Jungen vertrauen dürfen. Die Kinder brachten in jugend 
licher Begeisterung dem Kaiser, dem Vaterlande und der 
Flotte in Gesängen und Deklamationen ihre Huldigung dar. 
Bet der 2. Gemetndeschule wurde die Feier von 
Kaiser- Geburt-tag vom Lchülerchor unter Leitung de- 
Lehrer« Herrn Vogel eingeleitet durch den Dortrag von 
„Lobe den Herren". Dann Imgen mehrere Schülerinnen 
patriotische Gedichte vor. Der Festredner, Herr Lehrer 
Krüger II, pries vor allem die deutsche Gesinnung deS 
Kaisers und sein von Erfolg gekröntes unablässige« Be 
mühen, in seinem Volke ein stärkere« Nationalgesühl zu 
wecken und zu beleben. Den Gefühlen der Liebe und 
Treue für den Kaiser gaben Lehrer und Schüler in einem 
brausenden »Hoch* auf den erhabenen Herrscher Ausdruck. 
In der 3. Gemetndeschule wurden für die Unter- 
stufe um s / 4 9 Uhr Etüzelfeirrn abgehalten. Um V 4 10 Uhr 
begann die gemeinsame Feier für die Ober- und Mittel 
stufe im Zeichensaal. Patriotische Lieder de« gemischten 
Chores unter Leitung seine« Dirigenten Herrn Walter 
Schmidt und Deklamationen von vaterländischen Gedichten 
schufen die Stimmung für die Festrede der Herrn -Grosse 
»Vom Kurhut zur Kaiserkrone". Gemeinsamer Gesang er 
öffnete und beschloß die Feier. 
Im Helmholtz-Realgymnasium eröffnete der Chor 
die Feier de« Geburtstage- de- Kaiser- mit dem Gesang 
Salvum fac regem von Carl Loewe. ES folgten die 
Deklamationen: Napoleons Flucht aus Rußland (Hermann 
Burger, TJ IIo), Anno Domini 1812 von Richard Dehme! 
(Bruno Reinbacher, II I), Geharnischtes Sonett von Friedr. 
Rllckert (Werner Echoppmeyer, II IIo), Eiserne Zeit nach 
Emanuel Geibrl. (Falko v. Unger, UI). Die Festrede 
hielt Herr Oberlehrer Dr. Blühm. Nachdem der Chor 
Wohlan, der Freude Tönen von Friedrich Zelter gesungen, 
brachte Herr Direktor Prof. Dr. Thouret dar Hoch auf 
den Kaiser aus, daS kräftigen Widerhall fand. Der gr- 
meinsame Gesang „Heil dir im Siegerkranz" beendete die 
patriotische Veranstaltung. 
An der Fontaneschule hielt die Festrede Oberlehrer 
Bretschneider. Er brachte die Erinnerung an die Freiheits 
kriege und an die Einigung des neuen deutschen Vater 
landes in engere Beziehung zu den einzelnen Lebensab 
schnitten der Kaisers und sprach sodann über die Teil 
nahme der Frauen an den Befreiungskriegen, deren Früchte 
da« Geschlecht der Gegenwart erst voll zu genießen ver 
mag. Dirrktor Kvrodi ergänzte daS fesselnde Stimmung«-- 
bild durch Vortrag einiger Dichtungen aus der großen 
Zeit. Die Chorlieder (Mottette von Eduard Grell und 
Jubellied von W. Schulze) leitete Herr Fritz Krüger. 
Auch in der 8. Gemetndeschule (RubenSstraße) 
fand die KaiserS'GeburtStagSfeier durch Gesänge, Dekla- 
mationen und Festrede statt. DaS Katserhoch brachte Herr 
Rektor Seidel aus. 
Lokales« 
lMc4t>nuf unserer o-Ortgtnalarttket um mit vueSeuaugab» gestatte!) 
o Der Umfang der Waifenpflege in Friedenau 
im Jahre 1912 ergibt sich aus einer Uebersicht, die die 
Waisenpflegertn Frau Clara v. KunowSki aufgestellt hat. 
Darnach betrug die Zahl der Kontrollbesuche insgesamt 
2264. Der Zustand der Kinder bei den Kontrollbesuchen 
war sehr gut in 300, gut in 362, genügend in 450, un 
genügend in 264 Fällen. Die Pflegemütter wurden nicht 
angetroffen in 152 Fällen. Bei der Zahlung des monatlichen 
Pflegegelder wurden 716 Besuche gemacht. Der Betrag 
deS gezahlten PflegegrldeS stellt sich auf 10 664 M. In 
der Uebersicht sind jedoch nur die wirklichen Kontrollbesuche 
aufgeführt worden. Nicht aufgeführt sind: die Besuche bet 
Erkrankungen von Pflegekindern, die u. a. täglich gemacht 
werden, die Besuche, die notwendig waren, um die Kinder 
hatte Erfolg, ich führte die Braut heim, aber ich konnte 
mich meines Erfolges nicht freuen, denn kurz nach meiner 
Vermählung verschwand Viktor, der allen Halt verloren 
hatte, und keiner seiner Freunde hat ihn jemals wieder- 
zcfehen. Ich beauftragte die geschicktesten Geheimpolizisten 
mit keiner Auffindung, aber bis heute ist noch keine Spur 
von ihm entdeckt worden. Ehe der Teufel der Eifersucht 
sich zwischen uns drängte, waren wir einander in herz 
licher, brüderlicher Zuneigung zugetan. Seitdem ist es der 
Hauptzweck meines Lebens gewesen, mein Unrecht wieder 
gutzumachen, entweder an ihm selbst, wenn er noch lebt, 
oder an etwaigen Kindern, die er vielleicht hinterlassen 
hat. Und ehe ich dieses Ziel erreicht habe, lieber Doktor, 
möchte ich nicht aus der Welt gehen." 
„Und glauben Sie nicht, daß dies nach so vielen Jahren 
hoffnungslos ist?" fragte Julius. 
„Sie verdanken Ihre jetzige Stellung dem Grundsatz, 
daß, solange Leben ist, auch Hoffnung ist," erfolgte die 
rasche Antwort. „Und derselbe Grundsatz findet auch auf 
die zweite Angelegenheit Anwendung, wegen der ich jetzt 
noch nicht aus dem Leben scheiden möchte. Meine Frau 
und ich waren fünf Jahre verheiratet, ehe uns ein Kind 
geboren wurde, und dies war vielleicht derGrund, warum 
das kleine Mädchen, das uns nun geschenkt wurde, uns 
so außerordentlich teuer war. Man hat mich oft einen 
harten Mann genannt, aber Sie können mir glauben, 
Penfold, daß meine Frau unser Töchterchen nicht zärtlicher 
lieben konnte, als ich es tat. Sie können deshalb unsern 
Schmerz ermessen, als das Kind im Alter von zwei Jahren 
uns plötzlich entrissen wurde, nicht durch Krankheit und 
Tod, sondern in blühender Kraft und Gesundheit durch 
einen schurkischen Räuber." 
„Das Kind wurde geraubt?" warf Julius dazwischen. 
dem Arzt zuzuführen, die Gänge, die notwendig waren, um 
geeignete Pflegemütter für neu hinzukommende oder ander- 
wett unterzubringende Kinder zu ermitteln. Ferner sind von 
der Waisenpflegerin noch ausgeführt worden: Ermittelungen 
für den Gemrinde-Waisrnrat und für den Generalvormund, 
über die keine Aufzeichnungen geführt worden sind. Außer 
dem ist die Waisenpflegertn Freitags in der Kinderfür- 
sorge tätig. * _ _ 
o Die sofortige Erricht««g einer Sparkasse 
der Gemeinde Friedenau, welche bekanntlich der hiesige 
HauS- und Grundbesitzeroerein in seiner letzten Haupt 
versammlung einstimmig beschloß, dem Gemeindevorstand 
zu empfehlen, dürfte bald Tatsache werden. Wie wir au« 
zuverlässigcr Quelle erfahren, hatte unser Gemeinde- 
Vorsteher Herr Bürgermeister Walger, welcher der Errichtung 
einer Sparkasse der Gemeinde Friedenau sehr sympathisch 
gegenübersteht, bereits vor der Anregung seiten« bei 
hiesigen HauS- und Grundbesitzerverein- einen vollständigen 
Entwurf für diese WohlfahrtSrinrichtung au-gearbeitet. so 
daß ihm die Anregung de- gen. Bttün- nur willkommen 
sein konnte. Die Errichtung von Gemeindesparkassen ist 
seiten- de» Finanzministers wie de» Minister- de- Innern 
deS öfteren empfohlen worden und zwar ohne Konkurrenz 
klausel. Für die Begebung erster Hypotheken kommen 
diese Institutionen in hervorragender Weise in Betracht. 
Je eher also eine Sparkasse hier errichtet wird, desto eher 
kann der Hypothekennot gesteuert werden. 
o Schwer erkrankt ist unser erster OrtSgeistlicher 
Herr Pfarrer Görnandt. Wie wir hören, leidet er an 
einem hartnäckigen Blutgeschwür (Furunkel) im Genick, 
dar trotz Operation noch nicht vollständig beseitigt werden 
konnte. Möge Gott geben, daß der beliebte Geistliche 
recht bald wieder gesundet. v 
o Zum Professor ernannt wurde der hier 
wohnende Privatgelehrt« Dr. phil. Ernst Tiessen. 
o Die Kohleuversorgung der Berliner Vor 
orte hat in dem soeben verflossenen Kalenderjahr 1912 
gleichfalls «ine bedeutende Steigerung auszuweisen. Die 
Zufuhr (abzüglich deS Versande«) an den Bahnhöfen und 
Häfen außerhalb de» Weichbilde- von Berlin, einschließlich 
der Friedenauer Bahnhöfe, stellte sich für die Steinkohlen, 
Koks und Briketts mit der Eisenbahn auf 969 799 t und 
auf dem Wasserwege auf 1 973 307 t» oder zusammen auf 
2 443 106 t oder um 735 620 t mehr al» im Vorjahr. 
o Zur Frage der Hypothekeuregelung hat der 
Vorstand de« hiesigen HauS- und Grundbesitzer-Verein- ein 
nems Rundschreiben an alle hiesigen Grundbesitzer ergehen 
lasten. Die bisher eingegangenen Zusttmmuyg-erklämngen 
zur Beteiligung an der AuSbtetungSgarantie-Grnossenschaft 
genügen nämlich noch nicht al« Unterlagen für einen 
Antrag an den Gemrindevorstand betr. Errichtung eine- 
Hypotheken-AmteS. Die Ursachen der Zurückhaltung liegen 
nach den stattgehabten Aussprachen anscheinend darin, daß 
die rechtliche Seite der Haftung bisher nicht ausreichend 
klargestellt ist und noch eine Reih^-anderer Zweifel auf 
getaucht sind. Die notwendige. Klchmng gibt daher da 
neue Rundschreiben wie folgt: Wie schon in der VereinS- 
oersammlung vom 29. November. 7p. I.-h«vorgehoben- 
wurde, ist nur an die Errichtung einer Genossenschaft mit 
beschränkter Haftung gedacht. Bet dieser ist nach § 2 Nr. 3 
deS Gesetze» betr. die Erwerbs- uyd WtrtschaftSgenossen- 
schaften die Haftpflicht der Genossen für die Verbindlichkeiten 
der Genossenschaft sowohl dieser wie unmittelbar den 
Gläubigern gegenüber im voraus ,auf eine bestimmte 
Summe (Anteil von 300 M.l >ick>ränkt. (Bergl. auch 
§ 131.) Nach § 134 kann durchffWatut die Beteiligung 
de« Genossen auf mehrere Geschäftsanteile unter Festsetzung 
der Höchstzahl gestattet werden. lDa auch nach dieser 
Richtung Auflagen gestellt sind, -wird beabsichtigt, die 
Höchstzahl der Anteile auf 10 (gleich 8000 M.) zu bemessen. 
Z nsen von bestimmter Höhe werden nach § 21 dr» 
G-setze« für da« Geschäftsguthaben nicht vergütet, «S ist 
vielmehr der Gewinn nach Abzug de« für den Reserve- 
fondS erforderlichen Betrages zu verteilen. Im Falle de» 
AuStrittS eimS Genossen durch Aufkündigung hat nach 
8 73 die Auseinandersetzung deS Ausgeschiedenen mit der 
Genossenschaft auf Grund der Bilanz zu erfolgen. Da» 
GeschäftSguthaben deS Genossen ist j binnen 6 Monaten 
nach dem Ausscheiden auszuzählen. Nach § 24 können 
die Mitglieder der Vorstandes der Genossenschaft besoldet 
oder unbesoldet sein. Zweifellos.^werben sich Genossen 
finden, die im Interesse der Sache unbesoldet im vorstand 
„So war es. Unsere kleine Hilda befand sich mit ihrer 
Wärterin im Hydepark. Die leichtsinnige Person muh 
wohl nicht genügend auf das Kind aufgepaßt haben, wahr- 
scheinlich hat sie sich mit jemand unterhalten, und als 
sie sich der Kleinen wieder zuwenden wollte, war diese 
verschwunden. Wir haben seitdem niemals wieder etwas 
von dem Kinde gehört oder gesehen." 
„Es muß wohl ein persönlicher Racheakt gewesen sein," 
meinte Julius. „Ist Ihnen nie der Gedanke gekommen, 
daß vielleicht Ihr Bruder —" 
„Natürlich haben wir auch diese Idee verfolgt. So 
wohl ich, als auch die Beamten, die in meinem Auftrag 
tätig waren, hatten seit zwanzig Jahren die Spur unauf 
hörlich verfolgt und tun es noch heute," entgegnete Sir 
William. „Aber trotzdem ich die geschicktesten Detektivs 
engagierte, und ihnen die höchsten Honorare bezahlte, es 
hat alles nichts genutzt, wir tappen jmnier noch im Dunkeln. 
Auch Trenkley ist eigentlich zu diesem Zwecke bei mir, 
wenn er auch offiziell als Privatsekretär tätig ist. Er 
kan« mit großartigen Empfehlungen zu mir, und er hat 
auch wirklich schon mehr geleistet als alle die übrigen 
Agenten, die sich bis jetzt mit dem Fall beschäftigt haben. 
Vor zwei Jahren kam er auf eine Spur in Wien, und 
wir glaubten bereits am Ziel zu fein, doch auch sie verlief 
wieder im Sand. Aber ich wollte Ihnen erklären, wieso 
Meine Frau die Fragen an Sie stellte, die Sie für Wahn 
ideen hielten. Erinnern Sie sich, daß ich Sie seinerzeit ge 
beten habe, ihr nicht zu verraten, was Ihr eigentliches 
Amt hier sei, weil ich fürchtete, sie würde sich dann zu 
sehr ängstigen?" 
„Jawohl, und habe mich auch der gnädigen Frau gegen 
über niemals verraten," versetzt^'JMius mit gutem Ge- 
E" (Fortsetzung folgiF
        
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