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Periodical volume Nr. 252, 26.10.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Lindenstraße. Dieses neue Amt wird auch das Hauptamt 
entlasten. Um eine Entlastung des Amtes in der Körner- 
straße zu erreichen, wird Schöneberg für 10 000 Anschlüsse 
ein eigenes Amt an seinem Hauptpostamt in der Hauptstraße 
erhallen. Dieses Amt wird auch die Wilmersdorser und 
Steglitzer Aemter entlasten, zu denen ein Teil der Schöne 
berger gehören. In zwei Jahren wird also mit einer neuen 
Umbenennung im Telephonverkehr Groß-Berlins zu rechnen 
sein, denn die neuen Aemter erhalten auch selbstständige 
Bezeichnungen. 
o Photographien von der Grundsteinlegung unseres 
Rathauses, aufgenommen von Herrn v. Freybcrg, sind im 
Schaufenster unserer Geschäftsstelle ausgestellt. 
o Noch ein Friedenauer befindet sich unter den Opfern 
des Lustschiffunglücks in Johannisthal. Es ist der Marine 
baurat Neu mann, der hier Kaiserallce 138 ivohnle und 
hier seine Frau und ein Kind hinterläßt. 
o Ter Kirchlich-liberale Verein der Nathanael-Ge- 
meinde in Schöneberg hielt am Montag, dem 13. Oktober 
im Restaurant „Zum Rembrandi" eine Hauptversammlung 
ab. Da Herr Lehrer Stoff, der bisherige verdienstvolle 
Leiter des Vereins, sein Amt niederlegte, das er wegen Ver 
ziehens nach Berlin nicht weiterführen konnte, wurde der 
bisherige Schriftführer des Vereins, der Bankbeainte Herr 
Paul Richter, zum Vorsitzendeir gewählt, der Herrn Stoff 
als Muster eines Vorsitzenden und Leiters eines Vereins 
feierte und gleichzeitig die Hoffnung aussprach, daß der 
Kirchlich-liberale Verein rveiter in den von Herrn Stoff ge 
wiesenen Bahnen wandeln möge. In den Vorstand wurden 
berufen: Herr Oberlandesgerichtsrat a. D. E. Petrich, Herr 
Versicherungsbeamter Otto Thieroff (als korrespondierender 
Schriftführer), Herr Stadtsekretär Heinz Krämer (als proto 
kollierender Schriftführer) und Herr Kaufmann Felix Traut 
mann (als stellv. Kassierer); stellv. Vorsitzender bleibt wie 
bisher Herr Bezirksvorsteher W. Krüger. Der Vorsitzende 
erteilte sodann Herrn Pfarrer Francke von der Heilig-Krcuz- 
Kirche in Berlin das Wort zu seinem Thema: „Was will 
der Monismus und warum bekämpft ihn die christliche 
Kirche"": 
Herr Pfarrer Francke erklärte den Monismus als das Be 
streben, den Dualismus des Christentums, der sich in solchen 
Gegenüberstellungen wie Himmel und Erde, Diesseits und Jenseits, 
Gott und Welt, Geist und Materie manifestiert, zu überwinden 
und die Fülle der Erscheinungen aus einem einzigen Ilrprinzip zu 
erklären. Tie Znrückfnhrnng dcS Vielerlei auf eine letzte Einheit, 
sti'S auf das Uratom, resp. Ur-Elektron, sei's ans die Urkraft, die 
Ojtwald Energie genannt hat, entspricht, so sagen die Monisten, 
dein Kausalitüisbedürfnis des Menschen. Und wir alle, so meinte 
der Vortragende, überlassen viel zir gern dem gewohnheitsmäßigen 
Trugschluß, daß ivir zu einer restlos befriedigenden Erklärung der 
Welt kommen wurden, wenn wir alle Unterbegriffe schließlich unter 
einen letzten Hauptbegriff subsummieren könnten. Es liegt so nahe, 
denken ivir, daß, weil die Einordnung irgend einer Spezies in eine 
Gattung uns für gewöhnlich eine Erklärung bedeulet, wir die 
Welterklärung zu haben meinen, wenn wir einen letzten, höchsten 
Gattungsbegriff gefunden hätten. Aber einen solchen letzten 
Gattungsbegriff gibt es in Wirklichkeit nicht. Sowohl das beseelte 
Atom Oäckels wie der init Kraft verbunden gedachte Stoff der 
alten Materialisten zerfällt begrifflich in eine gegensätzliche Zwei 
heit; und nur, 'wenn Ostwakd recht hätte, daß die setzten Etenientar 
Einheiten der Materie (die Elektronen?) nichts weiter als Konzen- 
trationen von Energie wären, gäbe es einen folgerichtigen 
MoiiismnS. Aber, gerade diese Ostwald'sche Hypothese mutet 
uns eine mivvllziehbare Vurstellnng zu; und das ist das 
Gegenteil einer „Erklärung". AllcS wirkliche Erklären läuft 
darauf hinaus, Unbekanntes ans Bekanntes zurückzuführen. 
Und das letztgegcbene Bekannte ist daS eigene Innenleben des 
Menschen, natürlich nicht in seiner durch, Erfahrung bewirkten 
bunten Mannigfaltigkeit, sondern in seiner ursprünglichsten Ein 
fachheit, ivo es auf Grund des ersten Reizes ein Objekt annimmt 
und damit etwas nach außen projiziert, was es zunächst bei sich 
selbst vorfindet, das „Sein". Auch alle mechanischen und physi 
kalischen Erklärungen laufen letzten Endes auf ein solches Jnbe- 
ziehungsctzen der Objekte zum Subjekt hinaus; und in unseren 
Maßen und Gewichten (Meter, Kilogramm, Volt, Ampere usw.) 
stecken lauter Anthrapomorphismen. Trotz prinzipieller^ Bestreitung 
des Monismus erklärte der Vortragende die Arbeit des Monismus, 
sein Streben nach Uebcrflüssiginnchnng aller Metaphysik sür wissen 
schaftlich außerordentlich wertvoll und fruchtbringend. Wahrheits 
sucher sind die Alonisten so gut wie die Theisten, und da das 
Christentum als die Gemeinschaft aller sittlich-ernsten Menschen 
jeden redlichen Wahrheitsnchcr zu den Seinen zählen lind ihm für 
seinen Willen zur Wahrheit danken muß, mag er auch noch so sehr 
irren und sich int zufälligen Gegensatz. zu den Lehrmeinnngen der 
Kirche .befinden, so ist es tief bedauerlich, daß sich zwischen 
Monismus und Kirche eine Entfremdung angebahnt hat. Wider 
legen sollte die Kirche den Monismus, aber nicht ihn von sich aus 
schließen. Auch die gelegentlichen Entgleisungen eines Häckel, 
Ostwald oder Horneffcr sind doch nicht sittliche Verfehlungen, die 
sie der christlichen Gemeinschaft unwürdig machen; und wenn sie 
sich selbst als Feinde dieser Gemeinschaft bezeichnen, so wissen sie 
eben nicht, daß das Christentum nach dem Willen seines Stifters 
nicht eine Gemeinschaft der in ihrer Weltanschauung lleberein- 
stimmenden, also eine Gemeinschaft der Menschenliebe, Selbstver 
leugnung und Opferwilligkeit im Gegensatz zu Gemeinheit, Egoismus, 
Herrenmenschentnm u. dergl. 
Langnnhaltender Beifall zeigte dem beliebten Redner 
daZ Interesse der zahlreich Erschienenen für seinen lehr 
reichen und intcressenten Vortrag. Der Vorsitzende dankte 
Herrn Pfarrer Francke für den großartigen Vortrag namens 
des Vereins und erteilte darauf Herrn Pfarrer Wagner das 
Wort, der Herrn Pfarrer Francke noch persönlich seinen 
Dank für den Varlrag zum Ausdruck brachte und die 
Hoffnung anssprach, daß eine Aussprache nicht stattfände, 
da diese ivvhl auch unmöglich sei. Herr Richter wies 
sodann noch auf den Protestantentag am 14.—16. Oktober 
anläßlich des 50 jährigen Bestehens des Deutschen Protestanten- 
Vereins und auf das Wohltätigkeitsfest des christlichen Ver 
eins für Liebestäligkeit am 22. Oktober er. hin und bat die 
Anwesenden, beide Veranstaltungen nach Kräften durch regen 
Besuch zu unterstützen. Zum Schluß teilte der Vorsitzende 
noch mit, daß am Sonnabend, dem 18. Oktober, Vormittags 
11 Uhr in der Nathanael-Kirche ein Festgottesdienst stattfindet. 
o Zum 50 jährig. Jubiläum des deutschen Kinder- 
gottesdienstes findet am 26. Oktober 1913, Vormittags 
ll s / 4 Uhr, in der Kirche'„Zuin guten Hirten" zu Friedenau 
ein Fest-Kindergottesdienst statt. Die Feier wird eingeleitet 
durch Chorgesang. (Leiter Herr Lehrer Schölzel.) Es folgen: 
Gemeindegesang mit Posaunenbegleitung und Lithurgie. 
Geistlicher: Ansprache: Matth. 21, 13—17. I. Wie die 
Sonntagsschnle in England entstand. II. Wie die Sountags- 
schule vor 50 Jahren durch die Herren Woodruff und 
Brökelmann nach Deutschland kam. III. Was wir an 
unserem Kindergottesdienst haben. Mit Gebet und Segen 
wird die Feier schließen. 
o Edith von Voigtlaender, unsere Mitbürgerin, spielte 
vorige Woche mir durchschlagendem Erfolg in der Philharm. 
Gesellschaft gu Potsdam. Am 24. Oktober ist sie neben 
Claire Duo, Hermann Jadlowker und Emil Sauer Solistin 
im I. Elite-Konzert in der Philharmonie. Tags darauf, 
am 25. Oktober, gibt sie ihr erstes diesjähriges Konzert in 
der Singakademie zusammen mit Arthur van Emeyk, später 
wird fies noch an drei Abenden Beethowens Streich-Trios 
zusammen mit Hans Bottermund und dem Kgl. Kammer- 
virluosen Ad. Müller zum Vortrag bringen. Für den 
30. Oktober ist sie zum ersten Orchester-Konzert (Blüthner- 
Orchester) der neugegründeten Gesellschaft „Freie Vereinigung 
der Musikfreunde" in Steglitz-Dahlent engagiert, woselbst sie 
das hohe Lied der Geige, das Beethovensche Konzert, spielen 
wird. Für die folgende Zeit der Saison ist die Künstlerin 
wieder sür die bedeutendsten Städte Deutschlands verpflichtet, 
im März geht sie wieder nach Holland. Karten zum Konzert 
am 25. Oktober in der Singakademie sind auch in der 
Schwartz'schen Musikhandlung, Rheinstraße 60, zu haben. 
o Die feierliche Grundsteinlegung für unser Rat 
haus wurde bereits am selben Abend im Biofontheater in 
der Rhcinstr. 14 in einer sehr gut gelungenen kinemato- 
graphischen Aufnahme im Anschluß an das Pathü-Journal 
vorgesiihrt. Die große Zahl der wohlbekannten Portraits 
unserer Stadtväter und Gemeindebeamten wurde von allen 
Besuchern des genannten Etablissements als wohlgelungen 
anerkannt. Der interessanle Film wird noch heute und 
vielleicht auch noch an den nächstfolgenden Abenden vorge 
führt werden. 
o Der Kampf um die Kopernikanische Lehre zieht 
sich vom Altertum bis in die Neuzeit hinein. Verschiedene 
Anfragen, was von den modernen Angriffen gegen die 
Kopernikanischen Lehre zu halten sei, haben Dir. Dr. Archen 
hold veranlaßt, am 320. Veobachlnngsabend des „Vereins 
von Freunden der Treptow-Sternwarte" am Mittwoch, den 
22. Oktober, abends 8 Uhr. die „Untrüglichen Beweise für 
die Nichtigkeit der Kopernikanischen Anschaming" unter Vor 
führung zahlreicher Lichtbilder zu behandeln. Es gelangt 
zur Vorführung: Das älteste Weltbild der Griechen. — 
Die „Erdwalze" von Anaxiinander. — Die Erdteile dös 
Hekatäus. Die Zonen des Parmenides.- — Die Welt 
des Anaxagoras. — Die „verbuchtete" Erdscheibe des 
Demokrit. — Das Erdbild Platos und Aristoteles. — 
Aristarch und Seleukus als Vorläufer der Kopernikanischen 
Weltsystems. — Die Kopernikanische Lehre und ihr Ausbau 
durch Galilei, Kepler und Newton. — Gravitation und 
Elektron. — Das moderne physikalische Weltbild. Gäste 
sind willkommen. — Mit dem großen Fernrohr werden 
Jupiter, Andromeda-Nebel und Saturn beobachtet. 
o Das Letzte genommen- Der Familie des Tischlers 
Fischer in der Miguelstr. 5 in Steglitz wurde am Freitag 
Nachmittag in 4. Stunde durch zwei Diebe alles gestohlen, 
was sie sich mühsam erworben haben: Kleider und Wäsche 
im Werte von mehreren hundert Mark. Die Diebe, junge 
Burschen, schafften in einem Bettbezüge und einem Wasch 
korbe der Familie die gestohlenen Sachen fort. Obwohl 
den Hausbewohnern das Treiben der- Verdächtigen auffiel, 
hielt nian leider die Burschen nicht an. Wer irgend etwas 
zur Sache bekunden kann, möge sich auf der hiesigen Polizei 
melden. 
Verems-Nackrickrsn 
Am Dienstag tagen: 
Stenogrnphenverein „Stolze-Schrcy". '/,9 Uhr in der Gemeinde- 
Mädchenschule, Goßlerstraße. Diktatschreiben in verschiedenen Ab 
teilungen. 
Dienstag Abend 8'/, Uhr „Konservativer Stammtisch" in der 
„Kaisereiche", Rheinstr. 64. 
Zcköneberg 
— o Der städtische unentgeltliche Wohnungsnachweis 
Berlin-Schöneberg, Grimemaldstr. 19, blickte am 1. Oktober er. 
auf ein halbjähriges Bestehen zurück und hat in dieser 
kurzen Zeit schon Mietern und Vermietern gute Dienste 
geleistet. Es liegt daher im Interesse aller Beteiligten, daß 
noch mehr Wohnungssuchende von der gemeinnützigen Ein 
richtung Gebrauch machen. Um weitere Kreise darauf auf 
merksam zu machen, seien Zweck und Ziel des Wohnungs 
nachweises nachstehend kurz erläutert. 
Tie Wohmingsvcrmittlung erstreckt sich ans alle Wohnungen 
bis zu zwei Zimmern mit Küche und Zubehör. Für die Haus 
besitzer besteht gemäß Polizciverordnung vom l. April 1913 der 
Anmeldezwang für alle zu verniietenden, und der Abmeldezwang 
für alle vermieteten Kleinwohnungen. Man hat sich vorläufig auf 
die Vermittlung dieser Kategorie von Wohnungen beschränkt, weil 
die mit dem Wohnungswechsel verknüpften Uebelstände sich be 
sonders bei den erwerbstätigen Volkskrcisen fühlbar machen; sie 
können meistens nicht die nötige Zeit sür die Suche einer Wohnung 
aufwenden, denn jeder Zeitverlust bedeutet für sie fast immer eine 
Einbuße ooin Arbeitsverdienst. Im Wohnungsnachweis finden die 
Wohnungssuchenden genaue Angaben über Lage, Größe und Preis 
der Wohnungen, sodaß sie sich ein sicheres Bild von jeder 
Wohnung machen können, dadurch bleiben ihnen viele zwecklose 
Besichtigungen erspart, denn sie werden selbstverständlich nur die 
Wohnungen besichtigen, die in allen Einzelheiten ihren persönlichen 
Wünschen entsprechen. So erhält jeder Wohnungssuchende nur 
eine Auswahl von solchen Wohnungen notiert, die seinem 
individuellen Arbeits-Lohn- und Familienverhältnissen angepaßt 
sind. Ebenso erhalten die Mieter Auskunft, ob Schlafstellen- 
vermiclung oder Zimmervermietung in der betreffenden Wohnung 
gestattet ist; sie werden über die Forderungen der Wohnungs- und 
Schlafstellcnaussicht aufgeklärt, um dadurch etwaigen späteren 
Beanstandungen vorzubeugen. Der Wohnungsnachweis ist ferner 
eine zuverlässige Ausknnftstelle über die Lage des Wohnungs 
marktes, er kennt die durchschnittlichen Mietspreise und kann die 
auswärtigen Interessenten über die hiesigen Wohnverhältnisse 
informieren. Die Beamtin nimmt in persönlicher Rücksprache 
iSprechstunden täglich von 9 — 1 Uhr) sämtliche Wünsche des 
Mieters entgegen, und da sie auch die Wünsche des Bermieters 
kennt, kann. sie für den bestmöglichsten Ausgleich sorgen. Diese 
sorgfältige Auswahl der geeigneten Wohnung sür den richtigen 
Mieter wird sicher dazu beitragen, daß der häufige Wohnungs 
wechsel, der immer mit erheblichen Kosten und Unbequemlichkeiten 
verknüpft ist, eine Einschränkung erfährt. 
Im ersten Halbjahr seiner Tätigkeit sind 704 
Wohnungsanmeldungen und 307 Wohnungsgcsnche ein 
gegangen. 
Wettcransfichten. 
Dienstag: Zeitweise heiter, vielfach neblig oder wolkig, 
am Tage mild, bei ziemlich lebhaften südlichen Winden. 
Keine wesentlichen Niederschläge. 
Verantwortlicher Schriftleiter: HermannMartiniuS Friedenau 
Bekliillitmnchuug 
betreffend die Kmille;wersiHemng der Dienst- 
boitu in Verlin-Friedenau. 
Atzs Grund der ReichsversichcrungSorduung sind alle Dienstbofen 
vom 1. Januar 1914 ab bei der in Berlin-Friedenau gegründeten 
Landkrankenkaffe zu versichern. Bon der Versicheruiigspslicht können 
diejenigen Dienstboten befreit werden, weiche, an ihren Tienstherrn einen 
Rechtsanspruch auf eine Krankenunterstützung haben, die den Leistungen 
der Landkrankenkaffe gleichwertig ist. Voraussetzung für die Be 
freiung ist aber, daß 
1. der Dienstherr die volle l!nterstützung ans eigenen Mitteln 
zahlt, 
2. seine Leistungsfähigkeit sicher ist und 
3. er den Antrag für seine sämtlichen Dienstboten stellt. 
Die Befreiung gilt nur für die Tauer des ArbcitSvertrages. Tic 
Befreiungsanträge sind also bei jedesmaligem Wechsel des Dienst 
boten zu wiederholen. 
Ueber den Antrag entscheidet der noch im November zu wählende 
Vorstand der Landkrankenkaffe. Da die Leistungen dieser Kalse außerordent 
lich hoch sind und der Dienstherr, wie bereits betont, bei der Befreiung des 
Dienstboten dieselben Leistungen zu erfüllen hat, wird der uaffenvorstand 
voraussichtlich^ nur in seltenen Fallen eine Befreiung eintreten lassen. 
Die Rück Versicherung bei irgend einer privaten Bcrsichernngsanstglt 
ist für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Dienstherrn ohne 
Wert. Welches Einkommen und Vermögen dem Kasienvvrstande a!S 
ausreichend erscheinen wird, steht noch nicht fest. . 
Mit Rücksicht auf die zahlreichen Zeitungsartikel und privaten Zu 
schriften, die in die Bevölkerung eine Beunruhigung hineingetragen, 
halte ich cs für meine Pflicht, den Dienstherrschafte!! Bertin-Friedenan's 
den dringenden Rat zu erteilen, sich vorläufig bei keiner privaten 
Versicherungsanstalt in irgend einer Werse zu binden und etsva 
bestehende Verträge umgehend zu lösen. Ich betone imlnual«, daß 
als gesetzlich vorgeschriebene Verfichcrungsbehürde nur die Landlranken- 
kaffe Bertin-Friedenau anerkannt werden kann. 
Tie Beiträge bei der Landkrankenkaffe stehen zwar noch nicht end- 
qiltig fest, werden aber voraussichtlich 23,40 M. jährlich betragen, wenn 
der Dienstbote biS einschließlich 23;20 M. baren Monatslohn enthalt. 
Bei Ucberschreitung dieses Lohnsatzes wird sich der Beitrag aus 3o,80 M. 
erhöhen. 
Zu weiteren Aufklärungen steht das Gemeindebüro Feurigste. 8, 
2 Treppen, Zimmer 46, in den Dienststunden von 8—3 Uhr dem 
Publiknni zur Verfügung. 
Bcrlin-Friedcnan, den 16. Oktober 1913. 
Ter Gemeindevorsteher. 
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