Path:
Periodical volume Nr. 244, 16.10.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Friederiauer 
Anparteiische Zeitung für kommunale und bürgerliche 
Angelegenheiten. 
Bezugspreis Besondere 
bei Abholung aus der Geschäftsstelle. Jecken Mittvock: 
Nhemstr. 15,1,50 M. vierteljährlich; durch .. c •* <1 . u 
Voten insHaus gebracht 1,80 M., durch die MNzvlSN „SeifenvlÄieN » 
Post bezogen 1,92 M. einschl. Bestellgeld. 
femTprecher: Hmt plslzburg 3139. Erscheint 1Ngktli) NNeN^ö. 
Zeitung.) 
Organ für den Kriedenauer Ortsteil non Zchdneberg und 
Desirksnerein Zndmest. 
Beilagen 
Jecken Sonntag: 
Vlaller für cleullcke grauen. 
Druck und Verlag von Leo Schultz, Friedenau. 
Geschäftsstelle: UKeinstr. 15. 
Anzeigen 
werden bis 12 Uhr mittags angenommen. 
Preis der ögespaltenen Zeile oder deren 
Raum 30 Ps. Die Reklamezeile kostet 
75 Pf. Velagnummer 10 Pf. 
fernkprecker: Hmt Pfalzburg 2139. 
Kr. 244. 
Kertin-Ariedenau, Donnerstag, dm 16. Hkloöer 1913. 
20. Zayrg. 
Oepelcken 
Letzte Nachrichten 
Berlin. Vor dem Schwurgericht III begann heute 
der Mordprozeß gegen den 39 jährigen Monteur Friedrich 
Nickel wegen Mordes und die 41jährige Frau Anna Menzel 
wegen Anstiftung zum Morde. Es wird den beiden An 
geklagten zur Last gelegt, den Schankwirt Albert Menzel in 
Charlottenburg in seinem Lokal in der Galvanistraße er 
schossen und nach der Tat einen Selbstmord.des Gelöteten 
vorgetäuscht zu haben. Das Motiv der Tat soll ein Liebes 
verhältnis zwischen den beiden Angeklagten gewesen sein, bei 
dem ihnen der Ehemann Menzel imZWege stand. 60 Zeugen 
sind geladen. Die Anklage stützt sich auf einen Indizienbeweis. 
München. In hiesigen parlamentarischen Kreisen ver 
lautet heute, daß die bayerische, Köpigsfrage nun doch in 
nächster Zeit wieder aufgerollt werden soll. Die Zentrums 
fraktion hat gestern eine mehrstündige Sitzung abgehalten, 
die sich mit der Frage befaßt haben soll. In der Debatte, 
die ziemlich erregt verlief, soll sich ein Umschwung der 
Meinungen gezeigt haben, der insbesondere auf den Einfluß 
des Abg. Dr. Pichler zurückgeführt wird. 
Bochum. Der Arbeiter Christian Kunkel tötete heute 
seine Frau, indem er ihr ein Taschenmesser in den Bauch 
stieß und mit einem stumpfen Gegenstand den Schädel zer 
trümmerte. Sein Kind, das die Frau schützend im Arm 
hielt, tötete er ebenfalls. Hierauf verübte er Selbstmord. 
Nahrungssorgen sollen den Mann, der vor einiger Zeit 
einen Unfall erlitten hat, zu der Tat getrieben haben. 
Genua. Der portugiesische Generalkonsul Joapuiu 
d' Aranjo hat sich gestern nacht gegen 12 Uhr in einem 
Cafe an der Piazza Corvctto in Genna durch einen Revolver 
schuß getötet. 
London. Es ist wenig Hoffnung vorhanden, daß von 
den in der Grube bei Cardiff Eingeschlossenen, deren Zahl von 
den Blättern von 371 bis 382 angegeben wird, noch 
jemand zu retten ist. — Die Arbeiten zur Rettung der im 
Bergwerk in Cardiff eingeschlossenen Bergleute haben um 
2 Uhr morgens eingestellt werden müssen. 
lokales 
(Nachdruck unserer o-Qriginalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Die Versicherungsbeiträge der durch Sachbezüge 
und Trinkgeld Entlohnten. Wichtig für Arbeitgeber und 
Angestellte ist nachstehendes: Der Herr Regierungspräsident 
hat unter dem 27. 9. 1913 (veröffentlicht im Amtsblatt 
vom 11. Oktober 1913) verfügt, daß gemäß § 394 und 
§ 1437 der Reichsversicherungs-Ordnung diejenigen Ver 
sicherungspflichtigen, deren Entgelt nur aus Sachbezügen 
besteht, oder deren Entgelt von Dritten gewährt wird (d. h. 
die auf sogenannte Trinkgelder usw. angewiesen sind), den 
auf sie entfallenden Anteil zu den Krankenkassen- und Jn- 
validitäts-Persicherungs - Beiträgen an den Arbeitgeber 
wöchentlich nachträglich oder bei kürzerer Arbeitsdauer bei 
Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Bar zu erstatten 
haben. Leider hat aber der Herr Regierungspräsident nicht 
Sylvias Chauffeur. 
Roman von Louis Tracy. 
7. (Nachdruck verboten.) 
Sie sprach so laut, und ihre gezieri böge Summe 
hatte einen so durchdringenden Klang, daß Hoiuiuge» 
jedes Wort hätte vergehen müssen, auch wenn er noey um 
zwanzig Meter weiter von dem Auto entfernt gewesen 
wäre, und er wartete jetzt mit einiger Spannutig auf oyimas 
Erwiderung, denn er halte jich während der vegeue.ien 
Loveshymne der Baronin allerlei vejondere Gedanken ge 
macht. Ein französischer Btcomte, der den ehe.naligen 
Oberleutnant Harro von Ricdverg seiner intimen Freu.»o- 
schaft würdigte, mar in seinen Augen von vornherein 
eine nicht ganz unverdächtige Persönlichkeit. Und inan 
konnte ihm diese Voreingenommenheit gewiß ver 
übeln, da eben Riedberg für ihn nicht viel Beh.res als 
ein Hochstapler war. Er häkle den kleinen Husaren vor 
seinem llcvcrtritt zur Schutztruppe auf der Reitschule tennen 
gelernt und haue später geyort, daß er wc^en einiger 
höchst unrühmlicherGeldajsären habe seinen Achchico nehmen 
müssen. Auf seiner Weltreise war er iy.n dann zu >emer 
nicht geringen Ueberrajchung j» einem indischen Hoicl 
begegnet, und die Rolle, die er dort m den urezen ver 
britischen Offiziere gespielt, wie die Sicherheit gunas Auf- 
tretena hatten ihn an die Wahrheit (einer Erzayl.ng 
glauben lassen, daß er inzwischen eine reiche Ervynasl ..e» 
macht habe und gleich Hoiningen leoigii.y zu feine.n ü.r* 
gnügen den Globetrotter spiele. Woyl mar ;e.i« a 
wieder erwacht, als Harro von Rmwoerg ihn am ori len 
oder vierteil Tage ihres Zusammenjems um ein Dartty.u 
angegeben, auf welche Weise die Arbeitgeber die Beitrags 
anteile einziehen können, wenn der Arbeitnehmer die 
Zahlung verweigert. Vielleicht wäre es richtiger gewesen, 
zu verfügen, daß die Beitragsanteile bei Beginn jeder Woche 
in bar zu erstatten sind, so aber werden die Arbeitgeber in 
vielen Füllen die vollen Beiträge aus eigener Tasche bezahlen 
müssen. 
o Missratener Jnbilänmstaler. Aus Anlaß der Ein 
weihung des Völkerschlachtdeukmals in Leipzig sind be 
kanntlich Jubiläums-Dreimarkstücke von der Dresdener 
Münze ausgeprägt und bereits in Verkehr gebracht worden. 
Das neue Geldstück weist nun verschiedene Mängel auf. 
Während die Rückseite mit dem deutschen Reichsadler und 
der Umschrift „Deutsches Reich 1913 3 Mark" die übliche 
scharfe Prägung aufweist, ist die Ansichtsseite plastisch voll 
ständig verfehlt. Das Völkerschlacht-Denkmal, das die ganze 
Ansichtsseite einnimmt, ist derart flach und auch undeutlich 
gearbeitet, daß man glauben könnte, die Stücke seien schon 
jahrelang im Verkehr und daher abgegriffen. Auch die 
Umschrift der Denkmalsseite „18. Oktober * 1813—1913" 
ist nicht sauber und korrekt ausgeführt, denn das „st" im 
Wort Oktober ist aus der Reihe gefallen und gehört einem 
bedeutend größeren Schriftmuster an. 
o Jahrhundertfeier in den katholischen Kirchen. 
Die katholischen Bischöfe haben angeordnet, daß zur Feier 
des 18. Oktober in der Zeit von 12—1 Uhr feierliches 
Glockengeläute stattfinden, an dem folgenden Sonntage im 
Hauptgottesdienst der Bedeutung des Tages in passender 
Weise gedacht und am Schluffe des Gottesdienstes das Te 
Deum gesungen werden soll. 
o Die Gefahr der Gasexplosion liegt besonders in 
der Uebergangszeit nahe, da nun wieder ein umfassenderer 
Verbrauch von Gas nötig wird. Aber vielfach hat man sich 
an die größere Umständlichkeit noch nicht gewöhnt, und dann 
werden leicht die nötigen Vorsichtsmaßregeln außer acht ge 
lassen. Drum sei folgendes in Erinnerung gebracht: Nimmt 
mau Gasgeruch wahr, so sind Türen und Fenster zu 
öffnen. Das Licht muß aus dem Raum entfernt und 
womöglich auch der Haupthahn geschlossen werden. Manche 
unbedachtsame Hausväter leuchten sofort die Gasröhren ab, 
um den Defekt zu finden. Das läuft selten und nur daun 
gut ab, wenn die Gasröhren nicht oben sind. Denn das 
ausgeströmte Gas geht wegen seiner Leichtigkeit nach oben, 
wo es sich mit der Luft vermischt, und kommt eine Flamme 
in diese Schicht, so ist eine Entzündung unvermeidlich. Bei 
der Flur- und Treppenbeleuchtung darf Nachts nicht nur 
der Haupthahn geschlossen werden, wobei man aus Bequem 
lichkeit das Gas in den Röhren aus den Nebenhähnen ab 
fließen läßt. Ohne Druck strömt es nun langsam aus. 
Die schwache Flamme ohne Druck wird durch jeden Luftzug 
leicht verlöscht, und das Gas hat während der Nacht 
Zeit, den Flur zu füllen und sich oben zu sammeln. Bei 
jedem Defekt ist die Gasanstalt möglichst schnell zu benach 
richtigen. 
o Das Projekt einer Schnellbahn von dem Osten 
nach dem Westen Berlins ist von dem Eisenbahndirektor a. D^ 
Spriekerhof-Gruuewald ausgestellt worden. Die Linie soll 
die Gemeinden Berlin-Treptow und Berlin-Grunewald mit- 
von tausend Mark gebeten hatte. Aber der andere hat e 
die Ursachen seiner augenblicklichen Verlegenheit in >o uoei- 
zeugender Wege darzu.egen genutzt, dag es der Graf ni.yr 
übers Herz gevrach: hatte, ihm seinen Wunsch uuerjünt 
zu lassen, Atylunooicrzig Stuliüen spater war Harro von 
Riedoerg ohne Avsch eo aus Bombay uerjchwunden, und 
Hoiningen hatte erfahren, daß mau seinen ehemaligen 
Kameraden in einem englischen Klub des Fagchj^ie.s über» 
führi und ihn auf sehr unzweideutige W.ije „avg,-win>me.t" 
hatte. Natürlich hatte er von seinen taugno Mark bis aas 
den heutigen Tag keinen Pfennig miede:gesehen, und er 
würde sich des kleinen Vorfalls sa)werüch noch emnial er 
innert haben, wenn er ihm nicht durch die unerwartete 
Begegnung niit der Mutter des Aoenteurers ins Gedächtnis 
zurückgerufen worden wäre. Daß er zu der Frau Baronin 
nicht gerade mit bejonderer Ehrfurcht aufolickie, war unter 
solchen Umständen gewiß begreiflich. Zwar fiel es ihm 
nicht ein, sie für die Sünden ihres mißratenen Sohnes 
verantwortlich zu machen; aber in ihrem Wesen und in 
ihrer Ausdrucksweise war etwas, das ihn immer wieder 
auf recht fatale Weise an Harro von Riedbergs Art ge 
mahnte, und er hatte für wirkliche Aornehmheil denn doch 
ein viel zu femes Gefühl, als daß ihn die hochfahrenden 
Allüren der würdigen Dame über ihren Charakier hauen 
täuschen können. Schon wiederholt hatte er sich mit einer 
Empfindung des Bedauerns die Frage vorgelegt, aufweiche 
Art Sylvia Pendleton wohl gerade zu dieser zweifelhaften 
Beschützerin gekommen sein mochte, und er war bis jetzt 
sehr geneigt gewesen, sie für eine bezahlte Gesellschaften.! 
zu halten. Nach ihren letzten Worten aber mußte er doch 
wohl annehmen, daß es sich um ein freiwillig übernommenes 
Ehrenamt bandle, und er wurde darin bestärkt, als er die 
junge Amerikanerin sagen börte. 
einander verbinden. Bekanntlich schwebt noch ein weiteres 
Projekt, das eine Weiterführung der Schnellbahn über 
Hundekehle und Zehlendorf bis Wannsee vorsieht. 
o Das Verkehrsbuch der Grossen Berliner Straßen 
bahn erscheint in neuer Auflage, mit deren Ausgabe am 
16. d. M. begonnen wird. Die 100 000 Exemplare der 
ersten Auflage waren in kurzer Zeit vergriffen. Daraus 
läßt sich der Schluß ziehen, daß das Buch einem Bedürfnisse 
entsprochen hat; für die zweite Auflage wurden daher Form 
und Inhalt in allem Wesentlichen beibehalten. Die neue 
Auflage zeigt jedoch verschiedene Verbesserungen: Die Fahr 
pläne der einzelnen Linien sind in der beliebten tabellarischen 
Form aufgestellt und bei den Linienbildern sind die Durch 
fahrzeiten an den einzelnen Verkehrspunkten angegeben. 
Auch ist eine Zusamnienstellung der Spätverbindungen von 
den wichtigsten Plätzen Berlins beigefügt. Das Verkehrs 
buch ist bei den Straßenbahnschaffnern und in den Buch- 
und Papierhandlungen zum Preise von 25 Pf. zu haben. 
o Die Bürgschaft für die zweiten Hypotheken zu 
übernehmen, hat die Stadt Saarbrücken beschlossen. Infolge 
der langanhaltenden Geldknappheit ist es bekanntlich außer 
ordentlich schwer geworden, Baugelder zweiter Stelle zu 
angemessenem Zinsfuß zu erhalten. Dieser Umstand hat 
schon zu einer Lähmung der Bautätigkeit geführt. Die 
Stadt will nun die Bürgschaft für solche zweite Hypotheken 
übernehmen, die bis zu 70 Proz. der Belastung des Objekts 
gehen dürfen. Bedingung dabei ist, daß die Bürgschaft sich 
nur auf Grundstücke erstrecken darf, auf denen Klein 
wohnungen von 3 Zimmern und Küche errichtet werden. 
Für diese Bürgschaften ist zunächst der Nahmen von 
150 000 M. vorgesehen. 
o Wichtig für weibliche Schneiderlehrlinge und 
deren Eltern. Die Notwendigkeit des theoretischen Unter 
richts für die weiblichen Schneiderlehrlinge, die keine Pflicht- 
fortbildungsschule besuchen, hat den Verband für handwerks 
mäßige und fachgewerbliche Ausbildung der Frau veranlaßt, 
bei der Viktoria Fortbildungs- und Fachschule die Ein 
richtung von Fortbildungsschulklassen für weibliche Schneider 
lehrlinge anzuregen. Keines, der in Frage kommenden 
jungen Mädchen sollte cs verabsäumen, an dem Unterricht 
teilzunehmen. Weitere Auskunft erteilt bereitwilligst und 
kostenlos der Verband für handwerksmäßige und fachge 
werbliche Ausbildung der Frau, Berlin W., Eichhornstr. II. 
Sprechstunden: außer Sonnabend täglich von 12—1 Uhr, 
Sonnabend Nachm, von 5—7 Uhr. 
o Ortsausschuss für Jugendpflege. Der Ortsausschuß 
für Jugendpflege veranstaltet am nächsten Sonntag, dem 
19 Oktober, zum Andenken an die Völkerschlacht bei Leipzig 
ein großes Jugendfest, an dem alle höheren Schulen und 
alle Jugendorganisationen des" Ortes beteiligt sind. Auch 
der Mäuner-Turnverein nimmt mit 3 Abteilungen: der 
Jünglings-, der Sport- und einem Teil der Damenabteiluug 
daran teil. Die Feier besteht aus einer Nachmittags- und 
einer Abendfeier. Die Nachmittagsfeier findet auf dem 
Maybachplatz statt; der Eintritt ist frei, jedermann hat Zu 
tritt. Die Abendfeier wird in der Aula des Reform-Real 
gymnasiums — Homuthstraße — abgehalten; nur wer im 
Besitze eines Programms ist, hat Zutritt. Alles Nähere ist 
„Um so besser also für den Herrn Vicomte, daß wir 
nicht mehr in den Zeilen des Rittertums leben, wo man 
solche Beweise heldenhafter Opferwilligkeit wirklich zuweilen 
verlangte. Heutzutage ist der Minnedienst ja glücklicher- 
weise um ein Beträchtliches ungefäbrlicher geworden. Aber 
Sie dürfen keine Schmollmiene aufsetzen, liebe Baronin. 
Ich will dem Herrn, den Sie so sehr in Ihr Herz geschlossen 
haben, ja gewiß nicht zu nahe treten. Und ob er mir 
nun gefällt oder nicht, jedenfalls bin ich ihm zu Dank 
verpflichtet, daß er Ihre Bekanntschaft mit Papa vermittelt 
und mir damit zu einer so liebenswürdigen Begleiterin 
verholfen hat. Ich hätte ja, da Papa geschäftlich festge- 
halten ist, ohne Ihre gütige Aufopferung auf diese hübsche 
Tour ganz und gar verzichten müssen." 
„Oh, ich wünschte von Herzen, mein liebes Kind, daß 
ich noch viel mehr für Sie tun könnte. Denn von der 
ersten Stunde unserer Bekanntschaft an habe ich Sie lieb 
gewonnen wie eine Tochter." 
Ihre Stimme zitterte ein wenig wie von verhaltener 
Rührung. Sylvia aber schien durchaus nicht zu wünschen, 
daß es zu noch lebhafteren Gefühlsäußerungen komme; 
denn sie richtete ziemlich unvermittelt an Hoiningen die 
Frage, wie weit man es noch bis zu der Ruine Dreieichen 
hain habe, die als eine der Sehenswürdigkeiten in ihrem 
Reiseplan figurierte. 
Er hatte den Punkt oft genug besucht, um ihr zuver 
lässige Auskunft geben zu können; aber von der Stelle 
aus, auf der sie Rast gemacht hatten, ließ er sich nur auf 
Fußwegen erreichen. So konnte sich Hoiningen, der sein 
Automobil natürlich nicht unbeaufsichtigt mitten im Walde 
liegen lassen durfte, dcn Damen nicht als Führer anbic- 
len, und vielleicht stand ihm das Bedauern darüberdeutlich 
auf dem Gesicht geschrieben, so deutlich, daß Sylvia, als sie
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.