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Periodical volume Nr. 241, 13.10.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Anerkennungsschreiben des Lnndeskriegcrverbandcs, der dem 
Kameraden Stoltzcnbnrg gleichzeitig ein Bild des Kaiser- 
Wilhelm-Denkmals auf dem Kysfhänser übersendet. Durch 
Erheben von den Plätzen dankte die Versammlung dem 
Kameraden Stoltzenburg. Zum 3. Schriftführer wurde 
hierauf an Stelle des Kameraden Hindemieth, der sein Amt 
niederlegte, Kamerad Zanke gswählt. Beisitzer wurde Kamerad 
Arendt. In den Festausschuß wurden gewählt die Kame 
raden Landgraf, Schulz, Hindemieth, Göhlich, Baumgart, 
Müller und Klir I. Das Ehrengericht bilden die Kame 
raden Arendt, Borck, Gericke I, Berger II, Görisch, Könicke I, 
Keil, Reinbacher, Rothe, Schiller, Sanretzki und Wachsmuth. 
Dem Familienbeirat gehören an die Kameraden Hewald, 
Jhlefeldt, Kassakowski, Bettermann, Aiertens, Klir I und 
Stierte. Unter Punkt 9 bat der Vorsitzende, den Beschluß 
über die Beitragserhöhung vorweg zu nehmen. Die Er 
höhung sei notwendig einesteils, weil die Beitrüge für den 
Deutschen Kriegerbund erhält wurden und andererseits, um 
alle Kameraden gleichmäßig zu der Weihnachtskasse heran 
zuziehen. Der monatliche Beitrag soll darnach 70 Pfg. 
betragen und soll sich verteilen mit 30 Pfg. aus den Grund 
stock, 35 Pfg. auf den Verwaltungsfonds und 5 Pfg. auf 
den Weihnachtsfonds. In der Aussprache über die Er 
höhung wurde die Erhöhung teils befürwortet, teils bekämpft. 
Die Abstimmung ergab eine erhebliche Mehrheit für die 
Erhöhung auf 70 Pfg., die somit beschlossen ist. Bzgl. der 
Abänderung der Sätze für die Sterbebeihülse beantragte der 
Vorsitzende, keinen Beschluß zu fassen, sondern Zunächst einen 
Ausschuß zu wählen, der diese Fragen eingehend prüfe. 
Diesem Antrage wurde stattgegeben und ein Ausschuß von 
11 Mitgliedern eingesetzt; in diesen wurden gewählt die 
Kameraden Eoers (als Obmann), Golisch, Wagner, Behrendt, 
Neumann, Stierte, Rothe, Müllenbrock, Preuße, Arendt und 
Sondermann. Der Ausschuß soll spätestens bis zuni 1. April 
k. Js. seine Arbeiten erledigt haben. Der Antrag des 
Kameraden Wegner, eine neue Vercinsfahne zu beschaffen, 
wurde abgelehnt. Dagegen wurde sein fernerer Antrag, bei 
Beerdigungen künftig nicht mehr mit weißer Halsbinde und 
weißen Handschuhen, sondern mit schwarzer Halsbinde und 
schwarzen Handschuhen zu erscheinen, angenommen mit dem 
Vorbehalt, falls dies nicht gegen die Vorschriften des Landes- 
Krieger-Verbandes verstößt. Dem Kameraden Wolter, der 
20 Jahre Fahnenträger des Vereins ist, widmete der Führer- 
Worte des Dankes und der Anerkennung mit den besten 
Wünschen für die weitere Führung seines Amtes. Ein 
kräftiges, dreifaches Hurra brachte ihm die Versammlung 
dar. Nachdem noch die Beglückwünschung der Geburtstags 
kinder ini Monat Oktober erfolgt war, wurde die Ver 
sammlung drrrch den gemeinsamen Gesang des Liedes „Hipp, 
hipp, hurra" geschlossen. 
o Die Preislierteilnng für die Borgarteir und 
Valkonprämiierung findet heute Abend V? 9 Uhr im 
„Hohenzollern" in der Versanunlung des Vereins der 
Gartenfreunde statt. 
o Zum Vesten der Waisenhäuser des Deutschen 
Kriegerdnndes fand hier im Kaiser-Wilhelmgarten ein 
Wohltätigkeitsabend statt. Geheimrat Schindler mies in 
seiner Begrüßungsansprache auf die fünf bisher vom Krieger 
bund begründeten Waisenhäuser hin und bat herzlichst um 
erhöhte Liebesgaben, weil die an die Häuser gestellten 
Anforderungen von Jahr zu Jahr steigen. Darauf hielt 
Oberleutnant a. D. Gallus über Südwestafrika, das er 
wiederholt bereiste, einen Vortrag, der durch 64 Lichtbilder 
anschaulich unterstützt wurde. 
o Freiwillige Feuerwehr. Den Bericht über das 
31. Stiftungsfest der Feuerwehr bringen wir wegen Platz 
mangels erst in der nächsten Nummer. 
o Haus- und Grnndbesitzerverein. Die Monats 
versammlung findet diesmal eine Woche später, am Freitag, 
dem 24. Oktober, statt, da in dieser Woche die Ausschüsse 
für das Jubiläum Sitzungen abhalten. 
o Der Tierschntzvereiu für die südwestlichen Vororte 
hält die nächste Mitglieder-Versammlung am Montag, dem 
20. Oktober, Abends 8 Uhr im Restaurant „Böhmisches 
Brauhaus", Schloßstr. 17 ab. Gäste sind willkommen. " 
o Krankenkassenlvahlen. Die Südwestliche Vorort 
gruppe für Frauenstimmrecht veranstaltet am 14. Oktober, 
S l / 2 Uhr Abends, eine öffentliche Versammlung im Schloß 
park-Restaurant, Steglitz. Das Referat hat Dr. Kaliski 
übernommen. Fragen aus der Versammlung, das neue 
Krankeiikassengesetz betreffend, werden beantwortet werden. 
o Das Konzert der Sopranistin Fräulein Hedwig 
Nadziszewska findet, worauf wir nochmals hinweisen 
möchten, inorgen, Dienstag, Abend 8 Uhr im „Gesellschafts 
haus des Westens" statt. Mitwirkende sind Frau Frida 
Fischer (Rezitation) und Herr Hugo van Dahlen (Klavier). 
Eintrittskarten zu 2 M., 4,50 M. und 1 M. sind noch 
erhältlich in der Musikalienhandlung von Schwartz, Rhein- 
«tor 
Am 11. ds. MtS., abends, verschied nach langen, schweren, 
mit Geduld ertragenen Leiden unser hnigstgeliebter^ guter j 
j Sohn,' Bruder und Schwager 
Franz Bullert 
im 20. Lebensjahre. 
Dies zeigen tiofbctrnbt an 
Julius Spellin u. Frau 
vcrw. Ballert 
Friiz Bullert u. Frau 
Emma Bullert. 
Schönoberg-Friedenau, Wielandstr. 23. 
Die Trauerfeior findet am Mittwoch, den 13. Oktober, 
[Nachmittag 2'/, Uhr im Trauerhause Wielandslr. 23 statt. 
Die Beerdigung findet 3'/, Uhr auf dem Kirchhofe in der 
Maxstrasse statt. 
MÄMWM-Mg 
Tel. Stegh 1482. Peschkestr. 9. 
eöetein L ß.» 
8745] Rheinstr. 25 Gth. I I. 
straße 60, in der Papierhandlltng von Ebers, Rheinstr. 15, 
sowie im Gesellschaftshaus des Westens. 
o Der Steglitzer Verein für Gesundheitspflege hält 
am Mittwoch, dein 15. Oktober, Abends 8'/, Uhr, in der 
Loge in Steglitz, Albrechtstr. 112a, den 1. Vortragsabend 
ab. Herr O. Mummert aus Berlin spricht über „Vererbung 
und Heirat". Mitglieder haben freien Zutritt, von Nicht 
mitgliedern werden 20 Pfg. erhoben. 
o Unsere Feuerwehr wurde gestern Abend 7 Uhr 
nach dem Hause Kaiserallee 79 gerufen. Dort hatten im 
4. Stockwerk die Wohnungsinhabcr eine Gaslampe brennen 
lassen. Wahrscheinlich durch die Hitze der Flamme löste sich 
der Brenner ab, sodaß eine große Flamme hervorschoß. 
Bewohner des gegenüberliegenden Hauses glaubten daher, 
daß Feuer in der Wohnung ausgebrochen sei. Sie ver 
ständigten den Hauswirt, der die Wehr herbeirief. Durch 
Abstellung des Gashahnes wurde die Flamme beseitigt. 
- l^o Von der Schöneberger Kriminalpolizei verhaftet 
wurde am Sonnabend der am Olivaer Platz in Mlmers- 
dorf wohnende Ingenieur von Böhm, der dort eine Pension 
betreibt, unter dem Verdacht, Wechselschiebereien im Betrage 
von 300 000 M. verübt zu haben. Der Festgenommene 
konnte aber sofort nachweisen, daß nicht er, sondern der auf 
seinen Antrag im Februar in Leipzig festgenommene 
Pferdehändler Ncuendorf die Wechsel, die er ihm unter 
falschen Vorspiegelungen entlockte, zu Gelde inachte und die 
Abnehmer dadurch betrog, von Böhme wurde deshalb 
sofort wieder entlassen. Gegen Neuendorf schwebt das 
Strafverfahren noch. Er ist mehrfach vorbestraft, was 
von Böhme nicht ahnte. 
o Zwei langgesuchte Einbrecher wurden ant Sonn 
abend niorgen in Steglitz festgenommen. Gegen 4 Uhr 
früh wurden die Burschen, Angehörige der berüchtigten 
„Weddingkolonne", von einem Wächter der Wach- und 
Schließgesellschaft überrascht, als sie im Begriffe waren, in 
ein Schirmgeschäft einzubrechen. Auf der Polizei wurden 
die beiden Einbrecher rekognosziert als der Kellner Heinrich 
Langhammer und der Arbeiter Bruno Duajski. 
VerelräS-Oadmcbtcn 
Am Dienstag tagen: 
Stenographenvereiu „Stolze-Schrey". st,9 Uhr in der Gemeinde- 
Mädchenschule, Evßlcrstratze. Diktatschreiben in verschiedenen Ab 
teilungen. 
—o Ueber den Nachlaß des am 4. April 1913 ver 
storbenen Försters a. D. Robert Lcißner, zuletzt wohnhaft 
in Berlin, Alvenf-lebenstr. 17, ist das Konkursverfahren er 
öffnet. Der Konktirsverwalter Aligust Belker in Berlin 
W. 30, Haberlandstraße 3, ist zum Konkursverwalter er 
nannt. KonkurSforderungcll sind bis zum 1. November 
1913 bei dem Gericht anzumelden. 
—o In das Handelsregister wurde eingetragen: Bei 
41 624. Wilhelm Körting, Gera, mit Zweigniederlassug 
Berlin-Schöneberg unter der Firma Wilhelm Körting Filiale 
Berlin-Schöneberg. Gesellschafter: Wilhem Körting, Bau 
meister, Gera, Curt Faulhaber, Baumeister, Gera. Offene 
Handelsgesellschaft, welche am 1. Oktober 1904 begonnen 
hat. — Bei Nr. 20 332. Firma Moritz Winterfeldt in" 
Berlin-Schöneberg: Niederlassung jetzt: Berlin-Wilmersdorf. 
—o Aufgelöst ist die Gesellschaft Bosse & Rösler. Die 
Firma ist erloschen. 
Berlin und Vororte 
§o Die MuseumSoorträge, die Pritdozeitt Dr. Daun 
im Kaiser-Friedrich-Museum über spanische, französische und 
englische Malerei und über die großen Ateister der italienischen 
Hochrenaissance hält, beginnen am Mittwoch, den 15. Oktober 
11 — 12 und 12—1 Uhr. Die Vorträge in der Natronal- 
Galerie über moderne Malerei und Plastik beginnen Freitag, 
den 17. Oktober 11—12 und 12—1 Uhr und Sonnabends 
12—1 'Uhr. Ueber die Blüte der griechischen Bildhauer 
kunst spricht Dr. Daun Sonnabends von 11—12 Uhr im 
Alten und Neuen Museum. Ferner sei auf die Abendzyklen 
über Rom (Donnerstag 7 — 8 llhr) und über Venedig 
(Donnerstag 8—9 Uhr) aufmerksam gemacht. Auch der 
Zyklus über Berlins Denkmäler und Wandgemälde von der 
Zeit des Eiroßen Kurfürsten bis zur Gegenwart (Freitags 
8—9 Uhr in der Aula der Eeorgenstr. 30-31) dürfte 
Interesse für weitere Kreise haben. Alles Nähere gibt das 
Programm der Humboldt-Akademie an. Die belehrende 
Vorträge werden durch Lichtbilder und Lumiörsche Farben- 
Aufnahme erläutert, sodaß die Gemälde in deil Farben der 
Originale erscheinen. 
§n Im Dom veranstaltet der Kgl. Musikdirektor Hof- 
und Domorganist Bernhard Jrrgang am Dienstag, dem 
14. Oktober, Abends 8 Uhr (nicht Mittwoch), das nächste 
Orgelkonzert unter Mitwirkung von Frau Martha Thammer 
N 
Arbeitgeber aller Art 
erhalten täglich kostenlos 
gelernte, ungelernte u. jugend 
liche Arbeiter, sow. Handwerker, 
Radfahrer, Lauf- und Arbeits 
burschen, Portiers, Teppich 
klopfer, Bohner u. Lehrlinge 
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Städtische Arbeitsamt 
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(Sopran), Fräulein Coelestiue Ulrich (Alt) und Frmt Jeanne 
Vogelfang (Violine). Es kommt Musik aus Vach'scher und 
Bor-Bach'scher Zeit zum Vortrag. Programm (10 Pfg.) 
berechtigt zum Eintritt. 
Sin chilenischer Offizier über das 
deutsche Heer. 
Die in Santiago de Chile herausgegebene „Deutsche 
Presse", unabhängige Tageszeitung der Deutschen und 
Deutschsprechenden in Chile und den übrigen Staaten an 
der Westküste Südamerikas, bringt einen Aufsatz des als 
Militärschriftsteller bekannten chilenischen Majors Diaz, der 
auf Grund der während seines dreijährigen Aufenthalts in 
Deutschland gewonnenen Erfahrungen ein Charakterbild „Das 
deutsche Heer" entivirft, das auch in Deutschland bekannt zu 
werden verdient und das wir daher, nach dem „Militär- 
Wochenblatt", im Auszuge wiedergeben: 
Gar manchen wird es wundern, daß ich nur zur Er 
innerung an das 25jährige Regierungsjubiläum Seiner 
Majestät des Kaisers Wilhelm II., Deutschen Kaisers, 
Königs von Preußen das obige Thema erwählt habe. 
Gewiß gibt es auch andere Regierungszweige, an denen 
man die Arbeit des Monarchen, der heute die Geschicke des 
deutschen Volkes leitet, ermessen kann; da sind die Bildung 
einer deutschen Flotte, der Eriverb und die Organisation 
der Kolonien und der ungeheure wirtschaftliche Aufschwung 
des Landes hervorzuheben,- meiner Meinung nach 
charakterisiert aber nichts die Gestalt des Kaisers besser als 
der gegenwärtige Stand des deutschen Heeres, an dessen 
Vervollkommnung ec als der Nachfolger des Soldaten 
königs Friedrich II. und Kaiser Wilhelms I. gearbeitet hat. 
Das deutsche Heer bildet eine der größten Ein- 
richtungeu, die auf der ganzen Erde bestehen, sowohl durch 
seinen Geist wie durch seine Zahl und die hervorragenden 
Elemente, aus denen es zusammengesetzt ist; und wie es 
richtig ist, daß nur in Deutschland das Menschenmaterial 
zu einem Heere von solchem Umfange vorhanden ist, so 
hat es auch nur dort eine Leitung gegeben, die jenes auf 
die beste Weise auszunutzen gemußt. 
Die deutsche Heereseinrichtung ist in ihrer Groß 
zügigkeit ein unnachahmbares Beispiel: durch die Organi 
sation der ungeheueren Menschenmassen, durch ihr Jnstruktions- 
system für Offiziere und Truppe, die zu stets kriegsbereiten 
Soldaten erzogen werden, und durch ihre Verwaltung, die 
ehrlich bis in die kleinste Einzelheit, sich doch keinen Vorteil 
entgehen läßt, um dem Staate so billig als möglich den 
bestinstruierten, bestbcwaffneten und bestverpflegten Soldaten 
heranzuziehen. Durch diese Genauigkeit in der Verwaltung 
ist Deutschland in den Stand versetzt, auch im äußersten 
Falle über genügendes Kriegs- und Verpflegungsmaterial zu 
verfügen, ohne daß dabei überflüssige Ausgaben von Staats 
geldern nötig werden. 
Man darf aber ilicht vergessen, daß heute der Wert 
einer Truppe von dem Geiste abhängig ist, der sie beseelt. 
Der Charakter eines Volkes, seine Disziplin, das selbständige 
Denken und seine Moral sind Hauptfakloren, von denen die 
Kriegstüchtigkeit einer Armee in erster Reihe abhängt. 
Das deutsche Volk ist mäßig, sparsam und pflichttreu; 
es liebt sein Vaterland nicht mit der Leidenschaft der roma 
nischen Rasse, die häufig genug eben so schnell auflodert 
wie sie verlöscht, sondern mit einer tiefen und ruhigen Ent 
schlossenheit, die dem Deutschen angeboren ist und die in 
der Schule, in der Kaserne und durch die Kirche in ihm 
noch verstärkt wird. Wer dieses Volk, besonders seine 
Soldaten, näher kennen gelernt hat, der staunt über seine 
snziale und bürgerliche Kultur und über das klare Ver 
ständnis, das jeder einzelne nicht nur für seine Pflichten 
und Rechte als 'Bürger, sondern auch für die großen poli 
tischen Ereignisse und deren Folgen für das ganze Land 
besitzt. Wer auch nur einmal an einer Festparade, sei es 
zu Kaisers Geburtstag oder bei einer anderen Gelegenheit, 
teilgenommen und dabei das Leben des deutschen Soldaten 
beobachtet hat, der muß die hohe Bildung dieses Volkes.an- 
erkennen, das trotz ausgelassenster Freude doch die Formen 
des Anstandes wahrt. 
Und wie nach einem Ausspruch des Generals v. Blume 
Strenge und Pflichtgefühl schon seit Jahrhunderten die Ver 
waltung des preußischen Staates leiten, so haben sich diese 
Tugenden auch auf die Heeresleitung und die Heeresmann 
schaften übertragen, die heute den Ruf genießen, genau, 
ehrlich und sparsam zu sein. 
Glücklich das Volk, das heute, wie das deutsche, mit 
Zuversicht in die Zukunft schauen kann, im Vertrauen aus 
die eigene Kraft, auf das eigene Heer und auf die Leitung 
des Staates, die in den Händen eines Mannes wie Kaiser 
Wilhelm II. ruht! 
LUlerautroorUntjcr Schnmener. Hermann Martinius^Friedenaü? 
WMl« 
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ülMinisrt.a.sWs 1 ^ 0 
Aufwärterin AL, 
8739] Lenz, Südwestkorsa 63 a. 
^ Aufwärterin Vorm. 9—10 verl. 
Schinidt, Blankenbergstr. 1, III. 
-Aufwärterin 
junges Mädchen, 8—12 Uhr ges. 
Oeser, Kaiserallee 95, Eingang 
Lefevrestraße. (8750 
Stufwärterin saub., vormittags, 
ab 15. 10. verlangt. (8731 
Wielandstr. 11, pari. 
Aufwärterin verlangt 9—12 
Guttfreund, Homuthstr. 7, III. 
Unterricht 
Student ’tV 
hilfestunden in der Woche für 
Tert. e. Realgymn. Meld. 
8737] Dürerplatz 8, III I.
        
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