Path:

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage zu Nr 237 des , Friedeuauer Lokal Avzeiger" 
Mittwoch, den 8. Oktober 1913. 
fr 1 
DieAnferii^tNsi aller Garderobenstücke 
ist nnrt) v; tcren ^lurrd.irj^Sckrnil.'mukkcrn N''.r!enS leu»»l selbst 
sin Da,ne« T>e >' ck't l.l neibcin <^clci:i> linden. 
Senn wir einen Blick werfen auf eine Modeausstel- 
lung, io ist man im elften Moment frappiert von ccm 
Eindruck des Unisornunäßigen. Variationen, die sich in 
einer Richtung bewegen. Doch erkennen wir beim Nälser- 
schauen große Prue-schi-.de, und vertiefen wir uns noch 
er.oas in die verschieden.« Einzelheiten, dann müssen wir 
ftgar eritmtoa, da ft die Mode 'in dieser Saison sehr tole* 
Kicsüiyinen bat sie für die Gesell schasts- 
rarck >p. -u 
torlette» für das Kleid, das im 
Hause getragen wird, auZ- 
gegeben; während die Formen 
unseres Straßenanzuges un 
zählige sind. Für uns selbst 
die richtiae Form zn finden, 
isr nicht schwel', wenn wir 
unsere Figur kennen und auch 
in etwas unterrichtet sind dar 
über, in welcher Meise die ein 
zelnen Formen die Figur be- 
einslussen. 
Wir wissen, rauhhaarige, 
matte Stosse lassen den Kör 
per voller, glä'.ucnde, alnte 
Stosse ihn s blanker erschei 
nen; das gleiche eilt von Hel! 
und dunkel; weniger bekannt 
ist. daß eine Omertcilnng die 
Figur größer e-scheinen lasten 
kann, wenn wir sie an der 
nchlmen Stele anbringen, 
lim dies se'tstecken mi können, 
müssen wir den Spiegel an 
fdckch rcemen. fluch die S'r» 
fuKCK'ü, die an Sirafteutoi 
letten selbsiversrandlich nur 
minima! angewendet werden, 
können eine Pökle Erscheinung 
vorteilbast beeinflussen. Für 
ältere Damen' 7. B. die den 
Leib nicht iveasck'nüren wol 
len, ist eine unterhalb Knie 
höhe angebrachte, in Lsinqs- 
fölten geordnete Rastung 
überaus vorteilhaft, weil durch 
die unteren Falten der glatte, 
obere Teil zurücktritt. 
Für schlanke Erscheinungen 
gilt als neue Lösung: betonen 
der Hüften. Ties geschieht 
Schnittmuster zu allen Aostüouiom, 
i» drn §!.42 4! uns 4ti lotest untere ^?edu' 
lii V’.(-o.n::u!cn juw billigen V'.ci;? tun um r *n '§ i.o 
durch Fassungen und durch 
Volants. Man beginnt be 
reits die Swöfte der Jacken 2317. Kostüm mit langer Jacke 
glockig zu hall.;;. und Gürtel. 
2318. Kostüm mit 2319. Kostüm 
Russenjacke und Weste. mit tiefgegürteter Jacke. 
2.317. Kostüm mit langer Jacke und Gürtel. Kaffee- 
brauncr Ramagöstost ergab in Verbindung mit gleichfar 
bigen! Samt das Material. Tie dreiviertel lange Jacke 
ist mit Achselausnäher gearbeitet. Von den abgeschrägten 
Vorderteilen greift der rechte zu hohem Schlus; über den 
linken. Samtknöpfe vermitteln den Schluß. Den Tail- 
lenschluft markiert im Rücken und seitlich ein schmaler Samt- 
gürtel, der vorn durch einen Einschnitt geleitet ist. Lange 
enge flenne! mit Spitzenplissee. Ter glatte Rock besteht 
aus zwei Bahnen mit Naht in der vorderen und Hinteren 
Mitte, am unteren Rand ist er vorn leicht ausgebogt. Er 
fordert. Material: 5 Meter Stoss, 1,20 Meter breit. 
2318. Kostüm mit Nussen- 
jacke und Weste. Gelblich grü 
nes Tuch ist mit etivas dunkler 
getöntem Samt zusammenge 
stellt, während Heller Brokat 
dir Weste formt. Die Jacke 
ist vorn und hinten in Tail- 
lenjchlus; leicht eingereiht, 
wahrend der abgerundete 
Schoß faltenlos ansetze. Den 
Ansatz deckt der gefaltete 
Samtgürtel. Tie Vorderteile 
legen sich zu weich fallendem 
Revers breit um. Langer fal- 
tenloser flenne! mit hochste 
hendem Plissee. Die Weste ist 
für sich gearbeitet. An dem 
Zweibahnenrock ist der vor 
dere untere Rand abgerundet 
und einem untergesetzten 
Dreieck aufgesetzt. Große Sei- 
oenfliege als Abschluß. Er- 
sorderl. Material: 4,75 bis 5 
Meter Tuch, 1,20 Meter breit. 
2319. Kostüm mit tiefge 
gürteter Jacke. Zu der ma 
rineblauem Tuchjacke kann das 
Material des Rockes aus blau- 
weiß gestreiftem Stoff beste- 
Heu. der dann glatt verarbei 
tet ivird, oder aus leichtem 
Wollstoff, in Plissee gefaltet. 
Tie Jacke besteht aus Border- 
unö Rückenteilen und zeigt 
vollständige Sackform. Durch 
Stege geleiteter Lackledergür 
tel. Je zwei Patten mit 
Knopsbesatz. Erforderliches 
Material: etwa 2 Meter Tuch 
für die Jacke, 1,30 Meter- 
breit, für den Rock bei Strei 
fenmuster 2,20 Meter, bei 
plissiertem Rock etwa 4 Meter. 
1,30 Meter breit. 
Neue Handarbeiten. 
Krenzstichborte mit Ecke. Unser Muster zeigt eine 
Bordüre, die sich besonders zur Verzierung von Decken eig 
net. Man stickt auf grobem Leinen c-der aus Javastoff; 
Rupfen scheint für diese Zwecke weniger empfehlenswert, da 
es nicht waschbar ist. In Kreuz- oder auch in Plattstich 
ausgeführt, wird die flrbeit sich sehr gut ausnehmen. — Das 
Muster setzt sich ans zwei verschiedenen Teilen zusammen, 
dem Blumenkorb und der Bordüre; ersterer wird möglichst 
buntfarbig gearbeitet, während für letztere möglichst zwei 
bis drei Farben, zinnoberrot, kobaltblau, schwarz genügen. 
Den Korb stickt man in braun, während die Blätter-, Sten 
gel- und Blütenornamente in grasgrün, zitronengelb, 
orange, lila, karminrot, lachsrosa, veilchenblau, zinnober 
rot, weiß, delfter- und kornblumenblau gehalten werden. 
Das gefällige Bordürenmuster allein, also ohne Korb, läßt 
sich übrigens vorzüglich zur Verzierung von Garderoben 
stücken, wie Gürteln, Blusen, 
Kinderkleidern, Schürzen usw. 
verwenden, während der Blu 
menkorb als Einzelornament 
ein recht geschmackvolles Mit 
telstück für Kissen ergießt. 
Krenzstichborte mit Ecke. 
Gestickter Kragen. 
Gestickter Kragen. Unsere Vorlage eignet sich speziell für weißes feines Leinen; ie Orna 
mente werden am besten in Weißstickerei gehalten. Als Technik kommt die bekannte Bindloch 
oder Madeirastickerei in Betracht. Doch auch auf starkem, weißen oder grauen Fischerleinen kann 
der Kragen gestickt werden, und je nach Geschmack bevorzugt man auch farbiges rotes, blaues, 
orangegelbes oder grünes Leinen. In diesem Falle verwendet man Buntstickerei. Man wählt 
für feines Leinen Stickgarn oder Seide, für gröberes Grundmaterial Perlgarn, mehr oder weni 
ger starkfädig. Aus alle Fälle muß das Gesamt material waschecht sein. 
Sr 
o 
179
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.