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Periodical volume Nr. 241, 13.10.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

agie, daß die bestehende Anlage der Schuldienerwohnung 
mit Absicht so geschaffen wurde, damit die Frau den Mann, 
wenn dieser behindert ist, vertreten .könne. Aus diesem 
Grunde halte er die Schaffung des besonderen Amts 
zimmers für unpraktisch. Es heißt nun in der Vorlage, 
daß durch ansteckende Krankheiten in der Familie des Schul 
dieners sich Unzuträglichkeiten ergeben. Es sind ja derartige 
Erkrankungen sehr zu bedauern, aber es handelt sich doch 
dabei um Ausnahmen. Wenn man ein besonderes Amts 
zimmer schaffe, wer vertrete dann den Schuldiener, wenn er 
krank ist? Doch nur die Frau. Er bleibe daher auf dem 
ablehnenden Standpunkt stehen. Es scheine ihm, daß, 
wenn eine Vorlage vom Gymnasium kommt und man schluckt 
sie nicht gleich von A—Z, sie immer wieder vorgebracht 
werde. Erbitte, die Vorlage abzulehnen. G.-V. Haustein 
ist doch anderer Ansicht. Das jetzige Amtszimmer des 
Schuldieners stehe unmittelbar mit dessen Privatwohnung 
in Verbindung. Man müsse sich mal an Ort und Stelle 
die Verhältnisse ansehen, dann komme man sicher ebenfalls 
dazu, das besondere Amtszimmer zu empfehlen. G.-N. 
Kunow bemerkt, daß, wenn man unten einen besonderen 
Eingang schassen wolle, dies viermal so viel kosten würde, 
als wenn man dem Antrage des Vorstandes folge. Bürger 
meister Walger erwidert Herrn Richter, es treffe nicht zu, 
daß der Vorstand nach Mitteln und Wegen gesucht habe, 
um die Vorlage abermals vorzubringen. Lediglich der 
kürzlich eingetretene Fall der Erkrankung des Schuldieners 
.habe den neuen Antrag veranlaßt. Baurat Altmann gibt 
Erklärungen über die Anlage der Wohnung und empfiehlt, 
daß die Herren die Wohnung einmal besichtigen, man 
würde dann wohl urit wärmerem Herzen an die Vorlage 
gehen. Bürgermeister Walger und G.-V. Ott beantragen 
Vertagung bis eine Ortsbesichtigung erfolgt ist. Diescur An 
trage wird stattgegeben. 
Bürgermeister Walger macht dann einleitend über die 
Vorlage betr. Genehmigung der Satzungen für die Land- 
krankenkasse folgende Ausführungen: ..Es ist mit dieser 
Sache wieder wie mit so vielen anderen, die von der 
Regierung kommen. Im letzten Augenblick wird den 
Gemeinden eine Mustersatzung unterbreitet und in aller Eile 
haben daun die Gemeinden ihre Beschlüsse zu fassen und 
diese der Behörde zur Genehmigung einzureichen. Eine^ 
bestinrmte Festsetzurug über die Löhne ist von der Regierung 
auch noch nicht gemacht worden. Mit Rücksicht darauf, daß 
die Errichtung der Laudkrankenkasse von finanzieller Be 
deutung für die Gemeinde ist, hat sich der Finanzausschuß 
urit den Satzungen bereits beschäftigt. Er schlage vor, 
abschnittweise die Satzungen zu beraten; er werde Fragen, 
die dazu gestellt werden, dann beantworten. Die Vertretung 
habe sich s. Zt. mit der Frage der Errichtung der Land- 
krankenkasse lauge beschäftigt; der Beschluß, sie zu errichten, 
ist von der Behörde genehmigt worden. Er möchte gleich 
eins vorwegnehmen. Es haben sich öffentliche Kreise in 
letzter Zeit besonders mit der Landkrankenkasse beschäftigt. 
In der Presse sind verschiedene Aufsätze erschienen, die es 
notwendig machen, daß von dieser Stelle die Sache 
einmal klar gelegt wird. Versicheruugspflichtig bei der Land 
krankenkasse sind: Wandergewerbetreibende, Hausgewerbe 
treibende, land- und forstwirtschaftliche Arbeiter und Dienst 
bolen. Landwirtschaftliche Arbeiter kommen hier nicht in Frage, 
höchstens einige Gärtner. Das Gros stellen die Dienstboten, 
svdaß man von einer Dieustbotenkrankenkasse sprechen 
kann. Es kommen hierfür rund 4000 Dienstboten inbetracht. 
Nun besteht seit einer Reihe von Jahren der Abonnements 
verein für Dienstherrschaften. Der Verein hat sehr 
segensreich gewirkt. Die Leistungen des Vereins waren 
bisher die gesetzlichen Mindestleistungen gewesen, d. h. die 
Herrschaft mußte dem Mädchen den Dienst sofort kündigen, ( 
wenn es erkrankte. 9Mt Rücksicht darauf war es möglich, ' 
daß der Beitrag nur auf 9 M. festgesetzt werden brauchte. 
Nun aber sind die Erfordernisse für die Ticnstherrschaften 
erheblich größere. Sie sind so gestiegen, daß der Verein 
nicht mehr mit dem bisherigen Beitrag auskommt. Die 
Hauptversammlung des Vereins hat den Beitrag bereits 
mif*36 M. festgesetzt. Der Wunsch, den Abonnementsverein 
als eine selbständige Kasse anzuerkennen, konnte nicht erfüllt 
werden. Dadurch ist den Herrschaften die Möglichkeit ge 
nommen, daß sie nicht der Landkrankenkasse angehören 
brauchen. Eine Befreiung der Dienstboten von der Land- 
krankenkasse ist also im allgemeinen nicht möglich. Aber es 
gibt einen Paragraphen in den Satzungen, der die Be 
freiung ermöglicht. Das ist die Leistungsfähigkeit der 
Dienstherrschaft. Wenn die Dienstherrschaft glaubt, die 
Kosten bei Erkrankung des Dienstboten bezahlen zu können, 
dann kann sie durch Beschluß des Kassenvorstaudes von der 
Versicherungspflicht befreit werden. Es kommen dabei 540 
Mark für Mindestleistungen oder 760 M. bei höheren' 
Leistungen der Kasse inbetracht. Der Abonnemcntsverein 
steht nun auf dem Boden, daß die Kasse denjenigen von 
der Vcrsicherungspflicht befreien wird, der Mitglied des 
Abonnementsvereins ist. Nuir hat sich das Oberversicherungs 
amt mit der Frage beschäftigt und erkannt, daß der 
Abvnnementsverein als besondere Kasse nicht anerkannt 
werden kann. Die Frage der Leistungsfähigkeit wird von 
demKassenvorstand, den die Gemeindevertretung zu wühlen hat, 
entschieden. Es hieß in den Artikeln in der Presse,daß 3000 bis 
4000 M. Einkommen für die Leistungsfähigkeit der Dienst- 
herrschaft genügen dürfte. Er glaube nun, daß der 
Kassenvorstand so niedrige Einkommen nicht anerkennen 
werde. Denn 540 oder 760 M. Ausgaben sind doch ganz 
erhebliche für eine Familie mit 3-—4000 Al. Einkommen, 
besonders für solche Berufe, die nicht mit festen Einnahmen 
rechnen. Er glaube daher, daß der Vorstand mindestens 
7-—8000 M. Einkommen wird festsetzen müsseir. Die 
Beitragssätze für Jfcic Landkrankenkasse sind jedoch niedriger 
bemessen als bei der^ Ortskrankenkasse und auch niedriger 
als beinr Abonnementsverein, daher würde jede Herrschaft, 
die ihre Dienstboteir bei der Landkrankenkasse anmeldet, so 
wieso billiger wegkommen, als beim Abonnementsverein. 
Nun wechseln allerdings die Beiträge bei der Landkrauken- 
kasse, während sie beim Abonnementsverein immer gleiche 
bleiben. Die Landkrankenkasse soll mehr leisten wie der 
Abounementsvcköin, ' sie' soll ebenso viel leisten, wie die 
Ortskrankenkasse, denn es geht nicht an, daß man die Ver 
sicherten der einen Kasse hinter die der anderen Kasse 
zurückstelle. Im Finanzausschuß wollte man zuerst die 
gleichen Sätze nehmen, wie für die Ortskcankenkasse. Der 
Vorstand sei jedoch nach nochmaliger Berechnung auf 
niedrigere Sätze gekommen. Man würde init 25 M. Jahres 
beitrag in der niedrigsten Klasse auskommen gegen 36 M. 
beim Abonnementsverein. Er möchte daher in der Oeffent- 
lichkeit aussprcchen, daß er bei aller Anerkennung der 
Tätigkeit des Abonnementsvereins den Einwohnern 
raten muß, nicht mehr Mitglied des Abonnements- 
vcrcitts zu bleiben, sondern ihre Mitgliedschaft recht 
zeitig zu kündigen. Es besteht wohl die Möglichkeit, daß 
die Herrschaft Mitglied des Abonnementsvereins bleiben 
kann, ohne der Landkrankenkasse anzugehören, aber es 
besteht noch mehr die Möglichkeit, daß sie Mitglied des 
Abonnementsvereins ist und dann doch noch bei der Land 
krankenkasse versichern muß. Dann rnuß die Herrschaft bei 
der Landkrankenkasse und beim Abvnnements- 
nerein bezahlen. Es besteht für die Herrschaften 
jederzeit die Gefahr, daß ihre Leistungsfähigkeit nicht an 
erkannt wird, sie also dann doppelt zu zahlen haben. Er 
könne also der Bürgerschaft nur raten, ihre Mitgliedschaft 
beim Abonnementsverein zu lösen und bei der Land 
krankenkasse zu versichern. Sie kommen dadurch billiger weg 
und ersparen sich manche Unannehmlichkeiten. (Schluß folgt.) 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Origiualartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Eharattcrvcrleihung. Dein Regierungsrat Kinder- 
maun, Mitglied des Kaiserlichen Schiffsvermessungsamts, ist 
der Charakter „Geheimer Negierungsrat" verliehen worden. 
^ o .Kirchliche Feiern am.18. Oktober. Der „Evgl. 
Kirchl. Anzeiger" veröffentlicht eine Verfügung des Evan 
gelischen Oberkirchenrates, nach der von einem allgenreinen 
Festgottesdicnst Abstand genommen wird, den Gemeinde- 
kirchenräten jedoch empfohlen wird, eine Festfeier an diesem 
Tage zu beschließen, die möglichst durch Chorgesang und 
Posauncnbegleitung ausgestaltet werden soll. Dagegen wird 
für mittags 12 llhr großes Festgcläut angeordnet. Am 
folgenden Tage, Sonntag, 19. Oktober, soll in allen Kirchen 
— jedenfalls im Hauptgottesdienste — in der Predigt und 
iur Kirchengebet der großen vaterländischen Erinnerung ge 
dacht werden. 
o Die Silberne Hochzeit feiert am Sonntag, dein 
5. Oktober Herr Redakteur Paul Zunk mit seiner Gemahlin 
Johanna, Wilhelm-Hauffstr. 8 wohnhaft. Herr Zunk ist 
Redakteur der Vossischen Zeitung und seine Gattin ist unseren 
Lesern al- treue Mitarbeiterin des „Friedenauer Lokal-An 
zeigers" und Verfasserin geistreicher Plaudereien und Novellen 
bekannt. Auch als Gelegenheitsdichterin hat sie sich bewährt 
und manchem unserer Mitbürger schon eine Freude bereitet. 
Wir gratulieren dem Schriftstellerpaare zu seinem Ehrentage 
und wünschen ihm eine auch ferner glückliche und gesegnete Ehe. 
o Zur Dicnstbotcnversichernng wird uns geschrieben: 
In der Nr. 227 Ihrer Zeitung heißt es in dem Artikel 
„Die Krankenversicherung der Dienstboten in Friedenau," 
daß in Steglitz die Errichtung einer Landkrankenkasse be 
schlossen worden sei, welche, wie die Landkrankenkassen in 
Friedenau und Wilmersdorf wohl geringere, aber doch zu 
reichende Leistungen mit niedrigerem Beitrag als der Dienst- 
boten-Abonnementsverein biete. Die Annahme, in St?glit; 
werde eine Landkrankenkasse errichtet, ist unzutreffend. Die 
Genreindevertretung zu Steglitz hat die Errichtung einer 
Landkrankenkasse bereits im Januar d. Js. abgelehnt; die 
Dienstboten sind bei der Allgemeinen Ortskrankeukasse für 
Steglitz versicheruugspflichtig. Wir legen hohen Wert darauf, 
festzustellen, daß auch die Versicherung der Dienstboten bei 
Ortskrankenkassen sich wesentlich billiger stellt, als beim 
Abonnementsverein. In den für Dienstboten maßgebenden 
Lohnstufen bei der Ortskrankeukasse Steglitz beträgt der 
Jahresbeitrag bei freier Station und einem Barlohn bis 
22,20 M. monatlich, pro Jahr 24,96 M., bei einem Bar- 
lohn über 22,20 M. monatlich macht der Jahresbeitrag 
32,76 M. aus. Die Leistungen der Kasse gehen dagegen 
über die des Abonncmentsvereins weit hinaus. Gestatten 
Sie uns, noch etwas zu Gunsten der Krankenkassen im all 
gemeinen anzuführen. In den» betr. Artikel ist die Rede 
davon, daß von der Prämie für den Verein 2 / 3 von dem 
Dienstboten zu tragen seien. Das ist ein Jrrtuin. Den 
Beitrag zum Abonnementsverein muß die Dienstherrschaft 
allein tragen. Nur bei der Versicherung in einer gesetzlich 
zuständigen Orts- oder Landkrankenkasse hat die Dienstherr- 
schaft das Recht, 2 / 3 der Kasscnbeiträge am Lohne abzu 
ziehen oder das Krankengeld auf den Lohn anzurechnen, 
den sie^den Dienstboten während der Krankheit weiter zu 
zahlen hat. — Wie viele Hinweise von hiesigen Dienstherr 
schaften auf den betr. Artikel beweisen, hat er hier in weiten 
Kreisen Beachtung gefunden. Wir ersuchen darunr höfl., da 
es sich auch um Berichtigung tatsächlicher Angaben handelt, 
diesen Beitrag zu der für die Dienstherrschaften so wichtigen 
Frage der Krankenversicherung der Dienstboten zum Abdruck 
bringen zu wollen. Es wird damit auch den Interessen 
der für Friedenau für die Versicheruug der Dienstboten zu 
ständigen Kasse gedient. Mit vorzüglicher Hochachtung 
Allgem. Ortskrankenkasse für Steglitz und Dahlem: Gruben. 
o Mit den Vermögensverhältnifsen der Witwen 
haben sich unlängst statistische Ermittlungen zu beschäftigen 
verstanden. Die Resultate dieser Feststellungen führen 
jedoch zu Ausblicken recht trauriger Art. Denn von den 
2,42 Millionen Witwen, die im Deutschen Reich ermittelt 
wurden, haben sich 170 600 als beruflos ausgewiesen, aber 
auch ohne Besitz eines Einkommens. Diese Frauen fallen 
der Wohltätigkeit anheim, die meist ihrerseits für den 
Einzclfall nur die kleinen Spenden und Zuwendungen zur 
Verfügung hat. Zumal für die alternde und erwerbs 
unfähige Frau ist auch bei rege betriebener Wohltätigkeit 
schweres Sorgen. Auf die Unterstützung durch Angehörige 
sind 385 000 dieser Familienmütter und einstigen Herrinnen 
im Haushalt angewiesen. 900 000 können sich wenigstens 
auf Pension und Rente stützen. Das Militär- und Be 
amtentum lasten am häufigsten die Witwe durch Pension 
versorgt zurück. Die neue Angestellten-Versicherung wird 
gewiß auch hier hinsichtlich der Notlage der Witive in Zu 
kunft die Zahlen herabmindern und die des Gatten beraubte 
Frau sicher stellen. Daneben aber bleibt auch für die 
Witwe die eigene Berufstätigkeit die sichere Zuflucht. 41 
Prozent aller Witwen Deutschlands haben sich denn auch 
zu beruflicher Tätigkeit verstanden, um sich Einkünfte zu 
schaffen und den Lebensunterhalt zu sichern. 
o Möblierte „Wohnungen". Die neueste Erscheinung 
auf dem Wohnungsmarkte in Groß-Berlin ist das Angebot 
von möblierten Wohnungen. Das Leerstehen von rund 
25 000 Wohnungen in Berlin treibt die Hauswirte dazu, 
zur Heranziehung von Mietern immer neuere Mittel zu 
erfinden. Während bisher höchstens zwei möblierte Zimmer, 
evtl, mit Küchenbenutzung zu vermieten waren, werden jetzt 
möblierte Wohnungen in großer Zahl angeboten. Gewöhnlich 
sind es Drei- und Vierzimmer-Wohnungen, die modern und 
geschmackvoll ausgestattet sind und auf diese Weise an einen 
Mieter gebracht werden sollen. Der Preis für diese 
möblierten Wohnungen kommt etwa den Preisen für leere 
Wohnungen gleich. Da aber der Hauswirt die Einrichtung 
für die Zimmer meist von Abzahlungsgeschäften entnommen 
hat, so erfolgt ans den Mietspreis ein kleiner Aufschlag für 
die Abzahlung. Die Kücheneinrichtungen sind gewöhnlich 
Eigentum des Hauswirtes. In den westlichen Vororten 
werden diese möblierten Wohnungen von den Mietslustigen 
sehr bevorzugt. 
o Erhöhung der Beiträge zum Unterhalt unehe 
licher Kinder. Auf Antrag der Generalvormundschaft sind 
die Beiträge für den Unterhalt der Kinder auf 30 M. den 
Monat für das Alter von 1—6 Jahren und auf 35 M. 
für das Alter von 6—16 Jahren erhöht worden. Darnach 
hat der außereheliche Vater an Kosten insgesamt 6360 M. 
aufzubringen. Wie wir hören, werden in unserem Orte von 
etwa 10 Proz. der außerehelichen Väter Beiträge gezahlt, 
während von 90 Proz. die Beiträge nicht einzutreiben sind. 
Der Unterhalt dieser Kinder fällt also der Armenverwaltung 
zur Last. 
o Humboldt-Akademie, Lehrstätte Friedenau. Im 
kommenden Lehrquartal werde» im Königin-Luise-Lyzeum, 
Goßlerstr. 15. folgende Vorlesungen abgehalten: „Fragen 
der Erziehung und Lebensweisheit" (Dozent Dr. M. Klein), 
Freitags 8—10, Beginn 10. Oktober; „Lektüre und Er 
klärung philosophischer Klassiker" (Dozent Dr. R. Baerivald), 
Dienstags 0—7, Beginn 7. 10.; „Große Maler der 
modernen Kunst" (Dozent Dr. B. Daun), Montags 7—8, 
Beginn 13. 10.; „Die Romantik und ihre Meister" (mit 
Erläuterung am Klavier, Dozent G. Ernest), Montags 8—9, 
Beginn 13. 10.; „Englische Grammatik und Uebungen für 
Anfänger" (Doppel - Reihe, Dozent A. Featherstonhaugh), 
Freitags 6—7 1 / 2 , Beginn 10. 10.; „Italienische Grammatik 
und Konversation" (für Anfänger, Dozent G. Saccrdvte), 
Sonnabends 6—7'/ 2 , Beginn 11. 10.; „Biologische Studien" 
(mit Demonstrationen und Exkursionen, Doz. Dr. H. Welten), 
Montags 8—0, Beginn 13. 10. Vorlesungsverzeichnisse 
und Hörerkarten sind zu haben bei: Wertheim, Schmargen- 
dorfer Straße 36 und in der Wohlthat'schen Buchhandlung, 
Rheinstr. 11, Hauptbüro, Berlin W 57, Kurfürstenstr. 1601. 
o Henny Porten, die beliebte Kinoschauspielerin, 
tritt von heute ab im Biofontheater in der Rheinstraße 14 
in dem Dreiakter „Der wankende Glaube" auf. Außerdem 
wirken in diesem interessanten Film die Herren Harry Liedke 
von den Kammerspielen, Eugen Ditsch vom Hebbeltheater 
und Wassermann vom Komödienhaus niit. Handlung, 
Szenerie und Darstellung sind gleich hervorragend. Mar 
am Klavier, eine Humoreske, verfaßt und gespielt von Max 
Linder, dem immer gern gesehenen Pariser Kiuoschauspieler, 
ist sehr ulkig. Unsere Wächter und unsere Freunde ist ein 
netter Film, der allen Hundeliebhabern besonders gefallen 
dürfte. Das zweite Ich behandelt eine fesselnde Komödie, 
während die Hohe Tatra (Galizien) eine von den in land 
schaftlicher Beziehung großartigen Naturaufnahmen ist. Die 
Biofourevue von Pathö fräres bringt wieder viel Neues au 
Vorgängen aus aller Welt. Alma will Wäscherin werden 
ist sehr ulkig. Das Biofontheater in der Rheinstr. 14 macht 
keine marktschreierische Reklame, sondern fesselt seine Besucher 
durch lebenswahre klare Bilder in bunter Folge. Eine 
Theatcrzeituug mit Erklärung der Films und des Programms 
''ist am Eingang wie im Saale erhältlich. Die Bilder 
werden von der Hauskapelle in künstlerischer Weise musikalisch 
illustriert. 
o Freie Schülcrvorträge auf der Treptow-Stern 
warte. Um den Schülern Gelegenheit zum Anhören eines 
Vortrages zn geben, hat die Direktion der Treptow-Stern 
warte bestimmt, daß während der Schulferien jeder Er 
wachsene das Recht hat, ein Kind unter 14 Jahren frei 
einzuführen. Es finden folgende wissenschaftliche Kino- 
Vorträge statt: Am Sonnabend, dem 4. Oktober, Nachm. 
5 Uhr: „Aus . fernen Landen", Abends 7 Uhr: „Christoph 
Columbus", Abends 9 Uhr: „Scott's Reise zum Südpol 
und ein Blick ins Weltall", ain Sonntag, dem 5. Oktober, 
Nachm. 5 Uhr: „Interessante Bilder aus Italien"; Abends 
7 Uhr: „Aus fernen Landen", am Montag, dem 0. Oktober, 
Abends 7 Uhr: „Christoph Columbus". — Mit dem 
großen Fernrohr wird der Jupiter, am Sonnabend und den 
folgenden Tagen von 0 Uhr an der Mond und auf Wunsch 
der Komet Metcalf gezeigt; letzterer ist vom Direktor Dr. 
Archenhold photographiert worden, er zeigt deutlich einen 
Kern mit großer Nebelhlllle und ist vom Dunkelwerden an 
während der ganzen Nacht zu sehen. Eine Karte im 
neuesten „Weltallheft" gibt seinen Lauf unter den Sternen 
wieder. 
o Ein'neuer Gaunertrick wird jetzt in Gastwirtschaften 
angewandt. Ein gutgekleideter Mann tritt in das Lokal 
ein, verlangt ein Glas Bwr, sowie Feder und Tinte. Er 
schreibt eilig einen Brief. Auch das Kuvert ist beschrieben. 
Da ruft der Gast: „Herr Ober . . ." Man eilt herbei. 
„Haben Sie nicht einen Fünfinarkschein? Ich will einen 
fortschicken, habe aber selbst keinen . . ." „Hier ..." — 
„Schön!" Im Nu ist der Brief geschlossen. Nun greift 
der Mann nach seiner Börse, findet aber nur ein paar 
Groschen. „Ach, da habe ich ja's andere Portemonaie zu- 
ihaus' liegen lassen. Nun ich komme gleich wieder. Einst
        
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