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Periodical volume Nr. 232, 02.10.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

bar blieb der Fabrikbesitzer Dr. Max Carlson in Wildschütz 
bei Düben, Bewirk Halle a. S., Meistbietender. 
Die Straßenbahn auf dem Kalen- 
ftreifen* 
(Wir entnehmen diesen Artikel mit Genehmigung des Ver- 
fassers dem „General-Anzeiger", Beiblatt zumBerl. Tagebl., ohne uns 
jedochmitdemJnhalt vollkommen einverstanden zu erklären/ Schristl.) 
Es gehört zu den alltäglichen Erscheinungen, daß man von 
Unfällen und llnglücksfällen hört und liest; jeder Sport, alles Neue, 
nnvi in die Welt kommt, erfordert'seine Todesopfer, man berechnet 
sie schon nunmehr prozentnal nnd gibt jeder neuen Einrichtung den 
Vorzug, die die wenigsten Todesopfer und somit die meiste 
Dividende abwirft. Besonders ist der arine Großstädter den Icbcn- 
drobendcn Gefahren ausgefegt. Auch dieses scheint eine weise Ein 
richtung der weisen Mutter Natur zu sein, weil der Städter sein 
Leben besonders liebt und es bis zur höchsten Potenz durch Arbeit 
nnd Genuß zu steigern weiß. Wenn er schon nicht danach fragt, 
wie lange das bißchen Leben dauert, so will er wenigstens etwas 
für sein Geld haben. Alles drängt sich bei ihm auf Eile. Darum 
ruft ihm das Schicksal stündlich und bei jeder Gelegenheit zu: 
„Bedenke, daß du sterblich bist." Wie man früher dem Gegner 
hinterrücks den Dolch in die Rippen stieß, so fährt ihm meuchlings 
jetzt das Automobil in die Waden. Wer nicht das Bergnügerk hat, 
ans einem Lnstfahrzeug heraus den Tod auf der harten, kantigen 
Erde zu finden, der kann sich gemütlich durch eine Kellerexplosion 
aus seiner Stube heraus mit dem gleichen Endzweck in die Luft 
befördern lassen, nur weil unten ein Maler- oder Drogisten 
lehrling zu nahe mit einem Streichholz an den Benzinbehältcr kam. 
Ein griminer Feind alles Lebens ist auch die elektrische 
Straßenbahn. Sie mordet alles, was ihr vor die Räder konimt, 
trotz Schutzgitter und Wachsamkeit des Führers. Auf die armen 
Hunde hat sie es besonders abgesehen, da muß mancher sein Leben 
bluten lassen. Manchmal müssen auch die Menschen daran glauben, 
doch diese haben sich an den Anblick der gefährlichen Bestie 
gewöhnt und gehen ihr vorsichtig rechts und links aus dem Wege, 
ehe sie über den Damm schreiten. Doch scheint die Verwaltung, 
vielleicht ans Pietätsgefühl oder Gott weiß warum, den früheren 
alten unsicheren Zustand auf einer Stelle noch beibehalten. 
In dem freundlichen und ruhigen Vorort Friedenau hat 
sie eine richtige Menschenfalle etabliert und ihre Erfolge 
sind auch nach dieser Beziehung hin recht günstig zu 
nennen. Ja, sie hat die Falle mit allen nur erdenklichen 
Finessen ausgestattet, daß es ein Wunder ift ( wenn nicht mehr 
Menschen an den Speck gehen. Wenn auch nicht täglich dort ein 
Mensch oder Hund vom Leben zum Tode gefahren wird, so müssen 
doch immer einige Menschen in-der Woche daran glauben; ja, ich 
wette, daß jeder Provinzler und Fremde sich hier in Friedenau und 
Steglitz zum lebenslänglichen Pensionär des Himmels oder der 
Straßenbahngesellschaft machen kann. Da fährt sie also links die 
Straße'hinauf und rechts herunter, nicht wie üblich, in der Mitte 
der Straße, sondern an den Seiten auf den Bürgersteigen. 
Ihre Schienenstränge sind zu den verlockendsten Promenaden um 
gewandelt. man hat nicht versäumt, noch Gras dazwischen zu säen. 
Zwei Reihen Bäumen flankieren die Seiten jeden Laufes und helfen 
mit dazu, daß in den Sommertagen der mörderisch heranbrausende 
Wagen nicht sichtbar wird. Zwischen den beiden Gleisen liegt der 
eigentliche Fahrweg, der ivegen der elektrischen Fahranlagen sehr 
schinal ausgefallen ist, trotzdem hier die Hauptstraße ein Stück der 
stark befahrenen Potsdamer Chausiee bildet und sie besonders an 
den Markttagen an Verkehr der Leipziger Straße nicht nachsteht. 
Vom Bürgersteig ans führen kleine Fußwege über den Rasenteppich 
und die Schienen und dann erst über den Fahrdamm. Wenn nun 
eine Person die Straße gewinnen rvill, muß sie über die verhängnis 
vollen Schienen und allzu leicht wird sie von der durch die Bäume 
unsichtbar bleibenden Elektrischen erfaßt. Ein Ausweichen gibt cs 
nicht, da die eine Seite nach dem Bürgersteig noch zum Ueberfluß 
mit einem niederen Zaun flankiert ist und weil vielleicht gerade in 
dem Moment auf dem Damm die Wagen hart an der Bordschwelle 
fahren. Spielende Kinder laufen meist unbesorgt auf die grünen 
Nasenstreifen an den Bürgersteigen, es kostet ihnen ja nur ein Schritt 
aus den Armen der Mutter. So wurde erst vor kurzem das drei 
jährige Kindchen eines dortigen Schlächtermeisters auf solche Art 
totgefahren. Ebenso war ich Zeuge, wie einem schwerhörigen alten 
Herrn beide Füße in Steglitz abgefahren wurden, der Arme ist 
anderen Tags darauf gestorben. Dem Wagenführer kann selten 
eine Schuld treffe», da das lleberschrcitcn der Schienen dauernd und 
immer oft ganz kurz vor dem Wagen erfolgt. Er hat cs dann 
nicht mehr in seiner Gewalt, den Wagen rechtzeitig zum Stehen zu 
bringen und steht er, ist es meistens zu spät; außerdem ist er von 
der vielen Gefahr, auf dieser Strecke schon ganz nervös geworden. 
Bemerkt sei noch, daß die Strecke Berlin—Schöneberg—Steglitz— 
Groß-Lichterfclde eine der meistbcsahrencn Linien der Straßenbahn 
ist. Ebenso droht die Gefahr den Fuhrwerken, die in eine der 
vielen Querstraßen einbiegen wollen. Wie überall gerade die 
Straßenecke geschont wird und ein richtiges Fahrreglement über das 
Einbiegen besteht, kann sich hier hingegen die Elektrische erlauben, 
die gefährlichsten Ecken glatt zu schneiden. Wehe, wenn nun erst 
noch so ein ariner Radfahrer in die Enge gerät. Während ihm 
auf sonstigen Straßen beim Ausbicgen die Bürgersteige nicht ge 
fährlich werden und er höchstens einen Fall über die Bordsteine 
zu riskieren hat, stürzt er hier meistens auf die Schienen der Elek 
trischen und die Gefahr wird um so größer. Wieder war ich 
Zeuge, wie ein Radfahrer, ein noch junger Mann, um einem 
Wagen mit langen Gerüstleitcrn, der in eine Querstraße einbog, 
auszuweichen, mitten auf die Schienen fiel und von der Elektrischen 
zerinalmt wurde. Bei diesem Kapitel vergeht einem der Spaß und 
man begreift nicht, wie solche Zustünde so lange Jahre schon ge 
duldet wurden. 
Ob cs an den Gemeinden liegt, die ihre Schmuckanlagen nicht 
zerstören wollen oder an der Verwaltung der Straßenbahn, die 
sich vor der teueren Umänderung fürchtet, das entzieht sich meiner 
Kenntnis. Aber ivas geht das uns an, das Leben eines jeden 
einzelnen Bürgers ist wichtiger als die Tausende Mark oder eine 
Schmuckanlagc am falschen Platze. Die Elektrische gehört mitten 
aus die Straße und nicht auf die Bürgersteige, dafür dürften diese 
breiter angelegt werden und ebenso der Fahrdamm ans Kosten der 
Rasenstreifen. Nochmals, weg mit der Menschenfalle! F. N. 
Gerichtliches 
(;) Vom Reichsgericht verworfen wurde die Revision deS 
Klempnermeisters Karl Leske, der vom Landgericht 1l am 
9. April d. I. wegen Vergehens gegen das Gesetz über die Sicherung 
von Bausorderungen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt ivorden 
mar. Der Angeklagte hatte im Frühjahr 1911 von einer Terrain- 
gesellschaft zwei Grundstücke in Berlin-Schöneberg erworben, die er 
bebaute. Das Bargeld erhielt er von einer Baubank. Als er 
bereits Ende 1911 seine Zahlungen gegenüber den Lieferanten ein 
stellte, ergab eine genauere Untersuchung, daß der Angeklagte die 
Baubücher höchst unordentlich und unrichtig geführt und Ausgaben 
eingetragen hatte, für welche das Baugeld nicht bestimmt war. So 
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fanden sich in den Büchern verschiedene Posten, wie 4000 M. für 
Provisionen, 120 M. für gerichtliche Taren, Ausgaben für Steuern, 
gerichtliche Gebühren, Stempel und dergl. Ferner ein Konto 
„Diverses", in dem die Kosten für Notar, Wohnungsanzeiger, 
Inserate, Ilmzugskostcn usw. verzeichnet waren. Da er aber nach 
den Bestimmungen des genannten Gesetzes das Baugeld nicht zur 
Bezahlung solcher Verbindlichkeiten verwenden durfte, sondern 
lediglich für Bauzwecke, d. h. für Bezahlung der Lieferanten und 
Handwerker, so hatte sich der Angeklagte dadurch schuldig gemacht. 
Gegen das Urteil hatte der Angeklagte Revision eingelegt mit der 
Begründung, es sei nicht festgestellt, daß er bei Führung der Bücher 
vorsätzlich unrichtige Eintragungen gemacht habe. Auch sei zu 
Unrecht angenommen worden, daß er alle die Posten, die man ihm 
vorgehalten, nicht habe eintragen und keine der beanstandeten 
Zahlungen von dem Baugeld habe leisten dürfen. Das Reichs 
gericht verwarf indessen die Revision als unbegründet, da einwands- 
srei festgestellt sei, daß der Angeklagte planmäßig gehandelt und 
wissentlich das Baugeld zu Zwecken verwendet hat, für die er es 
nicht verwenden durfte. 
_____ Yermitchtes 
*o Bauernregel vom Oktober. Der Landmann wünscht sich 
den Oktober regnerisch. — Hat der Oktober viel Regen gebracht, so 
hat er auch gut die Aecker bedacht. — Nichts kann mehr vor 
Raupen schützen, als wenn der Oktober erscheint mit Pfützen. — 
Wolgang Regen verspricht ein Jahr voll Segen. — Oktober und 
März gleichen sich allerwärts. — Nordlichtschein bringt Kälte ein. — 
Sitzt das Laub an den Bäumen fest, sich strenger Winter erwarten 
läßt. — Wandert die Feldmaus nach dem Haus, bleibt der Frost 
nicht lange aus. — Aon Lucä bis St. SimonStage zerstört der 
Raupennester Plage. — Wie im Oktober die Regen hausen, werden 
im Dezember die Stürme brausen. — Oktober rauh, Januar flau. 
— Oktoberhimmel voller Sterne hat warme Oefen gerne. — 
Oktobergewitter sind Leichenbitter. — Fette Vögel nnd Dachse, 
pfeift im Winter die Achse. — Auf Sankt-Gallen Tag, muß jeder 
Apfel in den Sack. — Wenn's im Oktober friert und schneit, so 
bringt der Januar milde Zeit. — Halten die Krähen Konvivium, 
so sieh nach Feuerholz dich um. — Trägt's Häschen lang sein 
Sommerkleid, so ist der Winter auch noch weit. — Oktober-Ge- 
witter sagen beständig, der künftige Winter sei wetterwendig. — 
Wenn Simon und Judas mit Sturm einherwandeln, so wollen sie 
mit dem Winter verhandeln. — Oktoberdonner ist fürwahr noch 
besser als im Februar. — Fällt der erste Schnee in den Schmutz, 
vor strengerem Winter findet er Schutz. — Fällt das Laub vor 
Leodegar,' so ist das nächste ein fruchtbar Jahr. — St. Gallen läßt 
den Schnee fallen. — Ist St. Gallus naß, ist's für den Wein kein 
Spaß. — Mengt der Oktober sich in den Winter, so ist dann dieser 
um so gelinder.. — Fängt der Winter zu früh an zu toben, wird 
man ihn im Januar loben. — Je fetter die Vögel und Dachse 
sind, desto kälter erscheint das Christuskind. — ' Auf den Tag St. 
Gallus die Weidekuh in den Stall muß und der Apfel in den Korb 
muß. — Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei. 
— Ist recht rauh der Hase, frierst bald du an die Nase. — 
Wenn im Moor viel Irrlicht stehn, bleibt das Wetter lange schön. 
— Ist im Oktober das Wetter hell, bringt es her den Winter schnell. 
Wetterausfichten. 
Freitag: Teils heiter, teils neblig. Nachts kühl, am 
Mittag ziemlich mild bei mäßigen östlichen Winden, keine 
wesentlichen Niederschläge. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann Martinius Friedenau. 
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