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Periodical volume Nr. 126, 01.06.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

MdkMkr Fikal-Amtlm. 
(Kriedvnauer 
Anpactciischc Zeitung für fommitmt(< un> bürgerliche 
Ungelegeiihelte«. 
bejugspr.is Ke sondere 
iöel Abholung aus der Geschäftsstelle, 
Rheinstr. 15,1,50 M. vierteljährlich; durch 
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Post bezogen 1,93 M. einschl. Bestellgeld. 
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„9«ifenbl»sen". 
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Zeitung.) 
Organ für dm Iriedmailm Ortsteil von Zichdneberg und 
K^irtsverein Ziidlvest. 
Keilagen Ureigen 
Jecken Sonn1»g; 
LläNer für ckeutlcke grauen. 
Druck und Verlag von Leo Schultz, Friedenau. 
GelckiLftsklelle: Rkeinltr. ,Z. 
werden bis 12 ilhr mittags angenommen, 
Preis der ögcspallcnen Zeile oder deren 
Raum 30 Ps. Die Reklamezeilc kostet 
75 Pf. Belagnummer 10 Pf. 
sernlprecber: Rmt pkalzborg 212». 
Kr. 3. 
Berlin-Friedenau, Freitag, den 3. Januar 1913. 
20. Iahrg. 
Artstuf. 
.En plaitdütsch kierl, «n trugen Fruud 
En sorgsamen Schützer for Fm un Kind; 
En lustigen Säuger vull Freud an't Lewen, 
So steihl hei un» fast in t Gedächtnis fchrewen/ 
Mit diesen Bersen begann Eduard Jürgensen den Nachmf 
für seinen am 27. Februar 1997 in Friedenau verstorbenen Freund, 
den Singer Otto SIeidl. Er kinnlen die gleichen Verse auch dem 
Dichter selbst gellen, der allzeit ein lustiger, lebensfroher Sänger und 
eia treuer Freund war. Der harmlos fröhliche Humor seiner an- 
spruch-losen Muse und die kernhast deutsche Gesinnung, die inSbe- 
lordere au» seinen weitverbreiteten Plaltdeutschen .Burcnlicdem' 
hervorleuchtet, hat ihm im Leben viele Herzen geronnen. — Und 
dennoch ist seine Ruhestätte .vamenlo!', weist sie noch keinen Denk- 
stein auf. 
Der unterzeichnete Ausschuß hat eS daher unternommen, dem 
Dichter Eduard Jürgensen einen künstlerlsckea Grabstein zu setzen.. 
Sein LavdSmann, der Bildhauer Heinrich Mißfcldt, Friedenau, 
Wilhelmstr. 7 hat sich bereit erklärt, das Denkmal >um Selbstkosten, 
preise auszuführen. 350 M. werden — für einen schlichien Granitblock 
mit Medaillon — erforderlich sein. Rund 250 M. find erst zur Ver 
fügung de» AuSschuffeS, sodaß noch 100 M. fehlen. 
»n Alle, denen Eduard Jürgensen einmal au» dem Herzen 
gesungen, richtet der untcrzeichnete Ausschuß daher die Bitte, zur 
Deckung de» Restbetrages freundlichst betiragen zu »ollen. 
Die Beträge find an die Geschäftsstelle deS Frstdeuauer Lokal- 
Anzeiger», Rheiustr. 15 oder an die Friedrnauer Spar> und Dariehns- 
kaffe, Rheiustr. 58 zu richten. 
Ter Ausschuß 
für Ate Srrichtnag eine» Gduara Jürgens n-G<a»denk«alS. 
Henry Benecke, Buchhändler, Friedenau. Jchn Senrcke, GeschäftSIeiler 
v. Vereins f. d. Deutschtum i. Ausland, Wilmerldorf. Herrn Brücker, 
Buchdruckereibefitzer, Friedenau. Alfred Geiser, Generalsekretär de» 
Verein» f. d. Deutschtum t. Ausland, KrrlShorst. Gustav Graßmann, 
Architekt, Friedenau. H. Luca», Baumeister, Friedenau. H. MarttniuS, 
Redakteur. Friedenau. Heinrich Mißfeldt, Bildhauer, Friedenau. 
Dr. Marx Möller. Schriftsteller, Wilmersdorf. Leo Schultz, Buch- 
druckeretbefitzer, Friedenau. fS. Stoltzeuburg jan.. Bezirksschornstein. 
fesermrister uud Ober Brandmeister, Friedenau. B. Sudan, Bürodirektor, 
Friedenau. Emst Wegeuer, Kaufmann, Friedenau. Zastiow, Pfarrer, 
Stralau. R. Zetzmann, Kuvserftecher, Friedenau. Johanna Zunk, 
Echliststelleriu, Friedenau. 
Depeschen. 
Letzte Nachrichte«. 
Lippe-Detmold. Die Lippe führt Hochwasser wie 
ei in gleicher Stärke in den letzten Jahren nicht zu oer- 
zrichnen war. Die Lippe hat in der Umgebung von 
Detmold großen Schaden angerichtet. 
München. Der Literarhistoriker Professor Dr. Richard 
Weltlich ist im Alter von 68 Jahren gestorben. 
Wien. An der hiesigen Börse war gestern nachmittag 
da» in letzter Zeit häufig auftauchende Gerücht über eine 
neuerliche ungünstige Wendung im Gesundheitszustand 
de» Kaisers Franz Joseph verbreitet. ES hirß, daß der 
Katt- einen Anfall von Herzschwäche erlitten hätte. Dieses 
Gr sich entsprach nicht den Tatsachen. Von einer akuten Sr- 
krantung deS Kaisers ist nicht die Rede. Der Kaiser leidet 
vielmehr, wie in den letzten Jahren fast immer in den 
Wtntermonaten, an einem leichten Katarrh, der ihn bet 
seinem hohen Alter zwingt, sich große Schonung aufzuerlegen. 
Amsterdam. Auf der holländischen Insel Terscholling 
trieb eine Flaschenpost an, in der sich zwei Zettel befanden, 
aus denen hervorgeht, daß ein amerikanischer Dampfer 
Angelas Heirat 
Roman von L. G. M o b e r l y. 
51. Nachdruck verboten. 
Unterdessen vergingen Angela die langen Sommer- 
tage, die auf Erichs Heimkehr folgten, wie ein sonderbarer 
Traun«, aus dein ein Erwachen noch in weiter Ferne zu 
liegen schien. Erich war mit ihr nach Grauberg gekoininen, 
weil dies für den Augenblick der einzige Ausweg aus der 
schwierigen Lage schien, »nd weil er so krank «var, das; 
Angela sich nicht entschließen konnte, ihn anderswohin zu 
geben. 
Aber wenn er auch seine körperliche Gesundheit nach 
und nach wiedererlangte, so versagte doch immer noch sein 
Gedächtnis vollständig, wenn es sich um Dinge handelte, 
die während des verflossenen Jahres geschehen «varen. 
Er war sehr ruhig und leicht lenkbar, sehr geduldig und 
folgsam, er tat alles, was der alte Landarzt und Angela 
vorschlugen, aber wie er selbst es ausdrückte: „zwischen 
ihm und der jüngsten Vergangenheit schien eine dicke 
Mauer aufgerichtet." Er erinnerte sich alles dessen, was 
vor seiner Verheiratung geschehen, aber'' dann nichts mehr. 
Auf den Rat des Arztes behandelte Angela ihren 
Mann wie einen Gast, der zu Besuch in 
weilte und erinnerte ihn nie durch Wort oder Blick, daß 
sie eigentlich seine Frau war. Sie pflegte ihn gewissenhaft, 
und sobald er besser «var, suchte sie ihn auf jede We,,e 
zu interessieren und zu unterhalten. Aber es dauerte 
viele Wochen, ehe er wieder anfing, Anteil an den Dinaen 
zu nehmen, die um ihn her vorgingen. Er nahm passiv 
alles bin. was für ihn cretan «vurde. ohne ledoch selbjt 
„Präsident Lincoln" auf der Höhe von Teneriffa sich am 
28. Juni 1912 in Seenot befand. Man glaubt, daß er 
mit der ganzen Mannschaft untergegangen ist. 
Dünkirchen. Infolge dichten Nebels ist auf der 
Nordsee der deutsche Dampfer „LieSbeth Cords" bei der 
Einfahrt in den Hafen gescheitert. Mehrere Schlepper aus 
Dünkirchen sind zur Hilfeleistung abgegangen. 
Rom. Der Ingenieur Penso, der Direktor der Filiale 
der SiemenS-Schuckert-Werke in Rom, hat sich erschossen. 
Der Selbstmord wird in Rom auf Differenzen mit der 
SiemenS-Schuckert-Gesellschaft zurückgeführt. 
Konstantinopel. Angesichts der drohenden Meuterei 
im Heere, die auSzubrechen droht, falls die Regierung 
Adrianopel kampflos ausliefert, fordert der Platzkommandanl 
von Konstantinopel energische Maßregeln zum Schutze der 
Hauptstadt. Bor allem verlangt er die Verhaftung der 
jungtürkischen Aufwiegler. Mehrere stark belastete Offiziere 
der Komiteepartei flüchteten nach Europa. Der Sultan 
hat den geplanten Besuch beim Tschataldscha-Heer gerade 
wegen der dort herrschenden aufrührischrn Stimmung auf. 
gegeben. 
Sitzung der Gemeindevertretung 
vom Donnerstag, dem 2. Januar 1913. 
Die gestrige erste Sitzung im neuen Jahre war schnell erledigt. 
ES wurden in ihr hauptsächlich die in der letzten Dezembersitzung 
vertagten Punkie erledigt. Unter Mitteilungen gab der Bürgermeister 
die in der Frage der Errichtung eine» Oberlyzeum» eingegangenen 
zustimmenden Petitionen bekannt. Eine Anfrage deS Kuratoriums 
der höheren Schulen beim Provinzial-Schulkollegium, ob da» Ober 
lyzeum auch ohne Scmiuarklaffe, sodaß nur die drei wissenschaftlichen 
FortbttdungSklassen errichtet werden, genehmigt würde, wurde ab- 
lehnend teauiwortet. Da» Kuratorium wird aber die Frage des 
Aufbau» der Königin-Lutse-Schule weiter im Auge behalten und 
eventuell schon vor Ablauf der von der Gemeindeverttetuvg be 
schlossenen Frist mit neuen Antrügen hervortreten. Der Punkt über 
Instandsetzung der Friedhofskapelle wurde in die geheime Sitzung 
verlegt, da Personalfragen berührt werden mußten. ES wurde, wie 
wir hören, der vom FriedhofSauSschuß gestellte Antrag, der nur die 
durchaus notwendigste Ausbesserung der Kapelle vorsieht, angenommen 
gegenüber dem Antrage des GemetndrvorstandeS, der die Kapelle auch 
baulich erweitert wünschte. Die übrigen Punkte wurden sämtlich nach 
dem Antrage des Gemeiudevorstaude» erledigt. 
Ls fehlen die Schöffen Sadöe und Draeger und die 
G.-V. Heise, Kunow und Schönknecht. DaS Protokoll 
führt BUrodirektor Sudan; außerdem ist anwesend Gemeinde 
baurat Altmann. 
Bürgermeister Walger eröffnet die Sitzung und ent 
schuldigt die fehlenden Herren. Er macht dann folgende 
Mitteilungen: 
In Ausführung deS Beschlusses vom 19. Dezember 
betr. Rathausbau hat sich der Gemeindevorstand um 
Geschäftsräume für da? Hoch- und Ttefbauamt, sowie slir 
die Ktndersülsorgestelle bemüht. Auf die öffentliche Aus 
schreibung hin ist nur ein Angebot eingegangen. ES wurde 
dann noch mit einigen anderen Hausbesitzern, bei denen 
der Vorstand angefragt hatte, verhandelt. ES blieb jedoch 
nur ein Angebot übrig und zwar das deS Herrn Sametzki, 
der in seinem Hause Lauter- Ecke Albestraße 17 der 
Gemeinde Räume zur Verfügung stellen will zum Mietspreise 
von zusammen 4100 M. Die Räume sind sehr groß und 
mit Ausnahme von 3 Küchen alle nach vorn gelegen. 
das Bedürfnis zu äußern, wieder handelnd ins Leben einzu 
treten. Sein Aussehen jedoch besserte sich zusehends, die 
Augen lagen nicht mehr so tief in den Höhlen, und er 
fing wieder an, dem Mann ähnlich zu sehen, dessen Angela 
sich erinnerte und den sie damals vor mehr als einem Jahr 
gegen ihren Willen lieben gelernt hatte. 
Er benahm sich ihr gegenüber mit sehr großer, aber 
förmlicher Höflichkeit, und seit der Unterredung in Doktor 
Waags Garten hatte er nie wieder eine Anspielung auf 
ihr persönliches Verhältnis zueinander gemacht. Angela 
dachte manchmal darüber nach, ob er jene Unterredung 
wohl ganz vergessen haben könne und sich gar nicht mehr 
erinnere, daß sie ihm damals gesagt, sie sei seine Frau. 
Sie erhielt darüber eines Abends Gewißheit, als sie mit 
ihm langsam auf der Terrasse hin und her wandelte, wo 
sie dem Sonnenuntergang zusahen, der an diesem Abend 
besonders schön war. 
„Es ist außerordentlich liebenswürdig von Ihnen," 
begann da Erich plötzlich nach langem Schweigen. „Ich 
hätte diese große Güte von einer Fremden gar mcht 
annehmen dürfen, aber ich war körperlich und geistig so 
schwach, daß ich nicht imstande war, selbständig Anord 
nungen zu treffen." 
„Eine Fremde!" wiederholte Angela, und eine heiße 
Röte übergoß ihr Gesicht. „Ich meine, ich — ich bin 
Ihnen doch nicht eigentlich eine Fremde!" 
„Jetzt nicht mehr," meinte er lächelnd, „jetzt allerdings 
nicht mehr, denn in Ihrer großen Güte haben Sie den 
armen, verirrten Odysseus aufgenommen und wie einen 
Freund behandelt. Aber ich kann doch nicht fortwährend 
Ihre Güte mißbrauchen. Ich darf es wirklich nicht. Und 
so habe ich denn daran gedacht —" . 
Als Bedingung wurden zwei Durchbrüche von Türen 
gestellt, die nach Auszug wieder zu beseitigen sind. Er 
bitte, von dieser Mitteilung genehmigend Kenntnis zu 
nehmen. 
In der Angelegenheit der Ober-LyzeumS ist eine 
Reihe von Petitionen eingegangen. Der Bürgermeister 
gibt den Wortlaut dieser Petitionen, 5 an bet Zahl, 
bekannt. Wir haben zwei davon bereits veröffentlicht, 
zwei — von uninteressierter Seite — schließen sich diesen 
Eingaben an und die 5. ist vom Lehrer-Kollegium der 
Königin-Lnise-Schule und tritt im Interesse der gedeihlichen 
Fortentwicklung der Anstalt ebenfalls für die Errichtung 
des OberlyzeumS ein. Die Eingaben aus der Bürgerschaft 
weisen insgesamt 160 Unterschriften auf. DaS Kuratorium 
für die höheren Schulen hat ans Anregung in einer dieser 
Eingaben einen Vorstoß in der Richtung gemacht, daß eS 
beim Provinzial-Schulkollegium die Anfrage stellte, ob das 
Oberlyzeum auch dann genehmigt würde, wenn die 
Gemeindevertretung den Beschluß fasse, nur die drei 
wissenschaftlichen Klassen, ohne die vierte Seminarklasse, 
einzurichten. Die Antwort lautete, daß daS Provinzial- 
Schulkollegium unter Berücksichtigung der vorliegenden 
Verhältnisse dis Genehmigung des OberlyzeumS ohne die 
Seminarklasse beim Ministerium nicht befürworten 
könne, da eS als eine Härte empfunden werden müßte, 
die Schülerinnen, die sämtliche Klassen der Anstalt 
durchgemacht hätten, nun im letzten Jahre noch auf das 
Oberlyzeum in einem andern Ort zu schicken. DieSache wurde 
also abgelehnt. DaS Kuratorium steht nach wie vor auf dem 
Standpunkt, daß iS richtig gewesen wäre, daS Oberlyzeum 
sofort zu errichten. Für den Beschluß der Gemeindever 
tretung, die Angelegenheit auf 3 Jahre zu vertagen, war 
maßgebend, daß die Mädchenschulreform noch nicht abge 
schlossen ist und Neuerungen und Regelungen noch zu er- 
warten stünden. Voraussichtlich wird diese Frage nun aber 
im Laufe dieses Jahres zum Abschluß kommen. DaS 
Kuratorium werde darnach die Angelegenheit weiter im 
Auge behalten und eventuell noch vor Ablauf der drei- 
jährigen Frist an die Gemeindevertretung mit neuen An 
trägen kommen. Für heute wollte er nur die Eingaben 
zur Kenntnis bringen. 
Der G.-V. Finke hatte dann irr der vorletzten Sitzung 
die Anfrage gestellt, was der Gemeindevorstand zu unter 
nehmen beabsichtige, um einer Ueberfüllung der unteren 
Klassen deS Realgymnasiums vorzubeugen. DaS Kura 
torium hat sich mit dieser Frage in seiner letzten Sitzung 
beschäftigt, aber noch keinen endgültigen Beschluß gefaßt. 
Das Kuratorium stehe auf dem Standpunkt, daß etwa» 
geschehen müsse, um eine Ueberlastung der Klassen zu ver 
hindern. In seiner nächsten Sitzung wird eS sich weiter mit der 
Frage befassen, da bis dahin die Unterlagen für die Be- 
ratung beschafft sein werden. 
Eine Eingabe deS G.-V. Kalkbrenner, die vom G.-V. 
Ott mitunterzeichnet ist, stützt sich auf § 13 der Geschäfts- 
ordnung und beansprucht Eintragung eines Vermerkes in 
daS letzte Protokoll. Dieser Vermerk wendet sich gegen die 
Geschäftsführung des Vorsitzenden bei der Abstimmung in 
der letzten Sitzung über die Frage, wieder Sitzungssaal der 
„Woran?" unterbrach sie ihn hastig, „was haben Sie 
vor, Erich?" 
Sei» Borname kam so glatt von ihren Lippen wie 
während der ganzen Zeit seines Aufenthaltes auf Schloß 
Hammerstei», und er ließ es sich gefallen, wie er sich alles 
hatte gefallen lassen, was sie für ihn tat. 
„Ich habe vor, sortzugehen," beantwortete er ihre 
Frage. 
„Fortzugehen I Alle Farbe wich aus ihren, Gesicht, und 
sie starrte ihn aus großen, erschrockenen Augen an. „Fort 
zugehen ! Aber Erich, wohin wollen Sie denn gehen?" 
Er antwortete ihr ganz ruhig. in nachdenklichem, 
überlegenden« Ton: „Ja, sehen Sie, seit es mit meiner Ge 
sundheit besser geht, babe ich schon mehrmals darüber 
nachgedacht, daß ich eigentlich nicht hierdleiben dürfte. In 
Ihrer engelhaften Güte und Menschenfreundlichkeit haben 
Eie sich das wahrscheinlich gar nicht überlegt, aber — 
sehen Sie — Sie sind doch noch so jung, und ich bin 
gerade auch nicht alt, — und da muß man doch bedenken, 
daß — daß mein längeres Hierbleiben Sie kompro 
mittieren könnte." 
„Kompromittieren! mich!" Angela brach in ein 
ir.'rvöses Lachen aus, und einen Augenblick lang fühlte sie 
sich versucht, den Anordnungen des Doktors zum Trotz 
ihm die Wahrheit zu sagen. Aber der Arzt hatte ihr so 
streng anempfohlen, nicht den Versuch zu machen, seine 
schlummernden Geisteskräfte zu wecken und ihm nicht zu 
sagen, in welche,» Verhältnis sie wirklich zu ihm stand, daß 
sie davon abstand, so zu antworten, wie sie es gern getan 
hätte, und nur sagte: 
„Und inwiefern sollte Ihr längeres Hierbleiben mich 
kompromittieren?"
        
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