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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

kUls f>cr Wohnung zu entfernen, keinerlei Zwistigkeit noraus- 
gegangeu ist, wie denn auch nicht der geringste Grund zu 
solchem Schritte vorlag. Die Verschwundene trug ein blaues 
Kostüm und einen braunen Strohhut mit Straußfederguaste. 
Pensionsinhaber oder Zimmervermieterinnen werden gebeten, 
eventuell auffällige Wahrnehmungen, die vielleicht auf die 
Spur der Gesuchten leiten könnten, dem Gatten der Ver 
mißten zu melden. 
^ o Ein Wohnnngseinbruch ist im Hause Wieland 
straße 30 verübt worden, während die Wohnungsinhaber 
verreist waren. Gestohlen wurden Schmucksachen und andere 
Wertgegenstände. 
o Eine spate Verhaftung. Der „Baumeister" und 
Buchmacher Karl W. aus Schöneberg, der wegen wieder- 
holten Betruges, Urkundenfälschung und Widerstandes gegen 
die Staatsgewalt von der Staatsanwaltschaft seit vier Jahren 
steckbrieflich verfolgt wurde, ist gestern endlich der Schöne 
berger Kriminalpolizei in die Falle gegangen. Schon vor 
zwei Jahren hatte ihn ein Berliner Kriminalbeamter erkannt; 
aber W. widersetzte sich der Verhaftung und es kam zu 
einem erbitterten Kampf, in dessen Verlauf W. einen 
Revolver zog und auch schließlich entkam. Während der 
vier Jahre ernährte sich W. als Buchmacher und wechselte 
seinen Aufenthalt stets zwischen Berlin. Brüssel. Amsterdam 
und Paris. Gestern gelang es der Schöneberger Kriminal 
polizei, den gefährlichen Menschen in einem Lokal in der 
Motzstraße zu verhaften. Zu dem Zwecke begab sich ein 
Kriminalbeamter in das Lokal, während ein zweiter von 
einem anderen Lokale telephonisch anrief und den Bau 
meister W., der den Beainten dem Aussehen nach bekannt 
war, an den Apparat bat. Als der Gesuchte den Hörer in 
die Hand nahm und „hier W." in den Apparat rief. legte 
sich ihm die Hand seines Verfolgers ans die Schulter. W. 
war so verdutzt, daß er sich ruhig fesseln und abführen ließ. 
o Selbstmord zweier Schwestern. Eine erschütternde 
Tragödie ereignete sich gestern im Hause Augustastr. 28 in 
Wilmersdorf. Hier wohnte die 75jährige unverehelichte 
Emilie Dauhn mit ihrer 60jährigen Schwester Luise zu 
sammen. Da es den Hausbewohnern auffiel, daß seit vor 
gestern das Schwesternpaar kein Lebenszeichen von sich gab, 
machten sie die Polizei aufmerksam. Nachdem diese ver 
gebens versucht hatte, in die Wohnung eingelassen zu werden, 
erbrach sie die Türen. Die jüngere der beiden Schwestern 
lag leblos am Boden, während die ältere an einem Tür 
pfosten erhängt aufgefunden wurde. Die ärztliche Unter 
suchung ergab, daß sich die Jüngere vergiftet hatte. Als 
Ursache des Doppelselbstmvrdes wird allgemeiner Lebens 
überdruß angegeben. Die Leichen wurden von der Polizei 
beschlagnahmt und nach der Leichenhalle gebracht. 
o Mit einem Strasrenbahnwagen zusammengestoßen 
ist in der Schloßstraße der Arbeiter Theodor Scheidemann, 
der auf seinem Fahrrade in flotter Fahrt aus der Schild 
hornstraße kam. Er wurde durch den heftigen Anprall zu 
Boden geworfen. Der schnell herbeigeholte Arzt Dr. 
Waldbaum stellte an dem Körper des Verunglückten einen 
Bluterguß in der linken Schulter, Wunden über dem linken 
Auge, sowie Hautabschürfungen iin Gesicht und an den 
Unterschenkeln fest Jkäch" Anlegung eines Notverbandes 
wprde Sch. mittels Droschke nach seiner Wohnung geschafft. 
Die Schuld an dem Unfall dürfte den Verunglückten selbst 
treffen. 
o Polizeibericht. Als gefunden sind hier angemeldet 
worden: 1 Halskettchen, 1 Leinenplan, 1 Portemonnaies mit 
Inhalt, 1 Kneifer, t Brosche, 1 Handtasche, 1 Br lle, 
mehrere Photographien, 1 Bügel, 1 Pompadur mit Inhalt, 
1 Gürtel, 1 Hiille mit Schirm und Stöcken. Die recht 
mäßigen Eigentümer vorbebenannter Gegenstände werden 
aufgefordert, ihre Ansprüche binnen drei Atonalen im 
hiesigen Fundbüro, Feurigstr. 7, Ziinmcr 0. geltend zu 
machen, widrigenfalls anderweit über die Fundgegenstände 
verfügt werden wird. 
Verciris-Oacbricbtcn 
Morgen Mittwoch tagen: 
Thcatervercin „Xerres" 1873. Sitzungen jeden Mittwoch 
9Va Uhr im Vereinslokal Paul Spanholz, Steglitz, Körnerstr. 48e. 
Gäste als Mitglieder und Spieler sind herzlich willkommen. 
Sebörreberg 
—o Baugenehmigung wurde erteilt für die Grundstücke: 
Freiherrwon-Stein-Straße. Bauherr: Patentanwalt Dr. jnr. 
Wangemann, Berlin-Schöneberg, Neue Bayreuther Str. 2. 
Ausführung: Architekt Otto Heins, Berlin-Schöneberg, Jnns- 
bruckerstr. 87. (Landhaus.) — Kolouucnstr. 27. Bauherr 
und Ausführung: Architekt Gustav Klöhn, Berlin-Schöneberg, 
Hauptstr. 144. (Wohn- und Geschäftshaus.) 
—o Zivangsvcrsteigerungsergebnis. Viktoria-Luise- 
Platz 8, Motzstr, 27 und Regensburger Str. 35 in Ge- 
niarkung Berlin-Schöneberg, dem Kaufmann Paul Werner 
gehörig. Fläche 14,19 Ar. Nutzungswert 36 600 M. Mit 
dem Gebot von 905 000 M. bar blieb die offene Handels 
gesellschaft i. Fa. Norden & Hennings in Berlin, Linkstr. 16, 
Meistbietende. 
Berlin unci Vororte 
o Dahlem. Die Einweihung des Dahlemer Kaiser- 
Wilhelminstituts für experimentelle Therapie, das nach den 
Entwürfen von Geheimrat von Ihne erbaut und der Leitung 
von Geheimem Medizinalrat Professor Dr. A. v. Wassermann 
unterstellt wird, finden im Anschluß an die Ende Oktober 
dieses Jahres stattfindende Hauptfitzung der Kaiser-Wilhelm- 
Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften statt. Neben 
dem Wassermannschen Institut wird das Institut für 
experimentelle Biologie errichtet werden. Der Termin und 
das Programm der Einweihung ist noch nicht festgesetzt. 
Zuschriften 
<Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Das; die Beschaffung von Hypotheken heutzutage die größten 
Opfer verlangt, ja manchnial überhaupt unmöglich ist, ist eine unbe 
strittene Tatsache. Deshalb ist es sehr erfreulich, daß sich die hiesige 
Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 18. d. Mts. mit der Er 
richtung eines Hypothekenamts für unsern Ort beschäftigen will. 
Jedoch so lobenswert die gute Absicht auch ist, ist wenig Aussicht 
auf Verwirklichung des Projekts und zwar im größern Stil vor 
handen. Es sei denn, daß die Gemeindeverwaltung Darlehen aus 
dem Ausgleich und Reservefonds den Hausbesitzern zur Verfügung 
stellt. Da nun diese beiden Fonds zum Bau des Rathauses und 
der Schulen (?) vcrumndt bczw. zu HintcrlegungSzivecken dienen sollen, 
um die nötigen Geldmittel zu den besagten Bauten beschaffen zu 
können, wird vorgeschlagen, diese Bauten einstweilen bis aus bessere 
Zeiten aufzuschieben und das Geld den notleidenden Hausbesitzern 
gegen angemessene Zinsen zu geben. Geschieht das nicht, so sind 
keine Mittel für das Hypolhekcnamt vorbanden. Ein Hypotheken- 
amt aber ohne Geld wäre der reinste Mumpitz. Ausnahmsweise 
iviirdc dann vielleicht der eine oder andere seine Hypothek mit 
Hülfe der Gemeinde regulieren, der größte Teil der Hausbesitzer 
würde aber leer ausgehen. Was besonders für die Mitglieder der 
Garantiegenossenschnft für Hypotheken sehr schmerzlich wäre. Aus 
diesenr Grunde dürfte der obige Vorschlag einigen Beachtung ver 
dienen. Ein Hausbesitzer. 
Zugfolge-Tafeln. Auf allen Bahnhöfen der Stadt- und Ring 
bahn sind gelbe Tafeln ausgehängt, auf denen in übersichtlicher 
Weise die Zugfolge und Zugrichtung angegeben sind. Auf dem 
Wnnnseebalnihof Friedenau fehlt dagegen diese Einrichtung, die 
von allen Reisenden dort sehr vermißt ivird. AV. 
Gerichtliches 
(:) Man soll sich an das Erblinden gewöhnen können. (?) Eine 
merkwürdige Entscheidung fällte das Reichsvcrsicherungsamt in 
einem Rechtsstreit über die Invalidenrente. Ein Monteur büßte 
infolge eines Augenleidens die Sehkraft völlig ein und bezog die 
ihm zustehende Invalidenrente. Nach Verlauf mehrerer Jahre er 
hielt der Erblindete die Mitteilung, daß er fortan nur vier Fünftel 
der bisherigen Rente erhalte. Die 'Rente werde um ein Fünftel 
gekürzt, weil angenommen werden müsse, daß er sich im Lause der 
Jahre an die -Erblindung gewöhnt habe. Der-'Blinde" ließ Be- 
rtisting beim NeichsversicherNngsamt einlegen. Er betonte, daß er 
auf seine Umgebung völlig angeiviesen sei. Er müsse zrl allen 
Verrichtungen des täglichen Lebens, wie An- und Ausziehen, 
Essen, Trinken »siv., eine ständige Hilfe haben. Das Reichsver- 
sicherungsnmt stellte sich trotz dieser Auffassung auf den Siand- 
punkt der Vorinstanz und bestätigte die Kürzung der Rente um ein 
Fünftel des vollen Betrages. Im Laufe der Jahre müsse eine Ge- 
wöhnung des Antragstellers an seine Lage eingetreten sein. Wenn 
letzterer das Gegenteil behaupte, so sei ihm das einfach nicht zu 
glauben. — Wenn je der Begriff der Ganzinvalidität, d. h. der 
völligen Hilflosigkeit, auf einen Menschen anzuwenden ist, so ist es 
nach dem gesunden Menschenverstand bei einem gänzlich Erblindeten 
der Fall. Rach dem vorstehenden Urteil dcS Reichsvcrsicherungs- 
nmts wird es aber bald überhaupt keine Ganzinvalidcn in hr geben. 
(:■ Der Ausgang „nur für Herrschasten!" Der Streit darüber, 
wer als „Herrschaft" anzusehen ist, namentlich ob auch Briefträger 
und andere llntcrbcamte dazu gehören, ist zur gerichtlichen Ent- 
siyeidung gekommen, und zivar in Hamburg. Hier hatte ein 
Villcnbcsitzer angeordnet, daß die Boten der Behörden, Brief 
träger usw. nicht den Haupteingang seiner Villa zu benutzen Hütten, 
sondern den Zugang für „Dienstboten und Lieferanten." Ein 
Stencrbote, der den Stcuerzcltel überbrachte, hatte sich nicht daran 
gekehrt und die Villa durch den Haupteingang betreten. Die Be 
schwerde des Villeubesitzcrs ivnrde von der hninburgischen Steuer- 
behörde zurückgewiesen. Darauf erhob er beim Landgericht' Klage 
aus Aufhebung dieses Bescheides, wurde aber damit abgewiesen, 
und seine Berufung wurde vom Hanseatischen Obcrlandcsgericht 
zurückgewiesen, weil der Bote damit, das; er den Haupteingang 
benutzte, im Sinne seiner vorgesetzten Behörde handelte. (Das 
Kammcrgericht und das Oberverivaltungsgericht haben schon vor 
10 Jahren im gleichen Sinne entschieden, Anmerkung d. Schrift!.) 
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Beköst. Piltz, Stierste. 2. 
Vermisstes 
Der Regierungspräsident in Düsseldorf hat die ihm unter 
stellten Behörden aufgefordert, nach Möglichkeit aus die Erhaltung 
der alten und Schaffung von neuen Brunnenanlagen hinzuwirken. 
Ungefähr von der Mitte des vorigen Jahrhunderts ab lasse sich 
verfolgen, wie in der Brunncnkunst mit alten Ueberlieferungen 
gebrochen werde. Hier halte man sie nach Einführung der Haus- 
Wasserleitungen für entbehrlich, ja mau gehe sogar dazu über, durch 
ihre Entfernung die Verzinsung der Leitungen zu erzwingen. So 
werde allmählich bedauerlicherweise der Oeffentlichkeit jede freie 
Trinkgclcgenheit entzogen. Tausende zwinge ihr Beruf zum Leben 
auf der Straße. Diese, sowie dem spielenden Kindervolk. den 
Wanderern, nicht zu vergessen der Tierwelt, sollte man die Mög 
lichkeit eines Labelrunks nicht versagen, Auch sprächen gcschichtlick>e 
und künstlerische Gründe gegen die Beseitigung schöner alter Trink- 
brunncn. Die Ncuanlage eines Trinkbrunnens auf moderner 
Grundlage, allen Anforderungen der Hygiene entsprechend, das 
Straßenbild belebend und vor allem wieder Gelegenheit zuin 
Trinken bietend, erscheine dringend erwünscht. Dem Städter, dem 
immer mehr van der Natrir entzogen werde, gebe ein solcher 
Brunen ein Stück Natur mitten in der Stadt, dem Kinde aber ein 
Stück Heimatgcsühl, wie es der alte Brunnen in so reichem Maße 
erzogen habe. Sliftungeu für diese Zwecke seien recht erwünscht. 
* Die Beschaffung von Brillen und Bruchbändern für be 
dürftige Schulkinder geschieht in Erfurt künftig auf Grund eines 
Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung auf Kosten der Stadt. 
Die Schulärzte halten die Beobachtung gemacht, daß die Eltern 
meistens der Kosten wegen die Beschaffung dieser Gegenstände ab 
gelehnt hatten, auch nicht zu bewegen gewesen waren, einen ent 
sprechenden Antrag an die Armcnoerwallung zu stellen. Deshalb 
stellte der Magistrat den von der Schuldeputation unterstützten 
Antrag, bedürftigen Schulkindern auf Anordnung der Schulärzte 
Brillen und Bruchbänder aus städtischen Alitteln zu beschaffen. 
literarische 
Wenn der Herbstmonat in das Land zieht, dann ist für die 
Mehrzahl der Jäger die Zeit der Ernte herbeigekommen. Die Jagd 
auf Hühner, Hasen und Fasanen ist offen und somit dem Weidmann 
Gelegenheit geboten, die Jagdlust auf das ausgedehnteste genießen 
zu könne». In den Wäldern ertönt der Brunftschrei des edlen 
Hirsches, auf den zu jagcn'baä höchste Entzücken ist für diejenigen, 
meläic ein Rotwildrevier ihr eigen nennen oder die als Jagdgäste 
in ein solches geladen werden. Was die Jagd jeglicher Art an 
Freuden und 'Genuß bietet, findet sein Echo in den Jagdzeit- 
schriften, besonders im „St. Hubertus", der als jagdliche Wochen 
schrift unter den Blättern seiner Art eine hervorragende Stelle 
einnimmt und der allen denjenigen zum Abonnement zu empfehlen 
ist, denen an einem nabeln, gediegenen Fachblatt gelegen ist, das 
sich allgemeiner Gunst und eines ausgedehnten Leserkreises erfreut. 
Ter „St. Hubertus" zeichnet sick, durch große Reichhaltigkeit aus, 
indem er nicht allein jagdliche Aussätze und Erzählungen bringt, 
sondern auch solche über Schicßtechnik, Natnrkunde, Fischerei, 
Hundezucht, rmd daneben eine Fülle reizender Bilder erster Künstler, 
iowie eine große Anzahl wertvoller mehrfarbiger Kunstbeilagen. 
Vierteljährlich bei der Post abonniert, kostet der „St. Hubertus" 
nur 2,50 Ai. frei ins Haus geliefert. Probenummern versendet die 
Geschäftsstelle des „St. Hnberius" in Cöthcn (Anhalt) auf Wunsch 
gern umsonst und portofrei. 
Meikdüchlein für Handelsgcweibetreibende, deren Angestellte 
und Polizeibeawte. Zusammengestellt unter besonderer Berück 
sichtigung der staintari>chen Bestimmungen für Berlin, Charlotten, 
hnrg, Schömberg, Neukölln und Lichtcnbcrg von E. Saffrnn, 
König!. Polizcilcutnant. 1913. 50 Pf. (I. Guitentag, Verlags- 
buchhandlung, G. m. b. H., Berlin IV 10.) Inhaber offener 
Verkaufsstellen kommen häufig in Konflikt mit den zum Schutz der 
Angestellten erlassenen gesetzlichen Vorschriften. Meistens geschieht 
es ans Mangel an Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen, oft 
aus Fahrlässigkeit, denn der Geschäftsinhaber ist selbst dann ver 
antwortlich, wenn er zwar die Befolgung der Vorschriften an- 
geordnet, aber nicht durch geeignete Maßnahmen dafür gesorgt hat, 
daß diesen Anordnungen auch Folge geleistet wird. Ein vortreff- 
liches -Hilfsmittel hierzu bietet das vorliegende Heftchen,--Im dem 
alle in Betrackst kommenden gesetzlichen Vorschriften über Ruhe- 
gelten und Mittagspausen, Ladenschluß, Sonntagsruhe im Handels- 
gewcrbe (allgemein), Sonntagsruhe in offenen Verkaufsstellen, Sitz 
gelegenheiten, Fortbildungsschulen, Arbeitsordnung, Kmderschutz- 
gesetz usw. in praktischer, übersichtlicher Weise zusa nmengestellt sind. 
Das Alusterind, der Kaiserin Friedrich. In der neu vor 
liegenden Hanvarbeitszcilschrist Nade.knnst sBerlag der Nadelkunst, 
Berlin W <10, Hcilbronnerstr. 18, Jahresabonnement 2 M.), finden 
wir unter den Bildern einer Ausstellung, die die Redaktion der 
Nadelkunst veranstaltet hatte, die Reproduktion eines Mnstertnches 
mit dem Lehrgang von englischen Stichen aus dem Besitz der 
Kaiserin Friedrich. Es ist leider viel zu wenig bekannt, welches 
Interesse die Mutter unseres Kaisers der Handarbeitskunst ent 
gegengebracht hat. Sie hat im Kunstgcwerbemusenm in Berlin 
selbst Lehrerinnen ausgebildet, z. B. ist die Frau eines früheren 
Ministers von ihr selbst unterrichtet worden. Vielleicht ist auch die 
Herausgeberin der Nadelknnst durch dieses Mustcrtuch dazu ange 
regt worden, einen durch Illustrationen gut erläuterten Lehrgang 
altenglifchcr und deutscher Stiche in dieser Zeitschrift in Fort 
setzungen zu veröffentlichen, der alle unsere hnndarbcitenden Damen 
interessieren wird. Auch sonst ist der Jnhair des Blattes sehr viel 
seitig und originell. Alle Techniken sind vertreten, und was be 
sonders sympathisd) berührt,' die reich illustrierten Erklärungen sind 
so gehalten, daß jede Dame danack) arbeiten kann. 
Wenerausfichren. 
Mittwoch: Zunächst vielfach heiter, am Tage wieder 
wärmer, bei lebhaften südlichen Winden, nachher zunehmende 
Bewölkung, etwas Regen und Gewitterneigung/ 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann Martiniutz Friedenau. 
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