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Periodical volume Nr. 217, 15.09.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

umfassen. In den Kursus können sowohl Techniker und 
Handwerker, wie Berufslehrer ausgenommen werden. Von 
den ersteren wird der Besitz einer ausreichenden allgemeinen 
Bildung und einer praktischen Tätigkeit von mindestens drei 
Jahren verlangt. Bernfslehrer müssen die zweite Lehrer 
prüfung abgelegt und sich mit der Technik und dem Fach 
zeichnen eines wichtigeren Gewerbezweiges vertrant gemacht 
haben. Bevorzugt werden in beiden Fällen Bewerber, die 
bereits nebenamtlich an Fortbildungsschulen unterrichtet 
haben. Bewerber für die Aufnahme in den Kursus, die 
übrigens mindestens 2-1 und höchstens 35 Jahre alt sein 
sollen, haben sich bis zum 15. November d. Js. beim Re- 
gierungsprüsiden in Potsdam — zu melden. Den Nach 
weis ihrer Aufnahmefähigkeit haben sie durch Vorlegung 
von Zeugnissen und durch Ablegung einer Prüfling zu er 
bringen, für die der Minister eine vorläufige Ordnung er 
lassen hat, in der über Anforderungen und Befreiungen ein 
gehende Bestimmungen getroffen sind. 
o Zyankali in Gastwirtschaften. Neuerdings wird 
das auch zu gewerblichen Zwecken benutzte Zyankali in 
Gastwirtschaften zur Reinigung von silbernem Tafelgeschirr 
verwendet. Die Wissenschaftliche Deputation für das 
Medizinalwesen hat gegen die Zulassung einer derartigen 
Verwendung von Zyankali und anderen Stoffen, die beim 
Zusammentreffen mit Säuren Blausäure entwickeln, schwer 
wiegende Bedenken erhoben. Nach ihrem Gutachten besteht 
zunächst die Befürchtung, daß die mit der Reinigung des 
Tafelgeschirrs beschäftigten Personen, die ihrer ganzen Tätig-: 
keit nach an den Umgang mit einein solchen Gift nicht ge-! 
wöhnt sind, in gesundheitlicher Beziehung stark gefährdet! 
werden. Dann aber liegt bei Betrieben wie Gastwirt 
schaften die Gefahr vor, daß durch nicht sorgfältige Aufbe 
wahrung eines so starken Giftes, wie es das Zyankali ist, 
die Gesundheit weiterer Kreise in höchstem Maße geschädigt 
werden kann. Auf Grund dieses Gutachtens ist die Ver 
wendung des Zyankalis und ähnlicher Verbindungen zur 
Reinigung von Metallgeschirr in Hotels, Restaurants, 
Sanotorien usw. nicht als erlaubter gewerblicher oder wirt 
schaftlicher Zweck und derjenige, der dieses Gift in solcher 
Weise verwenden will, nicht als zuverlässig im Sinne des 
8 12 der Polizeiverordnuug über den Handel mit Giften 
voin 22. Februar "1006 anzusehen. Die beteiligten Kreise 
— namentlich die Gifthändler — werden durch einen 
ministeriellen Erlaß hierauf aufmerksam gemacht. 
v Die ätzende Wirkung des Stauböls, mit dem diö 
Straßen gegen die Staubplage besprengt werden, ist noch 
wenig berannt. Man braucht nur die von ihm benetzten 
Rasenflächen zu betrachten, um die Wirkung zu ermessen. 
Total verbrannt und verloren sind solche wie alle anderen 
Pflanzen, die davon betroffen werden. Aber auch auf 
Schuhsohlen und Oberleder wie auf alle Kleiderstoffe übt 
das milchig aussehende Stauböl seine vernichtende Kraft 
aus, man tut also gut, sich genügend vorzusehen. Manche 
Dame, die einem Sprengwagen zu nahe gekommen ist, 
kann sich nachher nicht erklären, wodurch ihr Kleid ver 
dorben worden ist. Das ist die Kehrseite der Segens 
medaille des Stauböls. 
. o Friedenauer Kunst. Auf dem Hofe der Bildgießerei 
von Hermann Noack, Fehlcrstr. 8 ist diese Woche bis vor 
aussichtlich Sonnabend ein Kaiser-Friedrich-Denkmal aus 
gestellt. Das 5 ‘/ 2 Meter hohe, von Professor Mangel 
modellierte Reiterstandbild ist für Stettin bestimmt. Herr 
Noack gestattet gern jedermann die Besichtigung des in seiner 
Bildgießcrei hergestellten Denkmals. Am Sonnabend wird 
das Denkmal verpackt und nach Stettin versandt. Die Ent 
hüllung erfolgt dort am 1. Oktober. 
o Der stark zunehmende Güterverkehr auf nnscrenr 
Ringbahnhof Wilmersdorf-Friedenau hat es notwendig 
gemacht, daß das Raugierpersoual verstärkt werden mußte. 
Für den vorübergehenden Aufenthalt dieser Beamten 
während der Pausen niußte nun ein Fachwerksgebäude 
hinter den Retiradcn und zwischen der Kaiserallee Brücke 
errichtet werden, das jetzt im Rohbau vollendet worden ist. 
o Das Auswärtswohnen der Berliner Beamten 
und Lehrer ist nach einer Bestimmung des Magistrats nur 
auf Grund eines kreisärztlichen Attestes gestattet, das vom 
Kreisarzt nach Einsichtnahme in die Personalakten des 
Antragstellers ausgestellt und mit diesen Akten direkt dem 
Magistrat übersandt wir). Gegen diese Bestimmung hatte 
eine Weile gezögert haben. Und sie hat dich doch wohl 
auch in ihrem Briefe ausdrücklich darum ersucht." 
„Nein, das hat sie eben nicht getan, sondern sie hat 
mich vielmehr dringend gebeten, es so lange zu behalten, 
als es für mich noch von irgendwelchem Wert sein könnte." 
„So? — Das ist eigentlich sonderbar. Nun aber 
brauchst du es nicht mehr — nicht wahr?" 
„Nein, ich brauche es nicht mehr." 
„Na, dann ist ja alles in schönster Ordnung. Und ich 
will dir gar kein Hehl daraus machen, liebster Schwager, 
daß uns das Kapital außerordentlich gelegen kommt. Du 
bist ja der pünktlichste und liberalste Zinszahler gewesen, 
den sich ein Gläubiger nur immer wünschen kann. Aber 
die Einnahme reichte doch nicht recht aus. Wenn man 
eine Frau aus dem glorreichen Hause Frederiksen heim 
führt, ist man doch wohl verpflichtet, ihr ein Leben auf 
zubauen, wie sie es gewöhnt ist und beanspruchen darf. 
Du sichst wohl, daß wir uns dementsprechend eingerichtet 
haben, und das tostet heidenmäßig viel Geld." 
„Ja, ich sehe es, und ich verhehle dir nicht, Hubert, daß 
ich darüber ein wenig erstaunt war. Geschieht es denn 
ans Helgas Wunsch, daß ihr auf so großem Fuße lebt?" 
Almröder lachte wieder sein lautes behagliches Lachen. 
„Ausdrücklich verlangt hat sie's freilich nicht. Aber sie 
hat es doch wie etwas Selbstverständliches hingenommen, 
und ich vermute, daß unser Ehehimmel bald von allerlei 
bedenklichem Gewölk verdunkelt worden wäre, wenn ich's 
anders gehalten hätte." 
„Vergib, daß ich daran nicht recht, glauben kann. Es 
entspräche sehr wenig der hohen Meinung, die ich von 
dem Charakter meiner Schwester habe, und es stände 
auch im stärksten Widerspruch zu allem, was ich von ihr 
selbst gehört." 
Die Wendung des Gespräches war dem Maler nicht 
sehr angenehm, und er schien wenig geneigt, sie weiter zu 
verfolgen. 
„In solchen^ Dingen, mein lieher.Henry, pflegen auch 
sich der Berliner Lehrervcrein in einer Eingabe gewandt. 
Jetzt liegt die Antwort des Magistrats vor, der seinen 
Standpunkt wie folgt begründet: 
„Der Lehrer an einer Berliner Volksschule hat nach dem Gcsct, 
die Pflicht, in Berlin zu wohnen. . Will er aus Rücksicht aus seine 
oder seiner Angehörigen Gesundheit von dieser Bcrpflichtung befreit 
werden, so begehrt er Schaffung eines Ausnahmezustandes und muß 
es sich daher gefallen lassen, daß unsererseits die Erfüllung be 
sonderer Bedingungen verlangt wird, che seinem Ersuchen stattgegeben 
werden kann." 
Gerade dadurch, daß dem Kreisarzt Gelegenheit gegeben 
ist, neben dem Berichte aus dem Munde des Antragstellers 
und dem Befunde eigener Untersuchung.die Personalakten 
des Antragstellers kennen zu lernen, wird er nach Ansicht 
des Magistrats in die Lage versetzt, wirklich. objektiv ein 
Urteil abzugeben. Darin, daß das vom Antragsteller zu 
bezahlende Arztattcst ohne vorherige Bekanntgabe von diesem 
direkt der Behörde zu übermitteln ist, kann der Magistrat 
eine Härte nicht erblicken. — Unsere Gemeindevertretung hat 
sich bekanntlich in ihrer letzten Sitzung ebenfalls mit dieser 
Frage beschäftigt und zum Ausdruck gebracht/ daß sie ein 
Verbot des Auswärtswohnens der Beamten und Lehrer 
nicht wünscht. Darauf zog der Gemcindevorstand die Vor 
lage zurück. Es ist in allen gegen das Auswärtswohnen 
der Beamten und Lehrer erlassenen Bestimmungen un 
zweifelhaft eine Beschränkung der reichsgesetzlich festgestellten 
Freizügigkeit zu erblicken und soll — wie wir hören — 
von interessierter Seite demnächst dagegen angegangen werden 
o Der Bau eines Wohuungsgebckudes ist genehmigt 
worden für das Grundstück Bismarckstraße Ecke Friedrichs- 
ruher Straße (im Steglitzer Ortsteil). Bauherrin: Frau 
H. Ostermann, Verlin-Ltchtenberg, Krossener Str. 8. 
o Falsche Zweimarkstücke. Nach einem Bericht des 
Münzdirektvrs au den Finanzminister sind seit Juli 1910 
falsche, aus den verschiedenartigsten Metallegierungen (Silber, 
versilbertes Messing oder Neusilber) geprägte Zweimarkstücke 
mit der Jahreszahl 1870 und dem Münzzeichen 0 oder A 
in allen Gegenden Deutschlands aufgetaucht, ohne daß man 
der Urheber bisher hätte habhaft werden können. Als be 
sonderes Erkennungsmerkmal dieser Falschstücke wird ange 
geben, daß die Spitze des linken Halsabschnitts nicht, wie 
bei den echten Stücken, auf das erste 1 des Wortes Wilhelm, 
sondern auf den rechten Balken des Buchstaben H stützt. 
Außerdem ist der Gcsichtsausdruck des Bildnisses fremdartig. 
o Der Theaterabend des evangelischen Arbeiter 
vereins am letzten Sonnabend hatte sich eines sehr guten 
Zuspruchs und damit wohl auch, dem gedachten Zweck ent 
sprechend, eines guten Ueberschusses zuin Besten der Wcih- 
nachtskasse des Vereins (Bescherung der Kinder) zu erfreuen 
gehabt. Infolge eines Todesfalls sprach an Stelle des 
Herrn Moser Curt Winter recht eindrucksvoll die Ein 
leitungsworte in Gedichtform. Für die mit sehr warmem 
Beifall aufgenommenen beiden Einakter müssen wir der Ein 
studierung aller Mitspieler und Mitspielerinnen durch Herrn 
O. Suhl unsere höchste Verwunderung, daher auch volle 
Anerkennung anssprechen. Damen wie Hirren, ohne Aus- 
uahme, waren sich ihrer Aufgabe vollauf bewußt und 
machten ihren Rollen alle Ehre. Auch befriedigte 
allgemein die Ausstattung sowohl der Bühne als auch die 
Maskierung der Mitspieler. Eine .gute Bewirtung des 
Vereinsivirtes Herrn Imme trug zu einer fröhlichen Gesellig 
keit beim nachfolgenden Familienkränzchen viel bei und 
niemand dürfte nach Hause gekehrt sein, ohne mit dem 
Theaterabend nicht zufrieden gewesen zu sein. 
o Gin nngetreucr Hauswart. Nach Veruntreuung 
von 11000 M. ist der Pförtner Karl Schulz aus der 
Halskestraße in Steglitz flüchtig geworden. Sch. war hier 
in der Optischen Anstalt von C. P. Goerz angestellt. 
o Mordversuch und Selbstmord. Ein Revolver- 
attentat rief gestern in der Maxstraße Aufregung bei den 
Straßenpassantcu hervor. Nach kurzem Streit gab dort der 
23 jährige Malergehilfe Johann Neudamm. Kulmstr. 30 
wohnhaft, im Hausflur des Hauses Mnxstraße 30E auf 
seinen dort wohnenden Freund, den 19 Jahre alten 
Schreiber Mar Kunath, aus einem Revolver drei Schüsse 
ab, von denen zwei ihr Ziel verfehlten, während der dritte 
den K. ain Unterleib streifte und ihm eine geringfügige 
Verletzung zufügte. Hierauf richtete Neudanim die Waffe 
gegen sich selbst und tötete sich durch zwei Schüsse in die 
Schläfe. Die Leiche wurde ins Schauhaus gebracht, während 
die allerbesten Frauen immer zur Selbsttäuschung zu neigen, 
und wenn sich's um beroisches Entsagen handelt, besteht 
ein gewaltiger Unterschied zwischen Theorie und Praxis. 
Du darfst mir schon glauben, daß ich inich einigermaßen 
auf die Beurteilung der weiblichen Psyche verstehe, und 
daß es der richtigste Weg war, den ich eingeschlagen habe." 
„Ilm Helgas willen will ich es hoffen," sagte der andere 
sehr ernst. Dann entnahm er der Aktenmappe, die er mit 
gebracht hatte, ein versiegeltes Päckchen und legte es vor 
Almröder auf den Tisch. 
„Du saunst es sogleich oder später nachzählen — wie 
cs dir beliebt. Es ist auf Heller und Pfennig die Summe, 
die ich seinerzeit für Helgas Rechnung durch Cäsar 
Frcderikseu empfing." 
„Vielen Dank. Schwager! Aber wenn dir etwa da 
mit gedient sein sollte, daß ein Teil des Kapitals vcrläufig 
noch in deinen Händen verbleibt —" 
„Nein — nein! Davon kann nicht die Rede sein. Ihr 
nur müßt es zurücknehmen und müht es behalten — unter 
allen Umständen müßt ihr es behalten." 
„Mit dem grüßten Vergnügen! — Aber wie wär's. 
Liebster, wenn ich uns jetzt ein möglichst konsistentes Früh 
stück bestellte? Und dann — soll ich Helga nicht wissen 
lassen, daß du da bist?" 
„Du entschuldigst, wenn ich das Frühstück dankend ab 
lehne. Ich habe bereits . in meinem Hotel etwas zu nur 
genommen. Was aber Helga betrifft — ich hätte sie wohl 
gern gesehen, aber —" 
„Nun? Du bist ihr doch hoffentlich nicht böse wegen 
des dummen Briefes?" 
„O nein — mit ihrem Briefe hat sie sich nichts 
anderes verdient als meinen innigsten Dank. Aber — soll 
ich ganz offen zu dir reden, Hubert?" 
„Welche Frage! Einem Manne, der einem so viel 
Geld ins Haus bringt, würde inan die Offenheit sogar ver 
zeihen, wenn sie unangenehm wäre." 
Es war ohne Zweifel scherzhaft gemeint, aber Henry 
der Verletzte nach Anlegung eines Verbandes seine Wohn, 
aussuchen konnte. Der Grund zu der Bluttat ist ein ci; 
ungewöhnlicher; beide jungen Leute waren seit längerer. 
miteinander befreundet, bis jetzt der jüngere, K., ^ 
Freundschaftsverhältnis auskündigte. Hierüber war Neuci: 
so erbittert, daß er, als gestern ein letzter Versuch zur ; 
söhnnng scheiterte, zum Revolver griff. 
o Selbstmordversuch eines Knaben. Aus ^ 
vor Strafe suchte der 11 jährige Sohn des KausiuaiinZ 
aus der Wartburgstraße in Schöneberg den Tod. tnbeu 
sich aus einem Bodenfenster auf den Hof stürzte. ( 
schweren inneren Verletzungen wurde der Knabe einer 
zugeführt. Die Ursache dieses Vorganges war folgende:! 
kleine L. hatte von dein Gelde seiner Mutter eine A 
entwendet und sich dafür ein Taschentesching gekauft. ) 
Fehlen des Geldes fiel der Frau L. auf, und der Kn 
gestand seine Verfehlung ein. Aus Furcht vor einer s 
strafuiig und auch wohl ans Scham begab sich »er Kn 
in den Bvdcnrauin, öffnete das Fenster und stürzte sich 
die Tiefe. Aber unten fiel er auf ein Rasenbcct, sodcj 
mit dem Leben davonkam. 
o Vergiftet. Am Sonnabend früh wurde in sei 
Wohnung Beckerstr. 20 der Chemiker Ludwig Stange 
aufgefunden. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß 
Gift zu sich genommen hatte. Wie wir hören, st 
pekuniäre Verhältnisse den 00 Jahre alten Manu in 
Tod getrieben haben. 
o Ueberfahren und getötet. Von einem AM 
wurde heute Vormittag in der Hauptstraße in Schöne!» 
der Arbeiter Ziegler überfahren und getötet. 
Verems-^Ledriebten 
Morgen Diciistag tagen: 
Stenographenvcrein „Stolze-Schrey". */.,!) Uhr in her (Meinem 
Mädchenschule, Goßlerstraße. Tiktatschreiben in verschiedene! 
teilunge». , . 
• Konservativer Stammtisch. Abends 8H', Ilhr im 9\cjriiuti 
„Zur Kaiser-Eiche" Rheinstr. 51. 
§6)oneberg 
— o Der Kgl. Kronenordcit 2. Klasse ist dem Obers, 
z. D. August Kleine zu Berlin-Schöneberg verliehen werd 
— o Das Berlin-Schöneberger Arbeitsamt im Auz> 
1013. Der Arbeitsmarkt befindet sich z. Zt. in er 
schweren wirtschaftlichen Krise. Die Arbeitslosigkeit rar. 
erheblich zu, nicht allein in Berlin-Schöneberg, sondern 
Groß-Berlin. Der Baumarkt liegt darnieder, mit ihm e 
alle sonstige Tätigkeit, die mit Bauen in irgend einem j 
saiumenhange steht. Trotzdem und wegen der regen) 
anspruchuahnle des Arbeitsamts durch die Arbeitgeber fr 
die - gesamten Vermittlungsergebnisse der Abteilung j 
gelernte Arbeiter und der für Dienstboten gut und slr 
besser geworden. Es sind in der Landwirtschaft 15 (1012:1 
in der Melallveiarl eitung 107 (81), in der Led'-> nide'r 
10 (11), in der Holzindustrie 20 (11) und im Baugcwa 
42 (27) Stellen vermittelt. Insgesamt sind 220 gelea 
Arbeiter einschließlich Lehrlinge gegen 130 in dem gicicb 
Monate des Vorjahrs in Stellung gebracht worden. Ai 
in der Abteilung für weibliches Personal sind gutes 
gebnisse erzielt worden: 201 (211) Dienstmädchen und 8 
(71) Aufwärterinnen, Wasch- und Reinmachefraueu. Ji 
gesamt wurden 4723 (0278) eingegangene Gesuche erledr 
davon waren 2540 (2712) von Arbeitnehmern und 21! 
(2500) von Arbeitgebern. Die Gesamtzahl der vermittelt 
Stellen betrügt 2008 (1033). Besonders erfreulich ist l 
niedrige Ziffer von 130 bei den männlichen Personen, ! 
die niedrigste Ziffer, die je erreicht worden ist, darstc! 
Sie beweist, daß sich die Qualität der männlichen Srellm 
suchenden sehr gebessert hat, aber trotzdein muß inm 
wieder der Ruf an die Arbeitgeber ertönen: Wenn sh 
Bedarf an Arbeitskräften irgend welcher Art habt, so wen 
Euch nur an die öffentlichen Arbeitsämter. Das Berl 
Schöneberger Arbeitsamt, Grunewaldstr. 19, geivährleß 
jedem Auftraggeber zuverlässige und schnelle Erledign 
seiner Aufträge. Zur Zeit sind Handwerker, Arbeitsbnrsch 
Dienstmädchen usiv. in großer Zahl auf dem Arbeirsaa 
gemeldet. Der Fernruf ist Amt Nollendorf Nr. 230 it 
231. Auch telephonische Aufträge sind dem Arbeite« 
stets erwünscht. 
raBsenKaBK&n 
Frederiksen schien heute wenig Sinn uno Bersianen.s 
Almröderschc Scherze zu haben. Seine dunkel un:sch-.-l-l« 
..traurigen Augen richteten sich wie in banger Frage ans d» 
hübsche, blühende Gesicht des Schwagers, und er frag! 
leise: 
„Kannst du mir auf Ehre und Gewissen vernckier, 
Hubert, da»; meine Schwester an deiner Seite glücklich p 
worden ist ?" 
„Oho — das ckst allerdings Geschütz ischiversten Kr 
libers, mit dem du da ins Feld rückst. Möchtest du mir »it 
zunächst die bescheidene Gegenfrage gestatten, ob du eil» 
Grlind hast, daran zu ziveiseln?" 
»Ick, — ich weiß nicht, Hubert! Aber, wenn i 
ehrlich sein soll: Helgas letzter Brief hat mich nid,t ffi 
gemutet, als wenn er aus einem glückdurchfonnten Herzt 
käme." 
„JJiu keinem Wort. Soweit ich mich erinnere, Hubel! 
wurde dem Name in dem Briefe überhaupt kaum g! 
nannt. Nicht durch irgendeine bestimmte Wendung, durt 
ein klar ausgesprochenes Wort wurde in mir der Eindw 
hervorgerufen, den ich eben angedeutet, sondern es tot 
me ganze Stimmung des Briefes, sein eigentümlich ernst 
und rellgnierter Ton, der mich beunruhigte. Ich habet 
diesem letzten Jahre über meiner sieberhaften Täligkril all- 
andere vernachlässigt, vielleicht sogar Pflichte», die ich e- 
kemen Preis hatte vernachlässigen dürfen. Auch um Hey 
»obe ich mich nicht wener gekünnnert in der ZuversiH 
Laß sie bei dir alles gesunden habe, was ihr junges Hl 
2? . 9Utem Recht an irdischem Glück verlangen durft 
Seitdem ich ihren Brief gelesen, kann ich aber die Unriit 
und Sorge nicht mehr los werden. Und ich rnöchte do! 
«o gern die Gewißheit mit mir nehmen, daß meine Ä 
furchtlingen grundlos sind." 
(Kenuyung ,0l )
        
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