Path:
Periodical volume Nr. 21, 24.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Fmdrimn ftlral-Amri-tk. 
(Keiedenauer 
Unparteiische Zeitung für kommunale und bürgerliche 
Angelegenheiten. 
Besondere 
. Lezugsprets 
bei Abholung aus der 
Rheinstr. 15, 1,50 M. uiert 
Boten inSHaus gebracht 1,80M., durch die 
Post bezogen 1,93 M. einschl. Bestellgeld. 
'teile, 
urch 
3«dt« Mittwochs 
Cditjblatt „Seifenblasen". 
f*rnlpreeh»r: Hmt pfaljbarg 2139. KrsHeiNt tägtlH ttSeNhS. 
Ur. «1. ' " 
Zeitung.) 
^>rgan für den Kriedenaner Ortsteil von Zchönebttg und 
sezirksverein Züdmest. 
Beilagen Anreizen 
Jecken Lonn1.gr 
Klarier für cleulicbe grauen. 
Druck und Verlag von Leo Schultz, Friedenau. 
Geschäftsstelle: Kbeinstr. iZ. 
werden bis 12 llhr mittags angenommen. 
Preis der Oaespaltenen Zeile oder deren 
Raum 30 Ps. Die Reklamezeile kostet 
75 Pf. Belagnummer 10 Pf. 
sernlpreckier: Knit psslzburg 2139. 
Berlin Friedenau, Freitag den 24. Januar 19IB. 
20. Iahrg. 
Letzte Nachrichte«. 
Wien. Wie daS Wiener Fremdenblatt erfährt, begibt 
sich heute der Kommandant der Lustschiffrrabteilung, Oberst 
leutnant Uzelac nach Berlin, um im Aufträge der KriegS- 
verwaltung ein Zeppelinluftichiff praktisch zu erproben und 
gegebenenfalls Ankaufrverhandlurgen einzulriten. 
Wien. Nach einer Konstantinopeler Privatmeldung 
hat Enoer B'y nach einer dramatischen Szene im Konak 
deS GroßroesttS diesen gezwungen, seine Demilsion zu 
geben und sich mit Enoer sofort zum Sultan zu begeben. 
Der Sultan nahm die Demission KiamtlS an und er- 
nannte auf den Rat — besser gesagt Befehl — Envers 
den früheren Kriegsminister Mahmud Schewket Pascha 
zum Großwesir. 
Konstantinopel. Der flühere Großwestr Hakki 
Pascha wurde zum Minister des Aeußeren im Kabinett 
Mahmud Schewket ernannt. 
Konstantinopel. Der Kriegsminister Generalissimus 
Nasim Pascha ist getötet worden. Er wurde bei dem 
gestrigen Putsch der Jungtürken durch einen Gewehrschuß 
tödlich getroffen. Nastm Pascha war der Oberbefehlshaber 
der Armee. 
Konstantinopel. Die Urheber des fungtürkischen 
Staatsstreiches erklären, daß sie an dem Tode Nasim Paschas 
keine Schuld trügen. Bon dieser Seite wird über den 
Dorfall folgende Darstellung gegiben: Die Erschießung 
Nasim Paschas, die geeignet erscheinen könnte, das ruhige 
und zielbewußte Vorgehen Enoer BeiS und Talaat BeiS 
zu diskreditieren, ist zweifellos durch die Schuld der Ad 
jutanten Kiamil Paschas bedingt worden. Tnoer und 
Talaat hatten ausdrücklich beschlossen, kein Blut zu ver- 
gießen.' Als jedoch die Adjutanten Nasim Paschas auf 
Gnv.r und seine Begleiter aus dem Fenster schossen, wurde 
daS Feuer erwidert, wobei Nasim Pascha fiel. 
Konstanttnopel. Nach dem Terdjuman i Hakikat 
hat der Kommandant von Adrianopel Schükri Pascha heute 
an daS gewesene Kabinett ein Telegramm gerichtet, in dem 
er sagt, nachdem er erfahren habe, daß Adrtanopel den 
Lerblndeten überlassen werden solle, habe er beschlossen, 
die Bevölkerung zu entfernen und die Kanonen gegen die 
Stadt zu richten, um diese gänzlich zu zerstören, den äußeren 
Raum zu durchbrechen und nach Konstantinopel zu kommen. 
Der Ministerrat besprach eben dieses Telegramm, als der 
Regierungswechsel eintrat. 
Grenoble. Oberhalb der Ortschaft Allemond ging 
ein« Lawine nieder und verschüttete einen Bauplatz. 
Zwei Arbeiter wurden getötet, fünf andere schwer ver 
wundet. 
Oran (Algier). Die französischen Truppen hatten bei 
Tamirt «in heutiges Gefecht mit aufrührerischen Marok 
Der Staatsanwalt. 
von H. Hill. 
ykachtruck »erbot»- 
8. Kapitel. 
Was Nora sah. 
Kur, nach ihrer Rückkehr kam eine neue Depesche 
von Inspektor Black, worin Zeit und Stunde der Toten 
schau angegeben waren. Da sie schon um zwölf Uhr statt 
fand so mußte Julius Billa Srebenerchen schon gleich »ach 
dem Frühstück verlassen. Ob er gegen Abend zeUig genug 
zum Essen zurück sein könnte, war fraglich und richtete sich 
danach, wie laiige die Verhandlungen sich hinziehen wurden, 
aber auf jeden Fall würde er genötigt sein, ziemlich den 
® an3 2Be^n 8 er 0t «ud) der Erklärung Olivia Maitlands im 
allgemeinen Glauben geschenkt hatte, so mußte er sich dar 
über wundern, wie Hislop hatte in Erfahrung bringen 
können daß der Staatsanwalt unter den vielen Be 
werbern gerade ihn auswählen würde. Auf dem Rückweg 
7on der Besitzung Sir Harrys hatte er ohne Angabe seiner 
Gründe den Staatsanwalt ausgeforscht und erfahren, daß 
dieser niemand etwas von seiner Absicht zu inserieren mit 
geteilt hatte, noch viel weniger aber den Namen des aus 
erwählten Bewerbers irgend jemand anvertraut hatte. Um 
ln mei-kmürdiaer und fast unheimlich erschien es, daß 
Hislop ^mit den Handlungen und Absichten Sir Williams 
vertraut war. und es gab Julius um so mehr zu 
denken als die merkwürdige Anwesenheit des Mannes 
nan dem Laden zu der Zeit, als der Staatsanwalt bei 
ih™ mehlte dazu kam. Aus allen diesen Gründen ent- 
Krf Julius nur sehr schwer, seinen Chef einen ganzen 
R,?lnna u verlasse» Aber es war nicht zu ändern. 
Er^ wußte fthr wohl, daß, wenn er der Aufforderung 
des Inspektors morgen.nicht Folge leistete, die Totenschau 
kauern zu bestehen. Die Franzosen hatten zwei Tote und 
acht Verwundete. Die Marokkaner wurden mit starken 
Berlusten in die Flucht geschlagen. 
Sitzung der Gemeindevertretung 
vom Donnerstag, dem 23. Januar 1913. 
Die Landkrankenkasse war es, die gestern eine ausgedehnte 
Besprechung hervorrief. Zwar schien es Anfangs, als sollte eS dahin 
nicht kommen, da der kollegialifchc Gemeiodevorstand durch den Mund 
des Bürgermeisters verkünden ließ, baß er die Vorlage betr. die Er- 
richtung der Landkrankenkaffe zurückziehe. Doch die G. V. Kalkbreuner 
und Richter waren der Anficht, d.,ß man b,schließen müffe, die Land 
krankenkaffe nicht eü,»richten. Deshalb stellte G. V. Kalkbrenner 
einen dahin lautenden Dringlichkeitsantrag. In der teilweise sehr er 
regten Aussprache mußte der .Regterungsttsch" wieder eine herbe Kritik 
über sich ergehen lassen, aber auch von dort wurde mancher .Hieb" aus 
geteilt. Von Sen G.-v. Kalkbrenner und Richter wurde betont, daß 
der Gemeindevorstand a> scheinend aus Furcht vcr dem.roten Gespenst" 
die Vorlage gemacht habe. Schöffe v. Wrochim gab denn auch zu, 
daß tn der Tat die in den Ortskrankenkassen vorhandene »rote Der 
wattung» für den Gemeindevorstand miibestimmend war, die (St- 
richtung der Landkrankenkaffe zu beantragen, um die Dienstmädchen 
nicht in die politischen Kömpfe hineinzuziehen. Auch der Bürger, 
meist» erklärte, daß durch die sozialdemokratische Agitation auch tn 
die Kreise der Hausangestellten die Verärgerung md Mißstimmung 
getragen «erden könnte und wenn auch der zu wünschende und nicht 
zu verhindernde Zustand einmal eintreten werde, daß das Gesinde 
genau so wie daß gewerbliche Personal nach der Zeit der Beschäftigung 
bezahlt werde, so wolle der Gesetzgeber diesen Uebergang doch nicht 
so plötzlich eintreten lassen; daher die Landkrankenkassen. Der Bürger- 
meister ging noch auf den AbonnemeutSverein, der uur eine Rückoer- 
ficherung der Herrschasten daist lle, ein und machte noch längere AuS> 
Führungen, die für die Errichtung der Landkrankenkassen sprechen. 
ES wurde von den Gegnern der Landkrankenkaffe lebhaft wider 
sprochen, die alle angeführten Zahlen als .Phavtasiezahlen" 
bezeichneten. Die ganze Aussprache war schließlich nichts 
weiter als .leeres Stroh dreschen", da der Antragsteller G.-L. 
Kaikbreuner, nachdem ein Antrag auf Schluß der Debatte ange- 
nommen war, unter allgemeiner Heiterkeit seinen Antrag zurückzog. 
Somit wurde über die Landkrankenkaffe überhaupt kein Beschluß ge 
süßt. Der Ausdehnung der Ortskrankeukasse zur Allgemeinen Orts- 
krankenkaffe wurde ohne Eiörterung zugestimmt. — Die übrigen Vor 
lagen wurden nach dem Vorschlage des GemeivdevorstandeS ge- 
nehmigt mit Ausschluß deS Antrages den Mindeststromverbrauch 
auf 24 M. festzusetzen. Auf Antrag deS S.-V Huhn wurde der 
Miadestverbrauch «us nur 12 Mk festgesetzt. DaS Projekt für die 
3. Gemeindcschule wurde nach dem vom Gemeindebaurat Altmann 
eingehend erläuterten Plänen genehmigt. Die Baukosten find in 
rohen Zahlen auf 620000 M. veranschlagt. — Es kam verschiedentlich 
noch zu ziemlich erregten GeschäftsordnungSdebatten. Ein Antrag des 
G.-V. Finke, in der nächsten Sitzung die lleberfüllung der unteren 
Klassen des Realgymnasiums zu besprechen, fand Annahme. Wir 
lasser nu. den VerhandlungSbericht folgen. 
Bürgermeister Walger entschuldigt die fehlenden 
G.-V. Echönknecht, Dreger, Schultz und Uhlenbrock. Er 
verliest dann ein Einladungsschreiben der Vereinigung 
selbständiger Schneidermeister zum 10 jährigen Stiftungs 
fest am 11. Februar im „Kaiser Wilhelm-Garten." 
Ferner berichtet der Bürgermeister über die Angelegen 
heit der Errichtung von EiSlausplätzrn. Die Anlage einer 
Eisbahn auf dem Rasenplatz an der Schwalbacher Straße 
empfehle sich nicht. Die Gemeinde müßte ve,schieden« 
aufgeschoben würbe, bis ihm eine orbirungsgemäße Vor 
ladung zugestellt werden konnte. 
lind so sah er seiner gezwungenen Abwesenheit 
sorgenvoll entgegen, obgleich «sir William ihm versprochen 
hatte, außerordentlich vorsichtig zu sein und unter keinen 
Umständen das Haus zu verlasscn. 
Als der Abend herannahte, fühlte sich Julius immer 
bedrückter, und endlich beschloß er, seine Pflichten wenigstens 
teilweise einer anderen Person zu übertragen. 
Lady Graßman zog sich iinmer kurz nach dem Essen 
in ihr Schlafzimmer zurück, und nachdem der Staatsan 
walt zur Erledigung seiner Arbeit in sein Studierzimmer 
gegangen war, begab sich Julius mit Nora Bilcon ins 
Billardzimmer. Er hatte seine lebhafte kleine Gegnerin 
trotz seiner großen Vorgabe sehr bald besiegt, denn ihre Ge 
danken weilten ganz anderswo, als bei den Bällen. 
Während des ganzen Spieles plauderte sie unaufhörlich 
von der Erinordung des Hausmeisters und der Totenschau, 
die am nächsten Tage gehalten werden sollte. 
„Es ist zu schade," meinte sie, „daß Robert Brandis 
an jenem verhängnisvollen Abend noch keine Bluthunde 
dressiert hatte. Wir hätten dann an ihn telegraphieren 
können und ihm und seinen Hunden Gelegenheit gegeben, 
sich ihre Sporen auf dein Felde der Ehre zu verdienen. 
Ich muß ihn wirklich nächstens einmal in seinem Häuschen 
am Walde besuchen und mir die vier Tiere ansehen. Sie 
sollen wundervoll sein. Der Beruf eines Hundezüchters ist 
ja allerdings nicht so vornehin, wie der eines Rechts 
anwalts, nicht einmal wie der eines einigermaßen guten 
Detektivs. Aber Rob hofft, es werde sich hier im Orte 
ein Verbrechen ereignen, damit er sich und seine Hunde 
mit Ruhm bedecken kann." 
„Sie haben wahr eine sehr große Freundschaft mit dem 
Sohn des Lehrers?" fragte Julius lächelnd, der sich schon 
oft über ihre häufigen Erzählungen von Robert Brandis 
amüsiert hatte, die immer ein wenig spöttisch lauteten, 
aber denen man wohl anhörte, daß sie anders gemeint 
waren. 
Eismacher anstellen, hätte eine Beleuchtungsanlage zu 
schaffen usw., sodaß die Kosten sehr hoch würden. Anderer 
seits leide aber auch der Rasen und der als Spielplatz 
sehr in Anspruch genommene Platz würde dann im Sommer 
sehr staubig sein. Der Gemeindevorstand habe aber mit 
dem EtSbahnpächter Grube verhandelt, der die gleichen Be 
dingungen eingehen wolle, wie der Eisbahnpächter Zimmer 
mann, allerdings wünsche er eine Herabsetzung deS jetzt 
1200 M. betragenden Pachtsatzes um 200 M. auf 1000 
Mark. Da der Winter bereits sehr vorgeschritten sei, so 
empfehle der Gemeindevorstand, den Abschluß des Ver 
trages mit dem Eisbahnpächter Grube erst vom nächsten 
EtatSjahre ab. Die Gemeindevertretung erklärt sich hier 
mit einverstanden. 
Ebenso ist die Gemeindevertretung mit der Aenderung 
deS Projektes für den Neubau der katholischen Kirche in 
der Laubacher Straße einverstanden. Um die Aufhebung 
der bort angelegten Wasserscheide sowie die Tteferlegung 
der Laubacher Straße zu verhindern, soll die Kirche 17 
Zentimeter höher gestellt werden. 
Zu Protokollunterzrichnern bestimmt der Bürgermeister 
darauf die G.-V. Stöcker und Dr. Tänzler. 
Hiernach teilt Bürgermeister Walger mit, daß der 
Vorstand die Vorlage auf Errichtung einer Landkranken 
kasse zurückziehe. (G.-V. Kalkbrennerund Berger: Bravol) 
Man tritt dann in die Tagesordnung ein. Für Neu 
anschaffung von Elektrizitätszählern werden 10 000 M. 
bewilligt. Bürgermeister Walger bemerkt hierzu, daß er 
eine Aufstellung über die Verwendung der Zähler den 
Gemeindeoerordnelen unterbreitet habe. Der Anregung 
deS G.-B. Huhn, auch mit anderen Gesellschaften zwecks 
Lieferung von Zählern in Verbindung zu treten, habe 
man noch nicht stattgeben können, da mau bis zum 1. April 
noch zur Abnahme bet der A. E. G verpflichtet sei. Man 
werde im nächsten Jahre die Frage prüfen, allerdings fei 
eine eingehende Prüfung notwendig, da die A. E. G.- 
Zähler bisher die besten seien. G.-B. Huhn erklärt, er 
sei der Meinung, daß die Konkurrenzzähler genau so gut 
wie die A. E. G.-Zähler, dabei aber billiger wären. Und 
die Gemeinde soll doch das Billigere nehmen, wenn eS 
ebenso gut sei. Schöffe Draeger bemerkt, daß man 
bereits verschiedene Zählersysteme hier erprobt hätte, die 
A. E. G.-Zähler hätten sich aber als die brfferen erwiesen. 
G.-V. Richter wünscht authentische Auskunft über die 
Dunkelheit am 4. Januar. Die Erklärungen in der 
Zeitung scheinen nicht recht glaubwürdig, insbesondere als 
das elektrische Licht schon tags zuvor sehr unruhig brannte. 
Bürgermeister Walger antwortet, daß die Erklärung in 
der Zeitung richtig wäre. ES sei durch einen Wafferrohr- 
bruch zunächst eine Maschine schadhaft geworden, später 
trat ein Kurzschluß ein, doch konnte der Schaden so schnell 
behoben werden, dqß bereits nach 15 Minuten die Privat- 
beleuchtung wieder eingeschaltet werden konnte. Nach und 
„Ach," sagte sie leichthin, „wir haben ziemlich viele ge 
meinsame Interessen." Sie hatte sich auf die Ecke des 
Billards gesetzt und zeigte Julius ein paar hübsche kleine 
Füße in derben aber gutsitzenden Stieseln." 
„Rob ist ein armer Kerl und ist wirtlich zu bedauern, 
daß er einen solchen Vater hat. Er wäre so gern Jurist 
geworden, aber der Alte erklärte, das ginge nicht, nicht 
einmal Detektöki wollte er ihn werden lassen. Und so hat 
er denn ergriffen, was Sir Harry ihm bot, denn es ent 
sprach immer noch eher seinen Neigungen, als Dorfschul 
lehrer zu werden. Und er wirds ganz gut machen, 
denn jeder tut das gut, was er gern tut, mir ginge es 
ebenso." 
„Aber Sie interessieren sich doch nicht auch für die 
Detektivarbeit?" bemerkte Julius lächelnd und dachte damit 
die Unterhaltung dahin zu führen, wo er sie haben wollte. 
„Aber gerade," rief das Mädchen. „Ich habe eine 
wahre Leidenschaft für so etwas. Und ich kann auch gar 
nicht einsehen, warum eine Frau das nicht ebensogut 
können sollte wie ein Mann, ja, ich glaube sogar, es gibt 
Fälle, wo sie es besser kann. Und nun gestehen Sie 
einmal, Herr Doktor Penfold," fügte sie hinzu und warf 
ihm einen forschenden Blick zu, „Ihr Amt bei dem Herrn 
Staatsanwalt ist doch auch eine Art Detektivanrt, nicht wahr? 
Sie sehen, ich kann zwei und zwei zusaminenzählen." 
„Und fünf daraus machen," lachte Julius vergnügt. 
„Hören Sie mir einmal zu, Fräulein Nora," sprach er dann 
ernst weiter, „ich bin hier nicht als Detektiv in dem Sinn, 
wie Sie es meinen, das heißt, nicht um Leute zu ent 
decken, die etwas Böses getan haben. Mein Amt besteht 
darin, zu verhindern, daß etwas Böses getan werde. Ich 
bin nicht in der Lage, Ihnen zu erklären, uin was es sich 
handelt, aber es steht Ihnen frei, zu raten." 
Nora nickte wieder mit dem Kopf und betrachtete den 
hochgewachsenen Mann mit echt weib.'-cher Befriedigung. 
(Fortsetzung folgt.)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.