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Periodical volume Nr. 214, 11.09.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

statt. Die Tagesordnung finden unsere Leser im Anzeigenteil 
dieser Nummer. 
0 Der Verein der Vororte Berlins zur Wahrung 
gemeinsamer Interessen hielt am Dienstag eine Norstands- 
sitzung ab. Amts- und Gemeindcbaurat Saß berichtete 
über die drohende Tariferhöhung im Stadt-, Ring- und 
Vorortverkehr und bemängelte die bekanntgewordenen Be 
rechnungen üöer die'Rentabilität'dieses Verkehrs. 'Baurat 
Saß arbeitet eine Denkschrift aus, die im „Grund und 
Boden" veröffentlicht werden soll. Der Gemeindevvrstand 
Zehlendorf wünscht eine weitere Ausdehnung der Nachbar 
ortsbrieftaxe und ersucht den „B. d.-V." um tatkräftige 
Unterstützung, der mit-seinen Bemühungen in dieser Sache 
einen Erfolg gehabt hat. 
o Ratskellerbetrieb. In unserem neuen Rathaus 
wird bekanntlich auch eiu Ratskeller eingerichtet werden. 
Ob er sich auch so gut rentieren wird, wie derjenige der Stadt 
Chemnitz? Dieser bildet für den Rat der Stadt Chemnitz 
eine gute Einnahmequelle und hat im Rechnungsjahr 1912-13 
einen Gesamtüberschutz von 40 281 M. erbracht. Nach den 
Verkaufspreisen gerechüet ■ wurden für rund 229 t 00 M. 
Weine getrunken, und zwar 61841 ganze Flaschen, 37 813 
halbe Flaschen und 38 983 Schoppenweine. Die Erträg 
nisse aus dem Weinverkauf beliefen sich auf rund 91 152 
Mark, während . sich. der Voranschlag nur auf 60 000 M. 
bezifferte. Isin Schluffe des Berichtsjahres versügte die 
StadtMerei /über einen Lagerbestand von 298 832 Liter 
Weich im Gesamtwerte von 355 000 M. 
,'s,o".Zur Betchsswühl. Vom Zentralverbande der Ge- 
memdeheamten Preußegs/wird aus geschrieben:/ 
Äcr wieder heran'tiickende Zeitpunkt der allgemeinen Schul- 
.entlassilntz bringt cs mit sich, daß über die Zukunst vieler tausend 
jungersiLeutc, die aus der/Schule ins Leben trete», Aestimmung 
getroffen werden werden muh. — „Welcher Beruf ist zu ergreifen?" 
Diese Frage wird jetzt sicherlich zu ungezählten Alalcn aufgeworfen; 
nicht nur von den'in Betracht kommenden Schülern, sondern auch 
von den für deren Wohl verantwortlichen Eltern und Bor- 
mündern. Ucbcrall wird das'Bestreben bestehen, einen Beruf aus 
findig zu machen und zu wählen, der günstige ZukunftSaussichtcn 
bietet. Einen solchen herauszufinden ist nicht leicht, sind doch heut 
zutage nur noch wenige Berufe vorbanden, in denen nicht über 
llcberfüllung,geklagt wird. 1 Ganz besonders ungünstig liegen aber 
zurzeit die Fortkommensvcrhäitnisse in der Gcmeindebcamt'en-Larif- 
bahn. Wie- leicht und sicher scheint doch den meisten der Weg, der 
den als Lehrling oder Anwärter eingetretenen jungen Manie hinaus 
führt zu der erstrebten Anstellung als Gemeindebeamter, und wie 
groß und bltt'er ist in so- vielen' Fällen die Enttäuschung! Es be 
steht leider in weiten Kreisen immer noch die irrtümliche Ansicht, 
der Gemeindebeamte bedürfe nicht desjenigen Maßes an Kennt 
nissen, wie/ es für die Beamten im Reichs- und Staatsdienst vor 
geschrieben ist. Demgegenüber muß klar ausgesprochen werden: 
für den 'Gcmeindcbeamtenbcrus sind nur solche junge Leute gerade 
gilt genug, die die gleiche Vorbildung und Intelligenz besitzen wie 
die Äniuärter für den, Dienst der Reichs- und Staatsbeamten. — 
Rur besonders befähigte, mit gediegener Vorbildung ausgestattete 
junge Leute haben' rinter den zurzeit bestehenden Verhältnissen Aus 
sicht, im GemeindcLeamtc»berus-in eine angemessene und gesicherte 
Lebensstellung zst gelangen; allen anderen ist das Vorwärtskommen 
aufs äußerste erschwert, sie sind in den weitaus -meisten Fällen ge 
zwungen/' mit gering besoldeten, meist wenig Sicherheit bietenden 
Stellungen' vorliebzunehmen. Eine vor eineinhalb Jahren vom 
Zentralverbande der Gemeindebcainten Preußens veranstaltete Er 
hebung förderte ' traurige Verhältnisse zutage. Auf öfferttlich-.aus- 
geschricbene Stellen mitL^^atseürklinften von 60—80 Mark — «rin. 
Einkommen, für da§ heutzutage kaum eiir Arbeiter arbeitet — guigeiO 
IM und inchr Bewerbungen ein. Auf rund 8000 angestellte Be 
amte im Büro- und Kasscndicnst kommen rund 16000 Lehrlinge, 
Gehilfen usw., d. h. für jede Bcamtcnstelle waren bereits zivci 
Wartende vorhanden, ivobci noch zu berücksichtigen bleibt, daß fast 
die Hälfte der srciwcrdcnden Stellen auf Grund gesetzlicher Vor 
schrift Militäraumärtcrn besetzt werden muß! Ein sehr großer Teil 
der Gcmeindebeamtcn ist zudeni Nicht auf Lebenszeit angestellt, 
sondern lediglich, auf Kündigung, gegen, die cs kein Rechtsmittel 
gibt. Diese traurigen Zustände haben inzwischen keine Besserung 
erfahren.' Am ungünstigsten liegen die Verhältnisse in den Land 
gemeinden und kleinen Städten, nur wenig besser in den mittleren 
Städten. Fast überall tritt der Krebsschaden des sogenannten „Lehr- 
lingswcfcns" kratz zutage, d. h. cs ist zu erkennen, daß sehr viele 
Verwaltungen eine im Verhältnis zu der Zahl ihrer wirklichen Bc- 
amtcn viel zu große Anzahl junger Leute als Lehrlinge oder Ge 
hilfen beschäftigen, denen sie ' nur eine geringe Entlohnung zu 
kommen lassen. Eine Besserung der Verhältnisse kann nur eintreten, 
wenn der, Andrang zur Gemcindebcamtenlaiffbahn ganz bedeutend 
eingeschränkt wird. Durch die vorstehenden Ausführungen soll nicht 
etwa bezweckt /werden, vor dem Eintritt, in den Gemeindever- 
ivaltnugsdienst grundsätzlich und allgemein abzuraten, der Zentral 
verband. der Gcmeindcbeamten Preußens hält cs aber für seine 
Pflicht, den beteiligten-Kreisen objektiv vor Augen zu führen, welche 
außerordentlichen Schwierigkeiten das Vorwärtskommen in der 
lüemcindcbeamlen-Laufbahn zurzeit und noch auf Jahre hinaus bietet. 
v Der Bund der Industriellen hält gegenwärtig seine 
Generalversammlung in Leipzig. An der Versaminlung 
nimmt auch unser Mitbürger Herr Laudtagsabgeordueter 
Dr. Wendtlaudt teil. Der öffentlichen Versammlung ging 
eine Sitzung des großen Ausschusses voraus, die der Vor- 
inan konnte dich doch wohl nicht gegen deinen Willen 
dazu zwingen." ■ 
„Nicht mit Einsperren oder Prügeln natürlich. Aber 
es gibt auch andere Mittel, um ein wehrloses Mädchen 
gefügig zu machen. Und die Großmama würde sicherlich 
keines davon unversucht gelassen haben." 
„Aber hattest du denn nicht deinen Bruder, bei dem 
du Schutz und Beistand gegen jede Art von Vergewaltigung 
suchen konntest?" 
„Ach, Cäsar ist ja auch dafür. Und mit ihm kann ich 
überdies gar nicht reden; denn "ich fürchte mich neuer 
dings vor ihm fast »och mehr als vor der Großmama. 
Du baft keine Vorstellung davon, wie er sich verändert 
hat, seitdem du fort bist. ' - • 
„Seitdem ich fort bin, Margarete?" 
„Nun ja. Genau mit diesem Zeitpunkt hat es ange 
fangen. 
Ein bißchen ernst und unnahbar war er ja am Ende 
immer: aber er, konnte doch.früher zuweilen auch auf 
feine Weife heiter und gesprächig werden. Das ist nun 
schon seit mehr als einem Jahre'ganz vorbei. Er lebt 
nur noch für fein Geschäft, besucht beinahe gar keine 
Gesellschaften mehr und gibt auch keine, seitdem die Kränk 
lichkeit der Großmama ihm einen Vorwand dazu liefert. 
Ich habe ihn kaum noch anders als bei den Mahlzeiten zu 
Gesicht bekommen, und wie gräßlich langweilig es bei diesen 
Mahlzeiten hergegangen ist, kannst du dir überhaupt nicht 
ausmalen. Eines Tages ließ er mich in fein Zimmer 
kommen, um mir kurz und trocken mitzuteilen, daß Harald 
Sieveking um meine Hand angehalten habe. Und als ich 
darauf der Wahrheil gemäß erwiderte, daß ich den Menschen 
nicht ausstehen könne, jagte er nur: 
sitzende Kommerzienrat Friedrichs-Potsdam leitete. Ueber 
den ersten Punkt der Tagesordnung der öffentlichen Ver 
sammlung „Ansfuhrindustrie und Mittellandkanal" berichtete 
in längeren Ausführungen der Syndikus des Bundes Dr. 
R. Schneider. ,, Es wurde ,daranf die . Absendung eines 
Beileidstelegramms an den Kaiser zum Unglück des S JJ arine- 
luftschiffes „L. I" beschlossen. Es folgte hiernach eine Be 
sprechung über die Kanalfrage. 
o Wichtig für alle weiblichen Schueiderlchrlinge 
und deren Eltern. Auf Anregung des Verbandes für 
handwerksmäßigeund. fachgewerbliche Ausbildung der Frau 
wird die Viktoria Fortbildnngs- und Fachschule ab Oklober 
1913 Fvrtbildnngsschnlklassen für weibliche Schneider- 
lehrlinge einrichten, um den eine dreijährige Lehrzeit durch 
machenden Mädchen, die'für die Gesellenprüfung notwendigen 
theoretischen Kenntnisse zu vermitteln. Es handelt sich 
hierbei 1. um solche in Berlin und Schöneberg beschäftigten 
Mädchen, die ihre dreijährige Lehrzeit noch nicht beendet 
haben, bezw. Oklober 1913 in die Lehre treten, die aber 
der in diesen beiden Städten eingeführten Fortbildungs- 
pflicht nicht unterstehen, da sie vor dem 1. Oktober 1898 
geboren sind; 2. um solche Mädchen die in denjenigen Vor 
orten Groß-Berlins in dreijähriger Lehre stehen bezw. 
Oktober 1913 in die Lehre treten, in denen die Pflicht- 
fortüildungsschnle für Mädchen noch nicht eingeführt ist (also 
alle zu Groß-Berlin gehörenden Orte außer Berlin und 
Schöncbcrg). Um möglichst vielen jungen Schneiderinnen 
den Besuch des Kursus zu ermöglichen, wird nur ein ge 
ringes Schulgeld erhoben. — Die sich hier bietende Ge 
legenheit zur Aneignung der für die Gesellenprüfung not 
wendigen theoretischen Kenntnisse sollte von allen Eltern die 
auf eine gründliche Berufsbildung ihrer Töchter bedacht sind, er 
griffen werden. Dem. Unterricht wird der vom Verband 
für handwerksmäßige und fachgcwerbliche Ausbildung der 
Frau zusammengestellte Lehrplan für Fortbildungsklassen für 
Schneiderinnen zu Grunde gelegt werden. Nähere kostenlose 
Anskunftscrteilung und Anmeldung zum Kursus an nach 
stehenden drei Stellen: Viktoria Fortbildnngs- und Fach 
schule, Berlin IV., Kursiirstenstr. 160, Sprechstunden: täglich 
11 bis 12 Uhr, außerdem Montag' 6 bis 7 Uhr. Ber- 
i band für handwerksmäßige und fachgewerbliche Ansbildnng 
; der Frau, Berlin, Eichhornstr. 1 I, Sprechstunden: Außer 
Sonnabend täglich 12—1 Uhr, Sonnabend Nachm. 5—7 Uhr. 
Zentralstelle für Lehrstellenvermittlung in Groß-Berlin, Am 
Köllnischen Park 3, . Sprechstunden: Täglich 8—12 und 4 
bis 7 Uhr, an Sonn'- und Feiertagen 10—1 Uhr. 
o Rebhuhn. Die Speisenkarten unserer Restaurants 
; haben eine bedeutende Bereicherung erfahren. Was so lange 
vermißt wurde, wpnach das Auge des Feinschmeckers so oft 
spähte, während er sich doch als gesetzknndiger Mann sagen 
mußte, daß er es nicht finden könne — das Rebhuhn ist 
wieder da, und wer nur immer zwischen seinem Gaumen 
und seinem Portemonnaie das Gleichgewicht erhalten kann, 
/ macht sich' schleimigst an die leckere Speise, Namentlich in 
! den ersten Tagen der wieporerLspielen Jagd wird fürchierlich 
/aufgeräumt- unter den armen Ticreih /bk so plötzlich aus 
/Mer idyllischen Ruhe aufgeschreckt werden rind, iir. ihrem 
^Plute sich wälzend, erkennen nuystm/"'dM' die Leute," die zü 
ihnen auf die Felder kommen, nicht nur Spazierstvcke und 
Botanisiertrvminelu tragen, wie sie nach den Erfahmngen 
der Schonzeit vielleicht angenommen haben. Das Schieß- 
geivehr ist ein sehr ernsthaftes Ding, uird es knallt jetzt be 
sonders häufig, weil es in gewissen Kreisen als Ehrensache 
angesehen wird, anr ersten Tage der Jagd sich schon den 
Magen mit Rebhühnern zu verderben. In die Familien 
küche komint vorläufig nur selten' ein Exemplar dieses 
Wildes; der erste Sturm muß ausgelobk werden, ehe das 
HauShaltnngsbndgct mit einem Posten belastet werden 
kann, der für dib meisten der Familien immerhin eine 
Extravaganz darstellt. 
v Mode für Alle. Wie wir gestern bereits an 
kündigten, bringen wir heute zum ersten Male eine Seile 
Modenschau, betitelt „Mode für Alle". Wir hoffen mit 
dieser Erweiterung des Textteils uns den Beifall und die 
Znstimmung unserer verehrten Leserinnen zu erwerben. Die 
Schüittmuster sind zum Preise von nur 50 Pfg. durch unsere 
Geschäftsstelle Rheinstr. 15 zu beziehen. 
o Antitrnst-Wehr. 'Zur Abwehr des Täbaktrnstcs hat 
sich ein Verband gegründet, der in seinem Organ, der 
„Antitrust-Wehr" energisch gegen die Vertrustung der deutschen 
Tabakbranche wirkt. Die Trustbewegnng in der Tabak- 
brairche ging von Amerika aus. Bald darnach wurde auch 
in England der Tabaktrust gegründet und mm streckt diese 
„Es wird besser sein, wenn du dich darüber mit 
deiner Großmutter aussprichst. Ich verstehe mich zu wenig 
aus Herzensangelegenheiten, als daß ich zum Acrtrauten 
und Berater eines jungen Münchens taugte." 
Helga schüttelte befremdet den Kopr. 
„Das siebt ihm eigentlich wenig ähnlich: Und dann — 
welchen weiteren Verlauf haben dann die Dinqe ae- 
noimncit ?" 
„Dann beschiel) mich natürlich die Großmama zu sich 
und erklärte mir rundheraus, daß mein Widerstreben gegen 
eine so glänzende Verbindung einfach kindisch wäre, Außer 
den Frederikseits gäbe cs kaum ei» besseres Haus in Ham 
burg als die Sievekings, und es wäre ein lange gehegter 
Herzenswunsch, der ihr jetzt in Erfüllung ginge. Mußerdein 
— ach, ich weiß nicht, welche hundert weiteren Gründe sie 
noch in Bereitschaft hatte, um mich zu überzeuge», daß 
ich vor Freude eigentlich deckenhoch springen müßte. Kurz — 
sie würde mich als das törichtste, eigensinnigste und undank 
barste Geschöpf von der Welt ansehen, wenn ich Cäsar 
nicht ermächtigte, Harald Sieveking mein Jawort zu über 
bringen. — Meine Bittcw und Tränen machten auf sie 
nicht den allergeringsten Eindruck, und alles, was ich 
schließlich durch inein inständiges Flehen erreichen konnte, 
war die Bewilligung einer Bedenkzeit von vier Wochen — 
einer Galgenfrist, die übermorgen abgelaufen sein würde." 
„Arme Margarete! Und warum hast du dich mir 
nicht sogleich brieflich anvertraut? Ich hätte vielleicht 
doch bei Cäsar ein Wort der Fürsprache für dich einlegen 
können." 
„Ich hatte ja auch an dich geschrieben—einen sechzehn 
Seiten langen Brief. Aber als er fertig war, habe ich ihn 
doch wieder zerrissen, weil ich mich seiner schämte." 
Bewegung der Trustbildung auch ihre Fühler nach Deutsch 
land aus. Es ist begrüßenswert, daß verschiedene große 
Firmen diese Bewegung nicht niitmachen, sich widersetzen 
und in einem Verbände den Tabaktrnst in Deutschland ab 
zuwehren trachten. Bisher haben sich dem Trust ange 
schlossen die Firinen Jasmntzi, Delta, Joselti, Sullma, 
Batschari, Manvli u. a. Zwischen der Firma Manoli 
(MandelbamN & Co.) ntib “ohn Antilrustverbande ist cs 
bereits zu gerichtlichen Schritten gekommen. Man ersieht 
hieraus, 'wie hartnäckig der Kampf gcsiihrt wird. Es wäre 
sicher wünschenswert, wenn die amerikanische Idee der Ver 
trustung der Tabakbrauche, -.insbesondere der Zigarctlen- 
iudustiie, bei uns in Deutschland nicht weiter an Boden 
gewinnt. Eine der größtem Zigarettenfirma, die dem Trust 
entgegenwirkt und ihm nicht beizutretcn gedenkt, ist die 
Orient. Tabak und Zigarettenfabrik Benidze-Dresden (Salem 
Aleikum, Salem Gold). '/, 
o Der Bildnngk- und Jugendausschust von Steglch- 
Friedenau, eine Gründung der Gewerkschaften, hat für 
diesen Winter den folgenden'Arbeitsplan aufgestellt: 'Lichl- 
bildcroortrag über „Unsere heutige Kenntnis von der Ab- 
stainmung des Menschen" (Dozent M. H. Baege) am 
Donnerstag, dem 18. September, im „Mrkenwäldchen"- 
Steglitz; Schnlentlassungsseier am 28. September im 
„Albrechtshof"-Steglitz: Vortragsknrsus über „Die wissen 
schaftlichen Grundlagen der modernen Arbeiterbewegung" 
(D. H. Dnncker), am 3., 5., 10. und 12. Oktober; Kunst- 
abend „Des Knaben Wnnderhorn" (Vortrag. Rezitationen, 
Lieder zur Laute) am Sonnabend, dem 15. November, im 
„Albrechtshof": Jugeiidschriften- und Wandschmuckausstellung 
am Sonntag, dem 7. Dezember, im „Akbrechisof"; Kinder 
abend (Märchenvorlesung und Gesang) am Sonntag, dem 
14. Dezember, bei Schellhase in Steglitz, Ahornstraße; 
Fichte-Gedenkfeier (Chvrgesang und Vortrag über „Joh. 
Gotll. Fichte", Reichstagsabgeordneter Heinrich Schulz) am 
Dienstag, dein 27. Januar, sin „Albrechtshof"; Vortrags- 
knrsus über ..Brandenbnrgisch - preußische Geschichte vvui 
Westfälischen Frieden bis zpm ZusainmenbrNch von Jena 
1806" am 6,, 13., 20,v.imb ..'^7. Februar bei Schellhase; 
Schuuraml-Abend (Violine,' Klavier und Lieder für eine 
Männer- und eine Frauenstimme) um 14. Riärz im 
„Albrechlshof"; SchnlenUassnngsfeicr am Sonntag, dem 
5. April, im ..Albrechlshof". /Gemeinsamer Besuch des Gas 
werks in Mariendvri am Sonntag, dem 26. April. 
v Der Fricdcnaner Parochialvercin veranstaltet seinen 
ersten Unterhaltmigsabend am Dienstag, dein 23. September, 
Abends 8 Uhr, in. der Anlp des Resornirealgymnasiums. 
Den Vortrag hält Herr Pastor Priebe (Grnnewald) über 
„Das Christusbild in der Kunst" (erläutert an etwa 40 
Lichtbildern):-Den ntnsilaiischen Teil werden bestreiten 
Frau Dr. Aßinann (Gesang),, diplonsi- Musttlehrerin Fel. 
Seek (Konzertflügel und- Begleitung) und Herr Referendar 
Dr. Krug (Violine). Der Eintritt ist für Mitglieder und 
deren Angehörige frei. - 
o Der .Krieger- rn'.d. Anndwehrverciil veranstaltet, 
wie. schon kurz belichtet,-üoiri-'öliesjähüges./ Stiftnngsfest am 
20. d. Mts. nt den Prachisälen deKJWesten- in. Berun- 
Schöneberg, Häüplstr.''30^chh^<z'^«^stau§schuß hüt hierzu 
besondere Vorbereitungb;./'Hriwffcu. Unter anderem wild 
das patriotische Echansp!el's"ttüs dem ' Jahre 18(3 „Das 
Volk steht ani, der Sturm-bximt lvS", zur Ausführung ge 
langen. Alle Bürger nuseri)^ Ortes Nebst Dachen sind hierzu 
freundlichst eingeladen /lindch'lönnen - Einttittskarlen zum 
Preise von 50 Pf. in. donsi/Buchhandlüngön von Ebers, 
Rheinstr. 15, und Koisatoaski,! Schinärgendorferstr. 35, so 
wie bei den Kaim,rade)ch St'Menburg 1, Handjerystc. 40, 
Kiewitz, Kirchstr. l-M PMkintjiMh, Goßlerstr. 20, und im 
Cafü Wanke, RheinfU.'.. 5,'),, enülchniezsi 'Da die Nachfrage 
nach Eintrittskarten eine 'sehr rege' ist, so ist cs vort'cilhask, 
sich möglichst bald niit soichen.gzil versehen. 
v Die wissenscimstlsihe Kinematographie wird jetzt 
in den Vorträgen der' Trepsow-Sternwarte gepflegt. Es 
finden folgende VolfühHttiÄdssi'mnir erläuterndem Vortrage 
statt: Am Sonnabend, dchsi Z5/ September, Abends 7 Uhr: 
„Aus fernen LanÜen", AbeixhI/0'Uhr: „Interessante Bilder 
aus Italien", Sonntag, deut 14. September, Nachm. 5 llhr: 
„Scotts Reise zuyi Südpol »sind ein Blick ins Weltall", 
Abends 7 Uhr: „Christoph Coinnibus", am Montag, dem 
15. Septenlber, Abends 7 Uhr: „Natur und Leben in 
no-.ddentsche't Gauen." Ätir V»em großen Fernrohr ivird 
am Sonnabend und Sonntag Ikv Mond von 7 Uhr abends 
bis Mitternacht, a'; den folgenden Tagen der Jupiter be 
obachtet. 
„Du schämtest dich? Und weshalb?" 
„Weil ich mir so feig vorkam — so erbärmlich, 
jämmerlich feig! Gerade vor dir, die sich so stark und 
mutig ihr Glück erzwungen, ohne nach der Meinung der 
anderen zu fragen. Ich meinte, du könntest für meine 
Schwachheit überhaupt gar kein Verständnis haben. Und ich 
wollte nicht, daß du mich verachten solltest." 
Ein Ausdruck herber Bitterkeit war über Helgas Ge 
sicht geglitten, als Margarete von ihrem tapfer erzwungenen 
Glück gesprochen; aber das junge Mädchen hatte ihn wobt 
nicht mahrgenoinnien, denn mit gesteigerter Lebhastigktit 
fuhr sie fort: 
„Du solltest nicht den Eindruck gewinnen, daß ich noch 
immer dasselbe kindische, unselbständige und gedankenlose 
Geschöpf sei, als das du mich in Hamburg gekannt hast. 
Ich bin ja gewiß noch weit davon entfernt, eine Heldin 
zu sein, und es fällt mir nicht ein, mich mit dir zu ver 
gleichen. Aber diese gräßlichen letzten Monate haben mich 
doch in mancher Hinsicht gründlich verändert. Und ehe ich 
mich verurteilen lasse, dasselbe Leben zu führen, wie alle 
die verheirateten Frauen unseres Haniourger Bekannten 
kreises — eher will ich die'bitterste Dtot leiden oder mir mit 
grober Arbeit mein Broc verdienen." 
„Und was ist es, das dir'au dein Dose dieser Frauen so 
schrecklich erscheint, Margarete ?" 
„Das kanüst du mich fragen — du, die ohne Vcdenlen 
alle Familienbande zerrissen hat, um jenem Schicksal zu 
entgehen?" 
(soni-tzung ,olgr.>
        
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