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Periodical volume Nr. 12, 15.01.1912

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 19.1912

worden. Von den 387 804 Wahlberechtigten der Kreiset 
find 277 199 gültige Stimmen abgegeben worden. Inter- 
effant ist eine Gegenttberstellnng der Ergebnisse der Reich«. 
tagSwahlen von 1912, 1907 und 1903 in unserem Wahl» 
Kreise schon deshalb, als 1903 die Nationalliberalen einen 
eigenen Kandidaten aufstellten, 1907 mit den Konser» 
»ativen gingen und in diesem Jahre sich den Fortschrittlern 
anschlössen. GS erhielten Stimmen: 
1912 1907 1903 
Konservative 
28 715 
52 390 
36 705 
Nationalliberale 
- 
— 
7 624 
Fortschr. Vpt. 
69 785 
39 066 
11 711 
Sozialdemokraten 
162 770 
104 104 
73 854 
Demokraten 
9 278 
— 
— 
Zentr., Pole, christl. 
6 000 
3 796 
2 960 
In Friedenau stellt sich das Stimmverhältnis in 
den drei Jahren folgendermaßen: 
1912 
1907 
1903 
Konservative 
926 
1 338 
725 
Fortschritt!. 
3 532 
1 332 
280 
Sozialdem. 
3 281 
1 383 
223 
Zentrum 
91 
64 
30 
Man steht hieraus, daß sowohl im Kreise, wie im 
Orte die liberalen und sozialdemokratischen Stimmen ganz 
bedeutend gewachsen, die konservativen Stimmen dagegen 
erheblich zurückgegangen sind. Von den Einzelergebntssen 
aus unserem Wahlkreise sind von Interesse: Beeskow: 
Prof. Dr. Spiegel 1208, March 3358. Zubeil 2733. — 
Britz: Dr. Spiegel 586, March 27, Schubert 33, Zubeil 
1875, Graf Oppersdorf 28 — Marienselde: Dr. Spiegel 
98, March 119, Schubert 14, Zubeil 344, Graf Oppersdorf 
17. — Teltow: Dr. Spiegel 204, March 63, Zubeil 508, 
Graf Oppersdorf 6. — Charloitenburg: Dr. Spiegel 
21018, March 4804. Zubeil 32 729, Schubert 1445, 
Zentrum und Pole 1279, Behrens 70. — Köpenick: Dr. 
Spiegel 1155, March 65, Schubert 179, Zubeil 5027. 
Graf Oppersdorf 95. — Dahlem: Dr. Spiegel 362, 
March 146, Behrens 3, Schubert 6, Zubeil 138, Graf 
Oppersdorf 4. — KönigSwusterhausen: Dr. Spiegel 252, 
March 92, Schubert 17, Zubeil 441, Graf Oppersdorf 10. 
— Schmargendorf: Dr. Spiegel 645, March 70. BehrenS 1, 
Schubert 85, Zubeil 755, Graf Oppersdorf 11. — R'xdorf: 
Dr. Spiegel 5753, March 602, Behrens 147, Schubert 
1845, Zubeil 47 996, Graf Oppersdorf 769, ChociSzewSki 
211. — Kolonie Grunewald: Dr. Spiegel 550. March 
147, Schubert 8, Zubeil 289, Graf Oppersdorf 24. — 
Groß-Lichterfelde: Dr. Spiegel 3005, March 1303, BehrenS 
32, Schubert 65, Zubeil 3443, Graf Oppersdorf 124, 
ChociSzewSki 6. — Wannsee: Dr. Spiegel 173, March 99, 
BehrenS 12, Schubert 46, Zubeil 371, Graf Oppersdorf 6. 
— Mariendorf: Dr. Spiegel 693, March 69, Behrens 11, 
Schubert 225, Zubeil 2692, Graf Oppersdorf 31. — 
Zehlendorf: Dr. Spiegel 1053, March 692, Schubert 185, 
Zubeil 1243, Graf Oppersdorf 55. — Schöueberg: Dr. 
Spiegel 10 090, March 2989, Behrens 135, Schubert 1261, 
Zubeil 17 478, Graf Oppersdorf 645, ChociSzewSki 52.— 
Steglitz: Dr. Spiegel 4085, March 1809, Behrens 50, 
Schubert 1591, Zubeil 6834, Graf Opperkdorf 316, 
ChociSzewSki 13. — Tempelhof: Dr. Spiegel 1000, 
March 498, BehrenS 14, Schubert 205, Zubeil 3260, 
Graf Oppersdorf 124. — Lankwitz: Dr. Spiegel 7721, 
March 2961, BehrenS 23, Schubert 1185, Zubeil 9810, 
Graf Oppersdorf 334. — Treptow: Dr. Spiegel 1189, 
March 123, Behrens 19, Schubert 397, Zubeil 4542, 
Graf Oppersdorf 103, ChociSzewSki 5. 
o Die Kälte. Der gestrige Sonntag war der erste 
wirkliche Eissonntag in diesem Winter. 16 Grad Celsius 
unter Null zeigte das Thermometer. Aber dies hielt 
Tausende und Abertausende nicht ab, sich im Freien zu 
rummeln und sich au, Schlittschuhfahren und Rodeln zu 
vergnügen. Außer den künstlichen Eisbahnen wurden die 
mit einer starken Eisdecke versehenen Gruuewaldseen, der 
Wannsee, der Müggelsee u. a. von den Sportfreunden 
eifrig benutzt. Im Grunewald und in den Müggelbergen 
wurde ferner tapfer gerodelt. So viel Vergnügen daS 
Frostwetter brachte, so hat eS doch auch wieder Leid 
nicht erspart. An verschiedenen Stellen sind junge Leute beim 
Schlittschuhlaufen eingebrochen. Die Friedrichshagener 
EanitätSkolonne, die am Müggelsee eine fliegende Station 
errichtet hatte, mußte in 16 Fällen Hilfe leisten. Bei 
Spandau brachen drei junge Leute beim Schlittschuhlaufen 
ein; während zwei von ihnen gerettet werden konnten, 
ertrank der dritte, ein 20jähriger HandlungSpehilfe 
Hendrichfen aus HrrmSdorf. In Wannsee stürzte der 
Kunstgewerbeschüler Walter Hobus so unglücklich, daß er 
eine klaffende Kopfwunde erlitt. Auch der Rodelsport 
forderte mehrere Opfer. Im Grunewald wurde der Büro- 
gehilfe Paul Geier auS der Zossener Straße in der Nähe 
des Kaiser WilhelmturmS auf einen kleinen Pfuhl ge 
schleudert und erlitt außer einem Beckenbruch eine schwere 
llnterleibSverlktzung. Er mußte im Sanitätswagen nach 
dem Krankenhause Am Urban gebracht werden, wo man 
ihn sofort operierte. Der ebenfalls in der Zossener Straße 
wohnende Schriftsetzer Paul Haberland erlitt beim Rodeln 
in Wannsee eine komplizierte Fußoerletzung, die seine 
Uebersührung nach einem Krankenhause und dort eine 
sofortige Operation nötig machte. In den Müggrlbergen 
rannte ein rodelnder Kaufmann gegen einen Baum und 
brach den linken Arm. Aehnliche Unfälle werden noch 
mehrere, auch von den Steglitzer und Havrlberger Rodel 
stätten. gemeldet. Sehr leiden müssen unter der unge- 
wöhniichen Kälte die Obdachlosen in Berlin. Die beiden 
Asyle in der Fröbe!- und Wiesenstraße sind jetzt stets 
überfüllt, sodaß viele Hunderte wieder abgewiesen werden 
müssen. DaS gleiche ist bei den Wärmehallen am 
Alexanderplatz der Fall. Hunderte und Aberhunderte dieser 
Unglücklichen suchen fitzt auf Heuböden und auf HauS- 
böden, auf Korridoren, ja in EilenbahnwaggonS usw. 
Zuflucht, um nicht ein Opfer deS Frostes zu werden. Auch 
die Laubenkolonien werden j.tzt stark frequentiert. Gestern 
Morgen wurden an verschledenkn Stellen Leute in fast 
erstarrtem Zustand aufgefunden. In einem Lauben- 
Häuschen an der Reinickendorfer Grenze ist ein Arbeitsloser 
erfroren. Ein anderer unbekannter Mann wurde halb» 
erstarrt in der Uekermündrr Straße aufgefunden. Auf der 
HilfSwache gelang eS. ihn inS Leben zurückzurufen. — Da 
ist eS denn verwunderlich, daß sich bei dieser starken Kälte 
heute in der Markthalle an der Bornstraße ein Frühlings- 
böte einstellte. Sin Schmetterling (Kohlweißling) flatterte 
dort heute Bormittag munter durch die Halle. 
o Für de« physikalische« nnb Chemie Unter 
richt in der Fontaueschule (II. städt. höhere Mädchen 
schule im Friedenauer OrtSteil) sind im' Dachgeschoß der 
Volksschule mit einem Kostenaufwand von 18 000 M. be 
sondere Räume ausgebaut worden. 
o Humboldt-Akademie, Zweigstätte Friedenau. 
Heute Montag, 15. Januar, beginnen folgende Vorlesungen: 
von 8—9 Uhr Dr. S. Herrlich „DaS alte Rom" (Real 
gymnasium, Homuth- Ecke der Schwalbacherstraße), von 
6—7 Uhr Friede, von Oppeln-Brvntkowski »DaS junge 
Frankreich und Belgien, von Stendhal, bis Maeterlinck," 
(Königin Luiseschule, Goßlerstr. 14), von 8—9 Uhr: 
Ernest .Der Ring des Nibelungen" (ebenda) Der erste 
Vortrag ist frei. 
o Die Freie Hochschule Berli« veranstaltet zur 
Feier ihres 10 jährigen Bestehens am Sonntag, dem 
21. d. MtS., Vormittags 11 Uhr, im Lehrer-VereinShauS 
am Alexanderplatz eine Festversammlung, in der die 
Gründer der Freien Hochschule über die Entwickelung, Be 
strebungen und Erfolge dieser Volkshochschule Bericht geben 
werden. Der Einladung zur Teilnahme an der Feier ent 
nehmen wir, daß die Anzahl der Vorlesungen an der 
Freien Hochschule von 12 im Jahre 1902 auf über 100 
im letzten Quartal angewachsen, der Lehrkörper von 20 
auf 65 Dozenten und die Hörerzahl von etwa 1000 auf 
8900 Teilneümer im letzten Quartal gestiegen ist und daß 
in allen drei Lehrquartalen des vergangenen JahreS über 
18 000 Hörer an den zirka 250 Zyklen teilgenommen 
haben. Den Festvortrag wird Wilhelm Bölsche halten, 
daran anschließen werden Ansprachen von Theodor Kapp 
stein, Rudolf Penzig und Bruno Wille. An der Feier 
wird auch wieder daS vom Oswald-KommerS her rühmlichst 
bekannte Collegium musicum unter Leitung deS Herrn 
Konzertmeisters Loewenrhal und Musikdirektors Knetsch 
mitwirken. — An die Festversammlung wird sich ein Fest 
essen im Lehrer-Vereinshaus anschließen. Zur Teilnahme 
werden alle Freunde, Gönner, Mitglieder und Hörer der 
Freien Hachschule aufgefordert. Alles Nähere ist aus den 
Programmen der Freien Hochschule zu ersehen, die in allen 
öffentlichen Lesehallen kostenlos ausgegeben werden. 
o Eine wenig angenehme Ueberrafchung steht 
zum 1. April einer Reihe von Vororten bevor, nämlich 
eine Erhöhung der Pausch- wie der Grundgebühr 
für Telefonanschlüsse. Vom 1. April ab erhöht sich die 
jährliche Pauschgebühr für Anschlüsse an die O'IS- 
fernsprechnetze in Hoppegorten von 100 auf 120 M., 
Pankow von 150 auf 160 M., Tegel von 140 au? 150 M., 
Tkmpelhof von 150 auf 160 M. Ferner wiid die jähr 
liche Grundgebühr für Anschlüsse au die OrtSfernsprechnetze 
in Pankow und Tempelhof von 60 auf 75 M. erdöht. 
Die an die genannten Fernsprechnetze angeschlossenen Teil 
nehmer sind, soweit sie von dieser Erhöhung betroffen werden, 
bis zum 1. März berechtigt, ihre Anschlüsse zum 1. April 1912 
zu kündigen. Von der Zahl der Kündigungen dürfte cs 
abhängen, ob auch andere Vororte mit erhöhten Gebühren 
beglückt werden. 
o Schützt die Gasmesser. Bei Frostwetter ist es 
dringend erforderlich, daß die im Gebrauch bifindlichen 
Gasmesser gegen die Einwirkung von Kälte geschützt 
werden, da andernfalls eine regelrechte Benutzung des 
GaseS ausgeschlossen ist. Alle GaSabnehmer handeln daher 
zweckmäßig, wenn sie die GaSm-sscr in kalten Räumen 
durch Einhüllen in Stroh, wollene Lappen und dergleichen 
gegen das Einfrieren des WasserS schützen und auch die 
Fenster der Räume, in welchen sich Gasmesser befinden, 
während der Frostzeit geschlossen halten. 
o Die Abgabe der Steuererklärung, eine 
weniger angenehme als notwendige Pflicht, mutz in den 
nächsten Tagen erfolgen. Der 20. Januar ist der letzte 
Termin der Abgabe. ES ist in einer Friedenau benach 
barten Stadtgemeinde vorgekommen, daß jemand zwar am 
20. Januar seine Deklaration zur Post gegeben hat und 
dennoch einen fünfprozentigen Steuerausschlag bezahlen 
mußte, weil — seine Steuererklärung nicht am 20. Januar, 
sondern erst am 21. an zuständiger Stelle eingegangen 
war. Die Post hastet nicht für die pünktliche Besorgung 
der Einschreibesendungen. Wer also erst am letzten Tage 
deklarieren kann oder will, sorge dafür, daß seine 
Sendung noch an demselben Tage in den im Haukeingang 
deS HauseS Rothenburgstraße 16 zu Steglitz befindlichen 
Brteskasten der Veranlagungskommission für den Krci« 
Teltow gelangt. Am besten geschieht dieses durch eigene 
Abgabe oder durch Boten. 
o Das Einsteige« i« abfahrende Eiseobahu- 
züge ist bei Strafe verböte«. Diese noch imuier zu 
wenig beachtete Reglementsbcstiknmung hat einer hier 
wohnenden jungen Dame virl Verdruß bereitet. AlS 
gegen Abend ein Zug der Wannseebahn von Berlin abfuhr, 
stieg eine junge Dame hastig in ein Abteil zweiter Klasse 
ein, wobei sie ihre Fahrkarte fallen ließ. Der Stations 
vorsteher hatte der Eiligen „zurückbleiben" zugerufen, sie 
hörte nicht darauf. Der Beamte frug die Schöne, wohin 
sie wolle, worauf die Gefragte antwortete: „nach Frie 
denau". Die Dame bemerkte den Verlust ihrer Fahrka.te 
erst, als sie diese in Friedenau vorzeigen sollte. Telefonisch 
war dem hiesigen Stationsvorsteher die Nummer des 
Wagens mitgeteilt worden, aus dem eine junge Dome 
mit blauem Hut und weißer Feder auSsteigen würde, die 
gegen die Vorschriften deS BahnreglcmentS in geschilderter 
Weise verstoßen hatte. Co wurde die Dame hier auf dein 
Bahnhof schon vom Stationsvorsteher erwartet, mußte im 
Dienstraum ihr Nationalangeben und steht nuneinerdcppelten 
Bestrafung cntgegen; erstens weil sie im Fahren einge 
stiegen und zweitens weil sie ohne Fahrkarte fuhr. — 
Das Einsteigen, während der Zug abfährt, ist allemal ge 
fährlich. Neulich hing dabei ein Herr an der offenen 
Wagentür, ohne daß es ihm möglich war, ins Abteil zu ge 
langen. Der ' Zug mußte erst anhalten, worauf der ge» 
ängstigte Fahrgast bahnpolizeiltch festgestellt und später mit 
einem Strafmandat bedacht wurde. 
o 25 Jahre Vereinsvorfitzeuder. Am 13. d. MtS. 
war Herr Kaufmann Wilhelm EberS, Rheinstr. 18, 
25 Jahre 1. Vorsitzender d«S „Friedenauer Männer-Gesang 
vereins 1875." Er gehört dem verein schon länger alS 
30 Jahre an. Seine Sangekbrüder ehrten den Jubilar 
zunächst dadurch, daß sie ihn am Sonnabend tn der 
Generalversammlung der Vereins zum Ehrenvorsitzenden 
ernannten. Wettere Ehrungen stehen in einer Feierlichkeit 
am 25. d MtS. bevor. Wir werden dann noch näher auf 
daS Jubiläum zurückkommen. 
o Die Rodelbahnen i« Gchöueberger Stadt» 
park, die sich einer sehr starken Besuches erfreuten, sind 
wegen mehrerer Unfälle, die, veranlaßt durch rücksichtsloses 
Fahren junger Burschen, in den letzten Tagen vorge» 
kommen sind, gesperrt worden. 
o I» der demnächst stattfindeude« Geueral- 
versammluug des Haus« und GruudbefitzervereiuS 
zu Friedenau wird über die Frage der GaSmessermiete 
berichtet werden. Es wird ferner über den Antrag ab 
gestimmt werden, ob die Gasgesellschaft für die Treppen 
beleuchtung den billigeren Industriepreis bewilligen soll 
oder ob überall, wo jetzt noch Leuchtgas auf den Treppen 
gebrannt wird, einheitlich die billigere elektrische Be 
leuchtung eingeführt werden soll. DaS letztere dürste im 
Falle der Ablehnung bezüglich der billigeren GaSlieferung 
geschehen. Bei gemeinsamer Einführung der elektrischen 
Treppenbeleuchtung wird die Installation für letztere be 
deutend billiger herzustellen sein, alS im Einzelfalle. Am 
19 d. M. findet auch die Neuwahl deS Vorstandes statt. 
Ein überaus starker Besuch der Generalversammlung ist 
deshalb zu erwarten. 
o Die freiwillige SauitätSkolouue hält am 
Donnerstag, dem 18. d. M., Abends 9 Uhr, im Kaiser- 
Wilhelm Garten eine Versammlung ab. DaS Erscheinen 
aller Kameraden ist dringend notwendig. 
o Gastspiel von Gertrude Garreitz 1« Hoher»- 
zollervtheater« Morgen (DienStag) wird uns einer der 
genußreichsten Abende mit der Vorstellung deS Schauspiels 
„Der Hüttenbesitzer" durch die Neue deusche Bühne ge 
boten werden. In erster Linie sind eS die Gäste, die a» 
diesem Abend auftretcn, und eine große Anziehungskraft 
ausüben. Ciaire — die Friedenauerin Gertrude 
Garreitz vom Kgl. Hoftheater in Stuttgart, Phillippe 
Derblay — Hans Manlius vom Belle-Alliance-Theater i» 
Berlin, Athenais — Else Wösten vom Lustspielhause in 
Berlin So dürfte uns wieder eine glänzende Vorstellung 
in Aussicht stehen, wie wir es durch die „Neue deutsche 
Bühne" gewöhnt sind, deren Vorstellungen sich auch bei 
unserem einheimischen Publikum so schnell beliebt gemacht 
haben. Fräulein Gertrude Garreiß, unsere Mitbürgerin, 
wird sicher durch ein volles HauS auf ihrer heimatlichen 
Scholle auf dos herzlichste begrüßt werden. Wir erinnern 
nochmals dararr, sich rechtzeitig Plätze zu sichern, da diese 
Vorstellung ein großes Jnterefle erweckt und der Bov- 
verkauf ein sehr reger ist. — Am Sonntag, dem 21. 
d. M., Nachmittags, findet die erste Klasstker-Schüler- 
Vorsteliung statt. Und zwar gelangen Friedrich v. Schillerst 
„Räuber" in glänzender Ausstattung und Besetzung zur 
Aufführung. Auch für diese Borstellung hat der Vorver 
kauf bereits begonnen. 
o Die Aufhebung einer Schwiudelfirma. Die 
Schöneberger Kriminalpolizei beschäftigte sich schon seit 
einiger Zeit mit einem Unternehmen, das sich „Berliner 
Aulomobil-Bertriebsgrsellschaft m. b. H." nannte. Sonn 
abend wurde einer ihrer „Direktoren", ein 22 Jahre alter 
Ernst Leipziger verhaftet und der Staatsanwaltschaft II 
vorgeführt. Die Gesellschaft war von vornherein auf 
Schwindelei gegründet. Die Inhaber und „Direktoren" 
waren Generalvertreter der Exzetstor-, MaScott- und Braste»- 
Automobilwerke. Vertraten aber alle drei tn einer Weife, 
daß sie ihre Werke sowohl wie ihre Abnehmer hineinlegten. 
AlS solche kamen hauptsächlich Chauffeure in Betracht, die 
sich selbständig machen wollten. Die Bedauernswerten 
wurden auf diese Art vielfach um ihre ganzen Ersparnifle 
geprellt. 
o Ein gefährlicher Dachstutzlbraud wütete gestern 
in der Nähe des WannseebahnhosS Botanischer Garten in 
Groß-Lichterfelde Unter den Eichen 115. Bet Ankunst 
der Wehren hatten die Flammen schon derart au Aus 
dehnung gewonnen, daß auch die Nachbargebäude stark ge 
fährdet waren. Erst nach mehrstündiger angestrengter 
Tätigkeit konnte die Hauptgefahr als beseitigt gelten. Bon 
dem Dachstuhl ist der größere Teil zerstört. Außerdem 
haben die Wohnungen der Obergeschofle starken Schaden 
erlitten. Tie Ursache deS Brandes ist noch nicht ermittelt. 
o Polizeiberlcht. Als gefunden find angemeldet 
worden: 1 Paletot, 1 PrrlhalSband mit gold. Verschluß, 
1 Portemonnaie mit Inhalt. Die rechtmäßigen Eigen» 
iüm.-r werden aufgefordert, ihre Ansprüche binnen drei 
Monaten im hrssigen AmtSbüro, Feurigstr. 8, Zimmer 
Nr. 8, geltend zu machen, da sonst anderweitig über die 
Fuiidgegenstände verfügt werden wird. 
Dereins-Zlachrichten. 
Der Hauptaukschnh für Berlin und die Mark Brandenburg d«S 
Deutschen Flottcnrcreins veranstaltet am Mittwoch, dem 17. Januar, 
8 Uhr Abends eine Führung durch die RcichSmarine-Sammlung bei 
Instituts für Meereskunde, Berlin NW., Georgcnstr. 84,36 mit au», 
sührl'chen Erläuterungen durch deren Vorstand, Herrn Kapitän zur 
See z. D. Witlmcr. Eintrittskarten für Mitglieder 80 Pf., für Nicht- 
mitgltcder 50 Pf. Abends cm Hörsaalcingang. 
Charlottenburger Tvuristen-Klub „Märkische Föhre' unternimmt 
am Sonntag, den 21. Januar 1912 ihre 89. Wanderfahrt nach 
Zepcrrick, »hrcnSfelde, HcllerSdorf, KaulSdorf. Führer: Herr Heiden 
reich. Lbsaort 9 32 Uhr. Versammlung */ 4 9 Uhr Stettiner Vorort- 
Bahnhof. Tlilrehinerkarten zu 1.25 M. für Bahnfahrt hin und zurück 
sowie Nachmittagskaffee si> d am Versammlungsort beim Tourenwart 
zu lös,«. 
AuSkurrftS» uud Fürsorgepelle (Kaiserallrr 66). 
für Tndrrknlilse: Acrztlchc Sprechstunden für Männer jeden DienStag 
von 12—1, für Frauen und Kinder jeden Mittwoch von 12—1 Uhr 
sür Alkoholkranke: Aerztl. Sprechstunde jeden Freitag von 12—1 Uhr.
        
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