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Periodical volume Nr. 9, 11.01.1912

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 19.1912

(Kriedenauer 
An-arteitsche Zettmg für tommmale und bürgerliche 
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Pr. 9 Friedenau, Donnerstag, den 11. Januar 1S12. 19. Iahrg. 
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Aepefchen. 
letzte Nach richte«. 
Berlin. Ein verwegener Einbruch wurde heute nacht 
in dem Pelzwarengeschäft vsn Timon Lepin in der Komman- 
dantenstr. 44 verübt. Den Dieben fielen Pelze im Werte 
von über 23 000 M. in die Hände. 
Wien. Im Palais deS Erzherzogs Friedrich, dessen 
Tochter Erzherzogin Jfabella Marie sich vor einigen Tagen 
mit dem Prinzen Georg von Bayern verlobte, brach heute 
morgen im zweiten Stockwerk ein gefährlicher Brand aus. 
Nach großer Mühe gelang eS, den Brand zu löschen. 
London. Der wegen schwerer Spionagevergehen ver 
folgte Schutzmann Gauß, der auS dem Gefängnis in Wil 
helmshaven ausgebrochen war, ist gestern hier verhaftet 
worden. Die Verhaftung erfolgte auf einen AuSlieferungS- 
antrag der deutschen Behörden. 
New-Uork. In EcottLoille, 20 Kilometer von 
Rochester im Staate Newyork, tötete gestern ein Neger 
seinen Vater uud verbarrikadierte sich dann in seinem 
Hause. Als die Polizei heranrückte, um ihn zu verhaften, 
eröffnete er ein Feuer auf sie und tötete den Deputy 
Sheriff, verwundete einen seiner Begleiter tödlich und 
zwei andere leichter. Endlich wurde eine ganze Kompagnie 
Soldaten, von Polizisten unterstützt, zur Hilfe herangezogen, 
und es wurden sogar Anstalten getroffen, das Haus mit 
einer kleinen Kanone zu bombardieren. Der Neger hat 
sich schließlich ergeben. 
Zur Worgartenfrage. 
Die Vorgartenfroge, die schon so oft die öffentliche 
Meinung in Friedenau beschäftigt hat, ist durch die in 
den letzten Tagen im Aufträge deS Regierungspräsidenten 
zu Potsdam und deS Landrates deS Kreises Teltow er 
gangenen Verfügungen deS AmtsvorsteherS von Friedenau 
an zahlreiche Haus- und Grundbesitzer erneut in den 
Vordergrund deS allgemeinen Interesses gerückt. Der 
Regierungspräsident hat bei gelegentlichen Besuchen seiner 
Referenten in den Vororten von Groß-Berlin festgestellt, 
daß auf zahlreichen Grundstücken der verschiedenen 
Gemeinden in solchen Straßen, in denen im Bebauungs 
plan Vorgärten vorgesehen sind» diese Vorgärten nur zum 
Teil oder gar nicht zur Anlegung gekommen sind. Er 
hat demzufolge durch Verfügung vom 6. September v. I. 
die OrtSpolizeibehörden durch den Landrat nach 
drücklichst angewiesen, alle vorhandenen Borgarien 
anlagen einer Revision zu unterziehen und diese, 
soweit sie den Bestimmungen, die zur Zeit ihrer Her 
stellung galten, nicht entsprechen, nunmehr wenigstens mit 
den durch den Nachtrag zur Baupolizeioerordnung vom 
6. September 1911 in Kraft getretenen milderen Be 
stimmungen in Einklang zu bringen. 
Diese Verfügung war für den Amtsbezirk Friedenau 
von weittragendster Bedeutung, weil sich in unserem Orte 
I eine große Menge von Grundstücken befinden, die nach 
{ den Bauordnungen vom 1887, 1892 und 1903 bebaut 
s sind, auf denen die Vorgartenanlagen bei Errichtung der 
l Gebäude nur zum Teil und sogar auch gar nicht zur An 
legung gekommen sind. Mag bei dieser Versäumnis ohne 
, Rücksicht auf die damals geltenden polizeilichen Be 
stimmungen ein stillschweigendes Einverständnis mit den 
damaligen AmtSoorstehern obgewaltet haben, so kann die 
RechtSgültigkeit der Verfügung deS Herrn Regierungs 
präsidenten wohl nicht bezweifelt werden. Da eS sich aber 
hierbei fast durchweg um Wohngebäude mit Läden im Erd- 
geschoffe handelt, so hat sich dieser Zustand, der zum Teil 
20 und mehr Jahre in der jetzigen Gestalt bestanden hat, 
so eingebürgert, daß man die Forderung, nunmehr nach so 
langer Zeit die Vorgärten vor diesen Grundstücken anzu 
legen. alS eine ganz außerordentlich harte Forderung 
im Sinne der beteiligten Grundstückseigentümer und der 
damit betroffenen Ladeninhaber ansehen muß. Da z. B. 
unter diese Bestimmung Grundstücke wie diejenigen 
Ringstraße 60, 61/62 Ecke Hedwigstraße, Moselstraße 13 
Ecke Rheinstraße und zahlreiche Grundstücke in der Hand- 
jerystraß« fallen, wo vor den dort befindlichen Läden 
niemals Vorgärten bestanden haben, so muß in dieser 
Maßnahme deS Retzierungspräsidenten eine schwere 
Schädigung deS angesessenen Grundbesitzes und der 
Gewerbetreibenden umsomehr gesehen werden, als die 
Grundstück« in der langen Reihe ihrer Jahre wohl ein- 
oder mehrfach ihren Besitzer gewechselt haben. 
Wie uns bekannt geworden, ist seitens des Amts 
vorsteherS, unseres Herrn Bürgermeisters Walger, in 
einem eingehenden Berichte auf die zu erwartenden 
schweren Schädigungen hingewiesen und versucht worden» 
eine Milderung der Verfügung vom September v. Js. 
zu erreichen. Leider sind diese Bemühungen aber an der 
Stellungnahme deS Regierungspräsidenten zu dieser An 
gelegenheit gescheitert. Der Amisvorsteher ist daher 
erneut durch Verfügung vom 7. Dezember o. Js. ange 
wiesen worden, mit allem Nachdruck dafür Sorge 
zu tragen, daß in Friedenau in Bezug auf die An 
legung der Vorgärten gesetzmäßige Zustände ein 
treten. Irgend eine weitere Milde etwaigen Besttznach- 
folgern gegenüber als diejenige anzuwenden, als daß in 
vorliegenden Fällen nicht die bei Genehmigung der Vor 
gartenanlagen gültigen schärferen, sondern die jetzigen 
milderen Bestimmungen angewendet werden können, ist 
abgelehnt worden. Demzufolge sind in diesen Tagen 
bereit» zahlreiche Verfügungen an die beteiligten Haus 
eigentümer ergangen, in denen diese aufgefordert wurden, 
binnen 10 Tagen Zeichnungen für die vollständige 
Anlage der Vorgärten vor ihren Grundstücken zur Ge 
nehmigung einzureichen. Gleichzeitig macht der AmtS- 
vorsteher darauf aufmerksam, daß er angewiesen 
worden sei, bi» zum 20. April 1912 dem Herrn 
Landrat deS Kreises Teltow zu berichten, daß die ordnungS 
vie „Königin der Nacht". 
Seeroman von H. Hill. 
1. (Nachdruck verboten.) 
„Oh nein, mein Lieber, nicht im geringsten," versetzte der 
Doktor; .ich schmeichle mir, er hatte das 2duff nie verlassen, 
wenn er auch nur den Schimmer eines Verdachts gehabt hätte. 
Man hat ihm das Kommando eines Steamers in der 
/Australischen Handelsmarine" versprochen, eines regelrechten 
Linienschiffes, und er hält das für einträglicher, als die 
Tätigkeit aus einer Vergnügungsjacht, die nur einmal im 
Jahre ausläust. Er sprach bereits vor mehreren Reisen 
davon, dag er die Stellung aufgeben wollte." 
.Hm!" sagte Vizard überlegend; „Luck vereinigte die für 
uns erforderlichen drei Haupteigenfckaften: er war ein tüch 
tiger Seemann und besaß dabei gesellschaftliche Formen. Es 
wird schwirrig sein, in aller Eile einen anderen zu finden, 
aber es muß geschehen. 
.Seine .Spczialarrangcmcnts" für die nächste Fahrt 
sind fast fix und fertig, und in ein bis zwei Tagen 
werden wir Nathan den Zeitpunkt der nächsten Abfahrt 
angeben können." 
„Ausgezeichnet, Gaston,' sagte der Doktor zustimmend. 
Und wie viel „spezialsälle" überlassen Sie mir diesmal? 
„Zwei siild vollständig in Ordnung. Ter junge Earl von 
Tarranmorc. ein Junge von 14 Jabren, der eben frisch 
von Eton kommt, und Desmond Orlebar, ein Landrdel- 
viann ans Hampshire," versetzte Vizard mit der KäUe 
eines Auktionators, der seine Waren katalogisiert. .Der" 
erste fährt auf Veranlassung seines Onkels, Ralphe Darran. der 
der nächste Erbe seines Titels ist; der zweite auf Veran 
lassung seiner Frau, die wohl einige Gründe haben wird, 
sich eine Veränderung zu wünschen. Dann hatte ich heute 
Abend Sir Simon Crawshay hier, ich habe ihm tüchtig zuge 
setzt, dem hartgesottenen Schurken; es handelt sich in diesem 
Falle um sein Mündel, die reiche Miß Challenor, und er 
ist uns so gut wie sicher. Er ist nach dem Diner mit der 
üblichen Empfehlung an Nathan in der Tasche fortge 
gangen, und Sie ivissen, was das zu bedeuten hat." 
»Ja, die Leute ziehen sich nie zurück, wenn sie sich Ihnen 
soweit anvertraut haben, daß Sie bereits mit dieser niedliö u 
Einführnngskarte herausrücken," bestätigte der Dollar. 
.Wir können also alles in allem auf drei rechnen, und 
mehr will ich auch nicht auf einer Reise übernehnlen. denn 
das Schiff ist jetzt populär und wird von gewöhnlichen 
Vergnügungsreisenden überflutet. Uebrigens ist die neue 
Anordnung, daß „Spezialfälle* von ihren Verwandten oder 
Mitwissern nicht begleitet werden dürfen, äußerst vorteilhaft. 
Als wir anfingen, hatten wir beinahe inehr als einen Mißer 
folg, weil es den Patienten an Bord fast noch möglich war, 
uns im letzten Augenblick zu entwischen." 
„Ja, ich glaubte, die Anordnung würde das System 
stärken und Ihnen Ihre Tätigkeit erleichtern," bemerkte 
Vizard mit der nachlässigen Selbstgefälligkeit eines Menschen, 
er eine gute Idee gehabt hat. „Aber da wir gerade von 
der Sache sprechen," fügte er hinzu, indem er sich aufrichtete 
und einen Schritt vortrat, um Zavertal in die auf ihn 
gerichteten Augen zu blicken, „ich habe vor einer Woche 
aus Cincinnati Nachricht erhalten, daß Kennard in Europa 
ist." — 
Der Doktor lacht etwas rauh für einen Mann von so 
genialem Temperament, und für zwei Sekunden verliefen 
sich die Krähenfüße in seinem Gesicht zu regelrechten Rinnen. 
Dann sagt er leichthin: 
„Na und was weiter? Ich habe ihn vorher geschlagen 
und könnte es wieder tun. Man «lacht ttiel Aufhebens 
von ihm in den Bereiniaten-Staaten - - der grösste Detektiv * 
seiner Zeit — aber mit Männern ist er nicht oft zu- ' 
sammengekommen." 
„Ganz recht," versetzte Vizard, „und seine augenblickliche 
Reise kann uns nicht betreffen. Da er aber p.ücin, Ihre 
Tätigkeif kennt, so glaubte ich. Ihnen mitteilen zu müise», daß 
er sich auf dieser Seite'des Atlantischest Lze.ns benndel. 
Von mir weiß er absolut nichts, worüber iai übrigens ( 
, froh sein kann." j 
Doktor Zavertal lächelte nur amüsiert, das ivar nme emsige. 
gemäße Herstellung der im Amtsbezirke Friedenau zu ver 
ändernden Vorgärten erfolgt ist. Er weist daher in 
den Verfügungen darauf hin, daß er im Falle etwaiger 
Säumigkeit gezwungen wäre, mit dem ihm zu Gebote 
stehenden gesetzlichen Mitteln für eine beschleunigte Aus 
führung seiner Verfügungen Sorge tragen zu müssen. 
Im übrigen werden die Eigentümer aber darauf auf 
merksam gemacht, daß jede von ihnen erforderte nähere 
Auskunft gern von dem Baupolizeiamt der Gemeinde, 
Lauterstr. 19/20, erteilt werden wird. Wie wir hören, 
hat der Amtsvorsteher, Herr Bürgermeister Walger, von den 
in dieser Angelegenheit ergangenen Verfügungen, wie 
bereits auch von den Vorgängen dieser Angelegenheit dem 
Vorstande der „Haus- und GrundbesitzervereinS" 
schriftlich Mitteilung gemacht, sodatz wohl zu erwarten ist. 
daß diese nicht nur den Grundbesitz, sondern auch weit 
gehendste Kreise unserer Bürgerschaft aufs lebhafteste 
interessierende Angelegenheit eine öffentliche Aussprache 
in dem .HauS- und Grundbesitzerverein" erfahren dürfte. 
Hoffentlich wird eS noch auf irgend eine Weise 
möglich werden, mit Hilfe unserer OrtSbehörde oder durch 
eine evtl, von der Gemeindevertretung ausgehende Petition 
bei den Oberbehörden eine Aufhebung oder ganz wesent 
liche Milderung der überaus einschneidenden Verfügung 
des Regierungspräsidenten zü erreichen. Jedenfalls hat 
unsere Gemeindeverwaltung alles getan, um die Schädigung 
der Hausbesitzer abzuwenden. Wenn ihr dar bis jetzt 
leider nicht gelungen ist, so liegt eS an der einseitigen Be 
handlung dieser Frage durch die Regierungsbehörden, denen 
jedes Verständnis für die besonderen kommunalen Ver 
hältnisse fehlt. 
Lokales. 
Schöffenwahl. Die Mahlzeit des Gemeindeschöffen 
Draezzer ist am 7. Februar d. Js. abgelaufen. Per Ge-! 
meindevorsteher hat daher zur Neuwahl eines Schöffen die 
Gemeindeoertreter zum Donnerstag, den 18. Januar» 
Abends 7 Uhr, nach dem Sitzungssaale im Gymnasium 
eingeladen. 
o Die Wahlzeit nnd die öffentlichen Uhren. 
Um bei der morgen am 12. d. M. stattfindenden Reichs 
tag« wähl innerhalb der hiesigen Wahlbezirke einen möglichst 
übereinstimmenden rechtzeitigen Beginn und Schluß der 
Wahlhandlung zu erzielen, wurden die sämtlichen öffent 
lichen Uhren heute, ?am Tage vor der Wahl, einheitlich 
nach der Sternwarte reguliert und werden auch am 
morgigen Wahltage selbst ebenfalls nach der Sternwarte 
reguliert. Er empfiehlt sich, die Uhren nach den öffent 
liche» Uhren zu stellen. — ES sei nochmals darauf hinge 
wiesen, daß die Wahlhandlung pünktlich um 7 Uhr ge 
schloffen wird, daß also nach 7 Uhr Niemand mehr wählen 
kann. ES genügt also nicht, daß man bis um 7 Uhr im 
Wahllokale anwesend ist. man muß auch bis zu diesem 
Zeitpunkt gewählt haben. Darum wähle jeder frühzeitig. 
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Antwort. Dann erhebt er sich nach einer Pause, trinkt sein 
Glas aus und sagt mit anscheinender Nachlässigkeit: 
„Die Königin der Nacht besiegt alle Hindernisse, '.ichl 
wahr, Gafton?" 
1. Kapitel. 
Die Rettung. 
„Hol's der Teufel!" Diese kurze Bemerkung gab voll 
ständig meine Gefühle wieder, als ich die Bureaus der 
„Florver Schiffahrtsgesellschaft" betrat, deren Direktoren ge 
heimnisvoll über meinen Fall im Konferenzzimnter berieten. 
Ich war der Entlassung so sicher, wie man es nur fein 
konnte. -Ich wußte es aus der sprichwörtlichen Anhänglichkeit 
an den Schlendrian, die unsere Schisfsbehörden auszeichnen, 
ich ersah es aus den sympatischen Blicken, die die hinter deir 
großen, mit Kupferdrähten versehenen Schalter sitzenden 
Kommis mir zuwarfen, ich wußte es aus den Bemerkungen 
des guten alten Beadson — des freundlichsten aller Kapitäne, 
wenn er „einmal ein Wort sprach", ivie er inimer sagte, 
vor allem aber wußte ich cs, weil ich ein Seemann bin 
und an Ahnungen glaube, und diese Ahnungen verrieten 
iiiir. daß meine Stunden als erster Offizier der „Dahlia" 
gezählt warcrr. / 
Tie Direktoren lassen gern ihr Mundwerk ein wenig 
laufen, so daß noch weitere zehn Minuten vergingen, bevor 
man mich zum „Urteil" hereinrief. Ich hatte also Zeit, mein 
Sehiffsbuch durchzusehen und an das Ereignis zu denken, 
das mich in diese schlimme Lage gebracht. Mein Name ist 
Cyrill Forrester, zur Zeit 30 Ja!,re alt. fünf Fuß zehn Zoll 
hock), gesund an Körper und Seele, und mit dem Zeugnis 
zur Kapitäilsbcrcchligniig in der Handelsmarine in der Tasche. 
Tabei aber hatte ich noch nie ein Schiss befehligt und würde 
auch unter den obwaltenden Unistündcn keins befehligen. Die 
„Flower Schiffahrtslinie" verkehrt, ivie ein jeder weiß, zwischeil 
London und Ealcutta und legt an den Haupthäfen des 
Mittelländischcn-Mceres an; der kleine Zwischenfall, der den 
widerlichen, alten Knickern im Konsereiizzinnner Gelegenheit 
gab, mir ihre Messer in den Leib zu bohren, passierte mir 
ans der letzten Reise. (Fortsetzung folgt.)
        
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