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Periodical volume Nr. 5, 07.01.1912

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 19.1912

(Kriedenauer 
Anparteiische Zeitung für kommunale und bürgerliche 
Angelegenheiten. 
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“Jtdtn ßlitrtpocb: 
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TOltjblatt „Seifenblasen' 
frmfprtcbrr: Hrnt Bln.-CQL 2129. 
Erscheint täglich aöends. 
Zeitung.) 
Organ für den Krtedenauer Ortsteil von Zchöneberg und 
Kertrtsverein Züdmest. 
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Druck und Verlag von Leo Schultz, Friedenau. 
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»r. 5 
Friedenau, Sonntag, den 7. Januar 1912. 
19* Iahrg. 
Kepeschm. 1 
Letzte Skuchrtchte». ! 
Berlin. Im Hause DreSdenerstr. 44 schoß der 20 , 
Jahre alte Hausdiener Friedrich CaSpar dreimal auf seinen ; 
Stiefvater August Zinke und verletzte ihn am Kopf so 
schwer, daß er in bedenklichem Zustande nach dem Kranken 
hause am Urban gebracht werden mußte. CaSpar hat die 
Tat begangen, um seine Mutter für die Mißhandlungen, 
die ste von ihrem zweiten Manne fortgesetzt zu erdulden 
hatte, zu rächen. — Der 36 jährige Kaufmann HanS 
Diethey aus der Breitenstr. 24 zu Pankow warf sich auf 
dem Schlesischen Bahnhof kurz vor der Einfahrt deS 
EtadlbahnzugeS 2177 auf die Schienen. Ehe e§ 
dem Führer gelang, den Zug zum Stehen zu bringen, 
waren die Räder über den Mann hinweggegangen 
und hatten seinen Kopf vom Rumpfe getrennt. — 
Eine ältere Frau wollte mit mehreren anderen Personen 
in der Waldstr. in den AutoomaibuS der Linie 11 auf 
steigen, wurde aber im Gedränge von jüngeren Leuten 
zurückgestoßen. Sie fiel vom Trittbrett, das ste bereit- 
erstiegen hatte, herunter und schlug mit dem Kopf auf» 
Straßenpflaster auf. Sie hatte eine kleine Wunde erlitten, 
konnte aber noch im Omnibus Platz nehmen. Rach kurzer 
Fahrt aber brach die Frau plötzlich ohnmächtig zusammen. 
Der Schaffner brachte ste bis zur Unfallstation in der 
Kommandantenstraße, wo sich bei der ärztlichen Unter 
suchung herausstellte, daß die Frau einen schweren Schädel 
bruch erlitten hatte. Während man sich noch um die Ver- 
unglückte bemühte, starb sie unter den Händen des Arztes. 
Gl atz. Die Nationalliberalen von Reinerz haben im 
Wahlkreise Glatz-Habelschwerdt, der ein sicherer Wahlkreis der 
Zentrums ist und bisher vom Grafen Oppersdorf vertreten 
wurde, beschlossen, da ein anderer als der Zentrumskandidat 
nicht aufgestellt ist, den Fürsten Bülow zu wählen. 
München. Der Lustmörder Albert Spekerl, der vor 
drei Wochen die 10jährige Frida Bracher in München er 
mordete und dann den Leichnam in einen Sack gesteckt 
hatte, wurde gestern in Bayerisch Zell ergriffen und ver 
haftet. Er wird heute nach München gebracht werden. 
Paris. Dem Journal wird aus San Sebastian ge 
meldet, daß auf dem englischen Schiff „Winbelkow', welcher 
in Paffages vor Anker liegt, eine Meuterei der Matrosen 
auSgebrochen ist. Sieben Meuterer wurden verhaftet und 
ins Gefängnis abgeführt. 
Algier. In einer Radfahrertruppe in einem hiesigen 
Baritee befand sich auch ein Deutscher namens Soeten, 
der die Aufgabe hatte, mit seinem Rade ein Drahtseil zu 
Höhe« «nd Tiefe«. 
Roman von M. Eitner. 
38. (Nachdruck verböte».) 
.Ja, was wird der Graf sagen?* Tieie Frage hatte auch 
Hildegard bewegt, aber sie hatte sie nickt ausgesprochen. 
Es war ihr schwer, daß der Gras nicht da war. Er war 
verreist, und sie wußte, daß er erst morgen gegen Abend 
heimkehren konnte. Tann würde er seinen Leuten eiiibeschereir, 
und erst dann konnte er kommen. 
Es kam stets wie Ruhe über Hildegard, wenn sie dem 
Grasen sagen konnte, was geschehen war, wenn dann seine 
schönen, ernsten Augen sie anblickten, mit einem so tiefen Ver 
ständnis. daß sw das, was sie zu sagen hatte, niemals in 
viele Worte zu kleiden brauchte. Wie war er aber auch so 
anders als alle Menschen! Wie hatte sie von jeher zu ihm 
ausgesehen wie zu jemand, der mit der übrigen Welt nicht 
auf gleichem Boden einherging. 
Dann brach der nächste Tag an und brachte viel Arbeit. 
Die Baroneß wollte nicht,^daß die Trauer, die im Schloß 
war, den Leuten, die zum Schloß und Hof gehörten, und den 
Armen des Dorfes die Weihnachtsfeier beeinträchtigen sollte. 
Weihnacht mit seiner herrlichenJLedeutung war ein Fest, aus 
das durch irdische Trauer kein Schalten fallen durste. Konnte 
denn die Jubelbotschaft: Euch ist der Heiland geboren, ver- 
dunkelt werden durch irdischen Schmerz oder verklingen unter 
rhm? Nie und nimmer! 
In dem großen Saale wurde eine mächtige Wcihnachts- 
tasel hergerichtet. Tie .erste Bescherung für die Armen des 
Dorfes, große und kleine, fand nachmittags vier Uhr statt. 
In jeder Ecke des Saales stand ein herrlicher Tanucnbaum, 
mit zahllosen Lichtern. Auch auf der WcihnachtStasel stand 
einer. Es war ern herrliches Leuchten und Glänzen, das von 
den Bäumen ausging, und es war ein herrliches Leuchten 
und Glänzen, das sich m den Gesichtern der Beschenkten zeigte. 
Als es durch den Saal klang: „O du selige, o du fröhliche 
Weihnachtszeit," da floh der irdische Schmerz, da schwieg alles 
Leio, und es blieb nur das eine herrliche Bewußtsein lebendig, 
daß über Erden, Leid und Schatten eine ewige, herrliche Wett 
uns grüßt. 
Die zweite Bescherung galt den zum Schloß und Hof ge- 
befahren. Als er sich nun in der Mitte der Drahtseils 
befand, riß das Seil und Soeten stürzte so unglücklich 
aus einer Höhe von 3 Metern herab, daß er gerade auf 
den Kopf fiel und die Wirbelsäule brach. Er wurde in 
hoffnungslosem Zustande nach dem Hospital gebracht. 
Lokales. 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet) 
o ReichstagSwahl. Herr Bürgermeister Walger 
hat die Wahlvorsteher und Wahlvorsteherstellvertreter zu 
einer Sitzung am Montag, dem 8. Januar im Sitzungs 
saale des Gymnasiums eingeladen, um sie über ihre Aemter 
am 12. Januar zu unterrichten. 
o Die hiesige jüdische Gemeinde hält, nachdem 
ein diesbezüglicher Antrag vom Kuratorium der höheren 
Schulen genehmigt worden ist, ihre regelmäßigen Gottes 
dienste jetzt in der Aula unseres Gymnasiums (am Maybach- 
platz) ab 
o Zur Reichstagswahl macht der amtliche Tarif- 
und Berkehrsanzeiger der preußisch-hessischen StaatSbahuen 
Folgendes bekannt: „Für die bevorstehenden Wahlen zum 
Reichstage werden am Wahltage (12. Januar) und am 
Tage etwaiger Stichwahlen die Beschränkungen in der Be 
nutzung der Arbeiterkarten außer Kraft gesetzt. Die Wahl 
tage sind in bezug auf Verausgabung und Gültigkeit der 
Arbeiterrückfahrkarten wie Festtage im Sinne des Tarifs 
anzusehen. Außerdem sind an den Wahltagen Arbeiter 
rückfahrkarten vom Arbeitsort nach dem Wohnort auszu 
geben, die zur Rückfahrt an demselben oder an dem 
folgenden Tage gelten. Arbeiterwochenkarten dürfen an 
den Wahltagen zur zweimaligen Hin- und Rückfahrt gegen 
Durchlohchung je eines Nummernfeldes der Wochenkarte 
für jede Fahrt benutzt werden/ 
o Die Mängel und Schäden des heuttgeu 
Offeubarungseidverfahrens (lasten den Gläubiger 
gegenüber gewistenlosen und böswilligen Schuldnern nur 
noch selten zu seinem Rechte kommen, da diese Kategorie 
von Schuldnern es versieht, von den Hintertüren, die ihnen 
die jetzige Regelung deS Offenbarungseidverfahrens offen 
läßt, zum Nachteil und auf Kosten der Gläubiger Ge 
brauch zu machen. Auf die hier bestehenden Mißstände, 
auf die wirtschaftliche Wichtigkeit und Dringlichkeit ihrer 
Beseitigung haben die Aeltesten der Kaufmannschaft von 
Berlin bereits im vorigen Jahre in einer an den Staats- 
sekretär des ReichSjustizamts gerichteten Eingabe hinge 
wiesen, auf die ihnen die Antwort zuteil geworden ist, die 
Regierung werde dafür Sorge stragen, daß die von den 
Aeltesten aufgestellten, als „an sich erwägenswert* be° 
hörenden Deuten. Manche Träne stoß aus deren Augen, wenn 
sie auf ihre geliebte Baroneß blickten, die in ihrer Trauerkleirung 
dastand, einen wunderbaren Glanz in ihren schönen Augen, 
Freude spendend, ihr Leid zurückdrängend. 
Dann verklang der Jubel. Es wurde still, ganz still. 
Hildegard und Tante Elisabeth hatten ihre gegenseitigen Ueber- 
raschungen geheimnisvoll zugedeckt. Sie wollten warten, bis 
Graf Erbach kam, war doch auch für ihn ein Platz auf der 
Weihnachtstafel bestimmt. In stilles Nachdenken versunken, 
sagen beide Damen. Sie hatten von Werner gesprochen, hatten 
an Gerhard gedacht; dann hatten sie geschwiegen. 
Die Baroneß hatte eine Ahnung, daß die Gedanken der 
Tante unablässig in Heidelberg weilten, und sie wollte sie 
durch kein Wort stören. Sie selber horchte mit einer gewissen 
Spannung, ob denn kein Schellenklingen die Stille des Abends 
unterbreche. Graf Erbach blieb lange aits. Endlich gegen 
9 Uhr kam Schellenklingen näher und näher, verstnininte vor 
dem Portal des Schlosses. 
Ueber Hildegards Gesicht zog es wie ein sonniges Leuchten. 
Wenige Minuten später öffnete Anton die Tür und meldete: 
„Herr Graf Erbach." 
Lachend schob der Graf den alten Diener beiseite und 
sagte: „Anton, es braucht nicht so feierlich gehandhabt zu 
werden." 
Er begrüßte die Baronin, faßte Hildegards Hand und 
küßte sie. 
„So spät, Graf," sagte die Baroneß. 
„Ja, Barvneßchen, es ist später geworden, als ich wünschte 
und dachte. Ich bin zwei Stunden später heimgekommen, als 
ich berechnet hatte. Ich wußte, ich würde keinen Dank von 
Ihnen geerntet haben, hätte ich meinen Leuten die Weihnachts 
bescherring verkürzt. Ebenso wußte ich, daß ich hier auch in 
später Stunde ericheinen durste." 
„Beide Annahmen waren richtig, Graf," entgcgnete die 
Baroneß lächelnd. 
„Nun aber zu unserer Bescherung," drängte die Baronin. 
„Wir haben lange genug gewartet, Graf," fügte sie hmzil, 
„wo ist Ihr Weihnachtsgeschenk für Hildegard?" 
Während dieser Worte führte sie Hildegard an ihren Platz 
unter dem Tannenbaum. Tort lag unter anderem ein wunder 
volles dunkelblaues Reirklcid. 
„Ich wünsche so sehr, Hildegard," sagte die Baronin, 
„daß du wieder reitest. Es hat dir früher so viel Vergnügen j 
( zeichneten Borschläge bei der bevorstehenden allgemeinen 
Reform der Zivilprozeßordnung eingehend geprüft würden. 
Inzwischen haben die Aeltesten der Kaufmannschaft von 
Berlin die Frage weiter verfolgt und unter den Anwälten 
von Berlin eine Umfrage über das OffenbarungSeidoer- 
fahren veranstaltet. Auf Grund des ihnen reichlich 
zugegangenen Materials sind die Aeltesten der Kauf 
mannschaft jetzt mit einer neuen sehr ausführlichen und 
auch wohlbegründeten Eingabe hervorgetreten, in der 
I zunächst die früheren Ausführungen ergänzt und sodann 
' vier weitere Reformoorschläge gemacht werden. Der erste 
der neuen Vorschläge betrifft die Abänderung der heutigen 
Art der Aufstellung deS VermögenSoerzetchnifleS, der zweite 
Vorschlag empfiehlt eine gesetzliche Feststellung der nach 
träglichen jederzeitigen Ergänzungsmöglichkeit eines unge 
nauen VermögenSoerzeichnifleS. Ein dritter Punkt be 
schäftigt sich mit dem Widerspruch deS Schuldners, durch 
den die Verpflichtung zur Eidesleistung bestritten wird und 
mit besten Hilfe heute der Schuldner dar Verfahren um 
Wochen und oft sogar um Monate herauszuschieben ver 
mag. Endlich macht die Eingabe noch aufmerksam auf 
die Reformbedürftigkeit der Schutzfrist, wie sie für einen 
Schuldner, der den OffenbarungSeid geleistet hat, heute 
besieht. Hier wird vor allem die Herabsetzung der jetzigen 
fünfjährigen Frist auf eine solche von 3 Jahren verlangt, 
da die fünfjährige Frist zu reichlich bemessen sei und in 
unserer schnellebigen Zeit ein VermögenSumschwung rascher 
sich zu vollziehen pflege, als dies vor 30 Jahren der Fall 
gewesen sei. 
o Ordensverleihung. Dem in der Hänelstraße 
wohnhaften Rechnungsrat Hermann Wolff, ist der Rote 
Adlerorden 4 Klasse verliehen worden. 
o Die Eisbahnpächter haben diesmal schwere Ver 
luste zu erleiden. Die ungünstige Witterung in diesem 
Winter hat ihnen in diesem Jahre bisher um jede Ein 
nahme gebracht. Die Pachtgelder müssen hingegen gezahlt 
werden. 
o Freie Hochschule Berlin. In der nächsten 
Woche beginnen an der Freien Hochschule Berlin die erste« 
Vorlesungen dieses Quartals. Angekündigt sind im ganzen 
107 Vortragsreihen, die alle im Laufe der nächsten vier 
zehn Tage ihren Anfang nehmen. Die Lehrgebiete um 
fassen: Weltanschauung, Philosophie, Pädagogik, Bildende 
Kunst, Musik, Literatur, Sprachen, Volkswirtschaft, Staats- 
und Rechtslehre, Bürgerkunde, Geschichte, Geographie, 
Naturwissenschaften, Medizin, Mathematik, Technik, Vor 
tragskunst, Zeichnen Schach und anderes. Ferner werden 
einige Einzelvorträge abgehalten, u. a. auch ein Halbzyklus 
über Friedrich den Großen und sein Zeitalter im Bürger- 
gemacht. Es würde dir gut tun. Die Ergänzung zu dem Kleid 
zu besorgen, hat der Graf auf sich genommen." 
Hildegard überhörte diese letztere Bemerkung. „Tante." 
sagte sie, „da muß ich mir erst ein Reitpferd besorgen. Du 
weißt ja, ich war damals so leichtsinnig, inimer auf geborgtem 
Pferde zu reiten." 
„Sie irren, Barvneßchen," fiel der Graf ein. „Seit Sie 
das Reiten eingestellt haben, reite ich auf geliehenem Pferd. 
Rinalöv ist Ihr Eigentum gewesen von dem Augenblick an, da 
Sie ihm gestatteten. Sie zu tragen. Er und ich mußten uns 
einstweilen unter ein schweres Schicksal beugen. Wir sind 
zusammengeblieben, wenn auch widerwillig. Er ist mit her 
übergekommen am Weihnachtsabend, hofft, daß seine Herrin 
ihn endlich wieder in Gnaden annehmen wird." 
In Hildegards Gesicht zeigte sich ein Lächeln, das dem 
Grafen so hinreißend erschien, daß er sich abwenden mußte, 
um seine innere Bewegung nicht merken zu lassen. 
„Ich danke Ihnen. Graf," sagte die Baroneß. „Rinaldo 
ist mein Liebling. Ach ja, es war schön, als Sie mich in die 
Schule nahmen und sich zufrieden zeigten. Ach ja, wir wollen 
wieder reiten. Es wird mir gut tun." 
„Weiß Gott, es ist Zeit, daß Ihnen etwas gut tut," 
murmelte der Graf. 
Er nahm mit herzlicher Freude entgegen, was die Baronin 
ihm einbeschert hatte, und seine Hand ruhte wie liebkosend auf 
seinem kunstvoll gestickten Wappen, das Hildegard zu einer 
Schreibmappe für ihn gcarbeilet hatte. 
Sie nahmen Platz. Der Graf erzählte von seiner Reise 
und fragte nach diesem und jenem. 
Tie Baronin hatte den Saal verlassen. Hildegard war an 
die Weihuachtstafel herangetreten und stand unter dem Tannen 
baum. Ter Graf stand neben ihr. Ta erzählte sie von dem 
Brief, den Werner geschickt hatte. Sie hatte ihn schon bereit 
gehalten und gab ihn dem Grasen zum Lesen. 
Ter Graf las. Dann sagte er leise: „Armes Barvneßchen! 
Wenig Freude, viel Leid." 
Von dem Glanz, der von dem Weihnachtsbaum ausging, 
umleuchtct, stand sie vor ihm. Er hatte schon oft ihre Schön 
heit bewniidert, doch so schön wie in diesem Augenblick war 
sie ihm noch nie erschienen. Jii ihren braunen Augen lag 
ein Ausdruck, der den Grafen verwirrte. 
„Graf," sagte sic eben, inid ihre Stimme klang melodischer 
als je, „Graf, es hat mir gefehlt, daß Sie fort waren, und 
Ihnen nicht gleich den Brief zeigen konnte."
        
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