hält. Durch richtige Wahl des Versandbahnhofs wird,
neben einer Frachtersparnis, eine oft erheblich schnellere
Beförderung erzielt, da die Güter dann gleich in die
direkten Wagen und — ohne Umladung — in die schnellfahrenden,
direkten Güterzüge kommen. Das für alle
Güterversender unentbehrliche Handbuch ist zum Herstellungspreise
(1 Mark) im Auskunftsbüro, Bahnhof
Alexanderplatz, und bei sämtlichen Güterabfertigungs- und
Fahrkarten-Ausgabestellen Berlins zu haben.
ff StaatSprämien für Ausstellungen von
Lehrlings-Arbeiten sind nach amtlicher Mitteilung
wiederholt erst kurz vor der Eröffnung der betr. Ausstellung
beantragt worden. Dem Handelsminister ist dadurch
die Möglichkeit genommen, etwa erforderliche Erkundigungen
einzuziehen oder auf eine Abänderung des
Ausstellungsplanes hinzuwirken. Selbst in solchen Fällen,
in welchem dem Antrage ohne Weiteres stattgegeben
werden konnte, ist es mitunter kaum möglich gewesen, die
Beihilfen so zeitig zur Auszahlung zu bringen, daß die
Preisverteilung in dem dafür vorgesehenen Termin erfolgen
konnte. Es wird daher daran erinnert, daß nach
den bestehenden Vorschriften Anträge auf Bewilligung eines
Staatszuschuffes spätestens am 1. September jeden Jahres
für solche Ausstellungen eingereicht sein müffen, welche für
das nächstfolgende Etatsjahr in Aussicht genommen sind.
[] Für die Pfingst-Souderzüge nach Stettin-Swinemünde-Heringsdorf
rc. sind die folgenden Fahrpläne
festgesetzt worden: Abfahrt von Berlin, Stettiner Bahnhof,
am 3. und 4. Juni Vorm. 5.25, Ankunft in Swinemünde
10.15, Heringsdorf 10.42, in Misdroy (ab Swinemünde
10.45) 11.40 Vorm. Die Rückfahrt der Sonderzüge
erfolgt an den beiden Feiertagen ab Heringsdorf 9.45
Abends, ab Swinemünde 10.15, ab Misdroy 9.23 Abends,
die Ankunft in Berlin 1.47 Nachts. Rückfahrkarten, nur
für diese Sonderzüge giltig, kosten nach Swinemünde
12.20 M. (II.), 8,10 M. (dritter Klasse), nach Heringsdorf
12,60 (8,40) M., nach Misdroy 13,50 (9) Mark. —
Die Sonderzüge nach Stettin, mit Anschluß an die
Rügenfahrten der Dampfschiffahrts-Gesellschaft Bräunlich
daselbst, gehen am 3. und 4. Juni ab Berlin, Stettiner
Bahnhof, 12,25 und treffen in Stettin 2.35 früh ein;
die Rückfahrt von Stettin erfolgt am Pfingst-Sonntag
und -Montag Abend 11.15, die Ankunft in Berlin 1.29
Nachts. Die Sonderzug-Rückfahrkarten kosten 8,10 M. in
zweiter, 5,40 in dritter Klasse. Ausnahmsweise gelten die
am ersten Feiertag von Berlin nach Stettin gelösten
Karten zur Rückfahrt auch am zweiten Feiertage. Fahrkarten-Verkauf
am Stettiner Bahnhof, Sonnabend bezw.
Sonntag 9—12 Vorm., 3—5 und 7—12 Nachm.; Schiffskarten
können im Büro, Neustädt. Kirchstr. 15 (Dorothenstraße)
und am Bahnhof Friedrichstraße (Büro: Saßnitz-Trelleborg)
gelöst werden.
sj Psingst-Sonderzüge werden auch wieder nach
dem Osten der Monarchie, BreSlau, Kattowitz, Posen rc.
abgelassen werden. Wir erwähnen nur die folgenden:
Charlottenburg—Kattowitz, 81. Mai bis 7. Juni, 7.58
Vorm., 31. Mai bis 9. Juni, 4>13 Nachm., Charlottenburg—Breslau,
31. Mai bis 2. Juni, 10 Uhr Vorm.,
Schles. Bahnhof—Breslau, 2. und 3. Juni, 7.08 Vorm.,
2. Juni 3.01 Nachm., 1. und 2. Juni 8.06 Abends,
31. Mai bis 2. Juni und 5. Juni, 9.06 Abends (bis
Mislowitz); Charlottenburg—Posen, 1., 2., 5. und 6. Juni,
9.20 Vorm, und 2.13 Nachm., Schles. Bahnhof—Posen:
1., 2., 3., 5. und 6. Juni, 7.56 Vorm., 1., 2. und
5. Juni, 5.45 Nachm.
G Für die Pfingst-AirSflüge nach de» Ostseebädern,
den Inseln Rügen und Bornholm, nach Kopenhagen
re. hat die Stettiner Dampfschiffs-Gesellschaft Bräunlich
ein besonderes Fahrplanbüchlein für ein- und mehrtägige
Fahrten herausgegeben. Danach werden, im Anschlüsse
an die Sonderzüge Berlin—Stettin am Freitag
und Sonnabend, Vorm. 11 Uhr die Doppelschrauben-Schnelldampfer
„Hertha" und „Odin" nach den Ostseebädern
bis Saßnitz (an 7.15 Abends) am Pfingst-Sonntage
3.30 früh „Odin" und „Freia" nach Saßnitz (an
11 Uhr Vorm.) und am Montag, 3.30 früh der „Odin"
nach Saßnitz und 6.30 früh die „Freia" nach Zinnowitz
(an 11.30 Vorm.) fahren. Die Rückfahrt ab Saßnitz kann
Zeit und Gelegenheit zu haben, sein schwerfälliges, philisterhaftes
Wesen abzulegen. Er wollte die Baronin bitten, ihn
ein ivcnig in die Schule zu nehmen, es müßte doch mit dem
Teufel zugehen, wenn mit so vielem guten Willen nicht ein
Erfolg verbunden sein sollte.
Das alles ging ihm auch heute wieder durch den Sinn,
als er dem davonrollenden Wagen nachschaute und es beschäftigte
ihn so sehr, daß er die wiederholten Stufe der
Tante überhörte, die am Kaffcetische auf der Veranda sehnsüchtig
seiner harrte und nun ungeduldig die Stufen herabgecilt
kam, um den Zerstreuten höchst eigenhändig in die Wirklichkeit
zu befördern, indem sie ihm einen scherzhaften Klapps auf die
Schulter versetzte. Wie erschrak sie jedoch, als sie den sorgenvollen
Gesichtsausdruck des über- rascht Herumfahrenden gewahrte.
Teilnehmend schob sie die Hand in seinen Arm und
führte ihn zum Kaffeetische, wo er sich müde auf das
Korbsofa niederließ.
„Gotthard, mein Junge, was hast Du?" fragte Tante
Molchen, bckünimert in sein verdüstertes Gesicht sehend. „Bist
Du krank? Oder quälen Dich Sorgen? Ich beobachte Dich
schon seit Tagen, und ängstige mich ivcgen Deines vergrämten
Aussehens. Willst Du Dich mir nicht anvertrauen, so wie
irüher?"
„Ach, Tantchen," seufzte er auf und fuhr sich mit der
Rechten durch das hochstehende Blondhaar. „Mir selbst fehlt
nichts, aber Marie-Agnes macht mir Sorge, schwere Sorge.
Sie ist so furchtbarverändcrt seit einiger Zeit, so still und
traurig, so blaß und mager. Der Gedanke legt sich mir schwer
aufs Herz, daß sie sich unglücklich fühlt, daß — —"
„Dazu hat sie auch alle Ursache!" unterbrach ihn die
Tante unmutig. „Aber da sicht man es ivieder einmal,
wenn die Leute keine Sorgen haben, so machen sie sich welche!
— Wenn Dich weiter nichts drückt, mein alter Junge, so
banke dem Himmel und fei zufrieden und laufe nicht herum
wie ein betrübter Lohgerber. Sei versichert, daß das alles
nur Launen bei ihr sind."
Steinhaufen schüttelte energisch den Kopf: „Nein, da irrst
„Tu durchaus."
(Fortsetzung folgt.)
angetreten werden: am Sonntag 3.15 Nachm, (an Stettin
10.15, an Berlin 1.29 Abends), am Montag, 3.15 Nachm,
(wie vor), am DienStag, 10.30 Vorm, (an Stettin 6.15,
an Berlin 9.05 Abends). Am Mittwoch, 6. Juni und
Freitag, 8. Juni, fährt die „Freia" von Saßnitz schon
6.15 früh ab und trifft in Stettin 2.15 Nachm, ein, sodaß
man 5,36 oder 6.17 Nachm, wieder in Berlin sein kann.
Nach Bornholm geht die „Hertha" am Freitag und Sonnabend,
ab Stettin 11 Uhr Vorm., an Saßnitz 7.15 Abends,
ab am andern Morgen 6 Uhr an Hämmeren (Bornholm)
10 Uhr Vorm. Rückfahrt 5.30 früh ab Rönne (Bornholm),
an Saßnitz 9.30 Vorm., an Stettin 6.15 Abends.
Lokales.
-j- Schmuckstreifeu. In der Rheinstraße sind nun
auch die Schmuckstreifen fertiggestellt worden und mit
herrlichen Blumenbeeten versehen. Einzelne Streifen sind
auch bereits mit Grassamen besät, sodaß wohl binnen
kurzem diese Schmuckanlagen das Straßenbild der Rheinstraße
bedeutend verschönern. In Steglitz sind die Rasenstreifen
ebenfalls fertig und schließen sich würdig unsern
Streifen in der Rheinstraße an.
f Der Verein der Vororte Berlins hielt seine
erste diesjährige Wanderversammlung in dem kleinen
Ackerstädtchen Alt-Landsberg ab, wo die Vertreter aus
zirka 40 Vororten, die zahlreich mit ihren Damen erschienen
waren, von Bürgermeister Ziemann und später
vom Rechtsanwalt Schmidt, dem Vorsitzenden des Ortsvereins,
begrüßt wurden. Nach Besichtigung des.städtischen
Krankenhauses, des Elektrizitätswerkes, der herrlichen
Promenaden an der alten Stadtmauer, der Stadtkirche,
und der reformierten Schloßkirche wurde die geschäftliche
Sitzung im Schützenhause abgehalten. Der Vorsitzende,
Herr Albert Daumann, verurteilte aufs schärfste die Annahme
der Fahrkartensteuer durch den Reichstag und wies
auf die vielfachen, leider vergeblichen Bemühungen des
Vorortsvereins, dieses volks- und verkehrsfeindliche Gesetz
zu Fall zu bringen, hin. Trotz dieser Niederlage würden
die Vororte in ihrem Bestreben nach Verkehrsbefferungen
nicht nachlaffen. Als neue Mitglieder wurden aufgenommen
der Magistrat der Stadt Kremmen, der Bürgerverein
Fichtenau und die Hermsdorfer Boden-Aktiengesellschaft.
Herr Garten-Ingenieur Ludwig Lesser-Zehlendorf
hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag
über Hebung der Vororte durch gärtnerische Anlagen.
f Vier Eiseubahninspektione«, welche bisher
schon zum Bezirke der Kgl. Eisenbahndirektion Halle a. S.
gehörten, ihren Sitz aber in Berlin (Anhaltec Bahnhof)
hatten, werden mit dem 1. k. Mts. von hier verlegt, weil
wegen der steten Verkehrszunahme über die betreffenden
Räumlichkeiten anderweit verfügt werden muß. Es sind
dies die Eisenbahn-Derkehrsinspektion Berlin 5, die zu
ihr gehörigen Betriebs-Inspektionen Berlin 12 und
Berlin 13, sowie die Maschinen-Jnspektion Berlin 5. Der
Wirkungskreis der Verkehrsinspektion 5, welche nach Torgau
verlegt wird, umfaßt die Eisenbahnstrecken Groß-Lichterfelde-Süd
(ausschließlich) bis Jüterbog, Falkenberg, Röderau rc.
und Zossen (ausschließlich) bis Dobrilugk, Elsterwcrda rc.
Von den beiden Betriebsinspektionen kommt 12 nach
Luckenwalde, 13 nach Finsterwalde; dieMaschinen-Jnspekton5
endlich siedelt am 1. Juni nach Wittenberg über.
t Eine zeitgemäße Mahnung richtet der
Regierungs-Präsident zu Potsdam an die Verkäufer von
Mineral-Wässern rc. Da der Genuß eiskalter Getränke
leicht zu ernsten Erkrankungen führen kann, weist er die
Verkäufer an, das Wasser fernerhin nur in einem der
Trinkwasser-Temperatur entsprechenden Wärmegrade von
etwa 10 Grad Celsius abzugeben. Zugleich wird auch
das Publikum vor dem Genusse eiskalter Getränke überhaupt,
insbesondere der Mineralwässer, gewarnt.
ch Die Charlottenburger Abfuhrgesellschaft
schreibt uns: Die Wirtschaftsgenoffenschaft Berliner Hausund
Grundbesitzer aquiriert in letzter Zeit vielfach in unlauterer
Weise für die Müllabfuhr in Friedenau und den
angrenzenden Vororten und versucht sich auch hier das
Monopol zu verschaffen. Viele Abfuhrunternehmer sind
diesem Gebühren bereits zum Opfer gefallen und es besteht
die Gefahr, daß die Hausbesitzer in punkto Müllabfuhr
demnächst auf einen einzigen Unternehmer angewiesen
sein werden, in dessen Belieben es dann steht, die
Gebühren und die Abfuhr nach Wilkür einzurichten. In
richtiger Würdigung dieser Gafahr haben neben vielen
anderen auch der Friedenauer Gemeindevorstand und der
Haus- und Grundbesitzerverein sich veranlaßt gesehen mit
uns in Verbindung zn treten, um auf loyaler Basis einen
mehrjährigen Vertrag mit unserer Gesellschaft abzuschließen.
Ferner verstadtlicht die Stadt Charlottenburg die Müllabfuhr
und ist bereits unserer Gesellschaft seitens des
Magistrats der Zuschlag auf 15 Jahre erteilt worden.
Es liegt in der Natur der Sache, daß wir die Abfuhr
um so prompter und billiger besorgen können, je mehr
Hausbesitzer sich diesen Bestrebungen des Friedenauer
Haus- und Grundbesitzerveins anschließen. Wir bitten
deshalb höflichst entgegen den vielen Verdächtigungen
fremder Aquisiteure uns auch für die Zukunft das Vertrauen
zu erhalten, dessen würdig zu bleiben wir nach
wie vor eifrig bemüht sein werden.
ch Von den westlichen Vorortbahnen der Stadt
Berlin kann man das Emporwachsen der 20. Wander-Ausstellung
der Deutschen Landwirtschafts - Gesellschaft,
die an der Rubensstraße des Schöneberger Qrtsteils von
Friedenau gelegen ist, von Tag zu Tag verfolgen. Es
drängt sich den Ausstellungskundigen dabei der Gedanke
auf, daß gerade dieser Platz geeignet wäre, auch in Zukunft
Ausstellungen aufzunehmen, da er außerordentlich
gut für den Personen- und Güterverkehr gelegen ist. Wie
wir hören, hat auch bereits eine andere Unternehmung
diesen Platz für das nächste Jahr für eine ethnologische
Ausstellung in Aussicht genommen. Es wäre zu wünschen,
daß die Stadt dort einen ständigen Ausstellungsplatz erwerben
möchte, welcher mit einfachen Gebäuden versehen,
zu den verschiedenen Arten von Ausstellungen verwendbar
ist. Denn es ist sicher, daß die romanische Halle, welche
im Zoologischen Garten gebaut wird, allen Ansprüchen
nach dieser Richtung hin nicht genügen kann, namentlich
wenn es sich um Ausstellungen handelt, welche Platz im
Freien und mehr Platz beanspruchen, als in jener Halle
vorhanden ist. Dieser Platz bei Schöneberg würde sich
in dieser oder einer anderen Form sehr gut für einen
derartigen Zweck eignen und würde nach den Erfahrungen
der Städte Hamburg, München und auch Dresden, ^die
solche Plätze mitten in der Stadt haben, sehr günstig für
den Verkehr und die gewerbliche Entwicklung der Stadt
Berlin wirken.
ch Fahrkarteusteuer. Die am Sonnabend herausgegebenen
Amtsblätter der Eisenbahndirektionen enthalten
die offizielle Mitteilung an die beteiligten Dienststellen,
daß die Erhebung der Fahrkartensteuer am 1. August d. I.
beginnt. Von diesem Tage an wird also für jeden zur
Ausgabe kommenden Fahrausweis erster, zweiter und
dritter Wagenklasse, deren Preis 60 Pfg. und mehr beträgt,
die Steuer nach den vom Reichstage beschlossenen
und vom Bundesrat genehmigten Sätzen erhoben. Die
Steuer wird in den tarifmäßigen Fahrpreis eingerechnet,
sodaß auf den Fahrkarten Fahrpreis und Steuer in einem
Betrage erscheinen. Infolgedessen werden, wie die amtliche
Mitteilung weiter besagt, zunächst alle Fahrkarten
Edmonsonscher Form erster bis dritter Wagenklasse des
Staatsbahnverkehrs und der direkten deutschen Verkehre,
soweit ihr tarifmäßiger Preis 60 Pfg. und mehr beträgt,
bis zum 1. August dieses Jahres neu gedruckt. Die einzelnen
Dienststellen sind angewiesen worden, die neuen
Fahrkarten bei der Fahrkartenverwaltung anzufordern.
Dabei soll der Bedarf für die Zeit vom 1. August d. IS.
bis 1907 bemessen werden. Dieser Endtermin ist offenbar
mit Rücksicht auf die Personentarifreform gewählt worden,
deren Inkrafttreten für den 1. April 1907 in Aussicht genommen
ist.
ch Schöneberger Bank. Zu der gestrigen Notiz
der Schöneberger Bank sei bemerkt, daß dieselbe am
kommenden Sonnabend nicht den ganzen Tag, sondern
nur von 12 Uhr ab geschloffen ist.
-j- Der Festplatz des Kriegs-Veteranen-Vereins
wurde auch gestern sehr gut besucht. Das weitaus größte
Interesse wird wohl der Ausstellung der zur Verlosung
kommenden Gegenstände gewidmet. Außer den Berliner
Firmen finden wir vor allem unsere hiesigen Geschäftsleute
mit prächtigen Sachen vertreten. Diese Ausstellung
gibt auch so recht ein Bild von der Leistungsfähigkeit
hiesiger Geschäfte, und verlohnt es sich dieserhalb schon,
alles dort Ausgestellte in Augenschein zu nehmen. Wir
werden vielleicht später die Namen der Stifter des dort
Ausgestellten veröffentlichen, jetzt müssen wir noch davon
Abstand nehmen, da täglich neue Geschenke hinzukommen.
Der Losverkauf ist ebenfalls ein recht flotter, zudem das
Los nur 50 Pfg. kostet und die Aussicht vorhanden ist,
für derartig geringen Preis einen der herrlichsten Gegenstände
zu erlangen. Neben der Ausstellungshalle erfreuen
sich dann noch der Kinematograph, in dem die neuesten
Geschehnisse u. a. zu sehen, ferner der Zirkus Kolter
Malmström mit seinen vortrefflichen Pferdedreffuren, wie
sie im Zirkus Busch nicht schöner zu sehen sind, und
seinen Akrobaten, Jongleuren und anderen ausgezeichneten
Künstlern, lebhaften Zuspruches. Im Hippodrom versuchen
Damen und Herren dem Reitsport zu huldigen,
im Auto-Karussel aber findet dieser neuzeitliche Sport seine
Anhänger bei Jung und Alt. Wer sich dann mit einem
frischen Trunk oder herzerquickendem Likör laben will, der
findet dazu in dem Festzelt bei unseren tüchtigen Gastwirten
Radler und Behrendt und auch an den Verkaufsständen
der Likörfabriken bestens Gelegenheit. Für Damen besonders
empfehlenswert ist aber Cafö und Konditorei zu nennen.
Auch kleine Andenken von Glücksbuden oder in Gestalt
einer photographischen Aufnahme im Atelier der Schnellphotographie
kann man mit nach Hause nehmen. So
dürfte wohl ein Jeder für sich Interessantes vorfinden,
das ihn einladet, öfters dort zu verweilen. Dem Platzkomitee
wäre nur noch anzuempfehlen, ein wenig Kontrolle
auszuüben, um gewissen zweifelhaften Elementen den
Zutritt zum Platz zu verweigern. — Voraussichtlich findet
morgen Abend großes Militär-Konzert und Feuerwerk
statt. Die Veteranen werden gebeten, jeden Abend sich
aus dem Festplatz im Festzelt einzufinden.
f Hansa-Theater. Das Hansa-Theater gibt am
31. Mai seine letzte Vorstellung in dieser Saison. Wiedereröffnung
ist auf den Monat August festgesetzt.
f Rohe Gesinnung zeigte gestern Abend gegen
7 Uhr der Führer eines Brotwagens, namens Droste,
Steglitz, Ahornstraße 31 wohnhaft. Ein Mitbürger, Herr
Heuer, Albestraße 22, ersuchte D., doch nicht so auf das
Pferd einzuschlagen. Diese Mahnung verstand D. jedoch
falsch und schlug nun mit der Peitsche nach H. Der
Polizeisergeant Herr Sievers stellte die Personalien des
Kutschers fest. Neben einer Ordnungsstrafe wegen seiner
niedrigen Handlungsweise, dürfte Droste auch noch wegen
Nichtverzeichnens seines Namens am Fuhrwerk Strafe zu
erwarten haben.
ch Ein nächtlicher Raubanfall. In der Nacht
zum Sonntag wurde der Optiker Paul Obst das Opfer
eines schweren Überfalls. Er ging die an der Bergstraße
belegene Straße A in Steglitz entlang, als plötzlich von
der Richtung der Filandastraße her drei Burschen auf ihn
zutraten und nach der Uhr fragten. Ehe sich O. ihrer
irgenwie erwehren konnte, riß einer der Räuber au der
Uhrkette des O., sodaß diese in der Mitte sprang, dann
knebelten sie dem Genannten die Hände auf dem Rücken
zusammen und entrissen ihm das Portemonnaie mit
15 Mk. Inhalt. Die Burschen, von denen einer durch
den Überfallenen an der Nase blutig geschlagen wurde,
kniffen dann in der Richtung nach Schöneberg aus. Der
eine der Räuber soll etwa 25 Jahre alt sein, schwarzen
Schnurrbart und schwarzen steifen Hut getragen haben,
die andern beiden waren jünger, bartlos und trugen
sogen. Ballonmützen. Einer der letzteren muß eine schwere
Verletzung am Nasenbein ausweisen, wo ihm ein wuchtiger
Faustschlag des Überfallenen traf.