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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Beilage zu Nr. 224 des „Friedemuer Lokal-Anzeiger". 
Sonnabend, den 23. September 1905. 
Sonnlagspkauderei. 
Mit dem Beginn des Herbstes sind wir wiederum in 
die Saison der Dereinsoergnligen eingetreten und die 
Winterprogramme dieser oder jener Gesellschaft, der wir 
angehören, flattern uns bereits ins Haus. über die 
Vereinsmeierei ist schon viel gespottet worden, doch ist sie 
nun einmal nicht auszurotten, am allerwenigsten bei uns, 
denn der Deutsche ist nun mal ein geselliges Wesen und 
fühlt sich nur da wohl, wo sich ihm passende Gleichgesinnte 
zugesellen. Gesang und Liebe „im schönen Verein", sie 
erhalten uns Menschen den Jugendschein, ist das Motto 
der meisten Männlein und Weiblein, wenigstens der 
jüngeren, auch in der kommenden Saison. „Gesang ver 
schönt das Leben und Tanz erfreut das Herz" kann man 
jetzt mit dem Dichter singen. Auch das alte Thema vom 
„Wein, Weib und Gesang" wird jetzt in allen möglichen 
Variationen täglich wiederholt. Die Gesangvereine nehmen 
entschieden in der Millionenzahl der deutschen Vereine die 
erste Stelle ein und e§ dürfte kaum noch ein Städtchen, 
kaum ein verstecktes Dörflein geben, das nicht „wenigstens" 
seinen Gesangverein hat. Dazu kommen dann die ver 
schiedenen Krieger-, Landwehr-, Kameraden-, Berufs-, 
Turn-, Sport- und die — Vergnügungsvereine. Ver 
gnügungsvereine sind es zwar im Grunde sämtlich. Selbst 
die Rauchklubs, Lesezirkels, die sogen, wissenschaftlichen und 
Gewerkvereine „machen sich ein Vergnügen" daraus, in den 
Wintermonaten ein-, zwei-, dreimal ihre Genossen und 
lieben Freunde und Bekannten „zu einem Vergnügen" 
einzuladen. Die Sehnsucht die manche danach tragen, 
einem Verein beizutreten ist übrigens sehr begreiflich und 
hat durchaus ihre Berechtigung. Nicht jeder ist durch 
Familienbande und gesellschaftliche Stellung dazu prä 
destiniert, alle Augenblicke ein Vergnügen, ein Kränzchen, 
einen Herrenabend zu . haben, Man hat oft viel ober 
flächliche „Bekannte", aber wenig „Freunde", mit denen 
man näher bekannt wird und mit denen man seine Freuden 
und Amüsements gemeinschaftlich genießen will. So bleibt 
den Anschluß suchenden Menschlein nur noch der „Verein" 
und so kommt es, daß sich die sprichwörtliche deutsche Ge 
mütlichkeit, die behaglichste Geselligkeit in den Heimstätten 
der Vereine geschaffen hat. Wenn auch die Lebensdauer 
mancher Vereine oft nur eine recht kurze ist, so haben sie 
doch immer ihren Zweck erfüllt, einige sonst einsam dahin 
wandelnde Menschenkinder einander näherzubringen, und 
meist lösen sich die kleineren Vereine in eine mehr oder 
weniger größere Anzahl von Verlobungen auf. Oft ist es 
aber nicht allein die Sucht nach Geselligkeit, die bei uns 
Vereinigungen zustande bringt; häufig hat auch eine kleine 
Portion Eitelkeit dabei die Hand im Spiele. Manchen 
Menschen reizt die erhabene Würde eines „Vorstandes", 
eines „Komiteemitgliedes", eines „Schrift-" oder „Kassen 
warts", und willig unterzieht er sich um des „Titels" 
willen jeder Mühewaltung die sein Vereinsamt mit sich 
bringt. Welche Arbeitslast ruht oft auf den Schultern 
eines solchen Komiteemitgliedes! Da muß ein Saal be 
schafft werden, da muß für „komische Vorträge", Solo 
scherze, Musik, Essen, Kaffeepause usw. Vorsorge getroffen 
werden. Da sind Billets unter die Leute zu bringen und 
an dem „großen Abend" gibt es erst recht an allen Ecken 
und Enden zu „arrangieren." Die Sache soll doch 
„klappen" und man will doch nach dem „Hoch" auf die 
Damen auch ein „Hoch" für das Komitee haben, an Miß 
geschicken fehlt es so wie so nicht. Da ist womöglich die 
Musik nicht rechtzeitig da, dann ist eine junge Dame beim 
Kontre noch nicht engagiert, da sind die „Ballmütter" zu 
unterhalten, da sind die schändlicherweise Skat spielenden 
„faulen Jungen" heroorzulotsen — kurz, es ist viele Arbeit 
zu leisten, die manchen Schweißtropfen auspreßt. Wenn 
aber die rechte „Stimmung" da ist — dann befindet sich 
das Komiteemitglied in bester Laune. Besonders wenn 
auch noch „seine" Dame ihm holdlächelnd Komplimente 
macht. Und das wünschen wir allen „Vereinsbrüdern" 
zur kommenden Saison. 
Amtliche Anzeigen. 
Bekanntmachung. 
>m Dienstag, den 26. d. Mts. bleibt 
die hiesige Amts- und Gemeindekaffe einer 
Revision wegen für den Publikumverkehr 
geschloffen. 
Friedenau, den 17. Sevtember 190b. 
Der Gemeinde-Borsteher. 
I. ».: Bache. 
Bekanntmachung. 
8.15861. Berlin, den 1. September 1905. 
Nach. § 6 der Bundes ratbekanntmachung 
vom 87. Juni d. IS. betreffend Betriebe 
in denen Maler-, Anstreicher, Tüncher-, 
Weißbinder- oder Lakiererarbeiten ausge- 
führt werden, welche am 1. Januar 1906 
in Kraft tritt, soll dem mit Bleifarben in 
Berührung kommenden Arbeiter ein Merk- 
blatt über die , bei Benutzung solcher 
Farben drohenden Gesundheitsgefahren 
ausgehändigt werden. 
Nach einer Mitteilung der Firma Fr. 
Kortkampf in Berlin W. 62, versendet 
dieselbe derartige Blätter 
1 Glück für 0,23 M. 
25 „ . 4,20 „ 
ICO . . 10,50 , 
1000 „ „ 76,00 , 
einschließlich Porto. 
Der Landrat des Kreises Teltow 
I. B.: von Achenbach. 
Veröffentlicht: 
Frlcdenau, den 20. September 1905. 
Der Amts-Vorsteher. 
I. V.: Bache. 
Bekanntmachung. 
Die Geflügelcholera unter dem Geflügel- 
bestände.des Rohrlegers Carl Nolte in 
Wilmersdorf, Augusiastr. 66(67, ist erloschen 
Friedenau, den 20. September 1905. 
Der Amts-Vorsteher. 
I. V.: Bache. 
Kirchliche Nachrichten. 
Sonntag, den 24. September. 
Friedenau. 
Borm. 10 Uhr: P. Kleine. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Borm. 11'/, Uhr: Kindergottesdienst: 
P. Römer. 
Nachm. 6 Nhr: P. Görnandt. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Svaug. Jünglingsverein: Sonntag 
Abends 8—10 Uhr im Gemeindehause. 
Gäste willkommen! . 
Evang. Jungfrauenverein, Gemeinde 
Haus Kaiser-Alle 76 a, 7—9 Uhr. 
Christi. Jungfrauenverein, Fregestr. 46. 
5'/,—9 Uhr. 
Schöneberg. 
Apostel PauluS-Kirche. 
«orni. 10 Uhr: K.-R. Jacobi. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Mittags 12 Uhr Kindergottesdienst 
P. Rauchstein. 
Nachm. 6 Uhr: P. Delbrück. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Alte Kirche. 
Vorm. 10 Uhr: P. Rauchstein. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 2 Uhr Kindergottesdicnst: P- 
Nachm. 6 Uhr: P. Habel. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Kirchsaal Setanstr. 81. 
Vorm. 10 Uhr: P. Boehm. 
Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst: P. 
Boehm. 
Nathanael-Kirche. 
Vorm. 10 Uhr: P, Lic. Dr. Becker. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 6 Uhr: P. Neumann. 
Methodisten-Gemein de. 
Berlin-Schöneberg, Hauptstraße 7a-8 
10 Uhr u. 6 Uhr: Pred. C. Guther. 
11'/, Uhr K.-G.-D. , 
Jedermann ist freundlich eingeladen. 
Gottesdienstordnung 
für die in Friedenau wohnhaften zur 
Pfarrei Steglitz gehörigen Katholiken. 
Katholische Kirche in Steglitz (Kieler 
Straße 11). _ 
An Sonn- und Festtagen: Messe 7 Uhr 
Vorm. Hochamt und Predigt 9'/, uyr 
Vorm. Segensandacht 7 Uhr Abends. 
An Wochentagen: Meffe 7'/« und 8 Uyr 
Vormittags. Beichtzelegenheit an den 
Abenden vor Sonn- und Festtagen und 
früh vor der Meffe. 
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