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Periodical volume Nr. 212, 09.09.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

hinaus nach dem Sophie Charlotte-Platz, woselbst eine 
Haltestelle geplant ist und später nach der künftigen Halte 
stelle „Ringbahn", jenseits des Einschnitts der letzteren. 
Die große, zweietagige Brücke ist nahezu vollständig 
montiertes werden hier drei Bahnen übereinander liegen: 
unten die Ringbahn, in der Mitte die Unterpflasterbahn 
und oben, auf der Brücke, die elektrische Straßenbahn, 
man verweilte längere Zeit bei diesem interessanten 
Brückenbau, von dem aus man einen prächtigen Fernblick 
über Charlottenburg und Berlin genießen kann: man 
steht bei klarem Wetter, fast genau in der Axe der Heer 
straße, den Berliner Rathausturm und daneben die Kuppel 
des Domes. Wenn hier erst die Bebauung weiter vor 
geschritten ist, wird sich von dem vorläufigen Endpunkt 
der Hochbahn, dem Platze B auf der Höhe von Westend, 
dem Beschauer eine prächtige Perspektive darbieten bis ins 
Zentrum von Berlin, wo sich, am Spittelmarkt, hoffentlich 
bald auch die korrespondierende Endhaltestelle auftun wird. 
Später soll die Bahn ja noch weiter hinausgeführt werden, 
bis zum Platze F in Westend, dem die waldumsäumten 
Villen, die Trabrennbahn, die Waldschule, der Spandauer 
Berg rc. einen gar malerischen Anstrich gibt. Zwischen 
beiden Plätzen ist ein großer Aufstellungs-Bahnhof geplant, 
dem sich dann in der Nähe auch ein neues Kraftwerk an 
reihen wird. Jetzt starrt uns noch die tiefe Sandgrube 
mit ihren kolossalen Versteifungen entgegen, Dampfkrähne 
gehen auf und nieder und an der Baugrube entlang rollen 
die Lokomotiven mit langen Arbeitszügen. Über Jahr und 
Tag aber wird alles fein applaniert sein und eine vor 
nehme Villenkolonie wird sich auf bewaldeten Höhen 
erheben, die Zukunft Westends, das dann nur 20 Minuten 
Fahrt vom Potsdamer Platze trennen. Zu ihren Verkehrs- 
Politikern kann man die Nachbar-Residenz nur beglück 
wünschen! 
Allgemeines. 
□ Eine Polizei-Verorduung, betr. die Cholera 
überwachungsstellen, hat der Regierungspräsident zu Pots 
dam soeben erlassen. Derartige Stellen sind in Oderberg 
(Kreis Angermünde) und in Köpenick (Kreis Teltow) ein 
gerichtet worden. Die Führer derjenigen Fahrzeuge und 
Flöße, so heißt es in der Verordnung, welche die Fürsten- 
walder Schleuse durchfahren haben, sind verpflichtet, 150 
Meter oberhalb der beiden Köpenicker Brücken zu halten. 
Die Schiffsführer und Flößer haben sich bei der Cholera 
überwachungsstelle Köpenick an der Langen Brücke zu 
melden, sich der gesundheitspolizeilichen Kontrolle zu unter 
ziehen und den Anordnungen des Leiters der überwachungs 
stelle Folge zu leisten. In gleicher Weise haben die Führer 
der Fahrzeuge und Flöße, welche die Hohensaathener 
Schleuse passiert haben, an der Überwachungsstelle Oderberg 
zu hallen, bei deren Leiter sich zu melden und seinen 
Anordnungen sich zu unterwerfen. Zuwiderhandlungen 
werden mit 150 M. Geldstrafe oder mit Haft bestraft. 
Die Verordnung tritt sofort in Kraft. 
Fokales. 
+ Eine projektierte Verunstaltung der Becker 
straße. Nachdem in der Beckerstraße für die verlängerten 
Straßenbahnlinien 60 und 88 zwei Geleise verlegt worden 
sind, hat es sich sonderbarerweise erst jetzt herausgestellt, 
daß die Straße zu eng sei und daß größere Wagen, wie 
Möbelwagen, an den Häusern nicht vorfahren können, 
wenn sie nicht gleichzeitig das Geleise versperren wollen. 
In den paar Tagen des neuen Betriebes sind schon einige 
solche Fälle vorgekommen und haben zu Streitigkeiten 
Veranlassung gegeben. Wie wir hören, sind von der 
„Großen Berliner" mit dem Schöneberger Magistrat Ver 
handlungen angeknüpft worden, die Straße zu erweitern. 
Der Plan geht dahin: Die Bordschwellen werden einen 
halben Meter zurückgesetzt, ebenfalls die Bäume. Der 
Bürgersteig wird um einen Meter vergrößert durch Hin 
zunahme von Flächen der Vorgärten, die entweder ganz 
und teilweise von den Hausbesitzern abzutreten sind resp. 
im Enteignungsverfahren genommen werden. Dieser Plan 
ist dem Magistrate vorgelegt worden. Es ist zu hoffen, 
daß der Schöneberger Magistrat ihn glatt ablehnt, da er 
einer vollständigen Verunstaltung gleichkommen würde. 
Die Bäume würden, nachdem sie versetzt sind, größtenteils 
eingehen, der Straße dadurch und vor allem durch den 
Verlust der Vorgärten der gemütliche Vorortcharakter ge 
nommen werden. In der Saarstraße wird der in der 
Beckerstraße gemachte Übelstand gleichfalls eintreten. 
t Zur Ausfahrt am Güterbahnhof wird uns 
geschrieben: Wiederholt wurden auf die schlechte Aus 
fahrt am Güterbahnhof in der Handjerystraße hingewiesen. 
Mit einem gespannten Ausdruck sah er über das Meer hin, 
ob sich das Schiff nicht wieder zeige, das er an jenem Februar 
tage beobachtet, ob niemand komme, um nachzusehen, was 
aus der Unglücklichen geworden, die ihre letzte Ruhestätte in 
der Teufelsschlucht hatte finden sollen. Aber das Schiff zeigt 
sich nicht wieder. 
Wer war das schöne junge Weib, das ruchlose Hände zu 
sicherem Tode hierher getragen hatten? Die Frage blieb für 
jetzt unbeantwortet. 
Sie lag in heftigem Fieber, ein Zustand, der Doktor 
Laveggi mit schwerer Sorge erfüllte. Aufmerksam und sorgsam 
gepflegt von Dona Nicoletta und Schwester Monika, unermüd 
lich beobachtet von Girolamo, war keine Besserung zu spüren, 
Tug für Tag blieb alles unverändert. Sie ruhte mit geschlossenen 
Augen auf dem in Eile hergerichteten Lager und bewegte nur 
von Zeit zu Zeit den Kopf mit dem üppigen, prachtvollen 
goldblonden Haar. Als sie zuni erstenmale einen Laut von sich 
gab, glaubte Girolamo, nun seiner Aufgabe schiverster Teil 
gelöst. Aber es war eine Täuschung. Sie lachte, ein unheim 
liches, leeres, ausdrucksloses Lachen, den: die Worte folgten: 
„Mich zwingen! Ihr träumt, ich lasse mich nicht zwingen." 
Und Lachen wie Worte wiederholten sich von da an in regel 
mäßiger Folge, ohne je zu wechseln oder anderen Platz zu 
machen. Aufschluß über ihre Person gaben die Worte eben 
sowenig wie über die Frage, wie sie in die Teufelsschlucht 
gekommen war. 
Tag für Tag verging. Eines Morgens lenkte Girolamo 
seine Schritte anstatt nach der Villa Roverdo nach dem 
Kloster. Schon von weitem sah er Heinrich Steinmann unter 
den Pinien stehen und begrüßte ihn durch Hutschwenken. 
Jetzt bei der Bebauung des Sportpark-Geländes bietet sich 
eine Gelegenheit, Abhilfe zu schaffen. Man müßte die 
Handjerystraße um die Breite des jetzigen Bürgersteiges 
verbreitern, wenigstens auf der Strecke von der Varziner- 
straße bis zum Ende der Turnhalle. Schöner würde es 
natürlich aussehen, wenn die ganze Länge, also von der 
Varziner- bis zur BiSmarckstraße, verbreitert werden würde. 
Man müßte dann auf dieser Strecke entweder die vier 
Meter breiten Vorgärten ganz fallen lassen oder die Breite 
der Vorgärten auf 2 Meter beschränken, sodaß auf diese 
Weise Raum für den neuen Bürgersteig geschaffen wird. 
Eine Verbreiterung der Handjerystraße auf der Seite des 
Gymnasium wäre zwecklos, da die am Güterbahnhof 
bergab kommenden schweren Lastwagen nur im Bogen in 
die Straße einbiegen können. Die am jetzigen Bürgersteig 
längs des Sportparkes stehenden Bäume werden immer 
wieder durch Anfahren beschädigt, und die den Bürgersteig 
benutzenden Paffanten schweben in Gefahr, da wiederholt 
die schweren Lastwagen auf den Bürgersteig herauffahren. 
Es wäre wohl anch angebracht, daß ein Polizeibeamter 
an diese Stelle postiert wird, um die vielen rücksichtslos 
im Trabe die Zufahrtsstraße am Güterbahnhof herab 
kommenden Kutscher zur Anzeige zu bringen. Die seitens 
der Bahn angebrachte Aufforderung „Schritt fahren" wird 
ja wenig beachtet. Da der Bürgersteig längs des Sport 
parkes doch neu angelegt werden muß, so sind die Kosten 
jetzt immerhin geringere, als später. 
f Die Bautätigkeit im Schöneberger Ortsteil in 
Friedenau war in den letzten 2 Jahren so rege, daß sich 
bereits jetzt ein Mangel an Schulräumen bemerkbar macht. 
Der Magistrat hat deswegen auch beschloffen, die vier 
untersten Klaffen einer höheren Mädchenschule zum 
1. April 1907 im Ortsteile zu errichten. Zu diesem 
Termine soll auch der noch fehlende Flügel des Gebäudes 
der 8. Gemeindeschule in der Rubensstraße fertiggestellt 
werden. 
f Erhöhte Arbeitslöhne. Bisher betrug der Lohn 
für die Kohlenarbeiter pro Tag bei ll stündiger Arbeitszeit 
M. 3,75. Infolge der allgemeinen Teuerung haben viele 
Kohlenhändler aus freien Stücken den Lohn auf 4 Mark 
pro Tag erhöht. Auf einigen größeren Kohlenplätzen in 
Berlin, auf denen der alte Lohnsatz noch bezahlt wird 
und die Arbeitgeber nichts zulegen wollen, haben die 
Arbeiter am Montag dieser Woche die Arbeit niedergelegt. 
Der Verband Berliner Kohlengroßhändler beschloß, den 
Arbeitslohn überall auf 4 Mark zu erhöhen. Trotzdem 
ist die Arbeit nicht aufgenommen, da nunmehr die Arbeiter 
mit noch höheren Forderungen auf einigen Plätzen hervor 
getreten sind und so herrscht der partielle Streik weiter. 
Die größere Anzahl der Mitglieder des Verbandes Berliner 
Kohlengroßhändler haben sich nunmehr verpflichtet, am 
kommenden Montag die Plätze ganz zu schließen, falls 
die Arbeiter bis Sonnabend nicht ihre Bereitwilligkeit 
erklären, am Montag zum Lohnsatz von 4 Mark auf den 
Plätzen, auf denen jetzt gestreikt wird, aufzunehmen. 
f Umbau der neue» Radrennbahn Steglitz. 
Die erst kürzlich eröffnete Radrennbahn Steglitz wird noch 
im Laufe dieses Monats einem Umbau unterzogen werden. 
Es hat sich herausgestellt, daß die den Bau ausführende 
Firma in der Kurvenausführung Konstruktionsfehler 
gemacht hat, indem sie die Zementflächen in den Kurven, 
statt nach innen leicht gewölbt, gerade angelegt hat. 
Durch diesen Fehler ist nach Ansicht der als Sachverstän 
digen hinzugezogenen Rennfahrer Robl und Dickentmann 
das Befahren der Bahn bedeutend erschwert, namentlich 
für Motore. Da Direktor Knorr einen sehr vorteilhaften 
Vertrag geschlossen hat, so kann die Baufirma auf Grund 
dieses Vertrages nicht umhin, die Kurven nach Schluß der 
Rennsaison einem Umbau auf eigene Kosten zu unterziehen. 
Die Rennbahn ist vorläufig von der Direktion nur mit 
Vorbehalt übernommen worden. 
f Verein der Friedenauer Gemeindebeamten. 
Am Donnerstag hielt die Vereinigung im Restaurant 
„Hohenzollern" eine außerordentliche Versammlung ab. 
Der Herr Vorsitzende eröffnete die Versammlung, indem 
er dem verstorbenen Gemeinde-Schöffen und Dezernenten 
des Armenwesens Herrn Leftzvre herzliche Worte ehrenden 
Gedenkens widmete. Der Verstorbene sei nicht nur ein 
eifriges Mitglied der Gemeindekörperschaften gewesen, 
sondern habe auch den Beamten der Verwaltung stets be 
sonderes Wohlwollen entgegengebracht. Die Versammlung 
ehrte das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von 
den Plätzen. Nachdem hierauf der Vorsitzende die zahl 
reich erschienenen Kollegen begrüßte und der Geburtstags 
kinder der letzten Monate gedacht hatte, wurde in die 
Tagesordnung eingetreten. Die Vereinigung beabsichtigt, 
„Ha, Doktor, guten Morgen! Man sieht L>ie jetzt selten," 
rief ihm Steinmann zu. „Was macht Ihre Patientin?" 
Er schob seinen Arm in den Laveggis und führte ihn durch 
den Klosterhof, wo hohe Cypreffen ein Bassin einrahmten, 
in dem ein Neptun seinen Dreizack schwang. „Es ist un 
gemütlich hier draußen, kommen Sie mit herein." Er zog den 
jungen Mann mit in sein Wohnzimmer, wo ein hellflackerndes 
Kaminfeuer sie empfing. 
„O, das ist köstlich," meinte Laveggi und hielt seine 
Hände über die Glut. 
„Warum'gönnen Sie sich die Wohltat denn nicht auch?" 
Laveggi zuckte die Achseln. „Zu viel Mühe, und — wir 
sind es eben nicht gewöhnt, kennen es nicht." 
Steinmann nickte und zog dann zwei Sessel herbei. „Ja, 
so ist cs. Sie finden es sehr schön, machen es mir aber doch 
nicht nach. Ich möchte wissen, ob Sie in allem so mißtrauisch 
gegen mich und meine Erfahrung sind?" 
„Durchaus nicht mißtrauisch," verteidigte sich Girolamo. 
Aber was meinen Sie, worauf zielen Sie hin?" 
Statt einer Antwort fragte Steinmann abermals mit 
Betonung: „Wie geht es Ihrer Patientin?" Girolamo sah 
ihn rasch und prüfend an. Ihn hatte der Wunsch, Stein 
manns Ansicht über die Kranke zn hören, zu dieser frühen 
Stunde hergeführt, und so antwortete er schnell: „Weder 
besser noch schlechter, nichts schlägt an und —" 
„Und über kurz oder lang geht dieser unveränderte Zu 
stand in den Tod über." 
„Das halte ich noch nicht für ausgemacht, ich würde es 
nicht so bestimmt sagen," rief Laveggi aus und sah den 
Redner fast erzürnt an. (Fortsetzung folgt.) 
während des Winterhalbjahres eine Zahl von Vorträgen 
ernster und humoristischer Natur aus den hervorragendsten 
Werken klassischer und moderner Schriftsteller zu ver- 
apstalten. Wenn diese Vorträge auch in erster Linie für 
die Beamten ter Gemeinde bestimmt sind, so soll doch 
auch der Bürgerschaft die Teilnahme gestattet werden. 
Dem Vorstände ist es gelungen, für diesen Zweck eine be 
deutende Kraft auf dem Gebiete der Vortragskunst zu ge 
winnen. Es sollen 6 Vorträge stattfinden. Die vom 
Vorstande gemachten Vorschläge wurden einstimmig an 
genommen. Diese anerkennenswerte- Absicht unserer Ge 
meindebeamten dürfte auf vielseitiges Interesse in unseren 
Bürgerkreisen zu rechnen haben. Die nächsten Punkte 
betrafen interne Angelegenheit der Vereinigung. 
t Der Vezirksverein Südwest hielt gestern im 
Restaurant „Reichskanzler" seine erste Monatsversammlung 
nach den Ferien ab. Den Bericht über die Versammlung 
müssen wir wegen Raummangel bis Montag zurückstellen. 
P Im Sportpark Steglitz werden, nachdem am 
Donnerstag die Vor- und Befähigungsläufe stattgefunden 
haben, morgen (dem offiziellen Eröffnungstage) folgende 
Fahrer die Flieger-Konkurrenzen bestreiten. Arend, Elle- 
gard und Poulain das große Hauptführen; Bader, 
Scheuermann und Theile das kleine Hauptfahren; Huber» 
Conrad und Wegener das Entschädigungsfahren. Für 
jedes einzelne dieser Rennen sind drei Läufe vorgesehen, 
sodaß dem Publikum allein in diesen drei Rennen neun 
interessante Wettkämpfe in Aussicht stehen. Das vielseitige 
Programm (es werden auch noch ein 10 Kilometer-Straßen- 
motorrennen und ein Malfahren gelaufen) nimmt Nach 
mittags 3 l / 2 Uhr seinen Anfang. 
f Orchester-Gesellschaft des Westens. Unter 
diesem Namen konstituierte sich gestern Abend in der 
„Kaisereiche" ein Verein, der vor allem Pflege der Orchester 
musik zum Zwecke hat. Als Dirigent wurde Herr Kapell 
meister Gaspary gewählt, Dem Vorstand gehören die 
Herren Kaufmann Stadler, Rheinstraße 11, Sekretär 
Christophel, Kaufmann Krüger, Zahnkünstler Krause und 
Direktor Corduan an. Vereinslokal ist das Restaurant 
„Kaisereiche". Die nächste Versammlung findet am 
Freitag, den 15. September, statt. Nähere Auskunft er 
teilt der Vorsitzende, Herr Kaufmann Stadler. 
f Cabaret. Unter günstigen Aussichten begann vor 
einigen Wochen Herr Direktor Weiß seine Cabaretvor- 
stellungen, deren Besuch sich von Vorstellung zu Vorstellung 
steigerte. Ein gewaltiger Rückgang machte sich jedoch 
gestern bemerkbar, nur eine kleine Schar von Cabaret- 
freunden hatte sich im Kaiser Wilhelmgarten eingefunden. 
Ob nicht im „Hohenzollern" ein besserer Besuch zu erwarten 
gewesen wäre? Auf jeden Fall haben sich die anwesenden 
Cabaretfreunde wieder aufs beste amüsiert. Soweit es 
uns niöglich war der Vorstellung beizuwohnen, wurden 
durchweg Leistungen erzielt, die wir im Durchschnitt mit 
dem Prädikat „gut" bezeichnen können.. Neu engagiert 
war eine temperamentvolle Tänzerin und ein Komiker, 
besonders erstere rief allgemeinen Beifall hervor. Hoffent 
lich sind die nächsten Vorstellungen wieder bester besucht. 
t Stenographeuverein „Gabelsberger" Frie 
denau. Die Monatssitzung findet am Donnerstag, den 
14. September 1905 abends 9 Uhr (pünktlich) im,VereinS- 
lokal „Hohenzollern", Friedenau, Handjerystraße, statt. 
Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mitteilungen. 2. Bericht 
über den Verbandstag. 3. Nachklänge vom Stenographentag. 
4. Unterrichtswesen. 5. Herbstausflug. 6. Verschiedenes, 
über Unterrichtserteilung.gibt der Schriftführer, G. Lührs, 
Friedenau, Cranachstraße 5, gern Auskunft. Am Sonnabend, 
den 9. und Sonntag, den 10. September findet der dies 
jährige M. Verbandstag des Stenographenverbandes 
„Gabelsberger" der Provinz Brandenburg in Frankfurt a.O. 
statt. Es wird um zahlreiche Beteiligung gebeten. Nach 
der Sitzung findet ein gemütliches Beisammensein statt. 
Um zahlreiche Beteiligung wird dringend gebeten. Gäste 
sind stets willkommen. 
f Verein der Gast- und Schankwirte. Die 
nächste Monats-Versammlung findet am Montag, den 11. 
September, Nachmittags 5 Uhr, bei Herrn H. Siepert, 
Rheinstraße 65, statt. Tagesordnung: 1. Verlesen des 
Protokolls der letzten Sitzung. 2. Verlesen eingegangener 
Schreiben. 3. Anmeldung und Aufnahme neuer Mitglieder. 
4. Bericht über die Bannerweihe des Steglitzer Bruder 
vereins. 5. Besprechung über den Mittagstisch-Preis. 
6. Verlesen der Präsenzliste. 7. Verbands-Angelegenheiten. 
8. Innere Vereinsangelegenheiten. 9. Geschäftliches. 
10. Fragekasten. Pause und Warenmarkt. General-Ver 
sammlung. 1. Jahresbericht des Schriftführers. 2. Jahres 
bericht des Rendanten. * 3. Neuwahl des Gesamtvocstandes. 
P Krieger- und Landwehrverein. Die Monats 
versammlung findet heute Abend im Restaurant „Hohen 
zollern" statt. Die Tagesordnung wird zu Beginn der 
Versammlung bekannt gegeben. 
P Rheinschlotz. Wie wir erfahren, wird Herr 
Förster, der Erbauer des Rheinschloffes, das Restaurant 
in den nächsten Tagen auf eigene Rechnung eröffnen. 
f Kaiser Wilhelmgarten. Wie wir erfahren ist 
die so beliebte Gesellschaft „Führmann-Walde-Sänger" 
auch für die Wintersaison gewonnen. Die Vorstellungen 
finden jeden Sonnabend im Saale statt. Das Programm 
ist stets abwechselnd. 
-s Erntefest mit Konzert findet morgen Sonntag in 
der Rheingau-, Ecke Taunusstraße statt. Abends Fackelzug 
und Feuerwerk. 
-j- Internationale Ringkampfkonkurrenz zwischen 
Hackenschmidt und Jenkins, das steht auf dem Programm 
der heutigen Vorstellungen im Kinematographen. Natürlich 
sind auch die anderen Bilder sehr intereffant. Morgen 
wieder neue Überraschungen, so daß nach wie vor wieder 
volle Häuser zu verzeichnen sein werden. 
f Entgleisung. Ecke Kaiserallee und Rheinstraße 
entgleiste gestern Abend 7 Uhr ein Wagen der elektrischen 
Straßenbahn. Erst nach längeren Bemühungen gelang cs, 
den Wagen wieder in das Geleise zurünzubringen. Die 
Paffagiere kamen mit dem Schrecken davon. 
f Zusammenstoß In der Friedenauer- Ecke 
j Sponholzstraße stieß gestern Abend 6 Uhr ein Wagen der
        
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