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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Beilage zu Nr. 206 des „Friedenauer Lokal-Anzeiger". 
Sonnabend, den 2. September 1905. 
Sonnlagsptauderei. 
„Manöverzeit, schöne Zeit!" so rufen die Soldaten 
aus, denen nach den anstrengenden Dienstwochen in Reih' 
und Glied jetzt die Übungen im Gelände bevorstehen. 
Wie reizvoll malen sie sich das ungewohnte neue Leben 
aus, von denen ihnen die ältesten Kameraden schon so 
manches erzählt haben! Da werden im Freien die Mahl 
zeiten gekocht und beim Feuer am Spieße allerlei gebraten; 
da singt man lustige Soldatenlieder, und auch für das 
Auge gibt es da so allerhand Schönes, wenn die hübschen 
Dorfmädchen den Männern in des Königs Rock bewundernd 
nachsehen und man in der dienstlosen Zeit ein fröhliches 
Gespräch mit ihnen anknüpfen kann. Auch das Biwakieren 
hat seine Reize, wenngleich ein einfaches Soldatengcmüt 
die Poesie, die im Kampieren unter freiem Himmel liegt, 
wohl- nur selten ganz zu würdigen versteht. Und dann 
die Einquartierung! Wie Manche heitere Episode spielt 
sich da bei den Bauern ab, die „ihren Soldaten" soviel 
sie können mit materiellen Genüssen glücklich zu machen 
suchen. Es wird als eine besondere Ehre angesehen, Ein 
quartierung zu haben, und man tut alles nur Erdenkbare, 
um die Zeit zu kürzen, frischt selbst alte Erinnerungen 
aus den Rekrutenjahren auf und fragt nach allem, was 
irgendwie mit dem früheren Regiment noch zusammenhängt. 
Für die Offiziere ist die Manöverzeit neben den hoch 
interessanten strategischen Übungen besonders wegen der 
weitgehenden Gastfreundschaft beliebt, die ihnen entgegen 
gebracht wird. Auf den Rittergütern und bei den Honora 
tioren verleben sie schöne Stunden im Kreise der Fawilie. 
Die liebenswürdige Hausfrau bietet ihnen alles, was 
Küche und Keller nur an Delikatessen auszuweisen haben; 
der joviale Hausherr sorgt für die besten Zigarren und 
gemütliche Plauderstündchen und das muntere Töchterchen 
neckt sich mit dem schneidigen Leutnant herum, bis es end 
lich merkt, daß Gott Amor schelmisch dazu lacht und unter 
den vom Zufall und vom Willen des Obersten hergesandten 
Marssöhnen auch „der Herrlichste von allen" ist. 
Hübsch ist es auch für die Zivilisten, einem Herbst 
manöver zuzusehen und mit dem eigenen Wagen fährt die 
Gutsherrnfamile aufs Feld, wo sich die Waffen mitein 
ander messen und freut sich, wenn grade „ihr Regiment" 
den Sieg davonträgt. 
Sv bringt die Manöverzeit für jeden, der mit ihr in 
Berührung kommt, etwas Schönes! 
H. Brass 
des Warenlagers der Firma 
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bestände des Milchhändlers Rudolf Kargns 
i» Wilmersdorf, Augustastraße 72, . ist 
erloschen. 
Friedenau, den 29. August 1905. 
Der AmtS-Dorsteher. 
Schnackenburg. 
Kirchliche Nachrichten. 
Sonntag, den 3. September. 
Friedenau. 
Bonn. 10 Uhr: P. Görnandt. 
Vorm. - HVa Uhr: Kindergottesdienst: 
P. Kleine. 
Nachm. 6 Uhr: P. Kleine. 
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Abend 8—10 Uhr im Gemeindehausc. 
Gäste willkommen! 
Evang. Jungstauenverein. Gemeinde 
haus Kaiser-Alle 76», 7-9 Uhr. 
Ehristl. Jungstauenverein, Fregcstr. 46. 
5'/,—9 Uhr. 
Schöneberg. 
Apostel PauluS-Kirche. 
Bonn. 10 Uhr: P. Delbrück. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Mittags 12 Uhr Kindergottesdienst: 
P. Rauchstein. 
Nachm. 6 Uhr: K.-R. Jacobi. 
Alte Kirche. 
Vorm. 10 Uhr: P. Mtrbt. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst: P. 
Rodatz. 
Nachm. 6 Uhr: P. Boehm. 
, Dann Beichte und Abendmahl. 
Kirchsaal Sedanstr. 81. 
Vorm. 10 Uhr: P. Boehm. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 2 Uhr Kindcrgottesdienst: P. 
Boehm. 
Nathanael-Kirche. 
Vorm. 10 Uhr: P. Lic. D--. Becker. 
Vorm. 11'/, Uhr Kindcrgottesdienst: 
P. Lic. Dr. Becker. 
Nachm. 6 Uhr: Kand. Zimmermann. 
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Berlin-Schöneberg, Hauptstraße 7 »-8. 
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11'/, Uhr K.-G.-D. 
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Pfarrei Steglitz gehörigen Katholiken. 
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An Sonn- und Festtagen: Messe 7 Uhr 
Vorm. Hochamt und Predigt 9'/, Uhr 
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