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Periodical volume Nr. 205, 01.09.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

örtlichen Straßenbau * Polizei - Verordnung betr. die Be 
festigung der Bürgersteige, beabsichtigt der Magistrat vor 
zubereiten. Er ersucht daher die Stadtverordnetenver 
sammlung, diejenigen Punkte näher zu bezeichnen, die nach 
Auffassung der Stadtverordnetenversammlung einer Regelung 
durch das Ortsstatut bedürfen. 
— Verbaudstag deutscher Gewerbegerichte. 
Zu dem am 17. bis 19. September d. I. in Würzburg 
stattfindenden Verbandstage wird einem Beschlusse der 
Stadtverordneten-Versammlung gemäß vom Magistrat ein 
Vorsitzender, ein Arbeitgeber- und ein Arbeitnehmerbeisitzer 
unseres Gewerbegerichts entsandt werden. Die Kosten 
werden sich auf ca. 600 M. belaufen. 
Berlin und Wororte. 
§ Z« den wichtigsten Personal-Veränderungen, 
die sich im Winter-Semester an unserer Kgl. Technischen 
Hochschule vollziehen werden, gehört, wie schon kurz ge 
meldet, die Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Ornamentik, 
der seit dem Tode des Prof. Jacobsthal (1902) verwaist 
war. Diese für Architekten und Bauingenieure gleich 
wichtige Disziplin ist dem König!. Baurat Prof. Lacke- 
Potsdam übertragen worden, der seit Osten 1894 als 
Privatdozent und später als Dozent an der Technischen 
Hochlchule wirkte. Prof. Lacke steht im 52. Lebensjahre, 
zu Königsberg i. Pr. geboren, studierte er bis 1879 an 
der Berliner Hochschule. Prof. Jakobsthal nahm den 
jungen Architekten in sein Atelier auf, woselbst sich dieser 
an den architektonischen Entwürfen für die Stadtbahnhöfe 
„Alcxanderplatz" und „Bellevue", für den Zentralbahnhof 
zu Straßburg i. E. usw. betätigen konnte. Später ging 
Bauführer Lacke zum Prof. Persius über, der ihn (nach 
Hitzigs Tode) beim Erweiterungsbau der Berliner Börse 
besichtigte. Rach Ablegung der Baumeisterprüfung (1885) 
machte L. mehrjährige Studienreisen nach Stettin, Frank 
reich, England und den Niederlanden. Von dieser zurück 
gekehrt, assistierte L. seinen Lehrmeistern Struck und Koch 
und übernahm daneben einen Teil des Ornament-Unterrichts 
an der Kgl. Kunstschule. In die Staats-Bauverwaltung 
zurückberufen, führte er den Erweiterungsbau an der Kgl. 
Berg-Akademie, Jnvalidenstraße, ans und wurde 1893 in 
der Bau-Abteilung des Arbeits-Ministeriums beschäftigt. 
Als Lokal-Baubeamten von Potsdam hatte Prof. L. Ge 
legenheit, größere Proben seines hervorragenden Talents 
auf dem Gebiete der Ornamentik abzulegen. Hierhin ge 
hören namentlich die dekorative Durchbildung des Innern 
der Kgl. Hof- und Garnisonkirche und die Errichtung des 
Turmbaues für das astrophysikalische Observatorium auf 
dem Telegraphenberge. Wie für diese Arbeiten, so inter 
essierte sich der Kaiser auch lebhaft für den Umbau des 
Berliner Tores und den Wiederaufbau des Obelisken des 
Neustädler Tores zu Potsdam. Auch die glanzvolle Deko 
ration des Neuen Tores bei Gelegenheit des Kronprinzen 
paares war Lackes Werk, Von seinen wissenschaftlich- 
künstlerischen Werken seien erwähnt: die Wilhelmsburg 
bei Schmalkalden (1805), die 4 Rundkirchen auf Born 
holm und deren mittelalterlicher Bilderschmuck, die Aus 
schmückung der Technischen Hochschule bei der 100-Jahr- 
feier (1899), die Beobachtungsstation auf dem Telegraphen 
berge bei Potsdam, die Berichte über die Ausstellungen 
Paris 1900 und Turin 1902 ic. Prof. Lacke bleibt einst 
weilen noch in Potsdam wohnen, da er z. Zt. mit den 
baukünstlerischen Aufnahmen und der Darstellung der Ge 
schichte der dortigen Hof- und Garnison-Kirche noch be 
schäftigt ist. 
Z Ein seltenes Jubiläum wurde gestern Freitag 
im Sitzungssaals des Verwaltungsgebäudes der König!. 
Eisenbahndirektion gefeiert. Vor 50 Jahren, am 1. Sep 
tember 1855, trat der jetzige Rechnungsrat Krauser in den 
Eisenbahndienst und seit diesem Tage befindet sich der 
Jubilar, der der Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion 6, Stettiner 
Bahnhof, angehört, noch an ein und derselben Stelle. 
Aus diesem festlichen Anlaß ist Herrn Krauser der Rote 
Adlerorden vierter Klaffe mit der Zahl „50" verliehen 
worden. Die Auszeichnung wurde dem Jubilar vom 
Präsidenten der König!. Eisenbahndirektion im großen 
Sitzungssaale des Verwaltungsgebäudes in Gegenwart 
mehrerer Direktionsmitglieder überreicht. Heute Abend 
findet zu Ehren des Jubilars in den Germaniasälen, 
Chausseestraße, ein Festkommers statt, welchem, wie ver 
lautet, auch der Präsident beiwohnen wird. 
8 Der Umban der französischen Kirche auf 
dem Gendarmenmarkt ist jetzt im Äußeren fertig und zwar 
gerade 200 Jahre nach der Einweihung des alten Baues, 
der im Jahre 1701 von Cayart begonnen und im Jahre 
1705 durch Quesnays vollendet wurde. Damals lag noch 
bei dem Gotteshause ein Kirchhof, neben dem sich das 
Küsterhaus erhob. Im Jahre 1735 wurden um den 
Kirchhof Stallungen für das Regiment Gensdarmes und 
ein Wachgebäude errichtet. Diese Baulichkeiten fielen, als 
im Jahre 1780 Friedrich der Große durch Gontard den 
stattlichen Kuppelturm erbauen ließ, der also erheblich 
jünger ist als das kleine Gotteshaus. Gewöhnlich wird 
das Umgekehrte angenommen und geglaubt, daß man die 
Kirche dem Kuppelbau angefügt habe. 
8 Der östliche Saum des Tiergartens erstrahlte 
gestern Abend zum ersten Mal probeweise im Glanze 
seiner neuen elektrischen Beleuchtung. Der westliche Fahr 
damm der Königgrätzerstraße wird durch Bogenlampen 
und der sich daranschließende Bürgersteig durch birnen 
förmige Nernstlampen erleuchtet. Von heute Abend ab 
wird diese Beleuchtung dauernd in Kraft treten. Die 
elektrische Beleuchtung der Friedrichstraße dagegen, die 
ebenfalls mit dem heutigen Tage ihren Anfang nehmen 
sollte, kann noch nicht stattfinden, da die Arbeiten nicht 
fertig geworden sind. Sie sind erschwert worden durch 
die Aufstellung von Trägermasten, da einige Wirte die 
Anbringung von Rosetten an ihren Häusern nicht ge 
stattet haben. Sogar an der Ecke der Friedrich- und 
Leipzigerstraße, wo der Raum doch gewiß beschränkt ist, 
hat man einen Trägermast errichten müssen. 
Vermischtes. 
* Heute vor 80 Jahre« segnete der Philologe Bernhard 
Thiersch nach vierzigjähriger Lehrtätigkeit zu Bonn das Zeitliche. Am 
26. Ap:il 1794 zu Kirchscheidungen geboren, wirlte er vom Zahre 1816 
ab als Oberlehrer erst zu Gumbinnen dann in Lyck und später iu 
Halbcrstadl, bis man ihm i832 d.ie Leitung des Dortmunder 
Gymnasiums übertrug. Sein.Werk „Uber das Zeitalter und Vater- 
land des Homer", sowie seine Übersetzungen des Aristophanes haben 
ihn in der Gelehrtenwelt vorteilhaft bekannt gemacht, populär aber 
ist er erst durch die Dichtung des noch heute vielgesungenen, in allen 
Volksliedersammlungen anzutreffenden Preußenliedes geworden, das 
mit den Worten beginnt: „Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine 
Farben?" 
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