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Periodical volume Nr. 196, 22.08.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

einen feinen Anstrich erhalten soll und von einem Radau- 
platz keine Rede sei. Herr Warlich, der jahrelang einen 
Vergnügungspark „Paradiesgarten" in der Schönhauser 
Allee innehatte, beabsichtigt vor allem im Winter eine 
große moderne Eisbahn, verbunden mit Stufenbahn 
zu errichten. Der Erfrischungsraum, eine behagliche 
Restauratioushalle, wird von unserem Mitbürger Herrn 
Baumeister Haustein geschaffen. Einige Wochen im 
Sommer sollen ferner bessere Schaustellungen geboten 
werden, darunter ein Kinematograph, ein elegantes 
Karussel, für Schießfreunde, Schützen eine Schießbude, 
sowie ein Wachsfigurenkabinett und Panoptikum. Der 
mit der Firma Metz & Co. abgeschlossene Vertrag währt 
4 Jahre und bezahlt der Pächter jährlich 3500 Mark. 
Ausbedungen ist, daß nur ein Instrument spielen darf. 
Die Eröffnung des Unternehmens erfolgt bereits am 
10. September. Wie uns Herr Warlich versichert, soll auf 
dem Platz die größte Ruhe und Ordnung herrschen und 
eine Anzahl angestellter Kontrolleure find streng angewiesen, 
dafür zu sorgen, daß unsaubere Elemente dem Vergnügungs 
platz fernbleiben. Als unparteiische Zeitung lassen wir 
auch gern den Interessenten zu Wort kommen, und wenn 
vertragsmäßig verfahren wird, so darf hoffentlich nicht 
befürchtet werden, daß man uns bezw. Steglitz einen 
Rummelplatz beschert. Gegen einen solchen würden wir 
allerdings auch fernerhin auf das lebhafteste protestieren. 
t AnS dem Handelsregister. Bei Nr. 23 785. 
(Offene Handelsgesellschaft Gebrüder Klakow Zimmerei und 
Baugeschäft, Friedenau). Der Sitz der Gesellschaft ist nach 
Wilmersdorf verlegt. 
t Die ersten böhmischen Obstkähne sind bereits 
eingetroffen, und haben teils an der Burgstraße, teils auf 
dem anderen Spreearm neben der Eisernen-Blücke festge 
legt. In früheren Jahren^pflegten die Böhmen die Reichs 
hauptstadt erst viel später aufzusuchen. 
-j- Errichtung von Fiudelhäusern. Um den 
besonders in letzter Zeit so zahlreich vorgekommenen 
Kindesmorden und der Vernachlässigung von unehelichen 
Kindern vorzubeugen bezw. zu verhüten, ist in Gesellschafts 
kreisen die schon längst brennende Frage, Findelhäuser in 
Brandenburg und andern Provinzen zu errichten, erörtert 
worden. Zu diesem Zwecke ist Herr von Sierakowski in 
Verfolg seiner bekannten Wohlfahrtsbestrebungen aus 
diesen Kreisen aufgefordert worden, ein Komitee, ins 
besondere aus Damen bestehend, zu bilden. Es wird 
betont, daß die wohl noch verbreitete Ansicht, durch 
Findelhäuser würde der Unzucht Vorschub geleistet, als 
ausgeschlossen betrachtet werden muß, wie die Statistiken 
anderer Länder, wo solche eine segensreiche Tätigkeit schon 
entfalten, beweisen. Im Interesse dieser überaus menschen 
freundlichen und Äußerst notwendigen Einrichtung werden 
alle hochherzigen Damen, die sich hierfür interessieren, 
dringend gebeten, ihre Adressen baldigst an Herrn 
von Sierakowski, Berlin W 15, Pfalzburgerstraße 12, 
einzusenden, welcher weitere Auskunft erteilen wird. 
t Zu I»stiger Wanderfahrt sind die jetzigen 
Tage wie geschaffen. Keine drückende Hitze lähmt die 
Kraft des frisch Ausschreitenden, der mit Freuden merkt, 
wie rasches Wandern fördert, weit seltener als in den 
Tagen der „hohen Saison" legt sich ein Dunstschleier 
über die Landschaft und verhüllt das Bild, das zu be 
wundern man stundenlang den Berg emporgestiegen ist, 
und die Luft in ihrer Reinheit und Frische wirkt er 
quickend wie etn Jungbrunnen. Drum frohgemut zu Hut 
und Stab gegriffen, den Staub der Stadt aus den 
Kleidern geschüttelt und hinausgepilgert zum großen 
Gottestempel, der überall herrlich und schön ist! 
Eine Dauerfahrt Dresden-Groß-Lichterfelde, ver 
anstaltet vom Klub Friedenau fand am Sonntag statt. 
Den Endstart bildete das Restaurant „Lindenpark". An 
der Fahrt' beteiligte sich auch der Dresdner Klub „Wander 
lust" mit 4 Mitgliedern, während vom Friedenauer Klub 
11 Teilnehmer waren. Als Erster traf Keller-Friedenau 
mit 7 Stunden 3 Minuten ein, er hat durchschnittlich in 
der Stunde 30 Kilometer zurückgelegt. Vom Dresdner 
Klub langte als Erster Pleißner mit 7 Stunden 13 Min. 
an, später kamen die übrigen Fahrer bis auf 4 an, diese 
hatten durch Raddefekte die Fahrt aufgeben müssen und 
daher die Eisenbahn benutzt. Für eine Fahrt auf offener 
Chaussee sind 30 Kilometer in der Stunde eine recht re 
spektable Leistung. 
t Die neue Steglitzer Radrennbahn rüstet sich 
zur ersten Parade, die am 3. und 10. September abge 
nommen werden soll. Man kann diesen ersten Rennen 
Irenes Stelle im Hause der Marchese Leri, ein paar Monate 
nur, innegehabt, da seien ihm doch die Augen über die 
fromme Dame aufgegangen, und er habe stets den Wunsch 
gehegt, dies der Signorina Sordegna zu bekennen. — Jetzt 
halte Constanze sich lebhaft nach Irene erkundigt und so 
herzlich und gut von ihr gesprochen, daß er doppelt die Pflicht 
fühle, sie dies wissen zu lassen. 
So kamen sie auf Leo. — 
„Es geht ihm gut; — er verdient für sich das Nötigste, 
mehr nicht, aber er arbeitet viel mit seinem Gönner an der 
Irrenanstalt, das fördert ihn," sagte Palmicri. 
„Natürlich — wegen Ducettis! — Ich verstehe," nickte 
Monto, der sich nie ausreden lassen wollte, Ducetti sei 
weniger geistes- als gemütskrank; es laste auf ihm irgend ein 
schwerer Druck. 
„Dabei sprachen die Leute in Santa Alma von ihm mit 
größter Verehrung. Er hat bei dem Tode des Abbate eine 
Freigebigkeit bewiesen, die sie ihm nicht vergessen haben; die 
alte Teresina erzählt zwar auch Wunder von den Reichtümern, 
die Ducetti in des Alten Besitz gefunden." 
Gleich darauf faßte Monto an seinen Taschen herum, 
als suche er darin etwas. 
„Wie man zum Diebe werden kann!" lachte er. „Wir 
waren in Santa Alma gestern ins Gebirge gegangen und 
kamen ganz durchnäßt heim. Sie gaben mir eine Joppe von 
-Ducetti, die dort hängen geblieben war, in der Tasche fand 
ich das Knöpfchen und vergaß es nachher." 
Es war das Gegenstück zu dem zerbrochenen in Ducettis 
Schale aus dem Schreibtisch. 
„Das kenne ich schon," sagte Palmieri. „Es gehört ihm, 
und durch ein ganz wunderbares Zusammentreffen weiß ich 
auch, daß ihm das Knöpfchen auf einer Eisenbahnfahrt zer- 
auf der neuen Rennbahn wirklich mit Spannung ent 
gegensehen. In kurzer Zeit hat Herr Direktor Knorr diese 
Radrennbahn geschaffen und er wird das Unternehmen 
mit derselben Umsicht leiten, mit der er dem Friedenauer 
Sportpark vorstand. Über die Eröffnungsrennen selbst 
wird folgendes bekannt. Allein die Flieger-Rennen, die mit 
guten Preisen notiert sind, und eine Reihe tüchtiger Fahrer 
zum Start führen werden, sollen schon zugkräftig genug 
sein, dem neuen Sportpark zu seinem ersten Rennen ein 
volles Haus zu sichern. Im Steglitzer Hauptfahren sollen 
sich aus den Vorläufen zunächst die Ersten für das große 
Hauptfahren, die Zweiten und Dritten für das Kleine 
Haupt- und Entschädigungsfahren qualifizieren, welche drei 
Rennen von den betreffenden Bewerbern am zweiten 
Sonntage immer in drei Läufen entschieden werden, wo 
für Preise von 800, 600 und 500 M. bezw. 400, 300 
und 200 M. resp. 150, 100 und 50 M. ausgesetzt sind. 
Das erste Rennen auf der neuen Bahn ist ein Prämien 
fahren über 5000 Meter für alle Fahrer, das namentlich 
infolge der von Runde zu Runde steigenden guten Prämien 
ein außerordentlich starkes Feld am Ablauf vereinigen 
wird, und nicht minder gute Besetzung wird das Vorgabe 
fahren mit seinen 6 Preisen bringen. Für alle Fahrer, 
welche zum Steglitzer Hauptfahren nicht zugelassen sind, 
ist außerdem ein Malfahren vorgesehen. Die Steher 
treffen sich am ersten Tage in einem Rennen über eine 
Stunde, und hier sollte das Publikum bereits Gelegenheit 
haben, sich über die Beschaffenheit und Schnelligkeit der 
neuen Bahn ein Urteil zu bilden. Als besondere Zug 
nummer ist ein Stundenrekordversuch für Fahrer der Extra 
klaffe vorgesehen, für den sich bei mehreren Meldungen die 
Direktion die Wahl der Bewerber vorbehält und in engerer 
Konkurrenz das Los den Auserwählten des Rekordversuches 
bestimmen soll. Für die Fahrt ist ein Preis von 1200 
Mark ausgesetzt, für Verbesserung des deutschen Stunden 
rekords (gegenwärtig 83 Kilometer 400 Meter) eine 
Prämie von 300 M., und für Verbesserung des Welt 
rekords (89 Kilometer 904 Meter) eine weitere Extra 
prämie von 500 M. Die Ehre, Rekordmann zu werden, 
dürfte den Fahrer, der den Rekordversuch schließlich unter- 
nimmtnichtminder als die Preise zur Aufbietung seinesganzen 
Könnens anspornen. Der zweite Tag bringt den großen 
Fliegern, die sich, wie bereits oben gesagt, in drei Rennen 
mit drei Läufen messen sollen, noch ein Tandemfahren 
mit Preisen von 300, 200, 150 und 100 M. und zwei 
Führungspreisen von 100 und 50 M., für die kleinen 
wieder ein Malfahren, und die Straßenmotore sollen 
ebenfalls über 10 Kilometer abgeschlossen werden. Ein 
Stundenrennen mit respektablen Preisen wird das jeden 
falls abwechselungsreiche zweitägige Meeting beschließen. 
f Die Freie Opernbühue wird Mitte September 
ihre Spielzeit im ,,Rheinschloß" eröffnen. Die Vor 
stellungen sollen jeweils jeden Mittwoch stattfinden. 
-j- Berliner Cabaret. Herr Direktor Leopold 
Friedrich Weiß wird am Donnerstag im Hohenzollern- 
Saal einen Zyklus von Cabaret-Vorstellungen eröffnen. 
Dem Unternehmen geht ein vorzüglicher Ruf voraus. 
Fünfzehn erstklassige Kunstkräfte bringen Schlager auf 
Schlager zum Vortrage. Nach den uns vorliegenden 
Urteilen Berliner Zeitungen, können wir den Besuch der 
Vorstellungen nur empfehlen. 
f Friedenauer Schützengilde. Am Donnerstag, 
den 24. August, von Nachm. 3 Uhr ab, findet im Schützen 
hause zu Steglitz ein Prämien- und Litzcnschießen statt. 
Die Prämien bestehen aus Räucherwaren. Gleichzeitig 
wird die Erinnerungsmedaille an die Kronprinzenhochzeit 
ausgeschossen, auf schwarz-weiße Scheibe. 
t Von der Stadtbahn überfahren wurde gestern 
Nachmittag gegen 4 Uhr zwischen den Stationen Friedenau 
und Schmargendorf ein Streckenarbeiter, Vater von 
6 Kindern. Die Lokomotive erfaßte den Unglücklichen, der 
schrecklich zermalmt unter den Rädern hervorgeholt werden 
mußte. 
P Überfahren wurde heute Mittag von der 
Elektrischen in her Rheinstraße vor dem Hause Nr. 31 der 
Hund des Restaurateurs Ückermann und war sofort tot. 
Schöneöerg. 
— AnS dem Handelsregister. In das Handels 
register des Berliner Amtsgerichts I ist soeben die Gesell 
schaft in Firma Theater- und Saalbau-Aktiengesellschaft mit 
dem Sitz zu Schöneberg bei Berlin und einem Grund 
kapital von 1 000 000 M. eingetragen worden. Gegen 
stand des Unternehmens ist die Finanzierung, Projektierung, 
krochen ist —. Man fand das Bruchstück und meinte Wunder, 
welche Entdeckung sich betreffs des Mörders der Mrs. 
Henderson daran knüpfen würde. — Ich habe vor eineni 
halben Jahre dies Stückchen selbst in der Hand gehabt — es 
ist unzweifelhaft von Ducettis Knopf abgebrochen. Da sieht 
man, wie trügerisch solche Indizien sein können." 
Palmieri öffnete, während er so sprach, eben eine neue 
Cigarrenkiste. Als er sie jetzt Monto anbot, sah er, wie dieser 
mit ganz sonderbaren Augen ins Leere stierte. 
„Was ist? Woran denken Sie'?" fragte er plötzlich, selbst 
von einem Gedanken getroffen, der wie ein Blitz eine ganze 
Reihe anderer Gedanken in ihm entzündete. 
Monto wurde ganz blaß und starrte ihn wie verloren 
an; ihre Blicke trafen sich, sie verstanden einander. Aber 
nein! nein! Sie wollten nicht! Das war ja barer Unsinn! 
„Monto! Aber seien Sie doch nicht toll! rief Palmieri 
entsetzt. 
Ter fuhr mit der Hand über die Stirn. 
„Ich bin's nicht, Palmieri! Bei Gott — cs ist scheuß 
lich, was einem für Ideen kommen können!" rief er, empor 
springend. 
„Das sind ja ganz teuflische Kombinationen!" murmelte 
er aufgeregt. 
Palmieri dachte Aehnliches. 
Minuten vergingen so — Beide schwiegen. Palmieri 
dachte immer nur: „Ta steht man nun mal wieder, wohin 
solche vorgefaßte Meinungen führen könnten." 
Plötzlich trat Monto geisterbleich zu ihm. 
„Es ist zu sonderbar, Palmieri! Zu seltsam! Denken 
Sie an den Mord! — Der alten Frau ist nur eine Leder 
tasche geraubt, die an ihrem Gürtel hing, man hat sie ihr 
abgeschnitten, das konnte nur geschehen, wenn sie schlief; — 
Errichtung und der Betrieb von Theater- Saalbauten ins 
besondere des „Nollendorfplatztheaters". Die Gründer der 
Gesellschaft, die sämtliche Aktien übernommen haben, find: 
Ingenieur Hermayn Knauer in Schöneberg, Kaufmann 
Otto Markiewicz, Berlin, Justizrat Martin Henschel, 
Berlin, Architekt Karl Menking in Schöneberg, Bau 
meister Adolf Klemke in Friedenau, Schriftsteller 
Paul Lindenberg in Schöneberg. — Bei Nr. 3018. Berlin- 
Hamburger Fußbodenfabrik Gesellschaft mit beschränkter 
Haftung. Dem Fräulein Emmy Loewie in Schöneberg ist 
Gesamtporkura erteilt. — Bei Nr. 7217. (Offene Handels 
gesellschaft Geschw. Bleichrode, Berlin): Der Sitz der Ge 
sellschaft ist nach Schöneberg verlegt. 
Werlin und Wororte. 
8 Der Kaiser über die Farben-Photographie. 
Wie wir meldeten, hat die „Neue Photographische Gesell 
schaft jüngst in der Leipzigerstraße 121 ein „Spezial- 
Atelier für Photographie in Farben" eröffnet, in welchem 
die ersten Proben der neuen Lichtbildkunst zur Ausstellung 
gelangten. Der Kaiser, der auch der Photographie ein 
lebhaftes Interesse entgegenbringt, sprach, als er von dem 
neuen Verfahren hörte, den Wunsch aus, einige farbige 
Reproduktionen ihm bekannter Objekte zu sehen und ließ 
zu diesem Behufe einige Jnnen-Aufnahmen des Königl. 
Schlosses, namentlich der großen Prunksäle, bei der Neuen 
Photographischen Gesellschaft bestellen. Diese Aufgabe, 
welche gerade jetzt, während des großen Fremdenbesuches 
im Schlosse, mit nicht geringen Schwierigkeiten verknüpft 
war, wurde von der Gesellschaft in kürzester Frist erfüllt 
und am letzten Sonnabend konnte bereits Generaldirektor 
Arthur Schwarz die farbigen Photographien auf Schloß 
Wilhelmshöhe vorlegen. Das Kaiserpaar war entzückt 
von der wunderbaren Wirkung der Reproduktionen, die 
auch den ungeteilten Beifall der Gäste des Kaiserpaares, 
darunter des Reichskanzlers, Fürsten von Bülow, fanden. 
Namentlich wurden die Aufnahmen des „Weißen Saales" 
bewundert, dessen herrliche Architektur in den natürlichen 
Farben der Bilder gleichsam Leben atmet. Der Kaiser 
ließ sich vom Direktor Schwarz über das neue Verfahren 
Bericht erstatten und sprach diesem gegenüber zum Schluß 
auch darüber seine besondere Anerkennung aus, daß 
wieder eine deutsche Firma es sei, welcher es gelungen 
sei, das schwierige Problem der Farben-Photographie zu 
lösen und in die Praxis einzuführen. 
8 Der große stattliche KraukeuhauSueuba» an 
der Ecke der Ziegelstraße und der noch unbenannten Sttaße, 
die zum Kaiser Friedrich-Museum führt, ist gestern zum 
Teil seiner Bestimmung übergeben und in ihm die Kgl. 
Universitäts-Poliklinik für innerlich kranke Männer, Frauen 
und Kinder eröffnet worden. Sprechstunden finden täglich 
(außer Sonntag) von 12 bis 1 Uhr statt. Der Eingang 
zur Klinik liegt unmittelbar an der Museums-Prücke. Die 
Krankensäle und übrigen Räume des Hauses werden erst 
später in Benutzung genommen werden, da ihre innere 
Einrichtung noch nicht fertig ist. Der Neubau macht mit 
seiner schönen Sandsteinfassade einen überaus stattlichen 
Eindruck und steht in Übereinstimmung mit dem gegen 
überliegenden Museum. 
8 Eine Erinnerung au die Schlacht von 
Großbeereu, die bekanntlich am 23. August 1813 ge 
schlagen wurde, bilden die noch wohlerhaltenen Krieger 
gräber, die südlich von Großbeeren zwischen der Eisenbahn 
station Ludwigsfelde und dem Dorfe Wietstock mitten im 
Walde liegen. Bei dem zuletzt genannten Orte kam es 
am 22. August 1813, also heute vor 92 Jahren, zu einem 
heftigen Gefecht, das die große Schlacht einleitete und 
bei dem sich die Preußen mit einem Verluste von 
22 Offizieren und 334 Mann auf Großbeeren zurückziehen 
mußten. An der Chaussee, die von Ludwigsfelde nach 
Wietstock führt, steht ein Gedenkstein, dessen Inschrift 
lautet: „Zur Ehre Gottes des Allerhöchsten und zum 
Ruhme preußischer Waffen fanden diese Krieger im Gefecht 
bei Wietstock den 22. August 1813 den Heldentod. 
Wanderer, steh' still, ehre ihr Andenken und ehre Dich 
selbst!" Weiterhin sieht man einige Denkmäler für hier 
gefallene Offiziere. Es sind dies der Kommandeur des 
Uckermärkischen Landwehr-Kavallerie-Regiments C. G. G. 
von Wedell, dessen Adjutant W. Busch, die Leutnants 
Otto v. Dargitz und Carl Graf Dohna. In Großheeren 
wird im nächsten Jahre die Stadt Berlin» die durch die 
Schlacht vor dem Eindringen der Franzosen bewahrt 
wurde, an der nach dem Bahnhof führenden Chaussee 
einen Gedenkstein errichten lassen. Außerdem plant der 
schlafend ist sie erstochen, vielleicht, weil sie erwachte? In 
derselben Nacht kam Ducetti zu Fuß nach Santa Alma, die 
Teresina sah das viele Geld —" 
„Fehlgeschossen! — Es ist Faktum, daß des Abbate 
Geld in der Bank von Turin lag," warf Palmieri ein. 
„Lassen Sie mich ausreden. — Durch Zufall weiß ich, 
daß Ducetti wegen Mündelgelder verklagt werden sollte —. 
Er hat bezahlt — auf Heller und Pfennig —.* 
„Wahrscheinlich mit des Abbate Erbschaft." 
„Möglich. — Ta fehlen mir Bindeglieder!" murmelte 
Monto inimer sehr erregt. 
„Er verkaufte überdies damals seine Erfindungen. Irene, 
Sordegna waren mit ihm in Rom zusammen, sie liebten, 
verehrten ihn, er gab Sordegna die Mittel zum Studium!" 
„Ja, ja, Palmieri! Das ist alles wahr! Aber dann — 
denken Sie, wie er in jener Zeit wunderlich, wie verändert er 
gewesen? Alle seine Freunde zogen sich von ihm zurück. Und 
nun denken Sie an seine sogenannten Verrücktheiten! — Er 
dachte unaufhörlich an Mordgeschichten — böses Gewissen! — 
an Gift — den Ausweg, den er sich suchte! Denken Sie an 
sein fieberhaftes Interesse für den Renard'schen Prozeß — an 
seine Aufregung im Schwurgerichtssaal — an jene Szene, 
wie er mich fast erwürgte, weil ich an ein Todesurteil 
glaubte —." 
«Mein Gott, Monto!" Palmicri konnte sich unmöglich 
diesen Schlußfolgerungen ganz entziehen; dennoch, ihm grauste 
fast vor dem Freunde. 
„Aber, Monto, in der Kette Ihrer Beweise —* 
(Fortsetzung folgt.)
        
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