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Periodical volume Nr. 207, 04.09.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Merlin und Wororte. 
8 Die Zusammenstöße im Straßenverkehr 
haben sich — nach der bereits erwähnten Abhandlung des 
Geheimen Baurats Bork — nach Einführung des elektrischen 
Betriebes im Straßenbahnverkehr ebenfalls vermehrt und 
zwar von 0.09 (im Jahre 1895) auf 0,12 (im Jahre 
1900). . Die meisten Unfälle sind dabei nicht durch Zu 
sammenstöße zwischen Straßenbahnwagen miteinander, 
sondern von anderen Fuhrwerken mit Straßenbahnwagen 
herbeigeführt worden. Seitdem die Lastfuhrwerke durch 
weg mit Brems-Vorrichtungen versehen sein müffen, haben 
diese Unfälle wieder abgenommen; sie gingen im letzten 
Jahre auf die Hälfte (0,06) zurück. Als Hauptursache 
der Betriebsstörungen im Straßenbahnverkehr ist der sog. 
gemischte Betrieb anzusehen, bei welchem die Motoren 
teils durch Oberleitung, teils durch in den Wagen unter 
gebrachte Akkumulatoren mit Strom versorgt wurden. 
Diesem System haftete eine große Reihe von Übelständen 
an, die selbst bei sorgfältigster Einrichtung und Unter 
haltung zu empfindlichen Störungen führten. Diese, sowie 
die immer mehr sich geltend machende, geringere Ein 
schätzung der gegen die Oberleitung erhobenen ästhetischen 
Bedenken führten dann zur weiteren Ausdehnung der 
Oberleitungs-Strecken: nur auf 12,3 Kilometer. Gleislänge 
wurde Unterleitung eingeführt, für welche 552 Wagen, die 
jene Strecken passieren, eingerichtet werden mußten. Wenn 
auch dies neue, gemischte System erheblich weniger 
Störungen im Gefolge hat, so sind die vorkommenden 
Arbeilsstörungen trotz sorgfältigster Unterhaltung der Ein 
richtungen auf der Strecke und an den Wagen immerhin 
noch so zahlreich, daß auch die Beseitigung dieses Systems 
im Jnterefle der Betriebsführung wünschenswert erscheint. 
Es steht zu hoffen, daß dies Ziel durch die geplanten 
Untertunnelungen, Unter den Linden und vor dem 
Brandenburger Tor, in nicht ferner Zukunft erreicht 
werden würde. Die Aera der Drahtbrüche dürfte als 
beseitigt betrachtet werden, nachdem die Große Berliner 
Straßenbahn-Gesellschaft aus eigenem Antriebe und ohne 
Veranlassung der Aufsichrsbehörden sogen. Sicherheits 
Bügel haben anbringen lassen, welche für den Fall eines 
Drahtbruches unmittelbar an den Aufhängepunkten ein 
Herabfallen des Drahtes verhindern sollen. Auch durch 
eine Vervollkommnung der Isolator-Ösen wäre eine 
wesentliche Verminderung der Bruchgefahr eingetreten, 
sodaß sowohl Betriebsstörungen, als auch Gefährdungen 
von Personen durch die Oberleitung die weitgehendste 
Einschränkung erfahren hätten. Die zur schleunigsten Be 
hebung von Betriebsstörungen getroffenen Maßregeln 
(ständige Wachen mit Hilfsgeräte-Wagen, die unter Ver 
mittlung eines eigenen Fernsprechnetzes in kürzester Zeit 
requiriert werden können), haben sich bisher bestens 
bewährt. 
§ Eine bemerkenswerte Änderung findet jetzt auf 
dem Potsdamer Platz statt. Die seiner Zeit auf An 
ordnung des Stadtbaurats Hoffmann weit auf den Fahr 
damm vorgeschobenen Bürgersteige werden wie das schon 
vor einiger Zeit beschlossen worden ist, verkürzt und flacher 
abgerundet. An der Spitze hat das wegzunehmende Stück 
eine Breite von etwa 2 Mtr. Zunächst wird der Bürger 
steig von Cafö Josty in dieser Weise umgestaltet. Der 
alte Zustand hatte zu manchen Unzuträglichkeiten für den 
Wagenverkehr geführt, die man durch die Neuerung zu 
beseitigen hofft. 
8 Die Grabstätte des dramatischen Schrift 
stellers Ernst Naupach auf dem Dreifaltigkeitskirchhof 
am Blücherplatz, die wegen Ablauf der Verwesungsfrist 
als solche kassiert werden mußte, wird jetzt als Auf 
bewahrungsort für blühende Topfpflanzen verwandt. Der 
Hügel ist beseitigt, das hohe Grabkreuz aber pietätvoll er 
halten worden. 
Humoristisches. 
' Lchueiderfkrupel. Student zu seinem Schneider: „Ich 
komme zu Inen, damit Sie mir die Knöpfe meines Rockes versetzen." 
— Schneider: „Sehr gern! Aber da wird es wohl nicht darauf 
geben." 
' A.: „Sagen Sie, Herr Müller, warum tragen Sie eine Glatze?" 
— SB,: „Weil ich keine falsche Behauptung dulde. Übrigens könnte 
ich Sie mit demselben Rechte fragen, warum Sie keinen Bart 
trag n?" — B.: „Weil mir keiner gewachsen ist!" 
Am 9. August er. verschied zu Arnsdorf im Riesen 
gebirge der Königliche Kanzleirat 
Carl Klutsch 
aus Breslau im Alter von 69 Jahren 1 Monat. 
Die Beerdigung erfolgte am 12. August er. auf dem 
Friedhofe in Arnsdorf. 
Freunden und Bekannten des Dahingeschiedenen widmen 
diese Anzeige mit der Bitte um stilles Beileid [3912 
die trauernden Geschwister. 
Bekanntmachung. 
Denjenigen Interessenten, welchen daran gelegen ist, 
ihre elektrische Anlage so früh als möglich in Betrieb zu 
bekommen, wird hierdurch mitgeteilt, daß schon jetzt die Ab 
nahme der Anlage beim unterzeichneten Baubureau durch 
den Installateur beantragt werden kann, der die Anlage 
ausgeführt hat. 
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Elektrizitätswerkes. 
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Vorbei ist die schöne, freie Zeit, 
In Monden seh’n wir uns erst wieder. 
Doch in Berlin meine Namensschweste 
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für einige Stunden Vormittags sofort 
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wird verlangt Bäckerei E. Weigel 
3908) 
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