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Periodical volume Nr. 294, 15.12.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Beilage zu Nr. 182 des „Friedenauer Lokal-Anzeiger". 
Sonnabend, den 5. August 1905. 
Sonnlagsplauderei. 
Das Streben nach Vollendung beseelt die Menschen 
seit Anbeginn der Welt. Im ständigen Kulturkämpfe 
mühten sich die Geschlechter, durch ihre Leistungen 
und Erfindungen immer größere Ziele zu erreichen, suchten 
die Nachkommen sich auf eine immer höhere Stufe zu 
stellen als die Vorfahren. — Besonders in geistiger Be 
ziehung ist dieses Ringen unaufhörlich gewachsen. „Ihr 
sollt vollkommen sein!" ruft uns ja auch ein Bibelwort 
zu, das heißt: wir sollen das zu werden suchen, was wir 
nach dem Maße der von Gott in uns gelegten Anlagen 
und Kräfte zu werden im Stande sind. In gewissem 
Sinne gilt dieses Wort somit jedoch nicht nur den Menschen, 
sondern läßt sich auf alle Kreaturen anwenden; denn in 
jedem Geschöpfe schlummern verborgene Kräfte, die sich 
entwickeln müssen, damit eS die Stufe der Vollendung er 
reiche, zu der der Schöpfer dasselbe bestimmt hat. Das 
dem Menschen, dem höchst beanlagten Wesen, gesteckte Ziel 
ist — Herrschaft des Geistes über die Natur, und dazu 
gelangt er durch Bildung — d. h. durch die harmonische 
Entwickelung aller Seelenkräfte. Wie sich im Geistesleben 
drei verschiedene Richtungen unterscheiden lasten: das Ge 
fühlsvermögen, das Erkenntnisvermögen und das Willens- 
vermögen so gibt es auch eine dreifache Art der Bildung: 
die Gemüts- oder Herzensbildung, die Verstandesbildung 
und die Bildung des Willens oder die Charakterbildung. 
Die Bildung des Gemütes erreicht ihren Höhepunkt in der 
Befolgung des Gebotes: „Du sollst Gott lieben von ganzem 
Herzen und Deinen Nächsten als Dich selbst." Der höchste 
Grad der Intelligenz ist — die Vernunft, das Vermögen, 
sich selbst und die in Natur und Geistesleben geoffenbarten 
ewigen Gesetze und Ordnungen zu erkennen. Die Vollen 
dung der Charakterbildung endlich ist — Tugend ist, — 
sittliche Freiheit, durch die der Mensch befähigt wird, in 
allen Fällen, frei von aller Subjectivität, das zu tun, 
was er für wahr erkannt hat, als recht und gut will und 
zwar nicht nur für sich selbst, sondern für alle. Wie 
kommt es, daß junge Mädchen, von denen man zuvor nie 
Böses wußte, plötzlich dafür zu gelten pflegen, daß sie 
einen schlechten Charakter haben, daß sie gefühllos und 
hartherzig find, sobald sie (Stiefmütter werden. Warum 
glaubt jeder behaupten zu dürfen, daß seine Nation, sein 
Land, seine Familie ausgezeichneter und bester sej als alle 
übrigen? — Und warum nimmt er es Übel, wenn andere 
ebenso tun? 
ln clem Haii8e RhClflStfäSSC 19 (Ecke Kirchstrasse) an der Kaisereiche habe ich eine Filiale meines 
Beerdigungsinstitutes 
Gustav Nobert 
Hauptgeschäft: Berlin W., Potsdamer Str. 114. 
eröffnet. 
Grosses Lager von Holz- u. Melallsärgen. 
Übernahme von Beerdigungen, Leichentransporten u. Feuerbestattungen 
unter vorheriger Berechnung aller Kosten einschl. der Grabstell- u. Kirchengebühren. 
Amtliche Anzeigen. DD 
Bekanntmachung. 
Der von der Versicherungsanstalt der 
Nordöstlichen Baugewerks 'Berufsgenosten 
schaft für das Jahr 1905 ausgefertigte 
Heberollenauszug liegt in der Zeit vom 
7. biS 21. «ugust d. IS. 
im diesseitige Gemeindebureau zur Ein 
sichtnahme aus. 
Wir machen noch besonders darauf aus 
merksam, daß Einsprüche gegen die 
Präinienberechnung gemäß § 28 Abs 1 und 
2 des Bau-Unfall-Versicherungs-GesetzeS 
vom 30. Juni 1900 nur innerhalb 14 Tagen 
nach der Auslegung des Heberollen-Ans 
zuges erhoben weiden können fnur beim 
GenoffenschaftSvorstand — Versicherungs 
anstatt Berti», Echäferstr. 14). 
Friedenau, den 2. Auznst 1905. 
Der Gemeinde-Vorstand. 
Schnackcnbubg. 
kirchliche Nachrichten. 
Sonntag, den 6. August. 
Friedenau. 
Vorm. 10 Uhr: P. Kleine. 
Nachm. 6 Uhr: Kand. Hofmeister, 
«vang. JünglingSverein: Sonntag 
Abend 8—10 Uhr im Gemeindchaufe. 
Gäste willkommen! 
Evang. Jungfrauenvercin, Gemeinde- 
Haus Kaiser-Alle 76», 7—9 Uhr. 
Christl. Jungfrauenvcrein, tzregcstr. 46. 
5'/,-9 Uhr. 
Schöneberg. 
Apostel PauluS-Kirche. 
Vorn«. 10 Uhr: P. Rauchstein. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Mittags 12 Uhr Kindergotteödicnst: 
P. Rauchstein. 
Nachm. 6 Uhr: Hilfspr. Habel. 
Dann Seichte und Abendmahl. 
Alte Kirche, 
vorm. 10 Uhr: P. Rodatz. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 6 Uhr: P Ungnad. 
Dan» Beichte und Abendmahl. 
Kirchsaal Setanstr. 81. 
Vorm. 10 Uhr: P. Boehm. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 2 Uhr Kindcrgottesdienst: P. 
Boehm. 
Nathanael-Kirche. 
Vorm. 10 Uhr: P. Neumann. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 6 Uhr: P. Gelfert. 
Dann Beichte und Abendmahl? 
Wethodisten-Gemeinde. 
Berlin-Schöneberg, Hauptstraße 7»-8. 
10 Uhr u. 6 Uhr: Pred. C. Güther. 
11'/, Uhr K.-G.-D. 
Jedermann ist freundlich eingeladen. 
Gottesdienstordnung 
ftlr die in Friedenau wohnhaften zur 
Pfarrei Steglitz gehörigen Katholiken. 
Katholische Kirche in Steglitz (Kieler 
Straße 11). 
An Sonn- und Festtagen: Weste 7 Uhr 
Vorm. Hochamt und Predigt 9'/, Uhr 
Vorm. Segensandacht 7 Uhr Abends. — 
An Wochentagen: Weste 7'/. und 8 Uhr 
Vormittags. Beichtgelegenheit an den 
Abenden vor Sonn- und Festtagen und 
früh vor der Weste. 
(ÜiiKmnfa werden angestrickt, angewedt, 
übt ulnplv auch handgestrickt. Füß 
linge z. selbstannähen sowie I». Strick 
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