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Periodical volume Nr. 176, 29.07.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Naturen sich schweigend dem Unvermeidlichen beugen, 
denn: Entsagen ist Menschenlos. « 
f Todesfall. Mitten aus einem schaffensreichem' 
Leben, mitten aus dem Kreise teurer Familienangehöriger 
hat der unbezwingliche Tod wieder einen unserer be 
liebtesten Mitbürger, Herrn Schlächtermeister Matschke 
abberufen. Trauernd stehen die Gattin, die lieben Kinder, 
treue Freunde an der Bahre des Mannes, der noch vor 
8 Tagen in voller Rüstigkeit seinem Geschäfte vorstand, 
das er durch sein rastloses Schaffen aus kleinem Anfange 
in den ersten Zeiten Friedenaus in die Höhe gearbeitet 
hatte und das erst im vorigen Jahre für seine Leistungs 
fähigkeit auf der deutschen Schinkenausstellung mit Preisen 
bedacht worden war. Wem es vergönnt war, den Ver 
storbenen näher zu kennen, der wird ihn jederzeit hoch ge 
schätzt haben wegen seines biederen Charakters und seines 
offenen Wesens. Die Friedenauer Schützengilde verliert in 
Herrn Matschke ihren Mitgründer und Rendanten, der 
Handel« und Gewerbeverein und die Ortskrankenkasse ein 
rühriges Vorstandsmitglied, der Haus- und Grundbesitzer- 
verein ein eifriges Mitglied. Die Vereine betrauern den 
herben Verlust, den sie durch das Hinscheiden erlitten 
haben auf Tiefste. Schmerzlich vernahmen sie schon die 
Kunde von der schweren Erkrankung ihres Mitgliedes an 
Blindarmentzündung, die eine Überführung in das Britzer 
Krankenhaus notwendig machte. Mit Freude vernahmen 
dann am Mittwoch die zahlreichen Freunde, daß die 
Operation einen günstigen Verlauf genommen habe. 
Milten in die sommerliche Schwüle des gestrigen Abends 
drang da mit einem Male die Kunde: Herr Matschke ist 
tot. Niemand wollte die Trauernachricht glauben und 
doch fand sie ihre Bestätigung. Wenn auch die Erde die 
sterbliche Hülle dieses braven Mannes, des lieben Gatten 
und Vaters, des treuen Freundes decken wird, sein An 
denken wird fortleben, bei all denen, die ihn gekannt 
haben. 
f Neue Wagen der elektrisch eu Straßenbahn. 
Die Westliche Berliner Vorortbahn hat in ihrem Betrieb 
8 neue Wagen eingestellt, von denen je zwei auch auf den 
Linien Linkstraße—Steglitz und Bahnhof Zoologischer 
Garten—Steglitz verkehren. 
f Die neue Grunewaldbahn von Steglitz über 
Dahlem nach Grunewald schreitet in ihrem Ausbau rasch 
vorwärts. Die Geleise liegen in der Grunewaldstraße 
bereits nahe dem Dahlemer Gelände. Vergleicht man mit 
dem Bau dieser Linie den Ausbau der Linie 88 der 
elektrischen Straßenbahn durch die Beckerstraße, so muß 
man zugeben, daß der Ausbau dieser kleinen Strecke nur 
sehr langsam vorwärts geht. Schließlich wird die Grune 
waldbahn noch eher dem Verkehr übergeben als die 
Linie 88 zum Schöneberger Krankenhause durch 
geführt wird. 
f Firmeneintragung Nr. 27 215. Firma Paul 
Elze. Spezial Teppich-Haus, Berlin. Inhaber Paul Elze, 
Kaufmann, Friedenau. 
f Friedenauer im Heuschober. Wenn man eine 
Reise tut, so kann man was erzählen. Die Frau eines 
bekannten wohlbeleibten Mitbürgers unternahm mit ihrem 
Bruder die lange vorher geplante Ferienfahrt und war als 
Reiseziel Landeck ausersehen. Das Paar verfuhr sich je 
doch (oder war der Zug auf ein falsches Geleise geraten?) 
und so gelangte es schließlich nach einem Ort an der 
österreichischen Grenze. Dort mußten beide, mangels 
anderweitiger Unterkunft ihr Nachtlager in Strohmieten 
aufschlagen. Wie gute Freunde berichten, hatte man die 
Grenzposten verständigt, welche die beiden Fremden zeitig 
auf deutsches Gebiet bringen mußten. 
t Künstlerkapelle Apollo. Auch bei ungünstiger 
Witterung finden alltäglich die so beliebten Künstler 
konzerte der Kapelle Apollo im Rheinschlosse statt. Die 
einzelnen Nummern finden stets ungeteilten Beifall. Be 
sonders die Sonntagskonzerte erfreuen sich großer Be 
liebtheit, da ein ganz besonders künstlerisches Programm 
für die Sonntage zusammgestellt wird. 
f Der Roland von Friedenau, dieses erst seit 
3 Wochen eröffnete Restaurant in der Rheinstraße 28 er 
freut sich eines täglich sich steigernden Besuches seitens des 
besten Publikums. Wenngleich der Wirt, Herr Zitzmann, 
eine sehr bekannte Persönlichkeit ist, so darf man wohl 
andererseits den vorzüglich gepflegten Bieren — u. A. das 
in unserm Ort nur im Roland geschänkte Siechen —, wie 
auch der in der kurzen Zeit als vortrefflich bekannt ge 
wordenen Küche diesen Erfolg zuschreiben. Herr Zitzmann 
ist außerdem als Meister der Zither bekannt, er bringt 
auf Wunsch gern einige Perlen seiner Kunst zu Gehör, 
sodaß, wer schon mal Stunden leiblichen, wie geistigen 
Genusses in diesem vornehmen Restaurant verlebte, sich 
derselben gern erinnern und auch immer wiederkehren 
wird. Wir empfehlen das in heutiger Nummer enthaltene 
Inserat gütiger Beachtung. 
f Treptow-Sternwarte. Über die bevorstehende 
Sonnenfinsternis am 30. August 1905 spricht Direktor 
Archenhold am Sonntag, den 30. Juli. nachm. 5 Uhr, im 
Hörsaal, um 7 Uhr über: „Das Geheimnis des Welten 
baues". Beide Vorträge sind mit zahlreichen Lichtbildern 
ausgestattet; in ersterem werden die Verhältnisse während 
der Finsternis für Berlin und für die Totalitäts-Zone be 
sprochen. Montag, Abends 9 Uhr, gibt der Vortragende 
eine „Anleitung zur Beobachtung des gestirnten Himmels" 
und hält auf der oberen Plattform der Sternwarte im 
Anschluß hieran praktische Übungen zur Auffindung der 
Sternbilder ab. Mit dem großen Fernrohr wird am Tage 
die Sonne und später der jetzt schon in früher en - 
stunde hoch am Himmel stehende Sternhaufen rm Herru e 
gezeigt. . - 
t Gefährliches Spielzeug Der ca. zwölfjährige 
Sohn des im Hause Rheinstraße 52 wohnhaften 
D. machte gestern auf dem Hof mit seinem Teschm Schretz- 
übungen und schoß sich dabei selbst in die Hand, wo die 
Kugel sitzen blieb. Ärztlicherseits wurde dieselbe entfernt 
und ein Verband angelegt. Die Schußwaffe hatte sich der 
Junge bei dem Eisenwarenhändler W. gekauft. Die Haus 
bewohner waren begreiflicherweise über den Vorfall en^ 
rüstet. Man wunderte sich auch allgemein, wie man solch 
minderjährigem Jungen eine so gefährliche Schußwaffe ver 
kaufen kann. Das Geld sdafür hätte sich wahrlich für 
bessere Zwecke verwenden lassen. 
-s Überfahren. Am Donnerstag Abend 8 Uhr 
wurde in der Saarstraße des Dienstmädchen des Herrn 
Ingenieurs G. von einem Schlächterfuhrwerk aus Wilmers 
dorf überfahren. Die Bedauernswerte erlitt schwere Ver 
letzungen, doch ist ihr Zustand nicht hoffnungslos.^ 
-f Größeren Auflauf verursachte gestern Abend 
Ecke Rhein- und Rönnebergstraße ein Geschäftsfuhrwerk 
aus Berlin. Das Pferd desselben brach ermattet zu 
sammen und es währte längere Zeit, ehe es wieder auf 
die Beine gebracht werden konnte. 
f Gut abgelaufen. Überfahren wurde gestern 
Abend durch einen Geschäftswagen in der Rheinstraße 
zwischen Kirch- und Roennebergstraße ein kleiner Hund, 
ohne dadurch erhebliche Verletzungen davon getragen zu 
haben. 
f Polizeibericht. Gefunden wurden ein Paar 
Kinderschuhe. Näheres im Polizeibureau in der Feurigstraße. 
Schöneöerg. 
— Auszeichnung. Herr Architekt Rietz, hier, der 
Erbauer der Bismarckwarte auf den Müggelbergen, wurde 
für seinen Entwurf für den Bau einer Bismarckwarte im 
Seebade Häringsdorf mit dem ersten Preise bedacht. 
Wertin und Bororte. 
§ Personalnachrichten. Der Geh. Kommerzienrat 
Fritz Friedländer in Berlin ist zum Kgl. Niederländischen 
Generalkonsul Hierselbst ernannt worden. — Der Reg.- 
und Baurat Prof. Schmelz ist zur vorübergehenden Be 
schäftigung in das Ministerium der öffentlichen Arbeiten 
einberufen worden. — Der Kaufmann Heinrich Haukohl 
ist zum Handelsrichter beim Landgericht I, Berlin, wieder 
ernannt worden. — Der Langerichtsdirektor Quast zu 
Tilsit ist an das Landgericht I zu Berlin versetzt, der 
Amtsgerichtsrat Balcke vom hiesigen Amtsgericht II und 
der Amtsrichter Brunkow vom Amtsgericht I sind pensioniert 
worden. 
8 Eine öffentliche Belobigung erteilt der Polizei- 
Präsident dem Arbeiter Hugo Jaschopp, Berlin, Emdener- 
straße 41 wohnhaft. Derselbe hat im vorigen Monat 
einen 5 Jahre alten Knaben, der vor dem Hause Schles- 
wiger User 25, unweit der Lessing Brücke, rn die Spree 
gefallen war, vom Tode des Ertrinkens gerettet. 
8 Die langjährige Wohnstätte des ersten 
preußischen Kultusministers, des Freiherrn von 
Altenstein, des Reformators der preußischen Universitäten 
und Schulen und Schöpfers der allgemeinen Schulpflicht, 
schwindet mit dem Hause Wilhelmstraße 59 an der Ecke 
der Leipzigerstraße dahin, das zu Anfang des nächsten 
Monats auf Abbruch versteigert werden soll. Freiherr 
von Altenstein wurde im Jahre 1817 zum Chef des neu- 
gegündeten Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und 
Medizinal-Angelegenheiten ernannt. Er war es, der Hegel 
nach Berlin berief, dessen Philosophie er huldigte und der 
nebst anderen auserlesenen Geistern der damaligen Zeit 
viel in seinem Hause verkehrte. Irr späteren Zeiten ist 
das Haus fast durchgängig von Angehörigen der hohen 
Aristokratie bewohnt gewesen. 
8 Im Dom wird jetzt das dritte und letzte der drei 
großen Chorfenster rechts hinter dem Altare eingesetzt. Es 
stellt die Auferstehung Christi dar, während von den 
beiden bereits vorhandenen Fenstern das zur Linken die 
Geburt und das in der Mitte die Kreuzigung deS 
Heilandes zeigt. 
8 Der Bau des Landgerichts III am Tegeler 
Weg zu Charlottenburg geht jetzt auch im Innern seiner 
Vollendung entgegen. Das Landgericht III wird bereits im 
nächsten Jahr seine Tätigkeit aufnehmen und ist für die 
Bevölkerung der westlichen und nordwestlichen-Vororte be 
stimmt. 
8 Einen „Brückenschlag" wird das Pionier 
bataillon von Rauch (Brandenburgisches) Nr. 3 am 
5. August über' die Spandauer Havel, zwischen Hennigs 
dorf und Pinnow, ausführen. Die Schiffahrt muß während 
dieser Arbeiten zeitweise gesperrt werden. Die Stellen, 
an denen die Fahrzeuge und Flöße beizulegen haben, be 
zeichnen die Strom-Aufsichtsbeamten. 
8 Der Schlamm des TeltowkanalS wird jetzt 
dazu benutzt, das Gelände der vom Kaiser vor einigen 
Jahren gekauften Villa Jngenheim, am Ufer der Havel 
bei Potsdam gelegen, zu vergrößern. Neben dem Grund 
stück ragte bisher ein großes Sumpfgelände in den 
Templiner See hinein, und dieses wird durch die beim 
Bau des Teltowkanals gewonnenen Schlammassen auf 
gehöht, wozu ein Elevator aufgestellt ist. Das Grundstück 
der Billa Jngenheim erfährt dadurch eine bedeutende Der- 
größerung. ' , . _ ■ 
Schmargendorf. Eine zweite Kirche soll unser 
Ort erhalten. Auf Wunsch des Kaisers wird an der Ein 
mündung der Forckenbeckstraße in den Hohenzollerndamm 
ein Gotteshaus errichtet werden, für das nebst dem 
Pfarrgebäude ein Areal von 2900 Quadratnietern zur 
Verfügung steht. Die alte aus dem Mittelalter stammende 
Dorfkirche bleibt als historisches Bauwerk erhalten. 
Gerichtliches. 
(:) Die Erhaltung historischer rc. Bauwerke wird den Stadt- 
gemeinden bekanntlich schon durch die Städteordnung zur Pflicht ge- 
macht, ohne Genehmigung deS Regierungspräsidenten dürfen sie 
Sachen, die einen besonderen wifsenschaftlich-historischen ober künst- 
lerischen Wert haben, wesentlich nicht verändern. Verstöße gegen diese 
Bestimmung würden an den Magistratsmitgliedern disziplinarisch zu 
ahnden seien. Es fragt sich mm, ob in solchen Fällen die Stadt- 
gemeinde auch verpflichtet ist, den früheren Zustand wieder herzu 
stellen, da ja ihre Organe es waren, welche unter Überschreitung 
ihrer Befugnisse die Änderung herbeigeführt haben. DaS Ober- 
verwaltungsgericht äußert sich nach der „D. Jur.-Ztg." über diese 
Kragen wie folgt: Ist der Gegenstand zerstört, feine Erhaltung also 
nicht mehr möglich, so könnte nur eine Neu-Herstellung gefordert 
werden, die aber über die Pflicht zur Erhaltung hinausgehe. Im 
vorliegenden Falle bestehe jedoch die Veränderung, welche rückgängig 
gemacht werden soll in der Hinzufügung eines Aufbaues, während 
der Turm, soweit er es vorher war, auch jetzt noch vorhanden ist. 
DaS Verlangen, den früheren Zustand wieder herzustellen, sei daher 
gerechtfertigt und die Stadtgemeinde verpflichtet, den nachträglich hin- 
zugefügten Aufbau wieder entfernen zu lassen. 
Vermischtes. 
" Simon Dach. „Ännchen von Tharau ist's, die mir gefällt." 
Wer kennt es nicht, das schlichte, innige Liedchen, das sich bis auf 
den heutigen Tag so wunderbar jugendfrisch erhalten hat! Der 
Dichter desselben, Simon Dach, der heute vor 3 Jahrhunderten das 
Licht der Welt erblickte, schrieb es auf Wunsch des Bräutigams für 
Anna Neander, die liebliche Tochter des Seelsorgers von Tharau, als 
diese sich mit dem Pfarrer Portativs vermählte. Ursprünglich unter 
dem Titel .Palmbaum" in plattdeutscher Mundart abgefaßt, wurde 
das Gedicht später von Herder ins Hochdeutsche übertragen. Simon 
Dach, dessen hervorragende Begabung sich schon während seiner eisten 
Schulzeit in Königsberg offenbarte, besuchte später die Gymnasien 
von Wittenberg und Magdeburg, um dann an der Universität zu 
Königsberg philosophischen und theologischen Studien obzuliegen. 
Sich dem Lehramt widmend, wurde er bei einem sehr geringen Gehalt 
Kollaborator an der dortigen Domschule, die er als Kind besuchte, 
erhielt aber später dank der Gunst, die Kurfürst Georg Wilhelm ihm 
zuwendete, seine Ernennung zum Professor der Poesie an der Hoch 
schule der alten norddeutschen Krönungsstadt. Der Monarch ließ eS 
aber nicht nur bei dieser Ehrung bewenden, sondern nahm die 
Gelegenheit wahr, als Dach ihn einst in Versen um ein Stücklein 
Gartenland bat, dem Dichter das Gut Cuxheim zu schenken. Seit 
dem Jahre 1641 mit Regina Pohl vermählt, lebte der Dichter mit 
dieser in glücklichster Ehe, der Tod einiger alter Freunde aber ließ ihn 
in tiefe Schwermut versinken und nach längerem schweren Leiden ging 
er dan am 15. April des Jahres 1659 zur ewigen Ruhe ein. Außer 
dem „Palmbaum" und einigen weltlichen und kirchlichen Poesien hat 
sich besonders ein Lied bis auf die heutige Zeit erhalten. Es ist 
dies das bekannte Gedicht: „Der Mensch hat nichts so eigen, — So 
wohl steht ihm nichts an, — Als daß er Treu' erzeigen — Und 
Freundschaft halten kann." Der das schrieb, hat allezeit nach jenen 
Worten gehandelt. 
• Für die deutsche Botschaft in Washington ist, wie ge 
meldet, ein Grundstück angekauft worden, auf dem ein neues 
Gesandtschaftshotel errichtet werden soll. Das Grundstück liegt in 
NW der Stadt, in der 8-Straße, gegenüber der neuen französischen' 
Botschaft und gewährt einen schönen Ausblick auf den Sheridan- 
Circle hinab. Gegenwärtig ist das rund 5 l / 4 Hektar umfassende 
Grundstück noch mit üppigem Baumschmuck versehen. Das neue Bot 
schafterheim soll, wie verlautet, im französischen Renaiffance-Stil, 
etwa nach dem Vorbilde des Neuen Palais bei Potsdam erbaut 
werden. Ein Teil des Baumbestandes soll erhalten und die so ent 
stehende Gartcnanlage terrassenförmig ausgebildet werden. Der 
deutsche Botschafter Freiherr Speck von Sternburg, der gegenwärtig 
in Deutschland weilt, hat dem Vernehmen nach hier bereits Vor 
verhandlungen wegen deS Neubaues eingeleitet; über die Entwürfe zu 
dem neuen Botschaftsgebäude wird natürlich der Kaiser selbst Ver 
fügung treffen. Dem Reichstage soll wegen Bewilligung der Mittel 
für den Bau schon im Herbst eine bezügliche Vorlage zugehen. 
Während der Abwesenheit des Botschafters von Sternburg, welche bis 
gegen Mitte Oktober währen wird, fungiert Legationsrat Dr. 
von d. Busche-Haddenhausen in Lenox als deutscher Geschäftsträger. 
* DeS Königs Grenadiere. Wegen Fahnenflucht werden vom 
Gericht der Gardedivision nicht weniger als 15 zum Teil längst schon 
verurteilte Gardisten verfolgt. Die ältesten Semester stehen bereits 
im 50. Lebenjahre und ihre rechtskräftige, kriegsgerichtliche Kontu- 
matral-Verurteilung — meist zu 200 M. Geld-,Buße" liegt länger 
als ein Bierteljahrhundert zurück. Unter den 15 Fahnenflüchtigen be- 
finden sich mehr Katholiken (8) als Evangelische (7) und nur ein 
Berliner, der den nicht seltenen Namen Müller I führt. Zwei Garde- 
grenadiere, der Landwirt Löber und der Handlungslehrling Busch sind 
zu den hohen Geldstrafen von 3000 M. verurteilt worden; Zweien ist 
durch Gerichtsbeschlüsse das im Reiche befindliche Vermögen mit Be- 
schlag belegt worden. Mit der Verurteilung bezw. Beschlagnahme ist 
das militärische Vergehen natürlich nicht gesühnt. — Die Fahnen- 
flüchtigen, die sich wohl meist im Auslande befinden, müssen nach 
dienen — wenn sie ergriffen' werden. jFür seinen 50 jährigen kein 
Vergnügen. , Das Gericht der 1 Gardedivision fordert alle Militär- 
und Zivilbehörden auf, die Flüchtlinge im Betretungsfalle verhaften 
und abliefern zu wollen. 
' praktischer Arzt. Arzt (zu einer Bauernfrau): „Hier, 
nebe Frau, lassen Sie das Rezept machen und reiben Sie ihren 
Mann damit täglich dreimal ein. Wenn es hilft, lassen Sie es mich 
wissen, ich leide nämlich auch an Rheumatismus." 
HeschäMches. 
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