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Periodical volume Nr. 172, 25.07.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

n-.eister Lange auf dem Paradeplatz, Marsch nach dem Schützenhcuse, 
dortselbst Frühstück; 3 Uhr nachm utagsAnfang des Schießens; 4 Uhr 
Konzert der Stadtkapelle; 8 Uhr abends Tanzkränzchen für die Schützen 
und deren Angehörigen. Montag den 31. Juli: 8 Uhr morgens Be- 
ginn des Schießens; 1 bis 2 Uhr mittags Pause, Proklamierung des 
Jubelkönigs und der beiden Jubelritter; 4 Uhr nachmittags Konzert 
des Trompeterkorps. Dienstag den 1. August: 8 Uhr morgens Be 
ginn deS Schießens; 4 Uhr nachmittags Konzert der Stadtkavelle. 
Mittwoch den 2. August: 8 Uhr morgens Beginn des Schießens. 
Donnerstag den 3. August: 5 Uhr morgens Reveille; 7 Uhr Aus- 
ma sch nach dem Schützenhause; 8 Uhr Beginn des Schützens; um 
9 Uhr beginnt das Königsschftßen der Rathenower Schützengilde, nach 
dem Fortsetzung des Schießens aus -allen Ständen; 1 Uhr mittags 
Festmahl; 4 Uhr nachmittags Konzert der Stadtkapelle. Freitag den 
4. August: 8 Uhr Morgens Beginn des Schießens. Sonntag, den 
6. August: 6 bis 9 Uhr Morgens, '.1 bis 1 Uhr Mittags und 3 bis 
6 Ubr Nachmittags Schießen; 4 Uhr Nachmittags Konzert der Stadt- 
kapell ■; 8 Uhr Abends Verteilung der Ehrenpreise. Nach der 
Schießordnung werden vier Zugscheiben aus 175 Meter Entfernung 
aufgestellt: die Ehrenscheibe „Carl Bohnstedt", die Silbor-Jndustrie- 
scheibe „Heimat', eine Punktscheibe und die Jubel-Königscheibe. 
' Friedrich von Logau. Zu den Mitgliedern der sogenannten 
„Erst- n schlesischen Dichterschule", die bekanntlich in Martin Ooih von 
Bober,eld ihren Begründer fand, zählt auch der geistvolle Epigram 
matiker Friedrich von Logau, dessen Todestag sich am heutigen 
25. Juli- zum zweihundertundsünszigsten Male jährt. — Im Jahre 
1604 zu Dörr Brockut bei Nimptsch geboren, erhielt er feine erste 
Ausbildung auk dem Gymnasium zu Brieg und widmete sich später 
dem Studium der Rechte. Nach beendigter Unioersitätszeit verschaffte 
ihm reine fürstliche Gönnerin die Herzogin Dorothea Sibylla, die der 
Volksmund „die liebe Dorel" nannte, eine Anstell ng in der Hof 
haltung ihres Gemahls, des Herzogs Lut-wig IV. von Liegnitz, der 
seine Fähigkeiten bald schätzen lernte und ihm 1644 den Titel eines 
Kanzleirates verlieh. Wenige Jahre danach wurde der witzige Satiriker 
zum Mitglied der berühmten „Fruchtbringenden Gesellschaft" gewählt, 
die ihn im Hinblick aus seine boshaften Spottgedichte mit dem 
Namen „Der Verkleinernde" belehnte. Im Jahre 1655 schloß 
Friedrich von Logau in Liegnitz die Augen zum letzten Schlummer, der 
literarischen Welt gegen 36s 0 Epigramme hinterlassend, die er meistens 
unter dem Pseudonym „Salomon von Golaw" herausgegeben hatte 
und von den n gar manche ob ihrer kernigen Knappheit und originellen 
Pointierung späteren Generationen erhalten zu bleiben verdienten. 
Wir lasten hier zur C.arakierisierung der epigrammatischen Dichtkunst 
Logaus einige seiner Geistesblitze folgen. Weinfreundschaft: „Die 
Freundschaft, die der Wein gemacht, — Wirkt, wie der Wein nur eine 
Nacht." Der Kuß: „Der Mund ist der Altar, das Opfer ist das 
Kliffen, — Des Priestertums allhier ist jedermann befliffen." Alte 
Werber: „Alte Weiber sind wie Sträucher, — Draus vor Zeiten 
Rosen standen, — Sind die Rosen jetzt verblichen, — Sind die 
Dornen noch vorhanden." Der beste Soldat: „Ich halte nicht dafür 
daß der Soldat sei gut, — Der nicht auch Sänger ist und kann d. s 
re-sol-ut!" Handkuß: „Jungfern, euch die Hand -u küffen, — Pflegt 
euch heimlich zu verdrießen, — Weil man läppisch zugewandt, — 
Was dem Mund gebührt der Hand!" Bücher: „Schlechte Bücher 
taugen auch guten zu der Gegenprobe — Finstres macht, daß jeder 
mann destomehr die Helle lobe." Thorheit: „Ein Reis vom Narren- 
bäum trägt jeder, wer es sei; — Der eine deckt es zu, der andre 
trägt es frei." Heuchler: „Heuchler sind wie Sonnenblumen, — 
Blicken nach dem Himmel hin, — Wurzeln aber in der Erde, — 
Suchen Vorteil und Gewinn." Augen, Ohren, Mund: „Aug' und 
Ohren sind die Fenster — und der Mund die Tür im Haus, — 
Werden wohl verwahrt die Dceie, — Geht nichts Böses ein noch 
aus." Die Sünde: „Menschlich ist >s, Sünde treiben, — Teuflisch 
ist's, in Sünden bleiben, — Christlich ist es, Sünd' zu Haffen, — 
Göttlich ist es, Sünd' erlaffen." 
' Kein Liebhaber davon. Er: „Fräulein Marie, glauben 
Sie auch an die Wahrheit des alten Spruches: Ein Kuß ohne Bart 
ist wie ein Brot ohne Schmalz?" — Sie (zögernd): „Das kann ich 
Ihnen wirklich nicht sagen, Herr Feurig, denn ich habe in meinem 
ganren Leben..." — Er: „Na. na, Fräulein Marie, nur keine 
Ausflüchte." — Sie: ,. . . noch kein — Schmalzbrot gegessen." 
* Gleich! „Wollen Sie gleich zu- Mittag effen oder erst 
später?" — „Lieber gleich, Herr Oberkellner!" — „Wie Sie befehlen 
Nur müffen Sie sich dann noch eine Viertelstunde gedulden!" 
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Friedenau, den 20. Juli 1905. 
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