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Periodical volume Nr. 167, 19.07.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

und ihre Gunst einem andern Schiffsjungen, der auf einem 
andern Dampfer angestellt ist, zugewandt hatte. Der 
Eifersüchtige stellte deswegen den um drei Jahre älteren 
„Verführer" zur Rede, und es kam zwischen beiden zu 
einer Schlägerei, bei der Müller zu unterliegen drohte. 
Er lief nach seiner Kabine, holte von dort einen geladenen 
Revolver und gab mehrere Schüsse auf seinen Gegner ab. 
Während der Bedrohte unverletzt blieb, drang eine Kugel 
einem am Ufer stehenden und den Streit beobachtenden 
Kellner in den Unterleib. Der Verletzte brach besinnungs 
los zusammen. Er wurde, nachdem ihm ein Arzt einen 
Notverband angelegt hatte, nach einem Krankenhause ge 
bracht, wo er hoffnungslos darniederliegt. Müller wurde 
verhaftet. 
§ Überfall. Zwei junge Mädchen wurden am 
Montag Abend gegen 9*/, Uhr auf der Charlottenburger 
Chaussee, nur etwa 3 Minuten vom Großen Stern ent 
fernt, von einem angeblich gut gekleideten Manne über 
fallen. Bevor sie recht zur Besinnung kamen, hatte der 
Mann der einen Dame gewaltsam das Handtäschchen 
entrissen, weil es einen kleineren Geldbetrag und ver 
schiedene Schlüssel enthielt und war mit dem Raub seit 
wärts in den Büschen verschwunden. Auf das Hilfegeschrei 
hatten sich im Augenblick eine große Anzahl Passanten 
angesammelt, jedoch war eine Verfolgung des Verbrechers 
mit Rücksicht auf die Dunkelheit von vornherein aus 
sichtslos. 
Ober-Schöneweide. Kaum ist in Schöneberg einem 
gefährlichen Kinderfreund sein nichtswürdiges Handwerk 
gelegt worden, so wird uns die Verhaftung eines neuen 
derartigen Verbrechers gemeldet. In Ober-Schöneweide 
gelang es gestern der Polizei, den 32 Jahre alten, ledigen 
Arbeiter Trivoltin, der sich einer ganzen Reihe unsittlicher 
Attentate auf die Jugend schuldig gemacht, festzunehmen. 
Der Unhold lockte kleine Mädchen durch Geldgeschenke an 
sich und mißbrauchte die Kleinen dann in der schmäh 
lichsten Weise. Der Verhaftete wurde in das AmtsgerichtS- 
gefängnis in Köpenick eingeliefert. 
Vermischtes. 
• Ei« seltsamer Heiliger scheint der junge Mann zu sein, 
auf den sich die nachstehende Anfrage in der .Leipziger Vegetarischeu 
Warte" vom 18. d. MtS. bezicht. Eie lautet: „Wer weist mir für 
einen jungen (22 jährigen) begeisterten Gesinnungsgenossen, der bisher 
kaufmännisch tätig war, und dem das Arbeiten für 8leischeffer un 
sympathisch ist, paffende Beschäftigung nach?" 
' Eine wandernde Theatertruppe hatte für kleine Provinzialstädte 
„Silvana, das Waldmädchen" als Zugstück [eingepaukt und mit allen 
möglichen „lokalen" Witzen zu spicken gewußt. Da kommt der Herr 
Direktor mit seiner Gesellschaft in ein Nest, welches wohl eine eigene 
Bühne hatte, aber nur eine Zimmerdekoration besaß; ein Wald war 
für dar Waldmädchen durchaus nicht zu beschaffen. Was tut nun der 
erfindungsreiche Odyffeus von einem Theaterdirektor? Er ändert ein 
fach den Titel des Stückes und gibt als Zugstück: „Silvana, daS 
Zimmermädchen." 
Amtliche Anzeigen. 
Bekanntmachung. 
Der von der Versicherungsanstalt der 
Nordöstlichen Baugewerks -Berufsgenoffen 
schaft für das Jahr 1905 ausgefertigte 
Heberollenauszug liegt in der Zeit vom 
28. Juli biS 7. August d. IS. 
im diesseitig-n Gemeindebureau zur Ein 
sichtnahme aus. 
Wir machen noch besonders darauf auf- 
merksam, daß Einsprüche gegen di« 
Prämienberechnung gemäß § 28 Abs. 1 und 
2 des Bau-Unfall-Versicherungs-Gesetzes 
vom 30. Juni 1900 nur innerhalb 14 Tagen 
nach der Auslegung des Heberollen-Aus- 
zuges erhoben werden können. 
Friedenau, den 19. Juli 1905. 
Der Gemeinde-Borstand. 
Echnackenburg. 
Bekanntmachung. 
Die hiesige Kaiser-Allee einschl. des 
Friedrich Wilhelmplatzes wird wegen 
Regulierung und Asphaltierung bis auf 
weiteres für Reiter und Fuhrwerke gesperrt. 
Friedenau, den 18. Juli 1905. 
Der Amts-Vorsteher. 
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Jenny mit dem Königlichen Polizei-Sekretär Herrn 
Hugo Plaschke beehrt sich hiermit ergebenst an 
zuzeigen [3458 
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verw. Regierungssekretär. 
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Aufforderung 
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Anschluß Z Elektrizitätswerk 
der 
Gemeinde Friedenau. 
Wlir machen darauf aufmerksam, daß die Frist, bis zu 
welcher die Anmeldungen an das Werk bewirkt werden 
müssen, um bis \. April f907 von der Zählermiete befreit 
zu sein, bis zum f. August d. Zs. verlängert ist. 
Mir bemerken aber ausdrücklich, daß für An 
meldungen, die nach dem 1. August rinlaufen, 
unter keinen Umstanden mehr die Zahlermiete er 
lassen mied. 
[3305] 
Der 0emeinde-Uor$tand. 
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