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Periodical volume Nr. 163, 14.07.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

juristisches Gutachten unter Berücksichtigung der neuesten 
Entscheidungen nötig. Auf Grund dieser Entscheidungen 
würde er (Redner) ein Gutachten ausarbeiten und dann 
aber auch noch das Gutachten eines außerhalb stehenden 
Juristen einholen. Er halte dies für unbedingt not 
wendig. da die Entscheidung der Frage tief in den Geld 
beutel greife, sei es nun in den der Anlieger oder den der 
Gemeinde. Er glaube, daß auf solche Weise den Wünschen 
der Antragsteller am besten entsprochen werde. Klarheit 
müsse geschaffen werden und zwar bis zum nächsten Früh 
jahr. Herr G.-V. Berger spricht sich dahin aus, daß der 
Antrag vor allem bezwecke, daß definitive Klarheit in die 
Sache komme, die von dringender Notwendigkeit sei. Die 
Feststellung müsse vor allem in absehbarer Zeit erfolgen. 
Es sei bisher manches versäumt worden, eigentlich hätte 
die Sache schon längst erledigt sein sollen und es sei die 
höchste Zeit, daß sie jetzt in Fluß komme und nicht wieder 
vertagt und verschoben werde. E: möchte im Interesse 
des Gemeindesäckels bitten, dem Antrage zuzustimmen. 
Herr G.-V. Schremmer erkennt die Materie als schwierig 
zu behandeln an. Es sei im Jahre 1902 die Angelegenheit 
schon durch ein Ortsstatut geregelt worden, die Gemeinde 
vertretung habe das Ortsstatut genehmigt, vom Bezirks 
ausschuß seien aber einige Einwendungen gemacht worden 
und die Sache sei dann liegen geblieben. Er glaube, daß 
man auch diesmal zu keinem anderen Resultate komme 
als damals. Es komme nur noch hinzu, daß heute die 
Grundstücke anders belastet seien als damals. Er empfehle 
Herrn Schultz die Durchsicht des Aktenmaterials, Antrag 
stellen sei ja leicht, aber das Durchführen dieser An 
gelegenheit sei schwieriger. Herr G.-V. Homuth erklärt 
sich mit den Vorschlägen des Herrn Gemeindevorstehers 
einverstanden. Herr Gemeindevorsteher Schnackenburg 
nimmt Gelegenheit, auf das Ortsstatut des Jahres 1902 
zu sprechen zu kommen. Die Sache sei nicht liegen ge 
blieben, der Bezirksausschuß habe Einwendungen gemacht, 
die keineswegs unberechtigt waren. So müsse für die 
Kanalisationsgebühren ein eigenes Ortsstatut ausge- 
arbeitet werden, und die Straßen, welche von Anlieger 
beiträgen befreit sind, dürfen nicht mit Namen benannt 
werden, es seien überhaupt Dinge in dem Statute ent 
halten, die nicht genehmigt werden könnten. Er habe mit 
Absicht zuerst andere wichtige Angelegenheiten in den 
Hafen bringen lassen, bevor er an die Sache wieder heran 
getreten sei. Hierauf gelangten die Anträge Berger und 
Schultz, unverzüglich in die Prüfung der Frage wegen Ver 
pflichtung zur Zahlung von Anliegerbeiträgen einzutreten 
und die Rechtslage durch ein Ortsstatut klar zu legen, 
zur Annahme. 
Über die Genehmigung des Entwurfs betr. Anlegung 
von 2 Gleisen auf der nördlichen Strecke der Kaiserallee 
und den Antrag deS Gemeindeverordneten Schultz, be 
treffend Regulierung der Kaiserallee wurde sodann beraten. 
Zunächst ergriff Herr Gemeindevorsteher Schnackenburg 
das Wort. Er habe sich mit Herrn Schultz dahingehend 
geeint, daß er zuerst über den Antrag des Bauausschusses 
berichte und dann Herr Schultz zu seinem Antrage daS 
Wort nehme. Er könne wohl sagen, daß es ihn mit be 
sonderer Genugtuung erfülle, daß es in dieser Angelegenheit 
im Bauausschusse zu einem Antrage gekommen sei, der 
einstimmig angenommen wurde. Es seien eben durch die 
Verhandlungen, die inzwischen gepflogen und durch Zu- 
sagen, die gemacht worden, so vollständig andere Ver 
hältnisse geschaffen worden, daß es nur begreiflich sei, 
wenn man jetzt wieder anderen Sinnes geworden sei. 
Zunächst sei die Bahn der Gemeinde ein erhebliches Stück 
entgegengekommen und habe Angebote gemacht, die durch 
aus annehmbar erscheinen. Dieses Angebot liege nun 
mehr auch im Vertrage vor, was in der Sitzung des 
Bauausschusses noch nicht der Fall gewesen sei. Außer 
dem liege auch das Projekt für den zweigleisigen Bau 
vor. Man sehe also, daß die Bahn doch entgegen 
gekommen sei, so daß man nichts gegen sie sagen könne. 
<§r sei auch von dem Vertreter der Bahn gebeten worden, 
vor Augen zu führen, daß sie nicht so schwarz sei. wie sie 
angesehen werde. Nachdem man nun zu diesem vor 
liegenden Abschluß gekommen sei, könne man dies nicht 
verkennen. Man müsse eben bedenken, daß diese ganze 
Regulierung der Kaiserallee, für die Bahn ein außer 
ordentliches Vermögensobjekt sei. Ein Objekt, das sie an 
wenden müsse, ohne einen Vorteil zu haben. Sie müsse 
111000 Mk. und für die Unterhaltung jährlich 10000 Mk. 
ausgeben. In Berücksichtigung dieser Punkte müsse man 
erkennen, daß die Bahn den Wunsch habe, sich von der 
Heranziehung zur Kostentragung so weit als möglich zu 
drücken. Sie habe sich nun bereit erklärt, auch die 
Strecke Friedrich Wilhelm-Platz—Rheinstraße zweigleisig 
auch bei Asphalt auszubauen, wenn sie für diese 585 Meter 
nur so zu den Ausbaukosten herangezogen würde als 
wenn Schlackensteine zur Verwendung kämen und von 
der Unterhaltungspflicht für die ersten acht Jahre befreit- 
bleibe. Das sei nun einer der Gründe, weshalb sich die 
Verhältnisse geändert haben. Ferner erscheine es fraglich, 
ob man bei Verwendung von Schlackensteinen, mit den 
Arbeiten vor dem Winter noch fertig werde. DaS Schlacken 
steinmaterial sei begrenzter Natur, es seien, wie in der 
Kommissionssitzung von dem Vertreter der Firma gesagt 
worden, reichlich Aufträge da. Wenn nun so große Auf 
träge von 14000 qm erfüllt werden sollten, so meinte 
der Vertreter, daß die Firma wohl dieses Material bis 
18. November würde liefern können, aber auch nur 
tropfenweise, weil für den Tag nur 200 qm angefahren 
werden könnten. Dann bestehe noch das Risiko, daß 
wenn irgend etwas passiere, die Lieferung überhaupt 
nicht gemacht werden könne. Der Vertreter habe ge 
schildert, wie diese Steine untersucht werden, man habe 
den Eindruck erhalten, daß wenp die Sache etwas 
schleunig gehe und das Werk überlastet würde, die Unter 
suchungen mit der nötigen Sorge geschehen könne, wie es 
erwünscht wäre. ES sei erklärt worden, daß eine Lieferung 
durchweg erstklassiger Steine von der Firma nicht zuge 
sagt werden könne. Endlich hätte man sich noch gefallen 
lassen müssen, daß ein Teil der Steine in heller, ein 
anderer in dunkler Farbe geliefert würde. Das seien 
Umstände, die selbst die Herren, die Schlackensteine für 
zweckmäßig hielten die Annahme des Asphalts als be 
gehrenswert erscheinen ließen. Zu alle dem komme noch 
ein Umstand. Man habe über die Haltbarkeit der Schlacken 
steine nicht genügende Erfahrung; die Bahn befürchte, die 
Schlackenstein könnten in wenigen Jahren kaput gefahren 
werden. Dies sei von dem Vertreter der Firma bestritten 
worden, aber die Bahn sagte, sie könne sich auf dieses 
Risiko nicht einlassen. Nach fünf oder sechs Jahren müßte 
dann Asphalt gelegt werden und die Bahn müßte dann 
wieder bezahlen. Die Unterhaltungskosten des Asphalt 
würden sehr gering sein. Die Gemeinde habe in der 
Kaiserallee für den Quadratmeter nur 30 Pfg., in der 
Rheinstraße 50 Pfg. zu bezahlen. Dann käme hinzu, daß 
sich die Anlieger bereit erklärt haben, Beiträge zu be 
zahlen, sie zeigen, daß sie eben auf die Asphaltierung 
großen Wert legen und auch bereit sind, selbst Opfer zu 
bringen. Außer diesen 4000 Mk. von den Anliegern auf 
der südlichen Strecke der Kaiserallee seien noch 12000 Mk. 
zur Verfügung gestellt worden, sodaß die Gemeinde im 
ganzen 16000 Mk. bekomme. Das seien Gründe, wes 
wegen man im BauauSschuß zu dem einstimmigen Be 
schlusse gekommen sei. Was die Anliegerbeiträge betreffe, 
so sollen diese unter der ausdrücklichen Erklärung an 
genommen werden, daß die Frage, ob die Anlieger zu 
Beiträgen nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen 
herangezogen werden können, unberührt bleibe. Erfolge 
jedoch später eine solche Heranziehung zu Anliegerbeiträgen, 
so sollen die jetzt freiwillig bezahlten Beträge in An 
rechnung gebracht werden. Herr Oberbaurat Sarrazin 
habe erklärt, daß die 4000 Mk. unter allen Umständen 
bezahlt werden. Die Asphaltierung werde bis Oktober 
beendet sein. Herr G.-V. Leo Schultz bemerkte: Nach 
den Ausführungen des Herrn Gemeindevorstehers habe er 
wenig hinzuzufügen. Aus dem Vortrage, den der Ver 
treter der Schlackenstein-Firma am Dienstag gehalten habe, 
habe sich gezeigt, daß es zweifelhaft sei, ob man in diesem 
Jahre die Arbeiten noch fertig bekomme. Er habe vor 
14 Tagen schon gesagt, daß es ihm weniger auf die 
Kosten ankomme als darauf, als daß diese derzeitigen 
Zustände in der Kaiserallee baldigst beseitigt werden. 
Vor fünf Jahren hätte das schon gemacht werden sollen 
und die Bebauung der Kaiserallee wäre dann eine andere. 
Ferner komme hinzu, daß die Straßenbahn entgegenkomme, 
namentlich die Straße durchweg zwei Fahrgeleise erhalte. 
Dadurch daß die Straße einen Meter schmäler werde, 
falle auch die teure Bewässerungsanlage fort, der Schmuck 
unseres Ortes, die Bäume werden uns erhalten und da 
nun die Pflasterung der Kaiserallee mit Asphalt dieselben 
Kosten wie mit Schlackensteinen verursache, so ziehe er 
seinen, heute zur zweiten Lesung gestellten, Antrag zurück 
zu Gunsten der Asphaltierung der Kaiserallee, die nach 
Versicherungen der Asphaltgesellschaften zum 1. Oktober 
dieses JahreS fix und fertig werden solle, und dadurch 
auf kürzestem Wege die Regulierung der Kaiseralle erfolge. 
Herr G.-V. Berger meint, es sei eigentlich schon alles 
gesagt, waS noch gesagt werden könne und was in der 
Vorlage stehe. Jedenfalls habe die Sache eine ganz andere 
Wendung bekommen und wenn er hier spreche, so geschehe 
es nur um persönlich zu begründen, weshalb nun auch er 
sich für Asphalt erklärt habe. Er möchte vor allem 
sprechen, um dem Vorwurf zu entgehen er sei umgefallen. 
Es seien eben wichtige Gründe, die ihn anders bestimmt 
haben, wenn auch nicht sachlicher Natur, die Gründe seien 
eben allgemeiner Natur, einer Natur entsprechend den 
Verhältnissen, die sich durch die Verhandlungen ergeben 
haben. Die Straßenbahn habe einen anderen Standpunkt 
eingenommen und dann seien Zweifel entstanden, ob die 
Lieferung der Schlackensteine möglich sei. Es werde ge 
sagt die Bahn sei entgegengekommen, dem sei nicht so, sie 
bürdet uns neue Opfer auf. Doch haben sie uns einen 
großen Wunsch erfüllt, das sei der doppelgleisige Ausbau. 
Daß dieser Ausbau im gesamten Interesse liege, sei fest 
stehend. Nun müsse man eben in den sauren Apfel beißen 
und Asphalt nehmen. Es sei kein freier Entschluß, es sei 
ein Zwang, der uns durch die Verhältnisse aufgezwungen 
werde. Außerdem komme hinzu, daß von den Anliegern 
16 000 M. zur Verfügung gestellt worden seien. Immerhin 
werde die Unterhaltung mehr kosten als bei Schlackensteinen. 
Er halte die von den Anlieger gegebene Summe für sehr 
minemal; bei der großen Agitation, die die Herrn bewerk 
stelligt haben und dei dem großen Interesse, das sie 
daran haben, daß die Straße Asphalt erhalte, hätten sie 
etwas tiefer in die Tasche greifen können, hoffentlich 
könne man das Versäumte nach Regelung der Ange 
legenheit die Anliegerbeiträge betreffend noch nachholen. 
Herr Matthies frägt an, ob das Asphalt in der Wilhelm 
straße es aushalte, daß Lastwagen mit schweren Blocks 
die Straße befahren. Herr Schöffe Dräger bejaht diese 
Frage, nur der Beton könnte eventuell darunter leiden. 
Der Antrag des Bauausschusses gelangte hierauf in zwei 
Lesungen einstimmig zur Annahme. Die Kaiseralle er 
hält also in ihrer ganzen Länge Asphalt und den 
zweigeleisigen Ausbau der Straßenbahn. 
Der Herr Gemeindevorsteher brachte hier noch folgenden 
Antrag ein: „Die Gemeindevertretung ist aus Billigkeits 
rücksichten bereit, den durch Wasserschäden betroffenen 
Persöüen Unterstützungen zu gewähren. Dem Gemeinde- 
vorstände wird es überlassen, die gestellten Anträge jeweils 
zu prüfen und wo es sich um kleinere Beträge handelt, 
diese zu bewilligen und die Mittel dem Dispositionsfonds 
zu entnehmen." Die Gemeindevertretung erkannte die 
Dringlichkeit des Antrages an und stimmte, nachdem Herr 
G.-V. Homuth den Antrag befürwortet, demselben zu. 
Herr Berger führte schließlich noch Klage darüber, daß 
bei der Kabellegung in der Schmargendorfer Straße 
Wurzeln der Bäume abgeschnitten würden. Herr Schöffe 
Lichtheim entgegnet, daß er bereits mit Herrn Diplom 
ingenieur Mulertt gesprochen habe, der ihm gesagt habe, 
daß sich dies leider aus technischen Gründen, da man die 
Kabel bei ihrer bestimmten Länge nicht biegen könne, nicht 
vermeiden lasse; er werde aber darauf bedacht sein, daß 
die Bäume soviel als möglich geschont würden. Hierauf 
schloß Herr Gemeindevorsteher Schnackenburg die öffent 
liche Sitzung, indem er darauf hinwies, daß man nun auch 
bis Ende August in die Ferien gehen könne. Die nächste 
Sitzung soll am ersten Donnerstag nach dem 1. September 
stattfinden. ' ' 
Lokales. 
+ Elektrische Beleuchtung erhält auch daS hiesige 
Gymnasium, und zwar wird dasselbe nach Inbetriebsetzung 
unseres Elektrizitätswerkes im Glanze von ca. 3 bis 400 
Nernst- bezw. Glühlampen erstrahlen. Der Sitzungssaal 
und Zeichensaal erhalten indirekte Bogenlampenbeleuchtung 
derart, daß das Licht der Bogenlampen zunächst an die 
weiß getünchten Zimmerdecken geworfen und von diesen 
nach allen Seiten gleichmäßig verteilt wird, in hygienischer 
Beziehung von allen künstlichen Beleuchtungsarten die 
vollkommenste. Mit der Ausführung der gesamten Anlage 
ist seitens der Gemeinde unser Mitbürger, Herr Ingenieur 
Ruhland, Inhaber der Firma Elektrizitäts-Werkstätten für 
Beleuchtung und Kraft betraut worden, welcher für die 
Gemeinden Steglitz und Grunewald in den dortigen 
Gymnasien ähnliche Anlagen bereits geliefert hat. 
t Lebensstellung. Der bisherige Bureaugehilfe, 
Herr Otto Gerlach, ist als Bureau-Assistent in der 
hiesigen Gemeinde- und Amtsverwaltung auf Lebenszeit 
angestellt worden. 
f DeS Spaudauer Bockes Ende. .Infolge der 
baulichen Entwickelung des umfangreichen Geländes in 
Charlottenburg ist daS Dasein des Spandauer Bockes nun 
mehr besiegelt und die schönen weit und breit bekannten 
Karfteitagszusammenkünfte, die dort seit Urgroßvaters 
seligen Zeiten stattgefunden haben, sind unwiderbringlich 
dahin. Die Bauspekulation und die Spitzhacke kennen 
kein Erbarmen. Noch bis vor einigen Jahren befand sich 
Grund und Boden der Spandauer Bockbrauerei im forst 
fiskalischen Besitze und seit zwei Jahren ging das Grund 
stück durch Kauf an der Stadt Charlottenburg über. Die 
Stadt setzte den Bockwirt in seiner Bewegungsfreiheit 
engere Grenzen; es wurde ihm auch mitgeteilt, daß in 
folge der Straßenregulierungen daS Grundstück des Span- 
dauer Bockes bald in Anspruch genommen werden müsse. 
Durch die neuen Straßenbauten sind Niveauveränderungen 
bedingt und der alte Waldbestand muß der Axt zum 
Opfer fallen. Trotzdem über die Hälfte des ursprüng 
lichen Spandauer Bockes dem Erdboden bereits gleich ge 
macht worden ist, hat das Grundstück doch noch einen an 
sehnlichen Umfang; aber sein Charakter als Erholungs 
stätte der Berliner ist geschwunden, denn in allernächster 
Nähe werden sich bald mächtige Mietskasernen erheben 
und dann sind die schönen Tage des Bockes dahin. 
+ Feldkautine „Wilhelmshöher Brunnen". 
Am Sonnabend, den 15. d. Mts. von abends 9 Uhr ab: 
Die letzten Tage von Pompeji. Zum Schluß Ausbruch 
des Vesuvs. Man kann mit Spannung diesem neuesten 
Unternehmen entgegensehen. 
f Die Eröffnungsvorstellung des hochinter 
essanten Pottharst'schen mechanischen Theaters, Ecke der 
( Schloß- und Bornstraße findet umständehalber erst morgen 
Abend 8l/z Uhr statt, worauf das Publikum hiermit auf 
merksam gemacht wird. 
W t Ertrunken. Zu der unter dieser Spitzmarke am 
Dienstag gebrachten Notiz erfahren wir heute, daß der 
Soldat Körner des 2. Eisenbahnregiments nicht, wie auch 
Berliner Zeitungen meldeten, im Seebad Wilmersdorf, 
sondern im Seebad Mariendorf ertrunken ist. Die Leiche 
wurde am Mittwoch in das Garnisonslazarett überführt. 
Der Sektionsbefund ergab Tod durch Herzschlag. Unter 
militärischer Ehrenbegleitung wurde gestern die sterbliche 
Hülle zum Anhalter Bahnhof gebracht und von dort in 
die Heimat überführt. 
t Polizeibericht. Als gefunden sind hier angemeldet 
worden: 1 Portemonnaie nebst Inhalt, 1 Strohhut, 
1 Ball, 1 Peitsche und 1 zweirädriger Handwagen mit 
einer Leiter; ferner als zugeflogen: 1 Vogel. Die recht 
mäßigen Eigentümer vorbenannter Gegenstände werden 
aufgefordert, ihre Ansprüche binnen 3 Monaten im 
hiesigen Amtsbureau, Feurigsttaße 8, Zimmer 26. geltend 
zu machen, widrigenfalls anderweit über die Fundobjekte 
verfügt werden wird. 
Schöneöerg. 
— Auf dem Gebiete der kommunale« 
Sozialhygiene will die städtische Verwaltung umfang 
reiche Einrichtungen treffen. So soll zur Bekämpfung der 
Tuberkulose eine städttsche Heilstätte geschaffen werden, in 
der Lungenkranke Unterkunft finden; auch beabsichtigt 
man, für unheilbar erkrankte tuberkulöse Personen ein 
eigenes Heim zu errichten. Des Weiteren soll daI Ferien 
koloniewesen einer Neuorganisation unterzogen werden. 
Für erholungsbedürftige Schulkinder, deren Zustand eS 
noch gestattet, daß ihnen Unterricht erteilt werden kann, 
ist folgende Einrichtung vorgesehen: Nach einem etwa 
zweistündigen Unterricht in der Gemeindeschule werden 
die Kinder größtenteils unter Benutzung von Fahrge 
legenheit täglich nach einer Erholungsstätte im Walde bei 
Eichkamp geführt, wo sie bis zum Abend sich aufhalten 
und verpflegt werden. Die Erledigung dieser wichtigen 
Fragen liegt der Deputation für Wohlfahrtspflege ob. 
Wertin und Wororte. 
8 Versuche mit öffentlichen Stratzenstaub- 
fäugeru werden jetzt durch die städttsche Straßenreinigung 
angestellt und zwar erhalten diese Apparate, die die Form 
eines etwa 3 / 4 Meter hohen Blechbehälters mit breiter 
nach unten zu abgeschrägter Öffnung haben, ihren Platz 
oben auf den Litfaßsäulen. Der zunächst im Gebrauch 
befindliche Staubfänger, der bis vorgestern auf der Säule 
am Rathause Ecke Jüdenstraße stand, ist gestern auf der 
Säule am Kreuzungspunkt der Friedrichstraße und der 
„Linden" (Nordseite) aufgestellt morden, über die Kon 
struktion im Innern der Apparate verlautet noch nichts. 
Die Benutzung der Litfaßsäulen aber wird immer viel 
seitiger. Zu Anfang waren sie bekanntlich zugleich Zieh-
        
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